Constantini im Interview

Habe mir heute den neuen „Ballesterer“ (Nr 30 Oktober/November 2007) gekauft (übrigens eines der ganz weingen ernst zu nehmenden Fußballmedien in diesem Land und die aktuelle Ausgabe widmet sich ausgiebig Ernst Happel) und das Interview mit Didi Constantini gelesen. Eine Passage hat dafür gesorgt, dass mir spontan die Zornesröte ins Gesicht stieg:

„Wir haben eine Playstation-Generation. Früher haben die Spieler probiert, dass sie die Kellnerin herumkriegen, jetzt spielen sie lieber Playstation. Das ist maximal für den Cosmos gut, aber nicht für den Fußball.“


Dieses Unverständnis der alten Garde der Jugend gegenüber ist das eigentliche Problem des österreichischen Fußballs. Da wird alles, was man selber nicht versteht runtergemacht und die jungen Spieler haben sowieso generell den schwarzen Peter. Dass wohl auch Leute wie Okotie, Hoffer, Harnik, Schiemer, Prödl, Kavlak oder Korkmaz (wieso bekommt der eigentlich keine Chance im Team? An den überragenden Leistungen unserer Flügelmänner kanns ja nicht liegen) eventuell manchmal ein wenig mit der Playstation spielen und trotzdem gute Ansätze zeigen, passt wohl nicht in das Weltbild dieser Leute Dann können die mir auch gleich erklären, inwiefern es für unseren Fußball besser ist, wenn man sich beim erfolglosen Versuch die vollbusige Bedienung zu begrapschen, eine Ohrfeige einhandelt, als wenn man eine Runde FIFA 08 spielt (bei dem Spiel lernen die Spieler wahrscheinlich mehr über Taktik als in einer ganzen Saison mit einem durchschnittlichen österreichischem Trainer – hey, vielleicht ist DAS der Grund für die Playstation-Ablehnung).

Übrigens: Ernst Happel, über den es in diesem Interview eigentlich ging, hätte sich einen solchen Sager nie erlaubt. Denn der „Wödmasta“ war zwar – nach allem was ich über ihn weiß – sehr hart und konsequent zu seinen Spielern, aber hat sich auch Mühe gegeben, sie zu verstehen, ganz egal ob die jetzt Playstation gespielt oder die Kellnerin angebraten hätten. Und das ist etwas, dass ich bei Leuten wie Constantini beim besten Willen nicht erkennen kann.