Live vor Ort: Austria Salzburg – SK Strobl

Der Andi (vom geschlossenen kick08.net) hat schon einige Male gefragt, ob ich mitfahre, aber bis jetzt ging es sich noch nicht aus. Am vergangenen Wochenende klappte es dann doch. Ich tingelte dank dem ÖBB-Sommerticket mehr oder weniger kostenlos nach Salzburg und sah mir den Auftakt der dortigen zweiten Landesliga an. Die echte Austria Salzburg spielte gegen den SK Strobl. Aus mehreren Quellen weiß man ja, dass die Stimmung bei den Violetten absolut sehenswert sein soll.

Schade für meinen Premierenbesuch war, dass an diesem Samstag „nur“ 900 Leute auf den ASKÖ-Platz in der Nähe des Flughafens gekommen sind. So fiel es gar nicht ins Gewicht, dass die Stadt Salzburg den Einlass ins Stadion streng auf etwa 1.000 Personen limitierte. Beim vergangenen Saisonfinale waren noch 2.400 Leute vor Ort. Diesmal dürften noch die Sommerferien eine Erklärung sein.

[ad#bv_test]Die Stimmung war allerdings trotzdem recht gut. Ein bunt gemischtes, vielleicht nicht unbedingt akademisch-dominiertes Publikum aus vorrangig eher jungen Menschen hatte seine Choreographien und Schlachtgesänge gut einstudiert und sorgte für einen Hexenkessel. Mit diesem Fanaufkommen wäre die Viola auf jeden Fall wieder Zweitliga-tauglich.

Aber bis dahin wird es noch mindestens drei Saisonen dauern – vielleicht sogar länger. Denn nach den erfolgsverwöhnten Durchmarsch-Jahren durch die unteren Ligen, hat sich die Austria gegen den SK Strobl zum ersten Mal seit langer Zeit Blöße gegeben, und kam über ein 1:1 nicht hinaus.


Austria Salzburg – Strobl 1:1 von Andreas Lindinger auf Vimeo.

Das Spiel wurde der Stimmung auf den Tribünen in den ersten 60 bis 70 Minuten nicht gerecht, war von einer sehr disziplinierten Defensivleistung von Strobl geprägt, gegen die die Austria kein Rezept fanden. Insbesondere nachdem die Gäste in der ersten Halbzeit in Führung (16.) gegangen waren, hatten sie nach vorne nicht mehr allzu viele Ambitionen und konterten nur sporadisch. Austria Salzburg gewann erst im Laufe der zweiten Hälfte an Fahrt, ließ sich von den Fans nach vorne treiben und glich schlussendlich durch ein glückliches Eigentor (67., Eisl) aus.

Danach wollten die Violetten spürbar den Sieg erzwingen, wurden in diesen Bemühungen aber durch eine unnötige rote Karte (81, Tätlichkeit) geschwächt. Das beeinflusste die Laune gegenüber dem – unter den Besuchern als „SAK-Mann“ bezeichneten – Schiedsrichter freilich nicht gerade ins Positive und motivierte die Fans noch einmal zusätzlich. Auch mit einem Mann weniger war das Heim-Team dominant und bemüht, brachte aber kein selbsterzieltes Tor mehr zustande. Der SK Strobl nahm alles in allem einen verdienten Punkt mit heim.

In der Landesliga 2 stößt die Viola also auch wieder mal auf Widerstand. Das Potential weiter aufzusteigen hat die Mannschaft von Coach Miro Bojceski (ehemaliger Nationalspieler von Mazedonien) aber gezeigt. Wer an einem künftig Spieltag in der Nähe ist, sollte einen Besuch ins Auge fassen.