Alle Beiträge von Philipp Eitzinger

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

Nach spätem 1:0 über Serbien: “Bitte warten” für ÖFB-Frauen

Die Minimal-Pflicht wurde erfüllt: DIe ÖFB-Frauen besiegten Serbien im letzten Spiel der EM-Qualifikation mühsam mit 1:0. Einer fürchterlichen ersten Halbzeit folgte zumindest eine gut gemeinte zweite, angetrieben von Sarah Zadrazil erzwang Österreich den späten Siegtreffer. Zwei Tore fehlten aber, um die EM-Teilnahme 2022 jetzt schon sicher zu haben. Jetzt heißt es warten, was bei den coronabedingt verschobenen Spielen anderer Gruppen im Februar herauskommt – das Playoff droht noch immer.

Österreich – Serbien 1:0 (0:0) – erste Halbzeit
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0:3 in Frankreich: ÖFB-Frauen halten Resultat im Rahmen

Die ÖFB-Frauen verlieren das vorletzte Spiel in der EM-Quali bei Gruppenfavorit Frankreich mit 0:3 – es ist erst die zweite Pflichtspiel-Niederlage seit dem EM-Halbfinal-Einzug 2017. Die Französinnen dominierten klar und gewannen auch in der Höhe verdient, wobei bei Österreich spätestens in der zweiten Halbzeit die Devise lautete: Kraft für das entscheidende Heimspiel gegen Serbien sparen und gleichzeitig das Resultat im Rahmen halten.

Frankreich – Österreich 3:0 (2:0)
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In memoriam Diego Maradona: Die Karriere des Goldjungen

Er wurde nur 60 Jahre alt, aber er hat gelebt für 100 Jahre – mindestens. Diego Maradona prägte den Weltfußball in den 1980ern wie kein anderer, sein technisches und spielerisches Genie sind ebenso unvergessen wie seine Allüren, seine Exzesse und seine Skandale. Der kaum mehr als 1,60m kleine Linksfuß verzauberte die Welt und vor allem in seiner Heimat Argentinien und in Neapel, wo er die beste Zeit seiner Karriere verbrachte, wird er wie ein Gott verehrt.

In memoriam: Dies war die Karriere des Pibe del Oro, des Goldjungen.

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1:1 gegen Norwegens Not-Elf: Mit gefühlter Niederlage zum Aufstieg

Die gute Nachricht: Österreich ist Gruppensieger und steigt damit in den A-Pool der Nations League auf. Die schlechte: Gegen das hastig und bunt zusammen gewürfelte Team aus Norwegen, das coronabedingt das eigentliche Nationalteam ersetzen musste, hätte es beinahe eine verdiente Niederlage gegeben. Erst der Ausgleich in der 94. Minute verhinderte die Niederlage für ein ideen- und espritloses ÖFB-Team, das schon vor dem Rückstand wenig Plan zeigte und danach jegliche Struktur verlor.

Österreich – Norwegen 1:1 (0:0)
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2:1 – mühsamer Pflichtsieg gegen defensive Nordiren

Es brauchte die Brechstange nach dem Rückstand in der 74. Minute, aber am Ende gab es einen 2:1-Sieg für Österreich im fünften Spiel dieses Nations-League-Herbstes. Der Gegner aus Nordirland zwang das ÖFB-Team dazu, Ideen und entwickeln und diese auch umzusetzen. Dies funktionierte nicht nach Wunsch – vor allem die tiefen Läufe von Marcel Sabitzer haben Potenzial, brachten aber (noch) keinen nachhaltigen Schwung.

Österreich – Nordirland 2:1 (0:0)
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Dank 0:0 gegen Frankreich dem EM-Ticket ganz nah

Österreichs Fußball-Frauen kamen vor allem in der Schlussphase heftig unter Druck und lieferten dem Weltranglisten-Dritten aus Frankreich eine kernige Abwehrschlacht. Sie hielten aber Stand und zitterten das 0:0 über die Zeit. Mit diesem Punkt gegen den Gruppenkopf ist das EM-Ticket für die auf 2022 verschobene Endrunde in England zum Greifen nahe, die ÖFB-Frauen haben nun alles in der eigenen Hand.

Österreich – Frankreich 0:0
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Diesmal bringt Umstellung Erfolg – 1:0 in Rumänien

Kein Arnautovic, kein Sabitzer, kein Laimer – und doch gab es für Österreich den dritten Länderspiel-Sieg innerhalb einer Woche. Das 1:0 in Rumänien basierte auf einer Umstellung zu Beginn der zweiten Halbzeit: Damit löste Teamchef Franco Foda das zerfahrene Spiel etwas auf und sein Team nützte die Schwächen, welche Rumänien schon zuvor in defensiven Umschaltmomenten offenbart hatte.

Rumänien – Österreich 0:1 (0:0)

Im Hinspiel in Klagenfurt überrumpelte Rumänien das ÖFB-Team mit einem aggressiven, hohen Pressing. Darauf war Österreich diesmal besser eingestellt, zumindest reaktiv. Denn da es beide Teams gut verstanden, dem Gegner die Zeit am Ball zu nehmen und damit die Passgenauigkeit nach unten zu drücken, wurde es vom ästhetischen Standpunkt nicht gerade eine Augenweide von einem Fußballspiel.

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Zerfahrene erste Hälfte

Auffällig waren die Mannorientierungen, welcher das österreichische Mittelfeld – vor allem Schlager und Baumgartlinger gegenüber Stanciu und Marin – bediente, wenn Rumänien das Spiel eröffnen wollte. Kam der Pass aus der rumänischen Abwehr ins Mittelfeldzentrum, standen sofort Österreicher parat. Auch auch die Außenverteidiger wurde von den ÖFB-Spielerin schnell isoliert. Generell stellte Österreich rasch und geschickt Überzahl in Ballnähe her.

Spielerisch fiel den Rumänen nicht viel ein. Wenn sie doch in die Nähe des Strafraums gekommen sind, halfen Österreichs Spieler gut zusammen, um den ballführenden Rumänen abzudrängen. Mehr als ein Weitschuss zu Spielbeginn und eine Chance, nachdem Baumgartlinger in der Vorwärtsbewegung sehr robust vom Ball getrennt wurde, schaute vor der Pause für Rumänien nicht heraus. Kurz nach Wiederanpfiff folgte das Tor, welches wegen (vorgeblichem) Abseits nicht zählte.

Österreich hatte etwas mehr Torszenen, allen voran natürlich der Lattenschuss von Gregoritsch nach etwa 20 Minuten. Vor allem, wenn man mit Tempo gegen ein etwas aufgerücktes rumänisches Team kontern konnte, waren die Gastgeber zuweilen unsortiert. Am auffälligsten war dies nach rund zehn Minuten, als Schlager den Konter nicht erfolgreich abschließen konnte.

Fodas Umstellung auf 5-4-1

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff kam Posch für Hinteregger, mutmaßlich, um den früh gelb-belasteten Hinteregger vor einem Ausschluss zu bewahren. Im Zuge dieses Austausches wurde aber auch das System und die generelle Herangehensweise beim ÖFB-Team geändert. Posch nahm Hintereggers Position ein, aber Ilsanker rückte von der Sechs zurück in die Abwehr. Dadurch entstand ein recht klares 5-4-1.

Nach der Umstellung

Die Absicht war offensichtlich: Das offene Spiel um den Ball brachte nichts ein und man rieb sich zunehmen darin auf. Letztlich war dies die Art von Spiel, die Rumänien zu wollen schien. Also schob Österreich nach der Umstellung im Block etwas weiter zurück und man ließ die rumänischen Abwehrspieler den Ball zirkulieren, ohne viel Raumgewinn zu gewähren. Früher oder später kam aber ein Pass nach vorne, hier war Österreich wieder schnell in Überzahl und nach Ballgewinn ging es schnell in Richtung Tătăruşanu.

Man lud dadurch zwar durchaus Druck ein und Rumänien war sehr bemüht, für Gefahr zu sorgen. Aber nur Österreich näherte sich dem Tor an: Einmal, in der 62. Minute, wurde gerade noch vor Schlager geklärt; wenig später näherte sich Schlager noch weiter an, dann rettete der rumänische Keeper bei einem Gewaltschuss von Baumgartner. Alle diese Angriffe wurden über die rechte Seite lanciert, als in der 75. Minute Alaba und Baumgartner von links in den Strafraum kamen und Schöpf freistehend fanden, war das 1:0 für Österreich gefallen.

Kurze Unsicherheit über weitere Marschroute

Das Problem, wenn man sich zurückzieht, um offensiv für sich Räume zu schaffen: Wenn der Plan aufgeht und man in Führung geht, wie geht’s dann weiter? Doch wieder offener, um die Entscheidung herbeizuführen, oder weiterhin auf Konter lauern? In den ersten Minuten nach dem Führungstor schien man auch innerhalb des österreichischen Teams nicht so richtig zu wissen, wie es gehen soll. Schlager beispielsweise drängte vermehrt nach vorne. Letztlich setzte sich das Rückzug-Denken durch.

Die Rumänen warfen alles nach vorne, Mirel Rădoi brachte mit Puşcaş einen zweiten Stürmer und stellte vom variablen Mix aus 4-1-4-1 (gegen den Ball) und 4-2-3-1 (im Ballbesitz) auf ein klares 4-4-2 um. Im Rückstand wurde aber deutlich, dass Rumänien recht patent darin ist, den Gegner zu stören und dessen Fehler zu nützen. Wenn aber eine eigene Idee gefragt ist, ist nicht viel los.

Fazit: Diesmal war defensive Umstellung zielführend

Beim Sieg in Belfast war Österreich klar besser, schaltete nach der Führung zurück und suchte nicht mehr die Entscheidung und machte damit einen unterlegenen Gegner unnötig stark. Auch in Ploieşti erfolgte eine defensive Umstellung, sogar im System, aber der Kontext war ein völlig anderer.

In Rumänien rieb man sich eine Halbzeit lang mühsam gegen einen zumindest gegen den Ball recht geschickt agierenden Kontrahenten auf, konnte sich aber keine zählbaren Vorteile erarbeiten. Die Umstellung vom 4-2-3-1 auf das 5-4-1 nach einer knappen Stunde war ein Versuche, das Gesamtgefüge des Spiels zu verändern und einen Vorteil daraus zu ziehen.

Das hat auch funktioniert.

Die erste Halbzeit in Belfast war erheblich besser als alles, was man in Ploieşti zu sehen bekam. Dennoch hinterlässt der Sieg bei dem zerfahrenen, mühsamen und unansehnlichen Spiel in Rumänien einen wesentlich angenehmeren Nachgeschmack: Diesmal wurde im laufenden Match die Marschroute gewinnbringend geändert.

Damit bleibt Österreich an der Spitze der Gruppe, punktgleich mit Norwegen. Das heißt auch: Wenn am 14. November daheim gegen Norwegen gewonnen wird, ist das ÖFB-Team fix Gruppensieger und auch Aufsteiger in den A-Pool – unabhängig davon, was drei Tage zuvor gegen Nordirland passiert.

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1:0 – aber nur dank Fodas Handbremse noch gezittert

Österreich übernimmt mit einem 1:0-Sieg in Nordirland zur Halbzeit dieser Nations-League-Ausgabe die Führung in der Gruppe. Einer sehr ordentlichen Auftritt vor dem Seitenwechsel folgte ein sehr zurückhaldender nach der Pause. Diese Handbremse sowie Fodas defensive Wechsel ermöglichten einem um mehrere Klassen schlechteren Gegner völlig ohne Not, zurück ins Spiel zu finden.

Nordirland – Österreich 0:1 (0:1)
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5:0-Sieg und schwere Verletzung bei Fuhrmann-Debüt

5:0 in Kasachstan – mit dem erwarteten hohen Sieg starteten die ÖFB-Frauen in die Amtszeit der neuen Teamchefin Irene Fuhrmann. Weniger das Ergebnis war bei diesem Ausflug aber von Interesse, dazu war der Gegner zu schwach und das wusste man vorher. Aber wie legt die neue Trainerin das Spiel an, die Vorbereitung, wie wurden die Vorgaben umgesetzt? Und dank der schweren Verletzung von Julia Hickelsberger gibt es nun eine weitere Denksportaufgabe.

Kasachstan-Österreich 0:5 (0:1)
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Die Sache mit der Conference League

Es ist Mitte September, die Saison 2020/21 startet nun in quasi ganz Europa – und eine Sache ist noch nicht so ganz in den Köpfen angekommen: Die neue UEFA Europa Conference League. Der dritte Europacup-Bewerb feiert in der kommenden Saison seine Premiere, damit dient die nun beginnende Spielzeit als Qualifikation dafür.

Nur: Wie genau ist der Verteilungsschlüssel?

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