Startschuss: Die ÖFB-Frauen auf dem Weg zur EM

Flug von Wien nach Moskau-Vnukovo, dort viereinhalb Stunden Aufenthalt, danach Weiterflug nach Shimkent – Ankunft um 6 Uhr morgens Ortszeit, also um 2 Uhr nachts nach unserem Zeitgefühl. Vier, fünf Stunden Schlaf, dann Brunch – und ab zum Training.

Die Qualifikation für die Frauen-EM 2017 beginnt für Österreich mit einer reichlich mühsamen Reise nach Kasachstan. Im Idealfall endete die Quali in einem Jahr mit dem Ticket für die Endrunde in Holland. Es wäre das erste große Turnier für Österreich. Die Chancen dafür stehen gut: Nicht umsonst ist man seit zehn Spielen in anderthalb Jahren ungeschlagen. Die acht Gruppensieger und die sechs besten Zweiten sind dabei, die verbliebenen Zweiten spielen im K.o.-Duell um einen weiteren Platz.

Team Österreich

Einmal heimischer Ligabetrieb, möglicherweise einmal US-College-Liga, und ganz oft deutsche Bundesliga: Wenn die ÖFB-Frauen in die EM-Qualifikation für die Endrunde 2017 in Holland starten, stehen sie in puncto Legionärs-Quote den Herren um nichts nach. Nur Nadine Prohaska von Meister St. Pölten darf sich als Spielerin aus der österreichischen Liga ihres Platzes sicher sein. Alleine in diesem Sommer gab es mit Makas (Freiburg), Billa (Hoffenheim), Burger (Sand) und Maierhofer (Bremen) vier Transfers von Österreich in die AFBL, dazu stieg Schiechtl mit Bremen auf.

Das ist zum einen eine Folge der ständig wachsenden Klasse der vor allem jungen heimischen Spielerinnen, die samt und sonders in der Nationalen Akademie für Frauenfußball in St. Pölten ausgebildet wurden (die Akademie stellt auch die U-19 und die U-17 des ÖFB). Dass so viele Österreicherinnen in der mit sehr viel Abstand stärksten Liga der Welt spielen, lässt im Gegenzug dann natürlich auch die Qualität im Nationalteam steigen.

Genau so war das geplant.

Seit Dominik Thalhammer (der auch die Akademie leitet) das Amt des Teamchefs 2011 übernommen hat, wurde schrittweise ein immer bösartigeres Pressing etabliert, das auch sehr nuanciert gespielt werden kann – sowohl sehr hoch angesetzt (wie etwa beim 2:1-Sieg im April gegen Australien) oder auch tiefstehend in der eigenen Hälfte auf Konter lauernd (wie beim 2:0 im März gegen Irland). Wenn Österreich in effektive Gegenpressing-Formationen kommt (wie bei 3:1 gegen Finnland), kommen auch stärkere Gegner kaum ins Spiel.

Es ist den Beteiligten aber auch klar, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. „Wir haben uns in den letzten Jahren viel erarbeitet, im Spiel gegen den Ball wollen wir eines der besten Teams Europas werden. Aber wir wissen, dass wir gerade gegen die ,kleineren‘ Teams noch einiges aufholen müssen“, so Thalhammer im Bezug auf das Spiel mit Ball und das Gestalten des Spiels gegen ein destruktiv agierendes Team.

Personelle Kontinuität

Von Thalhammers erstem Pflichtspiel im September 2011 sind noch immer sieben Spielerinnen dabei (Kristler, Wenninger, Feiersinger, Schnaderbeck, Prohaska, Makas und Burger), und hätte Sarah Puntigam damals nicht an einem Kreuzbandriss laboriert, wären es sogar acht. Sie sind bis heute das Gerüst und diese personelle Kontinuität zahlt sich aus. Dies ist eine weitere, deutliche Parallele zur Mannschaft von Marcel Koller.

Diese Stützen haben auch das Vertrauen von Thalhammer, selbst wenn sie im Verein nicht immer erst Wahl sind. Das trifft derzeit auf Wenninger und Feiersinger zu, die nach ihren schweren Verletzungen (Kreuzbandriss bzw. Schien- und Wadenbeinbruch) beim deutschen Meister Bayern München noch keinen Weg zurück in die Stammformation gefunden haben.

Durchgängigkeit

Da das Stammpersonal seit Jahren steht (und das angeführte Oktett weist dennoch ein Durchschnitts-Alter von nur 24,3 Jahren auf), taktisch Kontinuität herrscht und auch eine inhaltliche Durchgängigkeit in die U-Jahrgänge besteht, fällt es den jungen und gut ausgebildeten neuen Kräften leichter, ins Kollektiv hineinzufinden.

Das gilt etwa für Sophie Maierhofer, die im Februar in Spanien debütierte und sofort einen starken Eindruck hinterließ, oder auch für Nici Billa, die mittlerweile in Hoffenheim spielt und sich auch dort sofort gut zurechtfand.

„Wir haben mittlerweile wirklich viele Optionen, und wenn Lisa Makas und Verena Aschauer dabei wären, wäre der Konkurrenzkampf sogar noch viel größer“, spricht Thalhammer Makas‘ Kreuzbandriss an (Comeback im Frühjahr geplant) und Aschauers Schambein-Entzündung, die sie seit einem halben Jahr plagt. Doch die letzte Quali hat gezeigt: Selbst wenn Wenninger und Feiersinger ausfallen, gewinnt das Team.

Die Gruppe

spielplan autNun geht es auf der Jagd nach einem EM-Ticket gegen Norwegen, Wales, Israel und Kasachstan. Erstmals sind bei einer EM-Endrunde 16 Teams dabei, das sind vier mehr als bei den letzten beiden Turnieren (2009 in Finnland und 2013 in Schweden holte jeweils Deutschland den Titel). Die Erfahrungen vor allem des Turniers in Schweden haben gezeigt, dass die moderate Erweiterung von 12 auf 16 absolut vertretbar ist, zumal nun der Modus geradliniger ist.

Um bei der Endrunde in Holland dabei zu sein, muss Österreich entweder Gruppensieger werden oder einer der besseren sechs (von acht) Zweiten. Die beiden verbleibenden Zweiten spielen dann ein Play-Off um einen weiteren Platz. Bei den letzten beiden Qualifikationen wurde Österreich jeweils Gruppenzweiter. Für 2013 hinter Dänemark, ehe man im Play-Off an Russland scheiterte. Und für 2015 hinter Frankreich, wobei man Finnland hinter sich gelassen hat.

Der Gruppenfavorit: Norwegen

Norwegen - England 1:2 (0:0)
Norwegen – England 1:2 (0:0)

Für den EM-Finalisten von 2013 (wiewohl, wir erinnern uns, Norwegen das Endspiel als bestenfalls viertbestes Team des Turniers nur wegen Losglück erreicht hat) war die Weltmeisterschaft im Sommer schon nach dem Achtelfinale vorbei. Zu recht: Zu vorhersehbar war die Spienanlage, zu anfällig war man bei Pressing des Gegners, zu sehr haben sich Leistungsträger versteckt. Teamchef Even Pellerud zog die Konsequenzen und nahm den Hut.

„Jetzt kann man die bisherigen Videos zur Teamanalyse wahrscheinlich vergessen“, seufzte ÖFB-Teamchef Thalhammer im ersten Moment. Das muss aber nicht so sein: Denn Pelleruds Nachfolger ist sein Co-Trainer Roger Finjord, der ohnehin schon die meiste matchbezogene Arbeit leistete (wie in diesem Video vom EM-Halbfinale gegen Dänemark schon zu sehen ist), während Pellerud „nur“ den Kopf dafür hinhielt.


In seinem ersten Kader verzichtete Finjord auf Routinier Solveig Gulbrandsen (34), was ein Schritt zur Verjüngung des Teams ist. Die ist einerseits notwendig (im EM-Finale waren sechs Spielerinnen über 30 Jahre alt, zwei sind noch übrig – Hjelmseth und Rönning), andererseits ein Risiko: Denn die eigene Liga ist international zweitklassig und wirklich nennenswert starken Nachwuchs gibt es kaum. Die einzigen beiden in Finjords erstem Kader, die noch ohne Länderspiel sind, sind die beiden Reserve-Goalies.

Norwegen stellt sich aktuell als ein Team aus Mitt- bis Endzwanzigern dar, denen es ein wenig an internationaler Klasse fehlt. Spielerinnen wie Gry Töfte-Ims (29), Lene Mykjåland (28) und Marita Lund (26) sind lange dabei, ohne jemals wirklich Verantwortung übernehmen zu müssen. Aus Mitläufern müssen nun Leistungsträger werden, das ist Finjords Aufgabe.

Norwegen spielt üblicherweise in einem recht klassischen 4-3-3 mit einem zentralen Anker auf der Sechs (bei der WM war das Mykjåland) und zwei Achtern, die die Außenspielerinnen unterstützen und für Dynamik sorgen sollen. Die Außenstürmerinnen (normal Hansen und Hegerberg, derzeit spielt dort Minde statt der verletzten Hansen) haben Zug in den Strafraum. In der Abwehrkette gibt es mit Holstad und Rönning in der IV durchaus Spielverständnis.

Die Stärke des norwegischen Teams ist die robuste körperliche Verfassung und das körperbetonte Spiel, defensiv steht man im Normalfall recht diszipliniert und lässt dem Gegner wenig Raum (so kam man ins EM-Finale). Die größte Schwäche ist vor allem die fehlende Stabilität, wenn der Gegner aggressiv presst. Da geht extrem schnell die Ordnung verloren und herrscht oft blanke Panik – angesichts der auf aggressivem Pressing aufgebauten Anlage von Österreich ein Punkt, der eindeutig für das ÖFB-Team spricht.

Österreich - Norwegen 0:4 (0:2)
Österreich – Norwegen 0:4 (0:2)

Die Bilanz von Österreich gegen den Weltmeister von 1995 ist (natürlich) klar negativ: Drei Spiele, drei Niederlagen, 0:9 Tore. Das letzte Aufeinandertreffen datiert aus dem Jahr 2009 (beim Algarve-Cup), einmal war man in der gleichen Quali-Gruppe. Auf der Jagd nach einem Ticket für die EM 2009 gab es ein 0:3 in Lilleström und ein 0:4 daheim in Amstetten (siehe Aufstellung) – dieses Match fand zeitgleich zu Österreichs Herren-Heim-EM statt. Mit Lene Mykjåland und Nina Burger sind noch jeweils eine Spielerin von damals übrig (Schnaderbeck und Wenninger gehörten aber auch schon zum Kreis der Teamspielerinnen).

Für das ÖFB-Team sind die beiden Termine gegen Norwegen die vermeintlich „leichtesten“, weil jeder Punkt ein Bonus gegenüber der Konkurrenz wäre. Dafür kann man wieder ein Ausrufezeichen setzen, sollte man der klassischen Frauenfußball-Nation tatsächlich beikommen. Das ist alles andere als unmöglich, weil die österreichische Stärke genau die norwegische Schwäche anbohrt, und weil Österreich schon gezeigt hat, dass man keinerlei übertriebenen Respekt vor großen Nationen hat. Das zeigte etwa der überzeugende Sieg im April gegen den späteren WM-Viertelfinalisten Australien.

Prognose: Österreich holt 1 bis 4 Punkte.

Hauptgegner um Platz zwei: Wales

Ihr Name ist Jessica Fishlock, drahtig und platinblond, sie sieht ein wenig aus wie eine schmälere Version von Megan Rapinoe (und ist in Seattle auch ihre Teamkollegin) – und sie ist die deutlich beste Spielerin des Teams aus Wales. Die 28-Jährige, die im zentralen Mittelfeld spielt, ist aber wohl auch ein schwieriger Charakter. Das legt zum einen ihre Vita nahe: zwei Jahre in Holland, anderthalb in England, zweimal ein halbes Jahr in Australien, ein Herbst in Deutschland – und dazwischen, wenn dort die Saison läuft, in der US-Profiliga. Dort erreichte sie mit Seattle (und Rapinoe und Solo) das Finale gegen Kansas City (mit den Weltmeisterinnen Holiday, Sauerbrunn, Rodriguez und O’Reilly), das Anfang Oktober steigt.

Zum anderen ist ihr Verhältnis mit Jayne Ludlow, die seit einem Jahr das walisische Team trainiert, allem Anschein nach nicht das beste. Nachdem Fishlock für ein Test-Turnier im März nicht berufen wurde, verlegte sich der Austausch diplomatischer Noten auf die Basis von Facebook-Meldungen. So oder so: Nun, zum Start in die EM-Quali, ist Fishlock wieder dabei.

Das ist für Wales auch überlebenswichtig. Denn abgesehen von ihr spielt nur Stürmerin Natasha Harding (beim englischen Spitzenteam Manchester City) in einer halbwegs konkurrenzfähigen Mannschaft. Das Gros des Kaders hat sich bei Reading in Englands 2. Liga eingenistet. Das heißt: Man kennt sich zwar aus dem täglichen Ligabetrieb, aber besonders hoch ist die Qualität nicht.

wmquali2015 gruppe6In der WM-Qualifikation hatte man in der deutlich schwächsten der sieben Gruppen bis zum letzten Spiel die Chance auf Platz zwei, verpasste diesen aber mit einer 0:1-Niederlage gegen das Team aus der Ukraine. ÖFB-Teamchef Thalhammer erwartet Wales als körperlich robusten und einsatzfreudigen Gegner, von Spielweise und Qualität vergleichbar mit Irland. Wir erinnern uns: Irland hatte bei einem Test im März überhaupt keine Chance gegen das aggressive österreichische Team.

Dennoch sollte man aus österreichischer Sicht den zweiten Platz schon vor der letzten Partie im September 2016 abgesichert haben – denn der walisische Verband setzte bei der Terminkonferenz seinen Wunsch durch, diese finale Partie daheim gegen Österreich zu spielen. Idealerweise reist Österreich da mit vier Punkten Vorsprung an (oder mit drei und einem hohen Hinspiel-Sieg im Rücken).

Österreich spielte bisher fünfmal gegen Wales, die Bilanz ist positiv: Drei Siege, zwei Remis, keine Niederlage. In der B-Gruppe der Quali für die EM 2001 (damals wurde die Quali noch in zwei Gruppen ausgetragen, die B-Sieger durften beim nächsten Mal in der A-Gruppe spielen) gab es ein 1:1 in Langenrohr (das österreichische Tor erzielte Yvonne Krivohlavek) und einen 1:0-Sieg in Newtown (Tor von Sonja Spieler) unter Vertretungs-Teamchef Paul Gludovatz.

In der darauf folgenden Quali für die WM 2003, immer noch in der B-Gruppe, gewann Österreich 2:0 in Llanelli (Stallinger, Hufnagl), ehe es ein weiteres Heim-1:1 in Ottensheim gab (wieder mit dem Tor von Sonja Spieler). Beide Quali-Vierergruppen beendete Österreicher als Dritter vor Wales. Das bisher letzte Duell gab es 2009 beim Algarve Cup, Österreich siegte 2:1 (Entner, Walzl bzw. Fishlock) – es war das Debüt von Sarah Puntigam.

Prognose: Vier Punkte sind für Österreich das absolute Minimum. Besser wäre sechs – und das ist sicher möglich.

Mostly Harmless: Israel

„Nicht dein Ernst“, staunte ÖFB-Goalie Anna-Carina Kristler vor genau einem Jahr mit großen Augen, als sie von Israels 1:0-Sensationssieg in Dänemark hörte. In der Tat war dieses Resultat eine der größten Sensationen in der Geschichte des europäischen Frauenfußballs. Ansonsten weiß man allerdings recht wenig vom israelischen Team – und bei allem Respekt, so furchtbar viel muss man auch nicht wissen.

Israel belegt regelmäßig den letzten oder vorletzten Gruppenplatz, wenn man es überhaupt aus der Vorrunden-Quali heraus schaffte. Für die EM 2013 setzte es acht Niederlagen in ebenso vielen Spielen, für die WM 2015 kam zur erwähnten Sensation gegen Dänemark noch ein Sieg gegen Serbien und zwei gegen Malta. Davor muss man sich nicht fürchten.

Hinzu kommt, dass Israel nicht eine einzige Spielerin hat, die auch nur an der internationalen Klasse kratzt. Fast alle sind in der heimischen Liga aktiv, die sportlich weitgehend wertlos ist. In den letzten zehn Jahren blieb der jeweilige Meister in der Champions League neunmal schon in der Vorqualifikation der „kleinen“ Ligen hängen. Und das ist wahrlich keine besonders hohe Hürde.

emquali2009 gruppe6Österreich kam schon einmal in einer Qualigruppe mit Israel zusammen, es war die selbe EM-Quali, in der man 2007/08 wie zuvor erwähnt gegen Norwegen spielte. Es gab ein lockeres 5:0 für Österreich in Gleisdorf (Burger 3, Celouch, Wenninger) und ein 2:0 (Tieber, Burger) ein Jahr später in Beit-Sha’an, eine halbe Autostunde östlich von Nazareth an der jordanischen Grenze. Dazu kommt ein 5:0-Sieg für Österreich in einem Freundschaftsspiel im Jahr 1998 (Stallinger 4, Entacher).

Prognose: Alles andere als zwei österreichische Siege wären eine Blamage

Alte Bekannte: Kasachstan

Hoch gewinnt im tiefen Osten niemand. Frankreich machte es zuletzt „nur“ 4:0, Ungarn mühte sich zu einem 2:1, die Schweiz – zweieinhalb Jahre später im WM-Achtelfinale – verlor sogar mit 0:1. Und auch Österreich musste sich voriges Jahr schon einmal auf die mühseligen Reise nach Kasachstan begeben, um mit einem 3:0-Sieg wieder nach Hause zu kommen.

Österreich - Kasachstan 5:1 (2:0)
Österreich – Kasachstan 5:1 (2:0)

Seit dem 1:5 der Kasachinnen in Pasching zum Abschluss der letzten Quali vor 12 Monaten gab es kein einziges Testspiel, daher gibt es auch für die ÖFB-Delegation keine neuen Erkenntnisse. „Sie haben Schwächen in der defensiven Organisation, gehen aber punktuell recht aggressiv vorne drauf“, erinnert sich Teamchef Thalhammer: „Wir haben bei dem 5:1 viele kleine Detailfehler gemacht, darum war es lange so ein zähes Spiel. Die Mädels wollen oft eher außen herum spielen, obwohl gerade bei Kasachstan durchaus Räume zwischen den Linien vorhanden wären.“

Mit der Anstoßzeit um 15 Uhr Ortszeit – also 11 Uhr unserer Zeit – möchte man von kasachischer Seite sicherlich den an sich klar überlegenen Gegner verunsichern, übersieht dabei aber, dass auch in der deutschen Bundesliga (wo ja die meisten Österreicherinnen spielen) die Partien regelmäßig um die Mittagszeit ausgetragen werden. Der Schlafentzug auf der Anreise ist sicherlich das größere Problem.

Die Zeiten, als Kasachstan von Deutschland 0:17 abgeschossen wurde, sind vorbei, dennoch darf das Team für Österreich auf dem Rasen kein essenzielles Problem darstellen. In Shimkent geht es aufgrund der Umstände nur darum, zu gewinnen; beim Heimspiel im Frühjahr darf man ruhig auf einen hohen Sieg losgehen. Die Bilanz zeigt zwei klare österreichische Siege: Ein 3:0 in Almaty (Billa 2, Burger) und ein 5:1 in Pasching (Makas 2, Burger, Puntigam, Billa), jeweils im Jahr 2014.

Prognose: Wenn nichts dramatisch schief geht, gibt es zwei womöglich deutliche österreichische Siege. Die sind auch absolute Pflicht.

Die anderen Gruppen

Die Erfahrungen der letzten Qualifikationen haben gezeigt, dass man nie unter den schlechteren beiden Zweiten war, wenn man die Spiele gegen die „Kleinen“ allesamt gewann. In den Spielen gegen im Ranking schwächere Teams holte Österreich in den letzten zwei Qualis 10 Siege in 10 Spielen.

Dabei hat Österreich diesmal das „Glück“, nicht gegen Deutschland oder (wie zuletzt) gegen Frankreich gelost worden zu sein und auch den bei der WM erstarkten Engländerinnen ausgewichen zu sein. Denn die designierten Zweiten dieser Gruppen (Ukraine, Russland und Belgien) werden höchstwahrscheinlich keine Bonuspunkte gegen die Topf-1-Teams holen.

Österreich ist das hingegen durchaus zuzutrauen.

Kader für den ersten Doppel-Spieltag

Kader: Tor: Anna-Carina Kristler (27 Jahre, Sturm Graz, 27 Länderspiele/0 Tore), Manuela Zinsberger (19, Bayern, 10/0). Abwehr: Marina Georgieva (18, St. Pölten, 0), Gini Kirchberger (22, Köln, 30/0), Sophie Maierhofer (19, Bremen, 4/1), Katharina Schiechtl (22, Bremen, 5/1), Lisi Tieber (25, Neunkirch/SUI, 23/1), Carina Wenninger (24, Bayern, 45/3). Mittelfeld: Jasmin Eder (22, St. Pölten, 21/0), Stefanie Enzinger (25, Sturm Graz, 0), Jenny Pöltl (22, St. Pölten, 28/3), Nadine Prohaska (25, St. Pölten, 52/6), Sarah Puntigam (22, Freiburg, 50/8), Viktoria Schnaderbeck (24, Bayern, 40/2), Sarah Zadrazil (22, Eastern Tennessee/USA, 25/2). Angriff: Nici Billa (19, Hoffenheim, 10/4), Nina Burger (27, Sand, 67/37), Laura Feiersinger (22, Bayern, 32/6).

Kader Kasachstan: Tor: Alina Bobrova (20), Alexandra Grebenyuk (24), Oxana Shelesnyak (28). Abwehr: Jekaterina Babshuk (24), Maria Demidova (19), Veronika Kornieko (19), Jekaterina Krasyukova (35), Julia Miasnikova (22), Ayshan Omirtayeva (22), Agata Sattarova (21), Ulbosin Sholchova (28). Mittelfeld: Adilia Bildanova (21), Fatima Idiatullina (24), Begaim Kirgisbayeva (28),  Jekaterina Pyatkina (25), Madina Shanatayeva (24), Karina Shumabaikisi (19). Angriff: Maria Jalova (33), Kamila Kulmagambetova (20), Julia Kurbanova (26). Teamchef: Kaloyan Petkov.

Kader Wales: Tor: Jo Price (vereinslos), Claire Skinner (Reading). Abwehr: Kylie Davies (27, Reading), Loren Dykes (27, Bristol), Kayleigh Green (27, Cardiff City), Sophie Ingle (24, Bristol), Nia Jones (23, Reading), Rhiannon Roberts (25, Doncaster). Mittelfeld: Helen Bleazard (25, Yeovil Town), Charlie Estcourt (17, Reading), Jessica Fishlock (28, Seattle Reign/USA), Angharad James (21, Bristol), Hayley Ladd (21, Bristol), Chloe Lloyd (18, Cardiff City), Rachel Rowe (23, Reading), Laura-May Walkley (24, Reading). Angriff: Naomi Clipston (Cardiff City), Melissa Fletcher (24, Reading), Natasha Harding (26, Manchester City), Helen Ward (29, Reading). Teamchefin: Jayne Ludlow.

Die U-19-Quali lief auch an

Österreichs U-19 startet ebenso in die EM-Qualifikation. In der ersten Phase geht es daheim (in Bad Erlach) gegen Albanien, die Ukraine und Schottland. Teamchefin Irene Fuhrmann nominierten folgenden Kader. Tor: Carolin Größinger (Kleinmünchen), Isabella Kresche (LUV Graz). Abwehr: Anna Egretzberger (Altenmarkt), Adina Hamidovic (Altenmarkt), Katharina Naschenweng (Sturm Graz), Nina Wasserbauer (Kleinmünchen), Anna Zimmerebner (Bergheim). Mittelfeld: Katharina Aufhauser (Neulengbach), Barbara Dunst (St. Pölten), Ivana Feric (Altenmarkt), Julia Kofler (Sturm Graz), Sarah Lackner (Innsbruck), Sandrine Sobotka (Neulengbach), Ece Yilmaz (Landhaus). Angriff: Sabrina Horvat (Staad/SUI), Duygu Karkac (Landhaus), Viktoria Pinther (St. Pölten), Mellisa Schmid (Neulengbach).

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.