Die Entwicklung gefiele ihm überhaupt nicht, gab Mehmet Scholl im vergangenen Herbst zu Protokoll. Immer mehr würde der Fußball von „Laptop-Trainern“ überschwemmt, wie er mit kaum verhohlener Geringschätzung formulierte, die für die ihre Taktik und ihre Matchpläne das Wichtigste seien, die aber keine Ahnung haben, wie es im Profi-Fußball wirklich zu ginge.
Auf der anderen Seite war es in Österreich eines der größeren Themen der letzten Jahre, dass gerade zurückgetretene Idole die Trainer-Posten geradezu nachgeworfen bekommen, ohne Lehrjahre in der Jugend, und dass sie sogar bewusst eher in Trainerkurse kämen als womöglich innovatiere, bessere Trainer, die über eine solche Karriere nicht verfügen.
Wir haben mal einen Blick auf die Zahlen geworfen und vergleichen kräftig: Die Lage der Ligen und die Postenverteilung in verschiedenen Ländern jetzt und im Vergleich mit der Vergangenheit.
24 Länder, die insgesamt 84 Prozent aller in der UEFA zusammengefassten Einwohner repräsentieren, gehen im Sommer in die EM-Endrunde in Frankreich – also bis auf Holland und Griechenland gefühlt eh irgendwie alle. Nur: Wie hätte das Teilnehmerfeld und die Gruppen ausgesehen, wenn es den Modus wie bisher gegeben hätte, oder gar ein Acht-Nationen-Turnier wie bis 1992, als die Dänen den Titel holten? Wir spielen ein wenig Hättiwari.