wm 2010 – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Fri, 31 Dec 2010 13:57:32 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Die ’10-Besten (oder: Ein halber Jahresrückblick) https://ballverliebt.eu/2010/12/31/die-10-besten-oder-ein-halber-jahresruckblick/ https://ballverliebt.eu/2010/12/31/die-10-besten-oder-ein-halber-jahresruckblick/#comments Fri, 31 Dec 2010 12:33:01 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=3631 Die ’10-Besten (oder: Ein halber Jahresrückblick) weiterlesen ]]> Seit der WM in Südafrika im Sommer analysiert Ballverliebt Spiele regelmäßig – und zum Jahreswechsel gibt’s noch mal die zehn besten, interessantesten, richtungsweisendsten Spiele. Die Reihenfolge ist willkürlich und nicht allzu eng zu sehen!

Platz 10 | Champions League-Quali | Salzburg – Hapoel Tel Aviv 2:3

Salzburg - Hapoel Tel Aviv 2:3

„Zusätzlich zur taktischen Schwäche fiel eine unglaubliche Schwerfälligkeit bei den Salzburger auf. Abseits des Balles wurde herumgetrabt. Weder gab es hartes Pressing, noch eine schnelle Rückwärtsbewegung des Mittelfeld.“ – Konnte nach dem 0:1 auf den Färöern noch argumentiert werden, es wäre bei den Bullen da ja um nichts mehr gegangen, war spätestens nach diesem 2:3 im Hinspiel der letzten CL-Qualirunde gegen Hapoel Tel-Aviv klar: International hatte Salzburg in diesem Herbst nicht viel zu bestellen. Denn wer nicht rennt, krieg eine auf den Deckel.

———————————–

Platz 9 | U21-EM-Qualifikation | Österreich – Weißrussland 3:3

Österreich - Weißrussland 3:3

„Nach dem Tor zum 2:3 wussten alle im Stadion: Oje, jetzt wird’s noch einmal eng! Denn dass der Schalter nun nicht mehr umgelegt werden konnte, war schon vorher ersichtlich.“ – Das wohl am besten besetzte U21-Team der ÖFB-Geschichte hatte in Pasching gegen die starken Weißrussen alles im Griff und führte komfortabel mit 3:1, doch nach eher verwirrenden Wechseln von Teamchef Andi Herzog wurde die Partie noch hergegeben und es schaute nur ein Remis heraus. Im kommenden Sommer sind die Weißrussen bei der EM dabei. Österreich nicht. Aber nicht nur das vercoachte 3:3 war ärgerlich.

———————————–

Platz 8 | Weltmeisterschaft | Frankreich – Mexiko 0:2

Frankreich - Mexiko 0:2

„Denn die französische Mannschaft implodierte nach der Pause regelrecht. Keinerlei Laufbereitschaft war mehr erkennbar, kein Einsatz für den Mitspieler, kein Aufbäumen, nichts. Aguirre hingegen hatte ein in sich funktionierendes Team geformt.“ – Frankreich bei der WM, das war allerbeste Unterhaltung. Zumindest abseits des Platzes. Denn sportlich war das Team von Raymond Domenech ein einziges Desaster, was sich vor allem beim 0:2 gegen die starken Mexikaner zeigte. Die spielten mit der Équipe Tricolore nämlich Hollywood.

———————————–

Platz 7 | Champions League | Tottenham – Inter Mailand 3:1

Tottenham - Inter 3:1

„Schon nach einer halben Stunde zeigte sich bei Inter Ratlosigkeit. Nur einmal musste sich Modric 25 Meter vor dem Tor gegen Eto’o mit einem Foul helfen, ansonsten reichte reichte das Spiel der Schwarzblauen nicht einmal bei Kontern bis in den Strafraum.“ – Ohne Frage, Tottenham ist eine der Mannschaften des Herbstes 2010. Nicht nur die gute Verpflichtung von Rafael van der Vaart, sondern vor allem der Durchbruch von Flügelflitzer Gareth Bale ist dafür verantwortlich. Der Waliser trieb gegen Inter mit Maicon einen der besten Rechtsverteidiger der Welt an den Rande des Wahnsinns. Die Spurs waren das Team mit dem Weltklasse-Momentum.

———————————–

Platz 6 | Weltmeisterschaft | Deutschland – Arentinien 4:0

Deutschland - Argentinien 4:0

„Die Argentinier waren sichtlich beeindruckt von der Power der Deutschen. Es entstand ein riesenhaftes Loch im Mittelfeld, das die Deutschen konsequent ausnützten. Symbolhaft war, wie Burdisso minutenlang seinen Kollegen deutete, sie sollen soch ein wenig weiter zurück kommen, um einen Spielaufbau zu ermöglichen.“ – Für Diego Maradona war es wohl die schlimmste Niederlage seines Fußballerlebens: Argentinien hatte im WM-Viertelfinale gegen die in diesem Spiel überragenden Deutschen nie auch nur den Funken einer Chance. Das blutjunge deutsche Team hingegen deutete an, wozu es fähig sein kann. By deconstructing Diego.

———————————–

Platz 5 | Weltmeisterschaft | Deutschland – Uruguay 3:2

Deutschland - Uruguay 3:2

„Beide Teams suchten nun die Entscheidung möglichst schon in der regulären Spielzeit, hatten aber keine panische Angst vor einer Niederlage – so wogte das Spiel hin und her, mit mehr Ballbesitz für Deutschland und mehr Geradlinigkeit auf Seiten der Südamerikaner.“ – Und nochmal die Deutschen. Aber vor allem: Uruguay! Die Südamerikaner waren die Überraschung bei der WM, das Team des zum besten WM-Spieler gewählten Diego Forlán belegte letztlich den vierten Rang. Nach einem flammenden Plädoyer für die Beibehaltung des kleinen Finales. Denn es war eine sensationelle Partie, geführt mit offenem Visier.

———————————–

Platz 4 | EM-Qualifikation | Belgien – Österreich 4:4

Belgien - Österreich 4:4

„Kavlak war laufstark, trickreich, mit dem Blick für den Mitspieler. Er riss das Spiel an sich, war in dieser Phase der klar beste Mann am Platz. Umso unverständlicher, dass er nach 56 Minuten den Platz für Jimmy Hoffer verlassen musste – die reinste Selbstkastration.“ – Wer hätte das gedacht? Das ÖFB-Team kann mit den Secondos in der Offensive tatsächlich einen gepflegten Fußball spielen, wie das beim hochdramatischen 4:4 in Brüssel deutlich wurde. Wenn man sie denn lässt. Denn der Teamchef hatte im einzigen signifikanten Länderspiel des Jahres etwas gegen den Sieg. Denn dann kamen die Wechsel.

———————————–

Platz 3 | Deutsche Bundesliga | Mainz – Dortmund 0:2

Mainz - Dortmund 0:2

„Bei Dortmund beteiligten sich wirklich alle Spiele am ganzen Platz am Pressing. So war es in der 26. Minute Außenverteidiger Schmelzer, der durch seine aggressive Bewegung Richtung Bungert dessen Fehlpass provozierte, der zum nicht unverdienten 1:0 durch Mario Götze geführt hat.“ – Die beiden Mannschaften, die den Herbst in der deutschen Bundesliga bestimmt haben, im direkte Duell. Es war ein Festival des konsequenten Pressing, das für beide Teams richtungsweisend war. Denn für Mainz war nach diesem Spiel der Höhenflug beendet, der BVB zog weiter voll durch. Die Mainzer fanden in Dortmund ihren Meister.

———————————–

Platz 2 | Weltmeisterschaft | Chile – Spanien 1:2

Chile - Spanien 1:2

„Die Chilenen waren die erste Mannschaft seit Ewigkeiten, welche die Spanier nicht nur mit spielerischen Mitteln kontrolliert, ja beinahe knebelt – und nicht mit extrem disziplinierter Defensive entnervt.“ – Das beste Team der Endrunde in Südafrika gegen das aufregendste, und noch dazu ging es für beide noch um das Weiterkommen: Bei all den spannenden Partien in der K.o.-Phase ging dieses extrem gute und hochinteressante Match in der Erinnerung etwas unter. Letztlich setzten sich die Spanier durch, weil sie kaltschnäuziger waren, dank des Ergebnisses im Parallelspiel kamen beide weiter. Nach einem echten Kracher.

———————————–

Platz 1 | Primera Division | Barcelona – Real Madrid 5:0

Barcelona - Real Madrid 5:0

„Barcelona sammelte zwei Drittel Ballbesitz. Was auch deshalb möglich war, weil Real körperlich überhaupt nicht dagegen hielt! In den ersten 30 Minuten gab es ein einziges (!) Foul. Das mit dem Räume eng machen klappte also nicht, physisch hielt Real nicht dagegen, und so verdiente sich Barcelona das 2:0 vollauf. Real war schlicht nicht anwesend.“ – Das wohl meistgehypte Spiel des Herbstes, es war eine einzigartige Machtdemonstration des FC Barcelona. Zu keinem Zeitpunkt hatte das Starensemble aus Madrid auch nur die geringste Chance, es gab schließlich die ärgste Vernichtung seit Generationen. Und für José Mourinho seine schlimmste Demütigung.

———————————–

Das Team von Ballverliebt bedankt sich für das Interesse im Jahr 2010 und wir würden uns freuen, wenn ihr unsere Analysen auch im Jahr 2011 fleißig lest. Ein gutes neues Jahr euch allen!

(phe/tsc/gpi)

]]>
https://ballverliebt.eu/2010/12/31/die-10-besten-oder-ein-halber-jahresruckblick/feed/ 1
Day 15 / H – Der Kracher und der Snoozer https://ballverliebt.eu/2010/06/26/day-15-h-der-kracher-und-der-snoozer/ https://ballverliebt.eu/2010/06/26/day-15-h-der-kracher-und-der-snoozer/#comments Sat, 26 Jun 2010 00:21:18 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=2370 Day 15 / H – Der Kracher und der Snoozer weiterlesen ]]> Südafrika 2010 – Tag 15 – Gruppe H | Das Beste kommt zum Schluss – Spanien und Chile lieferten sich eine tolle Partie, mit dem 2:1-Sieg des Europmeisters sind letztlich beide durch. Weil nämlich die Schweizer in einer Schlaftablette von WM-Spiel gegen Honduras nur zu einem 0:0 kommen.

Spanien – Chile 2:1 (2:0)

Chile - Spanien 1:2

Wer immer sich von diesem Spiel eine große Show erwartet hat, wurde nicht enttäuscht – es war fraglos eines der Highlights dieser Endrunde bisher. Die Kombination aus Ausganglage und der Spielstärke der beteiligten Mannschaften bedingte eine hochinteressante Partie. Die Spanier brachten Iniesta statt des gegen Honduras schwachen Navas auf die rechte Offensivseite des etwas schiefen 4-2-3-1. Schief deswegen, weil David Villa, mehr noch als gegen Honduras, weniger einen LM spielte, sondern mehr einen Linksaußen. Das war in der ersten halben Stunde aber ziemlich Makulatur, weil sich die Spanier ziemlich in der Mitte zusammen drängten und von den Chilenen kontrolliert wurden.

Die Südamerikaner machten das Spiel wie gewohnt breit und extrem schnell, spielten wieder über die Flügel (vor allem den rechten mit Alexis Sánchez, gemeinsam mit Mauricio Isla) und hielten so die gefährlichen Außenverteidiger der Spanier in Schach. Man hätte glauben können, dass das in den roten Jerseys der Europameister war, aber es waren in der Tat die Chilenen – die erste Mannschaft seit Ewigkeiten, welche die Spanier nicht nur mit spielerischen Mitteln kontrolliert, ja beinahe knebelt – und nicht mit extrem disziplinierter Defensive entnervt. Und das, obwohl mit dem Sechser Carmona und Spielmacher Matí Fernández zwei Schlüsselspieler im 3-4-3 fehlten – hier kam Bielsa die Vielseitigkeit seiner Spieler zu Gute. Arturo Vidal rückte von der linken Seite in die Spielmacher-Rolle, Mark González spielte dafür die (äußerst offensive) Absicherung für Linksaußen Beausejour, und Estrada kam neu ins Team und machte den Sechser. Und es funktionierte ohne jeden Reibungsverlust

Die Spanier sind es nicht gewöhnt, dass es einem Gegner gelingt, sie so überhaupt nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Sie reagierten allerdings völlig richtig auf die Chilenen, die sie nicht nur in der eingenen Hälfte festnagelten, sondern sie zudem mit ruppigem Spiel angingen: Sie blieben ruhig. Die Spanier kamen zu keinem Zeitpunkt wirklich in die Gefahr, unter dem enormen Druck, dem sie ausgesetzt waren, psychisch zusammen zu brechen. Das ist der Unterschied zwischen einem Top-Favoriten und einer aufstrebenden jungen Truppe: Die Mannschaft aus Spanien nützte die wenigen Fehler, die ihnen die Chilenen anboten, eiskalt aus. Der unglückliche Ausflug von Torhüter Bravo, etwa zehn Minuten später eine Lücke in der Abwehrkette, und mit den ersten beiden spansichen Chancen stand es prompt 2:0 für den Europameister. Dass im Zuge dessen auch noch der Chilene Estrada mit Gelb-Rot vom Platz musste, war die vermeintliche Entscheidung.

Aber eben nur die vermeintliche. In der Pause stellte Bielsa um, und zwar so, dass man den fehlenden Mann kaum bemerkte. Er brachte Millar für Mark González, dafür rückte Vidal auf links und Millar auf die Spielmacherposition; Alexis Sánchez musste nun den rechten Mittelfeldmann und den Rechtsaußen gleichzeitig machen. Nach dem schnellen Anschlusstreffer, dem schönen Heber von Millar kaum zwei Minuten nach seiner Einwechslung, drückten die Chilenen noch eine Zeitlang und hatten die Spanier, die allerdings mit der Führung im Rücken auch nicht mehr mit dem allerletzten Einsatz zu Werke gingen, ganz gut unter Kontrolle – weil eben der eine fehlende Mann im Mittelfeld durch mehr Laufarbeit gut kompensiert wurde. Die Spanier fanden kaum einmal eine Lücke.

Nach einer Stunde kam Fàbregas für Torres, der wieder nie wirkliche Bindung zu spiel fand. Durch den frischen Mann im Mittelfeld und den wesentlich gefährlichern Villa in der Spitze waren nun die Chilenen immer mehr darauf bedacht, kein drittes Tor mehr zu kassieren. Auf diese Weise hätten die Schweizer zwei Tore schießen müssen. Die Spanier waren ihrerseits mit dem 2:1 zufrieden, damit waren sie schließlich Gruppensieger und damit den Brasilianern im Achtelfinale ausgewichen. Je länger das Parallelspiel 0:0 stand, desto wahrscheinlicher war es, dass dieses Vabanquespiel aufgeht – und am Ende ging es ja auch auf. So war es 75 Minuten lang eine ziemlich aufregende Partie, der in der Schlussphase wegen der vielen Laufaurbeit und des Spielstandes bei der anderen Partie die Luft ausging.

Fazit: Was für ein Spiel! Die Chilenen zeigten, warum sie eine der aufregendsten Mannschaften im Turnier sind; die Spanier zeigten ihnen aber auch, woran es noch fehlt: An der Kaltschnäuzigkeit. Der Europameister ist nach dem Stolperer gegen die Schweiz wieder voll auf Kurs, kann auch gegen einen spielerisch extrem starken Gegner gewinnen – weil er cool bleiben kann. Gute Aussichten für das Achtelfinale gegen Portugal. Die Chilenen haben mit dem Achtelfinale alles erreicht, ohne die gesperrten Ponce und Medel ist das Aufeinandertreffen mit Brasilien aber so gut wie aussichtslos. Sie haben aber trotz der Niederlage heute Spaß gemacht.

————————

Schweiz – Honduras 0:0

Schweiz - Honduras 0:0

Gegen Spanien und Chile gingen es die Schweizer recht defensiv an. Das war ob der Spielanlage und der Spielstärke der Gegner auch logisch, hatte gegen Spanien Erfolg und es hätte nicht viel gefehlt, dass auch gegen Chile zumindest ein Punkt herausgeschaut hätte. Spätestens im Spiel gegen Honduras wurde aber klar, dass das noch einen anderen Grund hat: Die Schweizer können es nicht anders! Ihr Spiel gegen die biederen Honduraner war langweilig, uninspierert und der Zug zum Tor war kaum vorhanden.

Ottmar Hitzfeld schickte sein Team im gewohnten 4-4-2 auf das Feld, mit Barnetta rechts war nur ein einziger Mittelfeldspieler auf dem Platz, der tatsächlich offensiv dachte. An Inler und Huggel im Zentrum lief das Spiel vorbei. Sehr oft ging es in der Abwehrkette hin und her, ohne ein wirkliches Loch im Spiel nach vorne zu finden. Mehr als zaghaftes Vortasten war nicht zu sehen, lange Bälle wurden sichere Beute der honduranischen Defensive. Die Eidgenossen schafften es in der ganzen ersten Hälfte nicht, das Tempo anzuziehen.

Was die Honduraner allerdings, die hinten wirklich gut standen und auch durch konsequentes Räume Zustellen im defensiven Mittelfeld das Tempo herausnehmen konnten, nach vorne nicht so richtig ausnützen könnten. Denn obwohl sich immer wieder Räume für Konter boten, wurde nicht in ausreichendem Maße genützt; vor allem Solo-Spitze David Suazo tappte immer wieder ins Abeits. Die Honduraner funktionierten wohl auch deshalb (zumindest hinten) so gut, weil Teamchef Rueda personell ordentlich rotiert hat: Mendoza, der von David Villa vorgeführt wurde, musste Sabillón weichen. Auch auf der anderen Seite wurde gewechselt, hier spielte Figueroa (der zuletzt IV spielte), dieser hatte Barnetta gut im Griff; innen Bernández von Anderlecht. Dazu blieben der etatmäßoge Kapitän Guevara, sein Nebenmann Martínez (der mit den bunten Haaren), auch RM Turcios und LM Espinoza auf der Bank. Umstellungen, die fruchteten.

In der Halbzeit brachte Hitzfeld als Reaktion auf das schlechte Offensivspiel seiner Mannschaft in Hakan Yakin einen echten Einfädler für den nach vorne harmlosen Gelson und stellte auf ein 4-2-3-1 um: N’Kufo als Solostürmer, Yakin zentral dahinter, Barnetta weiterhin rechts und Derdiyok ging auf die linke Seite. Weil sich aber die grundsätzliche Einstellung auf dem Platz und die Verunsicherung ob des Gewinnen Müssens nicht änderte, kam weiterhin recht wenig dabei heraus.

Daher verlegten sich die Schweizer nach etwa einer Stunde darauf, auf Standardsituationen in aussichtsreicher Distanz zu verlegen, Yakin hatte hier zwei gute Möglichkeiten, die er allerdings eher kläglich vergab. Daraufhin kam Alex Frei, der als weniger fleißig als N’Kufo gilt, aber dafür als torgefährlicher. Die Schweizer setzten sich nun vermehrt in der gegnerischen Hälfte fest, aber Torgefahr strahlten weiterhin nur Freistöße aus – auch, weil über die Außen nichts ging. Die Honduraner indes verlegten sich offensiv vollends nur noch auf Konter. Diese wurden aber derart schlampig, ja dilettantisch ausgespielt, dass die Torlosigkeit der Mittelamerikaner wahrlich kein Wunder ist.

Hitzfeld brachte erst eine Viertelstunde vor Schluss mit Shaqiri einen schnellen, wenidigen Spieler für den Sechser Huggel, und sofort starteten die Schweizer ihre gefährlichste Phase in der ganzen partie. Alleine, die Durchschlagskraft vor dem Tor fehlte – weswegen es beim 0:0 blieb.

Fazit: Den Schweizern fehlen schlicht und einfach die spielerischen Mittel, ein Spiel selbst zu machen. Da das sogar gegen die wahrlich nicht überragenden Honduraner zu wenig ist, verpassten die Schweizer das Achtelfinale absolut verdient. Die Mittelamerikaner kommen zu einem Punkt, den sie sich dank einer ordentlichen Defensivleistung auch verdienen.

————————

Das war die Gruppe H: Der Europameister fiel hin, stand aber wieder auf. Spanien holte sich gegen Honudras die Punkte und gegen die bärenstarken Chilenen die Gewissheit, dass man nicht entscheidend an spielerischer Potenz und Abgeklärtheit eingebüßt hat. In der Mannschaft wurde ganz offensichtlich auch nach dem Schweiz-Spiel die Ruhe bewahrt, und das wurde belohnt. Zudem hat die Mannschaft in der Gruppe ihre Bestform noch nicht erreicht, ist aber auf dem Weg dahin – was sie für das Turnier ganz heiß werden lässt.

Eine äußerst positive Erscheinung war, wie fast erwartet, Chile. Angriffsfußball, sehr flexibel, hohes Tempo, auch körperliche Robustheit bringt diese Mannschaft mit. Nur an der Ruhe vor dem Tor fehlt es noch, aber das Team ist derart jung, dass das womöglich nur eine Frage der Zeit sein könnte. Im Achtelfinale gegen Brasilien hat das Team von Bielsa nicht zu verlieren und kann daher befreit aufspielen – die Seleção sollte sich vorsehen.

Für die Schweiz begann das Turnier beim 1:0 über Spanien mit einem Knall, aber der Mannschaft wird es letztlich zum Verhängnis, dass sie ein Spiel nicht gestalten kann. Nicht einmal gegen Honduras. Am Ende steht ein einziges Tor in drei Spielen, und das war das Reingenudelte eben gegen Spanien. N ie hatte man vor allem im letzten Spiel den Eindruck, als sollten die eher fade Mannschaft wirklich mit allerletztem Nachdruck das Tor noch erreichen könnten, geschweige denn die notwendigen zwei. In Rahmen ihrer Möglichkeiten hat sich die Mannschaft aus Honduras ganz ordentlich präsentiert, aber zu echtem WM-Format fehlt es schon noch. Kein einziges Tor in drei Spielen, aber blamiert haben sich die Mittelamerikaner nicht. Immerhin.

(phe)

]]>
https://ballverliebt.eu/2010/06/26/day-15-h-der-kracher-und-der-snoozer/feed/ 1
Schlechte Zeiten für die Fußball-Maurer https://ballverliebt.eu/2010/06/25/schlechte-zeiten-fur-die-fusball-maurer/ https://ballverliebt.eu/2010/06/25/schlechte-zeiten-fur-die-fusball-maurer/#comments Thu, 24 Jun 2010 23:51:07 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=2355 Schlechte Zeiten für die Fußball-Maurer weiterlesen ]]> Anfangs schien alles sehr stark von der Defensive geprägt zu sein. Wenige Chancen und noch weniger Tore dominierten die Auftaktspiele und ein Hauch von Mourinho wehte durch die Stadien. Nach dem ersten Spieltag habe ich trotzdem im Freundeskreis vermutet: Die Maurer fliegen raus, der schöne Fußball setzt sich durch. Jetzt ist es nicht mehr schwierig, sich festzulegen: Die WM 2010 wird – wie schon die Euro 2008 – von einer offensiv starken Mannschaft gewonnen werden.

Dieses Turnier ist eine faustdicke Watsche für den Ergebnishalter-, Irgendwiekonterer- und Nixriskierer-Fußball, der 2004 und 2006 immerhin noch Europa- und Weltmeisterschaft gewann. Die Coaches mit den offensiven Philosophien haben aus diesen Niederlagen gelernt. Uruguay, Mexiko, Argentinien, Südkorea, England, USA, Deutschland, Ghana, Paraguay, Slowakei, Niederlande, Japan, Spanien und Chile. – so sollten die Achtelfinalisten der WM lauten, wenn am letzten Spieltag alles einigermaßen normal abläuft. Ein Griechenland und Italien ist da bereits nicht mehr dabei. Diese Teams haben diese Weltmeisterschaft zwar vorübergehend gestört, können sie aber nicht dominieren.

Gerade das Ausscheiden des Weltmeisters von 2006 ist sinnbildlich. Verteidigen – das hat diese WM gezeigt- kann mittlerweile so gut wie jeder. Defensiv sind die meisten Mannschaften disziplniert und gut organisiert. Die traditionelle Stärke der Italiener (die hier ja auch schon gar keine mehr war) sticht aus der Masse nicht mehr hervor. Umso schlimmer wurde die grauenhaft spielende Squadra Azzura für ihren mangelnden Willen (denn wenn sie unbedingt musste, zeigte sie, dass es eigentlich ginge) nach vorne zu arbeiten bestraft. Es scheint, die vorsichtige und zynische Spielkultur, die man gemeinhin Italien nicht zu unrecht zuschreibt hat im aktuellen Fußball Krisenzeit.

Treffen die Stürmer, verlieren die Maurer

Spielstärke ist angesagt – und zwar erdrückende. Wer keine tief und dicht stehenden Abwehrreihen knacken kann, weil es zu vorsichtig angeht oder zu behäbig spielt, kommt im Verlauf der Gruppenphase in Probleme. Das mussten die Engländer (die gegen Slowenien doch noch zeigten, dass sie es richtig können) gegen Algerien noch bitterer sprüen, als die Brasilianer bei der nicht all zu weit von der Blamage entfernten Vorstellung gegen Nordkorea. Ausnahmen waren nur dort möglich, wo die Stürmer versagten. Richtig dichthalten konnte einfach niemand – den Nationalmannschaften fehlt dazu vielleicht das nötige hochklassige Personal, das etwa einem Jose Mourinho bei Inter zur Verfügung stand.

So sind die beherzten Nigerianer nicht nur an der Torheit von Sani Kaita, sondern auch an ihrer Chancenauswertung gescheitert (und haben mit Südkorea so doch eine offensiv eher harmlose Mannschaft ins AF gehievt). Auch die für mich überraschend defensiv agierenden Serben kamen nur in ein (erfolgsloses) Endspiel gegen Australien, weil Herr Podolski seinen nur neun Mitspielern keinen Gefallen tat und nicht und nicht treffen wollte. Und auch das Thema Schweiz wäre wohl gar nicht mehr aktuell, hätten die spanischen Goleadores nicht einen schlimmen Starttag erwischt.

Diese letzten beiden Spiele sind ein wenig die Anti-Beispiele – die wenigen Spiele, wo jene Mannschaft etwas holen konnte, die kaum was für das Spiel tat und mit den wenigen Gegenzügen dann irgendwie ein Tor erzielte. In den meisten Fällen haben die defensiven, zaghaften und ängstlichen (Eigenschaften die strategisch niemandem helfen und moralisch allgemein nur klaren Underdogs wie Nordkorea gegen Brasilien erlaubt sind) aber eine auf den Deckel gekriegt.

Und was der österreichische Maurer darüber denkt

Das Problem musste gar nicht in der Grundausrichtung einer Mannschaft liegen, sondern zeigte sich schon in einzelnen Spielphasen. Als die Slowaken die Italiener nicht mehr ganz vorne beschäftigten sondern hinten erwarten, kamen sie hintern arg unter Druck. Sobald die Slowenen sich gegen die USA zurückzogen, verspielten sie den Aufstieg (der ein nettes Märchen gewesen wäre, aber ja nur wegen einem Irgendwie-Tor gegen Algerien überhaupt zur Debatte stand, nur dank einem Schiri-Fehler gegen die USA am Leben blieb und nur mit einem Irgendwie-Tor gegen England hätte wahr werden können).

Wenn es aus dieser Gruppenphase also eine Lehre gibt, dann dass Mauern im aktuellen Fußball irgendwann immer eingerissen werden. Auch wenn man sich ein wenig defensiver orientiert (wie Japan gegen Dänemark), muss man zumindest einen Plan für mit Mut und Überzeugung vorgetragene Konter im Petto haben (wie Japan gegen Dänemark). Weite Bälle auf einen im Sturm wartenden Brecher haben keinen Erfolg.

Da ist es für für Österreichs Hoffnungen, 2012 bei der Europameisterschaft dabei zu sein, nicht nur bedenklich, dass Dietmar Constantini bekanntermaßen glaubt mit vier Innenverteidigern spielen zu können (wärend die richtige Welt die Außenverteidiger als essentielle Flankenspieler begreift). Es ist auch vielsagend, dass der Teamchef folgende Vorbilder von seinem Südafrika-Trip mitgenommen hat: „Wir können von Nordkorea extrem viel lernen. […] Nordkorea hatte den Mut zur Destruktivität. Auch die Schweiz hat sich beim 1:0 gegen Spanien hinten reingestellt. Das war die einzige Chance.

Die Erfolge der ein oder anderen Art beider „vorbildlichen“ Teams waren zu einem guten Teil eher dem Versagen ihrer Gegner geschuldet, als ihrer eigenen Brillianz. Beide fahren wahrscheinlich morgen nach hause.

(tsc)

]]>
https://ballverliebt.eu/2010/06/25/schlechte-zeiten-fur-die-fusball-maurer/feed/ 2
Stoppt die Vuvuzela-Blödheit https://ballverliebt.eu/2010/06/12/stoppt-die-vuvuzuela-blodheit/ https://ballverliebt.eu/2010/06/12/stoppt-die-vuvuzuela-blodheit/#comments Sat, 12 Jun 2010 08:50:58 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=2180 Stoppt die Vuvuzela-Blödheit weiterlesen ]]> Ist es eher ein Öööööööööh oder doch ein Eeeeeeeeh? Wie soll man den Klang der Vuvuzela am Besten beschreiben? Liest man sich die Kommentare auf Twitter und in Foren durch, könnte man zu dem Entschluss kommen, dass das Verschriftlichungsproblem egal ist, weil der Sound den europäischen Fußballfan auf jeden Fall nervt.

Da wird viel mit dem Ausschalten des Fernsehers gedroht (wers glaubt!), oder zumindest des Tons (schon eher), ordentlich geschimpft und immer wieder poppen Forderungen nach einem Verbot auf. Mich nerven die Leute, die ein Jahr nach dem Confed Cup immer noch nicht über den ungewohnten Sound hinweg kommen schon eher. Vor allem Verbotsforderungen sind schlichtweg ignorant, weil man den Südafrikanern damit ihre Fankultur verbieten will (während man selbst jeden Eingriff in die eigene feurig bekämpft).

Dabei hat man es selbst in er Hand, seine Nerven zu schonen. Wenn man sich nicht bewusst weigert die Sache gelassen zu sehen, kann man sich an den Sound der monotonen Tröten schon gewöhnen. Ich weiß das aus Erfahrung, weil ich es schon beim Confederations Cup im Vorjahr schaffte (dabei müsste mich als Freund der spielbezogenen englischen Fankultur das Ganze am Ehesten stören) und dem Öeöeöeöeöeeeh mittlerweile sogar schon ein wenig abgewinnen kann. Nicht viel – zugegeben – aber jedenfalls nicht weniger als dem monotonen Getrommle, repetitivem Trompeten oder den ermüdenden Dauergesängen in so manchem europäischen Stadion.

Ob sich in Südafrika wohl schon Leute zu fordern erdreistet haben, diese Stimmungskiller zu verbieten? Oder ist das eine Blödheit die exklusiv von Norden nach Süden gelebt wird?

(tsc)

]]>
https://ballverliebt.eu/2010/06/12/stoppt-die-vuvuzuela-blodheit/feed/ 19
Das ballverliebte WM-Tippspiel 2010 https://ballverliebt.eu/2010/06/07/das-ballverliebt-wm-tippspiel-2010/ https://ballverliebt.eu/2010/06/07/das-ballverliebt-wm-tippspiel-2010/#comments Mon, 07 Jun 2010 14:54:53 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=2122 Das ballverliebte WM-Tippspiel 2010 weiterlesen ]]> Es ist wieder da. Ballverliebt.eu-User freuen sich seit dem spannenden Wettkampf bei der Euro 2008 auf das Tippspiel zur Weltmeisterschaft in Südafrika 2010. Nach der nahezu abgeschlossenen WM-Serie, bei der Philipp jedes Team einzeln unter die Lupe genommen habt, könnt ihr seit heute ihr wieder mittippen und so das Mitfiebern bei den Spielen um eine Dimension erweitern: Die eigene Expertenehre!

Zum Modus:
1. Ihr registriert euch bei Ballverliebt.eu (oder wenn ihr das schon seid: einloggen). Die Links dazu findet ihr in der linken Spalte.
2. Es gilt das Ergebnis der vollen Spielzeit. In K.O.-Spielen also das nach 90 oder 120 Minuten. Ein gewonnenes Elfmeterschießen gilt als ein Tor. Beispiel: Endet ein Spiel nach 120 Minuten 2:2, gewinnt der Sieger nach Elfmeterschießen mit 3:2.
2. Nun könnt ihr das Tippspiel starten und eure Tipps jeweils bis zum Beginn des Spiels abgeben
3. Für den korrekten Tipp gibt es drei Punkte, die richtige Tordifferenz zwei Punkte, für die richtige Tendenz einen Punkt.
4. Wichtig: Für den richtigen Weltmeistertipp gibt es fünf Punkte, der muss allerdings vor dem ersten Spiel eingegeben werden.

Nun lasset die Spiele beginnen.

]]>
https://ballverliebt.eu/2010/06/07/das-ballverliebt-wm-tippspiel-2010/feed/ 11
Jugendstil mit Augenmaß (+ Trikot-Gewinnspiel) https://ballverliebt.eu/2009/12/12/auf-den-spuren-der-jugend-trikot-gewinnspiel/ https://ballverliebt.eu/2009/12/12/auf-den-spuren-der-jugend-trikot-gewinnspiel/#comments Fri, 11 Dec 2009 23:17:42 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=1697 Jugendstil mit Augenmaß (+ Trikot-Gewinnspiel) weiterlesen ]]> WM-SERIE, Teil 3: DEUTSCHLAND | Der Mannschaft des WM-Gastgebers von 2006 steht eine goldene Zukunft bevor, die Junioren-Teams räumten zuletzt mächtig ab. Und auch in der Nationalmannschaft sind viele Kandidaten noch keine 25 Jahre alt.

Deutschland ist amtierender Europameister – bei den U17-Junioren und mit der U21-Mannschaft. Die deutsche U19 holte den Titel im Jahr 2008.  Das ist vorrangig das Werk eines Mannes: Des früheren Weltklasse-Liberos Matthias Sammer. Der Rotschopf, der als Spieler mit Borussia Dortmund Meistertitel und Champions League gewann und Hauptarchitekt des letzten Titelgewinns der DFB-Elf war (der Europameisterschaft 1996), agiert seit dreieinhalb Jahren als übergeordneter Sportdirektor beim deutschen Verband und führte klare Strukturen, klare Hierarchien und klare Zielvorstellungen ein. Im Zuge dessen wandelte sich Sammer vom kamerascheuen Stotterer, der er als Trainer in Dortmund noch war (und 2002 Meister wurde), zu einem eloquenten und weltgewandten Fachmann, der auch im Fernsehen eine starke Figur abgibt. Was Sammer sagt, hat Hand und Fuß.

Ähnlich ging auch die Entwicklung des deutschen Fußballs vor sich: Bezeichneten die Deutschen ihren Kick noch vor wenigen Jahren selbst „Rumpelfußball“, befeuert von den desaströsen Vorstellungen bei den EM-Endrunden von 2000 und 2004 (als jeweils nach der Vorrunde Schluss war), hielten mit dem Esprit von Jürgen Klinsmann, dem Fachwissen von Joachim Löw und der starken Hand des neuen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger – alle drei betraten die DFB-Bühne im Jahr 2004 – moderne Strukturen und Offenheit Neuem gegenüber Einzug. Während sich die Öffentlichkeit über den „Gummitwist“ beim Nationalteam-Training, den die von Klinsmann mitgenommenen  Spezialisten aus den USA eingeführt hatten, lustig machte, wurde das Spiel der deutschen Elf zusehens modernisiert (ein Verdienst von Löw), kam kaum gekannte Begeisterung hinzu (dank Klinsmann) und es wurde hinter den Kulissen somit das Feld für Matthias Sammer bereitet, der auf dieser Basis in den letzten Jahren die Strukturen im DFB fit für die Zukunft machte.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Als krasser Außenseiter gestartet, erreichte Klinsmanns Mannschaft bei der Heim-WM überraschend das Semifinale, unter seinem Assistenten und Nachfolger Löw stieß das Team bei der Euro2008 gar ins Finale vor. Die Qualifikationsgruppe für die WM in Südafrika gewannen die Deutschen souverän, die starken Russen wurden zweimal geschlagen – auch auf dem Kunstrasen in Moskau. So gesehen spricht einiges dafür, dass das Nationalteam der Großen durchaus Schritt halten kann mit den Erfolgen der drei Nachwuchs-Mannschaften.

Und tatsächlich zeigt die konzentrierte Nachwuchsarbeit von Sammer (Credo: „Erfolg ist planbar“) auch schon Spuren im Kandidatenkreis für die Endrunde in Südafrika. Die Stamm-Achse der U21-Champions wird samt und sonders im WM-Aufgebot vertreten sein. Manche als Stammkräfte (wie der Bremer Mesut Özil, der seinen Platz in der Stammformation schon so gut wie sicher hat), manche als realisitische Alternativen (wie Hoffenheims Rechtsverteidiger Beck oder Özils kongenialer Partner in Bremen, Marko Marin), andere als Joker (wie Schalkes Torwart Neuer, der wohl als zweiter Torwart mitfährt). Bis auf die Fixstarter Ballack und Klose, sowie die Wackelkandidaten Friedrich und Frings ist keiner, der einer realistische Chance auf einen Platz im WM-Aufgebot hat, älter als 30 Jahre. Ja, in der Tat sind viele Leistungsträger jetzt schon kaum älter als 25 – und die nächste Generation drängt schon nach. Für alte Herren wie Frings wäre es wohl schon ein Erfolg, überhaupt zum Aufgebot zu gehören – und es ist Löw durchaus zuzutrauen, auch noch weitere Burschen mitzunehmen, die jetzt noch kaum jemand auf der Rechnung hat -wie die beiden Bayern-Junioren Thomas Müller und Holger Badstuber, oder Benedikt Höwedes von Schalke.

Denn grundsätzlich kann Löw auf einen relativ fixen Stamm zurückgreifen, die Plätze in der Stammformation sind fast alle so gut wie vergeben. Nach dem Freitod von Robert Enke kann sich Leverkusens René Adler den Platz zwischen den Pfosten wohl nur noch mit etlichen schrecklichen Patzern verbauen, danach sieht es aber auch angesichts der generell starken Form seines Teams in der Bundesliga nicht aus. In der Innenverteidigung sind der Hüne Per Mertesacker und Defensiv-Allrounder Heiko Westermann ebenso gesetzt wie Philipp Lahm auf der linken Seite. Die Position rechts hinten ist noch offen – hier dürfte Blondschopf Andreas Beck aber Vorteile gegenüber dem etablierten, aber technisch limitierten Arne Friedrich besitzen, der zudem mit seiner Hertha eine schreckliche Saison spielt.

Hinter Kapitän Michael Ballack wird Leverkusens Simon Rolfes den defensiven Part im Mittelfeld einnehmen, auf rechts ist Bastian Schweinsteiger eingeplant. Vorteil des Bayern-Spielers: Unter Louis van Gaal hat er auch gelernt, in einer Doppelsechs zu spielen. Das kommt der Flexibilität der Nationalmannschaft natürlich auch zu Gute, vor allem weil Löw vor allem gegen starke Gegner gerne auf ein Fünftermittelfeld mit zwei Defensiven zurück greift. In diesem Fall wandert Sturmspitze Podolski, der mittlerweile fast traditionell nur noch im Nationalteam groß aufspielt, auf die linke Mittelfeldseite, die aber im Normalfall vom trickreichen Özil beackert wird. Spielt Schweinsteiger zentral Defensiv, ist Hamburgs Trochowski für die Außenbahn der heißeste Kandidat. Sicher darf er sich aber nicht sein, denn Bayern-Jungspund Thomas Müller ist schon auf dem Sprung in die Nationalmannschaft. Sollte er mitfahren dürfen, wäre dies keine Überraschung.

Und vorne hat Löw einige Kandidaten, die sowohl als Partner für Podolski, wie auch als Solospitze keine schlechte Figur abgeben würden. Der formstarke Leverkusener Stefan Kießling (eher als Konterstürmer), der routinierte Miro Klose (eher als Einfädler, weniger als Solostürmer), der bullige Strafraumspieler Mario Gomez: Hier stehen Löw die verschiedensten Spielertypen zur Verfüngung. Was wiederum gut ist für die heutzutage so wichtige Möglichkeit, in Spielanlage und dem dafür nötigen Personal variieren zu können.

Was sich bei der Vorrundengruppe, die Deutschland zugelost bekam, auch durchaus von Vorteil sein kann: Die kampfstarken Australier, die technisch beschlagenen Serben und die verspielten Ghanaer stellen drei völlig unterschiedliche Gegner dar. Im Land des dreifachen Weltmeisters ist man sich daher auch noch immer nicht ganz einig, ob das nun eine leichte Gruppe ist, eine zumindest unangenehme oder gar eine starke. Nur eines ist klar: Will man im Achtelfinale den Engländern ausweichen, ist ein Gruppensieg wohl Pflicht (was allerdings im Gegenzug auch für England gilt, die vor den Deutschen wohl mehr Angst haben als umgekehrt).

Während man aber über die Ausgangslage in der Gruppe diskutieren kann, steht außer Frage, dass die DFB-Elf im Falle eines (erwartungsgemäßen) Gruppensieges halbwegs freie Fahrt bis ins Semifinale haben könnte. Denn weder braucht man sich vor dem Achtelfinalgegner aus der England-Gruppe fürchten (sollten es nicht die Engländer selbst sein), noch vor einem eventuellen Kontrahenten Argentinien, Südafrika oder Mexiko im Viertelfinale – nur Vorrunden-Patzer der Franzosen könnten die Sache etwas delikat machen. Doch so oder so: Angesichts der Auslosung muss das Viertelfinale für die Mannschaft von Joachim Löw als Minimalziel gelten, ein Einzug ins Semfinale ist alles andere als Utopie.

Ohne Zweifel: Die Detuschen sind eine Macht, mit der zu rechnen sein wird. Ob es allerdings reicht, um anders als bei der HeimWM über das Semifinale hinauszukommen? Das hängt auch von der Konkurrenz ab.

GEWINNSPIEL

In Zusammenarbeit mit adidas Teamgeist präsentieren wir euch ein Gewinnspiel. Zu gewinnen gibt es ein Original-WM-Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Vorher gilt es allerdings folgende Fragen per E-Mail an schaffertom at yahoo punkt com (Betreff: ballverliebt.eu Gewinnspiel) zu beantworten, die sich mit Hilfe des adidas Teamgeist-Graphic Novel-Onlinespiels beantworten lassen.

1.) Nach beinah fünf Jahren ohne Niederlage trat die ungarische Nationalmannschaft mit welchem Spitznamen bei der WM-54 an?

2.) Welche Spielernummer trägt der Clockwork-Orange Spieler, der als Erster sein Fahrzeug verlässt?

3.) Auf welchem Weg gelangen die „La albiceleste“ ins Stadion?

Einsendeschluss ist der 19.12.2009 um 23:59. Rechtsweg ausgeschlossen. Mehrmalige Teilnahme derselben Person untersagt. Vergesst nicht, eine korrekte E-Mail-Adresse anzugeben.

————————————————

DEUTSCHLAND
weißes Trikot und schwarze Hose, adidas – Platzierung im ELO-Ranking: 5.

Gruppenspiele in Südafrika:
Australien (Abendspiel So 13/06 in Durban)
Serbien (Mittagsspiel Fr 18/06 in Port Elizabeth)
Ghana (Abendspiel Mi 23/06 in Johannesburg/S)
eventuelles Achtelfinale gegen ein Team der Gruppe ENG/USA/ALG/SLO

TEAM: Tor: René Adler (25, Leverkusen), Manuel Neuer (24, Schalke), Tim Wiese (28, Bremen). Abwehr: Andreas Beck (23, Hoffenheim), Arne Friedrich (31, Hertha BSC), Marcell Jansen (24, Hamburg), Philipp Lahm (26, Bayern), Per Mertesacker (25, Bremen), Marcel Schäfer (26, Wolfsburg), Serdar Tasci (23, Stuttgart), Heiko Westermann (26, Schalke). Mittelfeld: Michael Ballack (33, Chelsea), Torsten Frings (33, Bremen), Thomas Hitzlsperger (28, Stuttgart), Marko Marin (21, Bremen), Thomas Müller (20, Bayern), Mesut Özil (21, Bremen), Simon Rolfes (28, Leverkusen), Bastian Schweinsteiger (25, Bayern),  Piotr Trochowski (26, Hamburg). Angriff: Mario Gomez (24, Bayern), Patrick Helmes (26, Leverkusen), Stefan Kießling (24, Leverkusen), Miroslav Klose (32, Bayern), Lukas Podolski (25, Köln).

Teamchef: Joachim Löw (50, Deutscher, seit August 2006)

Qualifikation: 6:0 in Liechtenstein, 3:3 in Finnland, 2:1 gegen Russland, 1:0 gegen Wales, 4:0 gegen Liechtenstein, 2:0 in Wales, 2:0 in und 4:0 gegen Aserbaidschan, 1:0 in Russland, 1:1 gegen Finnland.

Endrundenteilnahmen: 16 (1934 Dritter, 38 Erste Runde, 54 Weltmeister, 58 Vierter, 62 Viertelfinale, 66 Finale, 70 Dritter, 74 Weltmeister, 78 Zwischenrunde, 82 und 86 Finale, 90 Weltmeister, 94 und 98 Viertelfinale, 2002 Finale, 06 Dritter)

>> Ballverliebt-WM-Serie
Gruppe A: Südafrika, Mexiko, Uruguay, Frankreich
Gruppe B: Argentinien, Nigeria, Südkorea, Griechenland
Gruppe C: England, USA, Algerien, Slowenien
Gruppe D: Deutschland, Australien, Serbien, Ghana
Gruppe E: Holland, Dänemark, Japan, Kamerun
Gruppe F: Italien, Paraguay, Neuseeland, Slowakei
Gruppe G: Brasilien, Nordkorea, Elfenbeinküste, Portugal
Gruppe H: Spanien, Schweiz, Honduras, Chile

* Anm.: Die Platzierungen im ELO-Ranking beziehen sich auf den Zeitpunkt der Auslosung.

]]>
https://ballverliebt.eu/2009/12/12/auf-den-spuren-der-jugend-trikot-gewinnspiel/feed/ 6
WM-Qualifikation: Sag mir, liebes Userlein, wer soll denn der Trainer sein? https://ballverliebt.eu/2008/06/18/wm-qualifikation-sag-mir-liebes-userlein-wer-soll-denn-der-trainer-sein/ https://ballverliebt.eu/2008/06/18/wm-qualifikation-sag-mir-liebes-userlein-wer-soll-denn-der-trainer-sein/#comments Wed, 18 Jun 2008 11:49:34 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=227
{democracy:4}

Sämtliche Alternativen und absoluten No-Gos bitte posten.

]]>
https://ballverliebt.eu/2008/06/18/wm-qualifikation-sag-mir-liebes-userlein-wer-soll-denn-der-trainer-sein/feed/ 1
Österreich 2010: Hicke raus https://ballverliebt.eu/2008/06/17/osterreich-2010-hicke-raus/ https://ballverliebt.eu/2008/06/17/osterreich-2010-hicke-raus/#comments Tue, 17 Jun 2008 11:32:16 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=225 Österreich 2010: Hicke raus weiterlesen ]]> Vorweg. Ich hab den Hicke zu mögen gelernt. Meine totale Ablehnung, die noch Ende letzten Jahres geherrscht hat, habe ich abgelegt. Das Frühjar war ok, die EM kein Desaster. Der Coach hat sich sympathisch, ironisch, witzig, zuweilen gefinkelt gezeigt. Und genau deshalb muss Hickersberger jetzt gehen. Es ist unerträglich, dass man sich als Fan mit solchen Resultaten zufrieden gibt. Österreich ist an seinem Ziel klar und zuweilen stümperhaft und feige gescheitert. 1 Punkt und 1 Tor, das ist alles andere als das mit dem aktuellen Spielerpotential erreichbare Optimum.

Es sind haarsträubende Fehler passiert. Das fängt mit der Einberufungspolitik an, die einen maroden Aufhauser von selbst aufstellte. Wir hatten einen Stürmer zu wenig mit. Ein Maierhofer, Janko oder Kienast – das ist am Ende glaube ich ziemlich Geschmackssache, da kann man auch zwei mitnehmen. Mir hat jemand wie Okotie gefehlt.

[ad#bv_test]Und am Ende nötigte das Kontingent uns statt Leuten wie Schiemer, Ibertsberger oder Scharner einen Martin Hiden auf. Einen Katzer und Patocka hatten wir umsonst mit. Es waren also nicht nur drei falsche Verteidiger, sondern auch mindestens einer zu viel. Und auch wenn das das Ruder nicht allein herum gerissen hätte: Scharner wäre für diese Probleme die Lösung gewesen. Er hätte sowohl den gesperrten Prödl als auch den zeitweise schwachen Stranzl und den dauerschwachen Aufhauser ersetzen können.

Nur für das Fehlen eines in Form befindlichen offensiven Mittelfeldspielers kann man dem Pepi keine Schuld geben – der fehlt hierzulande. Dafür allerdings muss man ihm die feige Formation vom Kroatien-Spiel und die seltsame Anfangsaufstellung vom Deutschland-Match vorwerfen. Das hat irgendwie nach Mittelfeld-Aufgabe ausgesehen, als da plötzlich extrem linkslastig dreieinhalb Stürmer und vier Verteidiger auf dem Platz standen. Dass sich der linke deutsche Verteidiger Lahm dann so gut in Szene setzen konnte, hatte schon einen Grund.

Mit solchen schrägen Entscheidungen muss für die WM-Qualifikation 2010 schluss sein. Das aktuelle Team ist jung und wird seinen Höhepunkt zwischen 2010 und 2014 haben. Da sind Qualifikationen für Turniere nicht nur möglich, sondern das Minimalziel.

Und da bin ich schon zuversichtlich. Ein Prödl wird sich durchsetzen, ein Scharner zurückkehren, ein Harnik den letzten Schliff bekommen, ein Säumel viel dazulernen, ein Korkmaz reifen, Garics und Pogatetz sind ohnehin schon dort, wo man sie haben will. Und wenn Ivanschitz noch ein bisserl was lernt und ein paar andere aus ihrer Versenkung zurückkehren, brauchen wir uns in der Quali vor niemandem fürchten. Hätten wir auch in dieser EM-Gruppenphase nicht müssen.

Man braucht nun Trainer, die aus Hickersbergers nur ordentlichem Grundgerüst mit taktischer Finesse (und einer Einberufungspolitik der Besten statt Richtigen) mehr herausholen. Danke Hicke, es war ok und für manches Schimpfen entschuldige ich mich, aber jetzt tschüss. Und nimm den Stickler mit.

]]>
https://ballverliebt.eu/2008/06/17/osterreich-2010-hicke-raus/feed/ 11
WM Quali: Färöer, wir kommen! https://ballverliebt.eu/2007/11/25/wm-quali-faroer-wir-kommen/ https://ballverliebt.eu/2007/11/25/wm-quali-faroer-wir-kommen/#comments Sun, 25 Nov 2007 17:22:19 +0000 http://ballverliebt.wordpress.com/2007/11/25/wm-quali-faroer-wir-kommen/ WM Quali: Färöer, wir kommen! weiterlesen ]]> Nun stehen sie also fest: Unsere Herausforderungen für die Qualifikation der Fußball-WM 2010 in Südafrika. Und es gibt, aus heutiger Sicht, keinen gleichwertigen Gegner. Hicke’s Einschätzung, dass es egal sei, ob man in Topf 4 oder Topf 5 gesetzt wäre, erwies sich in dieser Konstellation als Blödsinn. Nun will ich aber auf jeden Gegner einzeln eingehen, und schaffe dafür ein paar Bewertungsvoraussetzungen.

Die Bewertung erfolgt unter dem Gesichtspunkt, dass sich die Mannschaft bis zur EM noch steigert (nicht aber, dass sie zwingend das Viertelfinale erreicht) . Zudem setze ich voraus, dass Hicke sie auch in der WM-Quali betreuen wird. Letzteres ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, da aber ein eventueller Nachfolger noch in den Sternen steht, und man Seitens des Verbandes nicht verpflichtend einen „besseren“ Kandidaten erwarten kann, ist das die einzige sinnvolle Alternative für eine halbwegs realistische Prognose.

Jeder Gegner bekommt ein wenig Text gewidmet, und zwei Punkteprognosen (jeweils Hin- plus Rückspiel). Dabei gibt das Minimum die Anzahl an Punkten an, die man vom Team auf jeden Fall erwarten muss, weil alles andere eine Enttäuschung wäre. Das Maximum gibt die Anzahl der Punkte an, die möglich sind, wenn unser Gegner zwei mal einen schlechten und die ÖFB-Elf einen guten Tag erwischt. Alles was das Minimum erreicht, ist daher als akzeptables Abschneiden zu werten, wenngleich deutlich mehr nötig sein wird, will man zumindest das Play-Off erreichen.

Färöer Inseln

Selten habe ich bei Josef Hickersberger ein derart gequältes Lächeln gesehen, als die Kamera bei der Zulosung von Österreich in die Gruppe 7 ihn und Friedrich Stickler einblendete. Das blamable Null zu Eins aus dem Jahre 1990 darf jedoch auch 2007 keine Ausrede sein, auch wenn der Bundestrainer in beiden Jahren derselbe ist. MIN: 6 Pkt. / MAX: 6 Pkt.

Litauen

Der Ausflug ins Baltikum ist ein bisschen wie eine Reise uns Unbekannte. Den Litauern kann man nicht absprechen, bemüht zu spielen, Großes erreicht haben sie seit dem Bestehen ihres eigenen Verbandes jedoch noch nicht. Sie sind zwar über die Färöer zu stellen, sollten aber immer noch klar unter unser Nationalteam einzuordnen sein. MIN: 6 Pkt. / MAX: 6 Pkt.

Rumänien

Der Gewinner seiner EM-Qualigruppe straft Pepi Hickersberger Lügen. Mit schnellem, dynamischen Spiel zeigen die EU-Neulinge aus Osteuropa, dass sie zumindest in Sachen Fußball hervorragenden Anschluß an den Westen gefunden haben. Ab und an war zwar auch ein bisschen Glück dabei, bei der EM wird sich schließlich zeigen, wie der Aufwärtstrend bei den Rumänen wirklich zu bewerten ist. Für Österreich hätte man sich an ihrer Stelle wohl eher die Iren oder Schotten gewünscht. Doch auch diese sind nicht zu unterschätzen, denn das Land des Kiltes stand in der Euroquali knapp vor dem Aufstieg ins Turnier. Fraglich aber, betrachtet man die vergangenen Jahre, ob die Schotten dieses Niveau gehalten hätten. Für Ivanschitz und Co ist’s ohnehin egal, denn der Gegner heisst nun einmal Rumänien und wird sich als schwerer Prüfstein erweisen. MIN: 1 / MAX: 3

Serbien

Nachdem man sich in den letzten Jahren gut präsentierte folgte bei der WM 2006 Ernüchterung mit null Punkten. Bei der EM Quali landete man mit 24 Zählern punktgleich mit den Finnen auf Rang drei, einen Sieg von den zweitplatzierten Portugiesen entfernt. Die Tendenz ist jedoch als eher absteigend zu bewerten, so gelang der 1-0 Sieg im letzten Spiel gegen die Kasachen nur durch ein Eigentor der Gäste. In ihrer derzeitigen Verfassung würde ich sie unter Rumänien stellen, die Entwicklung bis zur WM Qualifikation ist schwer abschetzbar. MIN: 2 / MAX: 4

Frankreich

Der Weltmeister von 1998 und Euro-Gewinner 2000 konnte sich nach den folgenden Rückschlägen gut erfangen, und stand 2006 immerhin im Finale gegen Italien. Etwas holprig gestaltete sich für die Franzosen dann die Euro-Quali, wo man sich neben Highlights wie einem drei zu eins gegen Weltmeister Italien auch Aussetzer wie eine Heimniederlage gegen Schottland leistete. Letztlich reichte es – auch aufgrund einer Schlußschwäche der Schotten – doch noch zu Platz zwei. Auch wenn die Elf von Raymond Domenech dazu neigt, inkonstante Performance zu bieten, so bietet sie selbst diese meist auf hohem Niveau. Für Österreich sollte da selbst bei einer Steigerung kaum etwas zu holen sein. MIN: 0 / MAX: 1

FAZIT:

15 Punkte sollten wir also mindestens von der österreichischen Nationalelf erwarten müssen. 20 Zähler könnten es werden, wenn wir „Opfer“ einer glücklichen Verkettung von Zufällen werden. Angesichts der Lostöpfe ist die Gruppe 7 als moderat schwer einzuschätzen und hat mit Frankreich nur einen echten Favoriten auf den Sieg. Rumänien, Serbien sind heisse Anwärter auf einen möglichen Play-Off Platz, Österreich bei Steigerung ein möglicher Geheimtipp. Damit lässt sich auf Rang zwei spekulieren, denn der Gruppensieg wäre wohl nur dann drinnen, wenn sich Rumänien und Frankreich (warum auch immer) vom Turnier zurückziehen.

In den Sechsergruppen der 2006er Qualifikation waren 20 (Frankreich) bis 25 (England) Punkte genug für den Gruppensieg. 18 (Schweiz, Norwegen) bis 24 Wertungspunkte (Polen) genügten für Platz zwei. Da mit Ausnahme der 5er Gruppe alle Zweiten das KO-Playoff bestreiten, dürften 18 Punkte auch diesmal genügend sein. Will der ÖFB also eine ernsthafte Chance auf WM-Teilnahme via Zwischenrunde haben, muss man sich näher am Maximum orientieren, und dazu wird „ein bisschen steigern“ definitiv zu wenig sein. Die Chancen, in der Gruppe 7 wenigstens bis dorthin zu kommen sind zwar als eher gering zu bewerten, aber durchaus intakt.

Ob wir sie nützen, wird sich zeigen. Hoffen darf man.

]]>
https://ballverliebt.eu/2007/11/25/wm-quali-faroer-wir-kommen/feed/ 9