Ballverliebte Teamchefs: Tom

Weil wir wie alle Fußballfans natürlich auch die besten Teamchefs der Welt sein müssen, haben wir uns entschlossen unsere persönlichen Aufstellungen für die Nationalmannschaft zu formieren und zur Diskussion zu stellen. Den Anfang mache ich, und freu mich schon auf die Debatten.

Aufstellung Tom September 2007

Ich kümmere mich bei meiner Aufstellung nicht um das Alter, sondern setze auf einen Mix aus jungen und internationalen Spielern, die jeweils fähig sind eine hohes Tempo mitzugehen. Die Macht des Faktischen führt dazu, dass ich dann doch insbesondere ältere Spieler aus der heimischen Liga nicht berücksichtige.

Mein 4-1-2-1-2 basiert auf einer kompakten Defensiv-Zentrale (Scharner vor Prödl und Stranzl). Ich halte diese für international konkurrenzfähig, sie hat allerdings den entscheidenden Nachteil, mangels Alternativen nicht allzu flexibel zu sein. Ein Ausfall von Stranzl könnte vielleicht einigermaßen durch Madl ausgemerzt werden, der mit Prödl zusammen eine tolle U20-WM gespielt hat, ob er sich aber im umgekehrten Fall mit Stranzl verträgt, müsste erst getestet werden. Auf der Außenseite setze ich mit Pogatetz und Garics zwei erfahrene Spieler ein, die mithelfen sollen über die Außenbahnen schon von hinten etwas Druck zu erzeugen.

Den offensiveren Mittelfeldpart übernimmt eher die linke Seite mit Leitgeb und dem zentral spielenden Stankovic als zurückhängende Spitze. Leitgeb soll nicht nur über die Außenbahnen kommen, sondern mit Linz per Doppelpass in Schussposition kommen. Scharner und Ivanschitz erledigen mehr defensive Arbeit, sollen das Spiel dann mit weiten Pässen auf den flinken Konterstürmer Harnik schnell machen.

Ich will mich in Sachen Ersatzleuten explizit noch nicht auf eine Spielberichts-taugliche Zahl festlegen, da die jeweiligen Leuten auch stark vom Gegner abhängen (ganz abgesehen von der Formentwicklung und Verletzungsgeschichte bis zum Ernstfall – ein Aufhauser ist ein potentieller Team-Kandidat, im Moment würde ich ihn aber nicht mitnehmen). Das eher offensive 4-1-2-1-2 hat den Vorteil, dass man je nach Spielverlauf oder auch schon bei einer speziellen Ausgangslage vor dem Spiel sehr schnell substantiell etwas ändern kann. Es ähnelt in dieser Grundform eher einem 4-3-3 als einem 4-4-2.

Über Tom Schaffer

Journalist und als langjähriger Mittelfeldmotor stolzer zweifacher steirischer Jugendvizemeister. Fan des Offensivkicks und des englischen Fußballs.

12 Gedanken zu „Ballverliebte Teamchefs: Tom

  1. Naja, nur weil er ein grottenschlechter Trainer ist, heisst das nicht, dass er nicht noch ein Top-Stürmer wäre… :)

  2. Vastic hat immerhin bei Weltmeisterschaften mehr Tore geschossen als Harnik… ;)
    (Uih, ich weiß, der war schlecht… ;) )

  3. ja, die frage ist halt, ob das auch gilt, wenn vastic gegen innenverteidiger einer echten fußballnation antreten muss und nicht gegen die wie angesoffen spielenden der hiesigen bundesliga. :D ich denke, dass andere an dieser aufgabe besser wachsen können.

  4. Es wäre nicht das erste mal, dass ein Linksfuß rechts spielt. Man darf eine taktische Variante nicht vergessen: Ein Linksfuß, der den Hacken nach innen beherrscht, legt sich den Ball für Weitschüsse richtig auf. d.H. wenn ein Aussenmittelfeldspieler im Raum zwischen 16 und 25 Meter extrem gefährliche Weitschüsse kann (und Ivanschitz hat diese Qualität zumindest ansatzweise), dann ist die Variante nicht so absurd. War im übrigen bei der Austria im Meisterjahr Schachner/Daum genau so: Janocko hat auf der Seite fast alle Freiheiten gehabt, war beim Hacken in die Mitte kaum zu stoppen, und hat dann aus 20 Metern die Tore gemacht. Mit dem „der Position nicht entsprechendem“ Fuß…

  5. nageh, den vastic kannst aber nicht ernst meinen? ;) ich mein in der österreichischen liga is der ja durchaus noch eine ausnahmeerscheinung, aber auf internationalem niveau hat der doch nach 40 minuten einen lungenpatschn… ;)

  6. wenn ich sage, dass ivanschitz eher defensiv agieren soll, dann ist das natürlich nicht so drastisch gemeint, dass du ihn gleich zum defensiv-ivanschitz degradieren solltest ;) ivanschitz und leitgeb können rotieren, dementsprechend verändert sich die spielweise. so wie hier sollen sie auf abpraller bzw doppelpassspiel gehen und in die mitte ziehen. tauschen sie, machen sie das flankenspiel.

    flanken muss nämlich nicht unbedingt ein ivanschitz schlagen. es kann ruhig auch einer der 3 stürmer diesen part übernehmen. grundsätzlich halt ichs aber wie geschrieben nicht für besonders sinnvoll unser spiel allzu stark auf flanken auszurichten. erstens haben wir keinen flankengott und zweitens kein kopfballungeheuer ;)

    zum tormann: payer, macho und manning halte ich für in etwa gleichwertig – payer aber für den schwächere davon, macho hat die beste form und manninger hat internationale erfahrung.

    zu stankovic: ihm tut es sehr gut, bei sturm zu spielen. mit seinem talent glaube ich, dass er einer der wichtigsten spieler für österreich wird in den nächsten jahren. zwischen ihm und junusovic schwanke ich ein bisserl. alles in allem sind beide zwar noch keine voll ausgereiften spieler, können aber auf dieser position trotzdem jedem anderen in diesem land das wasser mehr als reichen.

    zum stürmer: hoffer müsste sich noch entwickeln, aber er ist einer mit torriecher. sowas kann man durchaus in diversen situationen bringen. er sitzt aber nicht umsonst auf der bank und je nach form und ausgangslage kann man ihn auch dort durch okotie ersetzen.

    linz ist zwar im team bisher nicht sonderlich toll aufgefallen, allerdings sehen stürmer immer schlecht aus, wenn die hintermannschaft scheisse ist. grundsätzlich ist er neben harnik immer noch der einzige international spielende österreicher (den problemfall wallner mal außen vor gelassen) – und das doch recht erfolgreich. mit dem vorteil, dass er auch spielt.

    ein problem an dieser theoreitschen aufstellung ist halt, dass man sehr viel nach gefühl machen muss ;) wie greifen die spieler ineinander, etc. pogatetz kann mEn mit dem dynamischen leitgeb vor sich einfach mehr anfangen, als mit dem eher behäbigen ivanschitz. etc.

    hätte ich ein paar testspiele, wärs natürlich leicht möglich, dass da die ein oder andere position umgestellt wird. auf die weise muss ich kombinationen ausprobieren, die es so noch nie gab.

  7. (Achtung, böser Sarkasmus inside!)

    Mit Macho im Tor kann ich mich noch anfreunden, aber Manninger als Ersatz? Da kannst gleich den Hicke persönlich reinstellen. Also der erste wunde Punkt, wenn Macho sich verletzt, sind wir unweigerlich verloren.

    Die Abwehr sieht recht solide aus, aber was macht Garics aussen? Da gehört er mMn definitiv nicht hin.

    Scharner vor der Abwehr ist eine geniale Idee, aber dann gehts schon los mit der Misere: Ivanschitz rechts, wenigstens bei dem weiss ich sicher, dass er Linksfuss ist. Den schon mal einen Freistoss von Rechtsaussen schiessen sehen? Für Defensivarbeit gibts dazu noch bessere, er steht bei dir also doppelt falsch. Das tut weh beim hinsehen! Stankovic hat mich bei der WM schon nicht sehr überzeugt, der kann meiner Meinung nur was, wenn ihm viel Platz gelassen wird, aber gut, die Position passt zumindest.
    Aufhauser würde ich mit 2kg reinem Traubenzucker füttern, bevor ich den irgendwo aufstelle, sonst bewegt der sich nämlich nicht und ich wär schuld wenn er umkippt und sich weh tut.

    Harnik/Janko sind ganz vorne eine durchaus denkbare Variante. Linz und Hoffer definitiv nicht. Die beiden spielen wie Tippkick. Null Technik, und nur geradeaus laufen. Gut schießen wenn sie den Ball total ideal aufgespielt bekommen. Wenigstens stehn sie gerne richtig und sind groß.
    Währen deine Flanken nicht so seltsam besetzt, könnt ich mir das ja trotzdem vorstellen, aber wer soll Linz den Ball auf den Kopf ballern? Dein Defensiv-Ivanschitz? Mit Rechts??

    Nein nein Tom, so wird das nichts, das üben wir nochmal :P

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