Salzburg, Inter, der UEFA-Cup, der Lattenpendler und das Lied

Von der rechten Stange an die linke und von dort zurück ins Feld: Marquinhos Lattenpendler im Rückspiel des UEFA-Cup-Finales von Salzburg gegen Inter Mailand 1994 ist eine der bekanntesten Szenen der österreichischen Fußball-Geschichte.

Aber wie war das damals wirklich?

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Wir waren Außenseiter, man hat über uns gelacht:
„Ihr seid doch keine Mannschaft, ihr habt’s zu nichts gebracht“

Der 3. Juni 1992, ein verregneter Abend im Wiener Praterstadion. Salzburg geht als Tabellenführer in den Showdown am letzten Spieltag, ein Remis bei der Austria würde zum ersten Meistertitel der Klubgeschichte reichen. Aber nach 20 Minuten zieht Ogris von der Strafraumgrenze ab, Salzburg-Keeper Ilsanker berechnet den tückisch aufsetzenden Ball völlig falsch – das 0:1.

Es ist ein giftiges, aufgeheiztes Spiel voller Feindseligkeiten. Peter Stöger will einen Elfer schinden, sieht Gelb wegen Schwalbe; Austria-Trainer Prohaska stürmt zu Linienrichter Hitzenhammer und brüllt ihm aus etwa 10 Zentimetern Entfernung ins Ohr: “Des gibt’s jo goa net! Heast, sog amoi!” Nach dem Seitenwechsel verwertet Toni Pfeffer nach einer Ecke zum 2:0, Salzburg gelingt nur noch der Anschlusstreffer, der Titel ist am letzten Spieltag gegen die Austria verloren.

Ein Jahr später, der 22. Mai 1993: Salzburg hat in der Tabelle vier Punkte (also zwei Siege, Zwei-Punkte-Regel!) Vorsprung und empfängt die Austria am viertletzten Spieltag. Man ist besser, lässt sich auch vom Rückstand nicht schocken und gleicht schnell aus. Die Austria geht aber erneut in Führung, legt nach der Pause das 3:1 nach und gewinnt. Salzburg verliert eine Woche später auch bei Rapid, die Austria wird wieder Meister.

Wir gingen oft zu Boden, doch niemals waren wir K.o.

Wenn es gegen die Austria hart auf hart kommt, knickt Salzburg ein: Dieses Image hat man sich ab 1991, als Otto Barić Trainer in Lehen geworden war, mit großen Enttäuschungen aufgebaut – 1:2 und 1:3 in den entscheidenden Spielen um die Titel von 1992 und 1993, dazu zwei Niederlagen im Cup in jenen beiden Jahren.

Für die Saison 1993/94 startete man unverdrossen den nächsten Anlauf zum Premieren-Titel. Präsident Rudi Quehenberger („Westbahn-Rudi“) lotste Routinier Peter Artner (von der Admira) und den jungen Adi Hütter (von Zweitligist GAK) sowie Damir Mužek (von Sturm Graz) an die Salzach. Salzburg setzte sich im Herbst zusammen mit der Austria und der Admira vom Rest der Liga ab.

Nach der Winterpause kam die Admira nicht mehr ganz mit, es spitze sich also wieder auf ein Titelduell zwischen Austria und Salzburg zu. Vier Jurčević-Tore sorgten im März für einen 4:0-Sieg der Salzburger im Horr-Stadion.

Wir standen auf und kämpften, lernten unseren Job

Die Spielweise des Teams entsprach der Zusammenstellung des Kaders und das Zauberwort, um es mit einem heute geläufigen Terminus zu beschreiben, ist „Polyvalenz“. Es gab gefühlt sechs verschiedene Spieler, die man als Achter spielen lassen konnte – dafür nur einen wirklichen Stürmer (Jurčević, zumindest nach dem Weggang von Sabitzer im Herbst) und zwei bis drei echte Manndecker (Fürstaller, Lainer, Garger) sowie ein Duo, das praktisch nur am Flügel spielte (Winklhofer und Aigner) und einen Jungspund, der wahlweise am Flügel oder im Angriff zum Einsatz kam (Amerhauser).

Alle anderen konnten jederzeit eine sowohl offensive als auch defensive Rolle im Mittelfeld-Zentrum spielen. Vor Torhüter Otto Konrad war Routinier Heribert Weber Stamm-Libero, Feiersinger übernahm diesen Posten später sogar im Nationalteam. Pfeifenberger spielte je nach Bedarf Sturmspitze vorne oder Manndecker hinten. Hütter war von links hinten bis zur Zehn überall denkbar. Artner war die Lunge im Zentrum. Der elegante Passgeber Mužek war bis zu seiner Schulterverletzung gegen Sporting gesetzt. Der im Winter aus der peruanischen Liga geholte Brasilianer Marquinho, eigentlich ein Zehner, war sich auch nicht zu schade, den defensiven Kettenhund für gegnerische Gestalter zu geben. Und wenn alle personellen Stricke am Reißen waren, war immer noch Michael Steiner da.

Sieht man sich die Bundesliga-Tabelle zum Zeitpunkt des Final-Hinspieles an, sieht man damit aber auch sofort, wo die Stärken des Salzburger Teams waren.

Man hatte jede Menge Läufer, unermüdlich und kampfstark, die auch mit dem Ball umgehen konnten. Aber echte offensive Kreativspieler gab es kaum – dafür waren die Salzburger in einer Liga, in der es primär ums Zerstören ging, in ihrem Element: Weil man so ungewöhnlich viele ballsicherere Mittelfeldspieler hatte, kamen die Gegner oft gar nicht erst dazu, Salzburg unter Druck zu setzen.

Siebenmal spielte Salzburg in dieser Bundesliga-Saison 0:0, fünfmal gewann man 1:0, siebenmal 2:0. Nur dreimal kassierte man mehr als ein Gegentor, in 23 der 36 Partien hielt Torhüter Otto Konrad seinen Kasten sauber. Salzburg spielte elegant, aber der Erfolg basierte primär darauf, dass hinten nichts anbrannte.

Der Schnitt von nur 0,5 Gegentoren pro Spiel – also 18 in 36 Matches – ist eine vorher und seither niemals erreichte Marke.

Unsere Träume, die haben sich erfüllt

Im Herbst 1992 hatte Salzburg im UEFA-Cup noch Pech mit der Auslosung, musste gleich gegen Ajax Amsterdam ran und war chancenlos. Im Herbst 1993 nützte man es aus, gegen nicht ganz so große Gegner spielen zu dürfen: Mit vier Siegen ohne Gegentor gegen Dunajská Streda und Antwerpen (fünf Monate zuvor noch im Finale des Cups der Cupsieger) qualifizierte sich Salzburg für das Achtelfinale gegen Sporting aus Lissabon.

Dem 0:2 im Hinspiel in Lissabon folgte – trotz allem, was danach noch kommen sollte – das wohl legendärste Spiel der Klubgeschichte. Im schon winterlich kalten Salzburg überstand man die Anfangsoffensive des von Luis Figo und Krassimir Balakov orchestrierten Teams, kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit stellte Leo Lainer – der Vater von Stefan Lainer – auf 1:0. In der Folge suchte Salzburg das Tor zur Verlängerung, aber wie fast immer tat man sich schwer mit dem Kreieren großer Chancen und kurz vor Schluss musste auch noch Kurt Garger mit Gelb-Rot vom Platz.

Dann zog Adi Hütter in der Nachspielzeit einfach mal aus 25 Metern ab und traf tatsächlich zum 2:0. So ging es in die Verlängerung. Sporting war psychisch angeschlagen, eingeschüchtert vom engen, lauten Stadion in Lehen und auf dem halb gefrorenen Boden konnten die Portugiesen auch ihre Technik kaum ausspielen. Amerhauser erzielte das 3:0, Salzburg hatte das Viertelfinale erreicht.

Denn wir sind die Glücklichsten auf dieser Welt

Eintracht Frankfurt war mit feinem Offensiv-Fußball Herbstmeister in der deutschen Bundesliga geworden: Der elegante Uwe Bein, der trickreiche Jay-Jay Okocha und Maurizio Gaudino gestalteten das Spiel, Anthony Yeboah und Jan Furtok sorgten für die Tore. Die Form wurde aber nicht gehalten: Als es am 3. März ins Hinspiel gegen Salzburg ging, war die Eintracht seit acht Spielen (bei 4:16 Toren) ohne Sieg.

Trainer Klaus Toppmöller brach den sensiblen Manni Binz (indem er ihn den Libero-Posten zugunsten des jungen Mirko Dickhaut wegnahm und Binz ins Mittelfeld degradierte), war im Clinch mit dem schwierigen Maurizio Gaudino (der nach dem Hinspiel kurzfristig sogar aus dem Kader flog), Uwe Bein bastelte an seinem Abschied. Okocha blieb daheim, weil nur drei Ausländer erlaubt waren und Toppmöller neben den gesetzten Tskhadadze und Manndecker Komljenović lieber Stürmer-Flop Mihajlović mitnahm – in der Bundesliga belastete Tskhadadze wegen seines offiziellen Amateur-Status nicht das Ausländer-Kontingent, im Europacup schon. Winter-Neuzugang Doll durfte im UEFA-Cup nicht spielen, Yeboahs Sturmpartner Furtok lag wie Bein mit Grippe im Bett.

Kurz: Die Voraussetzungen für Salzburg waren gut, weil Frankfurt zwar Qualität hatte, aber sehr mit sich selbst beschäftigt war. Salzburg gewann in Wien 1:0 und Quehenbergers Entscheidung, auf den Heimvorteil im kleinen Lehener Stadion zugunsten eines mit knapp 50.000 Zusehern ausverkauften Happelstadions zu verzichten, erwies sich als richtig. Die Entscheidung, Tskhadadze in der Hitze des Gefechtes anzuspucken, war für Otto Barić dafür keine gute, er wurde für vier Spiele gesperrt. Auch die unverholen rassistischen Rufe, welche die Ballkontakte Yeboahs begleiteten, führten zu Frankfurter Unmut.

Eintracht-Legende und Vorstandsmitglied Bernd Hölzenbein ärgerte sich, weil ja eigentlich „selbst Freiburg stärker ist als Salzburg“, zwei Wochen später gewann die Eintracht das Rückspiel 1:0 und das Elferschießen musste entscheiden. Konrad parierte gegen Gaudino, Feiersinger zielte zu hoch. Torhüter Uli Stein verwertete den fünften Versuch von Frankfurt selbst. Nachdem Konrad gegen Binz gehalten hatte, ging Thomas Winklhofer zum Punkt. Konrad schickte ihn wieder weg, trat selbst an, traf. Salzburg war im Halbfinale.

Dort traf man auf Karlsruhe. Der KSC war zwar grundsätzlich in starker Form – 7:0 gegen Valencia, Siegesserie in der Bundesliga – aber hatte personelle Schwierigkeiten. Ex-Teamspieler Rolff und Stürmer „Euro-Eddy“ Edgar Schmitt waren gesperrt; dazu fehlten die Manndecker Slaven Bilić und Burkhard Reich, Spielmacher Manni Bender und Offensiv-Allrounder Eberhard Carl mit Verletzungen.

Trainer Winnie Schäfer spielte dafür auf der Medien-Klaviatur. Am Cover der „Sport-Bild“ verkündete er eine Woche vor dem Hinspiel: „Ich will Salzburgs Super-Torwart“! Dieser war beim Hinspiel in Wien, wie so oft, auch nicht zu überwinden, aber mit dem 0:0 war in Karlsruhe niemand wirklich unzufrieden. „Der KSC holt aus zum ganz großen Wurf“, schrieb Harald Kaiser im Kicker, und umso größer war die Ernüchterung, als zwei Wochen später ein 1:1 im Karlsruher Wildpark nicht die Badener, sondern die Salzburger ins Endspiel brachte.

„Mit viel Herz, aber wenig Hirn“ stemmte sich Karlsruhe nach Stadlers frühem 1:0 gegen das Ausscheiden, hieß es im deutschen Fachblatt. Lainer vertrat den gelbgesperrten Heri Weber als Libero und hätte Christian Fürstaller nicht einmal geschlafen und das Abseits aufgehoben, wäre Karlsruhe wohl nicht mal der Ausgleich gelungen.

Die gelben Karten für Feiersinger, Hütter und Jurčević schmerzten aber. Das Trio war für das Final-Hinspiel gesperrt.

Denn wir, nur wir, wir sind die Sieger

Die Euphorie um die Salzburger trieb derweil ungekannte Blüten. Herbert Prohaska, mittlerweile Teamchef, schonte beim zwischen Halbfinale und Finale angesetzten Länderspiel gegen Schottland die Europacup-Helden und er berief nur einen Salzburger ein (Hütter, der dann auch gleich ein Tor erzielte); beim Liga-Match gegen Sturm (0:0) platzte das Lehener Stadion aus allen Nähten und selbstverständlich waren auch die knapp 50.000 Karten für das Final-Hinspiel gegen Inter Mailand in kürzester Zeit vergriffen.

Es wurde sogar ein Song aufgenommen, „Wir sind die Sieger“ (dessen Versen die Zwischentitel dieses Textes entnommen sind), der nach dem Finale als Single erschien und auf Platz zwei der österreichischen Charts schoss. Weil man außer Innsbruck und Platzhirsch Austria keine natürlichen Feinde hatte, war Salzburg fast jedem irgendwie sympathisch und die breite Masse vergönnte dem Verein nach den Tiefschlägen der letzten Jahre den Erfolg.

Gleichzeitig gab es in Otto Barić eine Reizfigur, aber der Erfolg ließ Kritik an „Otto Maximale“ verstummen und die unverkennbare Balkan-Färbung in seiner Sprache auch noch nach fast drei Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum war sein Markenzeichen. Der spröde Barić, humorloser Vorgesetzter einer Truppe voller Sunnyboys, wirkte gerade dadurch etwas aus der Zeit gefallen und wurde zur Kultfigur.

Wir, wir trösten nicht Verlierer

Und man rechnete sich auch gegen Inter Mailand Chancen aus. Die Nerazzurri hatten eine fürchterliche Saison hinter sich. Trainer Osvaldo Bagnoli war im Februar auf Platz sechs liegend entlassen worden, weil das den Ansprüchen nicht genügte; Nachfolger Giampiero Marini rettete mit zwei Siegen und zwei Remis aus zwölf Spielen gerade noch einen Punkt vor einem Abstiegsplatz (!) ins Ziel. Im UEFA-Cup kam man im Viertelfinale nach einem 3:1-Auswärtssieg in Dortmund daheim noch ins Zittern, ebenso im Halbfinale nach der Hinspiel-Niederlage in Cagliari. Der Borussia konnte man eine gewisse Klasse unterstellen, die in der Serie A gegen den Abstieg kämpfenden Sarden hatten, nun ja, kein Weltformat.

Im März kündigte Präsident Pellegrini an, dass man bei neuen Verträgen wegen finanzieller Schwierigkeiten fortan 30 Prozent weniger Gehalt anbieten muss. Torhüter Walter Zenga war bei den Fans dermaßen untendurch, dass er zuweilen Polizeischutz brauchte und seine Frau im Fernsehen eine Nachricht von ihm verlesen musste, in der er sich über undankbare Fans beklagte.

„Wir haben Probleme im psychischen, körperlichen und taktischen Bereich“, konstatierte Marini nach zwei Wochen Amtszeit, wenig später stellte er das komplette System um – und verlor 1:4 in Parma. Nach nicht einmal einem Monat hatte Präsident Pellegrini von Marinis Volten und dem freien Fall in der Tabelle genug und verpflichtete Ottavio Bianchi als neuen Coach – aber erst für die kommende Saison. Marini war als Inter-Trainer ab Ende März eine lebende Leiche.

Nun sind wir eine Mannschaft, wir haben es geschafft

Inter hatte in seiner Zusammensetzung 1993/94 zwei Probleme. Zum einen ein taktisches, da es keinen echten Stürmer gab, aber zwei Spieler, die sich als Bindeglied zwischen den Linien verstanden, mit Platz für sich und einer echten Sturmspitze vor sich: Dennis Bergkamp und Rubén Sosa. „Bergkamp gefällt es, von hinten zu kommen. Ich will aber auch nicht ganz vorne spielen“, erklärte Sosa im Kicker: „Ich brauche Raum, in dem ich mich bewegen kann. Wenn ich links hängend spiele, bin ich wertvoller.“

Das zweite Problem war ganz profan das Tempo in der Defensive. Giuseppe Bergomi war schon über 30 Jahre alt, Libero Sergio Battistini ebenso, und die schnellsten waren sie ohnehin nie. In der Startformation des Hinspiels gegen Salzburg war nur ein einziger Spieler jünger als 27 Jahre, nämlich Dennis Bergkamp (25).

Der Plan von Otto Barić war relativ simpel: Inters Zentrum abtöten, aggressives Flügelspiel nach vorne zeigen und mit Tempo in der Spitze die langsame Inter-Abwehr aushebeln. Und oh boy, hat das funktioniert. Zumindest die ersten beiden Punkte.

Die Namen im Line-up – Pfeifenberger, Marquinho und Amerhauser, dazu Stadler UND Flügelspieler Aigner – deuteten auf eine offensive Strategie an. Aber Pfeifenberger (gegen Jonk) und Marquinho (gegen Manicone) waren wie Artner (gegen Berti) defensive Manndecker im Zentrum. Im Angriff wurde aus der Personalnot eine Tugend gemacht – mit den schnellen, wendigen Amerhauser und Stadler.

Inter versuchte, nach Ballgewinnen schnell nach vorne zu kommen, aber das Zentrum bekam keine Luft und die Zuspiele nach ganz vorne waren zu ungenau. Salzburg hingegen nützte die dennoch relativ offenen Spielweise und das Aufrücken bei Inter zu überfallsartigen Angriffen.

Bianchi konnte Aigner kurz vor der Strafraumgrenze nur noch per Foul stoppen und sah Gelb (11.), Amerhauser verpasste einen Stanglpass von Winklhofer knapp vor dem Tor (13.), Paganin klärte nach einem Stadler-Solo gerade noch vor Amerhauser (14.). Einige Zeit später strich ein Kopfball von Pfeifenberger knapp über die Latte und nach einem Lochpass von Marquinho wurde Pfeifenberger gerade noch ausreichend bedrängt.

Nach einer halben Stunde war Inter noch nicht planvoll vor das Tor von Otto Konrad gekommen, aber Salzburg hätte schon deutlich führen können. Und weil das bei Inter eben abgezockte Italiener waren, nützten sie eine kleine Unachtsamkeit sofort aus: Ein schnell abgespielter Freistoß, Berti entwischte Artner, und zack, führte Inter 1:0.

Wir kämpfen immer weiter, was immer auch kommen mag

Das ganze Gefüge des Spiels änderte sich mit Inters Auswärtstor schlagartig. Die Mailänder schalteten nun nicht mehr so schnell um, vermieden vertikale Risiko-Pässe. Damit erkauften sie sich längere Ballbesitz-Phasen, sie konnten das Tempo herausnehmen und erhielten Kontrolle über das Spiel. Salzburg war geschockt und mit der letzten Aktion der ersten Hälfte hämmerte Sosa den Ball auch noch an die Latte. Ein 0:2 wäre wohl das Ende aller österreichischen Hoffnungen gewesen.

Gleich nach Wiederanpfiff entwischte Aigner ein weiteres Mal seinem Gegenspieler Bianchi, wieder folgte ein taktisches Foul, und damit musste Bianchi mit Gelb-Rot vom Platz gehen. Der personeller Vorteil war aber keineswegs ein spielerischer Vorteil für Salzburg. Denn Bergkamp orientierte sich nun eben auf die linke Abwehrseite und Inter stellte sich hinten hinein und drehte an der Uhr. Satte 40 Minuten lang.

„Wir haben in der Serie A zu oft auf Remis gespielt und dann doch knapp verloren“, hatte Sosa im Vorfeld moniert. In der zweiten Halbzeit von Wien spielte Inter nun wieder auf halten, aber mit allen taktischen Vorteilen auf seiner Seite. Ein Gegentor wäre kein Drama, ein Auswärts-1:1 in Unterzahl immer noch ein gutes Resultat. Mit dem tiefen Block, in dem Inter nun verteidigte, verpuffte Salzburgs geplantes Tempospiel in der Spitze komplett. Und das Fehlen von Kreativspielern, die eine massierte Abwehr mit tonnenweise internationaler Erfahrung knacken könnten, wurde nun überdeutlich.

Ohne eine zweite Spitze rückte Weber ins Mittelfeld auf und Lainer übernahm den Libero-Posten, aber bei aller Kontrolle im Mittelfeld kam Salzburg praktisch nie in gute Schuss-Positionen. Einmal übersah die Inter-Abwehr Stadler, der aber überhastet abschloss und verzog (60.), genau wie der für Amerhauser gekommene Mužek (71.), der dann noch einmal aus 20 Meter draufhielt (79.). Sonst war nicht viel los.

Als Marini für die Schlussviertelstunde Verteidiger Ferri für die verbliebene Spitze Sosa brachte und damit der schnellere, technisch beschlagenere Bergkamp wieder in den Angriff ging, konnte Inter sogar einige Kontersituationen aufziehen. Am Ende war Inter dem 2:0 näher als die ratlosen Salzburger dem Ausgleich, Jonk hatte in der 85. Minute das zweite Inter-Tor auf dem Fuß.

„Das Hinspiel mag verloren sein, aber das Finale ist es für Salzburg noch lange nicht“, beschwor ORF-Kommentator Robert Seeger zwar. Aber die Art und Weise, wie Salzburg nach dem Gegentor und auch in Überzahl an der Inter-Abwehr aufgelaufen war, sprach eine andere Sprache. Und als in der Liga eine Heim-Niederlage gegen Schlusslicht Sportclub und ein 1:1 in Innsbruck folgten, drohte auch der Traum vom ersten Meistertitel aus den Fingern zu gleiten. Schon wieder.

Wir kämpften heute im Endspiel und trugen den Sieg davon

Fünf Tage vor dem Rückspiel gegen Inter war Salzburg also schon im Heimspiel gegen die Austria gefordert. Diese lag nach Verlustpunkten gleichauf mit den Salzburgern (die noch einen Nachtrag gegen Steyr offen hatten) und hatte eine ähnliche Tordifferenz, allerdings mit dem klar besten Angriff der Liga – Hasenhüttl, Ogris und Co. hatten 19 Tore mehr erzielt als die Mozartstädter. Und dann das.

Austria-Coach Hickersberger stellte zu Libero Zsak noch fünf Manndecker auf, dafür nur eine Spitze und trachtete danach, zumindest nicht zu verlieren. Während aber Sekerlioglu als Manndecker ohne Gegenspieler ebenso verloren wie ideenlos herum irrte und nicht wusste, was er tun soll, rückte Feiersinger als freier Manndecker auf, Salzburg flutete das Zentrum und nützte praktisch jede Torchance.

Eine gallige, angriffige Mannschaft aus Salzburg rächte sich für alle Demütigungen, welche ihr die Austria in den vergangenen zwei Jahren zugefügt hatte und prügelte die Veilchen mit 6:0 aus dem Lehener Stadion. Das war die Vorentscheidung: Die Wiener legten eine Niederlage bei der Admira und ein 0:0 daheim gegen den Tabellen-Siebenten Sturm Graz nach und Salzburg konnte schon nach dem vorletzten Spiel über den lange ersehnten ersten Meistertitel jubeln.

Wir, die Champions der Liga

Die Meisterschaft war rechnerisch zum Zeitpunkt des Rückspiels natürlich noch nicht gewonnen, gefühlt war das 6:0 gegen die Austria aber natürlich sehr wohl die Vorentscheidung und entsprechend breit glaubte man die Brust für das Rückspiel im restlos ausverkauften San Siro. Es braucht einen Auswärtssieg, die Italiener glauben den Cup sicher schon in der Tasche und na, wir wollen mal sehen, wie es mit dem Nervenküstom bei Inter bestellt ist.

Feiersinger, Jurčević und Hütter waren nach abgesessener Sperre zurück, dafür mussten Pfeifenberger und Stadler nach ihren Verwarnungen im Hinspiel zuschauen. Feiersinger und Hütter übernahmen mit Artner die aus dem Hinspiel bekannte Deckung des zentralen Trios bei Inter, dafür rückte Marquinho auf und spielte hängende Spitze hinter Jurčević. Bei Inter kehrte Fontolan für Bianchi ins Team zurück.

Salzburg begann aber nicht mit breiter Brust, sondern eingeschüchtert. War es die Kulisse? Die Stadien in Frankfurt und Karlsruhe waren uralte Bruchbuden mit Laufbahn, bei der Eintracht noch dazu halbleer. Jetzt: Stadio Meazza, steil aufragende Tribünen, über 80.000 laute Fans. Und ein Gegner, der keineswegs gehemmt auftrat und das 1:0 verteidigen wollte, sondern im Gegenteil dem dem Ende der verkorksten Serie-A-Saison gelöst auftrat und den Vorwärtsgang einlegte. Und wie.

Bergkamp machte sich aus Fürstaller einen Spaß, dass einem der arme Kerl fast leid tun musste. Der Holländer ließ sich fallen und rückte auf, narrte seinen Manndecker mit überragender Technik, das ging Fürstaller einfach alles viel zu schnell. In der 9. Minute brachte er gleich bei zwei Klärungs-Versuchen die Kugel nicht weg, der Ball springt zu Jonk, Konrad pariert.

Schon zuvor hatte Salzburg einmal in der Vorwärtsbewegung den Ball verloren und Sosa scheiterte an Konrad (5.). In der 10. Minute, wieder ein schneller Konter über Bergkamp, Weber bedrängt ihn. Nach einer halben Stunde ein Freistoß für Salzburg, Inter kommt im eignen Strafraum an den Ball, Bergkamp und Sosa überbrücken 90 Meter in 10 Sekunden und wieder muss Otto Konrad in allerhöchster Not retten. Ein paar Minuten später: Heribert Weber passt die Kugel genau in den Lauf von Sosa, der nur um Zentimeter rechts am Tor vorbei zielte.

Wir haben es geschafft, aus eigener Kraft

Die Salzburger Spieler hatten nervös begonnen und wurden in der ersten halben Stunde immer poröser. Die Inter-Spieler rückten nach Ballgewinnen im Verbund auf und schnüren Salzburg ein. Sie gingen in jeden Zweikampf, gingen einmal nach, zweimal, dreimal, viermal. Die Österreicher hatten keine Luft zum Atmen. Nach einer Viertelstunde säbelte Winklhofer Fontolan rücksichtslos nieder, erst nach 33 Minuten musste Inter-Keeper Zenga erstmals eingreifen – nach einem 25-Meter-Schuss von Adi Hütter.

Danach fand sich Salzburg ein wenig, ging selbst ein wenig aggressiver auf den Ballführenden. Die Pässe ins Angriffsdrittel waren weiterhin ungenau, aber statt aussichtslos 0:4 im Rückstand zu liegen, hatte Salzburg immerhin ein 0:0 gehalten.

Salvatore Bagni, in den 1980ern italienischer Teamspieler und bei diesem Finale Co-Kommentator bei Italia-1, stellt fest, dass Jurčević „ein armer Hund“ ist: „Er bekommt keinen einzigen vernünftigen Ball. Und Marquinho ist komplett unsichtbar.“ Und Bagni philosophierte weiter: „Die Salzburger haben solide Einzelspieler, aber niemanden von internationaler Klasse. Barić hat gute Arbeit geleistet, dieses Team ins Finale zu führen.“

Weniger höflich ausgedrückt: Net bös sein, aber Salzburg hat in einem Endspiel eigentlich nix verloren. Schön für sie, dass sie’s überhaupt irgendwie hierher geschafft haben.

Nun waren wir hier um zu gewinnen, in diesem Stadion

Mit dem 0:0 ging es in die Pause – ein beidseitiges Ziehen zwischen Bergomi und Jurčević hatte Referee McCluskey nicht als elfmeterwürdig erachtet, eine Auseinandersetzung zwischen Fontolan und Feiersinger mit doppeltem Gelb entschärft – und Salzburg musste erkannt haben: Glück gehabt, aber so werden wir das Ding hier sicher nicht gewinnen. Da braucht’s schon etwas mehr Initiative.

Und schon schüttelte Sosa in der 48. Minute Fürstaller ab und rannte wieder alleine auf Konrad zu, aber wieder ließ der Uru die Österreicher am Leben.

Die Salzburger rückten in dieser zweiten Hälfte mehr auf und versuchten, die Initiative an sich zu reißen. Das ergab zwar Räume für Inter-Konter – Konrad musste einmal aus dem Strafraum heraus und mit dem Kopf vor Bergkamp klären – aber es zahlte sich insofern aus, da man sich nun doch etwas nachhaltiger in der gegnerischen Hälfte festsetzen konnte. Ein Weitschuss von Artner in der 51. Minute, den Zenga mit Mühe entschärfen konnte, war der Startschuss.

Denn beim folgenden Eckball vergaß die Inter-Abwehr auf Lainer, der frei zum Kopfball kam und nur knapp das Tor verfehlte. Salzburg setzte nun nach, Winklhofer drückte Orlando hinten rein und konnte Stanglpässe vor das Tor anbringen. Feiersinger ließ Berti jetzt Berti sein, schaltete sich voll ins Offensivspiel ein. Das italienische Publikum wachte wieder auf, unterstützte Inter, aber die Gäste waren nun am Drücker.

Und dann, in der 57. Minute, die Schlüsselszene.

Nach all den vergebenen Sitzern gegen eine überforderte Salzburger Mannschaft in der ersten Halbzeit hing Inter nach diesen zehn Minuten in den Seilen. „Das Spiel biegt jetzt in Richtung Salzburg ab“, konstatierte Italia-1-Kommentator Sandro Piccinini und Inter war jetzt krampfhaft um ein Stück Spielkontrolle bemüht. Statt, wie zuvor, schnell umzuschalten, wurde nach Ballgewinnen nun schnell das Tempo rausgenommen. „Inter muss jetzt den Rhythmus von Salzburg brechen“, beschwor der langjährige Inter-Spieler Bagni am TV-Mikro.

Das gelang. In der 61. Minute am Bergkamp zum Abschluss, Konrad hielt. Eine Minute später bediente Sosa den halblinks in den Strafraum eindringenden, aufgerückten Jonk, dieser schob den Ball an Lainer vorbei und hob die Kugel aus spitzem Winkel über den heraus eilenden Konrad hinweg ins Tor.

Das 1:0 für Inter. Wie im Hinspiel endete eine Salzburger Drangperiode mit einem Tor für Mailänder.

Wir müssen uns beweisen, Tag für Tag

Es blieb eine halbe Stunde für zwei Tore und um noch irgendwie einen Fuß ins Spiel zu bekommen, kam der frische Amerhauser für den fleißigen Winklhofer; Aigner ging nun auf rechts und Amerhauser kam über die linke Seite. Marini, sichtlich erleichtert, zog mit Ferri einen Innenverteidiger für den verletzten Fontolan ein.

In der 72. Minute fiel Bergomi im eigenen Strafraum bei einem Zweikampf mit Jurčević hin, von Bergomis Popsch hüpfte der Ball aus kürzester Distanz an den Arm, mit dem er sich abstützte. Salzburg reklamierte auf Elfmeter, aber McCluskey winkte sofort ab. Berti hätte wenig später nach einem schnell abgespielten Freistoß – wie in Wien – beinahe getroffen, in Minute 76 drosch Lainer noch einmal aus 20 Metern drauf. Der Schuss zischte haarscharf an drei Inter-Spielern vorbei, aber nicht an Zenga.

Damit war die Luft raus. Salzburg hatte in der letzten Viertelstunde nicht mehr die Kraftreserven, nicht mehr die Klasse und offenkundig auch nicht mehr den Glauben daran, das Spiel noch drehen zu können. Nach 92 Minuten pfiff McCluskey ab. Zenga drehte sich um und warf demonstrative Kusshände zu den Fans. Inter war UEFA-Cup-Sieger.

Nun stehen wir auf und fighten und halten das Niveau

Hatte Salzburg die Chance, das Finale zu gewinnen? Ja, natürlich – in der ersten halben Stunde im Hinspiel hatte man Inter am Haken und wenn Marquinhos Lattenpendler im Rückspiel beim Stand von 0:0 einen Zentimeter weiter rechts an den Pfosten aufschlägt, steht es pari und Inter hatte da schon deutliche Anzeichen von Panik offenbart.

War der Sieg von Inter dennoch verdient? Selbstverständlich – nach dem Tor im Hinspiel hatte man die Partie eine Stunde lang, selbst in Unterzahl, bombensicher im Griff. Im Rückspiel zog man Salzburg eine Halbzeit lang am Nasenring durch das San Siro. Der Schlüssel zu beiden Siegen war der Zeitpunkt der Tore: Beide Male stach Inter damit wie mit einer Nadel in den Ballon einer Salzburger Drangphase und ließ diese zerplatzen.

Trotz der beispiellosen Krise, die Inter in den drei Monaten vor dem Finale in der Serie A hingelegt hat: Die Mailänder hatten die besseren Einzelspieler und die klar größere Routine. Wenn Inter den Titel in der zweiten Halbzeit im Rückspiel tatsächlich noch vergeigt hätte, wäre das ausschließlich ihre eigene Schuld gewesen.

Die Überlieferung, die aus Marquinhos Billard-Schuss gesponnen wurde – einer überlegenen Salzburg-Elf wurde der UEFA-Cup-Sieg nur von dem Pech verwehrt, dass sich alle Fußballgötter gegen sie verschworen hatten – ist eine schöne, wenn auch typisch österreichische. „When legend becomes fact, print the legend“, hieß es schon in „The Man Who Shot Liberty Valance“. Auch bei Salzburg-Inter 1994 gilt: Die Wahrheit ist deutlich weniger poetisch als die Geschichte, die in Erinnerung blieb. Leider.

Immerhin: Mit dem im Europacup verdienten Geld sanierte Rudi Quehenberger den Klub und als Meister hatte man die Chance, in der von acht auf 16 Teilnehmer erweiterten Gruppenphase der Champions League weiter zu verdienen. Weber hörte auf, Marquinho ging zurück nach Peru, Mužek und Garger wechselten innerhalb der Liga. Dafür kamen Ralph Hasenhüttl von der Austria, Mladen Mladenović als Marquinho-Ersatz aus Rijeka und Martin Hiden als Manndecker von Sturm Graz, dazu Kocijan von Vorwärts.

Mit mehr Glück, als die Ergebnisse von 2:1 und 3:1 aussagen, mühte sich Salzburg in der Quali über Maccabi Haifa hinweg, in der Gruppenphase blieb man gegen Ajax Amsterdam ungeschlagen, besiegte AEK Athen und nach dem Wasserflaschen-Wurf von Mailand lebte bis zum letzten Match gegen den AC Milan sogar die Chance auf das Viertelfinale.

Wir, wir werden immer zueinander stehen

Wie alle großen Geschichten hatte auch jene von Salzburg ein Ende. 1995 wurde der Bundesliga-Titel mit 47 Punkten (62 mit Drei-Punkte-Regel) verteidigt, so wenig reichte seither nie wieder. Die innere Hygiene im Team hatte sich aber verändert. „Wir sind keine Mannschaft mehr, einige Spieler sind überheblich geworden“, schlug Barić im Spätsommer 1995 Alarm, als man in der Champions-League-Quali mit zwei erstaunlich harmlosen Darbietungen an Steaua Bukarest scheiterte.

Nach dem folgenden 0:3 gegen die Austria stand sogar eine gezielte Arbeitsverweigerung im Raum, weil sich Führungsspieler mit Barić überworfen hatten. Der neuer Trainer Hermann Stessl konnte die internen Bruchstellen nicht kitten und riss bis zum Winter einen Neun-Punkte-Rückstand auf Herbstmeister Rapid auf, nach einem besonders peinlichen 0:3 zum Rückrunden-Start daheim gegen Ried wurde Stessl gefeuert und Salzburg-Legende Heribert Weber vom ÖFB, wo er U-21-Teamchef war, verpflichtet.

Acht Niederlagen in 17 Spielen später schloss Salzburg als Titelverteidiger die Saison 1995/96 als Achter ab, man kassierte mehr als doppelt so viele Gegentore wie in der Vorsaison und was vom Erfolgs-Team übrig war, wurde in die Luft gesprengt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Die Abgänge von Pfeifenberger (Bremen) und Feiersinger (Dortmund) brachten noch ein bisschen Kleingeld, Hiden ging zurück zu Sturm, Artner nach Spanien zu Alicante, Stadler hörte auf und der zwischenzeitlich zurückgekehrte Marquinho war nach einem enttäuschenden Halbjahr auch wieder weg. Dazu verlor man Ralph Hasenhüttl nach Belgien.

Der fast komplett neu formierte Kader – mit Leuten wie Roman Szewczyk und Heiko Laessig, mit Edi Glieder und László Klausz, mit Walter Kogler und Routinier Walter Hörmann – wurde eine Einheit wie zu besten Tagen und düpierte den besser besetzten, aber in internem Zoff verstrickten SK Rapid im Titelrennen 1997.

Mit Hütter, Winklhofer, Aigner und Amerhauser sowie Konrad (der während der Saison nach Spanien wechselte) waren nur noch eine Handvoll Spieler übrig – drei Jahre nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

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Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.