Champions League-Finale: Keine Analyse

Es soll hier nicht Thema sein, dass Thomas König mich fast dazu gebracht hat, den Fernseher während dem Champions League-Finale auszuschalten. Als gelernter ORF-Seher ist man da einiges gewöhnt.

Ich bin im Moment auch nicht fähig eine tiefgehende Analyse des heutigen Spiels zu leisten. Im zentralen Mittelfeld war das zu linienbedachte Manchester-Team heute dem beweglichen Spiel von Barca nicht gewachsen. So genau habe ich aber nicht hingesehen. Heute war Zurücklehn-Tag.

Was ich mir aber zutraue, ist meinen Schmerz über zwei von Herbert Prohaskas Aussagen auszudrücken.

Dass der Mann teilweise so erfolgreich Österreichs Nationalteam gecoacht hat, dass es zu einer WM-Quali reichte, finde ich nach dem heutigen Gerede erstaunlicher den je. Vor dem Spiel meinte unser Schneckerl, Taktik werde wohl nicht entscheidend sein, weil so viele individuelle Klassespieler dabei sind. Er scheint (typisch österreichisch) zu denken, dass Fergusson und Guardiola ihre Leute mit “Gemma Burschen, machts euer Spiel” auf den Platz schicken. Schlussendlich hat ihn das Spiel natürlich widerlegt, denn die Taktik hat gesiegt – keine individuelle Ausnahmeleistung oder eine unerwarteter Fehler eines Einzelnen. Mir hat diese Aussage sofort, also vor dem Spiel, einen Stich im Kopf verursacht, weil es natürlich gerade bei so gleichwertig-starken Mannschaften die Vorgaben des Trainers sind, die das Ergebnis maßgeblich beeinflussen.

Zur Pause dann eine weitere Horror-Aussage: Beim 0:1-Halbzeitsstand meinte Prohaska, Fergusson werd bis zur 60-65 warten und dann einen dritten Stürmer bringen. Weil es in fünftklassiger Logik anscheinend Sinn ergibt, in einem Entscheidungsspiel einfach mal 15-20 Minuten mit “Schau ma moi” vergehen zu lassen und erst dann den logischen Schritt zu tun. Es ist müßig zu sagen, dass der erstklassige Fergusson natürlich schon mit dem Anpfiff der zweiten Halbzeit reagiert hat und Tevez aufs Feld schickte.