Austria unter Ogris: Mehr Stabilität, wenig Phantasie

Wie sich die Austria unter Andreas Ogris gegen ein echtes Spitzenteam der Liga präsentiert, hat man in Salzburg gesehen: Voller Einsatz, aber mit teils eklatanten, taktischen Schwächen. Beim Cup-Viertelfinale in Kapfenberg und beim Liga-Duell in Grödig war nun mehr die eigene Spielidee gefragt.

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Österreichs bösartiges Pressing greift auch gegen Australien

Irland schwindelig spielen, wie beim Istrien-Cup vor einem Monat, schön und gut – aber wie gut greift das aggressive Pressing-Spiel der ÖFB-Frauen gegen eine Mannschaft aus den Top-10 der Weltrangliste? Zumindest beim Testspiel gegen Australien in Villach gab es darauf eine eindeutige Antwort, denn die „Mathildas“ standen dem österreichischen Spielanlage völlig hilflos gegenüber und mussten froh sein, nur mit 1:2 verloren zu haben.

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Wie schneiden Aufsteiger in der österreichischen Bundesliga ab?

Ralf Rangnick hat am Wochenende in einem Interview gesagt, es würde zwar für Altach sprechen, dass der Kleinverein und Aufsteiger so weit vorne in der Bundesliga mitspielen kann, aber auch gegen das Gesamtniveau der österreichischen Bundesliga (was Rapid-Trainer Zoran Barisic kurioserweise dazu treibt, Altach vor Respektlosigkeiten zu verteidigen, obwohl Rangnick ja eher alle anderen als Altach kritisiert). Ich habe mir deshalb angesehen, wie es um die Aufsteiger in Österreich im 21. Jahrhundert (also alle Teams, die vor der Saison 1999/2000 in die Bundesliga aufgestiegen sind, seither gibt es nur einen Absteiger) sportlich bestellt ist.

Das sind die Ergebnisse: [Klick]

Alles anders, wenig besser: Austria verliert bei Ogris-Debüt

Andreas Ogris als Bundesliga-Trainer: Nach der Trennung von Gerald Baumgartner war es nun soweit. Beim Spiel in Salzburg krempelte der einstige Klassestürmer so gut wie alles: Personal, System, Spielanlage. Was dabei herauskam: Eine Austria, die viel Willen zeigte, aber sonst recht vorsintflutlich agierte. Naiv gegen Pressing, primitiv im ersten Pass, chaotisch in der Abwehr. Am Ende stand eine klar verdiente 1:3-Niederlage.

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Mittelfeld aufgerissen, keine Gefahr erzeugt – 1:1 gegen Bosnien

Man wurde das Gefühl nicht so wirklich los, dass dieses Spiel für die Legionäre eher eine Fleißaufgabe von mäßiger Relevanz und geringer Konsequenz war. Andererseits konnten sich Spieler aus der österreichischen Liga, die beim 1:1 gegen Bosnien mehr als sonst zum Einsatz kamen, nicht nachhaltig beweisen. Mit dem Resultat gegen den WM-Teilnehmer kann man leben, aber mit dem Spiel nicht so ganz.

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Aggressiv bis zum Schluss: Österreich mit starkem 5:0-Sieg

Mit einem souveränen 5:0 erledigte der ÖFB-Team die Pflichtaufgabe Liechtenstein. Ein überzeugender Sieg, der vor allem auf drei Punkte zurückzuführen ist: Konsequentes hohes Pressing, Durchhalten der Spielidee ohne Nachlassen bis zum Schluss, und die Tatsache, dass man nach 16 Minuten schon 2:0 in Front lag.

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Steven Gerrard vs Wayne Rooney

Premier Leaks #14: Liverpool vs ManUnited: Um alles, was heilig ist

Scousers und Mancunians mögen einander nicht besonders. Sonntag geht es in Englands größter Fußballrivalität ums Prestige – aber nicht nur

„3:0“ stand es in großen Ziffern Mitte Dezember im Old Trafford auf der Anzeigetafel geschrieben nach dem letzten Treffen von Manchester United und dem FC Liverpool. Zehn Punkte lagen zwischen den Mannschaften. Die Red Devils waren in ihrer bis heute anhaltenden Selbstfindungsphase unter dem gewöhnungsbedürftigen Louis van Gaal Dritter, die Reds wenige Monate nach ihrem sensationellen Vizemeister-„Titel“ unter Brendan Rodgers nur Elfter und in einer Sinnkrise.

Der Fußball ist ein extrem schnelllebiges Geschäft. Rodgers (ein Van Gaal-Bewunderer) änderte praktisch sofort danach sein System. Seither wurde kein Ligaspiel mehr verloren, immer wieder auch mitreißender Fußball gezeigt. Hätte die Premier League am Tag nach der Enttäuschung gegen United begonnen, würde Liverpool sie heute anführen. Nur zwei Punkte fehlen nun auf den großen Erzrivalen ManUnited, bevor dieser (4.) am Sonntag (14:30, sky live) zur 192. Auflage des Duells gastiert.

Begeisternden Fußball zeigt man dort zwar auch heute noch nicht, aber just am Vorwochenende des nordwestenglischen „Derbys“ überzeugte man gegen Tottenham (3:0) endlich einmal so richtig. Van Gaal hat auf die offensichtlicheren Probleme der vergangenen Monate reagiert. Der formschwache Robin van Persie ist verletzt, Transfer-Flop Radamel Falcao spielt weniger.

Es steht viel auf dem Spiel

Der positive Trend beider Teams ist ein vielversprechendes Vorzeichen für ein Match, dessen Bedeutung im Weltfußball nur wenige Parallelen kennt. Es ist wie das „Clasico“ zwischen Real und Barcelona (das übrigens auch am Sonntag stattfindet) eines dieser Spiele, für die sich Freunde rund um den Globus zum Fernsehen treffen, sofern sie nicht viel Geld in Flüge und Tickets investieren, um wenigstens einmal im Leben vor Ort dabei zu sein.

Diese Bedeutung überträgt sich auch auf die Superstars am Feld. Nur im Merseyside-Derby wurden in der Premier League-Ära mehr Rote Karten ausgeteilt, als in den Duellen zwischen LFC und MUFC. Zwar kämpfen die Teams derzeit nicht wie in den vergangenen Jahrzehnten um den Meistertitel, aber der zweite Platz in der Tabelle wäre nicht mehr außer Reichweite. Angesichts der Schwierigkeiten beider Klubs in jüngeren Jahren würde dieser schon einen größeren Erfolg darstellen.

Was finanziell noch wichtiger wäre, ist Platz vier. Diesen wird der Sieger der Begegnung mindestens einnehmen. Wer gewinnt, hat damit vorerst einen Startplatz für die Champions League, der Verlierer nicht – dafür dann acht Runden vor Schluss langsam Grund zur Nervosität. Mit der CL-Qualifikation geht es auch um Geld und mit allem, was in diesem Duell sonst noch mitspielt, geht es auch ohne Trophäe um so ziemlich alles, was im Fußball heilig ist.

Wer ist größer?

Beide Klubs stellen den traditionell Anspruch, der größte Fisch im englischen – ach was – weltweiten Fußball-Teich zu sein. Jeder hat dafür auch seine Argumente: Liverpool hat ein paar internationale Titel mehr, ManUnited etwas mehr nationale.

Die vergangenen zwei Jahrzehnte sind für dieses Quasi-Patt natürlich entscheidend. 1994 begrüßte die Kop, Liverpools Tribüne für die Hardcore-Fans, den Gegner aus dem nahen Nordosten noch mit einem Transparent. Auf dem Stand: „Come back when you’ve won 18!“ Diese Anzahl von Titeln machte den LFC damals zum klaren Rekordmeister, Manchester United hatte nur acht am Konto. Alex Ferguson hat sich das zu Herzen genommen und trat 19 Jahre später mit 20 Ligatiteln ab. Die Reds waren ein paar mal knapp dran, aber haben seit 1990 keinen dazugewonnen.

Dass die Klubs internationale Schwergewichte sind, zeigt sich natürlich auch an ihren Wirtschaftsdaten. Obwohl 2013/14 beide keine großen Erfolge und internationalen Preisgelder einheimsen konnten, gehören sie zu den zehn finanzkräftigen Klubs in Europa (aktuell ManUnited: 2., Liverpool: 9.). Ihre Stadien sind immer voll und Kultstätten. Anfield ist mittlerweile zu klein geraten und steht in den kommenden Jahren vor einer lange hinausgezögerten Vergrößerung, während Old Trafford ohnehin bereits riesig ist.

Beide Teams gehören mittlerweile amerikanischen Investoren. In Liverpool genießen die Hausherren aber ein wesentlich besseres Ansehen. Sie haben den Klub aus den ökonomischen Schwierigkeiten ihrer Vorgänger geführt. In Manchester macht man die Chefs für die eigenen Probleme verantwortlich.

Ernsthafte Abneigung

Wem eine sportliche Rivalität nicht genügt, um emotional etwas in die Begegnung zu investieren, der kann sich immer noch auf eine historische zwischen den Städten berufen. Liverpool und Manchester kämpfen schon lange um die ökonomische Vormachtstellung in der Region und des Einen Aufstieg war dabei gelegentlich des Anderen Schaden. Ausgerechnet das im United-Logo verewigte Schiff ist ein Symbol dafür. Der Ende des 19. Jahrhunderts nach Manchester gebaute Kanal hat in der vom Handelshafen gespeisten Stadt Liverpool so manchen Arbeitsplatz gekostet.

Diese Gedanken waren in den verblassenden Industriezeiten natürlich vordergründiger als in der heutigen, globalisierten Dienstleistungsgesellschaft, aber so schnell bekommt man so etwas doch nicht aus den Köpfen. Manchester United-Fans verunglimpfen die Rivalen-Vereinshymne immer noch mit dem alternativ getexteten „You’ll Never Get a Job“.

Scousers und Mancunians mögen einander einfach nicht besonders. Das zeigt sich auch daran, dass von beiden mit praktisch jedem anderen Klub reger Handel von Spielermaterial betrieben wird, aber seit über 50 Jahren kein Spieler mehr direkt zwischen LFC und MUFC wechselte. Gabriel Heinze wollte 2007 zu den interessierten Reds. United verbot es, die Fans verübelten es ihm, der Argentinier ging dann eben zu Real. Ex-LFC-Koryphäe Michael Owen hat (mit Zwischenstopps) im Endstadium seiner Karriere auch noch für die Red Devils gespielt. Das bekommt er noch heute in Form von rustikaler Rhetorik zu hören.

Steven Gerrard vs Wayne Rooney

Steven Gerrard führte einmal ein TV-Team durch seinen Trophäenraum und wies extra darauf hin, dass nie ein mit Spielern getauschtes Trikot von Manchester United dort hängen würde. Wayne Rooney „hasst“ Liverpool bekennenderweise als bei Everton aufgewachsener Langzeit-Mancunian.

Beiden Teams ist gemein, dass sie noch eine Spur „englischer“ als die sonstige Spitzen-Konkurrenz der Premier League sind. Vielleicht wird der Spirit der Rivalität auch deshalb besser konserviert. Mit Jordan Henderson, Raheem Sterling, Daniel Sturridge, Steven Gerrard, Glenn Johnson, Jordon Ibe, Jon Flanagan, Ricky Lambert und Adam Lallana hat die allgemein sehr junge Truppe von Liverpool neun Engländer unter sich.

Auch bei United (8) muss man die eben nicht mit der Lupe suchen. Superstar Rooney ist natürlich das Aushängeschild. Michael Carrick, Phil Jones, Chris Smalling, Ashley Young und Tyler Blackett spielen unter Van Gaal auch eine größere Rolle. Talente wie James Wilson und Nick Powell sollen den Sprung dorthin schaffen.

ManCity-Coach Manuel Pellegrini hat das jüngst als Grund ausgemacht, warum den schließlich erfolglosen Reds im Meisterschaftsfinale des Vorjahres die Herzen eher zuflogen als seinem Team. Den dritten Keeper mitgezählt hat er derzeit nur vier Engländer im Kader, Chelsea hat fünf, Arsenal sechs, Tottenham sieben.

Fast alle Spieler mit von der Partie

Am Sonntag werden beide Teams ziemlich alle derzeitigen Kräfte aufzubieten haben. Liverpool freut sich über die Rückkehr von verletzten Spielern. Lucas Leiva dürfte zwar noch geschont werden, kann nach langer Pause aber endlich wieder mittrainieren. Gerrard dominierte hingegen nach seiner Comeback-Einwechslung in Swansea (1:0) das Spiel. Er dürfte noch ein letztes Mal gegen das geringgeschätzte Manchester United spielen.

Bei Manchester United lasten die Hoffnungen auf Rooneys Liverpool-verachtenden Schultern, der mittlerweile in 250 Ligatore für den Klub involviert war – darunter ist allerdings erst ein Tor an der Anfield Road vor mittlerweile zehn Jahren (seither hat er dort nur zwei Mal auf ein Tor geschossen). Van Persie ist der einzige namhafte Eintrag der Verletztenliste. Regisseur Carrick ist hingegen wieder dabei, mit ihm macht man im Schnitt 0,6 Punkte mehr als ohne ihn.

Das restliche PL-Wochenende verblasst im Angesicht des großen Duells. Manchester City empfängt West Brom, Arsenal gastiert bei Newcastle, Stoke (Arnautovic) spielt gegen Crystal Palace und Aston Villa (Weimann) gegen Swansea (alles Samstag). Chelsea am Sonntag hat bei Hull eine Pflichtaufgabe vor sich.

Ursprünglich bei derStandard.at erschienen.

Österreich beim Istrien-Cup: Irland körperlich eingeschüchtert

Gegner in die eigene Hälfte locken, um sie erst dort anzupressen und gerade jene Gegner, die auf robustes Spiel und hohe Intensität setzen, rechts zu überholen – das ist, was die ÖFB-Frauen beim Istrien-Cup erprobt haben. Österreich trat eher als Bully auf, anstatt sich selbst einschüchtern zu lassen. Womit durchaus Wirkungstreffer erzielt wurden.

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3:0 über den LASK: So kann Mattersburg wieder aufsteigen

12 Siege und 5 Remis in den 17 Spielen gegen die Teams außerhalb der Top-3: Mattersburg lässt in der Ersten Liga gegen die „Kleinen“ kaum etwas liegen und steht damit auf Platz 1 – obwohl alle vier Spiele gegen den LASK und Liefering verloren wurden. Bis zum diesem mehr als überzeugenden und auch in der Höhe vollauf verdienten 3:0 gegen die Linzer. In dem Mattersburg zeigte, dass man einen (wenn auch simplen) Plan hat, der funktioniert.

Mattersburg - LASK 3:0 (2:0)
Mattersburg – LASK 3:0 (2:0)

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Nur 0:0 gegen Admira, aber Wr. Neustadt ist auf gutem Weg

Vorletzter gegen Letzter: Natürlich war das NÖ-Duell kein fußballerischer Leckerbissen. Einige grundsätzliche Erkenntnisse über die beiden Abstiegskandidaten gab das 0:0 aber durchaus. So machen die Neustädter unter Helgi Kolvidsson weiterhin einen recht stabilen Eindruck und hat sehr gute Karten im Abstiegskampf. Bei der Admira hingegen dürfte es richtig eng werden.

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