Alle Beiträge von Philipp Eitzinger

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

Die Ballverliebt-Bundesligavorschau

Nur neun Tage nach dem Finale der sportlich hochklassigen Europameisterschaft werden wir recht abrupt wieder auf den harten Boden der deprimierenden Tatsachen zurückgeholt: Schon am kommenden Dienstag stehen sich im Eröffnungsspiel zur neuen Saison das ausgeblutete Sturm und Meister Rapid gegenüber. Zehn Teams wollen Meister werden, in den UEFA-Cup kommen, oder nicht absteigen. Was ist für diese zehn Teams möglich?

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Hicke sagt „Auf Wiedersehen“

„Ich danke euch für den netten Besuch!“ – so grüßte der nunmehrige Ex-Teamchef bei seiner Abschieds-PK in Wien. Er bedankte sich bei Fans („unerwartet viel Sympathie und Unterstützung“) und Medien („gute Arbeit, was die Begeisterung im Land angeht“). Es gab vor der EM Zweifel am Leistungspotential des Nationalteams, aber es gab nach den Spielen auch positive Rückmeldungen von ausländischen Beobachtern wie Gerard Houllier und Arsene Wenger. Auch bei seinem Trainerteam bedankte er sich, und beim ÖFB: „Sie hatten es nicht immer leicht mit mir!“

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Rapid pfeift auf die Zukunft

Zumindest könnte man das meinen, wenn man sieht, wen man da geholt hat – nämlich Georg Koch. Einen durchschnittlich begabten, schon deutlich in die Jahre gekommenen Torwart-Wandervogel, der von Düsseldorf über Cottbus und Kaiserslautern bis Duisburg schon einige putzige Vereine abgeklappert hat, ehe er vor einem Jahr bei Dinamo Zagreb landete und dort überlegen Meister wurde. Ach ja: Georg Koch ist 36 Jahre alt. Continue reading

Eine Kleinigkeit am Rande

Folgende Aufstellung, nur mal so als Gedankenspiel für die im September beginnende WM-Quali:

Macho/Manninger/Özcan (im Grunde wurscht) im Tor.
Prödl, Pogatetz und Stranzl in einer Dreier-Abwehr (also wie jetzt).
Säumel und Scharner im defensiven Mittelfeld (jeder Teamchef mit Hirn wird den Pauli zurückholen).
Harnik/Garics rechts, Fuchs/Korkmaz links, Ivanschitz zentral.
Und vorne meinetwegen Linz und Kienast.

Gar nicht weit hergeholt, diese Aufstellung. Und fällt was auf? Genau, wenn die WM-Quali losgeht, wird keiner dieser Kicker sein Geld in Österreich verdienen.

Jetzt brauchen wir nur noch einen ausländischen Teamchef, und ich bin zufrieden.

„War doch alles richtig…!“

Ich fasse kurz Hickersbergers zentrale Aussagen von der PK am „Tag danach“ sinngemäß zusammen.

Wir haben so defensiv gespielt, weil die Kroaten so stark sind. Wir dürfen nicht versuchen, Kroatien unser Spiel aufzuzwingen.

Wir konnten nicht damit rechnen, dass wir nach 4 Minuten hinten liegen.

Die langen Bälle waren das richtige Mittel, weil Kroatien sehr massiert hinten gestanden ist.

Die guten Einwechselspieler werden sicher nicht gegen Polen spielen, nur weil sie gegen Kroatien gut waren.

Jimmy Hoffer wurde nicht eingewechselt, weil man gegen diese Verteidigung mit Schnelligkeit nichts erreicht.

Wer einen schnellen Ersatz für Hicke organisieren kann, der auch noch einen Hauch von Ahnung hat: Bitte ab damit nach Stegersbach!

Ein WM-Song geht auf Reisen

Wer kennt Sebastian Bürgin? Niemand? Nun, außerhalb der Schweiz kennt man den guten Mann auch nicht. Er ist so etwas wie das schweizer Pendant zu Christl Stürmer – der aktuell erfolgreichste ehemalige Casting-Show-Kandidat. Das ganze nannte sich in der Schweiz „MusicStar“, er nennt sich „Baschi“, und er hatte mit dem Song „Bring en hei“ vor zwei Jahren einen veritablen Hit. Es war dies der WM-Song des schweizer Fernsehens, quasi die Titelmelodie des schweizer WM-Auftritts in Deutschland 2006, der ja bekanntlich im Elferschießen gegen die Ukraine endete. Also quasi das „Three Lions“ für die Schweiz. Aber warum ist das jetzt, zwei Jahre nach der WM, für uns interessant? Continue reading

Die wahren Globalisierungsverlierer

Oft und gerne wird hierzulande gejammert, dass in Zeiten der Globalisierung des Fußballs – und vor allem dessen TV-Rechte – ein Land wie Österreich noch weniger Chancen hat als vorher, im internationalen Vergleich etwas zu reißen. Denn auch, wenn ORF und Premiere in scheinbar übermenschlichen Sphären einander die Bundesliga-Rechte streitig zu machen versuchen, in Wirklichkeit sind diese lächerlichen Summen natürlich Pipifax und Trallala. Maximal Promille von dem, was in der Premier League umgesetzt wird. Keine Frage, die „Barclaycard Premier League“ ist auch deutlich attraktiver und besser als die „tipp3 Bundesliga powered/presented by T-Mobile“ – jedoch wohl nicht in dem Ausmaß, in dem es die perversen Mengen an Geld, die in England vorhanden sind, rechtfertigen würden. Aber ich behaupte: Der wahre Globalisierungsverlierer sind nicht Länder wie Österreich (und analog dazu z.B. Kroatien, Schweden und Tschechien) – sondern das sind die Länder, die hinter den Topnationen rangieren – Deutschland und Holland!
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