Niederlande – Österreich: Ein Trainingsspiel und drei Lehren

Obwohl sich Österreich  im Philips-Stadion von Eindhoven redlich abmühte, gab es schlussendlich am Klasseunterschied keinen Zweifel. Das flotte Trainingsspiel zeigte Verbesserungen wie auch Baustellen und lässt für das Qualispiel gegen Belgien alle Möglichkeiten offen.

Niederlande - Österreich (09.02.2011)

Neue Mittelschule

31.000 Zuschauer ergab die offizielle Zählung. Kein Zweifel, das 35.119 Leute fassende Philips-Stadion in der Industriestadt Eindhoven war zum Länderspielauftakt 2011 gut besucht. An dem noch ziemlich frischen Abend lief das Team der Gastgeber im üblichen Orange und einem nominellen 4-2-3-1 auf den Rasen. Die Gäste aus den Alpen kamen im klassischen Schwarz-Weiß-Outfit daher und stellten sich als 4-5-1 (effektiv als 4-1-4-1) auf. Den Underdogs stand eine Formation gegenüber, die zum Großteil aus WM-Teilnehmern bestand, eine B-Elf war wahrlich nicht am Werke.

Didi Constantini musste die Absage von Martin Harnik und Kapitän Marc Janko (ersetzt durch den Führenden der Torschützenliste, Roman Kienast, von Sturm Graz) hinnehmen. Verglichen mit den letzten Aufstellungen war der Einsatz von Stefan Maierhofer als Solospitze somit eine logische Konsequenz. Auch die Besetzung der Abwehr kam wenig überraschend und wie gehabt durfte Fränky Schiemer vor der Viererkette staubsaugen. Ein wenig Experimentierfreudigkeit zeigte DiCo immerhin in der Zentrale: Pehlivan nahm auf der Bank Platz, dafür starteten der Austrianer Julian Baumgartlinger und Neo-Hoffenheimer David Alaba. Die rechte Außenbahn beackerte Zlatko Junuzovic, gegenüber war es Arnautovic.

Die Gäste-Elf begann motiviert, schwungvoll und – man lese und staune – mit Pressing bis zur 2/3-Länge des Feldes. Dem Team allgemein und insbesondere den Bundesligisten Junuzovic und Baumgartlinger war anzusehen, dass sie mit dem Einsatz dieses Druckmittels noch nicht ganz vertraut sind, grundsätzlich gelang es aber, die Oranjes erst einmal zu verunsichern. Die Hausherren agierten besonders zu Beginn des Spiels auch noch betont nachlässig in der Defensive, sodass man das Gefühl bekam, hier könnte etwas drin sein. Und doch war es Liverpool-Legionär Dirk Kuyt, der für die erste Gefahrensituation des Spiels sorgte.

Mainz-Legionär Christian Fuchs rutschte im Zweikampf aus, und so konnte der Blondschopf in den freien Raum der rechten Strafraumseite marschieren. Dort stellte sich Emanuel Pogatetz geschickt ins Abspiel und verhinderte einen potentiell tödlichen Querpass auf Huntelaar. Zwei Minuten später schlief dann die Abseitsfalle – zwischen Prödl und Klein war der Abstand zu groß und beide hatten nicht gut aufgepasst – und der eben erwähnte Schalker war durch. Ein Tor blieb ihm verwehrt, denn Macho entschied das 1-v-1 für sich.

Zögerlich gefährlich

Während die Defensive schon früh Anfälligkeiten zeigte, kombinierte das rotweißrote Mittelfeld gefällig. Weil sich von den holländischen Offensivkräften lediglich Kuyt nennenswert ins Verteidigungsspiel einschaltete, kam man recht flott vor den 16er und verzichtete meist auf Mondbälle auf Maierhofer. Am Strafraum angekommen, fehlte es jedoch an Ideen. Die hintere Reihe – ausgenommen Christian Fuchs – rückte zu langsam nach, insbesondere Florian Klein gab erneut einen extrem biederen AV. Die Achse Alaba-Fuchs-Arnautovic war über die gesamte Spiellänge fast im Alleingang für sämtliche Gefahr verantwortlich.

So verwundert es nicht, dass Alaba mit einem Schuss aus etwa 20 Metern Stekelenburgs Arbeitslosigkeit beendete (12′). Technisch war die Ausführung dabei gelungen, jedoch landete das Leder mangels Präzision in den Armen von Edwin van der Sars Nachfolger als Nationaltorwart. Eine Minute später sorgte eine Attacke von Heitinga an Maierhofer für kurzen, unberechtigten Elferalarm.

Nach einer Viertelstunde beidseitiger, ansehnlicher Pass-Staffeten in Sparring-Geschwindigkeit begann das österreichische Team bereits, seine Pressingbemühungen zu reduzieren. Als direkte Folge blieb den Holländern die Kugel länger überlassen, und als indirekte Konsequenz eines Fehlpasses im Mittelfeld konnte Kuyt sich mit einigem Ballglück an der Toroutlinie an Fuchs vorbeimogeln (18′). Sein Versuch, den Ball aus spitzem Winkel ins Netz befördern, wurde von Macho vereitelt. Nach 20 Minuten wurde die erste Ballbesitzstatistik eingeblendet, und sie sprach deutliche Worte. Oranje führte mit 70:30.

Es mussten 27 Spielminuten verstreichen, ehe Österreich seinen ersten gefährlichen Angriff ablieferte. Arnautovic schickte Alaba an die Seite, und dessen Flanke verfehlte Junuzovic‘ Knopf nicht um viel. David Alaba darf man für seinen heutigen Auftritt ein großes Lob aussprechen. Halbrechts im Mittelfeld aufgeboten, erfüllte der quirlige Deutschland-Legionär die Rolle eines halboffensiven Freigeists. Während Arnautovic heute taktisch ziemlich diszipliniert vorging und sich erst unmittelbar vor dem gegnerischen Strafraum auch in die Breite bewegte, war Alaba im Zentrum, an der linken Aussenbahn und fallweise auch rechts zu finden. Dabei beackerte er das Feld hinter Arnautovic und Junuzovic, rückte gut mit auf, füllte oft die Lücke hinter dem vorstoßenden Fuchs und unterstützte beizeiten auch Schiemer beim Ausputzen. Nicht alles gelang, aber von der flexiblen und prinzipiell gut umgesetzten Spielanlage würde man zukünftig gerne mehr sehen.

Problemkind

Verhindern konnte aber auch er den Rückstand nicht. Die Uhr zeigte die 28. Minute, erneut stach ein Holländer in den Raum zwischen Prödl und Klein, brachte den Ball in die Mitte, wo Sneijder den Doppelpass mit einem sehenswerten Volley über Macho hinweg abschloss. Der österreichische Nationaltorwart stand möglicherweise etwas zu weit vorne, hatte mit einem Tausendguldenschuss (passend für einen Holländer) dieser Art aber auch nicht zu rechnen.

Das Problem waren ohnehin weniger die von Schiemer unterstützten Innenverteidiger, sondern Florian Klein. Das Bemühen kann man auch dem Austrianer nicht absprechen, jedoch zeigte er sich in der heutigen Partie nicht das erste Mal deutlich überfordert. Hauptsächlich ihm ist das Problem der räumlichen Zuordnung in der rechten Außenverteidigung anzulasten. Dies, sowie die fehlende Technik und Schnelligkeit, sorgten also nicht nur für zu viel Freiraum für den Gegner, sondern auch für eine Doppelbelastung von Sebastian Prödl. Aufgrund seines unsicheren Teamkollegen musste der Werderaner oft die Außenbahn mitabsichern, womit wiederum Schiemer und Pogatetz mehr gefordert waren. Für die ohnehin mangelhaft scheinende Aufgabenzuordnung war das natürlich Gift.

Mit der Führung gab sich das Team von Bert van Marwijk erst einmal zufrieden, es folgte eine eher ereignisarme Viertelstunde, in der der Ball zumeist in der Zentrale munter getauscht wurde. Die Wiedereinkehr einer gewissen Nachlässigkeit eröffente zum Ende der Spielhälfte noch einmal Möglichkeiten zum Ausgleich. Die mit Abstand beste Gelegenheit verbriet Schiemer, der eine Kopfballablage des ansonsten recht unsichtbaren Stefan Maierhofer aus wenigen Metern über Stekelenburgs Kasten beförderte (45′).

Ärgerlich und vermeidbar

Die vom ORF-Kommentator prophezeihte Wechselorgie in der Halbzeit blieb aus. Lediglich Innenverteidiger Mathijsen (Wisgerhof) und Torschütze Sneijder (Elia) durften ihren Arbeitstag beenden. Afellay orientierte sich nun mehr in die Mitte, Elia gab nun den Linksaußen. Und prolongierte dort die Problemserie von Flo Klein.

Ein Ferserl des eben genannten, in Folge eines Einwurfs, leitete das 2:0 nur drei Minuten nach Wiederanpfiff ein. Pieters flankte von der Toroutlinie über Macho hinweg, am langen Eck musste Huntelaar nur noch einnicken. Ein Gegentor der Marke „ärgerlich und vermeidbar“, hatte doch der gesamte Abwehrverband kollektiv geschlafen.

Und wieder ließ Oranje die Zügel etwas schleifen. Trotzdem gaben die Gäste erst in Minute 61 wieder ihr Stelldichein. Aus schwerer Bedrängnis heraus spielte David Alaba den Ball quer auf den völlig unbedrängten Junuzovic. Via Fuchs wurde Baumgartlinger bedient, dessen Schuss das kurze Eck nicht gar so weit verfehlte.

Gebremster Junu, gebrochener Klein

Junuzovic durfte wenige Sekunden danach den Gang in die Kabine antreten, für ihn kam Jimmy Hoffer. Der einstündige Auftritt des Austrianers bot wenige Highlights. In Ermangelung von Kleins Mitarbeit war auch er öfter mit Nebenschauplätzen befasst, als ihm lieb war und seine Teilzeitengagements in Offensivaktionen versprühten ebenfalls wenig Glanz. Ein paar Läufe auf seiner rechten Seite kann man ihm zugute halten, „Junu“ hat jedoch schon deutlich bessere Länderspielleistungen geboten. Wenig tröstend, dass es auch seinem Ersatzmann nicht besser erging, der einigermassen hilflos zwischen hängender Spitze und offensivem Mittelfeld hin- und herpendelte.

Noch weniger hilfreich war eine Ballannahme von Klein, der sich beim Abfangen einer holländischen Flanke grob verschätzte und den Ball mit dem Arm stoppte. Auch wenn das schlichtweg ungeschickt und keinesfalls Absicht war, blieb dem deutschen Schiri Brych keine andere Wahl, als auf den Elferpunkt zu deuten. Den fälligen Strafstoß verwandelte Dirk Kuyt gleich zwei mal auf die exakt gleiche Weise, und kürte damit die Gastgeber endgültig zu den Gewinnern (70′).

Nun war auch Constantini aufgefallen, dass Klein heute am Rasen nicht mehr besonders glücklich werden würde. Und so schickte er Yasin Pehlivan aufs Feld, der fortan den Part von Schiemer übernahm, welcher si h nun wiederum Kleins Aufgabengebiet kümmerte. Das funktionierte nicht optimal, war aber kadertechnisch die einzige halbwegs sinnvolle Umstellungsmöglichkeit.

Einsamer Riese

Die komfortable Führung nutzte Bert van Marwijk für Wechsel. Strootman ersetzte Janssen (71′) und feierte sein Debut im Nationaldress. Ruud van Nistelrooy lief wenig später für Huntelaar ein (73′) und last but not least gab auch Luuk de Jong (kleiner Bruder des bei Ajax kickenden Siem de Jong) von Twente Enschede seine Premiere im orangen Trikot (74′).

Die Niederländer probierten sich zwar noch an ein paar Angriffen, unbedingter Wille zum 4:0 war aber nicht vorhanden. Dafür sorgte Maierhofer in einem seiner seltenen Momente für Gefahr im Strafraum, was Wisgerhof nach einem Freistoß von Fuchs zum Anlass nahm, sich höchst tolpatschig um seinen Hals zu hängen. Generell ist zu sagen, dass der riesige Stürmer sich meist unauffällig, aber doch, ins Aufbauspiel integriert hat, in seiner Funktion als Solospitze aber nach wie vor einsam und ineffektiv agiert. Die drei letzten Länderspielelfmeter waren allesamt vergeben worden, mit dem 3:1-Anschlusstreffer beendete Marko Arnautovic den Mini-Fluch (84′). Dann war auch Alabas Arbeitstag vollbracht, Veli Kavlak kam zu einem Kurzeinsatz.

Ein abgefälschter und parierter Schuss von Jimmy Hoffer und zwei von Elia eingeleitete Chancen für Holland beschlossen schließlich die Trainingspartie im Philips-Stadion zu Eindhoven.

Fazit

Drei Lehren gibt es aus diesem freundschaftlichen Länderspiel zu ziehen:

  • Florian Klein ist nicht nationalteamtauglich. Der Austrianer bemüht sich zwar redlich, ist aber sehr fehleranfällig. Unsauberes Stellungsspiel und technische Defizite tragen ihr Übriges dazu bei, dass der 24-Jährige der Verteidigung mehr Komplikationen als Nutzen bringt. Hier sollte DiCo die Augen nach Kaderverstärkungen dringend offenhalten, es sei denn das Garics-Dilemma löst sich wundersamerweise in Luft auf. Die Liste der aussichtsreichen Ersatzleute ist kurz, am ehesten böten sich Tanju Kayhan (Rapid, gelernter AV)  und Jan-Marc Riegler (Ried, eigentlich ein IV) an.
  • David Alaba darf man mehr zutrauen. Der Hoffenheimer Neuzugang hat heute eindrucksvoll bewiesen, dass man ihm spielerischen Freiraum zumuten sollte. Auch wenn nicht alles immer perfekt funktioniert hat – im Großen und Ganzen war sein Auftritt für die Zentrale eine echte Bereicherung.
  • Auch wenn er sich heute besser geschlagen hat: Das Experiment „Solospitze Maierhofer“, ja eigentlich das Experiment „Solospitze“ an sich, ist in der derzeitigen Form schlichtweg gescheitert. Zumindest als hängende Spitze oder sehr offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler braucht es jemanden, der sich ebenfalls im Strafraum aufhält und dort Anspielstation ist als auch Chancen kreieren kann. Eine solche Rolle könnten z.B. Arnautovic (den man an der Seite jedoch zu schmerzlich vermissen würde), Junuzovic oder Kavlak ausfüllen. Langfristig könnte auch Hoffer in Frage kommen. Nur so kann man der Abhängigkeit von Einzelaktionen entrinnen.

Das Spiel war nett anzusehen, beide Mannschaften haben nicht ihr schnellstes Tempo gezeigt. Wenn Oranje aber mal aufgedreht hat, war meist Feuer am Dach. Schon beim nahenden Qualispiel gegen Belgien wird flotter gekickt werden (müssen). Trotz der Lichtblicke und Schattenseiten dieser Partie trägt dieser Fussballabend letztlich wenig zur Prognosenerstellung bei. Ob der Teamchef den Mut hat, Alaba auch am 25. März so einzusetzen und endlich die Offensive umzustellen, wird sich zeigen.

(gpi)

Über Georg Pichler

Journalist und zumindest digitaler Superkicker. In echt hütet er meistens das Kastl und das recht gut. Zukünftiger ÖFB-Präsident. Kein Fan, mag aber Sturm Graz.

13 Gedanken zu „Niederlande – Österreich: Ein Trainingsspiel und drei Lehren

  1. Ich würde ja die neue Liverpool Variante spannend finden.

    Prödl-Dragovic-Pogatetz
    Dag/Garics- Baumgartlinger-Alaba-Fuchs
    Junuzovic-Arnautovic
    Janko
    Damit wäre auch das Loch im Mittelfeld mal zu und die Defensive kann mit 3 echten IVs auch halten. Fuchs und Dag können mitziehen, allen wäre geholfen..

  2. Dann erlaube ich mir auch ein paar kleine Anmerkungen zum Thema RV:
    1. Wahl muß natürlich Garics sein, der wird aber a) unter Constantini nicht mehr spielen und hat b) im Moment ein Kreuzband zu wenig um im Nationalteam zu kicken.
    Dag und Ibertsberger wurden ja schon hinlänglich erwähnt und sind auch für mich die offensichtlichsten Alternativen.
    Unter den Plan-B Alternativen würde ich evtl auch Prödl oder sogar den Pogerl sehen. Sind zwar beide nicht das gelbe vom Ei auf der Außenbahn, und der Mad Dog ist ja auch noch ein Linker, jedoch haben beide schon AV bei Ihren Teams (Pogerl bei ‚Boro) gespielt. Pogatetz Links und Fuchs rechts könnte man ja auch-wenn wir schon dabei sind-in einem Testmatch mal probieren…
    Der Schiemer Franzi fällt mir noch ein, da der ja auch nicht mehr „falsch“ machen kann als Klein es im Moment (nicht) tut und zur Not muß halt der Kurt Russ bei Kapfenberg in Bildungskarenz gehen um die nötige Routine in den Rechten Rückraum zu bringen ;-)

  3. @Ferdl: OK, das habe ich dann falsch verstanden, tut mir Leid.

    Aber es kann doch nicht ernsthaft sein, dass ein Teamchef, der mal einfach so in die Türkei auf ein Plauscherl zu den Trainerkollegen aus der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile jettet, innerhalb von zwei Jahren nicht fähig ist, mit Legionären, die in besseren Ligen Stamm spielen Kontakt aufzunehmen!
    Da gehts mir nicht nur um die RV-Position sondern auch um einen Ertl, Berger, Bahadir – bin gespannt, ob ein Hoheneder nach seinem Wechsel ein Thema sein wird.

  4. Hallo Peter, ich suche einfach nur nach Argumente warum DiCo immer wieder auf Klein als rechter AV zurückgreift, wenn man Stammspieler aus der SüperLig, aus der 1. Dt. Bundesliga und der Serie A zur Verfügung hat. Ich meinte natürlich nicht, dass er Probleme mit der Türkei oder Deutschland hat. Aber er beweist halt immer wieder, dass ihm Kicker aus der heimischen Liga eher lieber sind . Das ist alles.

  5. Das Ceterum Censeo ist verständlich und Garics ist der einzige gelernte RV, der in einer relevanten Liga spielt.

    Einen Kreuzbandriss hat er trotzdem. Vorm Sommer die Personalie Garics zu diskutieren, bringt also leider noch weniger als sonst ;-)

  6. Für wen ist das ein Problem, dass die beiden in der Türkei und Deutschland spielen? Für DiCo?

    Im Übrigen hat Constantini in einem Interview mal gesagt, dass er mit den Leistungen von Dag und Klein zufrieden ist, soweit ich mich erinnere.

    Dag hatte jetzt vor der Einberufung des Kaders nach seiner Verletzung schon wieder ein Pflichtspiel über 90 Minuten absolviert. Warum wird er trotzdem ignoriert?

    Mein Ceterum Censeo wird trotzdem Garics bleiben.
    Deutschland kann und will auch nicht auf einen Philipp Lahm verzichten und der sagt auch sehr gerne seine Meinung, also können wir auf Garics schon gar nicht verzichten.

  7. Kayhan ist die logische Antwort, sehe ich auch so. Der hat das gelernt, der ist bissig und der geht auch geschickt bis an die gegnerische Grundlinie mit. Klein hat vielleicht etwas mehr Erfahrung, aber das machts in dem Fall mMn auch nicht wirklich wett.

  8. Ibertsberger und Dag sind beide beidfüßige Außenverteidiger. Das Problem: sie spielen nicht in der Österreichischen Bundesliga sondern sind jeweils Stammspieler bei einem Erstligaklub in Deutschland bzw. Türkei.

  9. Dann probier ich in einem Testspiel halt mal Johnny Ertl dort aus. Der macht die Position zwar auch nicht von Beruf, aber kann RV spielen (und wer die deutsche zweite Liga bei Einberufungen nicht scheut, sollte die englische auch nicht für zu schlecht halten). Oder ich geb dem Dag Spielpraxis in der Position. Oder ich bitte den Ibertsberger zum Versuch auf Rechts. Es sollte jedenfalls ein Spieler sein, der sich nicht weh tut, wenn er mit nach vorne geht – einen IV nach außen zu beordern halte ich für die schlechtere Variante als einen rechten Mittelfeldspieler oder einen DM umzufunktionieren.

    Wenn man den Ausnahmebesten eines Landes (Garics) auf der Position nicht mögen will, dann muss man eben improvisieren. Ob das jetzt heißt junge durchzuprobieren oder Spieler die das nur als Zweit- oder Drittposition spielen einsetzt – jedenfalls kann man doch net einfach ausgerechnet die einzige echte Problemzone der Mannschaft in einem Testspiel ohne Alternative lassen.

  10. Das ist richtig. Es stellt sich aber trotzdem die Frage, mit wem man sie hätte doppelt besetzen sollen, wenn nicht mit Garics. Aktuell – Riegler braucht noch Zeit und ist halt mehr ein IV – kann das nur heissen, dass Kayhan in den Kader geholt werden muss.

  11. Junuzovic war mMn nicht formbedingt so unsichtbar, sondern formationsbedingt. Ihm fehlte die Bindung zur linken Seite mit Fuchs und Arnautovic.

    Warum DiCo ständig im rechten Mittelfeld herumtüftelt (Juno, Kavlak, Harnik, Hoffer…) ohne auf die Idee zu kommen, dass ohne Unterstürzung von hinten kein RM/RA groß aufspielen kann, ist und bleibt mir ein Rätsel.

    Zur Erinnerung: die RV-Position war als einzige im Kader nicht doppelt besetzt und das obwohl Klein auch schon in den letzten Partien das schwächste Glied der Kette war.

  12. Klein ist derzeit sicher unser größtes Problem. Aber auch das IV-Duo harmonierte nicht so > Pogatetz-Dragovic vielleicht die bessere Lösung? Die Offensivabteilung kam gestern nicht so in Schwung wie in den letzten Spielen, vor allem Junuzovic hatte nicht die Form, die man bei so einem Gegner braucht.
    In den Situationen wo NL nachlässig war, wurde das nicht konsequent mit mehr Offensivdrang genützt. Beste Ö´s > Alaba, Macho
    Arnautovic hat mir eigentlich gut gefallen, sogar defensiv in manchen Situationen, aber seine negative Ausstrahlung in manchen Situationen könnten weniger sein.
    Aber insgesamt doch ein kleiner gefühlter Fortschritt Richtung Kompaktheit, schließlich spielte man auch nicht gegen irgendwen…

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