Pech, Unvermögen, Verzweiflung

Österreich muss sich im letzten Länderspiel 2010 daheim Griechenland geschlagen geben. Samaras und Fotakis beweisen, dass Effizienz im Zweifelsfall vor Ballbesitz kommt und Langsamkeit keine Tugend ist.

Österreich - Griechenland 1:2 (0:0)
Österreich – Griechenland 1:2 (0:0)

Kein Zweifel bestand allerdings darin, dass Griechenland zwar einen neuen Trainer, aber immer noch die alte Taktik hat. Von Anfang an bewegte sich das 4-2-3-1 mit Solospitze Samaras keinen Milimeter zu weit nach vorne. Überrascht von der eigenen Statik hätte das beinahe zum Führungstreffer Österreichs (auch als 4-2-3-1 unterwegs) geführt.

Nach nicht einmal einer Minute wurde Maierhofer vor dem Strafraum gelegt und Arnautovic traf nur die Mauer. Drei Minuten darauf wurde der Sturmriese zu hart angepackt, diesmal nach einer Flanke im Strafraum. Der Schweizer Schiri Sascha Kever entschied auf Strafstoss.

Zum Elfmeterpunkt trat Geburtstagskind Florian Klein, der statt seiner selbst aber die Gäste beschenkte. Viel zu unplatziert schoß er in die linke Torhälfte, wo Tzorvas ihn abtauchend parierte. Auch für den Nachschuss reagierte der Rechtsverteidiger zu langsam, und so war die Topchance dahin.

Es folgten 10 Minuten fruchtlose Bemühungen Österreichs und solide Verteidigung der Griechen. Bis dann in Minute 16 Torossidis rechts durchbrach, mit dem Stanglpass aber keinen Abnehmer fand. Eine erste Warnung. Im Gegenzug setzte Arnautovic einen Ball aus 20 Metern neben das Tor.

Maierhofer zeigt, was er kann

Die Griechen hatten nun gemerkt, dass Angriffe und schnelle Gegenstösse über Rechts besser funktionieren (Torossidis, Kone). Denn Christian Fuchs bot wie üblich einen sehr offensiv ausgerichteten Linksverteidiger, was geeignet war um ein Loch aufzumachen und die gut spielenden Innenverteidiger mitzubeschäftigen. Der als linker Defensivmann spielende Klein hingegen nahm seine Rolle wahr wie schon beim Belgien-Spiel. Bieder und defensiv, kaum Vorstösse über die Mittellinie. Sein unmittelbarer Gegner war oft der AV Tzavellas, über den die Vorstösse auf der rechten Seite der Griechen meist liefen.

Bei den Griechen spielten also beide Aussenverteidiger wichtige Rollen in der Offensive. Bei Österreich musste die Zentrale mehr rackern. Als Ballverteiler fungierte hier hauptsächlich Junuzovic, sowie die bei Notwendigkeit oft in die Mitte rückenden Kavlak und Arnautovic.

Der eben angesprochene Neo-Bremer hatte nicht seinen besten Tag, zeigte aber neben mehr oder weniger erfolgreichen Technikeinlagen auf teamdienliches Spiel. Gleiches gilt für David Alaba, dem man jedoch die mangelnde Spielpraxis ansah – als Experiment war sein Einsatz durchaus gelungen.  In der Mitte wirbelten Junuzovic und Kavlak. Insbesondere die Achse Junuzovic-Arnautovic war in der ersten Hälfte das bestimmende Element für die rotweißrote Offensive, die oft als 4-3-3 funktionierte.

Es war dann auch der heute überraschend gute Stefan Maierhofer, der vom Schwung auf Links profitierte und nicht, wie schon gesehen, fremdkörperartig vorne herumirrte. Und nicht nur dass, sondern über weite Strecken konnte er allein mit seiner Präsenz die Griechen nervös machen. Einen Freistoss von der linken Strafraumgrenze erreichte er schließlich vor Griechengoalie Tzorvas, welcher daraufhin zu Unrecht reklamierte und vom Schiedsrichter bestätigt wurde. Nach dem verschossenen Elfmeter hätte es spätestens hier 1:0 stehen müssen. Zum Unvermögen gesellte sich nun Pech.

Wenig später hatte Maierhofer gleich zwei Gelegenheiten, für ausgleichende Gerechtigkeit zu sorgen. Ein Schuss aus spitzem Winkel verfehlte das lange Eck. Und nachdem ein Fehlpass ihm eine 1 vs 2-Situation bescherte, zeigte er Nerven und vertendelte den Ball.

Führung für die Falschen

Es stand nach wie vor 0:0, es roch aber stark nach einer Führung der Gastgeber im Happel-Oval.

Geruch kann manchmal täuschen. Der in der Pause laut Abmachung für Macho eingewechselte Gratzei musste vier Minuten nach Wiederanpfiff schon hinter sich greifen. Der ebenfalls zur Pause eingewechselte Fotakis war über Rechts erfolgreich und brachte eine Flanke auf Samaras an. Die schlug im kurzen Eck ein, der am falschen Bein stehende Gratzei hatte zudem keine freie Sicht auf den Schützen und demnach auch keine Chance mehr (49′). Auch Florian Klein sah in dieser Szene nicht gut aus, denn er hätte den Torschützen eigentlich decken sollen.

Entgegen des Spielverlaufs, doch der griechischen Spieltradition folgend, führten die Südeuropäer dank ihrer ersten, echten Chance. Fairerweise muss man erwähnen, dass sie seit dem Wiederanstoss auf dieses Tor gedrängt hatten und das österreichische Kickerensemble darauf ganz und gar nicht eingestellt war.

Immerhin, Junuzovic hatte kurz darauf den Ausgleich am Fuss, als er sich nach einem Pass von Fuchs gut löste. Es folgten die Veli-Kavlak-Minuten.

Didi nimmt den Motor raus

Offenbar angespornt vom Rückstand, begann er nun damit, das Spiel nach vorne zu peitschen. Nicht nur durch entsprechende Passarbeit im Mittelfeld, sondern auch durch eigene Vorstöße. Hierzu wich er öfter auf die rechte Seite aus und vernaschte in einem Moment auch mal zwei Gegner.

Es zeigte sich nicht zum ersten Mal, dass die griechische Hintermannschaft mit schnellem Spiel leicht überfordert war.

In Minute 58 hatte Didi Constantini dann den Einfall, den eben groß aufspielenden Kavlak auszuwechseln und anstatt seiner Marc Janko zu bringen. Die Idee war wohl, die Griechen mit einem zweiten, großen Strafraumstürmer hinten noch mehr zu fordern.  Österreich spielte nun ein System, das zwischen 4-1-3-2 nd 4-2-2-2 pendelte.

Der fehlende Kavlak machte sich allerdings bemerkbar. Österreich blieb weiterhin dominierend im Ballbesitz, in den griechischen Strafraum gelang der Ball jetzt aber viel seltener. Über Arnautovic und Junuzovic gelangte er vor den Strafraum, aber nicht weiter. Maierhofer war mittlerweile eine gewisse Müdigkeit anzusehen und marc Janko brauchte seine Zeit um auf Touren zu kommen.

Verzweiflungstat

Es war Christian Fuchs, der das Stalemate vor dem Strafraum löste, in dem er in Minute 67 einen Gewaltschuss aus 25 Metern ins kurze Eck wuchtete. Die Griechen hatten bereits begonnen, sich einzuigeln, und ihr 4-2-3-1 auf ein dichtes 4-3-2-1 umgestellt – mit Samaras als vereinsamte Konterspitze. Dieser Wall wäre ohne dieser erfolgreichen Verzweiflungstat vermutlich nicht knackbar gewesen, denn die Griechen verstehen es, hinten geschlossen zu stehen.

Ein Sieg war wieder machbar, Fuchs rüttelte mit einem Freistoss am Führungstreffer, setzte den Schuss aber zu genau auf Tzorvas.

Maierhofers Müdigkeit war auch dem Teamchef aufgefallen, und so schickte er Roland Linz für ihn auf den Rasen des Happel-Stadions. Auch für den blass gebliebenen Yasin Pehlivan war der Arbeitstag beendet, und der Bad Boy aus Brüssel – Paul Scharner – lief ein. Bei den Griechen ersetzt Fetfazidis Salpingidis.

Wie man die ganz und gar nicht pfeilschnelle Abwehr der Gäste knacken kann, demonstrierte das Team in der 72. Minute. Junuzuovic entkam seinem Gegner auf der rechten Seite und brachte den Ball vor Strafraumhöhe in die Mitte zu Arnautovic. Der zögerte nicht lange und schob weiter für Linz – die Griechen hatten großzügigerweise ein Loch gelassen – der aus kurzer Distanz das Tor nicht traf.

Zweimal schnell, zweimal erfolgreich

Es war dies eine der mittlerweile sehr seltenen, herausgespielten Chancen. Österreich ließ sich vom langsamen Zentralspiel der Griechen einschläfern und agierte mit fortschreitender Zeit wesentlich fehlerhafter. Das Spiel plätscherte in Harmlosigkeit dahin, bis Griechenland wieder in Führung ging.

Mit der zweiten schnellen Aktion gelang den Gästen ihr zweiter Treffer. Ein Angriff der Hausherren wurde im hinteren Mittelfeld abgefangen. Der aufgerückte Tzavellas schickte Samaras. Auf den konzentrierten sich alle drei hinten verbliebenen Defensivleute. Fotakis hatte dementsprechend viel Platz auf der rechten Seite – Fuchs war erst am Rückweg von einem Offensivausflug – und wurde mustergültig bedient. 1:2. (81′)

In Minute 83 war es dann ORF-Kommentator Michael Roscher, der einen gewaltigen Aussetzer fabrizierte. Entgegen aller Tatsachen behauptete er in einer halbpathetischen Motivationsansprache, dass Österreich in Belgien mehrmals einen Rückstand aufgeholt hätte. Nichts gegen das Versprühen von Hoffnung, aber das geht dann doch ein wenig zu weit.

Gratzei verhindert Schlimmeres

Fünf Minuten vor Schluss legte Griechen-Coach Santos erneut den Hebel um. Georgadis ersetzte Christodoulopoulos. Der war dafür gedacht, weiter Konter zu unterstützen und mache es sich im Mittelfeld bequem. Griechenland verteidigte nun ausschließlich und wartete auf die Gelegenheit zum Gegenangriff.

Die sich auch bot, weil Österreichs Spiel in der aufkommenden Hektik zwar immer weiter nach vorne orientiert war, die Ordnung aber zerfiel. Einzig und allein Gratzei ist es zu verdanken, dass sich der Rückstand in den letzten Minuten nicht vergrößerte. Erst parierte er einen Distanzschuss von Karagounis, Sekunden später musste er sich mit einer Abwehr aus wenigen Metern auszeichnen.

Der als allerletzter Joker eingewechselte Jantscher brachte noch einen Pass auf Scharner an und vergab in den letzten Sekunden des Spiels selbst eine Ausgleichschance. Es blieb beim 1:2 und einer Heimniederlage zum Abschluss des Länderspieljahr.

Fazit

Griechenland siegte, weil sie ihre wenigen Chancen gut nutzten und sicher verteidigten. Trotzdem lieferten sie kein Meisterspiel und wären zu schlagen gewesen. Österreich scheiterte zuerst an der Chancenverwertung und im späteren Verlauf an der erzeugung gefährlicher Angriffen, nachdem Constantini die treibende Kraft namens Kavlak aus dem Spiel nahm. Erst gegen Ende, als auch die Griechen langsam müde wurden und das Wechseltriple Jako, Linz und Scharner besser ins Spiel fanden, gelangen wieder brauchbare Vorstöße in den Strafraum.

Florian Klein ist aktuell ein Schwachpunkt in der Defensive, da er als AV sehr wenig nach vorne arbeitet und aktuell nicht das beste Stellungsspiel abliefert. Hier sollte man Alternativen dringend andenken. Oder noch besser, eine Versöhnung mit Garics herbeiführen, der wesentlich moderner agiert als Klein.

Tore wie das 1:2 darf man schlichtweg nicht bekommen, dass sich drei Spieler auf einen Gegner stürzen und einem weiteren somit den Raum öffnen, weist auf ein Kompetenzproblem hin. Es fehlt die Ordnung beim Rückzug.

So muss man sich summa summarum einem Gegner geschlagen geben, der bis auf Kaltschnäuzigkeit heute keine Qualitäten bewiesen hat, mit denen man nicht fertigwerden könnte.

Constantini hat zwar die Offensive mit der Herausnahme von Kavlak spürbar geschwächt, trotzdem war seine trainerische Leistung heute nicht der Hauptgrund für die Niederlage. Das Team war zu Beginn richtig eingestellt. Dem vergebenen Elfmeter und dem zu Unrecht aberkannten Tor von Maierhofer darf man wohl ein, zwei Tränen nachweinen. Doch auch ohne diesen Gelegenheiten, hätte man schon in Halbzeit eins einen Vorsprung erarbeiten können, ja sogar müssen. Der Fehler lag in der Abwehr, die sich an die Harmlosigkeit des griechischen Spiels gewohnt hatte und von zwei schnellen Angriffen zwei mal überfordert war. Die Personalie Klein muss man diskutieren, von Schiemer und Prödl muss man jedoch mehr erwarten.

Über Georg Pichler

Journalist und zumindest digitaler Superkicker. In echt hütet er meistens das Kastl und das recht gut. Zukünftiger ÖFB-Präsident. Kein Fan, mag aber Sturm Graz.

13 Gedanken zu „Pech, Unvermögen, Verzweiflung

  1. Zum Lesen sind die Beiträge sehr schön, oft kann ich nicht zustimmen mit deinen Beiträgen, diesmal ist dieser Beitrag etwas weniger kritisch und zerreißend, was ich aber gut finde, denn nicht jeder Beitrag sollte alles schwarz sehen was im ÖFB passiert, und nicht jedes Mal ist der Trainer für jedes Nasenbohren oder jeden Toilettengang des Spielers hauptverantwortlich!

    Außerdem outest du dich ein wenig als Kavlak-Fan ;)
    Denn gegen Kasachstan war Kavlak alles andere als Dreh und Angelpunkt, und auch gegen die Griechen hat er erst 10 Minuten vor seiner Auswechslung gute Aktionen – was meiner Meinung nach nicht ausreicht um seine Auswechslung als Ursache für das schlechtere Offensivspiel zu sehen !

    Viel mehr sollte vielleicht auch mal erwähnt werden, dass solche Spiele (Freundschaftsspiele) dazu dienen, um möglichst viele Spieler zu testen, dass dann nach mehreren Auswechslungen (nicht nur Kavlak) etwas die Harmonie verloren geht sieht man in nahezu allen internationalen Freundschaftsspielen !

    Dennoch, diesmal im großen und ganzen ein guter Beitrag !

  2. wegen scharner: nein, das ist in dem fall einfach eine logische maßnahme, weil scharner im rückspiel fehlen wird und constantini eine alternative ausprobieren musste. eben weils ein testspiel war, kann ich mit der aufstelltung von alaba auf dieser position auch gut leben – nicht zuletzt weil ich ihm auf der 8er-position großes potential bescheinigen würde.

  3. ad griechenland und 4-4-2: gut möglich

    ad maierhofer: eben gerade das livespiel auf sport1 gesehen. selben probleme wie im österreichspiel:

    – fehlt oft in der mitte weil er sich zu oft zurückzieht.
    – in der defensivarbeit oft ähnlich ungeschickt wie arnautovic. war mal wieder einer der meistfoulenden spieler des spieles. zumindest hat er sich das zynische hinterhermaulen gegenüber dem am boden liegenden spieler abgewöhnt.
    – braucht einfach unheimlich lange um den ball unter kontrolle zu haben. besonders aufgefallen ist mir eine szene in der ~65., wo er den ball von hinten bekommt und duisburg eine gute konterchance hat, wo auf beiden seiten sich spieler freigelaufen haben, er aber 5 sekunden oder 4 ballkontakte braucht um ausreichend kontrolle zu haben dass er nen pass machen kann.
    – im kopfballspiel sicher einer der besten österreicher, aber nicht der beste, der noch dazu zu ihm in direkter konkurrenz steht (janko). im spiel am mittwoch janko mal wieder 5/5 gewonnene kopfballduelle.

    ad alaba: wenn van gaal ihn so sieht und ihn auch so trainiert, ist es natürlich völlig in ordnung, dass constantini ihn so einsetzt. hätt ihn am mittwoch aber eher als recht konservativen 6er gesehen, seine offensiven ballberührungen waren bis auf die ersten ~10 minuten doch recht rar. auch hier würden sich aber, falls man tatsächlich nen 8er spielt, noch andere alternativen bieten, die mehr einssatzzeit bei ihren klubs bekommen wie z.B. leitgeb. die frage wieso pehlivan statt scharner bleibt natürlich weiter bestehen. vll als disziplinarmaßnahme wegen dem idiotischen ausschluss aus belgien?

  4. Alaba ist übrigens ein 8er. So hat er auch gestern gespielt. Ob Constantini ihm das so aufgetragen hat, wäre zu klären, getan hat er es jedenfalls. Auch Van Gaal sieht ihn mittlerweile am ehesten in dieser Rolle: „Wozu brauche ich Khedira? Ich habe Alaba.“

  5. Zu Maierhofer. Der hat die letzten zwei Spiele schon stark gespielt und man sollte ihn einfach einer Neubewertung unterziehen. Vor eineinhalb Jahren noch war er am Ball nicht gerade sicher, das stimmt, das erkannte sogar jemand, der in seinem Leben aufgerundet drei Spiele gesehen hat. In dem einen Jahr England, auch wenn er kaum gespielt hat, hat er aber zwei Dinge enorm verbessert, sein Kopfballspiel UND seine Ballbehandlung! Wers nicht glaubt, soll sich bitte ein oder zwei Spiele der blauweißen Zebras anschauen. Dort werden sie überzeugt!

  6. Zu der viel angesprochenen Kavlak-Auswechslung. Man kann Constantini einiges vorwerfen, aber die wohl eher nicht. Kavlak hat derzeit mit Knieproblemen zu kämpfen und daher auch schon in den letzten beiden Bundesligapartien nicht durchgespielt. Sein Knie ist auch seit zwei Wochen (gut sichtbar) getapet. Es hat mich gestern sogar überrascht, dass er von Beginn weg spielen hat dürfen. Seine Auswechslung war so (oder ähnlich) sicher schon vorab abgesprochen.

  7. Griechenland im Angriff war ein 4-4-2, ja. In der Defensive und im frühen Spielaufbau hab ich das als 4-2-3-1 erfasst.

  8. unglaublich, wie unterschiedlich meine analyse ausfallen würde. ein paar punkte:

    – griechenland spielte von beginn an ein 4-4-2 (ka was im orf eingeblendet wurde, war im stadion), samaras spielte zumindest in der 2. Hälfte (in der ersten hab ich kaum darauf geachtet ) relativ deutlich einen linken mittelfeldspieler und keinen stürmer. erst ab der ~ 60. Minute wechselte Samaras nach einem Wechsel (wieder?) in den Sturm, das System blieb aber zumindest bis zum 2:1 ziemlich eindeutig ein 4-4-2.

    – österreichs aufstellung war in vielen punkten mal wieder merkwürdig. wieso alaba , einen spieler ohne spielerfahrung spielen lassen, auf einer position, die er schon länger nicht mehr gespielt hat (und auf welche er von van gaal derzeitig auch nicht trainiert wird, nachdem die bayern viele gute defensive mittelfeldspieler haben), und scharner, eine stammkraft in der premier league , draußen lassen? wenn man unbedingt alaba auf der posi austesten will, wieso nicht scharner für pehlivan, der alles andere als eine gute saison spielt?
    Wieso lässt man Schiemer auf einer Position spielen, die er schon seit einiger Zeit nicht mehr spielt? Seine Behäbigkeit beim 2:1 hat sicher das tor mitverschuldet.

    Wieso Maierhofer, wenn man Janko hat? Janko ist Maierhofer in beinahe allen Belangen überlegen (bis vll auf Einsatz) Und wenn schon Maierhofer, wieso lässt man den durch die ganze Weltgeschichte herumrennen, anstatt dass er vorne bleibt und das macht was er kann: Kopfballtore. Müssen mindestens 10 Flanken gewesen sein im gestrigen Spiel, wo niemand in der Mitte war. Natürlich schaut Janko manchmal faul aus, aber es ist nunmal nicht die Aufgabe eines Stoßstürmers der Aktivposten am Platz zu sein. Janko hat in der kurzen Zeit in der er spielen durfte genau das gemacht was man von ihm erwartet: JEDEN Kopfballzweikampf gewonnen, und immer wieder Passdreiecke mit den Mittelfeldspielern gebildet ohne zu vergessen sich wieder in den Strafraum zu begeben. Maierhofer hat wieder grausame Fehlpasses gespielt und viele Stopfehler gehabt.

    zum spiel:
    Österreeich war von Anfang an die bessere unter zwei schlechten Mannschaften. Griechenland fand anfangs fast überhaupt nicht statt, gerade das zentrale Mittelfeld hatte fast keine Wirkung auf das Spiel. Die einzigen gefährlichen Aktionen kamen wenn Fuchs auf seiner Seite aufgerückt war.
    österreich im 4-2-3-1 mit leider sehr defensich eingestellten 6ern, wodurch in der vorwärtsbewegungn die anspielstationen fehlten und lediglich das dreieck arnautovic- fucchs – junuzovic funktionierte. kavlak hatte nicht wirklich jemanden mit dem er interagieren konnte da juno doch sehr linkslastig spielte. richtige torgefahr strömte allerdings auch österreich fast nicht aus, nicht zuletzt aufgrund des schon angesprochenen miesen stellungsspiels von maierhofer. und so plätscherte das spiel halt relativ lustlos dahin, beide mannschaften wollten offensichtlich nichts riskieren (wieso sollte man in einem freundschaftspiel auch mal was ausprobieren :rolleyes:). bis auf die zwei maierhofer aktionen im strafraum kaum höhepunkte.

    in der zweiten hälfte kam griechenland mit etwas (die betonung liegt auf etwas) mehr schwung, und schießt aus der ersten richtigen chance das tor. wenig später zerstört constantini das spiel der österreich scheinbar zunächst komplett, indem er auf ein 4-4-2 umstellt. das altbekannte problem drohte hier wieder aufzutreten: wenn man 4-4-2 spielt ohne einem der defensiven Mittelfeldspieler offensiver agieren zu lassen, ist das spiel bieder und ausrechenbar. constantini schien das problem damit lösen zu wollen, maierhofer ein bisschen hängen zu lassen um ihn als zentrale anspielstation zu verwenden. nach weiteren gefühlten 10 fehlpässen in folge brachte er linz für maierhofer, der diese rolle zwar normalerweise auch nicht spielt, aber unter constantini zumindest schon einmal relativ solide gelöst hat. was dann allerdings passierte, war überraschend: nicht linz löste das problem des loches im zentralen offensiven mittelfeld, sondern arnautovic! der befreite sich (oder wurde befreit?! bei constantini vermute ich mal ersteres) von allen taktischen zwängen und suchte in junuzovic wieder seinen spielpartner von der ersten hälfte. griechenland kam mit dieser überfüllung des rechten mittelfeldes (denn auch die hängende spitze linz spielte rechtslastig) nicht wirklich zurecht und daraus entstanden auch die gefährlichsten situationen des spiels. geradezu seltsam war dann, dass das tor für österreich aus einer der ab der 60. minuten relativ rar gewordenen stippvisiten von arnautovic auf der linken seite entstanden ist.
    interessant auch, dass griechenland die tatsache, dass österreich 25 minuten (bis zur einwechslung von jantscher) quasi ohne linken mittelfeldspieler spielte, überhaupt nicht auszunützen vermochte. griechenland kam aufgrund der taktischen undiszipliniertheit von arnautovic zwar relativ einfach zu unbedrängten flanken auf der rechten angriffsseite, allerdings waren die allesamt fürchterlich getreten.

    entschieden hat das spiel dann schließlich ein prödl, der sich, wie schon aus bremen zu genüge bekannt, aus der verteidigung vollkommen unnötigerweise rausziehen lässt, und ein schiemer, der in der darauffolgenden situation einfach viel zu abwartend agierte.

    fazit: es ist echt schade um das team, denn einne solche qualität hatten wir schon seit jahren nicht mehr. junuzovic zusammen mit fuchs und arnautovic machen jetzt schon viel spaß, wenn kavlak auf der rechten seite mit garics spielen dürfte und man das ganze noch mit einem hoffentlich bald rekonvaleszenten baumgartlinger in der funktion, wie er sie bei der austria spielt und einem mittelstürmer, dessen größter feind nicht der ball ist garnieren würde, da könnte schon einiges gehen.
    so wie österreich allerdings derzeit spielt, kombinieren sie sich andauernd ins linke eck der gegnerischen hälfte und sind dann relativ ratlos wie es nun weiterzugehen hat.
    ich sehe pechschwarz für die em quali

  9. @ Georg: Sag ich ja: auch zweimal ist ein mehrmaliges aufholen, Roscher hat aber von jedesmal gesprochen
    sonst stimme ich dir zu, wobei ich gerade nicht weiß, wie es Hoffer bei Lautern geht (spielt/trifft der regelmäßig?)

    Kienast scheint sich in Norwegen eine gewisse Ballbehandlung angeeignet zu haben, ich war ganz überrascht dass er diese etwas hölzern wirkende Spielweise abgelegt hat

  10. Es stimmt nicht, dass Österreich in Belgien jedesmal in Rückstand gelegen ist. Wir haben 2:1 und 3:2 geführt und waren davor 0:1 und danach 3:4 hinten.

    Ich bin weder von Maierhofers noch von Jankos Nationalteamleistung besonders begeistert, aber Maierhofer hat seinen Einsatz gestern über weite Strecken wenigsten gerechtfertigt.

    Ich würde gerne Jimmy Hoffer regelmässig im NT sehen. Eine weitere Option wäre Kienast, den ich bei der EM sehr gescholten habe, der aber aktuell gut drauf ist und eine Verstärkung sein kann.

    Gegen das Alaba-Experiment habe ich nichts bei einem Freundschaftsspiel. Für Pflichtspiele reichts bei ihm noch nicht, es schadet aber nicht, ihn Länderspielluft schnuppern zu lassen.

  11. mein Senf dazu:
    ad Constantinis Aufstellung/Auswechslungen: ich werde nie verstehen, wie man Maierhofer aufstellen und Janko auf der Bank lassen kann. So gut maierhofer gestern gewesen sein mag, nur viel laufen reicht imho einfach nicht wenn man mit dem Spielgerät so augenscheinlich auf Kriegsfuß steht, außerdem legt Janko mittlerweile bei Twente ähnliche Kilometerzahlen hin.
    Das „Experiment“ mit Alaba in der Mitte mag durchaus gelungen sein, trotzdem sollte das Nationalteam nicht dazu da sein, um Spielpraxis zu sammeln (siehe auch Hoffer voriges Jahr) – Bitte bei dieser Position auch an Leitgeb denken.
    Die Auswechslung von Kavlak ist (wie schon gegen Belgien) absolut Unverständlich, vor allem wenn man bedenkt, dass ja unbedingt ein Tor erzielt werden musste. Wenn schon ein zweiter Mittelstürmer, dann bitte für einen der Sechser, die zu diesem Zeitpunt absolut Unterbeschäftigt waren. Die Achse Arnautovic – Junuzovic – Kavlak darf einfach nicht nach 60 Minuten zerstört werden.

    ad Roschers Aussetzer: Er sprach nicht von mehrmaligem Aufholen eines Rückstandes (was ja tatsächlich gelungen ist) sondern von: „Da war das Team auch JEDESMAL in Rückstand gelegen“

    Ansonten muss ich sagen: spielerisch war das gestern durchaus erfreulich, vor allem besagte Offensivachse hat enorm viel potential – ich hoffe es gibt bald einen Trainer, der das auch Ausnutzen und umsetzten kann

  12. „Tore wie das 1:2 darf man schlichtweg nicht bekommen, dass sich drei Spieler auf einen Gegner stürzen und einem weiteren somit den Raum öffnen, weist auf ein Kompetenzproblem hin. Es fehlt die Ordnung beim Rückzug.“

    Liegt das nicht im Verantwortungsbereich des Trainers den Spielern das richtige Stellungsspiel und Kompetenzverteilung in solchen Situationen beizubringen?!

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