yaya toure – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Thu, 09 Feb 2012 01:09:31 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Gervinhos Solo bringt Entscheidung – Ivorer ohne Gegentor ins Endspiel https://ballverliebt.eu/2012/02/09/gervinhos-solo-bringt-entscheidung-ivorer-ohne-gegentor-ins-endspiel/ https://ballverliebt.eu/2012/02/09/gervinhos-solo-bringt-entscheidung-ivorer-ohne-gegentor-ins-endspiel/#respond Thu, 09 Feb 2012 01:09:04 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6672 Gervinhos Solo bringt Entscheidung – Ivorer ohne Gegentor ins Endspiel weiterlesen ]]> Nüchterner Ergebnis-Fußball zeichnet die Ivorer bei diesem Turnier aus. Auch, wenn beim hochverdienten Halbfinal-Sieg gegen Mali in der ersten halben Stunde Chancen am laufenden Band herausgespielt (und vergeben) wurden, bestätigte sich dieser Eindruck auch hier. Denn nach der Führung ging es vor allem darum, nichts mehr Anbrennen zu lassen.

Côte d'Ivoire - Mali 1:0

Irgendwie hat es Mali geschafft, sich ins Semifinale durchzumogeln. Da ging es aber gegen den Top-Turnierfavoriten Côte d’Ivoire. Teamchef Alain Giresse griff dabei wieder auf das gewohnte 4-2-3-1 zurück, allerdings in etwas anderer Besetzung als beim mit mehr Glück als Verstand überstandenen Viertelfinale gegen Gabun: Zwar stellte er mit Samba Sow erneut einen gelernten Sechser auf die offensive Außenbahn (diesmal die linke), aber er eliminierte mit Abdou Traoré und Modibo Maiga zwei Stammkräfte des Turniers komplett aus dem Kader.

Die Rolle von Yaya Touré

Was sich auch nicht veränderte, war die hohe Rolle von Seydou Keita. Dieser sollte Didier Zokora und Cheikh Tioté, die beiden tief stehenden Ivorer im nominellen 4-3-3, am Spielaufbau stören. Das machte er an sich nicht so schlecht, es brachte aber relativ wenig, weil Yaya Touré dafür seine Gegenspieler narrte. Und zwar mit seiner Flexibilität im Positionsspiel und seinem guten Auge für Laufwege: Er tauchte praktisch überall auf, wo der Ball in der Nähe war. Das wiederum erlaubte vor allem Salomon Kalou, sich mitunter neben Drogba als zweite Spitze zu orientieren.

Gegen den Ball agierten die Ivorer in einem 4-1-4-1, in dem Zokora den Sechser gab und Tioté mit Yaya Touré die Mitte zumachte. Im Ball verwandelte sich die Formation der Ivorer aber blitzschnell in jenes 4-2-4, das sie schon im Eröffnungsspiel gegen den Sudan angewendet haben. Darin marschierte vor allem Rechtsverteidiger Gosso mit nach vorne. Die Folge war ein brutales Übergewicht der Ivorer, das sich auch in vielen guten Tormöglichkeiten zeigte.

Gosso als ivorische Schwachstelle

Zwei Pfostenschüsse, zwei recht unsichere Aktionen des im Turnierverlauf eigentlich recht sicheren Torhüters Soumbeila Diakité, ein Schuss von Kalou knapp über das Tor – die Favoriten hätten das Spiel schon in der ersten halben Stunde komfortabel für sich entscheiden können, über einen 0:3-Rückstand hätte sich Mali nicht beschweren können.

Nach und nach aber entdeckten die Malier die große Schwachstelle beim Gegner: Rechtsvertediger Jean-Jacques Gosso. Der ist eigentlich gelernter Sechser und ist rechts hinten nur ein Notnagel, weil Igor Lolo dort auch nicht überzeugen konnte. Wann immer schnelles Umschalten nach hinten gefragt war, hatte Gosso große Probleme und der schon das ganze Turnier beeindruckend starke malische Linksverteidiger Adama Tamboura lief in Gossos Rücken immer und immer wieder davon.

Mali kommt auf und wird bestraft

Alleine, Kapital konnte man auch aus dem konsequenten Anbohren dieser Schwäche nicht schlagen, weil die Flanken sichere Beute der bombensicheren ivorischen Innenverteidigung wurden. Aber immerhin gelang es Mali so, nach etwa einer halben Stunde die Wucht aus dem Angriffsspiel des Gegners merklich rauszuziehen und alles sah nach einem 0:0 zur Pause aus.

Ehe Gervinho an der Mittellinie den Ball bekam, einen Malier tunnelte und der robusten, aber langsamen Verteidigung Malis davonlief. Der Flügelstürmer von Arsenal blieb auch vor dem Tor (ungewohnt) cool und verwertete zur verdienten 1:0-Führung. Eine späte Belohnung für eine aktive Performance, genau zu einem Zeitpunkt, als Mali das Schlimmste überstanden zu haben glaubte.

Ivorer lassen sich nicht locken

Damit musste Mali im zweiten Spielabschnitt zwar eigentlich mehr tun, aber weil die Ivorer sich nicht locken ließen und ihr gewohnt trockenes Defensivspiel nicht aufgaben, fand man schlicht kein Mittel. Mit hohen Bällen auf den an sich eh dafür prädestinierten Mittelstürmer-Hünen Diabaté konnte man Kolo Touré und Bamba nicht im Ansatz gefährden, zumal die Flanken oft viel zu ungenau kamen.

Und um mit spielerischen Mitteln nach vorne zu kommen, fehlte es Mali zum einen an der individuellen Qualität auf den Außenpositionen im Mittelfeld und vor allem am eklatant fehlenden Tempo. So hatte man nie wirklich das Gefühl, Mali könnte ernsthaft den Ausgleich erzielen – zumal es nie gelang, in einen Spiel- und Angriffsrhythmus zu kommen. Die Partie versandete in vielen Nicklichkeiten und Unterbrechungen – so war der Sieg für die Ivorer, so knapp das Resultat auch war, kaum jemals in Gefahr.

Auch nicht, als mit Garra Dembélé eine neue Offensivkraft für den wirkungslosen Yatabaré eingewechselt wurde. Der körperlich robuste Dembélé hätte zwar theoretisch vorne gemeinsam mit Diabaté etwas umrühren können, aber so richtig traute sich Giresse sein System nicht aufzugeben. So kam Dembélé auch eher über die Flanke und war dort kaum ein Faktor.

Fazit: Côte d’Ivoire bleibt unspektakulär und unüberwindbar

Natürlich waren die Ivorer die um längen bessere Mannschaft, aber das waren ja schließlich auch Gabun und Guinea gewesen. Den einzigen Vorwurf, den sich der Favorit gefallen lassen muss, ist dass der Sack nicht schon in der ersten halben Stunde zugemacht wurde und es einer (wenn auch wirklich exzellenten) Einzelaktion bedurfte, um aus der klaren Überlegenheit auch Zählbares herauszuholen.

Aber immerhin: Diesmal kamen Drogba, Kalou und Co. wenigstens zu vielen guten Chancen. Im bisherigen Turnierverlauf zeichneten sich die „Elefanten“ eher dadurch aus, nach vorne eher nüchtern zu spielen und Fehler der Gegner eiskalt auszunützen. Es bleibt aber dabei, dass die Ivorer einen recht unterkühlten Eindruck machen und im Endeffekt puren Ergebnisfußball zeigen. Das wird sich sicher auch im Finale gegen Sambia nicht ändern, denn wie in allen Spielen zuvor ist die Côte d’Ivoire auch da der klare Favorit.

(phe)

]]>
https://ballverliebt.eu/2012/02/09/gervinhos-solo-bringt-entscheidung-ivorer-ohne-gegentor-ins-endspiel/feed/ 0
Drogba führt pomadige Ivorer zu 1:0-Erfolg, Angola feiert 2:1-Zittersieg https://ballverliebt.eu/2012/01/22/drogba-fuhrt-pomadige-ivorer-zu-muhsamem-10-sieg/ https://ballverliebt.eu/2012/01/22/drogba-fuhrt-pomadige-ivorer-zu-muhsamem-10-sieg/#respond Sun, 22 Jan 2012 18:27:35 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6507 Drogba führt pomadige Ivorer zu 1:0-Erfolg, Angola feiert 2:1-Zittersieg weiterlesen ]]> Wie war das, ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es unbedingt muss? Genau das beherzigten die Ivorer bei ihrem ersten Auftritt bei diesem Afrika-Cup. Eine äußerst magere Leistung brachte Drogba und Co. den 1:0-Sieg. Deutlich aufregender war da schon das 2:1 von Angola gegen Burkina Faso im wohl entscheidenden Spiel um den zweiten Platz im Viertelfinale.

Côte d'Ivoire - Sudan 1:0

Côte d’Ivoire – Sudan 1-0 (1-0). 1-0 Drogba 39′

Die Grundaufstellung der Ivorer versprach einiges an Offensive: Denn weil Yaya Touré als vorderster Spieler im 4-3-3 ausgesprochen hoch agierte, stand der Turnierfavorit im Grunde mit einem 4-2-4 auf dem Platz. Touré spielte nicht ganz, aber fast auf einer Höhe mit Drogba, flankiert wurden die beiden von Gervinho (rechts) und Kalou (links).

Das Problem bei der ganzen Sache war allerdings, dass die Außenverteidigier, vor allem Siaka Tiéné auf der linken Seiten sehr konservativ spielten und oftmals weit hinten verblieben. So war es an den beiden zentralen Mittelfeld-Spielern, Gosso und Tioté, die vorderen vier mit Bällen zu versorgen. Dabei wurde zu selten der Weg über die Flügel gesucht – seltsam, denn das war genau der Bereich des Feldes, den die Sudanesen im Mittelfeld am wenigsten verteidigten.

Mitte dichtmachen

Dafür standen mit Ala Eldin und Nizar zwei Spieler zentral recht tief und der linke Mann im nominellen 4-4-1-1, Mohamed Ahmed Bashir, drückte sehr weit in die Mitte hinein und rückte hie und da auch etwas weiter nach vorne auf. Lediglich Amer Kamal auf der linken Seiten hielt diese zumeist, bzw. rückte auch immer wieder mal nach hinten, um gegen die vier ivorischen Angreifer einen fünften Verteidiger zu haben.

Was den defensiv eingestellten Sudanesen zusätzlich in die Hände spielte, war das äußerst überschaubare Tempo, das die Ivorer und Co. an den Tag legten. Dieses erlaubte es dem Außenseiter, in die Zweikämpfe zu kommen und den Favorien vom eigenen Tor fern zu halten. Das Spiel plätscherte vor sich hin, die Ivorer hatten deutlich mehr Ballbesitz, es schaute aber im Endeffekt recht wenig dabei heraus.

Sudan bestraft behäbige Ivorer nicht

Was vom Sudan aber, anders als es Sambia gegen Senegal gemacht hatte, nicht bestrafte – das Umschalten nach Ballgewinn ging recht langsam von Statten, der Sicherheitsgedanke war immer an oberster Stelle. Nur einmal passten sie hinten nicht auf, als die Ivorer kurz vor der Pause die Abwehr mit einem flinken Spielzug auseinander zogen: Weiter Seitenwechsel auf Kalou auf der linken Seite, dieser flankt zur Mitte und Drogba ist zur Stelle und versenkt per Kopf zum 1:0. Ein gelungener, richtiger Spielzug, und schon krachte es.

Dafür haben die Ivorer nach der Pause endgültig alles getan, damit es im eigenen Tor kracht – aus einer vor dem Seitenwechsel schon recht uninspirierten Darbietung wich nun sämtliches Leben. Mit dem 1:0 im Rücken wurde nur noch abgewartet, dass die Zeit vergeht und die Sudanesen somit förmlich dazu eingeladen, auf den Ausgleich loszugehen.

Bemüht, aber harmlos

Der Außenseiter bemühte sich dabei, den Ball besser in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen und halbwegs flott den Weg nach vorne zu suchen, aber im Endeffekt fehlte dabei die Durchschlagskraft. Teamchef Mohamed Abdalla stellte daraufhin ein wenig um und installierte im Mittelfeld ein T – also mit Ala Eldin als alleinigen verbliebenen Sechser und davor mit drei Mann auf einer Linie.

Doch all dem fehlte die letzte Konsequenz und die wirkliche Überzeugung, dass man den Ivorern tatsächlich ein 1:1 abtrotzen könnte. Der Sudan war nach der Pause zwar das deutlich aktivere Team – was angesichts der geradezu peinlichen Pomadigkeit der Ivorer auch keine Kunst war – echte Gefahr für das Tor von Boubacar Barry konnten sie aber nicht erzeugen. Womit es beim 1:0 für Drogba und Co. blieb.

Fazit: Zumindest Kräfte gespart

Das war alles andere als beeindruckend von den Ivorern – gegen das wirklich nicht besonders gute Team aus dem Sudan ein mattes 1:0 nach Hause zu verwalten und dabei jeden Schweißtropfen zu viel tunlichst zu vermeiden ist kein Ruhmesblatt. Andererseits muss man ihnen zugute halten, dass es in der Vorrunde bei solchen Turnieren eben nur darum geht, die nötigen Punkte zu holen, und wenn man dabei Kräfte schonen kann, umso besser. Und Kräfte geschont wurden hier absolut, weil es den Sudanesen letztlich an der Qualität fehlte, den überaus langsam agierenden Ivorern tatsächlich gefährlich zu werden. Das chancenlose Vorrunden-Aus ist hier vorprogrammiert.

———————–

Angola – Burkina Faso 2-1 (0-0). 1-0 Mateus 47′ / 1-1 A. Traoré 57′ / 2-1 Manucho 68′

Angola - Burkina Faso 2:1

Beide Mannschaften wussten: Wer dieses Duell gewinnt, hat die Vorentscheidung auf den Platz im Viertelfinale schon auf seiner Seite. Entsprechend vorsichtig gingen auch sowohl Angola als auch Burkina Faso ans Werk.

Die Angolaner spielten in einem 4-4-1-1, in dem Flavio eine sehr mobile hängende Spitze gab und in dem es vor allem über die Flügel nach vorne gehen sollte. Hier waren auch die Außenverteidiger sehr gefragt: Wenn Linksverteidiger Miguel nach vorne marschierte, orientierte sich Sechser Gilberte etwas zurück auf die Seite, um abzusichern. Auf der anderen Seite hatte Airosa ebenso durchaus Vorwärtsdrang. Die Angolaner verzeichneten deutlich mehr Ballbesitz, es fehlten aber die zündenden Ideen, wie man wirklich zu Chancen kommen sollte.

Pitroipa und Koulibaly bereiten Probleme

Die Mannschaft aus Burkina Faso spielte in einem recht klaren 4-2-3-1, auch hier orientierte sich der Zehner Alain Traoé durchaus nach vorne und auch hier marschierten die Außenverteidiger ziemlich nach vorne. Vor allem auf ihrer linken Seite entwickelten die Burkiner einiges an Druck, weil Paul Koulibaly extrem viel nach vorne machte und der kleine, wendige Jonathan Pitroipa mit seiner Schnelligkeit und seiner Technik den Angolanern einige Probleme bereitete.

Burkina Faso versuchte deutlich klarer als der Gegner, schnell in sich bietende Räume zu stoßen und versuchten sich daher immer wieder an schnellen Flankenwechseln. Miguel legte hier oftmals kein gutes Stellungsspiel an den Tag und Kaboré hätte mitunter viel Platz gehabt, technsiche Schwächen in der Ballannahme kosteten aber Zeit und so konnten auch die Burkiner ihre Angriffe kaum einmal fertig spielen. So neutralisierten sich die Teams in der ersten Hälfte: Angola hatte mehr Ballbesitz, die Burkiner versuchten die Räume besser auszunützen, aber heraus kam letztendlich kaum Nennenswertes.

Zwei Tore aus heiterem Himmel

Die zweite Hälfte begann mit einem Aussetzter ausgerechnet des offensiv so aktiven Koulibaly, der sich erst von Mateus austanzen ließ und dann nicht gut nachsetzte – der Flügelspieler von Sporting Braga nützte den Platz um zum etwas aus heiterem Himmel fallenden 1:0 einzuschießen. Die Strafe für Koulibaly, ihn sofort aus dem Spiel zu nehmen und statt seiner Panadeteguiri zu bringen, mutet etwas harsch an.

Die Angolaner fühlten sich mit der Führung sicher und hatten das Spiel im Griff, auch weil nun der Druck über die linke Seite ohne Koulibaly merklich nachließ. So brauchte es einen gelungenen Freistoß von Alain Traoré – und einen Torhüter, der eher das Mauer-Eck abdeckte als jenes, das er eigentlich bewachen sollte – um zum Ausgleich zu kommen. Auch der war nicht wirklich abzusehen.

Zweiter unverständlicher Wechsel

Dann nahm Burkina Fasos Teamchef Paulo Duarte einen eher seltsamen Wechsel vor: Statt Sechser Rouamba brachte er Stürmer Aristide Bancé. Was wohl als Signal gedacht war, das Führungstor anzugehen, entpuppte sich als eher schädlich für seine Mannschaft. Bancé wanderte ziemlich wirr am Feld umher, oft völlig unpassend zum Spielverlauf – mal stand er ganz vorne, dann wieder vor der eigenen Abwehr, mal kurbelte er auf der einen Seite, um kurz darauf auf der ganz anderen Spielfeldseite völlig ab vom Schuss zu stehen.

Nicht nur, dass seine Mannschaft einen ziemlich verwirrten Eindruck machte und die Ordnung im Mittelfeld komplett im Eimer war, nein, der frühere Mainzer mit den blond gefärbten Haaren vertendelte dann auch noch vor dem eigenen Strafraum den Ball an Angola-Stürmer Manucho, der aus 20 Metern abzog und zum 2:1 traf.

Burkina Faso packt die Brechstange aus

Erst jetzt war der starksige Bancé wirklich von Nutzen: Denn mit ihm vorne drin, und dort blieb er nun weitgehend, kann man die Brechstange in Form von langen Bällen mit realistischen Erfolgssaussichten auspacken. Bei Angola wurde die Formation nun etwas defensiver, weil mit Dédé ein defensivere Gegenspieler für Pitroipa und Panedeteguiri kam.

Doch auch, wenn die Angolaner auf fast schon beleidigend offensichtliche Art und Weise an der Uhr drehten, wirkten sie von der Grundordnung weiterhin deutlich gefestigter als die Burkiner, die mit ihren wütenden Angriffen nun natürlich die Schlussphase deutlich dominierten. Doch die Angolaner überlebten auch die aufgrund ihrer Spielverzögerungen durchaus angebrachten sechs Minuten Nachspielzeit und zitterten den 2:1-Sieg über die Zeit

Fazit: Angola hat kaum Ideen, nützt aber die Fehler aus

Letzlich sind die Mannschaften von ihrem Leistungspotential her auf einer Ebene anzusiedeln. Die Angolaner nützten zwei individuelle Abwehrfehler mit zwei sehenswerten Schüssen zu zwei Toren, die beide aber weitgehend aus dem Nichts fielen. Die Angolaner waren als Mannschaft kompakter, aber die Burkiner versuchten – zumindest bis zur Einwechslung von Bancé – mit gezielterem Zusammenspiel zum Erfolg zu kommen. Der Sieg für Angola war im Endeffekt natürlich eher glücklich, aber man muss ihnen zugestehen, dass sie zwei Fehler des Gegners eiskalt ausgenützt haben (wenn so schon selbst keine zündenden Ideen hatten) – und die Burkiner ihre Druckphase nicht in Zählbaren ummünzen konnten.

Weshalb sie nun wohl schon ein kleines Wunder brauchen, um ins Viertelfinale einzuziehen.

]]>
https://ballverliebt.eu/2012/01/22/drogba-fuhrt-pomadige-ivorer-zu-muhsamem-10-sieg/feed/ 0
0:2 bei den Bayern: Man City in der CL weiter nicht ganz auf der Höhe https://ballverliebt.eu/2011/09/27/02-bei-den-bayern-man-city-in-der-cl-weiter-nicht-ganz-auf-der-hohe/ https://ballverliebt.eu/2011/09/27/02-bei-den-bayern-man-city-in-der-cl-weiter-nicht-ganz-auf-der-hohe/#comments Tue, 27 Sep 2011 21:13:24 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=5808 0:2 bei den Bayern: Man City in der CL weiter nicht ganz auf der Höhe weiterlesen ]]> In der Premier League läuft’s richtig gut für Man City. Aber in der Champions League? Nach dem 1:1 gegen Napoli setzte es bei den Bayern einen verdiente 0:2-Niederlage. Weil Trainer Mancini die Mittelfeld-Zentrale zu lange unterbesetzt ließ, zu spät wechselte und Mario Gomez die wenigen echten Chancen eiskalt nützte.

Bayern München - Manchester City 2:0

Die Bayern? Nach dem Ausrutscher gegen Mönchengladbach am ersten Bundesligaspieltag mit elf Pflichtspiel-Siegen und 30:0 Tore, die deutsche Bundesliga niederwalzend. Man City? Stark gestartet, 16 von 18 möglichen Punkten in der Premier League, der größte Konkurrent von Lokalrivale United in der Premier League. Das Aufeinandertreffen am 2. Gruppenspieltag der Königsklasse hatte schon was von Clash of the Titans – obwohl Man City sich zum Start sicher mehr als ein 1:1 daheim gegen Napoli erhofft hatte.

Überzahl im Mittelfeld

Versuchten es die Citizens gegen Napoli zu viel über die Mitte, ließen sich diesmal genau diese Zone etwas unterbesetzt. Die Bayern übernahmen hier schnell das Kommando im Mittelfeld – kein Wunder, mit einem 4-2-3-1 gegen das 4-4-2 von Manchester City. Hier kam aber noch ein weiterer Faktor hinzu: Weil Ribéry und Müller sich oft sehr weit im Zentrum aufhielten und sich dort viel und gut bewegten, wuchs die Überzahl der Bayern im Zentrum noch weiter an. Das Team von Roberto Mancini hatte zwei Varianten, darauf zu reagieren – Spielkontrolle generieren konnte zunächst keine davon.

Wenn die Mittelfeld-Außen Nasri und Silva einrückten, um die Dominanz der Bayern im Zentrum zu brechen, ließen sie viel Platz für die Läufe von Lahn und vor allem Rafinha offen. Blieben die beiden draußen, arbeiteten sie zwar gut gegen die Bayern-Außenverteidiger zusammen (indem sie sehr eng an den eigenen AVs Richards bzw. Clichy standen), aber Kroos konnte mit seiner Spielübersicht im Zentrum schalten und walten. Was ihm leicht fiel, weil sich nicht nur Ribéry und Müller ständig in seiner Nähe tummelten, sondern auch Gomez sehr tief stand und somit im Grunde eine offensive Viererkette bei den Bayern stand. Klar: Wirklich torgefährlich wurden die Bayern nicht. Aber sie spielten geschickt um das Pressing von City herum und ließen nach hinten fast nichts zu (eben der mögliche Elfer in der 2., der verweigerte in der 23. und eine Flanke von Richards nach etwa zehn Minuten).

Raumaufteilung passt nicht

Das Hauptproblem bei City war, dass der Raum, den man den Bayern vor der eignen Mittelfeld-Kette gewährte, zu groß war. Mit anderen Worten: Agüero und Dzeko standen zu weit vorne, als dass sie wirklich ins Spiel hätten eingreifen könnten oder sich auch als Passempfänger anbieten konnten, sodass zumindest einer aus dem Bayern-Defensivduo Schweinsteiger/Luiz Gustavo sich gefahrlos nach vorne einschalten konnte.

Barry und Yaya Touré waren defensiv gebunden, Nasri und Silva rieben sich auf und das prognostizierte Problem, das der langsame Van Buyten (der statt des grippekranken Badstuber spielen musste) mit Kun Agüero hat, wurde nicht oft zum Faktor. Die Bayern hatten das Spiel so zwar ohne wirkliche Probleme unter Kontrolle, wirklichen Zugriff auf den Strafraum von City bekamen sie nicht.

City erkennt das Problemfeld

Nach rund 20 Minuten erkannte Man City, was falsch lief und korrigierte das mit einem simplen Schachzug: Die Mittelfeldkette rückte nach vorne und störte nun schon die Spieleröffnung von hinten heraus, bzw. spätestens bei Schweinsteiger und Luiz Gustavo. Somit standen die vier offensiven Bayern nun zwar in größerem Raum zwischen Abwehr- und Mittelfeldkette, es gelang aber nicht mehr wirklich, sie auch einzusetzen.

Die Citizens setzten Bayern nun früher unter Druck und befreiten sich so aus der spielerischen Umklammerung, in der sie vorher gesteckt sind. Sie schafften es aber weiterhin nicht so richtig, das Tempo der beiden Spitzen gegen Van Buyten auszunützen – da war das Aufbauspiel dann doch wiederum zu statisch und zu langsam von hinten heraus. Angriffe wurde verschleppt und der Zug zum Tor fehlte.

Zwei baugleiche Tore

Da im Mittelfeld nun eine Pattsituation entstand, wurde aus dem ganzen Spiel eine ausgeglichenere Angelegenheit. Bitter also für die Gäste, dass just in der Phase, in der sie mit einer guten Adjustierung die Bayern etwas am Spielfluss hindern konnten, die beiden Tore fielen. Die Bayern kamen zur 2:0-Pausenführung, sie taten aber nichts grundsätzlich Anderes, um wiederum selbst die etwas verloren gegangene Kontrolle wiederzuerlangen.

Nein, es waren zwei Schüsse von außerhalb des Strafraums (Ribéry nach einem Lauf von Lahm bzw. ein Freistoß von Kroos), zweimal ließ City-Keeper Joe Hart prallen, zweimal war Mario Gomez da. Allerdings auch, weil er schneller reagierte als die Abwehr der Hellblauen.

Mancini reagiert viel zu spät

Ab der 55. Minute

Erstaunlicherweise stellte City-Trainer Roberto Mancini zur Halbzeit nicht um, sondern wartete damit noch weitere zehn Minuten zu. Dann nahm er den wirkungslosen Edin Dzeko aus dem Spiel und brachte mit Nigel de Jong endlich die dringend benötige personelle Verstärkung für das Mittelfeld. De Jong bildete mit (dem noch etwas tiefer stehenden) Barry nun das defensive Mittelfeldzentrum, Yaya Touré orientierte sich nach vorne.

Der Plan dahinter war klar: Im Zentrum gegen die flinken Bayern weiterhin sicher stehen, einen zusätzlichen Ballgewinner hinstellen um mehr körperliche Präsenz zu zeigen, und mit der ganzen Wucht von Yaya Touré und etwas höher stehenden Mittelfeld-Außen sollte nach vorne für Druck gesorgt werden – das schaffte der Ivorer zuvor wegen überbordender Defensivaufgaben gar nicht. Es war nun ein recht klares 4-2-3-1 auch bei Man City.

Bayern lassen Tempo entweichen

Die Bayern ließen sich davon aber überhaupt nicht beeindrucken und nahmen das Tempo, das die davor ziemlich hoch gehalten hatten, aus dem Spiel. Es wurde eher mal im Mittelfeld abgewartet, auch um City etwas herauszulocken und dann in die sich bietenden Räume hineinzustoßen. Außerdem suchten die Münchner, allen voran der sehr viel arbeitende und stark spielende Ribéry, vermehrt Eins-gegen-Eins-Situationen und provozierten so Fouls. Das Spiel verlor seinen Fluss, was aber natürlich durchaus im Interesse der Bayern war.

Mancini versuchte, mit Wechseln innerhalb seines Sytems das Ruder noch herum zu reißen, aber die an sich völlig richtige Hereinnahme von De Jong und die besser auf den Gegner abgestimmte Raumaufteilung im Mittelfeld verpuffte an den vor Selbstvertrauen nur so strotzenden Bayern und dem erkennbaren Fehlen der Überzeugung, den Zwei-Tore-Rückstand wirklich noch aufholen zu können. So verwalteten die Bayern den 2:0-Sieg sicher über die Zeit.

Fazit: Mancini wählte das falsche System

Ein völlig verdienter Sieg der in diesem Spiel klar besseren Mannschaft: Die Bayern zeigten mehr Tempo, deutlich mehr Zug zum Tor – der fehlte bei City komplett – und dazu eine Stunde lang die bessere Raumaufteilung im Mittelfeld. Barry und vor allem Yaya Touré hatten in der Spieleröffnung keinerlei Wirkung, weil sie gegen die flinken und viel rochierenden Offensivspieler der Bayern komplett aufgerieben wurden, nach vorne fehlte bei City der Plan, wie das nicht besetzte zentrale offensive Mittelfeld gegen Schweinsteiger und Luiz Gustavo überwunden werden sollte.

Die Einwechslung von De Jong als zusätzlichen Ballgewinner im defensiven Mittelfeld war logisch und richtig, erfolgte aber viel zu spät – erstaunlich, dass Mancini nicht schon mit einem dritten robusten Mann in der Zentrale begonnen hat. Denn erstens kann das seine Mannschaft eigentlich gut (im Grunde wurde die komplette letzte Saison so gespielt) und zweitens war das System und die Spielweise der Bayern kein Geheimnis.

Auch, wenn beide Gegentore aus Unsicherheiten von Keeper Hart bei Weitschüssen entstanden sind: Diese Niederlage gegen wirklich bärenstarke Bayern muss sich Roberto Mancini selbst ankreiden.

(phe)

]]>
https://ballverliebt.eu/2011/09/27/02-bei-den-bayern-man-city-in-der-cl-weiter-nicht-ganz-auf-der-hohe/feed/ 11
Carricks unfreiwilliger Beitrag zur Gerechtigkeit https://ballverliebt.eu/2011/04/17/carricks-unfreiwilliger-beitrag-zur-gerechtigkeit/ https://ballverliebt.eu/2011/04/17/carricks-unfreiwilliger-beitrag-zur-gerechtigkeit/#respond Sun, 17 Apr 2011 05:07:59 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4578 Carricks unfreiwilliger Beitrag zur Gerechtigkeit weiterlesen ]]> 35 Minuten lang sah es in der Neuauflage des Manchester Derbys, ausgetragen im ehrwürdigen Wembley, nach einer fixen Sache für die Red Devils aus. Bis die Citizens ihr selbstgebasteltes Schneckenhaus in eine Dampfwalze umbauten.

Man. City - Man. United (1' - ca. 30')

Es war mal wieder Zeit für das Manchester Stadtderby. Ausgetragen wurde dieses jedoch nicht im Old Trafford oder dem City of Manchester-Stadion, sondern im ehrwürdig-legendären Wembley in London. Was der Stimmung keinen Abbrucht – ganz im Gegenteil. Die Fans in der ausverkauften Fußballarena sorgten von Beginn an für Hexenkesselstimmung bei diesem FA-Cup Halbfinale.

Die konkurrierenden Teams taten personell das ihre dazu und schickten jeweils hochkarätige Besetzungen auf den grünen Rasen. Für die Red Devils hütete Golden Oldie Edwin van der Sar das Tor, vor ihm operierten O’Shea, Ferdinand, Vidic und Evra. Altstar Paul Scholes, Park Ji-Sung und Michael Carrick gaben die nominelle Zentrale, Valencia und Nani die Flankenläufer und Dimitar Berbatow den einzig echten Stürmer. Am Feld reflektierte dieses Team zu Beginn als ein leicht verschobenes 4-1-4-1 mit Carrick als zentral versetztem DM und Scholes als leicht hängenden Ballverteiler.

Für City hütete Stammgoalie Hart den Kasten, Zabaleta, Kompany, Lescott und Kolarov waren als Viererkette gesetzt. Yaya Toure, de Jong und Barry füllten die Mitte, ergänzt von Johnson und Silva an den Seiten. Und dazu hatte Hobby-Dartspieler Balotelli rechtzeitig den Weg durch sein Trikot gefunden. Ein „4-5-1 mit Panorama-Aufstellung“ würde der spielerischen Umsetzung zunächst wohl eine adäquate Beschreibung sein.

Taktische Feigheit
Eine halbe Stunde lang sah der in die Hauptstadt verlegte Kracher aus der Industriemetropole aus wie eine klare Sache für das Team von Alex Ferguson. Die ersten 10 Minuten griff man noch etwas verhalten, in der Folge dann aber doch spürbar vehementer an. Insbesondere Nani schien wieder Gefallen daran zu finden, sich als offensiver Spielgestalter und Seitendribblanski zu etablieren. Seine unmittelbaren Gegenspieler  – zumeist Yaya Toure, der nach Außen nachrückende de Jong oder aber Zabaleta und Kompany – hatten ihre liebe Mühe, den wendigen Portugiesen zu bänden. Obwohl er es denn manchmal übertrieb war seine Leistung ein wichtiger Grund, warum über die tendentiell etwas bessere Seite der Citizens vorerst einmal kaum bis gar nichts nach vorne lief.

Der andere Grund war die (möglicherweise kalkulierte) Feigheit in der taktischen Grundausrichtung. Roberto Mancini hatte sein Team definitiv nicht mit dem Plan eines offensiven Auftaktorchesters instruiert, sondern ließ seine Kicker erst einmal argwöhnisch die eigene Hälfte bewachen und auf Konter lauern. Chancen zu letzteren ergaben sich zwar wpärlich, die durch Uniteds Druck ausgelöste „U-Deformation“ der Aufstellung sowie die faktische Isolation von Balotelli im Angriff, ließen schnelle und gefährliche Gegenstöße nicht zu. Erschwerenderweise ließ man die Devils auch noch bis zur Halbkreishöhe gewähren, ehe man sie schließlich mit Pressing beackerte (siehe blaue Markierung am Feld, die die ungefähre Starthöhe des Pressings von Man City beschreibt).

Berbatovs Doppelpack der anderen Art
Diese Möglichkeit zur freien Entfaltung nahm das MUFC-Mittelfeld dankend an. Und nach einer Viertelstunde hätte es eigentlich 1:0 für die „Roten“ stehen müssen. Eine schöne Kurzpass-Kombo vor dem Citizen-Strafraum kulminierte in einem schönen Zuspiel auf Dimitar Berbatov, der aus kurzer Distanz am gut reagierenden Hart scheiterte. Nur einen kurzen Moment darauf war Nani auf der linken Seite einmal mehr durch und spielte den tödlichen Querpass in die Mitte. Rutschend und unter Bedrängnis erreichte der Bulgare das Zuspiel, brachte aber das Kunststück fertig den Ball aus drei Metern über den Kasten zu bugsieren. Eine Lehre zog man daraus bei City nicht, blieb weiter hinten drin und probierte sich neben schlampig vorgetragenen Kontern mit weiten Bällen aus der Reihe „Wunschdenken“.

Einzig und allein weitere Großchancen für Manchester United blieben aus, ein wuchtiger Kopfball von Vidic (25′) nach einer Ecke sei noch zu erwähnen. In dieser Phase des Spiels hinterließen die Citizens einen ratlosen Eindruck.

Citizens finden das Gaspedal
Nach 32 Minuten sorgte dann Silva für den ersten Lichtblick. Der hatte unterstützend die Seite gewechselt brachte einen genauen Pass auf den von zwei Spielern gedeckten Balotelli an. Der konnte das Leder aber nicht sauber annehmen, stocherte es aber zu Johnson, der noch einen Haken machte und das Ding am kurzen Eck vorbeijagte. Das war der Auftakt zu einer Reihe von Gelegenheiten, die sich den Hellblauen in dieser Häfte noch eröffnen sollte. City hatte plötzlich den Vorwärtsgang entdeckt.

So war es Johnson, der sich  in Minute 36 fast bis an den Fünfer von van der Sar vorgedribbelt hatte und damit letztlich eine Ecke erzwungen hatte. Und Lescott setzte den Ball aus besagtem Standard freistehend per Volley aus 12 Metern drüber. Davor hatte es Balotelli aus rund 35 Metern einfach mal mit der Brechstange probiert (34′). Auch der bislang noch recht unauffällige Toure setzte sich nun in Szene, und versuchte nach einem schnellen Ballgewinn eine Lücke zwischen Ferdinand und Vidic zu finden. Letzterer blockte den Schußversuch jedoch. Ein Kracher von Kompany sauste noch in der gleichen Minute knapp am kurzen Eck vorbei (43′). Nach schwachem Start ging Man City als überlegenes Team in die Kabine.

Woher der Wandel?
Doch was war passiert? Es ist ja anzuzweifeln, dass die Aktion von Toure, Balotelli und Johnson als Weckruf allein ausreichend für einen plötzlichen Adrenalinschub für die Mancini-Elf. Eher war dies bereits ein erstes Symptom für die eingeleitete, taktische Umstellung. Folgende Maßnahmen ließen sich letztlich herauslesen:

  • Mancini hatte das Mittelfeld „verdichtet“. Der Abstand zu Balotelli und zwischen den Anspielstationen wurde drastisch verkürzt. Statt einem seltsamen „U“ in einem deformierten 4-5-1 war nun ein offensiv geprägtes 4-2-3-1 am Werk.
  • Notwendigerweise und logischerweise griff man den Gegner nun deutlich früher an. Statt erst am Halbkreis Druck auf die Ballführer auszuüben, wurden selbige nun schon vor dem eigenen Strafraum bedrängt.
  • Die Aufteilung war nun klarer. De Jong und Barry nahmen nun vorrangig Aufgaben im Spielaufbau und in der Abfangjagd wahr, Toure und Silva waren vor sie weiter in die Zentrale und weiter nach vorne gerückt. Auch die Abwehrreihe stand nun höher, was etwa Zabaleta als OAV stärker zur Geltung kommen ließ.
  • United hingegen wurde nun insgesamt weiter nach hinten gedrängt und bei Vorstößen gut auf eine Bahn gezwungen. Eine Änderung der Grundausrichtung erfolgte zur Halbzeit nicht.

Carrick packt das Silbertablett aus
Und weil Alex Ferguson (der heute dank einer FA-Strafe von der Tribüne aus arbeitete) den neuen Verhältnissen am Platz weder mit mit einer systemischen Umstellung noch mit taktischen Anweisungen Tribut zollte, lag ein Tor für Man City in der Luft.

In den ersten Minuten der zweiten Halbzeit fehlte es jedoch an den entsprechenden Chancen. Bis van der Sar bei einem Klärungsversuch einen Gegner anschoß, der Ball trotzdem via O’Shea zu Michael Carrick geklärt wurde, der schließlich Toure mit einem Querpass aus der Hölle ein großes Geschenk machte. Der nämlich, kaum dass er den Ball hatte, legte den Turbo ein, kurvte von Carrick gejagt auch noch an der Innenverteidigung entlang und brachte den Ball mit einer kleinen Prise Glück auch noch durch die Beine von van der Sar ins Netz (52′). Der Fehler von Carrick ist freilich in einem solchen Spiel unverzeihbar, es sei der Fairness halber jedoch angemerkt, dass er bis auf diesen Patzer heute ein solides Spiel abgeliefert hatte.

Man. City - Man. United (ca. 30' - 70')

Vier Minuten darauf eröffnete sich aus einem hektisch vorgetragenen United-Angriff sogar die Chance, noch eins draufzulegen, es gelang den Citizens aber nicht, eine faktische 3-gegen-2-Situation  in eine echte Torchance zu verwandeln (56′). Im Offensivspiel der Red Devils war ein deutlicher Bruch erkennbar. Das durch die Umstellung entstandene Korsett behagte dem Spiel in der Zentrale ganz und gar nicht. Der vormals schon wenig auffällige Valencia verschwand völlig von der Bildfläche, der qurilige Park Ji-Sung fand für seine öffnenden Vorstöße keinen Raum mehr und auch Scholes konnte nicht mehr nach Belieben seine Bälle verteilen. Er und Nani waren dennoch die einizgen, die überhaupt noch Angriffsbewegungen zu lenken vermochten.Einzelaktionen statt koordiniertem Eindringen dominierten nun das Bild der United-Offensive am gegnerischen Strafraum.

Rambo Scholes revidiert Offensivtausch
Nanis Offensivdrang bedeutete in dieser Phase jedoch auch, dass O’Shea und Ferdinand auf der linken Abwehrseite Unterstützung gegen Toure und Johnson fehlte, was sich öfters bemerkbar machte. 25 Minunten vor Spielende reagierte Ferguson dann doch. Valencia durfte seinen Arbeitstag beenden, Javier „Chicharito“ Hernandez war nun als zweite Sturmspitze im Spiel. Ein abgefälschter Nani-Freistoss von der Strafraumgrenze krachte unmittelbar nach dem Tausch dank Harts Hand an die Latte des City-Gehäuses.

Der Effek des Wechselst: Kaum merkbar. Der Mexikaner ordnete sich vor Park ein und bemühte sich um Partizipation im offensiven Mittelfeld. Dort fand der Ball aber ohnehin nicht mehr sehr oft auf geordnetem Wege hin. Erschwerend kam hinzu, dass dem „Erbschen“ sein Sturmpartner kurz darauf abhanden kam.

Paul Scholes krachte im Kampf um den Ball mit hohem Bein in den ebenfalls gefährlich heranrauschenden Zabaleta, und verzierte dessen Oberschenkel mit seinem Schuhabdruck. Der City-Spieler war letztlich schneller am Ball gewesen, hätte aber selbiges Ergebnis am Bein von Scholes ebenso in Kauf genommen. Isoliert betrachtet wäre über die folgende rote Karte für Scholes nicht zu diskutieren gewesen. Dass beide Spieler hier riskant und rücksichtslos zu Werke gegangen waren lässt aber durchaus die Frage offen, ob man Zabaleta hier nicht auch zumindest den gelben Karton hätte zeigen müssen.

Locker runtergespielt
So oder so, der Schaden war angerichtet und United zu Zehnt auch nicht mehr oder weniger gefährlich als zuvor. Als Reaktion auf den Ausschluss ersetzte Ferguson Berbatov mit Anderson. Zum Auftritt des Bulgaren sei angemerkt, dass dieser seit den zwei vergebenen Großchancen zu Spielbeginn und einer angeknacksten Nase nach einem Kopfballduell, zunehmend glücklos und frustriert agierte.

Der Eingewechselte brauchte einige Minuten, um sich zu akklimatisieren, konnte aber auch dann freilich die entstandene Lücke nicht ganz kitten, wenngleich er sich zumindest bemühte, die ins arge Stottern gerastene United-Offensive wieder in Schuß zu kriegen. Mancini reagierte jedoch umgehend und ersetzte den müde werdenden Johnson mit Wright-Phillips, der sich im Vergleich etwas zurückfallen ließ. City verlegte sich darauf, das Spiel zu kontrollieren, ohne dabei zuviel Druck rauszunehmen. Manchester United lieferte bis auf bereits besagte Einzelaktionen keine nennenswerten Vorstöße mehr ab.

In der 90. Minute hatte Yaya Toure sogar das 2:0 per Konter am Fuß, scheiterte jedoch an den vereinten Kräften von van der Sar und einem Verteidiger.

Fazit
Das letzte Manchester Derby der Saison geht verdient an die Citizens, für die der Zug im Ligarennen ja bereits abgefahren ist. Wenngleich das einzige Tor des Spiels ausgerechnet auf einen individuellen Schnitzer zurückführbar ist, ist da Ergebnis für United schmeichelhaft. Mancinis Vorgehen dürfte puires Kalkül gewesen sein. Statt, wie etwa im letzten Liga-Derby, von Beginn an den offenen Schlagabtausch zu zelebrieren, kastelte sich Manchester City erst einmal eine halbe Stunde lang in der eigenen Hälfte ein, und wurde nur dank Berbatovs mangelnder Kaltschnäuzigkeit nicht dafür bestraft. Danach organisierte der Italiener sein Team bedarfsgerecht um, absorbierte den Druck aus Uniteds Mittelfeld geschickt und nahm so das Heft in die Hand.

Ferguson reagierte trotz offensichtlicher Probleme erst nach dem Gegentor, um dann mit dem Ausschluß von Scholes in Unterbesetzung zur Ausgangslage zurückkehren zu müssen. So hatten die „Blues“ aus dem City of Manchester-Stadion wenig Mühe, die Führung als feldüberlegene Mannschaft ins Finish zu tragen. Der Traum vom Titel-Dreierpack ist damit aus für United, die gesparten 90 Minuten für das Finalspiel lassen dafür ein wenig mehr Luft, die man in die Champions League und die Meisterschaft investieren kann. Im Premier League-Titelkampf sieht es für die Red Devils gut aus, das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

 

]]>
https://ballverliebt.eu/2011/04/17/carricks-unfreiwilliger-beitrag-zur-gerechtigkeit/feed/ 0