Deutschland, die Tradition und das Wespennest Hoffenheim

Deutschland ist ein Land miteiner großen Begeisterung für den Fußball. Das wissen wir nicht erst seit der Weltmeisterschaft im eigenen Land vor zwei Jahren, das lässt sich auch an anderen Sachen messen. In keinem Land der Welt ist beispielsweise die durchschnittliche Zuschauerzahl bei Spielen der höchsten Spielklasse höher als in diesem Land. Und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit vielen Jahren. Gewaltige Stadien wie die Allianz Arena in München, das Westfalenstadion von Dortmund, die Arena auf Schalke und das Oval im Hamburger Volkspark sind Woche für Woche rappelvoll. Über 40.000 kommen im Schnitt zu jedem der 306 Spiele einer Saison. Hinzu kommt der Pokal, der ebenso eine große Bedeutung hat. Und nicht zuletzt hat die Nationalmannschaft bereits sechs Endrundenturniere von Welt- und Europameisterschaften gewonnen.

Aber die Deutschen Fußball-Fans sind im Aufruhr.

Die TSG 1899 Hoffenheim schaffte den Aufstieg in die Bundesliga. Die bislang kleinste Gemeinde, die einen Verein in der Bundesliga hatte, war der Münchner Vorort Unterhaching: Die Kicker aus der 20.000-Einwohner-Gemeinde spielten zwei Jahre lang, von 1999 bis 2001, oben. Die Fans der arrivierten Teams aus den Großstädten fanden Haching cool bis ulkig, etwas süffisant waren die Bemerkungen, als Dortmund 99/00 nach einer schlechten Saison „unter Haching“ war. In der zweiten Saison machte sich damals die mangelnde Substanz aber doch bemerkbar und der Spuk hatte ein Ende: Unterhaching stieg ab und kam nie wieder auch nur in die Nähe der Bundesliga.

Was ist also nun der Unterschied?

Der starke mann hinter Unterhaching war (und ist) der CSU-Regionalpolitiker Engelbert Kupka. Dank seiner hervorragenden Kontakte zur Wirtschaft war es Haching möglich, überhaupt so weit nach vorne zu kommen. Trainer Lorenz-Günter Köstner verstand es zudem, den zum Verein geholten Spielern – zumeist anderswo Aussortierte – klar zu machen, dass sie in der Münchner Vorstadt die Möglichkeit hatten, es allen zu zeigen. Heute in Unterhaching in der 3. Liga und fühlt sich dort ganz wohl. Die Zeiten, als 15.000 Leute kamen, sind indes längst vorbei: Zuletzt hatten sogar die Bayern-Amateure mehr Zuschauer.

Der starke Mann hinter Hoffenheim, dem Verein aus der 3.000-Seelen-Gemeinde im Württembergischen, ist Dietmar Hopp, Mitbegründer des Software-Giganten SAP und einer der reichsten Deutschen. Die nach ihm benannte Stiftung ist (wegen der Beteiligung an der SAP AG) gut situiert und unterstützt die verschiedensten Bereiche – von Medizin über Bildung bis zum Sport. Und genau hier ist der wunde Punkt. Wobei – nein, beim Sport selbst ist das Problem noch nicht zu finden. Hopp unterstützt seit Jahren den vielfachen Eishockey-Meister Adler Mannheim, ebenso wie das Handball-Team der Rhein-Neckar Löwen, die ebenso im nahe gelegenen Mannheim spielen. Das war alles noch kein Problem, schließlich waren es keine Fußball-Teams.

Aber auch im Fußball hatte Hopp früh seine Finger mit im Spiel: Er entschloss sich, dem Verein, bei dem er selbst als junger Mann einst spielte, kräftig unter die Arme zu greifen. Das war aber keiner der arrivierten Klubs wie der KSC oder Waldhof Mannheim – das war die TSG Hoffenheim. Ein bedeutungsloser Kreisligist aus einem bedeutungslosen kleinen Örtchen, das seit 36 nicht mal mehr eine eigene Gemeinde ist. Langsam, aber sicher arbeitete sich der Verein nach oben: Vier Jahre Landesliga, vier Jahre Verbandsliga – zehn Jahre nach Hopps Einstieg, im Jahr 1999, war Hoffenheim in der viertklassigen Oberliga angekommen. Durch die marschierte man durch, es folgte die Etablierung in der Regionalliga. Sechs Jahre lang fristete Hoffenheim dort ein zwar nicht besonders attraktives, aber doch anerkanntes und respektiertes Dasein. Ja, Hoffenheim wurde wegen seiner als gut geplante und profesionelle Arbeit (nicht nur, aber vor allem im Jugendbereich) sogar weithin geschätzt und als vorbildlich angesehen. Der ehemalige Stuttgart- und Schalke-Trainer Rangnick führte den Verein 2007 schließlich zum zweiten Platz der Regionalliga Süd und damit zum Aufstieg in die 2. Liga – mit einer Mannschaft, in der gerade zwei Spieler seiner Mannschaft überhaupt schon mal gespielt hatten. Sogar der SV Wehen Taunusstein, der vor Hoffenheim Meister wurde (und sich danach in Wehen Wiesbaden umbenannte), kam auf mehr als doppelt so viele.

Mit dem Auftreten in der 2. Liga begann jedoch der Spießrutenlauf: Denn die breite Öffentlichkeit nahm vom Umfeld und der finanziellen Basis, die Hopp zur Verfügung stellte, kaum Notiz. Die eingefleischten „Traditionalisten“ unter den Fangruppen fingen nun jedoch prompt an, gegen den Verein zu polemisieren und ihm mangels „Tradition“ das Existenzrecht im Profifußball abzusprechen.

Das ist einerseits seltsam – andererseits auch wieder nicht.

Fakt ist: In keinem Land Europas hat der Profi-Fußball so wenig Traidtion wie in Deutschland. Erst 1963 wurde eine landesweite Liga installiert, es dauerte danach aber noch etliche Jahre, bis auch der durchschnittliche Bundesliga-Spieler von seinem Sport leben konnte. Aus dieser Nicht-Existenz des Profifußballs mit hinein in die Zeit des Farbfernsehens ist, so meine ich, die bis heute andauernde Skepsis der Angänger gegenüber all jenem begründet, dass an ihrer eben viel länger gewachsenen Vorstellung am Fußballer, der den Fußball als edle Beschäftigung ansieht, und nicht als Beruf wie jeden anderen auch, rüttelt.

Bei vielen Fangruppen, vor allem die Ultras, haben Maßstäbe aus den 1950er-Jahren und davor, als es eben keinen Profi-Fußball und auch nicht die damit verbundenen anderen Arbeits- und Denkweisen gab, bis ins 21. Jahrhundert überlebt: Das Spielen für den eigenen Verein hat eine Ehre zu sein, wer zu einem anderen Verein wechselt – womöglich noch zu einem stark rivialisierten – gleicht einem Vaterlandsverräter, und wer nur des Geldes wegen Fußball spielt, ist ein Söldner und somit im Grunde das ultimative Böse.

Andere Länder sind da schon weiter.

Weil sie schon lange vor 1970 erkannt haben, dass „Fußballer“ genauso ein Beruf ist wie Dachdecker, Lehrer oder Fabrikarbeiter. Man geht der Arbeit nach, die man am Besten kann, um dafür Geld zu verdienen und davon leben zu können. Wenn eine andere Firma, eine andere Privatschule oder ein anderer Verein ein besseres Angebot macht – sei es finanziell, oder andere Umstände betreffend – dann wechselt man eben. Alle wissen, dass es so ist, und alle würden es bedenkenlos genauso machen.

In England startete man schon 1888 mit dem Berufsfußballertum, in Österreich beispielsweise startete man im Jahr 1911 – also noch vor dem 1. Weltkrieg. In Frankreich hatte man lange Minderwertigkeits-Komplexe, weil man (und der Meinung ist man dort bis heute) viel zu spät mit dem Profi-Fußball angefangen hat – nämlich 1932. Zum Vergleich: In Deutschland gab es 1963 erst die erste bundesweite Liga – von Profifußball konnte aber noch keine Rede sein!

Und darum klammern sich die Deutschen an alles, was „Tradition“ hat.

Die 16 Vereine, die damals Gründungsmitglieder der Bundesliga waren, gelten fast durch die Bank bis heute als Hochburgen der Fußballtradition – lediglich Münster, Saarbrücken und Duisburg konnten den Boom nicht nützen. Diese Vereine waren zum richtigen Zeitpunkt – nämlich zur Einfühung der Bundesliga – vorne dabei und wurden eingegliedert. Damals knapp (und sehr umstritten) übergangene und gescheiterte Vereine, wie Neunkirchen, Wormatia Worms, die SpVgg Fürth, die Tasmania und TeBe Berlin konnten sich nie etablieren. Ähnlich wie in England in den letzten Jahren: Man Utd, Arsenal, Chelsea und Liverpool hatten das Glück, gerade vorne zu sein, als Rupert Murdoch mit dem Geld kam. Prägende Vereine der Jahre zuvor – Blackburn, Newcastle, Aston Villa und Nottingham haben schlicht Pech gehabt.

Auch, wer 1963 nicht dabei war, hatte Pech gehabt.

Von den 1963 knapp gescheiterten konnte sich später nur der FC Bayern, Borussia Mönchengladbach und der VfL Bochum über mehr als zehn, fünfzehn Jahre in der Bundesliga etablieren. Hinzu kamen dann noch die Werksklubs aus Leverkusen (1978) und Wolfsburg (1997). Und das war’s. Kleine Teams und Neuankömmlinge werden so lange als netter Farbtupfer und „Bereicherung für die Liga“ angesehen, so lange sie im Grunde harmlos sind. Die Rasselbande von Waldhof Mannheim überlebte 4 Jahre, der „Karnevalsverein“ aus Mainz schaffte es drei Jahre, Unterhaching eben zwei. Cottbus und Rostock sind Ost-Teams und gehören halt auch irgendwie dazu, zu mehr als drei UEFA-Cup-Teilnahmen (davon eine für Zweitligist Union als Cupfinalist) hat es seit der Wiedervereinigung für die Vereine aus den neuen Bundesländern aber auch nicht gereicht – dafür zu Stammplätzen im Abstiegskampf.

Und jetzt kommt Hoffenheim.

Alle sind sich einig: Mit dem Background von Dietmar Hopp hat auch Hoffenheim das Zeug, sich über Jahre des Abstiegskampfes zu erheben, und auf Sicht vielleicht sogar um die internationalen Plätze mit zu spielen. Damit haben die Anhänger der alt-eingesessenen Vereine ihre Probleme – wer hat schon gerne einen neuen, derart gefährlichen Konkurrenten? Und auch die Fans derjenigen „alten“ Vereine, die in der Versenkung verschwunden sind, machen lieber Werks- und Mäzenatenteams wie Wolfsburg und Hoffenheim für den eigenen Niedergang verantwortlich – weil es leichter ist. Denn in Wahrheit können Wolfsburg und Hoffenheim rein gar nichts für das Unvermögen der eigenen Führung in sportlicher wie finanzieller Hinsicht.

In der Vergangenheit zu leben, bedeutet Stillstand…

…und wer still steht, wird aufgefressen. Von Vereinen, die in ihrem Denken schon im 21. Jahrhundert angekommen sind und eben genau wissen, dass genau die „Tradition“, an die man sich paradoxerweise gerade in Deutschland klammert, ein wirtschaftlich nicht messbarer Faktor und damit im Grunde völlig irrelevant ist.

Wobei – das stimmt so richtig auch nicht.

Denn die Vereine selbst haben den Profifußball schon lange als das gesehen, was er nun mal ist – als einen Wirtschaftszweig. Bundesligavereine, aber auch solche in der zweiten und dritten Liga, selbst die halbe vierte Liga in Deutschland wird natürlich nicht mehr wie ein „klassischer“ Fußballverein zwischenkriegszeit-gleich geführt, sondern knallhart wie die Wirtschaftsunternehmen, die sie nun mal sind. Manche sind eben die Global Player – wie Bayern, Bremen oder Schalke – und andere sind die regionalen Kleinbetriebe. Das große Problem – das ja in Wirklichkeit nicht das Ankommen im 21. Jahrhundert ist, sondern die grundsätzliche Akzeptanz des Profi-Fußball an sich – haben die Fans.

Fußball hat weniger mit Sport zu tun. Und mit Emotionen noch viel weniger.

In der Wirtschaft kommt es schon mal vor, dass sich ein Betrieb nach oben kämpft. In der Welt des Kapitalismus geht das nur mit Geld und mit akribischer Arbeit. Das eine ist ohne das andere wertlos: Man kann noch so viel Geld verpulvern – hat man keine Ahnung, wird sich der Erfolg nicht einstellen. Wenn man zwar tolle Ideen hat, aber nicht das Geld, sie umzusetzen, sieht es genauso trübe aus. In der Welt des Fußballs ist es nicht anders: Man kann nur mit Geld nach oben. Mit viel Geld. Ob nun eine dubiose Organisation wie Gazprom sich ganz offiziell als Sponsor bei Schalke einkauft, oder Hopp mit SAP-Millionen einen Dorfverein in die Bundesliga bringt, macht hierbei nicht den geringsten Unterschied. Beide erwarten sich einen Gegenwert – schließlich sehen durch das Engagement in der Bundesliga sowohl Gazprom als auch SAP einem gesteigerten Bekanntheitsgrad entgegen.

Sensibilität den Fans gegenüber kann natürlich helfen.

Sie ist aber genauso wenig notwendig wie die altbackene Forderung von Fans, die die Voraussetzungen des Profi-Fußballs ganz offensichtlich nicht begriffen haben, diese Einzufordern. Natürlich hatten von Red Bull viele das Bild eines Elefanten im Porzellanladen, weil die Konzernführung nicht einmal das Torwart-Dress im traditionellen Violett halten wollte, wie es die Fans des übernommenen Vereins haben wollten. Was sie nicht gesehen haben: Hätte Red Bull im Frühjahr 2005 Salzburg nicht übernommen, wäre der „alte“ Verein genauso gestorben, es hätte aber keinen Bundesliga-Fußball mehr in Salzburg gegeben. Drei Jahre später ist Red Bull Salzburg – man kann von dem Verein halten, was man will – der einzige Fußballverein in ganz Österreich, der zumindest auf halbwegs international relevantem profesionellem Niveau arbeitet. Vor allem, was das Umfeld angeht.

Zu Red Bull Salzburg kommen doppelt so viele Zuschauer wie zum alten SV Salzburg.

Liegt das am sportlichen Erfolg und am Eventcharakter? Ja, natürlich – daran, und an nichts anderem. Aber auch die Fans in Deutschland sollten beim Jammern über Erfolgs- und Eventfans nicht vergessen: 42.000 Zuschauer kommen in Deutschland im Schnitt, und das sind natürlich zu einem erheblichen Teil „Erfolgsfans“. Ohne solche sind diese Zahlen nicht zu erreichen.

Hoffenheim ist das Beste, was der Bundesliga passieren konnte.

Denn durch den Aufstieg dieses Vereins kommt nicht nur ein hochprofessioneller Verein, der mit ebenso modernen Methoden arbeitet wie die Spitze in Europa, sondern darüber hinaus eine blutjunge, brandgefährliche Rasselbande von hochtalentierten Spielern, die mit ihrer attraktiven Fußballphilosophie zumindest jene begeistern wird, denen es wirklich um den Fußball geht. Hier kommt ein Verein, dessen erstes Ziel nicht das permanente Vermeiden des Abstiegs und eine dementsprechend destruktive und unattraktive Spielweise – so gesehen war der Klassenerhalt von Arminia Bielefeld eine absolute Katastrophe.

Hoffenheim steht nicht für wildes Drauf-Los-Einkaufen ohne Rücksicht auf Verluste. Sondern mit hochintelligenter Aufbauarbeit, um etwas Nachhaltiges zu schaffen, das nicht sofort zusammenbricht, wenn ein oder zwei Spieler die Mannschaft verlassen. Das sinnvolle Haushalten mit Ressourcen und langfristige Aufbauarbeit verdienen ebenso viel Respekt wie Vereine wie Energie Cottbus, die trotz eines kleinen Umfelds nun schon in ihre sechste Bundesliga-Saison gehen.

Mit dem Aufstieg von Hoffenheim jedoch geht das Fußball-Abendland der Deutschen mit Sicherheit nicht unter. Im Gegenteil: Fans des Sports können sich freuen.

Auf schönen Fußball nämlich.

(phe)

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

24 Gedanken zu „Deutschland, die Tradition und das Wespennest Hoffenheim

  1. „werd ma sehen. aber du schreibst wolfsburg nicht wirklich chancen auf den meistertitel zu oder? ;)“

    Hehe :))))

  2. Alles klar. Ich werde mir Deinen Artikel mal durchlesen. Jetzt bestell ich mir aber noch schnell eine Pizza.

    Wolfsburg gehört hoffentlich zu den Vereinen, die trotz massiver Einkäufe, gegen den Abstieg kämpfen wird. Hoffentlich.

    Eine schlechtere Ausgangsposition als Stuttgart in der vorletzten Saison haben sie nicht. Also „realistisch Chance“ i.S. von „mein kopf würde nicht explodieren, wenn sie am Ende oben stünden“. Aber es gibt wenige Trainer, die ich weniger schätze als Magath. Auch wenn ich mich mit dieser Äußerung bei dem ein oder anderen unbeliebt mache.

    (Im Grunde würde es mich freuen, wenn Hoffenheim unter den ersten 5 landen würde. Unrealistisch, aber vielleicht geht da noch was…)

  3. werd ma sehen. aber du schreibst wolfsburg nicht wirklich chancen auf den meistertitel zu oder? ;)

    (btw. wenn du meine premier league vorschau liest, wirst du sehen, dass ich keineswegs nur einem klub der großen vier die daumen drücke. ;) ich mag fullham, west ham, villa, tottenham, newscastle und besonders meine absoluten lieblingsmannschaften arsenal und liverpool.)

  4. @Tom Schaffer

    Glaub, mir ich bin niemand der morgens aufsteht und die Deutschlandhymne singt (wenn schon das „Gott mit Dir du Land der Bayern…“ – obgleich ich wohlgemerkt kein Fan vom Rekordmeister bin).

    Qualitativ stufe ich auch die PL höher ein als die Bundesliga. Im Augenblick würde meine Rangliste folgendermaßen aussehen: 1. PL 2. PD 3. Serie A 4. Bundesliga 5. Ligue 1
    Das ist natürlich subjektiv, aber ich sehe die dt. Bundesliga mittlerweile als stärker an als die französische Liga.

    Aber wenn ich von Spannung und Abwechslung rede, dann hat die spielerische Qualität in meiner Betrachtung weniger Bedeutung. Du schreibst, dass die Bayern seit Einführung der gesamtdeutschen Liga 9 Mal Meister wurden. Korrekt, aber ich meine mich zu erinnern, dass in demselben Zeitraum Man U 8 Mal die PL gewonnen hat (ohne dies jetzt nachzuprüfen). Also ich sehe in diesem Punkt nicht den entscheidenden Unterschied zwischen PL und Bundesliga.
    Und ja Bayern war meist der schärfste Konkurrent, wenn andere Vereine dazwischen den Titel geholt haben. Aber die spannendste Meisterschaft in den letzten Jahren war für mich jene, als vor sieben Jahren Bayern in der 4.Minute der Nachspielzeit Schalke den Titel weggeschnappt hat. Großes Kino.
    Aber gerade die Meisterschaft von Stuttgart vor gerade mal 15 Monaten, zeigt mir, dass eine Mannschaft, die vor der Saison keiner auf der Rechnung hatte, letztlich das Rennen für sich entscheiden kann.
    Der Top-Favorit lautet in diesem Jahr natürlich – wie immer – Bayern. Aber dahinter kommen dann fünf / sechs Mannschaften die eine realistische Chance besitzen (Schalke, Werder, Stuttgart, Wolfsburg, Hamburg – evtl Leverkusen). Es ist außerdem gut möglich dass ein/zwei der letztgenannten Mannschaften lange Zeit am unteren Ende der Tabelle stehen.

    Ich lese eigentlich fast ausschließlich englischsprachige Zeitungen, und daher weiß ich, dass die Frage „Ist die PL langweilig?“ in erster Linie auf der Insel von vielen mit „Ja“ beantwortet wird. Aber dafür gibt es eine Erklärung: außerhalb Englands drücken 99% der PL-Fans einem Klub der Big4 die Daumen – deshalb ist man dort auch zufrieden, dass keiner der Klubs schlechter dasteht als der 4.Platz. In England sind die Fanstrukturen natürlich anders. Deshalb gibt es dort auch Unmut über die gegenwärtige Situation.

    Natürlich kann ich mich in meiner Saisonprognose irren, aber ich sehe im Kampf um die Meisterschaft nur Man U und Chelsea als ernsthafte Kandidaten – in diesem Jahr evtl mit dem guten Ende für Chelsea. Ich sehe 4 Kandidaten für die ersten 4 Plätze und zwei/drei für den 5.Platz.

    Aber ob ich Recht habe, muss sich erst noch herausstellen.

  5. ad Premier League: Ob „Citeh“ und Newcastle um die UEFA Cup-Plätze mitmischen, wird man erst sehen. Bei ManCity habe ich nicht gerade das Gefühl, dass sie sich heuer entscheidend verbessern werden. Ich glaub natürlich auch an West Ham, mit oder ohne Freddie Ljungberg!

  6. dann nimm halt everton statt mancity, wenn dir da das umfeld nicht passt. ;) In England gibt es 3 Klubs die um die Meisterschaft spielen (Liv, Chelsea, ManU – Arsenal wird man sehen). Es gibt weitere 2-3 klubs (arsenal, everton, portsmouth) die um die champions league-plaätze spielen. es gibt weitere 4 klubs die um die uefa-cup-plätze spielen (tottenham, aston villa, newcastle, man city) . macht für 5 internationale startplätze 11 potentielle kandidaten. es gibt dazu nur einen recht schmalen mittelbau, der dort festzementiert ist, und dann haben meistens 5-7- klubs mit dem abstiegskampf zu tun.

    jap, das halte ich für die spannendstes liga der welt. auch wenn die meisterschaftsentscheidung vielleicht öfter schon 2-3 runden vor schluss fällt.

    dass die deutsche liga abwechslungsreicher ist, halte ich auch für ein gerücht. in den 17 jahren seit es die gesamtdeutsche BuLi gibt, sind die bayern 9 mal meister geworden. 3 mal dortmund, 2 mal bremen, 2 mal stuttgart, 1 mal kaiserslautern – und der schärftse konkrrent war eigentlich fast immer wiederum bayern. (dazu sollte man noch sagen dortmund und kaiserslautern haben sich finanziell jeweils mindestens einmal derartig damit übernommen, dass sie daraufhin bald mal abgestiegen sind bzw. fast pleite gingen.)

    nicht, dass ich die deutsche liga nicht mögen würde. ich mag sie, wirklich. aber die englische liga ist einfach eine klasse höher.

    (was übrigens außer einem deutschen oder einem besonders ausgeprägten deutschland-fan auch niemand auf der welt bestreiten würde) ;)

  7. Korrektur:
    von den letzten 18 Meisterschaften wurde die Bundesliga 9 MAL am letzten Spieltag entschieden

  8. Also. ob die Premier League wirklich die spannendste und abwechslungsreichste Liga ist?

    Man kann eh schon mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit voraussagen, wer auf den ersten 4 Plätzen stehen wird. Aber ein 4-Kampf findet dabei mE nicht stat. Um den ersten Platz werden alleine Man United und Chelsea streiten. Wer 3./4. wird, wird zwischen Arsenal und Liverpool entschieden.

    Tottenhams Qualität wird nicht ausreichen, um in die Big4 einzubrechen. Manchester Citys Umfeld ist das chaotischste der Liga.

    Dass in der PL ein Verein so wie Stuttgart bei uns in der Bundesliga plötzlich Meister wird, halte ich für ausgeschlossen.

    Zum Thema Spannung: von den letzten 18 Meisterschaften wurde die Bundesliga am letzten Spieltag entschieden. Ich habe dazu keine Statistiken für die PL, aber mein Gefühl sagt mir, dass das (wohl auch wegen der höheren Anzahl an Spieltagen) dort sehr sehr selten der Fall ist (Ausnahme die abgelaufene Saison).

  9. das stimmt natürlich alles. ich bin ja auch einem klub (der aus nord-london) der big4 sehr zugetan und finde die prem sowie wie sie jetzt ist auch spannend und vor allem sportlich super zum anschauen (tempo, arsenals passspiel <3…). ob tottenham und city die vier trotz der mio-transfers fordern werden können bezweifle ich. ;)

    ich hab auch überhaupt nichts gegen dominierende vereine, sowie die bayern münchen in deutschland z.b. die geringfügige abweichung der norm, das finde ich schön.

    ABER „früher“ gab es definitiv mehr geringfügige abweichungen. wird newcastle oder blackburn jemals wieder um den meisterteller spielen können? schaut nicht danach aus.

    man muss auch jeden verband als eigene einheit verstehen. in spanien machen real und barcelona ihre eigenen mega tv-deals. in italien stehen hinter den grossen vereinen, traditionell, vermögende familien und konzerne oder politische machtmenschen. in frankreich gab es immer viel abwechslung (paris st.germain ist z.b. fussballerisch gesehen ein „junger“ verein) bis lyon sich absetzten konnte, was ohne der champions-league in der jetzigen form vielleicht nicht so drastisch passiert wäre.

    in deutschland hat man, wie mir zumindest scheint, einen relativ ehrlichen und funktionierenden weg zwischen „professionalisierung“ und „tradition“ gefunden. sicher die bayern, dominieren da auch. aber das war ja eigentlich schon immer so. natürlich, mit der prem und la liga oder den italienischen riesen ist schwierig mitzuhalten, aber das sind anders funktionerende systeme wie gesagt, wo trotz aller zahlen, auch der fussball noch etwas tiefer in der volksseele sitzt als in deutschland. (was oft absurd ausufert). infwiefern: „hoffenheim – das beste was den deutschen fussball passieren kann“ ist, scheint mir jedenfalls nicht klar. aber mal sehen, ich bin keiner bei dem da „hassgefühle“ oder sowas ausbrechen. überhaupt nicht. ich wünsch mir, neben schönen spielen, nur das der fussball seine traditionen auf sinnvolle art und weise mit der globalisierung verbindet. einer weltliga der konzerne ohne auf absteiger würd ich mich bei aller qualität der dargebotenen leistungen entsagen. ;)

    ps: „kapitalistisch“ ist für mich überhaupt kein negativ besetzter ausdruck. aber es gibt da einfach zuviele missverständnisse, glaube ich.

  10. die big 4 werden übrigens gerade zu big 6 (mindestens, man city und tottenham sind durchaus mit chance um die CL-Plätze mitspielen – ohne dass sie dafür glück bräuchten) und damit ist die premier league (trotz gegenteiliger, regelmäßig wiederkehrender behauptungen) meiner meinung nach die abwechslungsreichste und spannendste meisterschaft aller namhaften ligen.

    zum vergleich: in den gern lobend erwähnten ligen von deutschland, italien und spanien gab es in den letzten 10 jahren auch nur 4 verschiedene meister – in holland 3. frankreich hat sogar seit 7 jahren überhaupt keinen neuen meister mehr gesehen.

    dominante vereine hat es in ligen immer gegeben und wird es immer geben. die first division war da nicht anders als die premiere league (liverpool gewann 8 der letzten 14 jahre und wurde weitere 4 mal vizemeister).

    solche serien sind auch logisch, denn erfolg bringt begeisterung und die bringt kapital und das erleichtert erneuten erfolg. nur recht großes pech oder große wirtschaftliche unfähigkeit können das ändern. ob man das zugrundeliegende system nun kapitalistisch nennen möchte oder nicht. ;)

  11. ps: sry für die rechtschreibfehler, und die letzten wörter kommen vom herum-pasten. ich kann nicht ohne edit-funktion. :)

  12. „In der Welt des Kapitalismus geht das nur mit Geld und mit akribischer Arbeit.“ … nur ein Zitat was mich etwas stört bzw. für mich etwas „unsymphatisch“ rüberkommt.

    Es gibt keine „Welt des Kapitalismus“, zumindest nicht im Sinne eines 100% freien Wettbewerbs. Eine „natürliche“ kapitalistische Ordnung ist eine Theorie, spiegelt aber nicht die Praxis wieder.

    Analog rütteln Mäzene und in letzter Konsequenz neue Eigentümer durch den Kapitaleinsatz die „natürliche“ Fussballordnung, die es in den Anfangszeiten oder vor Jahrzehnten im Fussball, zumindest innerhalb eines Verbandes, vielleicht gegeben hat, durcheinander. Ich gebe keine Wertung ab. Geht auch nicht bzw. schwer. Jedenfalls konnte die englische First Division damals spannender sein als die jetzige Premier League mit den für alle anderen schwer erreichbaren „Big 4“ jetzt ist. Die erfolgreichsten „Markennamen“ im Fussball sind sich jedenfalls über den Wert ihrer Tradition bewusst. Insofern verstehe ich nicht wie du das dem deutschen Fussball (der wie im Artikel erwähnt, die meisten Menschen weltweit in die Stadien lockt) quasi zum Vorwurf machst.

    Professionalisierung, besserer Sport, schönere Spiele (der Trend geht ja in eine attraktive Richtung), also im Enddefekt immer bessere Unterhaltung für uns Voyeure (Fussballfans) alles schön und gut. Aber ebenso lebt der Fussball nicht nur durch die Eigenschaften die das Spiel schön machen sondern auch durch das gewisse Identifaktionspotential das man als Fan oder Symphatisant zu einem Verein hat oder aufbauen kann. Kurz ein Match zwischen Bayern München und Borussia Dortmund ist in jeder Hinsicht interessanter als Hoffenheim gegen Regensburg es je sein kann.

    Im Fussball werden durch den Einstieg von Mäzenen, Sponsoren,

  13. Ad ad 2. Klasse: Wie gesagt, unser Vorstand hatte bislang nur eine sehr eingeschränkte Erfahrung als Fußballfunktionäre, ich glaube es ist nicht leicht bei den ganzen Regularien den Überblick zu behalten. Angesichts des Mammutprojekts und der bisherigen Erfolgsbilanz kann man aber glaube ich alles in allem recht positiv überrascht sein, dass hier und dort auch Fehler gemacht wurden liegt in der Natur des Menschen. Leicht gemacht wird es der Austria beim SFV sicherlich auch nicht…

    Ad ad ASK: Sich auf irgendwelche mündlichen Vereinbarungen zu berufen zeugt wohl nur von den zahlreichen Fehlern im Management des ASK. Faktum ist jedenfalls, dass wenn du dir eine Wohnung zu einem stattlichen Betrag mietest, wirst du wohl nicht einen zweiten gratis darin mitwohnen lassen. Bei einem Sportplatz ist dies nicht anders. Darüber hinaus profitiert die ASKÖ glaube ich ja nicht nur von der nun regelmäßig überwiesenen Miete, sondern auch vom höheren Mitgliederstand der Austria im Hinblick auf Förderungen, habe ich einmal gehört. Tatsache ist: Der Sportplatz hat einmal dem ASK gehört, dieser musste ihn finanzmarod aufgrund von eigenem Verschulden an die ASKÖ verkaufen und konnte danach die Miete nicht bezahlen. Also selbst verschuldet das Ganze, da braucht man nicht auf irgendwelche karitativen Handlungen oder angeblichen mündlichen Versprechungen hoffen. Darüber hinaus ist es aus sportlicher Sicht ohnedies am besten, wenn der einzige Salzburger Verein mit deklarierten Ambitionen nach weiter oben eine solche Anlage mieten darf.

  14. @2. Klasse: Ich weiß aus sicherer Quelle, dass sich die Austria damals einen Tag vor Nennschluss angemeldet hatte, nach einem Anruf beim Vorstand, der sinngemäß zum Inhalt hatte, „ihr spielt’s leicht doch nicht?“ – „Natürlich spielen wir, warum?“ – „Weil ihr noch nicht angemeldet seit…!“

    @ASK: Meines Wissens gab es eine mündliche Vereinbarung. Aber beweisen kann ich’s natürlich nicht. Und dass man da verschnupft auf einen Wechsel der Damenmannschaft reagierte, verstehe ich.

    Tatsache ist: Der ASKÖ brauchte einen Nachmieter, um nicht auf der Anlage sitzen zu bleiben – und den ASK wollte man um jeden Preis loswerden. Dass man da die populäre Austria nahm, wundert mich nicht.

  15. P.S.: Nichtsdestotrotz macht unser Vorstand sicherlich auch den einen oder anderen Fehler, zumal diese Menschen ihre Funktionen auch nur ehrenamtlich ausführen, im Gegensatz zu den meisten anderen Vereinsfunktionären erst seit zwei Jahren in diesen Funktionen tätig sind und – obwohl sie damals quasi ins kalte Wasser geworfen wurden und eine mehr als schwierige, verantwortungsvolle und vielbeachtete Mission übernommen haben – bislang eine insgesamt sehr bewundernswerte Leistung geliefert haben. Gerade in der Stadt Salzburg macht man es den Fußballvereinen und auch der Austria bekanntermaßen sicherlich schon länger nicht leicht, was man auch beim aktuellen leidigen Tribünenthema und generell der Stadionthematik merkt…

  16. Ad 2. Klasse: Beim SFV gemeldet wurde der Verein sicher rechtzeitig, das es Unklarheiten ob 2. oder 3. Klasse gab, hat es mal geheißen, aber idR fängt jeder Klub in der 2. Klasse an, da die 3. Klasse eigentlich für die höherklassigen Reserveteams gedacht ist. Aus der damaligen offiziellen Meldung zum Neustart: „In dem Bewusstsein dass die Kooperation scheitern könnte, ist der SV Austria Salzburg bereits im April beim SFV angemeldet worden. Und genau diese Option wurde nun gezogen.“ Quelle: http://www.austria-salzburg.at/Austria-Salzburg.33.967b5fa664.18.0.html

    Ad SZM: Zu den Planungsdiskussionen habe ich keine Informationen, jedoch war es unserem Vorstand glaube ich recht schnell klar, dass der SAK nicht an einer Beteiligung der Austria am SZM interessiert war. Darüber hinaus ist es ohnedies offensichtlich, dass das SZM keine drei Vereine inkl Nachwuchs vertragen hätte und dass es in der geplanten Kapazität für die Austria deutlich zu klein gewesen wäre. Angesichts des Drucks, rasch eine Lösung für die Spielstätte zu finden, war es sicher gut sich rasch den beiden anderen, realistischen Optionen zu widmen.

    Ad ASK: Es gab keine Zusage der Austria, dass der ASK auf der Anlage spielen könnte. Im Gegenteil, die Austria hat in offiziellen Statements und Medienberichten im Vorhinein klar Stellung bezogen, dass man den Platz allein braucht, man sieht ja jetzt immer noch aufgrund des schlechten Rasenzustands dass er für die ganzen Nachwuchsteams zu klein ist mit nur einem Trainingsplatz. Die Austria hat einen vierstelligen Zuschauerschnitt und der Vorstand hat die bestmögliche (und de facto einzig mögliche) Lösung erreicht. Und am finanziellen Niedergang des ASK ist nicht die Austria schuld, als Salzburger Fußballkenner müsstest du eh wissen was beim ASK und den dort handelnden Personen falsch gelaufen ist und warum deshalb das Stadion auch vom ASK an den ASKÖ verkauft werden musste. Apropos, wie sehr es dem ASK am Sport liegt, sah man ja daran dass meines Wissens nach sein Damenteam geschlossen zur Austria wechseln wollte, dies aber der ASK nicht erlaubt hat.

    Ad ASK-Anlage: Ich kannte die ASK-Anlage unmittelbar vor unserem ersten Spiel und da wurde sie uns in einem Zustand übergeben, in welchem man im Kabinentrakt und in den Kabinen mit herkömmlichen, starken Putzmitteln keine Chance mehr hatte. Nicht umsonst sind unsere HelferInnen später mit speziellen Hochleistungsreinigungsgeräten angerückt, haben Wände neu gestrichen und die Anlage in zahlreichen Punkten (Kassa, Gastro, Sanitäranlagen, Eingangsbereich, Trainerbänke, etc.) auf ein deutlich besseres Niveau gebracht.

  17. Bemerkenswert, wie schnell man von der Überschrift „Deutschland, die Tradition und das Wespennest Hoffenheim“ zum österreichischen „Fußball“ kommen kann… ;)

  18. Die Austria wollte sich erst gar nicht für die Meisterschaft in der 2. Klasse anmelden – man ging davon aus, dass man, weil man ja die Austria ist, ohnehin dabei wäre.

    Die Austria hat sich beim Thema Sportzentrum Mitte von SAK und Union übergangen gefühlt – nicht gesagt hat die Austria aber, dass sie sämtliche Einladungen zu Planungsdiskussionen ignoriert haben.

    Die Austria hat sich als willfähriger Steigbügelhelfer des ASKÖ positioniert, als dieser den ASK von ihrer Anlage vertreiben wollten. Auch an anfängliche Zusagen, der ASK könne auf der Anlage bleiben, hielt man sich seitens der Austria nicht – man hat dem ASKÖ fleißig dabei geholfen, auf einen am Boden liegenden weiter einzutreten. Das war äußerst stillos.

    Ich kannte die ASK-Anlage schon bevor die Austria hingezogen ist – und direkt ungepflegt kam er mir nicht vor. Kein Vergleich zum heruntergekommenen SAK-Platz und der abgefackelten Union-Anlage.

  19. RB zu beurteilen ist glaub ich momentan schwer. Das was sie bisher gemacht haben war unprofessionell, schlecht und unsympathisch. Ich meine aber doch zu erkennen, dass da in den letzten Monaten eine gewisse Professionalität eingekehrt ist. Es wurden gute Leute geholt – allen voran natürlich der Trainer – und langsam stellt sich auch der Erfolg ein. Ob mit dem Erfolg dann auch die Begeisterung kommt, das wird sich zeigen. Dass man mit dieser Vorgeschichte mal einen Start-Malus hat, ist logisch. Dass man innerhalb von 5 Jahren aber auch keine neue Vereinstradition erzwingen kann, ist auch logisch. Ein bisserl Zeit kann man RBS da schon noch geben, obs am Ende mehr als nur ein Mateschitz-Spielzeug wird.

    Dass man insbesondere bei den Austria-Fans gewisse Dinge nie mehr gutmachen kann, ist mir schon klar und leuchtet auch ein. Ich wüsste zumindest nicht wie. Und wie nun die Austria finanziell dastand, das vermag ich nicht zu beurteilen. Rosigen Zeiten schaute sie nicht entgegen, imo.

  20. Ad ad 1) Genausogut hätte Quehenberger, der ja auch die finanzielle Lage mitverschuldet hat, weiter für die Austria bürgen können oder eine Lösung à la Sturm Graz erreicht werden können. Auch eine Lizenzverweigerung hätte wahrscheinlich nur zwei Jahre Bundesligaabstinenz bedeutet, siehe FC Tirol / Wacker Tirol damals. Fakt ist, dass es für die Rettungshypothese durch RB keine Belege sondern höchstens irgendwelche, von RB bewusst gestreute Mutmaßungen gibt.

    Ad ad 2) Dennoch ist die Zwischenüberschrift irreführend. Zuschauerzahlen von weniger als 10.000 letztes Frühjahr als man noch im Titelrennen war, sind für Salzburger Verhältnisse, gerade wenn man es mit früher vergleicht, sehr schwach.

    Ad ad 3) Die Aussage dass eine violette Tormanndress von den Fans gefordert wurde, ist falsch. Es wurde auch nichts in Richtung Tormanndress von den Fans gefordert, die Minimalforderung hinsichtlich der Feldspielerdress gibts hier auf Seite 2: http://violett-weiss.at/presse/19.pdf

    Ad ad 4) Was ist ekelhaft am ASK-Stadion? Höchstens dass der ASK es in einem ekelhaften Zustand hinterlassen hat und es seit der Übernahme durch die Austria von uns mühevoll in einen Topzustand gebracht wurde.

    Ad ad 5) Ja, das neue Trainingszentrum ist sportlich und architektonisch top, dass dem was noch geplant ist ein Naturschutzgebiet weichen soll, darf aber in diesem Zusammenhang auch nicht übersehen werden, wenn wir schon beim Thema präpotent sind.

  21. – Ob die alte Austria jetzt liquidiert worden wäre, oder die Lizenz verweigert bekommen hätte, ist zweitrangig. Und die Lizenz hätten sie im Leben nicht bekommen.

    – Was meine These bezgl. der Salzburger Erfolgsfans stützt.

    – Irgendwas in der Richtung war’s, ja. Wie auch immer.

    – Ich stehe der neuen Austria mit großer Skepsis gegenüber, weil ich diverse Sache aus dem Hintergrund weiß – und das Auftreten der Violetten hinter den Kulissen ist noch präpotenter und unsympathischer als das der Bullen. Da sind zum Teil richtig ekelhafte Sachen abgelaufen (wie die Sache mit dem ASK-Stadion).

    – Ich meine mit „Umfeld“ die Bedingungen am Trainingsgelände, deren moderne Ausstattung, eine umfassend angelegte (wenn auch nicht unumstrittene, zugegeben) Jugendabteilung, usw.

  22. Im Musterbeispiel für Kommerzialisierung des Fußballs, England, sieht man ja inzwischen wohin das führt: Die Fans wollen ihren Verein zurück. In Spanien und Italien sind die Vereine hochverschuldet.
    Das alles gibt es in Deutschland (noch) nicht. Die großen Vereine arbeiten wirtschaftlich, weil sie im Falle eines Falles von niemandem gerettet werden würden. Und die Fans hängen an ihren Vereinen, weil sie eben nicht von Investoren gelenkt werden.
    In Hoffenheim wird großartige Arbeit geleistet, kein Vergleich zu den großen englischen Clubs, die ihre Stars einfach irgendwo einkaufen. Hoffenheim macht sich seine Stars selbst in der modernsten Fußballschule Deutschlands.
    Das wird in Deutschland nicht belächelt sondern sehr begrüßt.

    Auf eine tolle Saison und dass auch international was läuft für „unsere“ Clubs (aso eher meine als eure ;) )

  23. Was nicht stimmt:

    (1) Die Mär dass ohne dem RB-Einstieg die alte Austria Pleite gegangen wäre. Richtig ist, dass es dafür keine stichfesten Anhaltspunkte gibt, das wurde nur als fadenscheiniges Argument gleich am Beginn von RB eingebracht.

    (2) Dass zu RB Salzburg doppelt so viele Zuschauer wie zur alten Austria kamen. Richtig ist, dass bei der alten Austria mehr Zuschauer waren als sie um Europacupplätze/Meistertitel mitspielte und dass auch die damit verbundene Begeisterung deutlich höher war.

    (3) Dass ein violettes Tormanndress ein Diskussionspunkt war. Richtig ist, dass von RB lediglich die fadenscheinige und einmal eingesetzte Möglichkeit von violetten Tormannstutzen geboten wurde, diese aber genausowenig eine Lösungsmöglichkeit dargestellt hätten wie eine nie genannte (!) violette Tormanndress.

    (4) Wo ist das Problem wenn es keinen Bundesligafußball mehr gibt? Richtig ist, dass es sehr viele attraktive Nicht-Bundesligavereine gibt. Noch viel richtiger ist, dass dies sogar in Salzburg Realität ist, wofür man RB im Nachhinein danken müsste, da die neue Austria nun etwas einzigartiges, bewundernswertes und lässiges ist.

    (5) Das professionelle internationale Umfeld bei RB. Richtig ist, dass die sportlichen Ziele nicht erreicht wurden, erst recht nicht international, dass die zahlreichen Kaderveränderungen sicherlich kein internationaler Standard sind und dass gerade auch im Umfeld eine große Fluktuation ohne Konstanz herrscht, ein Blick auf die bisherigen Sportdirektoren, Akademieleiter/-trainer, etc. sollte genügen. Alles was auf internationale Professionalität schließen lassen würde, ist bislang nicht viel mehr als heißer Brei!

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