Alle Beiträge von Philipp Eitzinger

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

Schottland 1, Österreich 0: Ein Schlusspunkt als Durchgangsstation

Am Ende verliert man. Das liegt in der Natur der Sache. „Die Menschen müssen verstehen, dass der Misserfolg im Fußball viel häufiger ist und der Erfolg die Ausnahme“, dozierte Marcelo Bielsa. Wenn man ein Turnier nicht gewinnt, und bis auf einen einzigen Teilnehmer gewinnt niemand ein Turnier, endet es stets mit dem Ausscheiden. Das kann heroisch sein, einen bei aller Enttäuschung im ersten Moment stolz über das Erreichte zurücklassen. So wie bei den ÖFB-Frauen im EM-Halbfinale 2017 und im EM-Viertelfinale von 2022.

Es gibt, um einen Ausflug zum Tennis zu machen, den unglaublichen Vier-Stunden-Krimi gegen Rafael Nadal im US-Open-Viertelfinale, den man im Tie-Break im Fünften verliert, was einen auslaugt, aber mental stärker macht. Und es gibt das sang- und klanglose Dreisatz-Aus im Melbourne-Achtelfinale gegen Grigor Dimitrov, wo der letzte Satz 0:6 in die Binsen geht. Oder eben ein 0:1 nach Verlängerung im schottischen Scheiß-Wetter von Glasgow, bei dem einem 120 Minuten lang so gut wie nichts gelingt, und mit der man die riesige Chance auf die erstmalige WM-Teilnahme sprichwörtlich versenkt, schon im ersten von bis zu drei Playoff-Spielen.

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Weltmeister ist zu stark: Österreich verliert 0:2

Mit dem 103. Länderspiel zog Marko Arnautovic mit Andi Herzog als Rekord-Spieler bei den ÖFB-Herren gleich. In den 90 Minuten im Stade de France konnte Österreich aber so gut wie nie eigene Initiative ergreifen. Zu gut war das Team aus Frankreich, welches das ÖFB-Team mit genau jenen Mitteln besiegte, die sonst die Rangnick-Spielidee ausmachen: Hohes, aggressives Anlaufen, die Luft nehmen, Ballgewinne im Angriffsdrittel provozieren. Nur weil Frankreich zahlreiche Top-Chancen liegen ließ, dauerte es eine Stunde bis zur Entscheidung.

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Große Bilanz: Die größte EM – der größte Sieger?

Wenn es heißt, ein Ergebnis sei „gut für den Sport als Ganzes“, ist Vorsicht geboten. Die Signifikanz einzelner Ergebnisse, und mögen sie noch so bedeutend sein: Daraus eine Wirkmächtigkeit für eine ganze Disziplin, einen ganzen Sport stricken zu wollen, ist mindestens gewagt, vermutlich gar töricht. Viel wichtiger ist das „Big Picture“, das große Ganze, das von einem Turnier wie der EM und der geballten Aufmerksamkeit angestoßen, aber nicht singulär angetrieben wird. Nicht mehr, zumindest.

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Tramway nach Brentford: Gekommen, um zu bleiben

„Wir übertreiben nicht, wir sind so!“ Dieser Satz, mit dem Marina Georgieva nicht ganz ohne demonstrativen Trotz einen Insta-Post versah, hat – vermutlich nicht ganz beabsichtigt, aber doch – mehrere Ebenen, die auf dieses östrereichische Frauen-Team zutreffen. Als Reaktion auf Kritik am mancherseits als allzu ausgelassen empfundenem Jubel nach dem Arbeits-Pflichtsieg gegen Nordirland gedacht, kann man ihn auch auf die Leistungen der ÖFB-Frauen bei der EM in England münzen.

Das Viertelfinale war nicht übertrieben. Die sind wirklich so gut.

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Viertelfinale: Deutschland wankt, aber ÖFB-Frauen bringen Gegner nicht zu Fall

Eine Stunde lang konnten die ÖFB-Frauen in ihrem zweiten EM-Viertelfinale absolut mit Deutschland mithalten und sie stellten den Favoriten vor einige Aufgaben, trafen zudem dreimal das Aluminium. Neben individuellen Fehlern bei den Gegentoren war es aber auch die längere Bank, die das Match ab der 60. Minute zunehmend in Richtung Deutschland kippen ließ.

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1:0 über Norwegen: ÖFB-Frauen im EM-Viertelfinale!

Immer schon rein in die Wunde und darin herumbohren! Die ÖFB-Frauen haben in ihrem De-facto-Achtelfinale gegen Norwegen eine knappe Stunde lang alles getan, um sich einen Sieg zu verdienen. Sie gaben den mental nach dem 0:8 gegen England lädierten Gegner lange keine Gelegenheit, zu sich zu finden und am Ende wurde der 1:0-Erfolg über die Zeit verteidigt. Damit wurde wie 2017 die EM-Vorrunde überstanden, nun wartet im Viertelfinale Deutschland.

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Die anderen EM-Teams: Kandidaten, Fragezeichen – und Schießbuden?

Titelverteidiger Holland, Olympia-Finalist Schweden, der ewige Underdog Dänemark? Die (ehemalige) Frauenfußball-Großmacht Deutschland, das nach oben drängende Spanien? Oder doch endlich der immerwährende Under-Achiever Frankreich? Neben echten und vermeintlichen Titelkandidaten gibt es aber auch jene Teams bei der Frauen-EM in England, die wohl nicht viel holen werden und auch die eine oder andere mögliche Überraschung.

Hier im Kurzportrait: Die EM-Teilnehmer der Gruppe B und C und D.

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