So oder so ähnlich könnte die Überschrift lauten, wenn Frank Stronach eine Kontaktanzeige aufgeben würde, mit deren Hilfe er eine Lizenz für sein „Tiger-Team“ suchen würde. Fündig geworden ist er ja bereits: Mit den Schwanenstädtern hat er willige Verkäufer gefunden. Damit verkommen unsere ersten beiden Ligen einmal mehr zu einer Operettenveranstaltung. Continue reading
Archiv der Kategorie: Österreich
Der nächste Finanzabsteiger?
Ein trauriges Bild gibt die Bundesliga seit Jahren ab, dass der einzige Absteiger aus der höchsten Spielklasse gerne mal schon lange vor Meisterschaftsende feststeht, erschreckt kaum noch jemanden. Dabei nimmt dieser Umstand einiges an Spannung aus dem Bewerb (Stichwort „Abstiegskampf“) und offenbart die chronische Unfähigkeit vieler Vereine den sportlichen mit dem finanziellen Erfolg unter einen Hut zu bringen. Zumal neben den Pleitiers auch gerne mal Clubs haarscharf an der Liquidierung vorbeischrammen (Sturm, Tirol).
Der nächste Rohrkrepierer steht anscheinend auch schon bereit: Die SK Austria Kärnten, der Hybrid aus Paschingresten und dem subjektiv besseren Kaderteil des FC Kärnten steckt anscheinend in Finanznöten. Ein Schelm, wer da noch an das heroische Blabla zur Klubgründung erinnerte und BZÖ-Canori was von guten Fundamenten schwadronierte. Das schöne, große Stadion wurde ob der gezeigten Leistungen und der konsequenterweise folgenden Tabellenplatzierung immer spärlicher besucht, und mittlerweile findet man sich am sportlichen und monetären Abgrund.
Danke…
…liebe Bundesligatrainer. Das habt ihr wieder spitze gemacht. In einem Jahr, in dem ein U21-Team beinahe WM-Dritter geworden wäre, der Anteil an jungen Österreichern in der Liga gestiegen und Hickersberger’s „junges Team“ eigentlich älter wird und im Schnitt über 27 Lenze zählt wählt ihr einen 38jährigen zum Fußballer des Jahres, der bald seine Karriere beenden wird. Continue reading
Erfolg und Miserfolg, nur eine Leerzeile nebeneinandergestellt
„Wir haben keine ganz junge Mannschaft, sie ist im Schnitt 24“, Walter Hörmann über Sturm Graz.
„Wir werden weiter unseren Weg gehen und auf junge Spieler setzen.“, Josef Hickersberger über das Nationalteam (Schnitt: 27+, Tendenz steigend)
Austria Wien – Sturm Graz oder „Warum man nicht in Österreichs Stadien gehen sollte“
Weil mein Vater mir seit Monaten vorschwärmt, welch gute Stimmung jetzt immer bei Sturm-Spielen herrscht, habe ich mir gestern Austria gegen Sturm im Grazer Sektor des Horr-Stadions angesehen. Es ist nicht schwer Gründe zu finden, das so schnell nicht wieder zu tun. Continue reading
Fünf zu Null
Totalhoheit von Panionios beim letzten Freistoß im Austria-Strafraum. Einer hat die Abseitsfalle nicht mehr rechtzeitig geschnallt und dann hats ENDLICH „Bumm“ gemacht. Ich hätte mich sehr über einen Sieg gefreut, immerhin ist die Austria der letzte Klub, der noch Punkte für die 5-Jahreswertung sammeln könnte. Mir wäre es auch egal gewesen, wenn die Austria mit einem Eiertor in der 93ten noch gewonnen hätte, nur um wenigstens noch darauf hoffen zu können, dass „wir“ nicht wieder traditionellerweise nach der Winterpause international nicht mehr vorhanden sind.
Hört doch endlich mit Cordoba auf!!
Gleich nach der EM-Auslosung meldete sich bei mir ein beinahe unwiderstehlicher Brechreiz. Kaum wurde uns Deutschland zugelost, schrie die ganze österreichische Fußballwelt schon auf: „Cordoba! Cordoba! Cordoba!“
Ich kann es wirklich nicht mehr hören. Was hat uns das Spiel in Cordoba denn schon gebracht? Für unser Abschneiden bei der WM war es damals bedeutungslos, weil dieselben Spieler die beiden vorangegangenen Partien deutlich verloren haben. Das einzige, was es uns gebracht hat war, dass Hans Krankls Ego dadurch noch größer wurde, als es eh schon war (und somit alle irdischen Gefilde hinter sich ließ) und er leider danach aufgrund zweier Tore in den 70ern ein paar Jahrzehnte später den Teamchef spielen durfte (leider, denn es gab nie einen schlechteren Trainer als Hans Krankl). Einzig Herbert Prohaska scheint das Thema Cordoba realistisch zu sehen, wenn er in seinem Buch schreibt, dass er über dieses Spiel eigentlich gar nicht mehr gerne redet und auch sonst versucht, das Geschrei darüber möglichst klein zu halten (was ihm leider nur selten gelingt).
Cordoba ist Schuld daran, dass der österreichische Fußball 30 Jahre lang nur in der Vergangenheit gelebt hat und davon kann ich nun wirklich keine Neuauflage brauchen!
Zu viele Spiele? Blödsinn!
Mir kommt jedes Mal das Grausen, wenn bei schwachen Leistungen (aktuell ganz gerne bei der Austria gesehen) gejammert wird, was die armen Hunde nicht für ein unglaubliches Pensum haben ableisten müssen, seit der letzten Sommer-„Pause“.
Abgesehen davon, dass ohnehin die Sinnfrage gestellt werden muss, bezügich einer 10er-Liga (erstens) mit 36 Spieltagen, und einem Saisonstart Mitte Juli (zweitens), ist das Argument mit den ach so vielen Spielen nichts anderes als hanebüchener Schwachsinn. Der arme Sanel Kuljic hat in den letzten sechs Monaten also 32 Spiele absolviert. Mir kommen die Tränen! In den vergangenen 12 Monaten hat beispielsweise ein Steven Gerrard 73 (in Worten: Dreiundsiebzig) Spiele absolviert – Liga, Europacup, FA-Cup, Ligacup, Länderspiele. Und zwar keinen Kuljic-Standfußball ur-österreichischer Prägung, sondern 90 Minuten Vollgas. Und er beschwert sich nicht nur nicht, er bringt sogar dennoch seine Leistung.
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Falsches Spiel
Falsches Spiel VON Roland Linz – oder falsches Spiel MIT Roland Linz? Diese Frage durfte einen schon beschäftigen, als unser Teamverweser H. den Portugal-Legionär auf drigendes Geheiß unseres ÖFB-Verwesers S. aus dem Team eliminierte, weil der einzige ersthafte Goalgetter aus Österreich so spielt, wie ein Goalgetter nun mal zu spielen hat – auf Chancen lauern und dann abdrücken. Wer sich nun nicht das (vorhersehbare) Unspiel der Austria in Schweden angetan, sondern sich das UEFA-Cup-Spiel Braga-Bayern bei den Kollegen des ZDF gegeben hat, der wurde in dieser Frage schlauer.
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Austria – Rapid
Das Wiener Derby am Sonntag war mal wieder ein Abziehbild der Probleme im österreichischen Fußball. Die treten in einem Derby immer besonders deutlich hervor. Warum liegt auf der Hand: Da jeder unbedingt gewinnen will, wird grundsätzlich in einem höheren Tempo gespielt. Das ist gut. Durch das intensive Spiel sieht man die technischen Unzlänglichkeiten aber noch deutlicher als sonst. Das ist auch nicht so schlimm, dann weiß man wenigstens, woran man zu arbeiten hat. Das Problem ist aber, dass die Spieler auch noch glauben, dass das von ihnen gezeigte so etwas wie guter Fußball wäre. Und das ist schlecht. Denn dieses sich-selbst-in-die-Tasche-lügen ist der große Bremsklotz, der unseren Fußball von den Vereinen bis hinauf zur Nationalmannschaft lähmt. Versteht mich nicht falsch: Einige der Spieler haben durchaus gute Ansätze (vor allem die jüngeren unter ihnen). Aber wenn das so weitergeht, dann werden auch diese ihre Fähigkeiten und Leistungen Stück für Stück „zurückentwickeln“. Und die Abwärtsspirale, in der unser Fußball derzeit steckt, wird sich wieder ein Stückchen weiter nach unten drehen.