Bloggende Fußballorakel: Georg

Morgen geht es also gegen die Schweiz, unseren „kleinen“ Nachbarn und EM-Austragungspartner. Ein Land, dessen Nationalteam in den letzten Jahren sehr sehenswerte Fortschritte gemacht hat, da man im Gegensatz zum heimischen Verband die Scheuklappen rechtzeitig gelichtet und Grundlagen für gute Nachwuchsarbeit gelegt hat.

Während man hierzulande auf Ergebnisse wartet und nach jedem Hoffnungsschimmer prompt wieder enttäuscht wird, konnte man die Folgen kompetenter Sportführung letztes Jahr am respektablen WM-Abschneider der Schweizer sehen. Bis auf wenige Patzer (unter anderem einen Patzer gegen ausnahmsweise gut spielende Österreicher) war die Leistung der Schweizer „Nati“ seitdem kontinuierlich gut.

Morgen gibt es die Revanche in der Schweiz, die der geneigte TV-Zuseher live auf ATV (dem ORF war das Angebot der Schweizer Vermarktungsfirma zu hoch – danke an Phillip Eitzinger für diese Info) mitverfolgen kann. Das man das erste mal in güldenen Trikots spielend eine Niederlage gegen ein bereits damals schwächelndes Österreich einstecken musste, lässt darauf schließen, dass man auf bittere Rache aus ist.

Doch ich will es mit einer ausdrücklich optimistischen Prognose versuchen: Österreich erreicht morgen ein 1:1 und ist dem Sieg zeitweise näher als die Schweiz. Warum? Weil ich erstens glaube, dass Ivanschitz – obwohl ich nicht für einen Wunderkicker halte – wieder etwas Selbstvertrauen ins Team bringt und Schiemer sowie Kienast, so sie denn in der Anfangsformation stehen, als Newcomer engagiert spielen und die Kicker um sich herum etwas mitreissen. Zum Anderen kann es spielerisch nach Japan und Chile kaum noch schlimmer werden, das sollte auch das Team wissen. Und da sollte – Hicke hin oder her – noch so etwas wie Stolz existieren.

Weiters ist es gut möglich, dass uns die Eidgenossen trotz der letztjährigen 1:2 Pleite erneut unterschätzen. Immerhin traute sich Young’ster und Red Bull Einwechseljoker tatsächlich öffentlich den ÖFB Teamkader zu bemängeln. Was aus der Feder eines Sportjournalisten nichts erwähnenswertes ist, kommt aus dem Munde eines Spielers, der sich bei mittelmäßig spielenden Salzburgern nach mehr als einem Jahr immer noch nicht in der Startelf etabliert hat, geradezu dreist. Herrscht im Schweizer Team eine ähnliche Einstellung vor, könnte man damit noch einmal auf die Nase fallen.

Wir werden uns überraschen lassen müssen, und ich hege derweil die Stille Hoffnung, dass der Knoten endlich platzt und das Team nach einem möglichen Schritt im Vorwärtsgang nicht wieder drei nach hinten stolpert.

Über Georg Pichler

Journalist und zumindest digitaler Superkicker. In echt hütet er meistens das Kastl und das recht gut. Zukünftiger ÖFB-Präsident. Kein Fan, mag aber Sturm Graz.

13 Gedanken zu „Bloggende Fußballorakel: Georg

  1. Was kann der Jara daran ändern, dass 10-20 Jahre keine Nachwuchsarbeit gemacht wurde, und wir uns inzwischen mit Hundskickern wie Kienast, Fuchs, Aufhauser oder Hiden im Team herumschlagen müssen…

  2. Der ist mMn zwar auch nicht das Optimum, aber allemal eine bessere Wahl.

    Aber was anderes: „Die Landesverbandschefs wollen…“ – aber KÖNNEN sie auch, verbandsrechtlich gesehen?

  3. Realitätsverweigerung pur war ja Hickersbergers Kommentar zu Kienast. Der ist eingewechelt worden, und hat sich zumindest 50 Prozent der (leichten) Bälle nichtmal stoppen können, und NICHTS gebracht.

    Hicke: Man hat gesehn dass er sich verbessert hat, und eine Alternative ist…

  4. wenn ich mir die wortmeldungen der herren nationalspieler in den interviews nach den spielen anschaue, dann denke ich nicht, dass irgendwer von ihnen die fähigkeit zur kritischen selbstreflexion besitzt, also auch nicht (und erst recht nicht) ein herr hiden. deine vorstellung wäre zwar schön, aber diese wird glaube ich ziemlich sicher nur ein wunsch bleiben…

  5. Hiden sollte, sofern er sich seiner Unleistungen bewußt ist, eigentlich von sich aus zurücktreten – Hicke ist ja offenbar zu blind wenns um Rapidler geht. Und wenn Hiden selbst nicht mitkriegt, wie fehl er am Platz ist (haha, Wortspiel!), dann muss ich ihm wiederum Demenz unterstellen.

  6. 3:1 hab ich getippt, 3:1 ists geworden, anderes team halt. hab nix vom spiel gesehen, aber das gelesene reicht mir fürs erste wieder. schade, dass ein IV-duo schiemer/prödl keine chance bekommen hat…

  7. ich wünsch mir entweder eine spitzenleistung des teams und ein knappes, spannendes match, oder ein schweres debakel nach dem hickersberger entgültig nicht mehr haltbar wäre. ich prognostiziere eine schwache leistung die in einer glücklichen 1:2 niederlage endet.

  8. Ich sehe das ähnlich wie der werte Kollege Georg. Gerade in den Spielen gegen Gegner, die als bekannt besser gelten (zugegeben, das war bei Japan auch so…) zeigen die, die den Bundesadler tragen, oftmals Leistungen, die zur Hoffnung Anlass geben – ich denke da mit Freude an das Spiel gegen Tschechien zurück.

    Es war sehr erfreulich, dass man gegen ein Team, dass zu 99% auch nächstes Jahr an der EURO teilnehmen wird und dort auch potentiell ein Gruppengegner der Österreicher sein wird, eine schöne Leistung gebracht zu haben.

    Verknüpft mit der Rückkehr von Ivanschitz ist natürlich auch die Hoffnung auf zumindest halbwegs gepflegtes Spiel nach vorne – auch, wenn die Schweizer ohne Zweifel die Mittel aufbringen können, dies zu verhindern.

    Die Wahrheit liegt auf dem Platz – und nach dem Abpfiff im Zürcher Letzigrund sind wir alle gescheiter. Hoffenlich nicht auch desillusionierter.

  9. hab ich auch so gehört, aber da ich keine schriftliche Quelle hatte lieber die neutrale Formulierung genommen. Kolportiert sind 1,5 Mio., wobei ich als Verantwortlicher das Geld schon rausgerückt hätte wenn die Vorzeichen genau andersrum wären (Glanzsiege gg Japan und Chile, totale Fußballeuphorie). Aber so…

  10. mein tipp ist ein 3:1-sieg unseres teams. das sagt mir zumindest mein bauchgefühl, kann aber auch daran liegen dass mein bauch nach dem heutigen riesen-cordon beim schnitzelwirt neubaugasse nicht mehr klar denken kann…

    ad „live auf ATV (dem ORF war das Angebot der Schweizer Vermarktungsfirma zu hoch – danke an Phillip Eitzinger für diese Info)“:
    atv hat einen deutlich (irrational) über dem marktwert liegenden preis dafür bezahlt. dass dabei der orf nicht mitzieht ist im sinne der gebührenzahler zu begrüßen.

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