Die schlechten Zuseherzahlen der Bundesliga im Vergleich

Mit einer großteils würdelosen letzten Runde ging die Bundesliga am Wochenende in die Winterpause. Besonders am Samstag waren nicht nur grauenhafte Platzverhältnisse in Wiener Neustadt eine offensichtliche Wunde der österreichischen Fußball-Infrastruktur, sondern auch die Zuseherzahlen in allen drei stattfindenden Spielen (das vierte Spiel in Ried konnte mangels Rasenheizung nicht ausgetragen werden, obwohl der Verein seit 1995 nur zwei Jahre nicht Erstligist war).

Alle Spiele zusammen lockten gerade einmal 11.000 Zuseher in die Stadien. Innsbruck gilt eigentlich als eine Stadt mit aktiver Fanszene in Österreich, Salzburg ist der amtierende Meister und Cupsieger. Beide mussten sich mit weniger als 4.000 Zusehern zufrieden geben. 3.000 besuchten das Spiel in Wiener Neustadt, bei dem der größte österreichische Klub, der Rekordmeister aus der 50 Kilometer entfernten Hauptstadt zu Gast war.

In unserer Facebook-Gruppe entstand eine Diskussion darüber in der allerlei vermeintliche Gründe gefunden wurden. Die Stadien seien nicht überdacht, es wäre kalt gewesen und der Kick uninteressant. All das deutet auf Probleme hin, bietet aber keine erschöpfend Erklärung.

Erstens sind im konkreten Beispiel die EM-Stadien in Innsbruck und Salzburg sehr wohl überdacht (wie auch die meisten anderen). Zweitens war es auch am Vorabend kalt, als allein in Kaiserslautern 23.000 Menschen in der zweiten Deutschen Liga gegen den Aufsteiger Aalen ins Stadion gingen. Der Kick dort war, wie wir beschrieben, auch nicht begeisternd.

Schlechter Herbst auf den Tribünen

Aber die Bundesliga-Zuseherzahlen waren ohnehin nicht nur in dieser Mitte-Dezember Runde grauenhaft. Die gesamte Herbstsaison deutete einmal mehr auf strukturelle Probleme hin. Nur Sturm, Austria und Aufsteiger WAC können auf steigende Besucherzahlen blicken, die anderen sieben Klubs haben zum Teil ein dickes Minus zu verzeichnen. Rapid, Innsbruck und die Admira haben ein zweistelliges Prozentminus.

Das Folgende soll keine umfassende Erklärung, sondern einen Beleg liefern. Wir haben den Schnitt in Österreichs Stadien mit jenem in Deutschlands zweiter Liga gegenüber gestellt. Nimmt man die dortigen 18 Vereinen und die 10 österreichischen zusammen, schaffen es nur zwei Klubs aus Österreichs in die erste Listenhälfte.

Zwar ist Deutschland insgesamt größer als Österreich, das allein genügt als Erklärung aber nicht, denn die regionalen Gegebenheiten sind oft gut vergleichbar. Viele kleinere deutsche Städte bringen Klubs hervor, die solche aus größeren österreichischen Städten deutlich abhängen, obwohl sie nur in der Zweiten Liga spielen.

So hat Kaiserslautern nur 100.000 Einwohner (etwa so viel wie Klagenfurt, 20.000 weniger als Innsbruck), bringt aber sogar deutlich mehr Fans als die Klubs in Wien, Graz und Salzburg ins Stadion. Paderborn ist mit 150.000 Einwohnern vergleichbar mit Salzburg. Das nur 15.000 Zuseher fassende Stadion beherbergt im Schnitt auch gleich viele Zuseher wie das des österreichischen Meisters, mehr als die Austria, nur wenig weniger als Sturm. Braunschweig hat 250.000 Bewohner, so viele wie Graz, bringt aber im Schnitt fast doppelt so viele Leute zu Heimspielen, wie Sturm (das natürlich ein etwas kleineres Stadion hat, aber wohl kaum behaupten kann, in einem 25.000er-Stadion die Anwesenheit verdoppel zu können)

Und die Schweiz?

Nimmt man sich trotzdem das Argument zu Herzen, dass Deutschland nunmal wesentlich größer sei, dann könnte man sich in der Schweiz umsehen. Die Schweiz hat bekanntermaßen eine halbe Million Einwohner weniger als Österreich, kann fußballerisch und wirtschaftlich nicht als unerreichbar gelten, war bei der Ausrichtung der Europameisterschaft das Partnerland und beherbergt ebenfalls eine Zehnerliga. Auch da sieht die Bilanz für die Bundesliga allerdings nicht besser aus. Betrachtet man Zuseherzahlen, so landen lediglich drei Klubs in die erste Tabellenhälfte und gleich fünf österreichische Klubs am Tabellenende.

Ganz genau gehen in der Schweiz gehen im Schnitt 12.619 Menschen ins Stadion, in Österreich 6988. Hier fällt das Argument des größeren Landes oder der größeren Städte vollends in sich zusammen. Basel (170.000 Einwohner), Zürich (375.000), Bern (125.000), Luzern (75.000), St. Gallen (73.000) und Sion (30.000) bringen Klubs hervor, die (deutlich) bessere (oder vergleichbare) Zuseherzahlen ins Stadion locken, als die beiden stärksten Klubs Österreichs – Rapid (Wien, ~1.7500.000) und Sturm (Graz, ~270.000). Die Schweiz hat übrigens am Wochenende nicht mehr gespielt, die alpinen Gegebenheiten lassen dort die Winterpause bereits zwei Wochen früher beginnen.

Bei den kleineren Städten und Orten (Ried, Wolfsberg, Mattersburg) ist hingegen erklärbar, warum man nicht mithalten kann. Hier stellt sich das Problem, dass in größeren österreichischen Städten wie Linz, St. Pölten oder Klagenfurt keine Bundesligaklubs vorhanden sind. Im kommenden Jahr droht die Liga sogar mit Innsbruck oder Wiener Neustadt eine größere Stadt zu verlieren und mit Lustenau eine kleine dazu zu bekommen (was sich aber trotzdem zumindest kurzfristig positiv auf die Zuseherzahlen auswirken könnte). Trotzdem ist diese Provizinalisierung (ganz ohne abwertend gegenüber diesen Kleinstädten sein zu wollen) der österreichischen Liga ein Problem für das Fanaufkommen im internationalen Vergleich.

Warum die österreichische Bundesliga eine so grauenhafte Bilanz zu vermelden hat, ist sicher ein vielschichtiges Problem. Verfehlungen der Vergangenheit und Gegenwart vereinen sich zu einer Misere, die sich nicht über Nacht auslösen lässt. Es hilft allerdings nicht, weiter so zu tun, als gäbe es keines. Machen wir uns auf die Suche nach dem, was zu tun ist.

Was hält euch oder eure Bekannten davon ab, (öfter) ins Stadion zu gehen?

Wir freuen uns auf eine eifrige Diskussion! (tsc (auf Twitter))

Über Tom Schaffer

Journalist und als langjähriger Mittelfeldmotor stolzer zweifacher steirischer Jugendvizemeister. Fan des Offensivkicks und des englischen Fußballs.

29 Gedanken zu „Die schlechten Zuseherzahlen der Bundesliga im Vergleich

  1. Der großraum Zürich beherbegt 1,1 mio menschen, im trinationalen Großraum Basel leben 830.000 Menschen. Genf hat mit Vororten und Umland 650.000 einwohner, Bern 350.000 einwohner und die Agglomeration Lausanne immerhin noch 311.000 bewohner.

    Salzburg, Graz oder Innsbruck haben kaum nennenswertes umland und sind somit nicht annähernd mit den größten schweizer Agglomerationen vergleichbar.

    1. Agglomerationen laut Statistik Austria:
      Wien 2.376.143
      Graz 465.296
      Linz 449.896
      Salzburg 327.349
      Innsbruck 264.179

      Sogar das Rheintal in Vorarlberg hat 240.000 Menschen in ziemlicher Dichte versammelt. Wo soll da jetzt der große Unterschied sein?

  2. Bitte um Richtigstellung:

    1. Ried hat seit heuer eine Rasenheizung
    2. Sturm wäre Heimmannschaft gewesen! Das Spiel wurde in Graz abgesagt, nicht in Ried!

  3. Die Österreicher haben schon immer Probleme mit eigenem Anspruch und der Wirklichkeit. Es ist in der Tat so, dass sich die österreichische Bundesliga zu einer Dorfliga entwickelt hat. Außerdem ist die 10er Liga dermaßen unattraktiv, weil nur einer absteigt und die Hälfte davon international spielen kann. Da wird man kaum gefordert, selbst wenn man mal ein paar Spiele in Folge verliert, ein Sieg und du kannst deine Ziele wieder erreichen. Eine Liga mit 16-18 Vereinen, 2-3 Absteigern, würde die Attraktivität erhöhen. Außerdem ist die Infrastruktur der Stadien eine Katastrophe. Man hat das Gefühl, wenn man auf Sky Austria mal einen Blick in die Ösi-liga nimmt, dass da teils auf Sportplätzen mit provisorisch aufgebauten Tribünen gespielt wird. Da haben in Deutschland selbst Dritt- und Regionalligisten bessere Stadien! Und die Vergleiche mit Deutschland hinken. Deutschland ist eine Weltmacht im Fußball, da muss Österreich kleine Brötchen backen.

  4. Ich lebe in Deutschland genau zu sein in Münster.
    Ich bin oft in Österreich .. es stimmt daß die liga schlecht
    Die stadien der 3 liga sind besser besucht als die in der euren liga

  5. Das große Problem der Österreicher ist, dass sie sich immer mit Deutschland vergleich müssen. Mir, als Deutschen der in Wien lebt, fällt das vor allem auf! Und das ist das Problem! Man kann nach höherem Streben, aber man sollte immer step-by-step gehen und nicht gleich die Champions League gewinnen wollen! Nicht das Deutschland das Hoch aller Gefühle ist, aber in Sachen Fußball (Fanansturm) sind wir inzwischen sogar die Nr. 1. Schweiz kann man sich für die nächsten Jahre vornehmen, aber als Erstes sollte man vielleicht Dänemark einholen.
    An was das liegt? Die Berichterstattung bzw. die Ausstrahlungen im Free-TV sind ein Teil, aber man sollte auch die Qualität der Spiele nicht vergessen. Und da fängt alles schon in der Ausbildung der Spieler an. Da ist die Schweiz vorne. Es braucht ein Umdenken in Sachen Fußballinternate und konkreter Förderung der Talente, äquivalent zur Schulausbildung.
    Wird auf alle Fälle eine lange Reise.
    Mussten wir Deutsche auch durchmachen. Seit der EM 2000 ist viel Zeit vergangen ;) .

  6. Hi,
    danke für die Grafik – ziemlich interessant finde ich die Zahlen für den internationalen Zuschauerschnitt, danke an @Peter.

    Für die Grafik oben böte sich – als Tipp – eine Drehung der Grafik an, Namen/Legende nach links mit horizontalen Balken. Dann sieht man das Muster, kann den Text aber besser lesen.

  7. Ich habe mir jetzt die Mühe gemacht für die ersten 20 Ligen der UEFA Fünfjahreswertung den Medianwert des Zuschauerschnitts der Mannschaften heruszusuchen (inklusive maximaler und minimaler Zuschaerschnitt einer Mannschaft) für die vergangene Jahr:

    Spanien 23.900 (74.582 – 9.132)
    England 30.227 (75.387 – 17.295)
    Deutschland 43.628 (80.552 – 22.676)
    Italien 18.568 (49.020 – 9.580)
    Frankreich 15.509 (42.891 – 6.336)
    Portugal 3.954 (42.730 – 1.849)
    Ukraine 7.080 (36.983 – 2.257)
    Niederlande 16.937 (50.147 – 3.228)
    Russland 10.582 (20.022 – 6.851)
    Belgien 8.367 (26.649 – 4.853)
    Griechenland 2.716 (21.978 – 675)
    Türkei ????? (18.476 – ????)
    Zypern 1.740 (8.248 – 871)
    Schweiz 10.394 (29.775 – 4.419)
    Dänemark 6.590 (15.540 – 2.170)
    Österreich 5.872 (16.200 – 2.893)
    Israel 2.807 (8.700 – 1.057)
    Tschechien 4.302 (10.322 – 2.437)
    Rumänien 5.591 (16.236 – 1.282)
    Polen 6.410 (20.935 – 2.035)

    Ich würde sagen unsere Zahlen sind leistungsgerecht. Niedrig sind die Zahlen vor allem in den Krisenstaaten, die Schweiz und Deutschland sind Ausreißer nach oben.

    „sorry for the long post.“

  8. @ Dyrnberg:.
    Mit der telling Story aus der Geschichte eines Vereins könntest du nicht so unrecht haben, weil die ist vielleicht bei 3 Vereinen in Österreich vorhanden. Sturm, Austria und Rapid. Bei Innsbruck wäre sowas auch noch möglich, doch seit dem die in der Regionalliga waren, ist es vorbei, deto Sportklub und Vienna. Der LASK ist der nächste Kandidat.
    Wr. Neustadt ist ein Retortenklub, genauso wie die Admira die glaub ich aus 5 Vereinen besteht.
    Mattersburg und der WAC haben eine viel zu kurze Bundesligahistorie. Der SV Ried baut schön langsam etwas auf, nur liegt der Verein leider nicht in einem Einzugsgebiet, wie der LASK in Linz in hat.

  9. Obwohl selbst Salzburg-Fan ist doch ein Mangel an Tradition in der Bundesliga nicht abzustreiten:

    Lediglich 6 der 11 Vereine, die seit 1949/50 einen Meistertitel erringen konnten spielen in der Bundesliga. (Schweiz: 9/12, Deutschland: 11/17)
    Von diesen 6 haben wiederum 4 in den letzten 10 Jahren – wie soll man das bezeichnen? – kontinuitätsbehindernde Veränderungen erlebt (Einstieg von Mäzenen, Konkurse). Folgerichtig sind die verbliebenen zwei Vereine jene mit dem höchsten Zuschauerschnitt – Sturm und Rapid.

    Natürlich verdient das, was Mattersburg aufgebaut hat größten Respekt und hat sich der WAC sportlich für die höchste Liga qualifiziert. Aber es ist nicht abzustreiten, dass mit der Vienna, dem LASK, GAK, der Salzburger Austria… große Fanpotenziale in den unteren Ligen herumdümpeln.

  10. also unsere liga ist sicher nicht das non-plus-ultra im europäischen fußball aber da gibt es mmn keinen kausalen zusammenhang zu den zuschauerzahlen.
    eher scheint es mir so zu sein, dass fußball in ö. immer noch als „proletensport“ gilt und noch nicht so in der gesellschaft angekommen ist wie etwa in deutschland. zumindest in wien muss man sich schon recht häufig dafür rechtfertigen, wenn man sich als stadiongeher outet. das hat natürlich auch damit zu tun, dass ausschreitungen bei uns irgendwie dazu gehören. und ehrlich gesagt, wenn ich bei der austria auf der ost bin, frag ich mich auch, wo ich da gelandet bin. da laufen figuren herum, die ich für ausgestorben hielt. und in gewissen fällen geniert man sich einfach. ich nehm eine bekannte mit ins stadion und von der tribüne nichts als brauner dreck (so geschehen bei einem el-qualispiel vor ein paar jahren).
    also zwischenzeitlich war ich bei mehr vienna und sportclub spielen als bei meinem herzensverein der austria, weil es dort, obwohl der kick das adverb grottig gar nicht verdient, einfach mehr spaß macht.

  11. Ich find ja, man fühlt sich erst dann irgendwo daheim, wenn man sich einen Fußballklub gefunden hat, zu dem man gern geht. ;)

  12. Österreich ist keine Fußballnation. Die meisten Menschen interessiert Fußball wie die meisten Menschen in Deutschland Handball interessiert. „Eh.“

    Abseits der nationalen Ebene muss ich attestieren… ich geh auch nimmer. Das liegt aber nicht zuletzt an einer Reihe von Umzügen. Irgendwann mal Vorwärts Steyr, dann Wiener Sportclub, dann nach München. Durch Umzüge relativiert ich auch der Stadionbesuch etwas imo. Ich ging dann in München jedes zweite Wochenende zu den Heimspielen des Ortsvereins in den unteren Ligen. Und gehe noch immer ab und zu zum großen FCB. In Salzburg wiederum -wo ich auch wohne – tu ich mir etwas schwer: Red Bull? Oder das violette Salzburg, die bei manchen Auswärtsfahrten ein eher… wenig idyllisches Bild hinterlassen?

  13. Nachdem sich dei Diskussion scheinbar hierher verlagert hat, möchte ich meinen Senf von Facebook hierher transportieren.
    Jedoch kann man aus den bisherigen Beiträgen rausfiltern, dass eine wirkliche Erörterung kaum stattgefunden hat und man sich gegenseitig in einem Lamento über den Charakter der Österreicher (als ob man selber nicht dazu gehöre würde) und über ungerechte Vergleiche. Aus deutscher Perspektive eine sehr österreichische Diskussion.
    Prinzipiell würde ich die Bundesliga nicht ausschließlich an Hand sportlicher Gesichtspunkte bewerten. Ein Essener, ein 60-er, ein Bochumer würde ja auch nicht auf die Idee kommen, seine Stadionabwesenheit an Hand der mangelnden sportlichen Qualität fest zu machen. Natürlich sind diese in großen Städten zu Hause, haben aber in unmittelbarer Nachbarschaft ist sportlich wesentlich erfolgreicherer Fußball zu Hause, anders als in Österreich. Was also motiviert und bindet einen Fan? Ich glaube weitaus mehr als die rein sportlichen Aspekte. Ein Verein erzählt aus seiner Geschichte heraus eine telling Story, die fasziniert, eine Collage seiner Identität und indirekt somit auch deiner persönlichen Identität als Fan. Das bindet weitaus mehr als die reine sportliche Attraktivität, was St.Pauli und Mainz wohl am offentsichtlichsten durchexerziert haben. Wird das auch in Österreich gemacht?
    Und die Vergleichsligen wie in Belgien und in der Schweiz sind vom Zuschauerandrang besser gestellt, weswegen man die Population nicht als alleinige Begründung nehmen kann.

  14. Fakt ist, dass die österreichische Bundesliga strukturell viel eher mit den Ligen in Ungarn, der Slowakei, Tschechien etc. vergleichbar ist, als mit der 2. Liga in Deutschland oder England. Die Ursachen sind vielfältig, aber künstlich in die erste Liga geblasene Retortenklubs wirken sich sicher nicht positiv aus, genausowenig wie der nonchalante Umgang mit Traditionen, nicht nur, aber auch bei den jährlich sich ändernden Clubnamen. Dazu noch die zu kleine Liga, bei der alle zwei Monate der Spielplan sich wiederholt, damit verbunden zu wenig lokale/regionale Rivalitäten, schießlich auch die Konzeptlosigkeit der meisten Vereine, die Schimären nachlaufen, anstatt eine nachhaltige Philosophie zu entwickeln und an der kontinuierlich festzuhalten (anders als etwa vergleichbare Größen wie Freiburg, Mainz, Udinese…..). Infrastruktur und Qualität des Gebotenen sind auch meist unterdurchschnittlich, also ist das Ergebnis einigermaßen erwartbar.

  15. Ich weis nicht, ob es in der Schweiz ein Live-Spiel im Free-TV gibt, aber z.B. in Deutschland gibt es entweder die Möglichkeit sich Pay-TV zuzulegen oder ins Stadion zu gehen.
    Weiters sind die Preise für ein Spiel zu hoch. Rapid verlangt für ein Spiel, als günstigste Karte 18 €, viel zu teuer für den Kick was geboten wird.
    Nachteilig wirkt sich sicher auch die Provizinalisierung aus. Wen interessiert Wien (Rapid od. Austria) gegen Mattersburg/Wr. Neustadt/Ried.
    Weiters bin ich der Meinung, dass die 10er Liga der Attraktivität schadet. Immer die gleichen Gegner und das 4 mal in einer Saison. In Deutschland z.B. gibt es ein Hin- und Retourmatch, da ist mehr Spannung vorhanden.
    Dann muss man sich unsere veralteten Stadien anschaun, eine Katastrophe bzw. wir hätten doch neue Stadien, nur Klagenfurt steht leer, in Salzburg will keiner kommen (daran trägt Red Bull sicher auch ein wenig die Mitschuld) und Innsbruck haben wir souverän zurück gebaut.
    Am traurigsten ist es allerdings in Wien, eine 1,7 Mio Einwohner-Stadt müsste das Potential für eine wenn nicht sogar zwei Spitzenmannschaften haben, welche 25.000 Zuseher im Schnitt haben.
    Nur wer schon einmal in diesen Stadien war, weis warum er dort nicht so gern hingeht. Alt, baufällig, etc.

  16. mir verleiden in erster linie die beginnzeiten bzw. das äußerst kurzfristige bekanntgeben dieser das liveerlebnis. samstag 18:30 ist für mich einen unzeit. sonntag 18:00 ist noch schilimmer. beides zu spät, wenn man mit kleinen kindern ins stadion gehen will.

  17. 1. ich hab im Umkreis von 100 km keinen Erstligisten
    2. sportliche Qualität
    3. Rapid schau ich mir bei diesen Fans nicht mehr an
    4. Preise sind für Gegenwert (sportliche Qualität/Infrastruktur zu hoch).

    Wenn ich schon weit fahren muss (Wien 200 km), fahr ich lieber nach München. Ist zwar noch weiter, aber die Allianz-Arena und das Gebotene entschädigt dafür vieles.

  18. Was mich davon abhält öfter ins Stadion zu gehen?

    Meine Liste würde hier wohl den Rahmen sprengen.
    Aber ich nenne einmal zwei wesentliche Punkte:

    * die nicht enden wollende Unprofessionalität – Liga-Modus, TV-Vertrag, Übertragungen im ORF und generelle Berichterstattung, Trainerbestellungen, Umgang mit Fangewalt, ÖFB-Cup, Spielplan… – machen die Bundesliga zu einem peinlichen Produkt. Interessant sind nur die internationalen Auftritte und das Nationalteam unter Koller (!).

    * Ich persönlich würde Fußball in Österreich sportlich hinter dem Wintersport als Ganzes betreffend Zuschauerinteresse einordnen, dazu stehen gesellschaftlich auch noch Musik (Kapellen, Chöre; Konzerte) und generell das starke Vereinsleben deutlich davor. Das ist sehr subjektiv, aber mMn ein ganz wesentlicher Unterschied.

  19. Wäre jedenfalls ein schickes Teil. Ob Lustenau damit auf längere Sicht mehr als 5-6000 ins Stadion kriegt, müsste man trotzdem erst schauen. Dass die Austria um die Top 5 in der Bundesliga spielen wird, wirds nämlich eher selten spielen.

  20. Langfristige Prognosen sind immer so eine Sache. Lustenau hatte in seiner bisher letzten Bundesligasaison (99/00) auch nur 4.755 Zuseher im Schnitt (ältere Daten habe ich nicht). Aktuell sinds 4.281 in der zweiten Liga. Das heißt: Zwar wird Lustenau mit hoher Wahrscheinlichkeit gegenüber Wiener Neustadt (2.800)) den Schnitt heben, gegenüber Innsbruck (5.200) würden sie sich aber mittelfristig schwer tun. Jedenfalls wird Lustenau nicht direkt helfen, der Schweiz besonders nahe zu kommen (die Ironie der Geographie hinter diesem Satz ist mir voll bewusst). ;)

    (Afaik ist übrigens eine neue Sitzplatztribühne geplant, nicht ein neues Stadion)

  21. Wenn Austria Lustenau auf- und Wiener Neustadt absteigt, dann wird sich das nicht nur kurzfristig auf die Zuseherzahlen auswirken. Erstens weil das ein Verein mit grundsätzlich mehr Fans und Zuschauern ist, zweitens weil ein neues Stadion geplant ist und drittens weil der Verein in der Bundesliga Zuschauer aus dem Umland in ganz Vorarlberg anlockt, im Gegensatz zu Wiener Neustadt, wo vier Vereine aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland in der Nähe sind.

    Ansonsten stimme ich zu, dass das Problem vielschichtig ist: Erstens der Spielmodus mit vier Spielen gegen jede Mannschaft. Zweitens die geringe sportliche Attraktivität der Liga (wer zahlt wirklich 30-40 Euro für einen Sitzplatz bei Temperaturen um den Gefrierpunkt um sich das anzuschauen?). Drittens die Infrastruktur in manchen Stadien. Viertens die hohe Anzahl an wenig interessanten Vereinen in der Bundesliga während sich Vereine mit mehr Potenzial in der Ersten Liga und Regionalliga tummeln. Fünftens die Fehler der Vergangenheit, sei es von den Vereinen selbst als auch das Klagenfurter Stadion, die Lizenzschacherei, etc. Sechstens die miserable mediale Bühne für das Produkt „Bundesliga“.

    Es gibt noch viele weitere Gründe…

  22. Ich seh in meinem Bekanntenkreis (Salzburg) hauptsächlich das Problem des „Schönwetter“/“Erfolgsfan“
    Wenn ein interessanter Gegner kommt bzw. das Wetter passt (=kein badewetter, nicht saukalt) dann kenn ich mind. 10 Menschen die ins Stadion gehen würden.
    Bei Zuständen wie am Wochenende gegen Mattersburg schwindet diese Zahl auf 0-1 Person…

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