Alle Beiträge von Philipp Eitzinger

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

Epilog gegen Frankreich: Des Bundesadlers Brut und die WM 1998, Teil 4

Zufrieden war niemand mit dem Abschneiden Österreichs bei der WM. Ein Weltuntergang war das Aus nach den beiden Remis gegen Kamerun und Chile sowie der Niederlage gegen Italien jedoch auch nicht. Das vorrangige Gefühl war, dass mit etwas mehr Mut zum Risiko das Erreichen des Achtelfinales gegen Brasilien absolut drin gewesen wäre und dass die WM eine verpasste Chance war.

Fünf Wochen nach dem Final-Triumph über Brasilien gastierte der frischgebackene Weltmeister Frankreich im fast ausverkauften Happel-Stadion. Österreich empfand dies als große Ehre und als Chance – einerseits darauf, sich selbst zu beweisen, dass man so ein Weltklasse-Team schon fordern kann. Andererseits darauf, ein Signal auszusenden: Die WM war kein Erfolg, aber wir sind gut genug aufgestellt, um mittelfristig das Niveau halten zu können.

Punkt eins gelang gut, man trotzte Frankreich ein 2:2 ab. Man redete sich auch ein, dass damit Punkt zwei als bestätigt zu betrachten ist – und im Nachhinein ist die Diagnose klar: Man verkannte die Realität. Umso schmerzhafter war ein halbes Jahr später in Valencia der Aufprall auf dem Boden der Realität. Weil man den in dieser Form nicht kommen gesehen hat. Nicht nur, aber auch wegen des Spiels gegen Frankreich am Mittwoch, dem 19. August 1998.

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Österreich 1, Italien 2: Des Bundesadlers Brut in Frankreich 1998, Teil 3

Nach den umfehdeten Jahren unter Arrigo Sacchi war Italien 1998 wieder so, wie man Italien eben erwartete. Auch wenn eine leichte Auslosung das Team ins WM-Finale von 1994 gespült hat: Das taktisch rigide und auf viel Training basierende 4-4-2-Pressingspiel von Sacchi hat auf Nationalteam-Ebene nie geklickt. Mit Cesare Maldini war die defensive Stabilität wieder Trumpf.

Vor Libero und Manndeckern waren drei unkreative Läufer platziert, zwei alleingelassene Stürmer sollten es auf dieser extrem auf Stabilität bedachten Basis mit individuellem Genie richten, einen Spielgestalter sah Maldini als zu großes Risiko. Mit Glück hatte Italien spät ein 2:2 gegen Chile gerettet und gegen Kamerun hatte man nach der raschen Führung viel sterilen Ballbesitz und null Ideen, zwei späte Tore schraubten das Ergebnis zu einem absurden 3:0 hoch. Italien konnte davon ausgehen, dass ein Remis gegen Österreich zum Gruppensieg reicht und man damit einem drohenden Achtelfinal-Duell gegen Brasilien ausweicht – bei einer Niederlage drohte aber das Vorrunden-Aus.

Das waren keine guten Voraussetzungen für Österreich. Auch das ÖFB-Team litt unter zu wenigen Ideen, zu wenig Mut im Vorwärtsgang und unter der lädierten Zehe von Andi Herzog. Wie gegen Chile saß Herzog zunächst auf der Bank, aber Prohaska löste sein eigenes defensives Dreier-Mittelfeld auf und zog Hannes Reinmayr UND davor Mario Haas als zweite Spitze neben Toni Polster ein. Nach den beiden Remis gegen Kamerun und Chile war für Österreich klar: Ein Sieg musste her.

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Österreich 1, Chile 1: Des Bundesadlers Brut in Frankreich 1998, Teil 2

Das 1:1 gegen Kamerun war besser als das drohende Nichts, aber was war es wert? Denn vor der Brust stand nun das Match gegen Chile. Iván Zamorano, jahrelang Stamm-Stürmer bei Real Madrid und frischgebackener Europacup-Sieger mit Inter Mailand, und der um viel Geld von River Plate zu Lazio transferierte Marcelo Salas waren ein gefürchtetes Sturm-Duo.

Chile hatte im ersten Spiel erst kurz vor Schluss durch einen ärgerlichen Elfmeter einen Sieg gegen Italien verloren (Endstand 2:2) und im Frühjahr in einem Testmatch im Wembley mit 2:0 gegen England gewonnen. Bis auf die Stürmer aber war die fast komplett in der heimischen Liga aktive Mannschaft ein komplett unbeschriebenes Blatt.

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Österreich 1, Kamerun 1: Des Bundesadlers Brut in Frankreich 1998, Teil 1

Es war der 25. März 1998. Die Party zur geschafften WM-Qualifikation, jener ausgelassene Oktober-Abend im Happel-Stadion nach dem 4:0 über Weißrussland, war noch eine schöne Erinnerung, die echte WM-Euphorie war beim ersten Testspiel des neuen Jahres aber schon verflogen. Das Happel-Oval war nicht einmal halbvoll, als man Ungarn zu Gast hatte. Um die Form und das Personal für die WM zu testen und um die gemeinsame EM-Bewerbung für 2004 zu promoten.

Und dann kam Béla Illés. Der ungarische Zehner war für Kühbauer und Mählich im defensiven Mittelfeld-Zentrum kaum zu halten, die Ungarn gewannen mit 3:2, Illés erzielte zwei Treffer. „Man soll nicht gleich wieder alles in Frage stellen“, sinnierte Teamchef Herbert Prohaska danach, „aber wenn sich das nicht ändert, muss ich mir überlegen, ob wir es verkraften können, bei der WM mit so einer offensiven Aufstellung anzutreten!“ Gegen Ungarn hatten Polster und Vastic vorne begonnen, mit Herzog als Zehner dahinter. Reinmayr kam in der zweiten Halbzeit statt Kühbauer als zusätzlicher Spielmacher hinein.

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Testen ohne Ergebnisdruck: Was beim Jahres-Abschluss der ÖFB-Frauen auffiel

Die Frauen-EM 2029 findet in Deutschland statt! Mit dieser Entscheidung am Mittwoch Nachmittag endete das letzte Länderspielfenster dieses Frauenfußball-Jahres. Es brachte einen Nations-League-Sieger Spanien und für Österreich ein Trainingslager in Andalusien mit zwei Testspielen – einem 1:1 gegen Finnland und einem 2:3 gegen die Ukraine.

Welche Erkenntnisse lassen sich aus den ersten beiden Länderspielen der Amtszeit von Alexander Schriebl ziehen, in denen es die Abläufe wichtiger waren als die Resultate?

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Die U-17 und das WM-Finale – Signalwirkung, Freude, aber auch Vorsicht

Sie haben Spanien eliminiert, England verräumt, Japan niedergerungen und Italien ausgeschaltet. Der letzte Schritt, jener gegen Europameister Portugal im WM-Finale, war für die österreichischen U-17-Burschen, der eine, der ein wenig zu groß war. Dennoch: Mit dem erstmaligen Einzug einer rot-weiß-roten Fußball-Mannschaft ins Finale einer Weltmeisterschaft in irgendeinem Format auf irgendeinem Level hat der Jahrgang 2008 Geschichte geschrieben – und gleichzeitig nach einigen dünnen Jahren im Nachwuchs ein Signal ausgesendet.

Bis vor ein paar Wochen hatte praktisch noch niemand mitbekommen, dass die Truppe überhaupt bei der WM dabei ist, spätestens mit dem 4:0-Sieg im Achtelfinale über England waren die Augen aber auf sie gerichtet – vor allem im Lichte des katastrophalen Europacup-Herbstes und der generellen Schwäche der heimischen Liga. Nicht nur, aber vor allem WM-Torschützenkönig Johannes Moser aus dem Red-Bull-Nachwuchs ist nun in Österreich ein bekannter Name und die Hoffnungen, welche die Truppe für die Zukunft geweckt hat, wachsen – typisch Österreich – schon wieder in lichte Höhen.

Aber mal langsam.

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Barbara Dunst im Comeback-Interview: „Die verpasste EM? Verheerend!“

Exakt ein Jahr nach ihrem Kreuzbandriss kehrt Barbara Dunst ins österreichische Frauen-Nationalteam zurück. Dieses absolviert in Andalusien ein Trainingslager mit zwei Testspielen gegen Finnland (27.11., wegen des zeitglichen U-17-WM-Finales der Burschen nicht im TV) und die Ukraine (1.12, live auf ORF Sport plus).

Am 3. Dezember 2024 verpasste Österreich nicht nur im Playoff gegen Polen die EM-Endrunde, nein, bei diesem Spiel zog sich kurz vor der Halbzeitpause auch Dunst die erste echte Verletzung ihrer Karriere zu. Seither ist sie von Eintracht Frankfurt zu Bayern München gewechselt, die ÖFB-Frauen haben einen neuen Teamchef bekommen und die Steirerin hat sich zurückgekämpft. Im Interview spricht sie über Francesco, Verantwortung und das „verheerende Verpassen der EM“.

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So spielte Europa 2025 – Teil 3: Die Plätze 16 bis 1

Wer die ersten beiden Teile unserer Vorstellung aller Nationalteams des europäischen Verbandes gesehen hat, wird festgestellt haben: Es war bisher noch kein einziges Team dabei, das sich als Gruppensieger direkt für die WM in Nordamerika qualifiziert hat. Also auch Österreich noch nicht! Das ändert sich natürlich im dritten und letzten Teil, in dem der Countdown der Top-16 des Kontinents laut Elo-Rating vorgenommen wird.

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So spielte Europa 2025 – Teil 1: Die Plätze 55 bis 33

Österreich ist bei der WM! Und wo steht das ÖFB-Team am Ende dieser Qualifikation im inner-europäischen Vergleich? Wie schon vor zwei Jahren stellen wir auch nach diesem beendeten Quali-Zyklus die Mannschaften des europäischen Verbandes vor. Wie sind die Nationalteams in diesem Jahr aufgelaufen, mit welchen Spielern von welchen Klubs, in welcher Grundformation – und was lässt sich zu ihnen sagen?

Wie bei uns üblich, orientieren wir uns am Elo-Rating, um die Mannschaften nach ihren tatsächlichen Resultaten unter Berücksichtigung der Stärke der Gegner in den letzten Jahren zu sortieren. Hier der ersten von drei Teilen unserer Bilanz, die Plätze 55 bis 33. Spoiler: Österreich ist in diesem Bereich nicht dabei. Dafür drei der vier Gruppengegner.

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