Test-Länderspiel
Arena Lviv, Lemberg, 15. November 2011
Ukraine - Österreich
2-1
Tore: 18' Milevski, 90' Devic bzw. 71' Arnautovic

Marcel Koller, Spiel 1: Positive Ansätze, durchwachsene Ausführung

Der Ansatz: Positiver Fußball, das Spiel selbst in die Hand nehmen – auch auswärts bei guten Gegnern. Die Ausführung in Lemberg: Bemüht, aber mit einigem Ungleichgewicht ohne ohne echte Durchschlagskraft. Das Resultat: Eine unglückliche 1:2-Niederlage, die einige Erkenntnisse liefert.

Ukraine - Österreich 2:1

Neunmal Deutschland. Einmal Holland. Und nur noch ein einziger Österreicher, der auch in Österreich spielt: Dummerweise war ausgerechnet Fränky Schiemer, wenn auch auf einer Position, die er eigentlich nicht kann, der mit sehr viel Abstand schlechteste Mann am Platz, verschuldete beide Gegentore zumindest mit und offenbarte so, dass auch unter Marcel Koller die Position des Rechtsverteidigers wohl die größte Baustelle bleibt.

Im ersten Spiel unter dem Schweizer war Österreich bemüht, das Heft in die Hand zu nehmen, hatte deutlich mehr Ballbesitz und setzte die Ukraine zum Teil recht früh unter Druck. Zwei Gegentore (eines halb durch die erste Hälfte, das andere in der Nachspielzeit) bescherten dem nicht wirklich beeindruckenden EM-Co-Gastgeber einen etwas schmeichelhaften 2:1-Erfolg, der aber eher zweitrangig ist. Viel wichtiger als das Resultat, zumal in einem Testspiel, sind die Erkenntnisse, die man nach einer Woche gemeinsamen Trainings unter Koller ziehen kann.

Umschalten nach Ballgewinn

Hier machten die Österreicher die beste Figur. Vor allem in der Anfangsphase, als die Ukrainer gerne mit einigen Leuten aufgerückt waren, ging das Umschalten sehr schnell und in deutlich geplanten Wegen: Schneller Pass auf einen sich etwas zurückfallen lassenden Spieler aus der Offensivreihe (zumeist Ivanschitz bzw. Arnautovic), der legt kurz für einen aus der hinteren Reihe ab (zumeist Alaba bzw. Fuchs), und starten steil nach vorne. Von hinten kommt dann entweder der Pass in den Lauf (Alaba) oder ein Dribbling (Fuchs).

Nach dem 0:1 klappte das nicht mehr wie davor. Das lag zu einem großen Teil natürlich daran, dass die Ukrainer sich zurückzogen, nicht mehr mit so vielen Spielern herausrückten und mit zwei Viererketten die Räume, durch die das ÖFB-Team zuvor hatte stoßen können, zumachten.

Spieleröffnung mit Zeit

Was deutlich wurde: Auch, wenn die Österreicher durchaus versuchten, das Spiel selbst zu gestalten – was gegen die sich etwas einigelnden Ukrainer auch gelang – bleibt eine Erkenntnis dieses Spiels, dass sich das ÖFB-Team mit der Reaktion immer noch deutlich leichter tut als mit der Aktion. Sprich: Umschalten und kontern geht besser als selbst das Geschehen nach vorne gestalten. Das ist nicht verwunderlich und auch ganz logisch, schließlich fehlte der Mannschaft in den letzten Jahren eine durchgängige Philosophie des eigenen Gestaltens, wurde selbst ein biederes Team wie Litauen stark geredet und es vermieden, selbst das Heft in die Hand zu nehmen.

Wie holprig das alles noch ist, wurde vor allem nach dem 0:1 deutlich. Nicht nur, dass Almers Abschläge eine Streuung wie eine Schrotflinte hatten und im Aufbau unbrauchbar waren. Nein, die Viererkette stand danach viel tiefer als zuvor (als sie sich im Ballbesitz knapp hinter der Mittellinie positionierte), sodass die schnellen Pässe auf Arnautovic und Ivanschitz nicht mehr möglich waren. Es war immer wieder zu sehen, dass Alaba und Baumgartlinger diese Pässe antizipierten und lossprinteten, aber der entsprechende erwartete Ball nach vorne nicht gespielt wurde. Immer mehr wurde daher auf lange Bälle zurückgegriffen – oder, was mehr Erfolg versprach, die linke Seite ins Spiel gebracht.

Die linke Seite

Es war schon beim Ivanschitz-Comeback in Aserbaidschan zu erkennen, wie gut er und sein ehemaliger Mainzer Teamkollege Christian Fuchs harmonieren. Diese beiden waren auch in diesem Spiel klar die besten Österreicher. Fuchs orientierte sich, wie das auch so sein muss, extrem weit nach vorne, legte dabei zumeist auf Ivanschitz ab und hinterlief ihn. So hatte Ivanschitz die Wahl, entweder in die Mitte zu spielen, selbst zu gehen oder wiederum Fuchs steil anzuspielen.

Der ukrainische Rechtsvertediger Fedetski hatte damit Probleme und Jarmolenko war viel in der Defensive gebunden. Die Ukrainer schafften es auch nicht, anders als die Gegner in den letzten Spielen, im Rücken von Fuchs den Platz zu nützen und dort eigene Angriffe aufzuziehen. Zum einen, weil Aliev immer recht zentral blieb und zum anderen, weil Pogatetz hier gut abdeckte. Es ist beinahe logisch, dass der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1 über diese Flanke vorbereitet wurde: Fuchs eroberte den Ball, ging nach vorne und seine präzise Flanke fand den passenden Abnehmer.

Die Abwehrkette

Der Plan in der Anfangsphase war ganz deutlich, dass die beiden Innenverteidiger Prödl und Pogatetz sehr weit Richtung Außen verschoben und Baumgartlinger davor zentral absicherte, damit die Außenverteidiger schon im Aufbau nach vorne gehen konnten und dort anspielbar waren. Aber je länger das Spiel lief, umso mehr wurde klar, dass nur Fuchs sich dabei wirklich wohl fühlte, Schiemer aber überhaupt nicht.

Somit verlegte sich der einzige Spieler in der Partie, der es noch nicht aus der österreichischen Liga heraus geschafft hat, sehr auf die Defensive, sodass aus der Abwehr des ÖFB-Teams oftmals eine etwas windschiefe Dreierkette wurde: Fuchs preschte, wann immer es ging, nach vorne, Schiemer aber blieb hinten und sicherte ab. Mit doppelt negativem Effekt: Einerseits zog er gegen den flinken Konoplianka immer wieder den Kürzeren und war bei beiden Gegentoren recht ursächlich beteiligt, andererseits tötete er damit seine Seite offensiv komplett ab.

Die rechte Seite

Harnik und Kavlak: Arme Hunde

Denn ohne den wirklich absolut inferioren Schiemer, der nicht die geringste Hilfe war, musste Harnik alles auf eigene Faust machen. Das Unbehagen war dem Stuttgart-Legionär deutlich anzumerken: Er sah, dass Schiemer defensiv gravierende Probleme hatte und zuweilen haarsträubende Fehl- und Risikorückpässe spielte, war sich aber seiner Verantwortung auch im Spiel nach vorne bewusst.

Die generelle Linkslastigkeit des Spiels – Fuchs/Ivanschitz, dazu die zumeist über die halblinke Seite aufziehenden Alaba und Arnautovic – nahm Harnik zusätzlich aus dem Spiel. Er versuchte es, indem er nach innen zog und sich zumindest in der Zentrale anbot, aber auch das half nichts. Die rechte Seite blieb einsames und unbespieltes Gelände, auch nachdem Harnik nach einer Stunde Veli Kavlak hatte weichen müssen.

Baumgartlinger und Alaba

Das Duo im defensiven Mittelfeld harmoniert an sich recht gut und die Frage, wo da ein Paul Scharner reinpasst, stellt sich durchaus – auch, wenn David Alaba vor allem in der zweiten Hälfte deutlich abbaute, sich nur noch auf Sicherheitsbälle verlegte und eine Leistung zeigte, die wohl irgendwo zwischen “brav” und “dezent” liegt. Zu Beginn der Partie war Alaba ein deutlicher Aktivposten, stets bemüht immer anspielbar zu sein. Ein Achter mit deutlichem Zug nach vorne, gut eingebunden ins schnelle Spiel nach vorne, eben vor allem nach schnellem Umschalten. Zumindest bis zur Pause.

Julian Baumgartlinger spielte seinen Part als Sechser vor der Viererkette sehr ordentlich. Er eroberte viele Bälle und versuchte sie wie in besten Tagen, diese mit möglichst wenig Risiko möglichst gewinnbringend weiter zu leiten. Man merkt ihm die Spielpraxis, die er in den letzten Wochen in Mainz immer mehr bekommt, durchaus an. Je länger das Spiel dauerte, umso mehr wurde Baumgartlinger der dominante Teil dieses Duos. Eine Leistung, auf die man aufbauen kann.

Arnautovic

Beim Bremer ist es so eine Sache: Entweder er geigt richtig auf, reißt das Spiel an sich und damit die ganze Mannschaft mit, oder es gelingt ihm wenig bis gar nichts. In Lemberg klappte bei ihm leider kaum etwas. Ihm versprangen einige Bälle (was sicher auch, aber nicht nur mit dem Baustellenrasen zusammen hängt), er konnte Zuspiele nicht verarbeiten und brachte kaum einen Pass wirklich an.

Seine Rolle war im System recht klar definiert: Gegen den Ball sollte er vorne praktisch auf einer Höhe mit Janko stehen und die gegnerische Spieleröffnung stören – hier wurde aus der österreichischen Formation ein 4-4-2 – bei eigenen Angriffen aber ließ sich Arnautovic eher etwas fallen, agierte von hinten heraus, um mit Steilpässen die im Vorfeld von Marcel Koller geforderten Bälle aus der Tiefe zu spielen. Das Highlight in seinem Spiel war sicher das Tor, das – sagen wir mal so – jeweils zu einem Drittel Janko (der den Ball vors Tor brachte), Kutcher (der wohl als letzter dran war) und Arnautovic (der den Einsatz des ukrainischen Innenverteidigers provozierte) gehört.

Das war gut

Das Bemühen war klar ersichtlich, dass auch gegen einen vom Potenzial her sich in etwa auf Augenhöhe befindenden Gegner das Spiel selbst gemacht werden sollte. Das war ja unter Constantini, wie erwähnt, nicht mal daheim gegen klar schwächere Kontrahenten immer so. Gerade in der Anfangsphase wurde der Gegner schon sehr hoch angepresst, was es den Ukrainern unmöglich machte, selbst das Geschehen konstant und zielführend in die österreichische Hälfte zu verlagern. Selbst in der Phase nach dem 0:1, als beim ÖFB-Team nach vorne kaum mehr etwas ging, wurde so zumindest ein nachhaltiges Aufkommen der Ukrainer verhindert.

Dazu war natürlich einmal mehr die linke Seite das Prunkstück der Mannschaft. Fuchs zeigte vor allem im direkten Vergleich mit Schiemer, wie wichtig ein funktionierender offensiver Außenverteidiger ist, wenn man die Initiative übernehmen will. Der Schalker war ständig im Vorwärtsgang und dank Pogatetz brannte in seinem Rücken relativ wenig an.

Das war nicht gut

Anders als beim eh schon übervorsichtigen Schiemer, der sich mit dieser Leistung recht nachhaltig für weitere Einsätze als Rechtsverteidiger disqualifiziert hat. Ein Glück, dass Gyuri Garics nach fast einem Jahr endlich wieder spielen kann – sollte er in Bologna über den Winter Spielpraxis sammeln können, führt an dem von Constantini auf so schäbige Weise verstoßenen Italien-Legionär kein Weg vorbei.

So bemüht das ÖFB-Team war, das eigene Spiel dem Gegner aufzuzwingen, so wenig zwingend war das in diesem Spiel letztlich. Aber, wie erwähnt, das braucht Zeit und einige Spiele, die mit diesem Ansatz, positiven Fußball selbst spielen zu wollen, durchgezogen werden. Nur so kann sich die Mannschaft so weit finden, dass Automatismen entstehen und das alles konkreter und mit mehr Torgefahr aufziehen zu können.

Ausblick

Zweifellos, die Spieler dazu sind absolut vorhanden. Fuchs und Ivanschitz links sowieso, Baumgartlinger und Alaba sind beides spielintelligente Jungs mit dem Blick nach vorne gerichtet, Janko arbeitet vorne viel – jetzt braucht es nur noch ein Gegenstück zu Fuchs auf der rechten Seite.

Gegen Finnland – ein Team, das nicht annähernd die Qualität der Ukrainer hat – darf man beim nächsten Test im Februar schon erwarten, dass der grundsätzliche Ansatz der gleiche sein wird. Positiven Fußball, den will Marcel Koller sehen.

Und wir auch.

(phe)

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

  • Pingback: 2011 bis 2016 - die 54 ÖFB-Länderspiele unter Marcel Koller()

  • Ernst Draxl

    Schön, dass der rechte Außenpracker inzwischen unser größtes Problem zu sein scheint – abgesehen vom Goalesel. Bei Kavlak wäre ich skeptisch, weil ihm schon im Mittelfeld die Übersicht fehlt. Er wäre mir hinten zu riskant. Ähnlich ist das mit Leitgeb. Vielleicht sollte man es mit dem technisch-taktisch gut ausgebildeten Suttner auf rechts versuchen und natürlich sind Ibertsberger und Garics immer ernsthafte Optionen, wenn sie Spielprasis haben. Prödl kann nicht kicken, ist also keine Option für rechts.

  • Peter

    War mir klar, dass ich mir mit der Forderung Leitgeb für Alaba keine Freunde mache!! XD

    Aber Nationalteam bedeutet nunmal nicht die elf Besten, sondern die beste Mannschaft aufs Feld zu schicken. Brasiliens Aufstellungen wären sonst auch etwas unausgewogen.
    In unserem Fall halte ich Arnautovic, Ivanschitz und Alaba einfach für zuviel des Guten, genauer gesagt für zu linkslastig. Wenn Schnelligkeit das Mittel erster Wahl sein soll kann aus dem Trio ja auch Ivanschitz pausieren, ist die Frustrationstoleranz der gegnerischen Defensive sehr hoch, sollte man vielleicht Arnautovic nicht von Beginn an bringen.

    Von mir aus wäre auch Kavlak eine Alternative für die freie Stelle, nur hat er bei seinem Einsatz genau das Gegenteil dessen gemacht, was ich mir erwartet habe: schnelle Pässe.
    Deshalb schlug ich auch Leitgeb vor.

    Ich brauche wohl nicht mehr zu erwähnen, dass Schiemer als RV im Nationalteam suboptimal ist…

  • Christian

    @MB: würd das problem nicht lösen, prödl is genauso wie schiemer für die av posi zu langsam. alaba hätt ich mir auch schon gedacht, aber kA wie ihm die RV position gelingen würde..

  • iangdwea

    was ist denn eigentlich mit pehlivan? gibts den noch?

  • mb

    ich könnte mir vorstellen, dass man gegen starke gegner den proedl auf rechts stellt(teilweise wurde das bei bremen schon praktiziert) und im zentrum mit dragovic und pogatetz verteidigt.
    gegen schwächere gegner eventuell wirklich alaba auf eine av-position stellen und dafür einen spielstarken (leitgeb, ivanschitz) ins dm neben baumgatlinger, auf keinen fall schiemer und baumgartlinger zusammen.
    wenn man wirklich ivanschitz etwas zurückzieht, könnte man dann vorne mit harnik, junuzovic und arnautovic spielen.

    trotzdem wäre es das beste, wenn garics bald wieder fit wird..
    ansonsten vl. mal schimpelsberger von rapid mal ausprobieren.
    ibertsberger gefällt mir persönlich nicht und klein, dag hatten mMn. bei ihren Einsätzen bewiesen, dass sie international nicht gut genug sind..

  • Christian

    @MB geb dir mit garics sicher recht, nur war der jetzt ewig verletzt und man weiß halt nicht wie schnell der wieder fuß fasst. klein mag vll. keine internationale klasse haben, er ist aber immer noch der RV mit der besten Form derzeit.

    ad alaba: solangs kein qualitätsverlust um 100% macht das ja nix. na klar is alaba die zukunft und leitgeb bald schon die vergangenheit. es is nur schade dass so ein guter spieler wie der leitgeb im nationalteam nie berücksichtigt wurde. und bei dem spiel hätt er AUT definitv helfen können das spiel nach rechts zu gestalten.

    @gerhard
    letzte saison hat ibertsberger ja einige gute spiele gehabt (tw. sogar auch auf der 6er position), das einzige spiel dieser saison war seine leistung aber gruselig.

  • gerhard

    Spricht eigentlich etwas dagegen, Ibertsberger als RV einzusetzen? Der hat halt derzeit wenig Spielpraxis, aber warum der aus dem Team eliminiert wurde ist mir noch nie klar gewesen.

  • Charles

    Alles richtig gesehen und beurteilt!
    Vielleicht noch hinzuzufügen, das Schiemer zwar schwach spielte und Harnik kein Defensivkünstler ist, der hat andere Stärken, aber vor dem 0:1 Pogatetz mit seinem Abseitspiel genauso einen Bock geschossen hat. Ebenso Fuchs beim 0:2 seine defensive Schwäche zeigte
    und Schiemer wieder dabei war als er gegen den ukrainischen Sürmer beim Stanglpass zu spät kam.
    Ansonsten war mMn bereits eine Handschrift und Ansätze von einem System erkennbar, das sich hoffentlich in den nächsten Spielen weiter verbessert und auch die Angriffsituationen besser und cleverer zu Ende gespielt werden. Der eine oder andere gut eingeübte Surprise bei Standardsituationen und dann freuen wir uns auf die Quali.

  • mb

    @ peter
    alaba durch leitgeb zu ersetzen wäre ein talentverlust von 100%. alaba ist der beste österr. fußballer seit jahrzenten, ich kenne zumindestens keinen der in so junge jahren schon so viele einsatzminuten bei einer vergleichbaren mannschaft wie bayern hatte

    @ christian
    klein ist vielleicht in der österr. liga der beste, aber in jeder internationalen partie der austria und in jedem seiner länderspiele war er total überfordert..
    auf dieser gibt es nur die lösung garics.

    ist halt meine meinung

    lg

  • Christian

    Leitgeb statt Alaba fänd ich eine gute Idee – wäre tatsächlich eine Variante mit der das Feld besser ausgenützt werden könnte. Alaba könnte man dann ja in seiner Bayern Rolle als Ersatz für Ivanschitz bringen. (oder gegen langsame gegnerische RV von Start weg)

    Almer fand ich erstaunlich selbstbewusst von seiner Körpersprache her. Trotzdem wäre mein feuchter Traum für diese Position ein Manninger-Comeback, unter der Voraussetzung dass er in der Winterpause einen Verein findet wo er auch spielen kann.

    Harnik natürlich arm, beim 1. Tor kann man ihm aber eine Mitschuld nicht absprechen – er war eigentlich nah genug dran dass er mit Schiemer doppeln kann. Allgemein war die Schiemer Aufstellung für mich in hindsight noch unverständlicher als sie vor dem Spiel war: wenn man weiß wie schnell und wendig dieser Konoplianka ist stell ich doch keinen Innenverteidiger auf diese Position. Außerdem war Klein bei der Austria zuletzt immer einer der besten.

  • Peter

    Grundsätzlich gehe ich mit deiner Analyse d’accord:

    Im Vergleich zur Ära Constantini war das eine erfrischend positive Ausrichtung (gegen einen Gegner, der in der Weltrangliste vor uns liegt – Jössas na!!!).

    Aber alles Schlechte an Schiemer festzumachen ist mir zu billig: seine Flexibilität ist mMn FLuch und Segen zugleich. Einerseits ist es für einen Trainer sehr beruhigend einen solchen Mann für alle Fälle in der Defensive zu haben, andererseits spielt er dadurch nie über einen längeren Zeitraum auf einer Position, um sich dort auch wirklich weiterzuentwickeln.

    Zum Spiel gestern:
    Die Linkslastigkeit ist unser größtes Problem. Sie ist nur logisch, da der Großteil der offensiven Abteilung seine Stären links hat (Fuchs, Alaba, Ivanschitz, Arnautovic – auch Baumgartlinger). Das führt zwar zu gefälligen Kombinationen, diese spielen sich aber meist maximal fünf Meter von der Outlinie entfernt ab und erzeugen daher nur selten Gefahr und sind leicht zu verteidigen.
    Da sieht kein Rechtsverteidiger souverän aus, wenn dann bei Ballverlust mehrere Gegenspieler in vollem Lauf auf ihn zukommen können. Auch Harnik wird so total verheizt. Nicht umsonst macht er im Nationaldress seine besten Spiele als hängende Spitze, weil er rechts einfach überhaupt keine Anbindung an die Mannschaft hat.

    Natürlich kann Schiemer nicht die erste Wahl als RV sein, ich wünsche mir seit dem Dänemark-Match Garics zurück. Aber mit einem einzigen Personaltausch ist es nicht getan. Mit beispielsweise Leitgeb statt Alaba (und Baumgartlinger links statt rechts) wäre die Mannschaft horizontal weit ausgeglichener, auch wenn dadurch von mir aus 1, 2% Talent aus der Mannschaft genommen werden.