WM-Qualifikation für 2014
Astana Arena, 12. Oktober 2012
Kasachstan - Österreich
0-0
Tore: keine

Von den eigenen Waffen in Schach gehalten – Österreich nur 0:0 in Astana

Aggressives Pressing gegen die Spieleröffnung, blitzschnelles Umschalten – aber wenige echte, eigene Ideen im Aufbau und ohne die große Gefahr vorm gegnerischen Tor. Was wie Österreich klingt, beschreibt aber Kasachstan. Und damit gelang es dem Außenseiter, die Österreicher in Schach zu halten und ein 0:0 zu holen. Das Team von Marcel Koller zeigte in Astana die befürchteten Schwächen, wenn es selbst das Spiel gestalten muss.

Kasachstan – Österreich 0:0

Das Pressing und das Umschalten nach Ballgewinn funktioniert bei Österreich schon sehr ansprechend, wie die tolle Leistung gegen Deutschland gezeigt hat. Nur: Das alles hilft einem natürlich gar nichts, wenn man selbst den Ball hat. Dass hierin, nämlich im eigenen Aufziehen des Spiels, die größte Baustelle im ÖFB-Team liegt, auch nach einem Jahr Marcel Koller, hat das gar nicht berauschende 0:0 gegen arg passive Rumänen im Juni gezeigt.

“Man kann zumindest schon mal ohne ganz großes Bauchweh in das erste WM-Quali-Spiel gegen Deutschland gehen, da wird man das Spiel nicht selbst machen müssen. Dann allerdings, beim Doppel in bzw. gegen Kasachstan im Oktober, sind gute Laufwege ohne Ball zum Löcher reißen schon eher gefragt.”

So blickten wir nach dem Rumänien-Spiel auf die ersten Partien der WM-Quali. Dass es Probleme in Astana geben würde, konnte man da schon erahnen. Mit den Laufwegen zum Löcher reißen hatten diese allerdings nur sekundär zu tun.

Kasachstan – keine Über-Truppe, aber in exzellent eingestelltes Kollektiv

Dass die Kasachen von Teamchef Miroslav Beranek eine sehr ungut zu spielende Mannschaft sind, ist nicht neu. Irland etwa war vor einem Monat bis Minute 88 sogar 0:1 hinten, gewann aber noch. Sie sind natürlich keine Welteroberer. Aber eine ausgezeichnet eingestellte Mannschaft mit einer klaren taktischen Marschroute und einem die Vorgaben diszipliniert umsetzenden Kollektiv sind sie sehr wohl.

Die drei Hauptattribute der Kasachen: Zum einen das ziemlich heftige Offensiv-Pressing gegen die österreichische Spieleröffnung. Vor allem die beiden Stürmer prellten gerade in der Anfangsphase auf Prödl, Pogatetz und Almer zu, dass diese sichtlich gehetzt wirkten. Auch die Mittelfeld-Außen beteiligten sich daran, Garics und Fuchs möglichst wenig Zeit am Ball zu lassen.

Für die Punkte zwei und drei waren die beiden zentralen Mittelfeld-Spieler hauptverantwortlich. Nämlich das blitzschnelle Umschalten von Defensive auf Offensive nach Ballgewinn – die beiden Routiniers Anatoli Bogdanov (eher defensiv) und Valeri Korobkin (eher offensiv) verstanden es hervorragend, auf dem schnellen Kunstrasen die Offensiv-Spieler flink in die Löcher zu schicken.

Und, drittens, spielten Bogdanov und Korobkin sehr aggressiv gegen Baumgartlinger und (vor allem) Kavlak. Das hatte zur Folge, dass es dem österreichischen Zentrum nie wirklich gelang, sich durch die Mitte nach vorne zu spielen. Die Folge: Junuzovic lief zwar viel, sah aber oft nur dann den Ball, wenn er sich in Richtung der Flanken, vornehmlich der rechten, orientierte.

ÖFB-Innenverteidiger müssen zu weit zusammen bleiben

Was den Kasachen zusätzlich in die Karten spielte, war die Tatsache, dass sich aus der defensiven Zentrale der Österreicher Baumgartlinger (der gegenüber Kavlak den defensiveren Part hatte) nicht weit genug fallen ließ, um den Innenverteidigern Prödl und Pogatetz das auseinander schieben zu ermöglichen. So mussten diese beiden immer relativ weit zusammen bleiben, was ein ziemliches Loch zum ballentfernten Außenverteidiger zur Folge hatte.

Österreich machte sich die Spieleröffnung, neben dem guten Stören der Kasachen, also noch zusätzlich selbst schwer. Bälle nach vorne stießen schnell an die Wand im kasachischen Zentrum, Fuchs wurde ignoriert (dazu später mehr), und die Passwege zu Garics und Arnautovic waren oftmals zu groß, um die beiden steil genug für schnelle Vorstöße anspielen zu können.

Rechte Seite ausrechenbar, linke Seite ignoriert

In der Anfangsphase wurde das mit einer sehr tiefen Positionierung von Arnautovic zu umspielen versucht, vor dem Garics steil startete, Arnautovic diesen per Kavlak schickte und selbst hinterherging, um zu überlappen. Das durchschauten die Kasachen allerdings schnell und unterbanden das geschickt. Die Folge: Arnautovic positionierte sich alsbald recht hoch.

Die linke Seite mit Fuchs und Ivanschitz wurde hingegen seltsamerweise komplett ignoriert. Man könnte vor allem Fuchs nicht mal ein schlechtes Spiel ankreiden, nein, er bekam einfach nie den Ball zugespielt. Die einzigen zwei Ausnahmen in der ersten Hälfte bedeuteten beide Male sofort Torgefahr vor dem kasachischen Gehäuse. Fuchs wird sich wohl seinen Teil gedacht haben, blieb aber diszipliniert an der Außenlinie, um nicht Ulan Konisbajev die Außenbahn zu überlassen. Ivanschitz rückte mit Fortdauer des Spiels immer mehr ein, um mehr Bälle zu bekommen, blieb aber ohne Akzente.

Passive AV nicht angebohrt, Standards zu schwach

So aggressiv die sechs Kasachen vorne auftraten, so passiv stellten sich vor allem die Außenverteidiger Kirov und Nurdauletov an. Beide machten so gut wie überhaupt nichts nach vorne und rückten defensiv recht früh ein, um den Strafraum zu bewachen. Das hätte viel Platz für Arnautovic und Fuchs gegeben, doch wurde viel zu selten auch tatsächlich in diesen Raum gespielt, um Flanken ins Zentrum zu brigen – obwohl diese, wenn sie denn kamen, zumeist brandgefährlich waren. Dass im Zentrum Martin Harnik eine ausnehmend unglückliche Figur abgab, half freilich nicht. Dennoch kam er zu zwei, drei wirklich guten Chancen.

Allerdings nur aus dem Spiel heraus. Die Standardsituationen wurden beim ÖFB-Team in einer frustrierenden Regelmäßigkeit einfach nur einfallslos vor das Tor gebolzt, mit kaum nennenswerten Varianten und dem immer gleichen Ergebnis – nämlich dem, dass das kasachische Team problemlos klären konnte. Bälle ins Gewühl vor dem Tor brachten nichts, das nötige Tempo in die Angriffe, um vor Torhüter Sidelnikov Situationen ohne Gewühl herzustellen, fehlte komplett.

Auch Umstellungen helfen nicht

Schlussphase: Kasachstan fand nun in der Zentrale etwas gar viel Platz zum Kontern vor

Nach rund einer Stunde rotierte Marcel Koller durch. Baumgartlinger ging raus, dafür rückte Kavlak von der Acht auf die Sechs, Junuzovic von der Zehn auf die Acht, Harnik spielte nun hängende Spitze und der eingewechselte Janko agierte an vorderster Front. Der Gedanke dahinter war klar: Mit Janko einen Anspielpunkt vorne haben, mit Junuzovic – der zuletzt als starker Sechser der mit Abstand Konstanteste in einer recht unkonstanten Bremer Mannschaft war – zusätzlich gute Bälle mit Übersicht aus der Tiefe heraus.

Allerdings hatte genau diese Rochade im Mittelfeld einen eher gegenteiligen Effekt. Weil sich Junuzovic angesichts des Spielstands – es musste ja ein Tor her und Kasachstan stand nun relativ tief – eher nach vorne orientierte, stand nun Kavlak de facto alleine in der defensiven Zentrale gegen die aggressiven und schnell umschaltenden Korobkin und Bogdanov. Die Folge war, dass die Kasachen nun ein relativ entblößtes österreichisches Mittelfeld vorfanden, durch das sie hervorragend Kontern konnten. Letztlich also ein Wechsel, mit dem Koller wohl mehr eingerissen statt geschaffen hat.

Alleine, vor dem Tor von Robert Almer (der hervorragend spielte: sicher im Entschärfen von brenzligen Situationen und immer bemüht, das Spiel schnell zu machen) ging den Kasachen die Klasse aus. Die Wechsel von Jantscher (für Ivanschitz) und Weimann (der statt Harnik ins Spiel kam, sein Debüt feierte) waren letztlich ohne Konsequenz.

Fazit: Das ÖFB-Team kann weiterhin kein Spiel selbst machen

Das 0:0 beim designierten Gruppen-Fünften ist natürlich ein enttäuschendes Resultat und die Leistung war alles andere als berauschend. Es fällt aber durchaus auf, dass Österreich unter Koller dreimal selbst das Spiel machen musste (gegen Finnland, gegen Rumänien und nun in Kasachstan), und dabei zweimal auf keinen grünen Zweig kam. Was nichts anderes heißt als: Österreich kann weiterhin kein Spiel selbst gestalten und einen gut stehenden Gegner knacken.

Und trotzdem wären genug Chancen da gewesen, um auch diesen Spiel sicher mit 2:0 zu gewinnen. Aber es wurde auch deutlich, dass man es überhaupt nicht gewohnt ist, selbst angepresst zu werden, noch dazu von einem auf dem Papier unterlegenen Gegner. Sprich: Genau jenes Spiel, dass den Deutschen in Wien so große Probleme bereitet hatte, stellte nun die Österreicher in Astana vor Schwierigkeiten.

Man darf aber nicht den Fehler machen, alles nur auf vermeintliche oder tatsächliche Unfähigkeit seitens der Österreicher zu schieben. Man muss einfach auch anerkennen, dass die Kasachen das im Rahmen ihrer Möglichkeiten exzellent gemacht haben: Gut gepresst, schnell umgeschaltet, ihre taktische Linie durchziehend. Das muss man genauso wenig schön finden wie das allzu offensichtliche Zeitschinden gegen Ende. Zeigt aber, dass diese Mannschaft beileibe kein Fallobst ist.

(phe)

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

  • Pingback: 2011 bis 2016 - die 54 ÖFB-Länderspiele unter Marcel Koller()

  • Iwan Emmetowitsch

    Super Analyse (wie immer) und ich stimme fast überall zu!

    Wegen der Kommentare über Harnik und “durch die Mitte spielen” funktioniert nicht gegen jmd wie Kasachstan, der so tief steht: Das ist glaub ich mehr eine Sache von einstudierten Laufwegen und taktischen Details als von individuellen Spielern.
    Harnik hat in der 1. HZ sehr wohl gezeigt wie gefährlich er auch gegen einen von Gegnern zugestellten Strafraum sein kann, es fehlte mMn nur an einem Spieler (Ivanschitz oder Arnautovic oder Junuzovic je nach Situation) mehr den wir im Strafraum gebraucht hätten. Der hätte dem Harnik, oder umgekehrt, helfen können indem Räume aufgemacht werden durch geschickte Laufwege.

    Das Fazit von dem Match ist sicherlich der Anfangsparagraph, die Erkenntnis das wir zwar schon wirklich gut ausschauen wenn wir einen defensiven Spielplan brauchen aber offensiv zu wenig (bis jetzt!) durchgeplant scheint!

    Ich will abschließend noch sagen, trotz der (riesen) Bemühungen unser Boulevardpresse hoffe ich das Koller mehr als nur diese Quali als Chance bekommt das Team weiter zu entwickeln!

  • Peter

    Vielen Dank für die tolle Analyse – und auch an Tom für den wichtigen und richtigen Kommentar im Standard ( http://derstandard.at/1348285968177/Grosse-Erwartungen-an-das-OeFB-Team ) !

    Für mich persönlich sind drei Punkte für die Niederlage [Einer!] verantwortlich, die ich mir in Verbindung mit der Netzwerkanalyse auf derStandard.at nun halbwegs erklären kann:

    Die Aufstellung: Harnik vorne war mMn für die Fisch’, Ivanschitz müsste mit Blick auf seine momentanen Leistungen und Stärken wenn, dann im offensiven Zentrum zum Zug kommen. Man sollte aber nicht außer Acht lassen, dass dies erst das zweite Bewerbsspiel für Marcel Koller war und daher ein größtmögliches Festhalten an seiner Stammelf (zwecks Eingespieltheit) nachvollziehbar ist. “Der Sieger hat immer Recht” – deshalb muss man leider sagen, dass Koller hier falsch gelegen ist.

    Die Rechtslastigkeit: dieses Problem hat sich auch schon unter Constantini gezeigt, nämlich dass in Ermangelung eingespielter Laufwege (zu) viel über den stärksten Passgeber läuft. Mit Alaba war das des öfteren über links der Fall, beim erbrunsten 2:0 über Kasachstan mit Kavlak über rechts und jetzt mit Junuzovic in seiner in Bremen veränderten Rolle auch wieder über rechts. Das macht uns extrem ausrechenbar und sollte dringend behoben werden.

    Die Passgenauigkeit: da ich es am eigenen Leib (witterungsbedingt) in den letzten Wochen auch erleben durfte, gebe ich einen Großteil der Schuld dem ungewohnten Untergrund. Natürlich kann man sich darauf vorbereiten, aber vor allem offensiv fällt man dann intuitiv die falschen Entscheidungen, spielt die Bälle zu schnell und zu steil. Anders sieht die Sache aber bei Flanken aus. Und wenn ein Fuchs in WÖ lässig behauptet, dass er die nie trainert, dann finden seine Fans das vielleicht noch super, aber mir steigen da die Grausbirnen auf.

  • TF

    das “Pfosten spielen” muß zwangsläufig der Plan B im Team werden. Koller hat mit Fuchs den besten Flankengeber der Bundesliga, auch Arnautovic ist für seine guten Flanken bekannt. Mit Janko, Bürger und Prödl stehen hervorragende Abnehmer für die Flanken zur Verfügung. Das einzige fehlende Puzzlesteinchen ist ein kopfballstarker 8er/10er. Und noch etwas sollte dem Coach zu denken geben: wenn wir über die Flanken gefährlich sind, müssen die gegnerischen AV und Mittelfeldspieler weiter ausrücken, was wiederum Platz für in der Mitte schafft, wo das Team einige schußkräftige Spieler hat.

  • Martidas

    @Einer: Grundsätzlich hast du mit deinem Einwand völlig Recht. Ich habe mich ein wenig unpräzis ausgedrückt.

    Für das Passspiel der Österreicher ist ein Kunstrasen Gift. Weil wir eben nicht klassisch Klein-Klein spielen (3-4 Spieler auf engsten Raum), sondern eben recht konservativ unsere Formation halten und die mangelnde Flexibiliät durch Schnelligkeit / schnelles Umschalten auszugleichen versuchen. Und um Pässe über und um die 10 -15m flach auf den einzigen freien Mann zu spielen fehlt es der Mannschaft einfach an Klasse (in Perfektion siehe Real). Und das wirkt sich halt auf Kunstrasen massiver aus, weil man genauer spielen muss und der Ball schneller ist. Darum die Fehlpassorgien. Einzige Möglichkeit, wie ist trotzdem funktioniert, ist es den nötigen Raum dafür zu haben. Aber genau den haben die Kasachen zugemacht. Damit war es dann im Endeffekt vorbei.

  • Einer

    @Martidas Ich kann dir eigentlich fast nur zustimmen, einzig dem da muss ich widersprechen:

    “Wir sind nicht Barcelona um uns schnell durch die Mitte zu kombinieren (schon gar nicht auf Kunstrasen).”

    Gerade auf Kunstrasen kann man wesentlich besser klein-klein kombinieren, weil der Ball weniger vorgelegt, aber mehr direkt auf den Mann gespielt werden muss. Ist ja wie in der Halle, wo man auf hartem, also schnellem Untergrund auch am ehesten mit Kombinationsspiel Erfolg hat.

  • Martidas

    “Harnik als Solospitze gegen tief stehende Gegner ist ein No-Go.”

    Danke. Genau so ist es. Man braucht gegen ein destruktives Team keinen schnellen Spieler (wem soll er denn davonlaufen, sind ja alle hinten) und auch keinen der weite Wege geht (egal wo er hin geht oder presst, es sind Leute der Kasachen dort).

    Oder wie mein wunderbarer Jugendtrainer schon immer gesagt hat: “Wenn die Mitte zu ist, dann spielen wir Pfosten!”. Stark offensive AV und zwei große Unruheherde im Strafraum und, bei der Flanke, in den Strafraum gehende Mittelfeldspieler. Irgendwann ist der Ball im Tor.

    Es stimmt schon, so schlecht war es gestern nicht und bei einem 1:0 redet keiner mehr darüber. Aber da war trotzdem einiges vercoacht. Wir sind nicht Barcelona um uns schnell durch die Mitte zu kombinieren (schon gar nicht auf Kunstrasen). Der Lochpass kann nur funktionieren, wenn auch die Räume dafür geschaffen werden (dafür hätten aber Arnautovic und Ivanschitz einrücken müssen, was nie geschah). Und bei Flanken brauch ich mehr Leute im Strafraum (da war 60 Minuten lang fast nur Harnik).

    Das war von der Taktik her in der Offensive leider weder Fisch noch Fleisch.

    Am Rande möchte ich noch Arnautovic zu Gute halten, dass er der Einzige war, der zumindest ein paar Mal eine Idee hatte. Die Anderen ließen sich leider von der Ideenlosigkeit des Trainerteams anstecken.

  • TF

    Almer war bei Flanken ein Unsicherheitsfaktor, war aber zum Glück für das Spiel egal, sonst hätte wir jetzt als Sahnehäubchen noch eine Tormanndiskussion.

    Harnik als Solospitze gegen tief stehende Gegner ist ein No-Go. Auch als hängende Spitze funktioniert Harnik nicht besonders gut. Burgstaller an der Flanke wäre der ideale Mann gegen die Kasachen gewesen. Gegen stärkere Gegner kann man ihn nicht bringen, aber Kasachen und Faroer ißt er zum Frühstück und schafft damit viel Platz für seine Mitspieler und einige Freistoßgelegenheiten.

    Warum keine linke Seite? Das hat mMn viel mit den 2 dominanten Spielern unseres Teams zu tun, die beide nach rechts orientiert waren:
    1. Pogerl hat keinen Spielaufbau gemacht, der Pass aus der IV kam immer von Prödl, und dem stand Garics als AV viel näher als Fuchs.
    2. viele Bälle im Mittelfeld landeten an Junuzovich, der sich durch seine enorme Laufbereitschaft ständig anbot und auch gesucht wurde. Juno hatte aber deutlichen Rechtsdrall, ich vermute weil er mit Klubkollege Arnautovic spielen wollte.

  • Charles

    In Ballbesitz finde ich hat alles viel zu lange gedauert,
    zudem eine hohe Fehlpassquote. So gelang es nie wirklich
    Unordnung in den kasachischen Abwehrverband zu bringen.
    Leider alles zu statisch, irgendwie noch immer die Suche nach einem freien Mitspieler in der Vorwärtsbewegung, also nix Einstudiertes zu sehen wie man so einen Riegel aushebeln kann. Gleiches gilt für Standards und die Schussleistung aus der zweiten Linie ist einfach traurig,
    obwohl ein gutes Mittel bei so einem Gegner es auch immer wieder aus der Distanz zu versuchen.
    Hoffen doch sehr das man sich für Dienstag schon noch etwas einfallen lässt… sonst wirds finster.

  • Einer

    Am Dienstag würde ich gerne folgendes sehen:

    …………………..Janko
    Jantscher – Arnautovic – Harnik
    …………….Kavlak – Junuzovic
    Fuchs – Pogatetz – Prödl – Garics
    Königshofer

    .. wirds freilich ned spielen. Ich weiß. ;)

  • Einer

    “Alleine, vor dem Tor von Robert Almer (der hervorragend spielte: sicher im Entschärfen von brenzligen Situationen und immer bemüht, das Spiel schnell zu machen) ging den Kasachen die Klasse aus.”

    Dem kann ich mich gar nicht anschließen. Almer hatte 2-3 unsichere Momente .. und da zähle ich den Katastrophenschupfer auf Fuchs noch gar nicht dazu. Außerdem habe ich während 90 Minuten sicher fünfmal laut geflucht, weil er mir das Spiel nicht schnell genung gemacht hat. Zitat eines Mitschauers: “Lass den Almer mal in Ruhe.” Kann mir nicht vorstellen, dass ich mir das komplett nur eingebildet habe. ;)

    Aus meiner Sicht waren folgende Dinge hauptverantwortlich für die Niederlage [sic!]:
    1. Wie du schon schreibst, das komplette Ignorieren von Fuchs bzw. der linken Seite als Option.
    2. Zu langsames Umschalten in den durchaus vorhandenen Momenten der Unordnung in der ersten Abwehrreihe der Kasachen (die zweite Kette stand, wie du richtig schreibst, eh immer nur hinten). Da haben wir immer gewartet, bis sie sich wieder aufgestellt haben. Komplett unverständlich. Ganz als ob wir erwartet haben, per gezieltem und langsamen Skalpellspiel eher durchzukommen.
    3. Janko aufs Feld gestellt, ihn dann aber gut 20 Minuten komplett ignoriert, nicht einmal Flanken aus dem Halbfeld.

    Persönlich hätte ich mir gewünscht, dass Koller schon früher, vielleicht sogar schon zur Pause, am Flügel umstellt und den ein oder anderen Tempodribbler wie Jantscher, Burgstaller oder Weimann ins Spiel wirft. Denen wäre zuzutrauen gewesen, zumindest ab und an hinter die zweite Kette zu kommen, wenns schon im Zusammenspiel nicht klappt. Und auch von den AVern kein Überpowern der Flügel stattfindet.

    PS Im Übrigen fand ich das Pressing der Kasachen eher bescheiden.

  • Stuf_03

    Ich fand die letzten paar Minuten mit Janko echt eine gute Alternative. Offensichtlich haben die Kasachen mit hohen Bällen arge Probleme. Genau das was man die letzten Minuten mit Janko gemach hat, sah brandgefährich aus. Hoher Ball – Ableger -Schuß. Ich denke das wird das Mittel sein für Dienstag. Natürlich muss auch die linke Seite mehr forcieren und mehr mit Flanken arbeiten, mit Janko hätte man einen Abnehmer und die Kasachen wirkten dabei sehr unsicher.

  • @Janko: Möglich. Man hätte ihn früher bringen können, ihn dann aber auch entsprechend einsetzen müssen. Ist aber ein typisch österreichisches Hättiwari.

    Wesentlich weniger verstanden habe ich das konsequente Ignorieren der linken Seite.

  • lux

    Sehr gelungene Analyse!
    Bei Almer fand ich persönlich nicht, dass er Ruhe und Sicherheit ausgestrahlt hat.
    Aber was haltet ihr von der hier: http://www.90minuten.at/index.php/90minutenfussball/44-nationalteam1/90203-zu-wenig-zeit-zu-wenig-janko

    Denkt ihr auch, dass Janko die bessere Wahl gewesen wäre?
    Meiner Meinung nach wäre mit der Lauffreudigkeit und Passgenauigkeit vom Deutschlandspiel das gestern besser ausgegangen. Ich empfand es streckenweise einfach zu statisch, als man sich im Mittelfeld den Ball hin und her schob.

  • Ich fand Almer in der Tat ganz gut. Ist für einen Goalie ein doofes Spiel, wenn der Gegner hauptsächlich steil und mit Tempo auf einen zu kommt. Da hatte ich nie Bauchweg bei Almer. Bis auf die eine Szene in der ersten Hälfte war er beim Herauskommen ganz gut.

    Und vor allem: Das Bemühen, das Spiel so schnell wie möglich zu machen und den Ball ganz flink wieder los zu werden, war immer erkennbar. Das ist mir in einem solchen Spiel mindestens genauso wichtig wie die Leistung gegen den Ball.

  • Österreich hat sehr wohl das Spiel gemacht. Was ist denn ein statisticher Beweis für das “Spiel machen”?”. Österreich hatte über 60% Ballbesitz und ca. 7 sehr gute Torchancen. Das ist für das österreichische Vermögen eine gute Bilanz. Hätte Österreich 1:0 gewonnen, wären alle zufrieden. Dieses ominöse eine Tor ist aber immer stark vom Zufall abhängig und sagt nicht direkt etwas über die Leistung der Mannschaft aus.

  • Fabi91

    Bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob die Aussage bei Robert Almer, “der hervorragend spielte”, sarkastisch gemeint war oder nicht? Extrem unsicher, sobald Bälle auf bzw hoch vor sein Tor gekommen sind, und über den Pass auf Fuchs möchte ich gar kein Wort verlieren..