Wiener Mafia oder gerechtfertigte Neuaustragung?
Eigentlich wollte ich ja keinen eigenen Artikel über das Thema “Neuaustragung von Altach – Rapid” schreiben, aber nachdem mein Bloggerkollege phileit einen pointierten Artikel dazu geschrieben hat, juckt es mich nun doch ein wenig in den Fingern und ich möchte im folgenden Beitrag meinen doch ein wenig anderen Standpunkt darlegen.
Ich glaube, Georg Zellhofer hat es ziemlich gut ausgedrückt, als er seine Meinung auf laola1 sagte:
- Die Entscheidung: Ausschlaggebend ist der Unterschied zwischen einer Tatsachenentscheidung und einem Formalfehler – wo ist da die graue Zone. Man muss aber vorsichtig sein, einen Stein ins Glashaus zu werfen, und überlegen, wie man handeln würde, wenn man in derselben Situation ist.
- Die Konsequenzen: Ich würde mir wünschen, dass wenn ich die letzte Tabelle sehe, diese Neuaustragung keinen Einfluss gehabt hat. Ich hoffe, dass es für beide Vereine keine Sanktionen gibt. Ich will mir gar nicht ausmalen, was los ist, wenn wir Zweiter werden und Rapid genau wegen diesem Spiel vor uns liegt. Wer zahlt mir dann meine Meisterprämie?
- Operetten-Liga Österreich: Wir müssen aufpassen, dass das Ganze nicht ausartet. Wo kommen wir den hin, wenn wir alle Entscheidungen hinterfragen?
Die Grauzone zwischen Tatsachenentscheidung und Formalfehler ist hier genau der springende Punkt. Wann ist eine Tatsachenentscheidung als solche zu akzeptieren? Wann liegt eindeutig ein Formalfehler vor, der anfechtbar ist?
Der geschenkte Elfmeter war eine Tatsachenentscheidung. Der Pfiff war zwar eine Fehlentscheidung, aber er ist zu akzeptieren. Schließlich wird in beinahe jedem Spiel einmal ein Foul gegeben, das eigentlich keines war. Der Penalty war aber auch nicht der Grund des Protestes. Der Grund des Protestes war, dass Torhüter Payer angeblich noch nicht bereit war, als Roland Kirchler draufhielt. Der Senat 1 hat Rapid recht gegeben und entschieden, dass das Spiel neu ausgetragen werden muss. Jetzt ist das Geschrei in Altach selbstverständlich groß, es wurde umgehend Protest angekündigt.
So sehr ich die Sichtweise von phileit auch verstehen kann: Seine Argumentation halte ich für nicht geeignet, da sie zu emotional und zu wenig sachorientiert ist (bitte das nicht persönlich zu nehmen). Es bringt ganz einfach nichts, scherzhalber einen Lynchmob in Richtung Bundesliga schicken zu wollen, nur weil einem eine Entscheidung nicht passt, die laut FIFA-Statuten regelkonform zu sein scheint.
Ich will auch keineswegs wieder die alte Diskussion üder die Vor- und Nachteile des Videobeweises wieder aufwärmen, aber eine Art Videochallenge wie im American Football, könnte ich mir für Tor- und Elfmeterentscheidungen durchaus vorstellen (das soll hier aber nicht das Thema sein).
Ob die Entscheidung des Senates regelkonform war, wird wohl demnächst vom Protestkomitee der Liga überprüft werden (und das ist auch gut so). Ganz egal wie die Entscheidung des Protestkomitees ausfallen wird: Hier wird ein wichtiger Präzedenzfall geschaffen. Wenn sich Rapid durchsetzen sollte, können alle Vereine, die sich in einer ähnlichen Situation befinden unter Berufung auf diese Entscheidung eine Neuaustragung verlangen. Und dann wird auch Altach ein Wiederholungsspiel erhalten, wenn ihnen in Wien etwas ähnliches wiederfährt.
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Tags: altach, Neuaustragung, Rapid

Die FIFA hat aber auch vor mittlerweile 10 Jahren in einem ähnlichen Fall in der Deutschen Bundesliga ein schon angesetztes Wiederholungsspiel abgeblasen.
Damals ging es darum, dass beim Spiel KSC-1860 die Karlsruher ein Tor schossen, nachdem Schiri Malbranc schon, deutlich hörbar für alle abgepfiffen hatte.
Die FIFA argumentierte damals übrigens, dass es zwar schon ein klarer Regelverstoß des Schiris sein, aber die Sache nun mal geschehen sei und sie wollten so weiteren Urteilen, die auch auf Wiederholungsspiele entschieden hätten, gleich von vornherein einen Riegel vorschieben.
“Es macht den Reiz eines Spiels aus, dass man beim Abpfiff weiß, wie es ausgegangen ist – und nicht erst Wochen später”
Außerdem will ich gar nicht, dass Altach in Zukunft in so einem Fall eine Neuaustragung bekommt. Ich will, dass in so einem Fall KEINER eine Wiederholung kriegt, ZU KEINEM ZEITPUNKT und unter KEINEN UMSTÄNDEN. Sonst haben wie jedes Jahr 20 Neuaustragungen. Wollt ihr das?
“Sonst habe wir jedes Jahr 20 Neuaustragungen.”
Das glaube ich kaum. Schließlich geht es hier um den Verstoss gegen eine spezielle Regelung der FIFA und ich glaube kaum, dass das 20mal pro Saison passiert.
Schmarrn Regelung von der FIFA. Das ist eine Regel wie jede andere auch. So gesehen ist ein Abseits auch eine “FIFA-Regel”. Aber ich seh nicht ein, warum wir da eine Neuaustragung brauchen.
Die lass ich mir bei einem Platzsturm einreden, oder wenn einer von einem Gegenstand getroffen wird – praktisch “höherer Macht”. Aber nicht, weil ein Schiri einen Fehler macht.
Es hat schon aus viel geringeren gründen eine Neuaustragung gegeben. Ich denke da z.B. an Austria – Bregenz vor acht Jahren.
Wir werden sehen, was dabei rauskommt. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass man die Regeln durchaus so auslegen kann, wie das der Senat getan hat.
Einspruch! Austria-Bregenz war was anderes. Da hat die siegreiche Mannschaft von sich aus auf eine Neuaustragung plädiert, Bregenz hatte sich schon mit der 1:2-Niederlage abgefunden.
Ich meine ja nur, dass es so etwas auch schon ohne die Beteiligung des Senats gegeben hat, also bei völlig regelkonform abgelaufenen Spielen. Wieso sollte es dann bei einem in einer spielentscheidenden Situation eben nicht regelkonform abgelaufenen Spiel nicht denkbar sein?
Nochmals: Eine Abseitsentscheidung ist etwas ganz anderes als die regelkonforme Ausführung eines Elfers!
Du kannst sie mit dem Elferpfiff/Foulfpiff gleichsetzen, nicht mit der Ausführung des Strafstoßes. Bei Abseits/Foul muss der Schiri sofot seine Entscheidung anhand einer von ihm nicht kontrollierten Situation treffen. Da heisst es “Tatsachenentscheidung” aus der Annahme heraus, das Menschen Fehler machen. Eventuell war das ein Mitgrund für das Wallnertor, wenn er es gleich gegeben hat und das später “bloß” bestätigt hat. Trotzdem war da die Situation wiederum eine Spur komplizierter, da ja das Publikum beteiligt war und man kann schon drüber diskutieren ob die Protestablehnung tendenziös war.
Bei der Ausführung eines Elfers/Freistoß [wobei ein Freistoß bedeutungsmäßig nochmal ein paar Ligen drunter spielt] ebenso wie beim Geben von Karten ist es am Schiri die Situation zu dirigieren, und zwar den Regeln nach. Da ist ein Fehler vom Kaliber der Strafstoßausführung absolut vermeidbar, der Schiedsrichter hat ja eindeutig Zeit genug um zu sehen ob alle so postiert sind wie sie sein sollen. Daher ist der Schiri auch ursächlich Schuld an der Neuaustragung und Kritik am (gerechtfertigten) Protest von Rapid (zu dem sie natürlich keiner gezwungen hat, aber Punkte sind halt Punkte) oder der (korrekten) Entscheidung des Senats I an die falsche Adresse gerichtet.
Ich betone: In diesem Fall ;)
Anderer Gedanke:
Altach gewinnt, angestachelt von dieser Entscheidung, das Wiederholungsspiel mit 4:1 und Rapid fehlt am Ende der Meisterschaft ein Tor in der Tordifferenz. Sei es zum UEFA-Cup, oder gar zur Meisterschaft.
DAS würd ich gerne sehen! :)
Ich würde gerne sehen, dass das Wiederholungsspiel – egal wie es ausgeht – KEINERLEI positive oder negative Konsequenzen für eine der beiden Mannschaften hat.
“Ich will auch keineswegs wieder die alte Diskussion üder die Vor- und Nachteile des Videobeweises wieder aufwärmen, aber eine Art Videochallenge wie im American Football, könnte ich mir für Tor- und Elfmeterentscheidungen durchaus vorstellen (das soll hier aber nicht das Thema sein).”
eigentlich finde ich, genau das sollte hier ein thema sein … paradebeispiel dafür, dass man sich simpelsten technischen hilfsmitteln verwehrt …
das muss gar kein statutenmäßiges akzeptieren sein. aber wenn bei einem spiel die kameras des orf dabei sind, dann soll der vierte schiedsrichter halt mal dorthinwandern, wenn sowas passiert …
dass nicht einmal das erlaubt ist, ist verzicht auf bessere entscheidungen wider besseren wissens …
Kleiner Hinweis von mir: In Regel 14 auf die sich berufen wird (Formalfehler) steht ebenfalls, dass sich beim Strafstoß kein anderer Spieler im 16-er befinden darf.
Damit wäre konsequenterweise jedesmal, wenn ein Spieler zu früh den Strafraum betritt, mit der selben Regelauslegung (=Formalfehler) das Spiel zu wiederholen.
Wenn man die komplette Regel 14 durchliest, dann kann man schlicht und einfach nur zu dem Entschluss kommen, dass ein Grund gesucht wurde warum man Rapid nochmal versuchen lassen will die Punkte zu gewinnen. Objektiven Grund hierfür gibt es schlicht und einfach keinen.
@Georg:
>Nochmals: Eine Abseitsentscheidung ist etwas
>ganz anderes als die regelkonforme Ausführung
>eines Elfers!
http://www.oefb.at/_uploads/_elements/1936_file1.pdf
Seite 45.
Wenn der Ball 10 cm vor oder hinter dem Elferpunkt ist => Spielwiederholung
Ein Spieler befindet sich im 16-er => Spielwiederholung.
Es ist schlicht und einfach eine Bevorzugung der Rapidler (ich verwehre mich gegen den Begriff “Wiener Mafia”, weil die Austria vermutlich der am wenigsten bevorzute Verein Österreichs ist)
@udos
>Es hat schon aus viel geringeren gründen eine
>Neuaustragung gegeben. Ich denke da z.B. an
>Austria – Bregenz vor acht Jahren.
>Wir werden sehen, was dabei rauskommt.
Der Stronach (nicht die Austria! ;) ) hat im Radio gehört, dass der Fair Play Gedanke mißachtet wurde (was ein Blödsinn war, weil es schlicht und einfach ein Mißverständnis war), und er hat daraufhin auf die Neuaustragung gedrängt.
Es gäbe keine einzige Regel warum dieses Spiel neuausgetragen hätte werden müssen. Das war einach eine Spinnerei vom Stronach.
Sonst fallen mir ehrlichgesagt keine Neuaustragungen ein, die nicht wegen Abbruch oder Fanausschreitungen stattfinden haben müssen, ein.
Ich würde gern sehen, dass am Schluss 5 Mannschaften Punktegleich sind, und Rapid mit einer 1:2 Niederlage Meister geworden wären, aber mit der 0:9 Niederlage der Wiederholung nichtmal den UI-Cup Platz erreichen.
“Es ist schlicht und einfach eine Bevorzugung der Rapidler (ich verwehre mich gegen den Begriff “Wiener Mafia”, weil die Austria vermutlich der am wenigsten bevorzute Verein Österreichs ist)”
ahahahahaha :D
Kleiner Hinweis von mir: In Regel 14 auf die sichberufen wird (Formalfehler) steht ebenfalls, dass sich beim Strafstoß kein anderer Spieler im 16-er befinden darf.
Ich denke, dass es da im Falle des Falles einen Ermessensspielraum gibt. Wenn der Spieler in den 16er läuft, der Schiri das nicht bemerkt/nicht ahndet, aber sonst rennt der Elfer korrekt und ist (k)ein Tor, wird wahrscheinlich niemand eine Neuaustragung beantragen, wenn der Spieler sich nicht gerade mit ins Tor stellt oder so. Und selbst wenn doch, wird da zu 100% selbst von Senat I abgelehnt, auch wenn Edlinger persönlich die Beantragung überbringt.
Es geht nicht um “irgendwelche” Formalfehler, sondern welche die das Spiel entscheidend beeinflussen. Darum geh’ ich auch von diesem Ermessensspielraum aus, sonst hätten wir tatsächlich wegen jedem Mist ne Neuaustragung und nen Senat der mit dem Genehmigen gar nicht mehr nachkommt.
Fehler ist Fehler. Und konsequenterweise müsste man entweder ALLES in der Richtung wiederholen oder GAR NICHTS. Nicht entweder oder.
Es wird im Regelwerk nicht zwischen “Formalfehler” und “Falscher Entscheidung” unterschieden, wenn ich das nicht übersehen hab (Bitte um Hinweis wo hier unterschieden wird) Diese “Trennung” ist von der Bundesliga ins Regelwerk interpretiert worden.
Warum wird hier von der Bundesliga eine Trennung erfunden, die eine Neuaustragung rechtfertigen soll?
Es wird auch in den ganzen Regeln nirgendwo das Wort “Neuaustratung” oder “Spielwiederholung” verwendet, zumindest hab ichs nicht gefunden. Schon gar nicht steht drin, dass bei Formalfehlern das Spiel zu wiederholen ist.
Das ist lächerlich. Bitte: Es reicht wenn die Bundesliga irgendwelche absurden an den Haaren herbeigezogenen Argumente sucht, ich muß hier nicht auch lesen, dass durch einen “Ermessensspielraum” bei “Formalfehlern” “Spiele wiederholt werden können”.
Verlogen find ich die Begründung, dass nicht garantiert werden hat können, dass das Spiel anders ausgegangen wäre, wenn der Payer auf der Linie gestanden wäre. Abgesehn davon, dass der Tormann bei einem Elfer IMMER krasser Aussenseiter ist, wäre diese Begründung ebenfalls BEI JEDER Fehlentscheidung zu verwenden. LASK – Matterburg: Wiederholen. Angeblich war der Eckball bei Tirol – Austria zum 1:0 keiner: Wiederholen.
Ein Spieler läuft zu früh in den Strafraum? Der Tormann könnte (mit TV Beweis!) erklären, dass er irritiert wurde, kurz zu diesem Spieler geschaut hat, deshalb den Elfer nicht gehalten hat. Die Partie wäre anders gelaufen => Neuaustragung.
Wirklich: Es gibt in der ganzen Liga niemand (Ausser einige Rapidler, klar), die diese Entscheidung nicht also unglaubliche Frechheit sehen. Selbst die anderen Abstiegskandidaten meinen, dass zwar für den eigenen Verein das gut ist, für den Fußball unglaublich absurd.
Im übrigen wird die Fifa hoffentlich hier über unsere BuLi drüberfahren. Unser Fußball macht sich zwar wiedermal lächerlich, aber das haben wir Rapid und der Buli zu verdanken…
Ein Satz, der mir extrem wichtig erscheint, sei kurz wiederholt:
Es geht nicht um einen (von mir aus Formal-)fehler, der Altach ein Tor gebracht hat, sondern um einen, der die Chance vom Payer den Elfer zu halten von 10 auf von mir aus 5 Prozent gesenkt hat. Nicht bös sein: Das ist lächerlich! Es wird so getan als ob der Payer den Elfer sicher gehalten hätte wenn er richtig gestanden wäre. Das ist Blödsinn. Der Payer hätt so oder so den Elfer nicht gehalten. Kirchler ist ein sicherer Elferschütze, routiniert.
Apropos Kirchler: Was hat ihn eigentlich davon abgehalten, der Fairness halber zu warten? SChließlich ist der Mann nicht blind, er muss also gesehen haben, dass der Torwart noch nicht bereit ist.
Und das Rapid jetzt schuld wäre, wenn der österreichische Fußball sich lächerlich macht, sehe ich nicht so. Jeder Verein hat das Recht, Protest einzulegen (wird ja auch oft genug getan), sind die auch alle in ihrem Verhalten “letztklassig”, wie es der Herr Fuchsbichler so schön gesagt hat?
Aber außer Rapid wär keiner so charakterlos gewesen und hätt’s tatsächlich gemacht.
Sogar der Pucher, normal der aalglatte Diplomat in Person (und im Zweifel ein Rapid-Freund) in Person, er hätte keinen Protest eingelegt.
phileit
Klar, die ganze Mannschaft ist charakterlos, bestimmt…
Zitat Dr. Kapl: “Die Neuaustragung ist regeltechnisch abgedeckt.”
Ist man jetzt schon charakterlos, wenn man die Regeln auch für sich in Anspruch nimmt?
Ich meine nicht die Mannschaft, ich meine den Verein bzw. dessen Leitung.
Und wenn einem 2 Tage nach einem hochverdient verlorenen Spiel einfällt, dass man Protest einlegt, ist das für mich charakterlos, ja. Wenn sie unmittelbar nach dem Spiel gesagt hätten “das war nicht okay, wir legen Protest ein” – ja, dann meinetwegen.
Aber zwei Tage später?
Zitat Dr Kapl? Na no na!
Es geht auch nicht darum, ob man so entscheiden darf, weil so deppert werden sie nicht sein dass sie ohne Grundlage so entscheiden, sondern dass bei jedem anderen Verein in Ö dagegen entschieden worden wäre (Proteste gibts ja alle paar Runden), und mit der selben Argumentation jede zweite Partie neuaustragen werden muß.
Und zum Kirchler: Der Kirchler hat beim Elfer geglaubt, dass es sich um einen Trick vom Payer handelt, und es war ja auch nicht so, dass der Payer beim Elfer nicht geschaut hätte. Der ist beim Berühren des Balls sehr wohl schon auf der Linie gewesen und hat sich auch geschmissen.
Wirklich, das ist so eine Farce, dass man hier das Spiel neuausträgt, das vermiest einem den kompletten Österreichischen Fußball.
den was? :D
:)
Bei Dir ists ja bekannt, dass Du Dir lieber die 3. englisches Liga oder ein Qualifikationsspiel zur Afrikacupquali anschaust, als den Ö-Fußball!
Ich hab den aber bisher nicht so schrecklich gefunden… ;-)
wie unbelehrbar muss man dafür auch sein? :D in den letzten zehn jahren ist ein ehemaliger meister von einer dosenfirma aufgekauft worden (sbg), ein anderer von betrügern in den konkurs getrieben worden (tirol), das erfolgreichste team an der pleite vorbeigeschrammt (sturm), ein weiterer meister durch unfähige in den konkurs getrieben worden (gak), ein weiterer steht unter der schirmherrschaft eines launischen mäzenen (fak), die halbe liga besteht aus dorfklubs und der fußball hat nichtmal halb so viel tempo wie im internationalen spitzenfeld. und trotz der tempoarmut können immer noch 2 von 3 spielern den ball nicht richtig stoppen. ist aber egal, weil sie von ihrem trainern konzepte aus den 80er-jahren aufgetischt bekommen.
und der einzige lichtblick des heimischen fußballs (die u20 wm in kanada) endet damit, dass 80-90% derjenigen die das möglich gemacht haben bei amateurklubs abgestellt werden oder als joker auf der bank verhungern, weil in österreich altersschwäche mit klasse verwechselt wird..
>ein weiterer steht unter der schirmherrschaft
>eines launischen mäzenen (fak),
Stimmt nicht.
Die Austria ist frei!
Ich finde es interessant, wie über diese Saceh die Wogen hochgehen, und ebensointeressant, wie schwierig für manche Leute die Situation zu verstehen ist.
Der Schiedsrichter ist verpflichtet, mit der Ausführung des Strafstoßes zu warten, bis alle Spieler korrekt positioniert sind, es gibt keinen Grund, der das Unterlassen dieser Pflicht rechtfertigen würde.
Hier mal ein Gedankenexperiment, das praktisch die selbe Situation, mit etwas vertauschten Rollen schildert:
Ein paar Rapidspieler stehen vor Freigabe des Elfmeters bei Payer vor dem Tor, um ihm Tipps zu geben, wie Kircher seine Freistöße für gewöhnlich schießt (was völlig regelkonform ist !), plötzlich gibt Brugger den Elfmeter unverständlicherweise frei. Kirchler denkt sich “Naja, wird eh sicher widerholt werden, schieß ich halt mal” (so wie er es in der tatsächlichen Situation auf getan hat, wie er im Interview behauptet), trifft aber, sagen wir, nur Patockas Schienbein und der Elfer prallt ins Torout. Was folgt, sind wilde Proteste der Altach spieler, aber Brugger weist diese ab, und das Spiel wird mit Eckball für Altach fortgesetzt. Rapid gewinnt dieses Spiel schließlich mit 1:0.
Der Sachverhalt ist der gleiche, würden die Kritiker am Rapid-Protest in diesem Falle auch meinen, dass ein Altach-Protest lächerlich wäre und man halt mit dieser Unleistung des Schiris leben müsste und würde es “Arlberg Mafia”-Rufe geben ?
ein paar Korrekturen:
“, wie Kircher seine STRAFstöße für gewöhnlich schießt”
und
“und der BALL prallt ins Torout.”
muss es natürlich heißen
ich glaub es ist aber trotzdem verständlich ;-)
Es ist echt lustig zu sehn, wie Rapidfans versuchen diese Situation zur argumentieren:
Der Sachverhalt ist absolut NICHT der gleiche. Nochmal: Es gibt im Regelwerk keine Unterscheidung zwischen “Formalfehler” und “Tatsachenentscheidung”.
Fehler sind Fehler. Schiedsrichter machen Fehler. Das ist so.
Regel 15 die hier angewendet wird, besagt in Punkt eins, dass der Ball am Punkt zu liegen hat.
In Punkt zwei die Regelung mit der Torlinie (den Spieler anschauend),
in Punkt 3, dass u.a. sich kein weiterer Spieler im Strafraum befinden darf.
Ohne Wertigkeit.
Wenn sich der Tormann nun absichtlich 10 cm hinter die Linie stellt, der Schiri aber den Ball freigibt, muß das Spiel laut Deiner Argumentation wiederholt werden.
Wenn sich ein Spieler im Strafraumeck befindet, muß das Spiel wiederholt werden.
Es bezweifelt keiner, dass der Schiri einen Fehler begangen hat. Nur ist der Fehler bei weitem nicht so schlimm, dass ein komplettes Spiel, das einen anderen Verlauf gehabt hat als sich das Rapid und die Bundesliga gewünscht haben, wiederholt werden muß.
Pfiff, Kirchler läuft an, Payer steht inzwischen auf der Linie den Ball anschauend, er schmeisst sich – halt ins falsche Eck.
Fehler vom Schiri – Ja.
Spielentscheidender Fehler – Nein, sicher nicht.
Mal ehrlich: Wie groß ist die Chance, dass der Payer den Elfer sonst gehalten hätte. Es wird immer so getan, als ob dem Payer die 95 Prozent Chance das Tor zu verhindern genommen wurde. Das ist Schwachsinn. Payer hätt höchstwahrscheinlich so oder so den Ball nicht gehalten.
Spielwiederholung ist demnach nicht nur falsch sondern lächerlich. Man öffnet die Büchse der Pandora – gegen jedes Spiel wird ab sofort Einspruch erhoben. Und zwar jetzt zurecht.
Apropos: Gratulation an Rapid zum Sieg gegen Sturm. Schad nur, dass dem Freistoß zum 1:0 eine klare Schwalbe vorangegangen ist. Eigentlich auch ein Fehler vom Schiri, den man beeinspruchen sollte… :-/
@Tintifax:
1. Wo schreibe ich, dass ich Rapid-Fan bin ?
2. Wieso ist der Sachverhalt nicht der gleiche ? Der Schiedsrichter hat den gleichen Fehler gemacht: Die Position der Spieler nicht kontrolliert und eine Mannschaft hatte dadurch evtl. einen Nachteil bei der Ausführung des Elfmeters.
( Die größere Frechheit ist aber eigentlich, dass Brugger den Elfer nicht wiederholen ließ, denn spätestens als die Rapidspieler sich beschwerten, dass Payer noch nicht bereit war, hätte ihm sein Fauxpas auffallen müssen.)
3. “Die Chance, dass Payer den Elfer gahalten hätte”. Ist eigenlich unerheblich, aber man könnte hier anmerken, dass er Diese Saison mehr Elfer gehalten, als nicht gehalten hat.
Und die “Büchse der Pandora” ist schon lange offen, erfolgreiche Proteste gegen derartig fehlerhaftes Schiedsrichterverhalten hat es schon gegeben. (z.B. zwei Gelbe, aber keine Rote bei Tirol-Moskau). Und eine “Protestwelle” ist ausgeblieben.
Wenn man verstanden hat, warum hier eine Art von Schiedsrichterfehler vorliegt, die praktisch so gut wie nie vorkommt, erkennt man die Entscheidung des Senates zwar als ist relativ hart, aber schlüssig.
1. Du wärst der erste nicht Rapidfan der so eine Entscheidung verteidigt hätte. Deshalb hab ichs einfach mal impliziert. Und ich bin mir sicher dass ich richtig lieg. :)
Und warum ist es wichtig, wie häufig eine Art von Schiedsrichterfehler vorliegt? Ein Schiedsrichterfehler, der jede Woche passiert, wird hingenommen?
Wo ist der Unterschied zwischen dem Schiedsrichterfehler beim Altach Spiel, und dem extremen Schiedsrichterfehler gestern bei Austria – Lask, wo schlicht und einfach nicht gesehn wurde, dass hinten ein Lask Spieler das Abseids aufhebt?
Die Entscheidung in Altach hat das Spiel eher unwahrscheinlich beeinflusst, das Abseids beim Lask kostet 2 Punkte.
Das ist eine Entscheidung, die WIRKLICH das Spiel beeinflusst hat, und nicht vielleicht. Wo ist der Unterschied? Dass beim einen der Fehler selten, und beim anderen häufig passiert? Und Nochmal: “Formfehler” und “Tatsachenentscheidung” gibts schlicht und einfach in der Regel nicht. Es gibt Regeln, an die sich der Schiedsrichter zu halten hat. Manchmal macht er Fehler. Payer war bei Ballberührung auf der Linie und hat den Spieler/Ball angesehn. Wenn der Ball 10 cm neben dem Punkt liegt, und der Schiri gibt den Ball frei, ist GENAU DIE SELBE falsche Entscheidung gewesen. Da wird aber garantiert nie ein Spiel entschieden.
Und das tragische dabei ist, dass wegen so einer in meinen Augen absolut parteiischen Regelauslegung nicht nur möglicherweise, sondern durch die knappe Situation in der Tabelle mit großer Wahrscheinlichkeit mitentschieden wird. Das wird noch ganz lustig. Rapid gewinnt gegen Altach, wird sagen wir dritter, die Austria oder wer auch immer wird vierter. Wer zahlt der Austria oder wem auch immer den Verdienstentgang durch den Europacup. Normal müsserst vor ein ordentliches Gericht deswegen ziehen.
1. Ja, du hast richtig impliziert ;-)
aber ich habe dieser Tage auch schon viel Meinungen von “Andersgefärbten” gehört, die die Situation ähnlich sehen wie ich.
Der Grund, warum der Terminus “Formfehler” im Regelbuch nirgends vorkommt, ist, dass einfach vorausgesetzt wird, dass sich der Schiedsrichter selbst an das Regelwerk hält.
Die Möglichkeit, dass ein Schiedsrichter einen Fehler dieser Kategorie macht, ist nicht vorgesehen.
Ein Unterschied zwischen “falscher Tatsachenentscheidung” und “Formfehler” besteht nun mal, auch wenn man ihn, so wie du, nicht versteht/verstehen will.
Ich hoffe allerdings auch, dass die Neuaustragung auf die Endtabelle keinen Einfluss haben wird, wenn schon.
So, zur Entschärfung der Situation: Ich habe einen ehemaligen Schiedsrichter gefragt, und der schrieb mir folgendes:
“Der Schiedsrichter darf das Signal zur Ausführung des Stosses erst geben, wenn alle Spieler ihre Position in Übereinstimmung mit der Regel eingenommen haben, ..”
und da wurde eingehakt, weil der TW nicht den Blick zum Schützen hatte, als der SR den Strafstoss zur Durchführung freigab. D.h., der SR hätte nicht freigeben dürfen. Somit liegt kein Regelbruch vor sondern eine Verletzung der Durchführungsbestimmungen.
Denn wenn ein Mitspieler bei der Durchführung zu früh in den Strafraum läuft, hat der SR das Spiel frei gegeben und dafür sind wiederum Strafbestimmungen im Regelwerk vorgesehen.
Somit ist die Entscheidung der Bundesliga nachvollziehbar.”
Auf meine Nachfrage, ob es nun also ein Regelbruch oder eine Tatsachenentscheidung ist, wenn ein Spieler zur früh reinläuft:
“Das ist kein Regelbruch, sondern wieder eine Tatsachenentscheidung. Regelbruch ist, wenn z.B. ein Spiel falsch fortgesetzt wurde, ein Spieler nach 2 gelben Karte nicht ausgeschlossen wurde (siehe Tirol – Moskau), kurzzeitig mit 12 Spielern gespielt wurde, oder der Ball außerhalb des Spielfeldes war und trotzdem weitergespielt wurde (siehe Altheim – Rohrbach).
Als Verletzung einer Durchführungsbestimmung würde ich noch sehen, wenn der SR ein Spiel anpfeift und kein Torwart da ist, denn es heißt, es müssen mind. 7 Spieler sein und davon einer der TW in anderer Kleidung, dann darf das Spiel erst angepfiffen werden, oder kurzzeitig nur 6 Spieler einer Mannschaft auf dem Feld sind und der SR gibt das Spiel frei.”
Das heißt in der Conclusio: Rechtlich ist die Wiederholung abgedeckt. Schlechter Stil ist sie, meiner Meinung nach, aber schon.