Vor Start in die WM-Quali: ÖFB-Frauen als Fräuleins von Scuderi

„Nennt mich einen Rasenden, einen törichten Geisterseher, aber es ist nicht anders, als wie ich es euch erzähle. Noch heute habe ich alles in genauen Augenschein genommen… Der Teufel selbst ist es, der uns foppt!“

Lieutenant Desgrais, Offizier der königlichen Maréchaussée in ETA Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“, war einigermaßen konsterniert. In beängstigender Häufung wurden im Paris des Jahres 1680 Männer gemeuchelt, die mit kostbaren Schmuckstücken im Gepäck am Weg zu ihren Liebsten waren. Ohne Erklärung, ohne Spur von Täter oder Motiv.

Und was genau hat das mit den ÖFB-Frauen zu tun, die mit einem Heimspiel gegen Norwegen (in der Südstadt) und dem Auswärtsspiel gegen Slowenien (in Koper) in die WM-Quali starten?

Nun, so oder so ähnlich wie dem Ermittler ist es wohl auch ÖFB-Teamchef Alex Schriebl ergangen, als letztes Jahr eine Hiobsbotschaft nach der anderen einschlug. Kreuzbandriss bei Lilli Purtscheller am 29. Juli. Kreuzbandriss bei Sarah Zadrazil am 19. September. Kreuzbandriss bei Marie Höbinger am 12. Oktober. Kreuzbandriss bei Manuela Zinsberger am 19. Oktober.

Ohne die halbe Stammformation – zu diesem Zeitpunkt war auch Barbara Dunst noch nicht von ihrem Kreuzbandriss vom 3. Dezember 2024 zurück – musste letzten Oktober die Nations-League-Relegation gegen Tschechien absolviert werden. Die hat man gerade noch so hingebogen (0:1 auswärts, 2:0 daheim) und die A-Liga somit gehalten, das Minimal-Ziel des Jahres 2025, des ersten in der Amtszeit von Alex Schriebl, wurde also erfüllt. Immerhin.

„Un amant, qui craint les voleurs, n’est point digne d’amour“

Ein Liebender, der Diebe fürchtet, ist der Liebe nicht würdig: Magdaleine de Scuderi, betagte Protagonistin in ETA Hoffmanns Erzählung und später die literarische Ur-Mutter von Miss-Marple-Figuren, war zunächst nicht sonderlich berührt von der Raub- und Mordserie. Im Frauenfußball rauschten fast schon täglich die Meldungen von neuen Kreuzbandrissen durch die Kanäle: Lena Oberdorf, Michelle Agyemang, Tierna Davidson, Sophie Román-Haug, Mary Fowler, Giovana Hoffmann, Ramona Bachmann, Merle Frohms, Teresa Abelleira, Alanna Cook, Annamaria Serturini.

Berufsrisiko? Ja, auch. Dolchstiche ins Herz, nichtsdestoweniger.

Als ihr eigener Ziehsohn des Mordes an Goldschmied René Cardillac bezichtigt wurde, der die gestohlenen Schmuckstücke hergestellt hatte, wich beim Fräulein von Scuderi die emotionale Distanz dann doch einem persönlichen Interesse, die Dinge wieder geradezurücken. Bei den ÖFB-Frauen – die von der Kreuzband-Serie ganz besonders heftig getroffen wurden – stehen Zadrazil, Höbinger, Purtscheller und Zinsberger auch in diesem Frühjahr noch nicht zur Verfügung. Richten müssen es jene, die es schon im Rückspiel gegen die Tschechinnen gerichtet haben.

Die Manifestation von Schiebl-Ball

Bei diesen beiden Spielen wurde angedeutet, wie sehr es schiefgehen (im wirklich fürchterlichen Auswärtsspiel), aber auch, wie gut es im Idealfall funktionieren kann (im sehr ordentlichen Heimspiel). Es folgte ein Trainingslager, in dem man mal ohne Ergebnisdruck arbeiten konnte – aber auch mit zwei Spielen, die wenig inhaltliche Fortschritte offenbarten. Es gab ein 1:1 der Einserpanier gegen Finnland und ein 2:3 einer Experimental-Elf gegen die Ukraine.

Die zurückgekehrte Barbara Dunst machte das Team sofort besser, Mariella El Sherif im Tor ist die personifizierte Sicherheit mit dem Ball am Fuß, Chiara D’Angelo die ebenso beidfüßige wie formstarke Alternative zu Laura Wienroither. Das Pressing funktionierte, wenn wirklich alle mitmachen, aber das Aufbauspiel blieb schematisch und harmlos. Österreich konnte beide Spiele kontrollieren, hatte aber in beiden Spielen – wie auch schon gegen Tschechien – Probleme, wenn die Gegner die Manndeckung auspackten. Und man war etwas anfällig im defensiven Umschalten. Alles bekannt.

Schriebl-Ball ist nun mal Pressing- und Umschaltfußball, direkt und vertikal, athletisch und robust. Das ist schon mit der Übersicht einer Sarah Zadrazil und dem Auge einer Marie Höbinger und den Eins-gegen-Eins-Dribblings von Lilli Purtscheller so. Umso mehr ohne sie. Das wissen auch die Norwegerinnen, eine Wildcard hat Schriebl aber in der Hinterhand: Naika Reissner.

Debütantin Naika Reissner

Die in Haiti geborene und in Hannover und Berlin aufgewachsene Tochter eines Österreichers und einer US-Amerikanerin hatte als Teenagerin die US-Staatsbürgerschaft zugunsten einer deutschen zurückgelegt. Ab der U-18 legte der DFB keinen Wert mehr auf sie, dafür rief der ÖFB an. Der damalige U-19-Teamchef Hannes Spilka berief sie in der EM-Qualifikation (die das Team letztlich bis ins WM-Achtelfinale führen sollte) ein, einmal kam sie zum Einsatz.

Mit Union Berlin stieg die heute 21-Jährige seither von der Regional- in die Bundesliga auf und sie wäre schon gegen Tschechien im Oktober dabei gewesen, hätte sie sich nicht buchstäblich zwei Tage vor der Kadernominierung eine Knieverletzung zugezogen. „Gottlob kein Kreuzbandriss, es hat im ersten Moment schon so ausgesehen“, sagte Schriebl in den Katakomben von Uherské Hradiště.

Wie der Teamchef nun, vier Monate später, den genesenen Linksfuß beschreibt? „Sie bringt eine Mischung aus Demut und Selbstbewusstsein mit!“ Normalerweise ist sie auf der linken Seite im 4-2-3-1 von Ailien Poese daheim, eine Position, die es in der Raute der ÖFB-Frauen nicht gibt. Am ehesten wird sie als Ersatz für ihre mit muskulären Problemen abgereiste Union-Kollegin Eileen Campbell in der Spitze neben Julia Hickelsberger spielen. Das würde Sinn machen: Reissner ist schnell, trickreich, vertikal – genau, was Schriebl von Stürmerinnen in seinem System verlangt.

Mehr Standortbestimmung als Ergebnis-Erwartung

Worum geht es in den sechs Spielen gegen Norwegen, Slowenien und Deutschland? „Platz eins in der Gruppe ist wahrscheinlich vergeben, und nach menschlichem Ermessen werden das nicht wir sein“, blickte Schriebl schon bei der der Kader-Bekanntgabe auf Deutschland. In Pflichtspielen geht es nie um nichts, aber die einzige wirklich wichtige Zielsetzung ist es vorerst, vor Slowenien zu landen und damit erneut den Abstieg in die B-Gruppe zu vermeiden. Das ist in drei NL-Durchgängen stets gelungen.

„Für mich ganz allein“ habe der zu Hofe vorgeladene René Cardillac all den schönen Goldschmuck gefertigt, sagte er der Scuderi und der Marquise von Maintenon, „ja, Ihr möget das nun seltsam finden, Frau Marquise, aber es ist dem so. Bloß der schönen Arbeit willen suchte ich meine besten Steine zusammen und arbeitete aus Freude daran!“

Oder, mit den Worten von Alex Schriebl: „Es geht jetzt darum, gute Spiele zu zeigen und uns zu festigen, um das Playoff im Herbst gut zu gestalten. Darauf dient die Gruppenphase als Vorbereitung.“ Er versammelt die besten Spielerinnen, auf dass sie langfristig sich und den Zusehern Freude bereiten. Im zweistufigen Playoff steht Österreich in jedem Fall und ob man Zweiter oder Dritter wird, ist wurscht. In beiden Fällen ginge es zunächst einen Frauenfußball-Zwerg, danach in den Entscheidungsspielen gegen einen A-Absteiger oder einen B-Aufsteiger.

Als Gruppenletzter müsste man einen Zweiten oder Dritten der A-Gruppe eliminieren, um zur WM zu fahren – und gegen Wales oder die Ukraine wäre es sicher leichter als gegen Schweden oder England. Es ist plus/minus der selbe Modus wie für die EM 2025. Damals hat Österreich im Playoff zunächst gegen einen C-Sieger gewonnen (das war Slowenien) und ist dann an einem A-Absteiger gescheitert (das war Polen).

Norwegen, der Patient

Die Tschechinnen hat man im Relegations-Rückspiel in Wien auch mit einer adaptierten Mittelfeld-Staffelung konfrontiert, auf die die Gäste nicht reagiert haben. Das hat gezeigt, dass Tschechien halt doch nicht ganz das Level für die A-Liga mitbringt. Norwegen hat diese Eignung, allem Under-Achievement im letzten Jahrzehnt zum Trotz. Obwohl: Seit fast genau einem Jahrzehnt ist Österreich gegen Norwegen ungeschlagen. Seit dem 0:1 in Steyr im Frühjahr 2016 gab es ein 2:2 in jener EM-Quali in Oslo, das überragende 1:0 im entscheidenden EM-Gruppenspiel von 2022 in Brighton sowie ein glückliches 1:1 in Oslo und ein verdientes 2:1 in St. Pölten im Nations-League-Herbst 2023.

Bei jenem Spiel in der klirrenden Kälte in der NV-Arena hieß es hinter vorgehaltener Hand: „In Österreich geht’s bergauf mit dem Frauenfußball, in Norwegen bergab.“ Es gibt eine absolute Weltklasse-Offensive – zu Ada Hegerberg von Lyon und Caroline Hansen von Barcelona kommt nun Mega-Talent Signe Gaupset dazu, die im Winter von Brann Bergen zu Tottenham gewechselt ist, und die hoch veranlagte Mittelstürmerin Cathinka Tandberg hat es sogar nur auf die Abruf-Liste geschafft. Aber die langsame Defensive kann nicht die notwendige Basis liefern, auf der sich der Angriff entfalten könnte.

Mit diesem Personal gab es im Herbst 2025 einen 3:1-Sieg in einem Testspiel gegen WM-Gastgeber Brasilien

„Ein richtiges Top-Team, so viel Qualität!“, schwärmte Alex Schriebl, „die haben im Herbst sogar Brasilien geschlagen. Und sie haben eine starke EM gespielt, sind nur knapp am Halbfinale vorbeigeschrammt.“ Hier sei ein leiser Einspruch erlaubt: Norwegen spielte eine katastrophale EM, gewann aber zwei der drei Gruppenspiele maximal unverdient. Ja, im Viertelfinale gegen Italien war man nahe dran. Der 3:1-Sieg im Oktober gegen Brasilien? Ein starkes Ergebnis, in voller Stärke ist der WM-Gastgeber aber nicht angetreten. Norwegen schon.

Norwegen ist der schizophrene Patient aus dem Kreis der (ehemaligen?) Frauenfußball-Großnationen. Am Papier ist die Truppe dennoch über Österreich zu stellen und so billig, wie man Tschechien im Herbst in Wien auf den Holzweg schicken konnte, wird das mit den Norwegerinnen sicher nicht gehen. Dazu sind sie zu clever. Prognose: Wenn Norwegen den ÖFB-Frauen den Gefallen tut, selbst das Spiel zu gestalten, ist für Österreich etwas möglich. Sonst wäre jeder österreichische Punkt ein Erfolg.

Slowenien, der Debütant

Im Herbst 2024 hatte Österreich, wie erwähnt, Slowenien im EM-Playoff 3:0 und 2:1 bezwungen. Es waren mühselige Arbeitssiege, die niemandem Spaß gemacht haben. Die damalige Teamchefin Irene Fuhrmann hatte schon im Vorfeld gestöhnt, dass das mit Abstand der stärkste Gegner in der ersten der beiden Playoff-Runden war und der Durchmarsch der Sloweninnen aus der C-Liga in die A-Leistungsstufe zeigt, dass Fuhrmann damals zu 100 Prozent recht hatte.

Wenn es am Samstag in Koper also eine Wiederholung des österreichischen 3:0-Sieges vom Oktober 2024 gäbe, sogar im selben Stadion wie damals, kann man den Rest des Frühjahrs einigermaßen entspannt angehen. Und Slowenien ist beim Debüt in der A-Liga der ganz krasse Außenseiter.

Slowenien hat sich in der B-Liga gegen Irland durchgesetzt. Makovec (Kreuzband) fehlt aber ebenso wie viele andere Alternativen.

Trainer Saša Kolman hat eine kluge Mannschaft zur Verfügung, die absolut weiß, wie sie dem Gegner einen unangenehmen Tag bereitet. Lara Prašnikar ist erweiterte europäische Klasse, aber dem Team fehlt es eklatant an der Kadertiefe. Das ist schon so, wenn alle fit sind – wenn aber nun Stamm-Sechser Makovec (Kreuzbandriss) ebenso ausfällt wie Flügelspielerin Špela Kolbl, Innenverteidigerin Sara Gradišek und Defensiv-Allrounderin Korina Janež, wird es umso dünner.

Kolman macht keinen Hehl daraus, dass es mehr um die Playoff-Vorbereitung als um den Klassenerhalt geht: „Für das Playoff sind wir schon durch unseren Aufstieg in die A-Gruppe fix qualifiziert und im Herbst sind die Verletzten auch wieder zurück, dann werden wir stärker sein.“ Slowenien kann im Block verteidigen, im Mittelfeld nervig sein und im Kollektiv anlaufen – aber nur 60 Minuten lang. Dann werden die fehlenden Alternativen endgültig zum Problem. Prognose: Es drohen zähe Spiele zu werden, aber Österreich hat im Normalfall den längeren Atem. Sechs Punkte gegen Slowenien sind eigentlich Pflicht.

Deutschland, der Suchende

Die Erinnerung an die Verprügelung von Favoriten lebt. Jener 3. Juni 2025, als Deutschland im Stadion der Wiener Austria schon zur Halbzeit mit 6:0 in Front lag, machte schonungslos klar: Österreich kann die absolute europäische Spitze aktuell nicht fordern. Die Offensive des DFB-Teams um Klara Bühl ist kaum zu stoppen, wenn sie einmal ins Rollen kommt.

Die Erinnerung ist aber auch noch längst nicht verblasst an die EM in der Schweiz, als Deutschland im defensiven Umschalten erhebliche Inkompetenzen offenbarte und nur dann glänzte, als man sich in Viertel- und Halbfinale gegen Frankreich und Spanien einbunkern und malochen konnte. Im Herbst war Deutschland im Nations-League-Halbfinale gegen Frankreich und in den Finals gegen Spanien teilweise gut dabei (in den Hinspielen), dann zeigte man wieder Angst vor der eigenen Courage (in den Rückspielen).

Final-Rückspiel in der Nations League: Spanien-Deutschland 3:0 (0:0)

Natürlich zählt für Deutschland nur der Gruppensieg und so doof kann sich das DFB-Team eigentlich gar nicht anstellen, dass es das nicht schafft. Bundestrainer Christian Wück könnte das erste Jahr seit 2020 ohne Sommer-Turnier also nützen, um den Stamm zu festigen und mögliche Ergänzungen einzubauen. Ersteres tut er, Letzteres verweigert er (noch?): Vanessa Fudalla, die 1.53m kleine Angreiferin von Bayer Leverkusen, fehlt zur allgemeinen Verwunderung im Aufgebot. Die Führende der Bundesliga-Torschützenliste ist nicht einmal auf Abruf.

Deutschland hat viele Themen. Das Zerwürfnis zwischen DFB und den Liga-Vereinen etwa – die Klubs haben nach Bremsmanövern des DFB im Dezember im Alleingang den Liga-Verband gegründet. Oder der verlorene Anschluss der Top-Klubs an die europäische Spitze – immerhin hat man mit Bayern und Wolfsburg heuer wieder beide Kandidaten ins Champions-League-Viertelfinale gebracht. Letztes Jahr war es keiner der beiden.

Das Nationalteam darf in diesem Frühjahr keinen Beitrag zur Unsicherheit leisten. Entscheidend sind nur Spiele gegen die anderen Schwergewichte, solche gibt es frühestens wieder im Herbst – bis dahin gibt es nichts zu gewinnen, aber jedes blaue Auge ist ein Downgrade in puncto Kreditwürdigkeit. Prognose: Eine österreichische Überraschung wäre schön, realistischerweise wäre ein erstmaliger Punktgewinn im achten und neunten Anlauf gegen Deutschland aber eine große Überraschung.

Das WM-Ticket ist „kein Muss“? Wirklich?

Bei erwähntem Besuch des Goldschmieds Cardillac drängte dieser in ETA Hoffmanns Geschichte der Scuderi eine seiner wertvollen Arbeiten geradezu auf, dieser war das gar nicht geheuer. „Doch werde ich mich dieses Schmuckes niemals bedienen können“, sagte die alte Dame finster, „so viel ist gewiss, dass ich niemals mich unterstehen werde, den Schmuck anzulegen!“

Die Scuderi protzt nicht und sie hat auch keine Ambitionen. Ihre Stellung als wortgewandter und gern gesehener Gast am Hofe des Königs reichte ihr völlig aus. Ob es dem Trainer der ÖFB-Frauen auch ausreicht, nur einen Blick zur WM Brasilien zu werfen, ohne selbst mittendrin zu sein? „Eine Teilnahme bei der WM ist realistisch“, meinte Schriebl bei der Kaderbekanntgabe, „aber sie ist kein Muss.“

Dieser Satz passt nicht zu den Ambitionen, die der ÖFB und das Team haben müssen und Schriebls Kollege beim Männer-Nationalteam würde so etwas niemals über die Lippen kommen. Ralf Rangnick hatte vor Beginn der WM-Qualifikation klargestellt: „Wenn wir nicht zur WM fahren, bin ich weg!“ Schriebls aktueller Vertrag endet mit Ablauf der WM-Qualifikation Ende 2026, bei geschaffter Qualifikation verlängert er sich um zwei Jahre.

Österreich ist kein Mitglied im engen Zirkel der Frauenfußball-Königinnen. Österreich ist aber auch kein Niemand. Die Scuderi entwickelte im Laufe der Geschichte eine geradezu brennende Ambition, ihren Ziehsohn Olivier aus der Todeszelle zu befreien. Sie ließ ihren Einfluss am Hofe spielen und setzte alle Hebel in Bewegung, ihre taktischen Manöver gingen bis hoch zum Thron.

Mit dieser Ambition stehen die ÖFB-Frauen nun am Anfang ihrer zehn Spiele langen Prüfung, sechs in der Gruppenphase, vier im Playoff. Erst mal sich in Stellung bringen und dann, im entscheidenden Moment, die Karten auf den Tisch legen – um nicht nur ein geistig anregender Zeitvertreib für die gekrönten Häupter zu sein, im Vorhof der Macht. Sondern um sich den Platz am Tisch der Großen zu sichern, dann im Sommer 2027, in Brasilien.

Gesamt-Tabelle der Leistungsgruppe A nach drei Durchgängen

KADER ÖSTERREICH: Tor: Mariella El Sherif (21 Jahre, Bremen/GER, 4 Länderspiele/0 Tore), Jasmin Pal (29, Austria Wien, 6/0), Larissa Rusek (21, Juventus/ITA, 0/0). Abwehr: Chiara D’Angelo (21, Bremen/GER, 6/0), Celina Degen (24, Köln/GER, 23/3), Sarah Gutmann (19, Bremen/GER, 0/0), Verena Hanshaw (32, West Ham/ENG, 125/10), Gini Kirchberger (32, Austria Wien, 119/5), Katharina Naschenweng (28, Bayern/GER, 53/6), Katharina Schiechtl (33, Austria Wien, 75/10), Claudia Wenger (24, Leverkusen, 12/0). Mittelfeld: Barbara Dunst (28, Bayern/GER, 89/13), Sophie Hillebrand (24, Hamburg/GER, 6/1), Lisa Kolb (24, Freiburg, 23/2), Nicole Ojukwu (20, Freiburg/GER, 0/0), Maria Plattner (28, Bayern II/GER 2, 17/5), Sarah Puntigam (33, Houston/USA, 161/25), Annabel Schasching (23, Leipzig/GER, 32/3). Angriff: Nicole Billa (29, Stuttgart/GER 2, 106/47), Melanie Brunnthaler (25, Hamburg, 5/0), Carina Brunold (23, St. Pölten, 8/0), Julia Hickelsberger (26, Galatasaray/TUR, 47/9), Naika Reissner (21, Union Berlin/GER, 0/0). Teamchef Alexander Schriebl (47).

KADER NORWEGEN: Tor: Cecilie Fiskerstrand (29, Fiorentina/ITA, 67/0), Selma Panengstuen (23, Brann Bergen, 2/0), Sunniva Skoglund (23, Stabæk, 2/0). Abwehr: Guro Bergsvand (31, Wolfsburg/GER, 43/7), Thea Bjelde (25, Wolfsburg/GER, 34/1), Julie Blakstad (24, Tottenham/ENG, 31/3), Tuva Hansen (28, West Ham, 60/2), Mathilde Harviken (24, Juventus/ITA, 38/1), Marit Lund (28, Benfica/POR, 26/1), Emilie Woldvik (27, Fiorentina/ITA, 18/0). Mittelfeld: Vilde Bøe-Risa (30, Atlético Madrid/ESP, 91/4), Ingrid Engen (27, Lyon/FRA, 92/6), Emma Godø (25, Juventus/ITA, 4/0), Justine Kielland (23, Wolfsburg/GER, 11/0), Frida Maanum (26, Arsenal/ENG, 98/23), Lisa Naalsund (30, Manchester Utd/ENG, 33/1), Guro Reiten (31, Chelsea/ENG, 106/21). Angriff: Signe Gaupset (20, Tottenham/ENG, 14/7), Caroline Hansen (31, Barcelona/ESP, 121/52), Ada Hegerberg (30, Lyon/FRA, 96/52), Synne Jensen (30, Atlético Madrid/ESP, 32/5), Karina Sævik (29, Vålerenga, 66/8), Elisabeth Terland (24, Manchester Utd/ENG, 47/10). Teamchefin Gemma Grainger (43).

KADER SLOWENIEN: Tor: Zala Meršnik (24, Al-Ittihad/KSA, 64/0), Iva Kocijan (21, Radomlje, 0/0), Sara Nemet (28, Mura Murska Sobota, 0/0). Abwehr: Sara Agrež (25, Köln/GER, 52/3), Kaja Eržen (31, Ternana/ITA, 106/4), Lana Golob (26, Glasgow City/SCO, 47/4), Izabela Križaj (25, St. Pölten/AUT, 31/0), Tinkara Testen (20, Benfica/POR, 1/0), Zala Vindišar (25, Mura Murstka Sobota, 5/2). Mittelfeld: Dominika Čonč (33, Como/ITA, 90/5), Lea Dolinar (20, Mura Murska Sobota), Sara Ketiš (29, Lumezzane/ITA 2, 9/0), Mirjam Kastelec (23, ŽNK Ljubljana, 13/2), Kaja Korošec (24, Paris FC/FRA, 62/7), Mateja Zver (37, Fomget/TUR, 120/54). Angriff: Nina Kajzba (21, Lüttich/BEL, 24/4), Zara Kramžar (20, Everton/ENG), Zala Kuštrin (27, Sturm Graz/AUT, 30/4), Adrijana Mori (25, Potsdam/GER 2, 27/5), Lara Prašnikar (27, Utah/USA, 89/48), Maja Sternad (22, Bremen/GER 11/2). Teamchef Saša Kolman (39).

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.