Gleichheit?

Nennt mich einen träumerischen Idealisten, aber ich habe ernsthaft geglaubt, dass nicht wegen jedem Pipifax, den ein Schiedsrichter mal verzapft, ein komplettes Spiel neu ausgetragen wird. Natürlich war der Elfmeter, den Brugger den Altacher zusprach, ein Geschenk. Natürlich war die Ausführung desselben umstritten. Keine Frage. Aber deswegen gleich das komplette Spiel wiederholen? Stellen wir uns die Situation umgekehrt vor. Rapid geht daheim gegen Altach durch einen ebensolchen Elfer in Führung. Altach kann zwar noch ausgleichen, bekommt aber kurz vor Schluss noch das 1:2 und fährt ohne Punkte heim ins Ländle.
Die Reaktionen wären wohl irgendwo zwischen „Pech gehabt“ und „dumm gelaufen“. In Altach regt man sich noch ein wenig darüber auf, aber da man ja noch wichtige Spiele im Abstiegskampf vor sich hat, lässt man sie Sache auf sich beruhen und schaut wieder nach vorne. Auf die Idee einer Neuaustragung wäre wohl im Traum keiner gekommen. Aber nun ist das arme, arme Rapid der Leidtragende einer solchen Fehlentscheidung, und es wird so lange ein Wirbel gemacht, bis der Senat-1 (mal wieder) Gusi-gleich einknickt und einer Neuaustragung zustimmt. Schließlich ist Rapid auch nicht blöd und weiß, dass dort lauwarme und (fußball-)weltfremde Schreibtischtäter sitzen, die in ihrem Leben noch auf keinem Fußballplatz waren – geschweige denn, aktiv.

Ob Helge Payer besagten Elfer gehalten hätte, wenn er parat gewesen wäre (was ich bezweifle), ist seltsamerweise nie ein Thema gewesen. Ebensowenig wie die Tatsache, dass Rapid nach dem Rückstand noch über eine Stunde Zeit gehabt hat, das Spiel zu drehen, den Ausgleich sogar schon geschossen hat und im Endeffekt ziemlich selbst Schuld daran war, dass man mit Null punkten aus dem Spiel geht. Wenn Altach in gleicher Situation eine Neuaustragung gefordert hätte, wären sie sehr wahrscheinlich vom Arlberg bis zum Neusiedlersee ausgelacht worden. Aber Rapid, ja bei Rapid, da ist es was anderes. Das arme Rapid, wo kommen wir denn dahin, wenn die mal benachteiligt werden?

So, und nun denken wir uns die Geschichte mal weiter. Angenommen, Rapid gewinnt das Wiederholungsspiel. Nicht unrealistisch. Und jetzt nehmen wir weiter an, dass Altach am Ende wegen einem oder zwei Punkten absteigen – ich will nicht wissen, was die dann für ein Gezeter machen. Ähnlich wie vor mittlerweile 10 Jahren, als schon einmal eine ähnliche Situation war, als es um den Abstieg aus der RedZac-Liga ging. Auch damals schaute Altach ein. Auch damals gingen sie vor ein Gericht, und bekamen Recht – die Bundesliga kaufte sich frei. Es käme der Bundesliga auf Sicht sicher billiger, wenn man einfach konsequent wäre.

Und wenn Rapid am Ende wegen dieser Punkte auch noch Meister wird, wäre ich dafür, der Bundesliga einen Lynchmob zu schicken. Von Gleichheit haben die ehrenwerten Herren nämlich offensichtlich noch selten etwas gehört.

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

37 Gedanken zu „Gleichheit?

  1. dass die karten getrennt gezählt werden, ist mir aber auch neu muss ich sagen. nicht dass ichs anzweifle, ich hätts nur noch nie gehört oder mitbekommen…

  2. Zusatz: Die BL behandelt die gelben getrennt, scheinbar war alles ok. Die Tiroler sollen brausen gehn… ;-)

  3. Rapid und Größe zeigen???? Naja…

    Fakt ist: Jede Woche passieren 10000 Schiedsrichterfehler. Allein in Österreich. (Schätzung)

    9000 davon zählen als „Tatsachenentscheidung“, 1000 davon kann man in die vor ein paar Tagen erst erfundene Kategorie „Formfehler“ reihen.

    Die Mauer ist um einen halben Meter zu nah?
    Der Spieler schiesst den Ball in die Mauer?
    Na bitte, haben wir doch den Grund warum er in die Mauer und nicht ins Tor geschossen hat!
    FORMFEHLER!!!! NEUAUSTRAGUNG!

    Es wirkt für mich zu 1000 Prozent so, als ob hier schlicht und einfach ein Grund gesucht wurde warum man Rapid nochmal versuchen lassen kann. Wie Phileit richtig geschrieben hat: Kein Land dass sich im Fußball ernst nimmt hätte hier eine Neuaustragung ernsthaft in Erwägung gezogen.

    Und Rapid und Größe ist wirklich lustig. Spielen in Altach 90 Minuten einen Topfen zusammen, haben in 90 Minuten nichtmal eine Torchance rausgespielt (das 1:1 ist zufällig passiert, weil 2 Verteidiger den ungefährlichen Ball schön unabsichtlich weitergelenkt haben), und dann beschweren sie sich wegen einem „Formfehler“. Ich find das schlicht und einfach peinlich.

    Im übrigen find ich fast interessanter die Situation Tirol – Austria (Als Austrianer!)

    Okotie hat mit der 5. Gelben Karte gespielt (Wenn die wirklich so zählen wie es Tirol meint), demnach müsste rein theoretisch das Spiel entweder neuausgetragen oder sogar strafverifiziert werden…

    … wenn nicht die Austria vor der Partie bei der Bundesliga angefragt , und diese ein ok für den Einsatz gegeben hätte! Damit ist der Fehler eindeutig bei der Bundesliga. Nur wie reagieren:
    Spiel so stehen lassen? Damit hat die BL Tirol geschadet.
    Spiel wiederholen? Dann kann man nur hoffen dass das Spiel gleich ausgeht.
    Strafverifizieren (wie in diesem Fall nicht unüblich)? Damit hat die Bundesliga möglicherweise durch einen Fehler die Meisterschaft mitentschieden.

    Derjenige, der ok gesagt hat, bzw derjenige, der jetzt entscheiden muß, möchert ich nicht sein…

  4. Real hat gegen Getafe verloren. Hörst du sie „Neuaustragung!“ schreien?

    Gut, das war polemisch. Aber da wird halt so lange über den Schiri geschimpft, bis der im Zweifel das nächste mal in einer engen Situation für sie pfeift.

    Würde Rapid ein Zacken aus der Krone fallen, wenn sie die Sache ruhen ließen? Sie sind ja auch ohne die drei Punkte Tabellenführer, haben alle Trümpfe in der eigenen Hand. Sie könnten sogar noch Größe zeigen, wenn sie sagen „um der heiligen ruhe willen, lassen wir’s dabei beuhen“. Würd keinem weh tun.

  5. In keinem sich selbst ernst nehmenden Land dieser Fußball-Welt hätte auch nur einer über eine Neuaustragung nachgedacht.

  6. Nein, aber normalerweise wird der Elfmeter wiederholt. Das ist hier aber nicht geschehen. Von daher finde ich eine Neuaustragung nicht so abwegig, wie du sie gerne darstellen möchtest.

  7. Gott sei Dank gibt es Regeln. Nur leider scheinbar in Ö nicht für Rapid.

    Was soll dies Schwachsinnige Unterscheidung „Tatsachenentscheidung“ und „Schirifehler“? Es gibt diese Trennnung nicht. Beides sind Schirifehler.

    Wie kann man versuchen objektiv die Entscheidung das Spiel zu wiederholen als korrekt hinizustellen? Das ist mir absolut ein Rätsel.

    Punkt 1 in Regel 14 ist „Der Ball muß auf den Punkt gelegt werden“.
    Punkt 2 der auf den sich berufen wird.
    Punkt 3, u.a. dass keine weiteren Spieler sich im 16-er befinden dürfen.

    Es wird NIRGENDWO gewertet. Wird demnach jedes Spiel, bei dem der Ball 10 cm vor dem Elferpunkt liegt, oder ein Gegner zuviel im Strafraum ist, wiederholt??????

    Ich verstehs nicht. Wo steht, dass bei Punkt 2 ein Spiel zu wiederholen ist? Wo steht, dass Payer den Elfer gehalten hätte? Beim Elfer ist der Tormann Aussenseiter. Krasser Aussenseiter.

    Sich auf eine Trennung, die nirgends festgeschrieben steht, einen Punkt, der halt im Regelwerk steht wie 1000 andere, und eine eventuelle Möglichkeit zu berufen um Rapid eine zweite Chance zu geben gegen den Abstiegskandidaten nicht peinlich dazustehn ist eine Frechheit.

  8. Jau, da kann man zurecht diskutieren warum der Senat I da den Protest nicht annimmt. Sowas eignet sich da gut dafür, das Altach-Beispiel eben nicht, weswegen ich nicht verstehe, dass sich viele genau darauf einschießen.

  9. Ich weiß. das Problem hab ich da auch eher in der Reaktion des Schiris gesehen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie man sich dermaßen vertun kann, die GAK-Spieler betreffend. Ich muss doch hören, aus welcher Richtung der Pfiff gekommen ist, schließlich sind die ja nicht taub.

  10. Aber der Schiri damals hat daraufhin sofort in die Halbzeit gebeten, und 15 Minuten später isser rausgekommen und hat verkündet, dass das Tor zählt.

    Muss so um 2000 rum gewesen sein.

  11. Wie kann ein Publikumspfif gleichzeitig ein Halbzeitpfiff sein? Soweit ich weiß war das damals so, dass schlichtweg ein paar GAK-Spieler die Trillerpfeife eines Fans mit der vom Schiri verwechselt haben, das ist schon was anderes.

  12. Was war denn damals mit dem Wallner-Tor nach dem Publikums-Pfiff, der gleichzeitig der Halbzeitpfiff in der 43. Minute war?

    Da hat sich der GAK auch (zu recht!) aufgeregt, wurde aber abgeschmettert.

  13. Jau, aber auf eine Unterstellung hin kannst du keinen Verdacht begründen. Das ist nichtmal ein Indiz. An deiner Stelle würd ich eher vergangene fragwürdige Urteile pro den Wiener Klubs sammeln und zu einem Artikel machen. Aber hier bringt aufregen gar nix, weils hier korrekt gelaufen is ;)

    Ich versteh schon welches Pferd du aufzäumen willst, aber du machst es mMn von der falschen Seite. Mein Ziel ist zu keiner Zeit Rapid oder den Senat I in Schutz zu nehmen, aber du behandelst ausgerechnet einen problemlosen Fall von Spielwiederholung wie ein Fallbeispiel für den Beleg viennozentrischer Handlungsweise der BuLi. Als Überleitung zu einer Sammelkritik oder einem anderen, bedenklichen Fall wärs ja gegangen, aber so geht die Kritik irgendwie ins Leere.

  14. „Oder wenn es so gelaufen wäre wie es gelaufen ist, nur mit dem Elfer für Rapid und Altach hätte angefochten und die Neuaustragung erhalten?“

    Genau das ist der Punkt, auf den ich schon im Artikel selbst hinauswollte – ich bin mir (Mafia hin oder her) 100%ig sicher, dass Altach die Neuaustragung NIE IM LEBEN bekommen hätte.

  15. Siehst du, und ich glaube durch deine Annahme einer „Wiener Mafia“ (egal ob sie existiert oder nicht) siehst du das zu emotional. Was denn, wenn Rapid in dem Spiel klar besser gewesen wäre?

    Oder wenn es so gelaufen wäre wie es gelaufen ist, nur mit dem Elfer für Rapid und Altach hätte angefochten und die Neuaustragung erhalten?

    Es gibt Bedingungen die eine Wiederholung rechtfertigen, und das hier wäre so ein Fall. Ich glaub es ist FIFA Regel 14 die sagt, dass „alle Spieler richtig postiert sein müssen“. Bei nem Freistoß ist das vielleicht weniger heikel, weil da auch das Regulativ nicht so genau ist (da gibts im Grunde nur die 9m Abstand vor dem Pfiff). Für eine Elfersituation, die wie gesagt ja ein Spiel erheblich beeinflussen kann, ist das anders.

    Nochmals, es gibt nicht viele Fälle, bei denen man eine Neuaustragung vertreten kann. Dieser ist ein solcher, egal ob es jetzt Rapid oder Altach getroffen hätte.

  16. Nein. Altach drei Punkte geben und Rapid keinen. Genauso, wie das Spiel ausgegangen ist – auf welche Art auch immer.

  17. Wie wäre es, wenn ich mal einen anderen Artikel dazu schreibe? Wollte jetzt eigentlich alles in eine Antwort schreiben, aber das wäre doch ein wenig viel…

  18. Es geht nur um Entscheidungen dieser Sorte, die also unmittelbar am Schiri hängen, weil er sie kontrolliert / kontrollieren soll (dafür isser ja da). Davon gibt es nicht soviele, die ein Spiel maßgeblich beeinflussen. Eigentlich dürfte das eh nur bei Mehrfach-Gelben und im Rahmen eines Elfers möglich sein, spontan kommt mir da keine andere vom Schiri kontrollierte Situation in den Sinn, und da passieren Fehler in dem Ausmaß (es war ja nicht so, das bloß irgendein anderer Spieler nen Schritt im Strafraum war als geschossen wurde, sondern der Torwart im Nachteil weil nicht einmal dem Ball zugewandt).

    Über tendenziöses Agieren in den oberen Ebenen der BuLi kann man wie gesagt reden und wohl an einigen Beispielen auch festmachen. An dem hier aber sicherlich nicht, weils richtig ist ;)

    Und ad „Deswegen gleich alles wiederholen“. Was willst du sonst machen? Altach drei und Rapid einen Punkt geben? Dann klagen 8 andere Vereine dagegen. Es geht hier nicht anders.

  19. Sicher sind Sachen ziemlich falsch gelaufen in dem Spiel. Aber deswegen gleich alles wiederholen?
    Demnächst rennen alle bei fragwürdigen Entscheidungen herum und schreien „Protest!“

  20. ad 1) Der Spielverlauf danach schon ;)

    ad 2) Es geht um absolut vermeidbare Fehler, hab ich schon in der ersten Antwort geschrieben. Wenn ein Schiri ein Foul falsch einschätzt und/oder deswegen zu milde urteilt und ein Spieler nach zwei Blutgrätschen immer noch am Platz ist und das Siegtor schiesst, sind wir bei der Tatsachenentscheidung. Das sind Fehler die passieren aus dem Spiel heraus und müssen blitzschnell vom Ref-Team beurteilt werden. DAS ist dann auch die Tatsachenentscheidung. Nicht aber, wenn es ums Formale geht, und der Spieler zB. noch am Platz ist obwohl er eigentlich schon unter der Dusche sein sollte, weil es schon seine zweite Gelbe war und der Schiri das nicht mitbekommen hatte (Tirol-Fall). Das ist ein grundsätzlicher Unterschied.

    ad 3) Das der Schiri in dem Moment gesagt hat, es ist ein Elfer, ist die Tatsachenentscheidung (siehe Muster in 2) ). Soweit so klar, da musste ein Zeitraum vom Bruchteil einer Sekunde (in der das Foul passiert ist) bewertet werden. Da sind Fehler nicht leicht vermeidbar. Dagegen ist Rapid auch nicht vorgegangen.
    Wenn es aber um die festgelegte Ausführung eines Elfers geht, also einer Situation die der Schiri vom Ablauf her komplett unter Kontrolle und Übersicht hat (erinnere dich an den wiederholten Bayern-Elfer), ist das was anderes. Da steuert er den Ablauf, und der ist von den Regeln nunmal so festgelegt, dass der Keeper mit Blick zum Schützen auf der Linie stehen muss, und dieser nicht schießen kann wenn er halb im Tor drin dem Publikum zugewandt steht. Es wäre seine Pflicht gewesen, hier noch zu warten bzw. Payer aufzufordern sich zu platzieren (und ausbleibende Reaktion ggf. zu ahnden).

    Ich weiß schon, dass die Auswirkungen zB. bei einem zu milde bestraften Spieler und einem solchen, der mit 2 Gelben noch am Platz steht dieselben sind, die Vermeidbarkeit und damit die unmittelbare Gewichtung der Schiri-Verantwortung ist aber eine komplett andere ;)

  21. 1.) Beim Elfmeter stand es 0:0, der Spielverlauf bis dahin war nie ein Thema.

    2.) Willst du jetzt bei jedem groben Schiri-Fehler das ganze Spiel neu austragen? Wie oft passiert es, dass ein Spieler ein entscheidendes Tor schießt, der schon vor ausgeschlossen hätte werden sollen. So what? Das ist Fußball.

    3.) Ändert nix daran, dass es nach Fußballregel eine Tatsachenentscheidung ist. Richtig oder falsch, ist dabei völlig irrelevant. Wenn der Schiri in dem Moment auf dem Platz sagt, dass es passt, dann passt es. Punktum. Schluss, Aus. Altach hat das Spiel 2:1 gewonnen, wie ist komplett wurscht.

  22. Der Spielverlauf bis zum Elfer ist nicht relevant. So sehr ich eure Argumentation nachvollziehen kann, aber sie ist emotional und nicht sachlich orientiert. Das Spielchen lässt sich ja weiterspielen, weil eben keiner genau weiß was passiert wäre, wäre der Elfer regelgerecht ausgeführt worden. Es geht nicht darum ob das Spiel dank dieses groben (!) Schirifehlers ein dem Spielverlauf gerechtes Ergebnis hatte oder nicht. Es geht darum, dass es einen komplett vermeidbaren Fehler gab, der das Ergebnis ganz entscheidend beeinflusst haben könnte.

    Um Phil’s Beispiel aufzugreifen: Was, wenn Payer den Elfer gehalten hätte und sonst um genau diesen einen Punkt den Meistertitel verfehlen würde? Da geht’s nicht um Sympathie und Antipathie, da geht’s einfach um einen Fehler der von einem Profischiri in einer angeblichen Profiliga so einfach nicht verbrochen werden darf.

    Bezogen auf diesen einen Fall trägt der Referee die Schuld – sonst niemand, denn die Entscheidung des Senats ist korrekt. Und so einen Fehler musst du behandeln und kannst du gar nicht anders behandeln als mit einer Neuaustragung (siehe das Tirol-Beispiel). Das ist natürlich scheisse für Altach, weil die für den Fehler nix können und der Elfer vermutlich ein Tor geworden wäre.

    An der Richtigkeit der Entscheidung – in diesem Fall (!) – gibt’s daher keinen Zweifel. Ob der Senat I in der Gesamttendenz oft pro-Wien entscheidet ist eine andere Sache, die man durchaus diskutieren kann. Eine solche These würde ich dann aber an einer Summe von Fällen und besseren Einzelbeispielen als diesem hier festmachen.

    Das bei uns nicht immer sonderlich professionel gearbeitet wird (Strafen-Beispiel) ist eh kein Geheimnis, schließlich sind wir ja ein Fußball-Entwicklungsland ;)

  23. Ich hau in erster Linie auf den Strafsenat, der eindeutig Pro-Rapid entschieden hat. So ein Urteil gabs noch nie, und wirds garantiert nie gegen Rapid geben.

    In zweiter Linie hau ich aber auf Rapid, die in einem Sport sich absolut unsportlich verhalten, und nicht akzeptieren, dass sie in 90 Minuten keine Torchance hatten, schlecht gespielt haben, und vollkommen zurecht verloren haben. Ebenso lächerliche Gründe für eine Neuauflage eines Spiels find ich in jeder Partie.

    Im übrigen darf man eines nicht vergessen: Es ging nicht um den Elferpfiff, sondern darum, dass der Payer angeblich nicht bereit war. Wie hoch sind die Chancen, dass der Payer den Elfer in 100 Prozentiger Bereitschaft gehalten hätte? Weit geringer als die Chance, dass die Grünlinge das Widerholungsspiel gewonnen. Insofern beweist diese Entscheidung nur, dass es definitiv so ist, dass Rapid massiv bevorzugt wird.

    Und sollte Rapid auch nur einen Platz durch diese Farce gewinnen, und Altach auch nur einen Platz verlieren, bin ich dafür sofort alle Spiele der Bundesliga zu boykottieren.

  24. Natürlich hau ich in erster Linie den Strafsenat an.

    Den gleichen Strafsenat übrigens, der 150€ statt 10.000€ wegen Schiribeleidigung verhängt und 50€ stratt 10.000€ wegen Versagen des Ordnerdienstes, wie es in ernsthaften Fußball-Ländern der Fall ist.

  25. Ich finds schon lustig, dass jetzt jeder Rapid dafür die Schuld geben will. Schließlich ist es das gute Recht von JEDEM Verein wegen irgend etwas Protest einzulegen. Etwas anderes ist es, demjenigen dann auch noch recht zu geben und noch einmal etwas ist es, gleich eine Neuaustragung anzuberaumen.
    Von daher würde ich sagen: Rapid wird wegen Mangels an Beweisen freigesprochen, der Strafsenat trägt die alleinige Schuld an der ganzen Diskussion.

  26. Wenn wegen jedem bedenklichen Scheiß eines Schiedsrichters ein Spiel neu ausgetrgen wird, haben wir pro Saison 20 Spiele mehr.
    Rapid hat das Spiel in Altach hochverdient verloren, ich finde es nun mal der Konkurrenz gegenüber unfair, das nochmal spielen zu dürfen.
    Und wenn Rapid deshalb Meister wird und/oder Altach deswegen absteigt, ist die Meisterschaft von Juristen entschieden worden, und nicht von Fußballspielern.

  27. Sorry, könnte mir bitte jemand den Punkt im Regulativ zeigen, der die Neuaustragung erlaubt???? Nicht den Punkt, wie Tormann und Spieler beim Elfer zu stehen haben, sondern dass eine Neuaustragung erlaubt ist. Sollte das wirklich erlaubt sein, hätt ich gern eine Zusammenstellung aller Möglichkeiten, wann eine Neuaustragung erlaubt ist. Und dann beeinspruch ich garantiert 50 Prozent aller Rapid-Spiele zurecht…

  28. Unglaublicher Skandal.

    Schiedsrichterfehler passieren in jeder Partie zur Genüge. Für mich gibts keinen erkennbaren Unterschied zwischen „Pfeift zu früh“, „Pfeift einen Elfer, der keiner war“ und „schliesst ungerechtfertigt einen aus“.

    Schiedrichterfehler passieren. Das sieht man in jedem zweiten Derby. Schiedsrichterfehler passieren zufällig auch häufig für Rapid. Zufällig natürlich. Sollte es einmal sein dass ein Fehler gegen Rapid passiert, dann ist das ein Skandal. Genug aufregen, schon darf Rapid nochmal.

    Ich hoff inständig, dass jeder Gegner der grünen jetzt genauso angfressen auf diese extreme unsportlichkeit der Grünen ist, und 120 Prozent gibt, und sie nichtmal in die Top 4 kommen.

    Die Grünen haben 90 Minuten lang keine echte Torchance gehab, selbst das 1:1 ist schwerst zufällig passiert, weil 2 Altacher den Ball blöd abgelenkt haben… Unfassbar das ganze

  29. Ahnungslosigkeit ist ja grundsätzlich keine Schande.
    Wenn man sie aber hemmungslos zur Schau stellt, kanns leicht peinlich werden.
    Bedenklich wird sich Sache bei „…einen Lynchmob zu schicken…“.
    Wo bist denn du angrennt?

  30. Das denk ich nichtmal. Dafür war die Aktion einfach zu spielentscheidend, da hätte selbst die ominöse „Wiener Mafia“ nicht drüber hinweggekonnt.

  31. Das ist nicht der Punkt. Wenn das Regulativ eine Neuaustragung erlaubt, in Gottes Namen, machen wir eine Neuaustragung.

    Der Punkt ist: In gleicher Situation hätte ein Protest von Altach garantiert zu keiner Neuaustragung geführt.

  32. Nanana, da is aber der „Wiener Mafia“-Verschwörungstheoretiker etwas mit dir durchgegangen.

    Sicherlich ist die Wahrscheinlichkeit einen Elfer zu halten gering (wie war das gestern: Ein Elfer ist zu 87% ein Tor), aber ausschließen kannst du es nicht.

    Ich hab mir die Szene jetzt ein paar mal angesehen. Es ist zwar nicht so, das Payer den Elferschützen gar nicht sieht, aber er ist sichtlich überrascht, weil er nicht damit rechen muss, dass der Schiri den Elfer anpfeift, während er noch mit dem Gesicht zum Publikum steht. Elfmeter sind halt eine heikle Sache, und bei heiklen Sachen muss man sich im Zweifel ans Regelwerk halten.

    Das Rapid den Elfer an sich beeinsprucht wäre nicht gegangen. Bei Fouls sind Schiripfiffe Tatsachenentscheidungen, der Logik folgend, dass das Schiedsrichterteam auch anfällig für menschliche Fehler ist. Soweit so gut. Ein Elfer ist aber ein ruhender Ball, es gibt gewisse, niedergeschriebene Kriterien dafür, wie er ausgeführt wird, und das nicht zum Spaß. Das ist eine Situation, die der Schiri direkt unter Kontrolle hat, die er selber lenkt.

    Und da muss er sich eben an diese Regeln halten, weil sie Sinn ergeben. Eben weil es konkret um eine große Torchance geht, die am Spielverlauf und Ergebnis für beide Teams viel ändern kann, darum ist es gerade da wichtig sich nach dem Reglement zu richten. Das mag an anderer Stelle unnötig erscheinen, wenn zB- ein Spieler fürs kirze Leibchen ausziehen beim Jubeln Gelb kriegt, was ich auch für Schwachsinn halte, in einer spielentscheidenden Situation (und beim Stand von 1-1 ist es das halt, wäre Altach 3-0 vorne gelegen, und der Senat hätte dem Protest stattgegeben, würde ich deine Theorie für plausibel erachten). Umgekehrt wäre es genauso, wäre das Altach wiederfahren mit dieser Elfersituation, hätten sie genauso protestiert, da bin ich mir sicher. Auch denen geht es um Punkte, nur weil es ein Dorfklub ist, hält er bestimmt nicht die andere Backe hin.

    Erinnere dich an ein vergangenes Spiel, damals in der CL-Quali. Da wars der damalige FC Tirol gegen Lok Moskau (glaub ich wars). Da wurde auch das Heimspiel der Innsbrucker wiederholt, weil der Schiri einem Lok-Spieler zwei Gelbe gezeigt hatte statt ihn vom Platz zu stellen. Das Ergebnis nach der Neuaustragung war dasselbe, trotzdem war die Wiederholung okay. Es war ein verhinderbarer Fehler, und ein Spieler weniger bei noch relativ viel Restzeit kann vieles ändern. So wie auch ein korrekt ausgeführter Elfer in diesem Fall noch eher „haltbarer“ gewesen wäre wie er es im konkreten Fall gewesen ist. Selbst wenns dadurch nur eine 13%-Chance ist.

    Damals wie heute: Entscheidung korrekt, meiner Meinung nach.

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