2017 hat im österreichischen Frauenfußball viel Staub aufgewirbelt. Das Nischenprogramm ist in den Mainstream eingetreten. Aber 2017 ist vorbei. Das neue Länderspieljahr beginnt für die ÖFB-Frauen mit dem Cyprus Cup, live übertragen von ORF Sport plus, mit Spielen gegen alte Bekannte – und mit einer Suche. Einer Suche nach einem erneuerten Selbst.
Alle Beiträge von Philipp Eitzinger
Alle 27 Teamchef-Bestellungen des ÖFB
Seit der Neugründung des ÖFB im Jahr 1945 ist Franco Foda der 27. Teamchef – und wie schon so oft vorher war der Weg zu seiner Verpflichtung eine regelrechte Posse. Nichts legt die wahre Verfassung des Verbandes besser und klarer offen als die Suche nach einem neuen Nationaltrainer. Darum bieten wir eine ausführliche Übersicht: So liefen die Teamchef-Bestellungen.
Viel Spaß.
Nach Sieg über Israel: 0:4-Debakel in Spanien kostet ÖFB-Frauen wohl Gruppensieg
Gegen Israel wurde die Pflicht in Form eines 2:0-Arbeitssieges erfüllt, an dem nur die eigenwillige 3-2-1-4-Formation Österreichs bemerkenswert war. Aber die 0:4-Ohrfeige in Mallorca wurde zu einer Lehrstunde für die ÖFB-Frauen. Allerdings eine, die man sich selbst erteilt hat – und nicht der (zugegeben gut spielende) Gruppenkopf Spanien.
Es war der frustrierende Schlusspunkt eines tollen Jahres – natürlich mit dem EM-Halbfinale als Höhepunkt. Die direkte Qualifikation für die WM 2019 in Frankreich ist nach der Packung von Palma aber fast schon auszuschließen.

Vor WM-Quali-Doppel: Der große Legionärinnen-Check
Daheim gegen Israel, auswärts gegen Spanien – auf die ÖFB-Frauen wartet in den nächsten Tagen ein Pflichtsieg und eine Schnittpartie im Kampf um das WM-Ticket. Dabei wird wie immer vornehmlich auf die Deutschland-Legionäre vertraut – kein Wunder, schließlich stellt Österreich das weitaus größte Kontingent aller Fremdarbeiter in der Bundesliga. Wir machen einen Rundblick, wie es den 15 in der AFBL engagierten Teamspielerinnen in dieser Saison geht.

Russland 2018: Das war die WM-Quali
210 Nationalteams haben sich um einen der 31 freien Plätze bei der WM in Russland beworben. Es hat zweeinhalb Jahre gedauert, aber stehen die Länder fest, die es geschafft haben. Zwei sind zum ersten Mal dabei, einige große oder zumindest gewohnte Namen fehlen (Italien, Holland, USA, Chile, Elfenbeinküste, Kamerun, Ghana).
Hier die Übersicht: So lief die Qualifikation für die WM-Endrunde in Russland 2018.
Neue Topf-Einteilung bei WM-Auslosung verhindert „Todesgruppen“
Mit dem 2:0-Heimsieg von Peru im Playoff gegen Neuseeland ist nun auch das letzte der 872 Spiele in der WM-Qualifikation absolviert. 31 Teams sind übrig geblieben, die im kommenden Sommer gemeinsam mit Gastgeber Russland den 21. Fußball-Weltmeister ausspielen werden. Am 1. Dezember werden im Kreml die acht Gruppen ausgelost.

Erstes Abtasten von Team und Foda – 2:1 über Uruguay
Dieses erste Spiel unter dem neuen Teamchef Franco Foda lässt einen irgendwie mit ein paar Fragezeichen zurück. Gute Unterhaltung war der etwas glückliche 2:1-Sieg gegen Uruguay nicht, die erste Hälfte war furchtbar, die zweite überwiegend ganz gut. Aber mehr als ein gegenseitiges Abtasten und Kennenlernen von Team und Trainer war dieser erste Lehrgang und auch das erste Match unter Foda natürlich nicht – und viele Fragen bleiben logischerweise vorerst auch noch unbeantwortet.

Eine WM ohne Italien! Aber warum?
„Das ist die Apokalypse“, titelte die Gazzetta dello Sport. „Eine historische Blamage“, konstatierte der Corriere della Sera. „Alle raus! Jetzt braucht es eine Revolution“, forderte Alessandro Vocalelli, Chefredakteur des Corriere dello Sport, „Das ist eine noch nie dagewesene Schande!“
Erstmals seit 60 Jahren wird eine WM-Endrunde ohne Italien stattfinden. Der viermalige Weltmeister (1934, 1938, 1982, 2006) hat im Playoff gegen Schweden 0:1 und 0:0 gespielt. Aber wie konnte es so weit kommen?

Treten Spieler heute früher aus dem Nationalteam zurück?
Christian Fuchs hat’s schon vor einem Jahr getan. Nun haben auch Zlatko Junuzovic und Martin Harnik ihre Karrieren im Nationalteam beendet; Marc Janko wird unter Franco Foda vermutlich keine Rolle mehr spielen, der seit einem Jahr verletzte Robert Almer vermutlich auch nicht.
Was die Frage aufwirft: Treten die Spieler heutzutage jünger bzw. früher aus dem Nationalteam zurück als in den vergangenen Jahrzehnten? Wir haben uns die letzten drei großen ÖFB-Teams (die 78er, die 98er und eben die 2016er) angesehen und verglichen.
Franco Foda ist ÖFB-Teamchef: Der kleinste gemeinsame Nenner
Der 27. Nachkriegs-Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft heißt also Franco Foda. Der 51-Jährige Rekord-Trainer von Sturm Graz beerbt Marcel Koller. Ist das nun gut oder nicht? Zumindest lässt sich sagen: Der Foda von 2017 ist wohl deutlich geeigneter als der Foda von 2015. Und: Eine Katastrophe mit Anlauf ist er sicher nicht.
Nach dem unwürdigen Absägen von Sportdirektor Willi Ruttensteiner durfte man Schlimmstes befürchten. Die quer durch alle Medien und Social-Media-Plattformen brausende Welle der Empörung über die ewiggestrigen Ansichten diverser Präsidiums-Mitglieder dürfte aber zumindest ein Durchwinken von Andreas Herzog verhindert haben.