Austria Wien – Sturm Graz oder „Warum man nicht in Österreichs Stadien gehen sollte“

Weil mein Vater mir seit Monaten vorschwärmt, welch gute Stimmung jetzt immer bei Sturm-Spielen herrscht, habe ich mir gestern Austria gegen Sturm im Grazer Sektor des Horr-Stadions angesehen. Es ist nicht schwer Gründe zu finden, das so schnell nicht wieder zu tun.

„Oaschwoame Grazer“…
Ich war eine halbe Stunde früher beim Stadion um Karten für ein paar Leute zu kaufen, die mit dem Sonderzug aus Graz kamen. Das sollten gestern laut Medienberichten über 2.500 werden, am Ende warens dann auch wirklich zwischen 1.000 und 2.000. Ich stand also beim Eingang zur Ost-Tribüne, nachdem ich in der U-Bahn einen West-Tribüne-Austrianer getroffen hatte (der mir sagte, mit Sturm-Accesoires würde er besser einen Umweg um den West-Zugang machen), der mich zum Stadion geführt hat. Es waren zu diesem Zeitpunkt schon etwa 100 Leute an diesem Zugang, die Stimmung war angenehm. Bis die ersten Busse kamen. Da waren dann nämlich die ersten zweifelhaften Fangruppen dabei, die schon mit 1-2 Promille aus ihren Gefährten hampelten.

Dann kam, man sah es schon aus weiter Ferne, zu Fuß der Fanzug aus Graz angetrabt. Die Polizei scheinte ihn weiträumig umgeleitet zu haben, nachdem es, ich habe es von einem anderen Wartenden gehört, der per Handy in Verbindung mit einem Freund stand, am Reumannplatz schon zu ersten mir bekannten Zusammenstößen mit gewaltbereiten Violetten gekommen war. Die Infrastruktur des Horr-Stadions ist nämlich eine Katastrophe. Bei der Abreise müssen immer alle Fangruppen über den Verteilerkreis und mit denselben öffentlichen Verkehrsmitteln abziehen – dort kleschts dann auch regelmäßig, vor allem beim Derby. Gestern wurde das gut gelöst, indem die Sturm-Fans mit Sonderbussen abtransportiert wurden.

Auf jeden Fall kam halt eine halbe Stunde vor Spielbeginn der Zug anmarschiert. Erste Botschaft: Die ca. 500-1.000 Leute skandierten einen allseits beliebten Stadiongesang: „Wiener Schweine!“. Das ist nicht nett, genausowenig wie das was dann folgte. Asoziale Rücksichtslosigkeit nämlich, die schon richtig gefährlich war. Beim Zugang zum Stadion begann ein Run auf die drei geöffneten Kassen. Ich, der vor dem Zug stand, fand das gar nicht so prickelnd, dass da plötzlich hunderte Menschen auf mich zustürmten. Nicht auszudenken wie schwächere Menschen (Frauen und Kinder zum Beispiel) sich bei sowas erst fühlen müssen. Oder bei dem, was dann vor sich ging. Beim Anstellen waren nämlich ein paar der Kollektivsäufer so clever, den Eingang zu stürmen. Ich, mit meinen Oberschenkeln drei Zentimeter vor einem metallenen Drehkreuz fand das drohende Gedräge einer besoffenen Herde nicht so lustig.

Ich fühle mich aber wenigstens kräftig genug, um im Zweifelfall dem Idioten hinter mir eines aufs Maul zu hauen, wenn er sein Vorhaben in die Tat umsetzen möchte. Aber mit einem Kind würde ich mich das nicht trauen. Auch so kann man sich neuen Zuschauern also erfolgreich verschließen. Wie fatal solche Idiotie etwas enden kann, muss man nicht weiter ausführen. Es ist bei sowas bereits genug passiert.

… und „Wiener Schweine“
Zum skandierten Anti-Wiener Spruch. Das hat schon eine gewisse Berechtigung gehabt (natürlich nicht in dieser Verallgemeinerung). Der Fan-Zug wurde nämlich in Meidling von Pflastersteine-werfenden Austria-„Fan“gruppen empfangen (und am Abend unter den untätigen Augen der Polizei auch wieder verabschiedet). Das scheint aber normal zu sein, denn in den Medien hörte man von all den gewalttätigen Ausschreitungen kein Wort. Die Austrianer waren natürlich um ähnliche Sprüche nicht verlegen („Oaschwoame Grazer“) – nicht dass man meinen könnte, die Sturm-Fans wären eine negative Ausnahmeerscheinung. Sie sind eine negative Regelerscheinung.

Und was aus den Taten dieser Volltrotteln folgen muss
Was mich gestern noch überrascht hat war, wie wenig Kontrolle die Fanklub-Anführer über die Mitglieder haben (was angesichts des Alkoholkonsums aber eh keine Überraschung ist). Beim Anschlusstreffer Sturms war das Spiel ja wegen des Rauchs der bengalischen Feuer zwei Minuten unterbrochen. Das wäre noch keine Tragödie, auch wenn ichs für die Stimmung nicht wirklich als notwendig empfinde.

Was allerdings inakzeptabel ist, sind die ewigen Böller-Kracher, die über die Absperrung Richtung gegnerischen Tormann geworfen werden. Fornezzi ging zwar eh cool damit um, solchen unnötigen Gefahren sollte man sich als Sportler dennoch nicht aussetzen lassen müssen. Es braucht nur (mal wieder) so ein Ding an der falschen Stelle landen (oder an der Richtigen, je nachdem ob man die Perspektive des Werfers oder eines normalen Menschens einnimmt), und die Katastrophe ist perfekt. Nur nebenbei zu erwähnen ist, dass zwischen Fornezzi und den entsprechenden „Fans“ natürlich auch noch Journalisten, Ordner und Balljungen platziert sind.

Wegen all dieser Vorfälle muss man Konsequenzen fordern.

  • Es sollte allen Fangruppen ein Anliegen sein, dass in Bussen und Zügen zur Anreise nicht großartig gesoffen wird.
  • Und alle Veranstalter sollten Alkohol auch aus den Stadien verbannen. Ich trink zwar selber gern ein Bier oder einen Rumtee beim Match, das ist es aber nicht wert.
  • Über die praktische Umsetzung dieser Verbote sollen sich andere Gedanken machen.

    Außerdem sollte man in den Stadien auch moderne Vorrichtungen erwarten können, die eine brenzlige Situation mit längeren Wartezeiten gar nicht erst aufkommen lassen.

  • Fans sollten Karten zu Auswärtsspielen bereits daheim kaufen können (war gestern nicht der Fall)
  • Einem Ansturm von 2.500 erwarteten Fans darf man nicht mit nur drei geöffneten Kassen entgegnen (und davon nur eine in unmittelbarer Eingangsnähe, was gestern der Fall war)
  • Auswärtige Fangruppen sollten von den Zügen auch zum Stadion gebracht werden, nicht nur zurück.
  • Bundesligaklubs sollten zu mehr als nur provisorische Tribünen und Infrastruktur in ihren Stadien verpflichtet sein. Der Ost-Sektor des Horr Stadiums ist nämlich nicht mehr als das – eigentlich peinlich für einen Traditionsverein.
  • Über die praktische Umsetzung dieser Gebote sollen sich andere Gedanken machen. (tsc)

    PS: Das Spiel gestern kann man angesichts dieser Vorfälle nur als Nebensache bezeichnen. Ich bin aber froh darüber, dass Sturm die Tabelle anführt. Kein anderer Klub in Österreich ist auch nur ansatzweise so zukunftsträchtig und gut für den heimischen Sport. Mit der Jugend kommt nämlich nicht nur der Spielwitz, nicht nur eine potentielle Einnahmequelle und nicht nur das Potential zum Meistertitel – mit der Jugend kommen auch die Fans.

    PPS: Ja, die Stimmung im Sturm-Sektor ist ansonsten wirklich recht gut. Dass in Österreich aber die Gegner fast im gleichen Ausmaß beschimpft werden, wie die eigene Mannschaft angefeuert, ist ein trauriges Merkmal der Fankultur.

    PPPS: Ich, sechste Reihe von oben, zweiter von links, hinter dem Typen mit schwarz-weissen Streifendress.

    Austria gegen Sturm

  • Über Tom Schaffer

    Journalist und als langjähriger Mittelfeldmotor stolzer zweifacher steirischer Jugendvizemeister. Fan des Offensivkicks und des englischen Fußballs.

    27 Gedanken zu „Austria Wien – Sturm Graz oder „Warum man nicht in Österreichs Stadien gehen sollte“

    1. ich greif die krone mit der kneifzange nicht an.

      und nur weil du unterirdisch tief-homophobes einerseits, teilweise gemeingefährliches proletentum andererseits und suff-blödheit als „stimmung in die stadion bringen“ verstehst, muss das noch lange nicht jeder so sehen.

      nix gegen fanklubs, nichts gegen stimmung, nichts gegen emotionale schimpfausbrüche. aber die oben beschriebenen dummheiten braucht kein mensch. und wers braucht tut der menschheit einen gefallen, wenn er sich selbst daheim vorm fernseher auf ein sitzpolsterl platzt. vielleicht kommen dann ja a paar mehr leut in die stadien, die sich von derartigen vorfällen abgestoßen fühlen.

    2. Aja übrigens, betreffend deinen Kommentar an zweiter Stelle: Es ei dir nur gesagt, dass es einen Unterschied zwischen Hooligans und Ultras gibt – aber da du ja wahrscheinlich nur die Krone liest, sei dir dein Unwissen verziehen…

    3. Mein Gott, tut mir leid, aber wennst ein bisschen Action net vertragst, hast halt am Fußballplatz nix verloren, sondern musst neben Alfons Haider im ORF-Ballroom Platz nehmen.

      Ein paar Koffer wirds immer geben, die ewige Knallerei goutiere ich ja auch net. Aber immerhin sind es genau jene Leute, die Schwung und Atmospäre in die Stadien bringen. Mit der Kommerzialisierung hast sowieso immer mehr VIP- und Edelfans, die im Winter lieber Tee in der Lounge trinken, als draußen das Team anzufeuern. Und durch Typen wie dich werden die die richtigen Fans irgendwann aus den Stadien vertreiben…und dann kannst endlich auf deinem Sitzpolsterl sitzen das dir die Mama gestrickt hat, alkoholfreies Bier nuckeln und laut „Gottseibeiuns“ rufen, wenn neben dir einer trotz Rauchverbots eine Zigarette anzündet.

    4. Ich hab nicht die Muse mir alles durchzulesen, deshalb bin ich bei

      >Na ja, das nächst mal weißt du, dass in die
      >Fansektoren nur die Hardcorefans gehen.
      >Ist leider so.

      stehengeblieben bin. Wenn „Hardcorefans“ heisst, dass man sich auch Spiele anschaut wo von vornherein klar ist dass man eigentlich sicher verlieren wird, dann Ja. Wenn Hardcorefans in Richtung Randale oder ähnliches geht, dann hab ich selten einen größeren Blödsinn gelesen. Ich hab in den letzten ~18 Jahren sicher an die 150-200 Spiele im Horrstadion gesehn, davon sicher 3/4 im Fansektor. Ich würd mich nicht wirklich als Randalierer, Rudeltier, oder ähnliches sehn.

      Im übrigen: Könnten bitte diese Frühpubertären Schimpfkanonaden egal von welcher Seite aufhören?

    5. Na, violetter Gott, hamma scheinbar schon einmal selbst ein paar Pflastersteine am SBHF aufs Kopferl bekommen. Na, des wird schon!!
      Hier regiert, der SK Sturm!!!!!!!

    6. @Georg: Der wär mir sogar als Haustier zu blöd. Und außerdem ist er bestimmt nocht nicht stubenrein.

    7. Schau dich an schwuchtel mit haube..
      Steck dir den finger in oasch….
      Versteck dich lieber zu Hause und schau dir ein match im TV an…….
      Muttersöhnchen

    8. ad ad 8.) den sportklub kannst meiner meinung nach mit keiner anderen fankurve österreichs vergleichen. das ist kein ultra-stlye, was in bezug auf das niveau wahrscheinlich positiv ist, was aber in bezug auf die atmosphäre nicht jedermanns sache ist. wie das ganze in der bundesliga ablaufen würde, wage ich nicht zu behaupten, weil diese vereine in der bundesliga sicherlich auch plötzlich mehr anhänger hätten, die nicht alle kontrolliert werden können. wahrscheinlich liegt es eh an der bundesliga an sich, dass sich die angesprochenen störenfriede nicht zufällig die höchste liga als bühne suchen. die bekannten unterhausvereine (vienna, sportklub, austria sbg, vorwärts steyr, bw linz, gak, etc.) zeigen ja regelmäßig dass sie das problem im griff haben, die bundesligavereine hingegen haben immer wieder störenfriede in ihren reihen.

      ad ad koes: tom, wennst dich in der fankurve mehr als 100% dem gesang, klatschen etc. hingibst, bekommst sicher nicht alles vom spiel mit.

    9. :P Das Tor von der Austria hab ich gar nicht gsehn und das letze von Sturm nicht ganz ;)
      mitbekommen hab ichs schon. Aber erklären konnt ich mir nicht alles. Und nebenbei hatte ich noch mit der rutschigen Bank, dem Springen und dem Samstagabend zu kämpfen….

    10. ad 6. austria salzburg ist ein 1.klasse klub. es gibt in österreich natürlich theoretisch dasselbe potential für rivalität. faktisch haben wir aktuell 2 wiener, keinen niederösterreichischen, einen steirischen, einen kärntner, einen salzburger, zwei oberösterreichische und je einen tiroler und vorarlberger klub. da sucht sich natürlich jeder seine feine, hat aber fast „natürlichen“ ;)

      8. es muss niemand den österreicher ändern, es genügt die fanarbeit zu ändern. wenn das problem aus der kurve kommt, dann geh ich nicht zur krone sondern in die kurve. du warst selbst mit mir beim vienna-sportclub-spiel – wenn in der regionalliga zwei uralte-rivalen zusammen gegen rassismus, homophobie, frauenfeindlichkeit und für fair play auftreten können, dann muss das auch anderswo möglich sein.

      10. es geht ja wie gesagt bei den ganz schwerwiegenden problemen auch um minderheiten die man mit dem nötigen willen sehr schnell aus den stadien und fern vom sport halten könnte. quantitativ ist england/polen/deutschland selbstverständlich eine andere größenordnung – so wie das gesamte aufkommen an interesse zum fußball. nur: in england gibts in den profiligen keine vorfälle mehr.

      ich war vor 3 jahren in einem der ärmsten stadtteile londons bei einem match vor fast 40.000 zuschauern – es gab nichtmal ein einziges handgemenge. keine einzige brenzlige situation. die auswärtsfans spazierten dort ganz normal aus den stadien, sie mussten nicht baulich von den gastgebern getrennt im stadion untergebracht werden und auch nicht eine stunde länger im sektor eingesperrt werden. es sind mir auch keine vollbesoffenen aufgefallen, die mit blödheiten die anderen leute gefährdet hätten. geschimpft wurde natürlich auch, allerdings mehr einzeln und nicht in kollektiven sprechchören. das alles hat man in england mit einem ausgewogenen vorgehen aus harten maßnahmen und enger zuammenarbeit mit den fanklubs in den griff bekommen. die rabiaten kommen nicht mehr in die stadien (dort wo man sie gewähren lässt, bei nationalteam-auswärtsmatches, treten sie leider immer noch ans tageslicht).

      das wird bis morgen nicht machbar sein in österreich. allerdings sollte das doch wohl bitte das vorbild sein. mit „so sind halt die österreicher“ und „das is nur eine minderheit, schau ma halt weg“, kommt man nicht weiter…

      wie du selbst sagst: bei austria salzburg scheints ja auch zu funktionieren. dann muss es für bundesligaklubs doch ein leichtes sein…

    11. Ich fand das diesmal mit dem Verlassen vom Stadion gar nicht so schlimm. Das Warten hat sich ausgezahlt, ich bin keinem Austrianer mehr begegnet, bin jedoch auch nicht zum Südbahnhof gefahren. Dort sollen ja einige „Fans“ den Zug mit Steinen beworfen und die Fenster und Türen zerstört haben.
      Anders jedoch war es bei der Anreise zum Stadion. Da ich nicht in Graz wohne und meine Weg mit den Austrianern bestreiten musste, war sie etwas hektisch. Die ersten richtigen Probleme gabs dann bei der Tankstelle, als einige violette Fans dort gewartet haben und unser vorüberziehen mit „Ja, da kommens schon die Scheiß-Grazer“ kommentiert haben und all die Sturmfans vertrieben haben. Dann war die Straße gut 10 Minuten gesperrt, weil die letzen Fans aus Graz zum Stadion kamen, also war schon dementsprechende Stimmung.
      Jedoch haben mich manche Szenen mehr an einen Krieg erinnert (owohl ich noch nie einen erlebt hab).
      Karten hatten wir zum Glück schon. Ich muss sagen, ich bin 16 und weiblich, also einer der schwächeren Fans?!?! Doch von den Sturmfans war für mich nie auch nur ein Einziger unerwünscht oder unangenehm.
      Bauchschmerzen machten mir nur die Heimfahrt (obwohl sie mehr als nur ruhig, schon fast langweilig verlief) und das Gerüst, dass sich Osttrbüne nennt.
      Noch zu erwähnen wäre dann auchd er Polizist, der uns nicht zum Zugang des Ostsektors lassen wollte. Bis wir ihn dann überzeugt haben, dass wir Sturmfans sind (wir waren inkognito unterwegs, also keine Hardcorefans, außer SCHWARZ).

      Vom Spiel selbst, hab ich nicht alles mitbekommen. Aber wenn ich das hätte haben wollen, müsste ich doch zu Hause nur den Fernseher aufdrehen. (Und den Ton abdrehen, weil die Kommentare sind eine Frechheit)

      lg

    12. ad 6.) wieso sollte es in deutschland oder england mehr rivalität geben? bspw austria salzburg: große rivalität zu innsbruck, red bull und rapid, also zu einem drittel der bundesliga. konstante bundesliga-brennherde: lask-ried, rapid-austria, sturm-klagenfurt sowie eigentlich fast jedes rapid- oder redbull-spiel. darüber hinaus wie bereits erwähnt das negativimage durch mäzene und politik-verflechtungen, das du in deutschland bspw. in dieser form sicher nicht hast.

      ad 7.) die stimmung kommt ohnedies von außerhalb des sektors besser rüber als im sektor. nicht umsonst filme ich bei den spielen der salzburger austria immer von der gegengerade, das ist von der akustik her wie tag und nacht.

      ad 8.) wenn du das wesen des typischen österreichers ändern willst, dann viel spaß. da bist du sicher einer der letzten, die noch hoffnung darauf haben. insbesondere viel spaß bei den missionen beseitigung ausländerfeindlichkeit, beseitigung neidgesellschaft und beseitigung bildungsfeindlichkeit. sofern du nicht krone-chefredakteur wirst und dem blatt eine 100% konträre neue blattlinie verpasst, sehe ich da schwarz.

      ad 10.) geh bitte, das von dir geschilderte verhalten hat ja noch nix mit hooligans zu tun, wie man es aus england oder polen kennt. den von dir proklamierten „österreichische hooligan“ kannst an ein paar händen abzählen.

    13. das stimmt ja aber eigentlich auch nicht. es sind eher kleine dodelgruppen, die ein echtes problem darstellen.

      die meisten im sektor schmeissen ja keineswegs böller aufs feld und stürmen auch keine eingänge. von den fanklubführungsteams wird das alles auch weder provoziert noch toleriert und auch die leute mit denen ich dort war, sind keinesfalls „hardcorefans“, sondern einfach nur fans, sind aber trotzdem regelmäßig mit dabei.

      wen man rauskriegen muss, das ist der verblödete, gefährliche einzelne, der andere in verschiedenste arten von verderben stürzen kann… denn die probleme die große teile des sektors betreffen (die schimpf-kultur zum beispiel) sind zwar durchaus ändernswert aber nicht gefährlich.

    14. 1. preiserhöhung verändern das publikum eher negativ. was ausbleibt sind nämlich nicht die hartgesottenen fankurvler, sondern der gelegenheitsbesucher. in england ist der sport nur zu wichtig, als dass deshalb die stadien leerblieben. sozial anders gestaffelt als hier sind die besucher aber auch nicht. das bessere verhalten in dortigen ligaspielen resultiert aus vielen maßnahmen . unter anderen hohe strafen auf fehlverhalten…

      2. klingt gut

      3. da ist was dran. allerdings haben auch die rufe der fanklub-chefs, dass man doch verdammt noch mal nicht dem eigenen verein schaden solle und dass jeder probleme mit ihm bekomme, den er beim werfen erwische, nichts geholfen. es kommt also scheinbar beim gemeinen blödmann nicht an – auch wenns die fanklubs an sich eh wissen.

      4. das ist ein zusätzlicher aspekt. stimmt. ist auch eine logische konsequenz aus dem bekenntnis zur jugend.

      5. ich weiß nicht, wo es wirklich „weniger“ passiert. ich bin natürlich sehr england-fokussiert.

      6. das ist jetzt aber nicht ganz richtig. die austria hat gegenüber bayern münchen keine sonderstellung und es gibt in deutschland oder england viel mehr lokalrivalitäten als hierzulande.

      7. ich bin ja explizit darauf hingeweiesen worden, wie toll das dort ist. drum hab ichs mir angesehen und bin eher entsetzt – vor allem auch deshalb weil ich mir sicher bin, dass es in österreich schlimmere fans gibt als die grazer… natürlich kann ich mich woanders hinsetzen (und mach das zukünftig auch wieder) – andererseits mag ich stimmung grundsätzlich, drum nem ich lieber internationale vorbilder her und verlange, dass das in österreich ähnlich normal abläuft. denn dort sieht man, dass eine normalisierung möglich ist. auch österreicher sollten dazu fähig sein

      8. ich finds immer etwas bedenklich alles mit „is halt so“ abzutun. ich seh das alles absolut nicht als unänderbare selbstverständlichkeit.

      9. nunja, was soll man dagegen sagen? natürlich ists besser die leute beschimpfen einen schiri, als sie schlagen ihre kinder. das sind ja aber wohl nicht die einzigen alternativen ^^

      10. der artikel ist keine abrechnung mit dem „österreichischen fußballfan“, er ist ein plädoyer für eine entfernung des österreichischen hooligans aus dem stadion…

    15. 1.) Statt deiner ganzen Forderungen kann man auch einfach wie in England die Preise um ein Vielfaches anziehen und dadurch das Publikum sozial selektieren. Dass ich das nicht gutheiße, versteht sich von selbst.

      2.) Ost-Sektor-Gerüst wird von der Bundesliga nicht mehr akzeptiert für die kommende Saison. Daher wird auf der Ost eine neue Tribüne für die FAK-Fans samt Vereinsmuseum und Fanclub-Bereichen gebaut. Die FAK-Fans wechseln dann von der West auf die Ost (wo sie auch früher schon waren) und die Gäste kommen auf die jetzige West, was auch den „Abtransport“ der Gäste nach den Spielen erleichtert (weniger Zusammenstöße mit Heimfans).

      3.) Bzgl Böller etc. ist Gewissensbildung die beste Maßnahme, leider haben die meisten Fans keine Ahnung über ihre Verantwortung dem Verein gegenüber. Ein Gegenbeispiel ist die neue Salzburger Austria, wo jeder aufgrund der Geschehnisse sich dessen bewusst ist, dass die Fans/Mitglieder der Verein sind und ihr Verhalten automatisch mit dem Verein gleichgesetzt wird. Seitdem sind bei uns Böller de facto kein Problem mehr, auch die Kommunikation zwischen Verein, Fanclubvorsitzenden und Fanclubmitgliedern funktioniert.

      4.) Bei Sturm gehts nicht nur um die Jugend, viel beachtlicher ist, dass in der Startformation 8 Steirer standen. Auch das trägt massiv zur Identifikation der Fans mit der Mannschaft bei!

      5.) Sag mir, wo die Gegner nicht so viel beschimpft werden wie in Österreich. Vielleicht in England, hier aber auch nur wegen der sozialen Selektion von Punkt 1. In Deutschland, Italien, Spanien, etc. ist das bei Schlagerspielen (damit meine ich gar nicht primär die sportlichen Leistungen der Teams, sondern das Aufeinandertreffen der besten Fangruppen) meiner Meinung nach nicht viel anders.

      6.) Das mag sich jetzt komisch anhören, aber du darfst nicht übersehen, dass in Österreich objektiv betrachtet auch mehr Potenzial für schlechtes Benehmen am Fußballplatz existiert: Beispielsweise ist die grundsätzliche Abneigung zwischen Wien und den Bundesländern (abseits des Fußballs) sicher größer als beispielsweise zwischen Berlin und Restdeutschland. Auch das österreichische Mäzenentum (Stronach, Mateschitz, Grad) sowie die engen Verstrickungen zwischen Fußball und Wirtschaft/Politik (Edlinger, Haider, etc.) machen die Vereine sicher nicht sympathisch. Usw.

      7.) Wenn du dich über die Gegebenheiten in einem Fansektor aufregst, musst du halt Karten für eine Längstribüne kaufen. Deine Kritik ist so wie wenn du im Theater bewusst Karten mit eingeschränkter Sicht kaufst und dich dann darüber aufregst, nur dass du halt glaubst, die Menschen im Stadion im Gegensatz zu den Sichtbehinderungen im Theatersaal ändern zu können.

      8.) Gesänge unter der Gürtellinie gehören leider ebenso zu Österreich wie die Raunzerei. Wenn ich mir ansehe, welche Worte Personen im Alltag (in Wien) wechseln, wäre es ein Wunder, wenn gerade am Fußballplatz ein gehobenerer Umgangston vorherrschen würde.

      9.) Aggressionen sind ein relativ normales Gefühl, ebenso wie Freude, Traurigkeit, etc., die sich für viele Menschen aus bestimmten Situationen ihres Alltags (Arbeit etc.) ergeben. Mir ist es hundertmal lieber diese Leute bauen ihre Aggressionen dann mittels unterschwelliger Sprechchöre am Fußballplatz ab, als irgendwo mit Gewalt oder fressen es in sich hinein bis das Fass einmal überläuft.

      10.) Pflastersteine und sonstige physische Gewalt ist natürlich nicht gutzuheißen, aber deinen Artikel als komplette Abrechnung mit dem Typus österreichischer Fußballfan und Forderung nach einer Strahlemannfankurve halte ich in dieser Form für übertrieben.

      Lg Andi

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