WM-SERIE, Teil 18: URUGUAY | Ist von Fußball-Weltmeistern die Rede, spricht man üblicherweise von Brasilien oder Italien. Aber auch Uruguay ist Weltmeister – doppelter sogar. Dorthin wird es die Celeste nicht mehr schaffen. Trotz Stars wie Forlán und Talenten wie Lodeiro. Continue reading
Archiv der Kategorie: International
Keine Hähne im weltmeisterlichen Hühnerstall
WM-SERIE, Teil 17: ITALIEN | Nach der mauen EM holte sich der Titelverteidiger Marcello Lippi zurück – er soll die Azzurri wieder zum Titel führen. Doch er ist längst nicht unumstritten – erst setzte er zu viel auf die Alten, jetzt probiert er den Medien zu viel herum. Lippi kann eigentlich nur verlieren. Continue reading
Bären, Falken und Pharaonen – Gemeinsam im Urlaub
WM-SERIE: “LEIDER NEIN”, Teil 2 | Russland, der EM-Semifinalist? Nicht dabei. Schweden, Dauergast seit vielen Jahren? Auch nicht dabei. Ägypten, zuletzt dreimal in Serie Afrikacup-Sieger? Auch nicht! Nicht alle Favoriten haben’s nach Südafrika geschafft… Continue reading
Das Zentralgestirn und seine Planeten
WM-SERIE, Teil 16: CÔTE D’IVOIRE | Es wird wohl die letzte WM für Didier Drogba, die zentrale Figur im Spiel der Ivorer. Die Frage, wie es danach weitergeht, wird der neue Teamchef Sven-Göran Eriksson nicht mehr beantworten müssen – seine Mission ist zeitlich klar begrenzt. Continue reading
Krebse rein, Skorpione raus
WM-SERIE, Teil 15: FRANKREICH | Manch einer sagt, man müsse einen Vogel haben, um sich den Stress des Teamchef-Daseins bei einer Top-Nation anzutun. Bei Raymond Domenech kommt man aber nur schwer an der Vermutung vorbei, er könnte tatsächlich einen haben. Continue reading
Der König von Honduras
WM-SERIE, Teil 14: HONDURAS | Reinaldo Rueda ist Teamchef von Honduras – und ein Volksheld. Im mittelamerikanischen Land wird er „Reynaldo“ geschrieben – der König. Nicht zu unrecht, schließlich führte er das Team eines sonst chaotischen Verbandes zur WM-Endrunde! Continue reading
Frankreich II., vulgo: Algerien
WM-SERIE, Teil 13: ALGERIEN | Neun der elf Spieler aus der Stammformation der Algerier wurden in Frankreich geboren – zumeist unauffällige Arbeitstiere. Für das Spektakel sind andere Teams zuständig, 24 Jahre nach dem bislang letzten WM-Auftritt der Wüstenfüchse. Continue reading
In der Ruhe liegt die Kraft
WM-SERIE, Teil 12: SERBIEN | Sie können ja doch, wenn sie nur wollen – die Serben überzeugten in der Qualifikation mit guten Resultaten durch diszipliniertes Spiel. Ganz anders, als es dem schlechten Image der Kicker aus dem schumpfenden Land entspräche. Continue reading
Österreich – Dänemark und: Gastgeschenke sind keine Eigenleistung
Teamchef Didi Constantini war sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis, der Mannschaft und sich selbst. Der WM-Teilnehmer Dänemark verlor schließlich im Ernst-Happel-Stadion gegen die ÖFB-Auswahl mit 2 zu 1. Blick man nur auf das Ergebnis so besteht natürlich Grund zur Glückseligkeit. Wäre da nicht die Realität des Spielverlaufs, der das Ergebnis ganz anders interpretieren lässt.
Dem Auftreten der rot-weiß-roten Elf merkte man sichtlich an, dass der Teamtrainer mit internationalem Fußball schon länger nichts mehr zu tun hatte. Statisch wie vor zwei Jahrzehnten ging es zu. Insbesondere die Verteidigung klebte in und am Strafraum, was den Dänen ihre Bemühungen über die Mitte zwar selten schwer machte, dafür aber fast jeden weiten Ball auf die Seiten erfolgreich ankommen ließ.
Obwohl die fehlende Dynamik schon in den ersten Minuten offensichtlich waren, ging Österreich in Führung. In Minute 12 war es ein Freistoß, dessen Klärung einem dänischen Abwehrmann grob misslang, wofür sich Frenkie Schiemer herzlichst bedankte. Direkt danach spielte Dänemark das erste und einzige Mal in dieser Partie so, als ginge es um etwas. Der Lohn folgte alsbald drauf, als Bendtner aus einer Ecke den Ausgleich machte, den Kröldrup kurz davor schon am Fuß hatte, aber nur die Latte traf. Kurz davor flimmerte die erste Ballbesitzstatistik über den Bildschirm und lieferte schwarz auf weiß den Beweis für Österreichs Defensivhaltung. Mit unglaublichen 78 zu 22 Prozent dominierten die Dänen beim Gebrauch der Kugel.
Man kann unseren Kickern nicht vorwerfen, nicht gekämpft zu haben, ebensowenig wie mangelnde Gefährlichkeit. Die offensichtliche Trainervorgabe hinten abzuwarten und erste im eigenen Drittel zu attackieren lässt bei braver Ausführung einfach kein Offensivfeuerwerk zu, obwohl die Startaufstellung zumindest für eine kontrolliertes Angriffsspiel geeignet gewesen wäre.
Was ich ebensowenig nachvollziehen kann ist, was heute in der Mitte passiert ist. Klar, der Druck sollte augenscheinlich von den Flügeln kommen, das rechtfertigt aber keine kampflose Aufgabe der Mitte, wie heute passiert. Bis kurz vor dem Strafraum konnten die Dänen hier stets frei kombinieren, weil dort schlichtweg niemand war. Dies wiederum verengte bei eigenen Angriffen den Raum, so dass der Ball an der Linie oft hilflos hin und her gespielt wurde, bis sich entweder ein Däne erbarmte eine Lücke offen zu lassen oder der Ball unkontrolliert nach vorne gedroschen wurde. Kreativität: Null. Der fehlende Mittelmotor machte das auch nicht besser.
Trotzdem hätten einige der Durchbrüche (auf der rechten Seite oft vorbereitet vom aufspielenden Ekrem Dag) mehr bringen können als sich weiter vorne wieder zu verzetteln. Nur zweimal haperte es tatsächlich am letzten Pass.
Und dann war es ein weiteres Gastgeschenk in Minute 37, dass die erneute Führung und gleichzeitig den Endstand herstellte: Ausgerechnet Roman Wallner, der ja alles andere als ein Hüne ist, blieb bei einer Ecke sträflich ungedeckt und machte das Kopfballtor. Kurz nach der Pause hätte Janko nach einem von seinem Gegenspieler falsch berechneten Aufpraller, das 3:1 am Fuß gehabt, schoß aber den herauseilenden Goalie an (55′). Nur drei Minuten später musste sich dafür Gratzei auszeichnen. Patrick Wolf verfelte kurz nach seiner Einwechslung das Tor aus kurzer Distanz und vollem Lauf.
Dem folgten 20 ereignislose Minuten, bis sich Rieks plötzlich nach einem Querpass vors Tor wuseln konnte. Paul Scharner musste in höchster Not für den schon geschlagenen Christan Gratzei eingreifen (78′). Mittlerweile hatte Constantini das Team einen kleinen Gang offensiver geschalten, was sich aber kaum niederschlug.
Beide Teams hatten ihre Probleme in der Defensive. Bei den Österreichern mangelte es Nachdruck durch das nur auf den Seiten existierende Mittelfeld und der fehlenden Kreativität. Bei den Dänen mühte man sich redlich mit der austriakischen Mauer ab, hatte dafür am restlichen Feld kaum Probleme.
Es gibt noch viel zu tun für den Teamtrainer, der seinen „wir haben phasenweise zu riskant gespielt“-Sager bei der Pressekonferenz hoffentlich nicht ernst gemeint hatte. Man sollte auch nicht vergessen, dass Dänemark heute nicht ums Ergebnis gekickt hatte, sondern der Trainer die Chance nutzte ein paar Spieler auszuprobieren – oder wie er einer Reporterin sinngemäß sagte: „Sie werden bei der WM ein anderes Team sehen.“ Dessen muss sich Constantini im Klaren sein, auch wenn Morten Olsen der Höflichkeit wegen das Auftreten von Marc Janko und Co mit Lob bedachte.
EM-reif ist was anderes. Was ganz anderes.
Die mangelnde Aussendeckung ist ein Problem. Die fehlende Dynamik ist drei Spiele vor der Quali eine Katastrophe. Und das Mittelfeld ist eine Baustelle, ohne deren Beseitigung wir auch zukünftig auf Geschenke wie heute angewiesen sein werden. Die Offensive ist derzeit kaum in der Lage Chancen aus dem Spiel heraus zu erarbeiten. Ich weiß schon, dass es angesichts des Sturkopfs des amtsführenden Tirolers sinnlos ist, das weiter zu lamentieren, aber: Jemand wie Ivanschitz fehlt dringend. Kavlak, Beichleroder eventull Jantscher in die Mitte hinter den Sturm zu ziehen wäre sicher eine Option, aber keine die einen Spieler ersetzen kann, der mit dieser Aufgabe groß geworden ist. So oder so besteht hier dringendster Handlungsbedarf
Damit bleibt als Moral von der Geschicht: Fehler des Gegners zählen als Eigenleistung nicht. Die realitätsverweigernden Statements nach dem Spiel lassen diese Einsicht leider nicht erkennen.
Von Wölfen und Vögeln
Der deutsche Ski-Trainer sagt, „die Österreicher gewinnen eh nichts, wir sind besser“, und lässt mit Felix Neureuther seinen besten Fahrer daheim, weil der sein einziges Rennen in Kitzbühel und damit auf einem minderwertigen österreichischen Hang gewonnen hat. Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Continue reading