Im Sprint oder mit Nachsitzen: Start zur Frauen-EM-Quali

103 Tage, 6 Spiele, 1 angestrebtes EM-Ticket: In Rekordtempo wird ab Freitag die Hauptphase der EM-Qualifikation für die ÖFB-Frauen durchgepeitscht. Mit dem ersten Heimspiel gegen Deutschland in Linz beginnt sie mit einem öffentlichkeitswirksamen Kracher, wichtiger sind aber wohl die Partien gegen Polen und Island. Die Rechnung ist klar: Der Gruppensieger und der Zweite fahren direkt zur EM in die Schweiz 2025, die anderen beiden müssen in zwei Playoff-Runden im Herbst.

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Weltrekord und Kantersieg – wo steht das ÖFB-Team drei Monate vor der EM?

Baumgartners Weltrekord-Treffer nach sechs Sekunden in Bratislava setzte den Ton. Mit zwei Siegen gegen EM-Teilnehmer startete das ÖFB-Team erfolgreich in das EM-Jahr, einem 2:0 in der Slowakei folgte das erstaunliche 6:1 in Wien gegen die Türkei. Die Resultate sehen gut aus, aber was genau sagen die Leistungen über den Stand der Dinge ohne David Alaba aus – und das Spiel gegen den Ball? Schließlich wird dies bei der EM ein großer Faktor sein, wenn es darum geht, die Vorrunde zu überstehen.

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Ein 2:7 und was es für die Frauen-EM-Quali bedeutet

Deutschland, Island und Polen – so lauten die Gegner der ÖFB-Frauen in der EM-Qualifikation. Während sich Deutschland mit Mühe das Olympia-Ticket sicherte und Island mit Mühe die Relegation gegen Serbien gewann, testete Österreich zweimal gegen starke Teams. Das Ausmaß des 2:7-Debakels gegen England erwischte das Team am falschen Fuß, man ließ ein glückliches 1:1 gegen Dänemark in Gini Kirchbergers 100. Länderspiel folgen.

Es gab mehr Erkenntnisse als Erfolgserlebnisse, soviel ist sicher.

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Was macht ein gutes Turnier aus?

Viele Überraschungen, Wendungen noch und nöcher, und erstmals ein großer Turniersieger, der im Turnierverlauf gleich zwei Spiele verloren hat: Der jüngst beendete Afrikacup hat eine denkwürdige Veranstaltung hinter sich. Fußballerisch und was die spielerische Qualität angeht, war aber nicht viel los – was den teils überschwänglichen Kritiken keinen Abbruch tat.

Was nach diesem Turnier und dem zeitgleich im Schatten davon abgehaltenen Asiencup die Frage aufwirft: Was macht ein gutes Turnier eigentlich aus?

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„Mia san verdammte Scheiße zweiter Platz!“

Manuela Zinsberger saß auf der Materialkiste in der Mixed Zone, das Match wetterleuchtete noch in ihren Augen. Der versammelte Kreis an Journalisten bekam die volle Zinsi-Show geboten. „Mia woa’n stäker“, grinste sie nach dem Sieg gegen Norwegen, der Platz zwei in der Nations-League-Gruppe fixierte, womit man sich sogar das Abstiegs-Playoff erspart. „Mia san verdammte Scheiße zweiter Platz, lasst’s eich des auf der Zunge zergehen“, forderte die Torhüterin, „auf eicha Schlogzeile g’frei i mi, lasst’s eich was Guats einfallen, goi, Leute?“

Der Sieg über Norwegen, auch wenn er – nicht nur wegen der Minustemperaturen in St. Pölten – mit Zittern verbunden war, stellt den krönenden Schlusspunkt unter ein grandioses Jahr für den heimischen Frauenfußball dar. Denn neben dem Prestige-Erfolg in der Nations League gibt es auch das WM-Ticket für die U-20, souveräne Quali-Vorrunden der U-19 und der U-17 sowie die erneute Teilnahme von Meister SKN St. Pölten an der Champions League zu registrieren.

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Die Ligen: Starke Basis für das Team oder U-20-Spielplatz?

Bei Frankreich ist die Lage klar: Eine der stärksten Ligen Europas, drei Vertreter in der Europacup-Gruppenphase – für die besten Französinnen besteht kaum ein Grund, die Liga zu verlassen. Wahrscheinlich spielt die komplette Startformation am 1. Dezember im Nations-League-Spiel gegen die ÖFB-Frauen in der „D1 Arkema“.

In Österreich ist die Lage auch klar: Es ist eine fast reine Ausbildungsliga. Jede, die halbwegs das Zeug dazu hat und es sich zutraut, flüchtet, so wie nun auch Eileen Campbell, die im Winter vom heimischen Tabellenzweiten Altach zum SC Freiburg wechselt. Wahrscheinlich wird keine der zehn Spielerinnen, die mit Campbell in Rennes einlaufen, in der „Admiral Frauen-Bundesliga“ spielen.

Und Norwegen, Österreichs Gegner am 5. Dezember in St. Pölten, wenn es womöglich noch um Platz 2 und den direkten Klassenerhalt geht? Nun, die Liga ist ein einer Zwischenstufe gefangen, die weder der „Toppserien“ noch dem Nationalteam zu helfen scheint.

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So spielte Europa, Teil 3: Die Top-16 des Kontinents

Die Creme de la Creme, ein halbes Jahr vor der EM: Im dritten Teil unserer Rückschau auf die Nationalteams Europas am Ende der Qualifikation sind die besten 16 Mannschaften an der Reihe. Vom wohl doch recht überschaubaren Kreis an wirklich seriösen Titelkandidaten über den komplett verunsicherten Gastgeber bis hin zur gehobenen Mittelklasse, zu der auch Österreich gehört, spannt sich der Bogen.

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So spielte Europa, Teil 1: Plätze 55 bis 33

Die EM-Qualifikation ist beendet, 21 der 24 Teilnehmer stehen fest. Zeit, Bilanz zu ziehen – und wir tun das, indem wir allen europäischen Teams ein wenig Raum geben. Wie haben die Nationalteams 2023 gespielt, mit welchen Spielern von welchen Klubs, in welcher Grundformation – und was lässt sich zu ihnen sagen?

Wir haben uns am Elo-Rating orientiert, um die Mannschaften nach ihren tatsächlichen Resultaten unter Berücksichtigung der Stärke der Gegner in den letzten Jahren zu sortieren. Hier der ersten von drei Teilen unserer Bilanz, die Plätze 55 bis 33.

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Österreich führt Deutschland vor: Wie kam es und was heißt das?

Eine Mannschaft hat an diesem Abend in Wien exakt gewusst, was zu tun ist. Wer wann wie welchen Laufweg einzuschlagen, welchen Pass zu spielen, welche Idee zu befolgen hat. Die andere Mannschaft war Deutschland.

Der österreichische 2:0-Sieg war kein vom Spielverlauf begünstigtes Resultat, bei dem Österreich den Gegner mit einer offensiven Herangehensweise überraschte, wie Córdoba 1978. Kein Freak Result eines sportlich eines sportlich sonst eher bedeutungslosen Teams wie Wien 1986. Kein Anzeichen für eine etwas überhebliche Denke bei Deutschland, die ein paar Wochen später bei der WM offen zu Tage treten sollte, wie Klagenfurt 2018.

Das war eine sportliche, läuferisch, taktische und inhaltliche Vernichtung – nach einem Jahr, in dem Österreich ordentlich an Selbstvertrauen gewonnen hat und Deutschland vor der Heim-EM ein zielloser, von taktischen Experimenten verunsicherter Haufen ist.

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