1:2 – wieder zieht Mourinho in einem Clásico den Kürzeren

Wieder versuchte es José Mourinho in diesem Hinspiel des Cups, dem FC Barcelona drei defensive Mittelfelspieler entgegen zu stellen. Weil diese zu Beginn auch recht gut pressten, lagen die Königlichen auch voran. Aber mit dem Ausgleich und dem Rückstand konnte Real auch diesmal nicht umgehen.

Real Madrid - FC Barcelona 1:2

Zehn verschiedene Aufstellungsvarianten präsentierte die Marca, das Haus-und-Hof-Blatt von Real Madrid, in ihrer Montag-Ausgabe. Keine davon war richtig: Mourinho verzichtete zunächst auf Özil und Kaká, und ohne den gesperrten Arbeloa gab er Hamit Altintop die Chance als Rechtsverteidiger aufzulaufen. Dazu gab Ricardo Carvalho in der Innenverteidigung sein Comeback nach langer Verletzungspause.

Das übliche Opfer in Spielen gegen Barcelona bleibt aber Mesut Özil: Der Deutsche wurde auch diesmal für einen dritten defensiven Mittelfeld-Spieler geopfert. So ließ Mourinho Pepe (mal wieder gegen Messi, hauptsächlich) im Mittelfeld spielen, flankiert von Xabi Alonso und Lass Diarra. Außerdem spielte Higuaín, nominell Sturmspitze, sehr tief und versuchte die Kreise von Busquets einzuengen. Es galt also, das Mittelfeld so gut es ging mit Spielern anzuräumen.

Dani Alves alleine gegen Ronaldo und Coentrão

Das Schlüsselduell fand aber auf der Flanke statt. Und zwar auf der linken Offensivseite von Real, wo Cristiano Ronaldo und Fabio Coentrão zuzuweit auf den mal wieder ungemein hoch postierten Dani Alves spielten. Im Optimalfall konnte der Vorwärtsdrang des Brasilianers natürlich bedeuten, dass er beide zurückdrängen kann, aber Real erkannte die mögliche Schwäche und so war es kein Wunder, dass das frühe 1:0 für die Königlichen just über diese Seite fiel: Benzema schickte Ronaldo steil, dieser hatte im Rücken von Alves viel Platz und Piqué konnte nicht mehr entscheidend eingreifen.

Es blieb auch weiterhin dabei, dass die beiden Portugiesen im Trikot von Real die meiste, weil einzige Gefahr ausstrahlten: Hamit Altintop hatte gegen den extrem hoch und konsequent außen bleibenden Iniesta alle Hände voll zu tun, außerdem hatte hier Barcelona (theoretisch) auch den personellen Vorteil, weil Benzema sehr weit innen agierte um dort die Offensiv-Option zu sein, die Higuaín nicht war. Abidal hielt sich aber eher zurück, verglichen mit Alves.

Pressing von Real

Das Rezept von Real im Mittelfeld war es vor allem, Barcelona durch dichte Deckung und gutes Pressing die Zeit am Ball und den Platz zu nehmen. Das verlangte durchaus aggressives Spiel von seiten der drei im defensiven Mittelfeld und man kann es durchaus als Erfolg für dieses Trio werten, dass es in der ersten Hälfte doch verhältnismäßig ruhig blieb und es kaum versteckte Nicklichkeiten oder gar böse Fouls gab. So lange die Madrilenen in Führung lagen, hatten sie ihre Nerven im Zaum und konnten sich auch immer wieder mal in der gegnerischen Hälfte festsetzen.

Die einzige echte Gefahr für Barcelona blieb aber dennoch Cristiano Ronaldo, der sich zuweilen sehr weit zurückzog, nicht nur um defensiv auszuhelfen, sondern auch, um mit Tempo auf Dani Alves zugehen zu ihn so überlaufen zu können. Barcelona kam zwar durchaus zu einigen Chancen und hatte das Spiel, wie es ihre Art ist, mit viel Ballbesitz (bei 70%) im Griff, bis zur Pause gelang es aber nicht, Casillas zu überwinden.

Fàbregas unterstreicht seine Wichtigkeit

Das wurde nach der Pause nachgeholt, als Puyol – völlig untypsch für Barça – einen Eckball per Kopf zum Ausgleich ins Netz wuchtete. Barcelona behielt die Kontrolle im Mittelfeld nicht nur, weil das Pressing von Real merklich nachließ, sondern auch wegen der Rolle von Cesc Fàbregas. Wie wertvoll seine unglaubliche Flexibilität für die Mannschaft ist, wird immer mehr deutlich. Spielte im Saisonverlauf mitunter einen Stürmer im 3-3-4, das die Katalanen immer wieder zeigen, war seine Rolle in diesem Spiel sehr viel tiefer angelegt.

Er spielte quasi einen Counterpart von Xavi auf der halblinken Seite, machte das recht tief und hatte fast immer zumindest drei Spieler noch vor sich. Noch wichtiger aber war, dass er damit Xabi Alonso dazu zwang, weiter aufzurücken, als der Defensivorganisation von Real mit der dreifachen Absicherung vor der bei Carvalhos Rückkehr nicht optimal aufeinander abgestimmte Viererkette gut tat.

Weil das hieß, dass entweder Carvalho aufrücken musste – was in seinem Rücken Platz für Sánchez und Messi zum Teil auch für Iniesta bedeutete, und Ramos mehr Raum abzudecken hatte als er realistischerweise konnte. Oder, wenn Carvalho hinten blieb, stachen Messi und Co. in den Raum zwischen Carvalho und Xabi Alonso. Dass sich Pepe schon recht früh eine gelbe Karte abholte und zunehmend heiß lief, hat Real auch nicht geholfen.

Umstellung von Mourinho fruchtet nicht

Wie überhaupt die Königlichen sich immer mehr in Nicklichkeiten und versteckten Schweinereien verloren, wie Pepes Tritt auf Messis Hand. Gleichzeitig fruchtete auch die Umstellung, die José Mourinho nach etwa einer Stunde vornahm, nicht: Statt Diarra und Higuaín kam mit Özil ein neuer Flügelspieler und mit Callejón ein neuer Zehner, Real stellte sich nun in einem recht klaren 4-2-3-1 auf.

In dem Cristiano Ronaldo auf die rechte Seite flüchtete. Dani Alves zog sich weiter zurück und hielt Ronaldo so gut im Griff, während sich Sánchez und auch Xavi um Coentrão kümmerten und Ronaldo damit so ein wenig abschnitten. Er kam nur gegen den defensiv sehr umsichtigen Abidal auch nicht besser zur Geltung, Özil verpuffte völlig und Callejón war mit der Aufgabe im Zentrum gegen dieses Team doch etwas überfordert.

So kam, was angesichts des klaren Chancenplus und durch die fehlende Entlastung seitens Reals beinahe kommen musste: Ein Pass auf den aufgerückten Abidal hebelte die Abeitsfalle aus, und der Franzose schoss eines seiner seltenen Tore zum 2:1-Endstand.

Fazit: Real konnte die Initiative nicht mehr zurückgewinnen

Kaum hatte Barcelona nach der Pause den zuvor defensiv anfällige rechte Abwehrseite gekittet und den Ausgleich erziehlt, fehlte es Real eklatant an Ideen, wie man das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen könnte. Zudem verloren bei den Königlichen die üblichen Verdächtigen – also allen voran wieder einmal Messis Kettenhund Pepe – die Nerven. Dass es keinen Ausschluss gab, war nur Mourinhos Schutz-Wechsel zu verdanken.

Die nächsten zwei Spiele werden für die Madrilenen nun zur Nagelprobe, denn erst geht es am Sonntag gegen das ungemein formstarke Team von Athletic Bilbao – die Basken haben nur eins der letzten 13 Liga-Spiele verloren, seit über 600 Minuten kein Tor kassiert und hatten auch Barcelona schon am Rande der Niederlage. Und dann natürlich nächsten Mittwoch das Rückspiel im Camp Nou.

Da wird sich Mou schon was ganz besonderes ausdenken müssen.

(phe)

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

12 Gedanken zu „1:2 – wieder zieht Mourinho in einem Clásico den Kürzeren

  1. Mirco: Eins vorweg, der Eckball war wirklich, wirklich grauenhaft. Gerade weil es dann auch Puyol war der eingeköpft hat. Durchsichtiger gehts nicht.

    Ich habe mich wahrscheinlich falsch ausgedrückt, ich wollte keinesfalls eine Dreierabwehr herbeireden, diese Zeiten sind vorbei. Ich würde es nur interessant finden, wie sich Barcelona damit tut. Die Viererkette hat sich ja auch nicht zufällig entwickelt, sondern gemeinsam mit den erhöhten Flexibiliät des Spiels. Ich gebe dir vollkommen recht, dass man damit mehr Möglichkeiten hat. Ich will hier auch keine Diskussion Dreier- gegen Viererkette starten, sondern ich wollte viel mehr auf ein Detail in der Verteidigungsarbeit hinweisen. Der berüchtigte Pass zwischen die beiden IV bei einer Viererkette ist zu einer Standardtorvariante geworden. Wenn ein Angriff kommt, muss der IV gegen den Mann gehen und dann ist der Pass noch leichter möglich. Da helfen auch einrückende AV oder DM wenig, da das meist schnelle Spielzüge direkt in die neuralgische Zone sind. Der Grund warum Ried die wenigsten Gegentore bekommen hat ist genau der. Eine der häufigsten gespielten Angriffsvarianten im modernen Fußball greift dagegen nicht. In der Bundesliga kann man das aufgrund des Niveaus wunderbar beobachten, wie oft der Gegner das Loch sucht (immer und immer wieder), aber nur selten findet. Ried steht zwar relativ tief, ist aber auch ein Beispiel dafür, dass eine Dreierabwehr nicht unbedingt nur Beton anrühren bedeutet.

    Und eins noch, als praktizierender Torwart (wir werden ja nie gefraft, wie wir es gerne hätten) ist mir die Viererkette nicht unangenehm, die Dreierkette aber lieber. Sie blockt mehr Schüsse und sie verhindert mehr Stanglpässe.

    Und grundsätzlich bin ich ganz eurer Meinung, Real steht, gegen Barcelona zumindest, einfach furchtbar. Wie man es besser machen könnte, das überlasse ich dann den Taktikexperten, die auch von der anderen Hälfte des Spielfeldes berichten können. ;)

  2. Vollkommen deiner Meinung Peter! Das Mourinho es nicht hinbekommt mit seinen Fähigkeiten und den seines Kaders Barcelona gefährlich zu werden ist schon traurig, wenn man sieht das andere Teams es hingekriegen – selbst der Fc Kopenhagen tat dies letztes Jahr.

    Ich bin auch der Meinung, dass Real viel viel zu tief steht gegen Barcelona und das 3 DM zwar auf dem Papir schön aussehen aber wenn man so weit weg steht vom Mann ist es am Ende des Tages egal.

    Madrids Raumdeckung ist einfach nicht gut genug – und das muss man wohl besonders dem eigentlichen Taktikguru Mourinho ankreiden.

  3. Sehr interessante Diskussion hier.
    Zu Reals erneutem Fehlversuch Barca zu knacken habe ich noch eine kleine Anmerkung:

    Viel kleinere und qualitativ limitiertere Mannschaften (z.B. Getafe) haben es mit einem ähnlichen Ansatz ja schon erfolgreich vorgezeigt, Real ist gestern mal wieder an sich selber gescheitert. Durch die Wahl ihrer Verteidigungslinie haben sie sich selbst das Leben schwer gemacht (nicht hoch genug, um den Raum entscheidend zu verengen, nicht tief genug, um Steilpässe und Heber zu verhindern).
    Dann spielen sie mit ihren drei Sechsern immer quasi Manndeckung, was insgesamt einfach viel kräfteraubender ist gegen das Barcamittelfeld, und natürlich reißt ihnen dadurch irgendwann nach 60 Minuten der Faden.

    Ich habe das leise Gefühl Mourinho richtet sich an seinem weißen Wal zu Grunde…

  4. bernib: Beachte dass ich besseren Spieler in Bezug auf die breite des Kaders sage, nicht auf die Startformationen gestern :-)

    Martidas: Wieso die Dreierkette der neue Trend(oder wieder neue Trend) sein sollte musst du mir bitte erläutern :-) Ich verstehe in gewissem Masse was du damit sagen willst, würde aber auch sagen das Bielsas Bilbabo, Napoli und bei Zeiten auch Barcelona und Liverpool ihre Dreierketten ja verschieden auslegen.

    Nehmen wir als Beispiel Barcelona gestern oder auch den Hamburger SV, die unter Fink ähnlich verfahren: Da spielen 2 IV sehr weit auseinander gezogen damit die AV hoch spielen können um gleichzeitig tiefe und breite zu erzeugen. Um abzusichern zieht sich ein DM, Rincon oder Sergio in dem Fall, nach Hinten und so hat man noch drei Leute zum Absichern(plus den einen AV der zumeist tiefer steht als der andere) – was nennen wir das dann, eine 3er Kette, 4er Kette?

    Meiner Meinung sollte man auch sehr wahrsam sein mit diesen Bezeichnungen; ich habe gestern Bilbaos Spiel gesehen und das war taktisch unglaublich flexibel, sodass es schwierig ist es festzunageln was für ein System man genau spielt. Genau das zeichnet gute Mannschaften aber aus und das fehlt Real Madrid meiner Meinung nach auch – die taktische Flexibilität, besonders gegen Teams des Barcelona Kalibers.

    Ich habe selber ein paar Jahre Teams trainiert und bin dort mit einer 3er Kette angefangen(ohne Libero) aber sehr schnell auf die 4er Kette gewechselt, da diese einfach wesentlich flexibler ist und mehr Möglichkeiten in sowohl Defensiv als auch Offensiv-Spiel gibt.

    Du hast recht, dass Barcelona viel durch die Mitte spielt jedoch ist das 2. Gegentor so schon ein Musterbeispiel für Abstimmungsprobleme wenn die AV einrücken müssen und der Aussenspieler nicht mit nach hinten arbeitet – und ich muss sagen mit einer Dreierkette wird das nicht besser werden. Ich bin auch der Meinung dass eine Mannschaft wie Real Madrid nicht zwingend das Material hat für eine Dreierkette – und wenn nur um zu Mauern ala Ramos, Pepe, Carvalho und dann Wingbacks mit Arbelona/Altintop,Contentrao/Marcelo-und da muss ich dann wirklich sagen, dass ich das doch schon beschämend finde wenn Real zu solchen Mitteln greifen muss.

    Meiner Meinung nach sollte Mourinho mal ein reines 4-4-2 versuchen, weil das meiner Meinung nach gerade im frühen Pressing einige Möglichkeiten gibt.

    Am Ende des Tages ist es wie ich schon mal sagte, wer Barcelona spielen lässt hat keine Chance und dafür darf man das Mittelfeld nicht so eklatant verlieren wie Real es gestern tat.

    littlefish spricht meiner Meinung nach einen der entscheidenden Punkte an, nämlich dass Guardiola einfach viel zu gewitzt ist um ein Team wie Napoli zu durchschauen. Napoli ist ein interessantes Team, keine Frage aber Bayern hat diese Saison auch schon gezeigt wie einfach man Napoli ausspielen kann – und Barcelona ist nochmal eine ganz andere Kategorie, fussballerisch als auch taktisch. Chelsea-Napoli geht auch schon mehr als in Ordnung, das sind auch 2 sehr interessante Mannschaften mit unterschiedlichen Ideen die da aufeinander treffen und das Spiel ist relativ offen.

    Wie gesagt analysiert littlefish es sehr gut meiner Meinung nach: 3 VI und Beton anrühren alleine Hilft einfach nicht – Mourinho hat gestern auch was selbiges versucht mit Pepe als Staubsauger vor den IV und am Ende des Tages wurde das Mittelfeld dadurch sowas von offen gelassen dass Barcelona wie beim Handball um den 16ner spielen konnte. Und wenn du dann keine Entlastung rein kriegst und auch mal Nadelstiche setzt muss es früher oder später schief gehen – was es ja auch tat.

    Eine andere interessante Frage die ich mir gestern mal wieder gestellt habe ist was Mourinho und Real sich bei der Ecke zum 1:1 gedacht haben,das war ja wirklich eklatantes Stellungsspiel und sowas von vorhersehbar wie die Ecke geschlagen wird. Wenn man in der Luft so dominant ist auf dem Papir ist es schon bitter und ein Zeichen von manglender Konzentration sich so ein Tor einschenken zu lassen.

  5. Ich bin nicht überzeugt, ob eine Dreier-/Fünferabwehr wie von Napoli gegen Barcelona gut funktionieren würde – auch weil Guardiola gerade diese Saison viele taktische Varianten hat, um auf den Gegner zu reagieren. Klar kann man als Betontaktik mit 3 IV das Zentrum dichtmachen. Aber wenn dann z.B. Messi als false 9 ohne echten Stürmer davor spielt, bewachen die IV die meiste Zeit zu dritt den leeren Raum, und Barca hat noch mehr Übergewicht im Mittelfeld und mehr potentiell freie Spieler für Läufe in den Strafraum. Das hat auch wieder seine Gefahren.

  6. An Micro: Willkommen im Club. Ich wünsche es mir mindestens genauso wie du und bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt, aber zur Zeit ist das Argument der Hoffnung schon stark überstrapaziert. ;)

    Ich würde ja gerne einmal Barca gegen Napoli sehen, denn meiner Meinung nach ist das Konzept der Viererkette mittlerweile überschätzt (vor allem gegen Barcelona) und das war es eigentlich schon immer (anderes Thema). Barcelona spielt fast ausschließlich durch die Mitte. Zwei Innenverteidiger können hier nur Statisten sein. Denn der Pass durchs Loch ist immer möglich. Wenn er kommt, muss einer auf den Passempfänger gehen und der andere ist dann der einzige Verteidiger im Straufraum gegen alle Nachrückenden. Darum auch soviele Stanglpasstore von Barcelona. Die anderen Verteidiger/DM müssen ebenso reinrücken und man ist daher immer auf ihre Reaktionschnelle angewiesen (das geht halt nie 90 Minuten gut). Darum braucht es einen dritten Innenverteidiger (keinen dritten DM), der wie ein früherer Libero Feuerwehr spielt. Sind die zwei Standardinnenverteidiger ausgeschaltet (dafür braucht man schon einiges Personal), steht immer noch einer im Weg. Und der verdammte Stanglpass geht nicht mehr, fürs Kopfballspiel steht einer mehr drinnen und der Goalie wird dir ewig danken, dass der Platz in der Mitte (und nicht nur der neben der Mitte) zu ist. Nur am offensiven Flügelspiel hat man Einbußen. Die muss man halt kompensieren.

    An Bernib: Vielleicht ein Punkt für Casillas? Würde Casillas nicht bei Real spielen, wäre er längst Kandidat für den Jahrhunderttorhüter (nach Jaschin vielleicht). Aber es ist halt zeitgemäß besonders hart die Realspieler zu kritisieren (was ich dir nicht anlaste), siehe Ronaldo. Alles gewonnen (und verantwortlich für den Sieg, siehe WM und EM) und der einzige Goalie, der seit Van der Sar sein Weltklasseniveau durchzieht. Kein zur Zeit spielender Goalie hat seine Klasse. Keiner.

  7. Ich finde nicht, dass Real die besseren Spieler hat, ganz im Gegenteil. Wenn man auf die verschiedenen Positionen eingeht, sehe ich das so.

    Casillas-Pinto: naja vl geht da ein Punkt an Real
    Alves-Altintop: sollte klar sein
    Pique+Puyol-Ramos+Carvalho: obwohl ich Ramos ziemlich stark einschätzte hat er gegen Puyol keine Chance, da er meiner Meinung nach zur Zeit der beste Verteidiger ist. Und Pique ist für mich stärker als Carvalho.
    Abidal-Coentrao: würde ich normal gleich stark sehen, aber gestern war Abidal für mich einer der besten Spieler am Platz. So gut wie keine Fehler und als Ronaldo auf seine Seite kam war er komplett abgemeldet.
    Busquets-Pepe: Beide gute Staubsauger vor der Abwehr, aber Busquets ist technisch und spielerisch eindeutig besser und intelligenter. Egal ob Schauspieler oder Holzhacker.
    Alonso-Xavi: Keine Frage ist auch Alonso ein sehr guter ZM, waschl einer der besten der Welt, doch gegen einen Xavi zeiht er den kürzeren wie ich finde.
    Diarra-Fabregas: Obwohl die Postition nicht genau passt, eindeutiger Sieg für Cesc, da Diarra für mich einer der schwächsten bei Real ist.
    Iniesta-Ronaldo: Obwohl ich großer Iniesta Fan bin, geht wohl dieses Duell unentschieden aus.
    Sanchez-Benzema: halte ich auch Sanchez für den särkeren
    Messi-Higuain: Punkt Barca.
    Auch wenn man sie Ersatzbank und Verletzten ansieht, sehe bei Barcelona die stärkeren Spieler. Offensiv halte ich Villa, Pedro stärker als Özil und Kaka, di Maria iat waschl auf Augenhöhe. Khedira, Granero und Sahin, sehen gegen Keita, Thiago und Mascherano auch schlecht aus. Defensiv haben sie mit Albiol und Marcelo vl einen Vorteil gegen Adriano, aber das fällt nicht mehr wirklich ins Gewicht.

    Was ich damit sagen möchte ist, dass man gegen die „Weltauswahl“ von Barcelona nur schwer ankommt wenn es mit rechten Dingen zugeht.

  8. Martidas:

    100% enig, ich denke man kann es in Kurzform so sagen das Real Madrid die besseren Spieler hat(wenn man die breite des Kaders sieht) aber Barcelona einfach das bessere Team mit einem taktischen Konzept ist wo alle Spieler hineinpassen.

    Desweiteren bin ich auch ganz deiner Meinung, dass Reals Laufwege und Stellungsspiel wirklich eklatant ist-und das wird gegen Barcelona jedes mal wieder brutal offen gelegt.

    Das traurige ist wirklich das Mourinho auch weiterhin nicht dafür gesorgt hat das Real Madrid Barcelona gefährlich werden kann in den direkten Duelen. Ich sitye jedes Mal wieder und wünsche es mir – aber es geschieht einfach nicht.

  9. An Mirco:

    Die ungewohnt vielen Fehlpässe Barcelonas sind mir auch aufgefallen, da war Madrid ganz gut im Stören. Das einmal vorerst.

    Ich gebe dir Recht, wenn du meinst, das Real offensiv schlecht steht, aber meiner bescheidenen Meinung nach hat das gar nicht soviel mit dem Spielplan (dem taktischen Ausrichten auf den Gegner) zu tun, als vielmehr mit einer Einstellungssache. Bei den erhöhten Kameraperspektiven war das gut zu sehen. Sobald ein Realspieler den Ball hat, bewegen sich alle von ihm weg und schreien nach dem Ball. Hat ein Barcelonaspieler den Ball bewegen sich alle zu ihm.

    Real macht das insofern nichts aus, da sie Weltklasse-Einzelspieler haben, die man auch alleine lassen kann. Aber halt nicht gegen eine Weltklassemannschaft.

    Wer das Gefühl am eigenen Leib erfahren will, der geht mal in die Halle. Gibt es da von den Mitspielern keine Bewegung zum Ball ist das Spiel gelaufen.

  10. Martidas spricht da eines der grössten Probleme in Madrids Spiel an – nämlich die Vorhersehbarkeit und die schlechten Laufwege.

    Ich bin 100% deiner Meinung, dass Real einfach viel zu schlecht platziert steht und dadurch bei Ballgewinn kaum nach vorne kommen kann.

    Das ist ist meiner Meinung nach aber auch ein taktisches Problem, weil Stellungsspiel für mich auch in gewissem Masse ein Teil der Strategie ist. Und da ist Barcelona Real einfach um längen überlegen.

    Deswegen wird es auch kaum gefährlich vor Barcelonas Tor obwohl man so offensiv spielt.

    Man muss allerdings auch anerkennen dass Real in Hälfte 1 wesentlich besser war am Ball als in vorherrigen Clasicos.

    Natürlich hätten die vielen Fehlpässe verhindert werden können, aber Barcelona steht zum einen sehr gut und und der kurze Pass war oft gar nicht möglich für Real aufgrund von manglenden Anspielstationen.

    Auf der anderen Seite sah man zu Beginn von Hälfte 1, dass wenn Real Barcelona presst es auch von deren Seiten zu einigen Fehlpässen kommt. Am Ende des Tages ist es wie eh und je – wer Barcelona spielen lässt ist chancenlos.

  11. Morgen,

    bezeichnend für diesen Clasico waren für mich weniger die taktischen Varianten, als der eklantante Mangel an Anspielstationen bei Real (vor allem in Hälfte zwei). Mitte der zweiten Halbzeit hatte Coentrao links hinten den Ball, sah sich zwei Gegenspielern gegenüber und seine Kollegen hatten nichts Besseres zu tun, als wie irre nach vorne zu rennen. Der hohe Ball war dann natürlich ein gefundenes Fressen für Pique (?). Eine Bewegung zum Ball fand kaum statt und wenn dann höchstens von einem Spieler. Im Gegensatz dazu war Barca einmal am Mittelkreis in Ballbesitz und die fünf (oder vier) nächsten Spieler zum Ball hatten alle ein blau-rotes Trikot.

    Mir ist schon klar, dass da auch zwei Spielphilosophien aufeinander prallen, aber die vielen Fehlpässe bei Real hätten vermindert werden können, wenn auch mal der kurze Pass gegangen wäre und nicht immer nur der übers halbe Feld.

  12. Sehr guter Artikel!

    Es ist schon erschreckend, dass Mourinho auch nach so vielen Clasicos immer noch nicht das richtige Rezept gefunden hat. Seine Taktik im Mittelfeld ging über weite Strecken gar nicht auf, obwohl Barcelona nicht mit etwas völlig neuem kam.

    Cesc mehr als ZM neben Xavi mit Sanchez als „Mittelstürmer“ , einem Messi der hinter Sachez und halbrechts spielt und den Aussen Iniesta und Alves hat man vorher schon gesehehen – trotzdem fällt Mourinho nichts dazu ein.

    Auch sein Doppewechsel mit özil und callejon trug ja wenig zur Verbesserung bei – ich bin sogar der Meinung dass Mourinho in diesen Spielen auf einen klassischen 10ner gänzlich verzichten sollte und mal ein reines 4-4-2 probieren sollte.

    Respekt vor dem Mut Altintop zu bringen, man muss aber auch sagen das auch dies wohl eher kein taktischer Geniestreich war.

    Ich muss sagen, dass ich es wirklich schade finde, dass Mourinho mit so einem Kader nichts einfällt-er hat mit Inter und Chelsea mit weniger Mitteln mehr erreicht gegen Barcelona, das sollte zu denken geben.

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