Wenninger – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Fri, 13 Feb 2015 11:20:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Kein Übermut bei ÖFB-Frauen nach starkem 2:2 in Spanien https://ballverliebt.eu/2015/02/13/oesterreich-spanien-test-oefb-frauen-bayern/ https://ballverliebt.eu/2015/02/13/oesterreich-spanien-test-oefb-frauen-bayern/#comments Thu, 12 Feb 2015 23:56:13 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=10845 Kein Übermut bei ÖFB-Frauen nach starkem 2:2 in Spanien weiterlesen ]]> 2:2 auswärts gegen Spanien – das Resultat im ersten Test des Jahres für die ÖFB-Frauen kann sich sehen lassen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es vor drei Jahren gegen den gleichen Gegner noch ein 1:4 gesetzt hatte und Spanien sich souverän für die WM im Sommer qualifiziert hat. Für Österreich war es aber nicht nur ein gutes Ergebnis, sondern auch der Versuch, sich inhaltlich weiter zu verbessern. Und für eine wichtige Spielerin war’s das Comeback nach über einem Jahr Verletzungspause.

Spanien - Österreich 2:2 (1:1)
Spanien – Österreich 2:2 (1:1)

Nach Platz 2 in der starken WM-Quali-Gruppe liegt nun schon der Fokus auf die im Herbst startende EM-Qualifikation. Das Testspiel gegen Spanien war der Abschluss eines Kurz-Trainingslagers in der Nähe von Murcia, das Match fand in der Küstenstadt San Pedro del Pinatar statt.

Das Spiel

Für EM-Viertelfinalist Spanien war dies der erste Test in der Vorbereitung für die WM im Sommer, im FIFA-Ranking (das bei den Frauen deutlich realistischer berechnet wird als bei den Männern) liegt Spanien auf Rang 15, innerhalb von Europa auf Platz acht – also durchaus ein Gegner von Qualität. Prunkstück ist die Offensive mit Veró Boquete, einer der besten Offensiv-Allrounderinnen weltweit.

Spanien ging recht flott in Führung, hatte auch in der Folge mehr vom Spiel und einige Chancen, aber kurz vor der Pause nützte Nina Burger eine Schlafmützigkeit in der spanischen Abwehr bei einem von der Mittellinie in den Strafraum geschlagenen Freistoß zum 1:1. In der zweiten Hälfte gelang Spanien erneut die Führung, aber nach einer schlecht geklärten Ecke drosch Sophie Maierhofer den Ball zum 2:2 über die Linie.

„Spanien hatte mehr Spielanteile, aber je länger das Spiel dauerte, desto weniger zwingend wurden sie“, resümierte Innenverteidigerin Carina Wenninger, „wir hatten auch einige gute, gezielte Aktionen vor das spanische Tor.“ Wie etwa eine Chance von Lisa Makas kurz vor Schluss, die fast sogar den Sieg bedeutet hätte. „Dafür, dass wir fünf Monate nicht zusammen waren, haben wir recht okay gespielt“, sagt auch Kapitänin Viktoria Schnaderbeck, „wiewohl noch Luft nach oben war. Schön, wenn man das nach einem 2:2 gegen einen so guten Gegner sagen kann.“

Der taktische Schwerpunkt

„In dem einen Jahr, das ich nicht dabei war, ist vor allem im Bereich Pressing, Gegenpressing und Vertikalspiel vieles besser geworden“, vergleicht Wenninger, die ja wegen eines Kreuzbandrisses seit Dezember 2013 außer Gefecht war. Dennoch war Teamchef Thalhammer da, allen Fortschritten zum Trotz, nicht ganz zufrieden.

Gerade bei den Auswärtsspielen in Finnland und Frankreich, also den starken Gruppengegnern, wurde vorne zwar mit ziemlichem Furor angepresst. „Aber die Zahl der im Angriffsdrittel gewonnenen Bälle war dennoch viel zu gering“, so Thalhammer, der in diesem dreitägigen Kurz-Trainingslager in der Nähe von Murcia darauf den Schwerpunkt legte: „Das Anlaufen des Gegners muss noch kompakter und noch konsequenter werden.“

Dazu wird weiter auch an Varianten bei ruhenden Bällen gearbeitet, was etwa vor einem Jahr beim Algarve-Cup schon mit erstaunlich vielen Toren aus Eckbällen belohnt wurde. Nicht selten auch mit eher eigenwillig anmutenden Varianten wie dieser hier:

Nach eigenen Ecken entwickelte Österreich (hier in weiß beim 2:1 gegen Portugal) eine ungemeine Torgefahr, aber auch an Defensiv-Standards wurde gefeilt.
Hier eine Eckball-Variante vom Algarve-Cup 2014

Diesmal versuchte man sich an einer Anstoß-Variante, ähnlich jener, die Zdenek Zeman im Herbst, als er noch Cagliari-Coach war, mit Erfolg gegen Inter Mailand probierte: Anstoß, eine ganze Horde an Spielern rennt nach vorne, der Ball zurück zur Innenverteidigung, und dann hoher Ball in die Zone mit Überzahl.

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Hier die Anstoßvariante vom Spiel in Spanien

Das führte in diesem Fall zwar nicht zum Erfolg, zeigt aber, dass man weiterhin gewillt ist, auch bei Standards mit innovativen bzw. alternativen Ideen arbeiten zu wollen.

Die Rückkehrerin

Carina Wenninger war erstmals seit ihrem Kreuzbandriss am 7. Dezember 2013 wieder dabei. „Ich hab‘ mich mega gefreut, die ganzen Leute wieder zu sehen“, so die Bayern-Innenverteidigerin. Die das Jahr, das sie ausfiel, aber nicht als verlorenes Jahr sehen will: „Ich habe die Gelegenheit genützt, mich im athletischen Bereich zu verbessern. Das betrifft ganz generell die Kraft, aber auch die Stabilität des Körpers von Kopf bis Fuß.“

„Die stundenlangen Sessions in der Reha kann man auch als Lernprozess sehen, der einen von der Psyche her stärker machen kann“, so Wenninger. Sofern fit, ist die 24-jährige Steirerin im ÖFB-Team gesetzt, beim FC Bayern könnte es ob der im Herbst auch ohne ihr extrem stabilen Defensive kurzfristig schwer werden: „Gerade im Defensiv-Verbund wird nicht so leicht gewechselt, wenn dazu keine Not besteht.“

Die Debütantin

Sophie Maierhofer, 18-jährige Steirerin in Diensten von Bundesliga-Tabellenführer St. Pölten, vertrat auf der Linksverteidiger-Position Verena Aschauer (die Freiburg-Legionärin laboriert an einer zähen Schambein-Verletzung – dass das dauern kann, weiß man spätestens seit Steffen Hofmann). „Ihr Einsatz war eigentlich nicht geplant, aber ich hab’s ihr schon zugetraut“, so Teamchef Thalhammer, „und wie unerschrocken sie ihre Gegenspielerin Corredera im Griff hatte, war imponierend.“ Außerdem erzielte sie eben das Tor zum 2:2-Endstand.

Maierhofer, die im Nationalen Zentrum für Frauenfußball in St. Pölten ausgebildet wird, kann daher auch mittelfristig durchaus ein echtes Thema für das Team sein – im April beim Test gegen den Weltranglisten-Zehnten Australien wird sie aber so gut wie sicher nicht dabei sein. Die EM-Quali des U-19-Teams hat da Vorrang.

Die Vielseitige

Eigentlich ist Viktoria Schnaderbeck ja im Mittelfeld-Zentrum vorgesehen, in Abwesenheit der verletzten Wenninger wurde sie 2014 aber im Team zur Innenverteidigerin umfunktioniert und machte das mit ihrer Routine und ihrem Spielverständnis sehr gut. Beim 2:2 gegen Spanien war Wenninger wieder da, dafür fehlte die kurzfristig erkrankte Gini Kirchberger, und Schnaderbeck wurde wieder hinten gebraucht. Eine längerfristige Lösung? „Möglich“, sagt der Teamchef.

Im starken Herbst bei den Bayern etablierte sich die 24-Jährige als Rechtsverteidigerin – was im ÖFB-Team ja eine Position ist, auf der seit längerer Zeit nach der richtigen Besetzung gesucht wird. „Warum nicht“, kann sich Schnaderbeck einen Einsatz auch im Team auf der RV-Position vorstellen, „ich kenn’s ja mittlerweile vom Verein und ich hab‘ ja auch in der Vergangenheit schon auf vielen Positionen gespielt.“

Der Istrien-Cup

Anfang März absolvieren die ÖFB-Frauen vier Spiele beim Istrien-Cup, der zeitgleich zu den etwas renommierteren Test-Turnieren an der Algarve und in Zypern abgehalten wird. Dass es dort nicht gegen Teams aus der tatsächlichen bzw. erweiterten Weltklasse geht, sondern „nur“ gegen die Mittelklasse-Teams Slowakei, Ungarn und Irland, ist dabei nicht einmal ein Nachteil.

„Das ist genau das Richtige“, bestätigt Schnaderbeck: „Wir müssen lernen, gegen solche Gegner noch mehr zu dominieren und sie noch mehr mit den spielerischen Mitteln, die wir mittlerweile haben, in Schach zu halten.“ Gerade gegen die schwächeren Gegner in der WM-Quali (Ungarn, Kasachstan, Bulgarien) ließ man es an genau diesen Attributen vermissen. „Wie wir gegen diese Teams spielen, wird ziemlich sicher den Ausschlag darüber geben, ob wir uns für die EM 2017 qualifizieren oder nicht“, ist Schnaderbeck sicher.

Die EM-Quali

Nach den vier Testspielen in Kroatien und dem Freunschaftsspiel gegen WM-Viertelfinalist Australien geht der Blick zur Auslosung für die EM-Qualifikation. Im Rennen um die 15 freien Plätze für die Endrunde, die 2017 in Holland stattfinden wird, hat sich Österreich dank der zweiten Plätze in den letzten beiden Quali-Kampagnen erstmals in den 2. Topf nach vorne gearbeitet. Neben den acht Gruppensiegern sind auch die sechs besseren Zweiten direkt qualifiziert, die beiden restlichen Zweiten spielen im Play-Off um das letzte Ticket.

„Aus dem 1. Topf brauch ich nicht wieder Frankreich“, sagt Wenninger, „auch nicht zwingend Deutschland“. „Lieber ein Team wie Italien oder Island, das eher in unserer Reichweite liegt“, lautet auch der Wunsch von Schnaderbeck. Mindestens ebenso wichtig wird aber sein, wer aus dem 3. Topf kommt. „Aber egal, wer da kommt – die müssen wir alle schlagen“, betont Wenninger, „wir sind ja nicht durch Zufall im zweiten Topf“. Gelost wird am 13. April.

Die Bundesliga

Die Liga in Österreich (in der St. Pölten klar auf Meisterkurs ist, Abo-Meister Neulengbach wird wohl abgelöst werden) startet erst in einem Monat in die Rückrunde, jene in Deutschland schon an diesem Wochenende. Damit auch für viele ÖFB-Teamspielerinnen – also neben dem Bayern-Quartett (Schnaderbeck, Wenninger, Feiersinger, Zinsberger) auch für Mittelfeld-Spielerin Puntigam und LV Aschauer (beide Freiburg) und für IV Gini Kirchberger (Duisburg). Dazu startet Bremen-Legionärin Katharina Schiechtl in der 2. Liga ins Frühjahr.

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Kirchberger hat beim Vorletzten Duisburg eine neue Trainerin bekommen (Ex-DFB-Stürmerin Inka Grings) und wurde zur Kapitänin befördert, der Kampf um den Klassenerhalt wird aber sehr schwierig. Freiburg wird im gesicherten Mittelfeld ankommen und die Bayern haben es im Herbst geschafft, in die Phalanx aus Wolfsburg, Potsdam und Frankfurt einzubrechen.

„Es hat im Herbst sensationell funktioniert, das Team hat schnell zusammengefunden“, so Schnaderbeck, „wenn wir das halten können, darf man damit schon echt zufrieden sein. Wolfsburg hat weiter eingekauft, ist auch noch in allen Bewerben mit dabei. Frankfurt und Potsdam darf man dazu nie abschreiben. Potsdam ist körperlich immer sehr stark und Frankfurt hat eine sehr hohe individuelle Klasse.“

Erst einmal ein paar Wochen nicht mitwirken kann bei Bayern aber Laura Feiersinger. Sie hat sich zwar von ihrem Schien- und Wadenbeinbruch vor einem Jahr erholt, fällt nun aber mit einer Muskelverletzung aus. „Bitter, es sind ja nur noch neun Spiele für uns“, so Wenninger. Für den Istrien-Cup wird Feiersinger vermutlich auch ausfallen.

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Österreich beim Algarve Cup: Mit noch mehr Kraft auf’s Pressing-Gaspedal https://ballverliebt.eu/2014/03/05/oesterreich-beim-algarve-cup-mit-noch-mehr-kraft-aufs-pressing-gaspedal/ https://ballverliebt.eu/2014/03/05/oesterreich-beim-algarve-cup-mit-noch-mehr-kraft-aufs-pressing-gaspedal/#respond Wed, 05 Mar 2014 01:17:50 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=9963 Österreich beim Algarve Cup: Mit noch mehr Kraft auf’s Pressing-Gaspedal weiterlesen ]]> Zum dritten Mal nach 2009 und 2010 darf Österreich beim Algarve Cup teilnehmen – dem bedeutendsten Testspiel-Turnier im Frauen-Fußball, bei dem jährlich Anfang März zwölf Teams über mehrere Spielorte verteilt im Süden Portugals je vier Spiele lang gegen richtig starke Konkurrenz testen. Mit Olympiasieger USA, Weltmeister Japan und Europameister Deutschland sind die drei besten Nationalteams der Welt auch diesmal mit dabei.

Österreich testet, I.: Wie ohne Wenninger?

Wenn man nur die Zeit betrachtet, die Abwehr-Boss Carina Wenninger nach ihrem im November erlittenen Kreuzbandriss fehlen wird (also die restliche, bis September laufende WM-Quali), gibt es nur ein einziges Spiel, in dem das wirklich einen Unterschied machen dürfte – jenes im Juni gegen Finnland, dem Gegner um den zweiten Gruppenplatz. Gegen die Gruppen-Nachzügler wird die Abwehr ohnehin kaum gefordert und in Frankreich im April wär’s auch mit ihr, vorsichtig formuliert, sauschwer geworden.

Mögliche Varianten, die beim Algarve Cup zum Einsatz kommen könnten
Mögliche Varianten, die beim Algarve Cup zum Einsatz kommen könnten

Vielmehr aber sollte man Wenningers Fehlen als Möglichkeit begreifen, einen echten Plan B zu entwickeln. Das kann etwa Romina Bell sein, die ihr zweites Jahr in der US-College-Liga absolviert, im Nationalteam aber zuletzt mehr nicht berücksichtigt worden war als schon. Das kann aber auch eine Spielerin aus dem Mittelfeld sein – was nicht unlogisch wäre, weil zuletzt bereits sehr intensiv mit abkippender Sechs agiert worden war. Diese Variante (etwa mit Kapitänin Schnaderbeck) wäre defensiv sicherlich ein Risiko, weil niemand aus dem Mittelfeld im Klub in der Zentral-Verteidigung spielt. Wäre aber ein Vorteil in der Spieleröffnung (siehe Nilla Fischer bei Schweden, zum Beispiel).

Letztere Variante würde einen Platz im Mittelfeld-Zentrum freimachen, und hier hat Teamchef Thalhammer viele Möglichkeiten, Alternativen zum angestammten Duo mit Schnaderbeck und Puntigam zu versuchen. Etwa mit Nadine Prohaska, die in der Regel links außen startet, aber bei Einwechslungen von Jenny Pöltl oft ins Zentrum geht, und sich dort obendrein auch wohl fühlt. Oder mit Pressing-Monster Sarah Zadrazil, die auch ganz vorne agieren kann.

Außerdem können Lisi Tieber und Jassi Eder so ziemlich auf jeder Position eingesetzt werden, auch Jelena Prvulovic (für den Flügel oder ganz vorne) ist eine Option, wenn man etwa Laura Feiersinger schonen oder anderswo ausprobieren möchte.

Man sieht: Genug Stoff, um alleine damit vier Testspiele acht Tagen zu füllen.

Österreich testet, II.: Noch mehr Pressing

Über den Sommer wurde es einstudiert, im Herbst kam’s zum Einsatz: Österreichs Frauen-Team zeigt ein Pressing, das sich gewaschen hat. Vor allem in Finnland brachte man den Gegner damit mächtig ins Schwitzen, von Weltklasse-Team Frankreich erntete man zumindest (im übertragenen Sinne) hochgezogene Augenbrauen.

„Wir müssen uns aber auch gegen richtig gute Teams noch mehr trauen, hoch zu verteidigen und sie noch härter anzupressen“, fordert Teamchef Dominik Thalhammer, der mit Blick auf das 1:3 im Frankreich-Spiel sagt: „Da war zu viel Respekt von unserer Seite gegeben, und nach dem schnellen Doppelschlag zum 0:2 nach zwanzig Minuten war’s mit dem Mut ganz vorbei.“ Die Erfahrung aus dem Herbst hat gezeigt, dass vor allem Sarah Zadrazil eine unglaubliche Waffe ist, wenn es um Pressing geht. Sie fehlte gegen Frankreich, weil sie von ihrem US-College nicht freigegeben worden war.

Erstaunlich ist dabei, dass Österreich schon jetzt eines der am heftigsten pressenden Nationalteams im Frauen-Fußball überhaupt ist – das sieht man noch im US-Team, bei den Deutschen, aber dann ist die Liste schon ziemlich abgegrast.

1. Gegner: Portugal – Distanz vergrößert?

PortugalIn der Quali für die EM 2013 spielte Österreich gegen Portugal, war da zweimal grundsätzlich das bessere Team, tat sich aber in beiden Spielen extrem schwer, zu nicht ganz unglücklichen 1:0-Siegen zu kommen. In Pombal fehlte der Nachdruck, nach einer frühen Führung den Sack zuzumachen; in Wr. Neustadt das Nachrücken aus dem Mittelfeld. Österreich vom November ’11 bzw. dem April ’12 ist aber nur personell mit heute zu vergleichen, inhaltlich überhaupt nicht.

Deshalb wird es gegen Portugal auch interessant sein zu sehen, wie viel Distanz Österreich in der Zwischenzeit zu diesem Team gelegt hat. Zum Vergleich: Gegen Ungarn, wie Portugal ein Topf-4-Team (vgl. Österreich: Topf 3), spielte das ÖFB-Team vor fünf Monaten nicht mal besonders glorreich und kam dennoch zu einem nie auch nur im Ansatz gefährdeten 3:0-Auswärtssieg.

Bilanz gegen Portugal: 4 Spiele, 2 Siege, 2 Niederlagen. Im Detail: 0:1 in Faro (Algarve Cup, 2009), 1:2 in Faro (Algarve Cup, 2010), 1:0 in Pombal (EM-Quali, 2011), 1:0 in Wr. Neustadt (EM-Quali, 2012).

2. Gegner: Nordkorea – echter Prüfstein

NordkoreaBis vor zwei Wochen war Nordirland als Teilnehmer vorgesehen, ehe (aus welchen Gründen auch immer) doch Nordkorea den Platz bekam. Österreich soll’s recht sein, die Asiatinnen sind um zwei Klassen stärker als das Team von der grünen Insel. Nordkorea ist eine echte Hausnummer und steht in der Weltrangliste auf Platz zehn – 19 Plätze vor Österreich. Nordkorea gilt als technisch gut, kompakt und flink; ganz egal, mit welcher Truppe aufgekreuzt wird. Denn wie dort üblich wird um die Spielerinnen ein Staatsgeheimnis gemacht, immer wieder rückt Nordkorea mit einer Horde von 15 neuen Leuten an, von denen noch keiner jemals etwas gehört hat, und die dann auch ebenso schnell wieder verschwinden.

In den letzten Jahren machte Nordkorea allerdings nur negative Schlagzeilen: Erst lieferten bei der WM 2011 gleich fünf Kader-Spielerinnen positive Doping-Proben ab, was den Ausschluss von der WM 2015 zur Folge hatte. Dann weigerte man sich bei Olympia 2012 eine Stunde lang, zum Spiel gegen Kolumbien anzutreten, weil auf der Stadion-Vidiwall versehentlich die südkoreanische Flagge gezeigt worden war.

Österreich sollte Nordkorea, was die körperliche Robustheit angeht, überlegen sein (ein ungewohntes Gefühl), dürfte aber Tempo-Nachteile haben. Es ist erst das zweite Spiel gegen ein Team aus Asien: Im Jahr 1994 spielte man beim Slovakia Cup, einem mit dem Algarve Cup vergleichbaren Turnier, 0:1 gegen Japan. Julia Tabotta war damals einen Monat alt, Jelena Prvulovic noch gar nicht geboren.

Bisher noch keine Spiele gegen Nordkorea.

3. Gegner: Russland – ein- oder gar überholt?

RusslandAls sich Österreich in der Quali für die EM 2013 erstmals für die Play-Offs qualifiziert hat, war der Gegner Russland. Die Russinnen setzten sich durch, aber nicht, weil sie wirklich besser waren, sondern weil sie abgezockter waren. Die Erfahrung in solchen Alles-oder-Nichts-Spielen sprach gegen Österreich.

Das ÖFB-Team hat sich seither massiv weiterentwickelt, die Sbornaja ganz deutlich nicht. Man spielte eine ganz okaye EM (Niederlage gegen Frankreich, Remis gegen England und Spanien), bekam aber seither beim 0:9 in der WM-Quali in Deutschland und bei einem 0:7 und einem 0:8 im Februar bei zwei Auswärts-Tests gegen die USA ganz, ganz übel auf’s Haupt. Die nächstjährige WM in Kanada wird so gut wie sicher ohne Russland stattfinden.

Zudem haben diese Spiele gezeigt, dass man mit Pressing nicht umgehen kann und, wenn man mal im Rückstand liegt, damit nervlich nicht zu Rande kommt und zur totalen Implosion neigt. Außerdem fehlt jemand, der die Torchancen verwertet. Eine gute Gelegenheit also für Österreich, um zu sehen, ob man Russland schon ein- oder gar überholt hat.

Bilanz gegen Russland: 4 Spiele, 1 Remis, 3 Niederlagen. Im Detail: 1:5 in Anger (EM-Quali, 2007), 1:3 in Krasnoameisk (EM-Quali, 2008), 0:2 in St. Pölten (EM-Quali, 2012), 1:1 in Rostov (EM-Quali, 2012).

Der Modus und die anderen Teams

Gegen wen es in der vierten Partie, dem Platzierungsspiel, geht, wird sich zeigen. Der Modus ist etwas eigentümlich: In den Gruppen A (mit Europameister Deutschland, EM-Finalist Norwegen, EM-Viertelfinalist Island und dem achtfachen Asien-Meister China) und B (mit Olympiasieger USA, Weltmeister Japan und den EM-Halbfinalisten Schweden und Dänemark) tummeln sich die Weltklasse-Teams, in der Gruppe C die nicht ganz so starken Mannschaften.

Die Teams aus der Gruppe C spielen im Platzierungsspiel gegen die Dritt- und Viertplatzierten aus den Top-Gruppen; deren Sieger bzw. Zweitplatzierten sich im Finale bzw. dem Spiel um Platz drei treffen. Das klingt kompliziert, ist aber eigentlich nicht relevant, weil bis auf das Finale ohnehin kein Spiel mit dem allerletzten Ernst betrieben wird. Das Turnier zu gewinnen ist fein, aber letztlich ohne wirkliche Bedeutung.

Nicht alle Mannschaften der Top-Gruppen haben derzeit viel Spaß. Dänemark und Island sind, jeweils mit neuen Teamchefs, desaströs in die WM-Quali gestartet. Schwedens Trainerin Sundhage experimentierte schon im Herbst fleißig und ohne erkennbare Fortschritte, Norwegen galoppiert in Riesen-Schritten der Überalterung entegegen. Japan suchte nach dem Rücktritt von WM-Spielmacherin Homare Sawa nach sich selbst, bis man so verzweifelt war und die mittlerweile 35-Jährige reaktiverte. Und China hat in den letzten Jahren den Anschluss an die echte Weltspitze verloren.

Gegen eines dieser Teams wird Österreich das letzte Spiel bestreiten und testen können, was man gelernt hat. Denn wenn nicht alles schief läuft, sollten sich die USA und Deutschland, wie schon letztes Jahr, im Finale treffen.

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Kader: Tor: Anna-Carina Kristler (25 Jahre, Sturm Graz, 18 Länderspiele), Manuela Zinsberger (18, Neulengbach, 3). Abwehr: Verena Aschauer (20, Cloppenburg/GER, 13), Romina Bell (20, AIC Yellow Jackets/USA, 5), Gini Kirchberger (20, Cloppenburg/GER, 17), Heike Manhart (21, Szombathély/HUN, 19), Julia Tabotta (19, St. Pölten, 2). Mittelfeld: Jasmin Eder (21, St. Pölten, 12), Laura Feiersinger (20, Bayern München/GER, 27), Jenny Pöltl (20, St. Pölten, 15), Nadine Prohaska (23, St. Pölten, 37), Sarah Puntigam (21, Kriens/SUI, 35), Viktoria Schnaderbeck (23, Bayern München/GER, 27), Lisi Tieber (23, Sturm Graz, 11). Angriff: Nina Burger (26, Neulengbach, 51), Lisa Makas (21, St. Pölten, 27), Jelena Prvulovic (19, Landhaus, 2), Sarah Zadrazil (21, ETSU Bucs/USA, 10).

PS: Wie gewohnt ist Eurosport live dabei, allerdings nur mit Spielen aus den Top-Gruppen.

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Achtbar aus der Affäre gezogen: ÖFB-Frauen 1:3 gegen Top-Team Frankreich https://ballverliebt.eu/2013/11/01/achtbar-aus-der-affare-gezogen-ofb-frauen-13-gegen-top-team-frankreich/ https://ballverliebt.eu/2013/11/01/achtbar-aus-der-affare-gezogen-ofb-frauen-13-gegen-top-team-frankreich/#comments Fri, 01 Nov 2013 00:29:05 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=9785 Achtbar aus der Affäre gezogen: ÖFB-Frauen 1:3 gegen Top-Team Frankreich weiterlesen ]]> Brav gespielt, den Gegner eine Zeitlang wirklich geärgert, aber gegen das übermächtige Team aus Frankreich letztlich natürlich verdient 1:3 verloren: So lief das letzte WM-Quali-Spiel der ÖFB-Frauen in diesem Kalenderjahr. In dem man bis zum französischen Doppelschlag nach etwa einer Viertelstunde zeigte, dass man auch vor diesem Gegner keine Angst hat. Aber Frankreich danach ausspielte, individuell deutlich besser zu sein.

Österreich - Frankreich 1:3 (0:2)
Österreich – Frankreich 1:3 (0:2)

Neuer Teamchef (Bergeroo statt Bini), neues System (4-4-2 statt 4-2-3-1), neue Besetzung (Delannoy statt George, Henry statt Soubeyrand, Houara statt Franco), mit Cammy Abily fehlte der etatmäßige Boss am Feld mit einer Knöchelverletzung – und es gibt eine neue Position für Louisa Nécib (links im Mittelfeld statt auf der Zehn): Bei Frankreich hat sich seit dem Viertelfinal-Aus bei der EM vieles verändert. Was sich nicht verändert hat: Dass das neben Deutschland die beste Mannschaft Europas ist.

Couragierter österreichischer Beginn

Das Österreich davon, trotz der massiven Fortschritte in den letzten zwei Jahren, ein schönes Stück entfernt ist, ist ganz klar. Und doch versteckte sich das ÖFB-Team in der Anfangsphase überhaupt nicht. Es wurde in der eigenen Hälfte auf die ballführende Französin gepresst, wenn möglich wurde auch gedoppelt. Hinzu kam, dass die Gäste in 1-gegen-1-Situationen oft schlampig und eindimenstional agierten, dadurch oft hängen blieben – vor allem an Schnaderbeck und Puntigam.

Diese beiden staffelten sich diesmal horizontal. Wenn Österreich das Spiel selbst macht, kippt in der Regel eine von den beiden ab, gegen den Gruppenfavoriten war aber defensive Stabilität gefragt. So staffelten sich bei Österreich die zwei Viererketten, in denen der Ball gewonnen werden sollte, um dann die beiden Spitzen Burger (zumeist hängend) und Makas (zumeist vorne) bedient werden sollten.

Das ÖFB-Team wurde in der Anfangsphase zwar selbst nicht gefährlich, neutralisierte aber den Gegner so gut es ging. In der ersten Viertelstunde kam Frankreich nur zu einer echten Tormöglichkeit. Ganz offenbar hatte Frankreich nicht damit gerechnet, so frech vom Außenseiter angegangen zu werden.

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Durch das eigene 4-4-2 und die sich ins Mittelfeld fallende Burger bei Österreich hatte Frankreich im Zentrum Unterzahl, agierte zudem in Zweikämpfen mit zu wenig Ernsthaftigkeit und hatte etwas Probleme mit dem österreichischen Pressing. Bei den Gastgebern staffelte sich das Mittelfel-Zentrum (roter Strich) diesmal horzontal statt vertikal.

Doppelschlag und französische Assymetrie

Nach einer Viertelstunde tanzte die aufgerückte Boulleau Österreichs RV Manhart aus, gab zur Mitte und Nécib verwertete zum 1:0, zwei Minuten später rückten die Gastgeber bei einem Freistoß nicht heraus und Amandine Henry schoss aus 20 Metern zum 2:0 ein. Mit diesem Doppelschlag war das Spiel für Frankreich dann doch auf Schiene und bei Österreich war ein ziemlicher Bruch zu sehen. Die Courage war schlagartig gewichen, man agierte passiver, ließ Frankreich mehr gewähren.

Die Gäste spielten in der Folge immer assymetrischer. Nécib auf der linken Seite zog viel in Richtung ihrer gewohnten Position in der Mitte, überließ die Außenbahn LV Boulleau (die deutlich mehr nach vorne tat als RV Houara). Doch obwohl Heike Manhart mit den beiden überhaupt nicht zurecht kam und weder dem schnellen Giftzwerg Boulleau noch der techisch versierten Nécib (bei der zudem ihre üblichen, aus allzu großer Lässigkeit entstehenden Schlampigkeiten nicht Überhand nahmen) viel entgegen setzen konnte, konzentrierte sich das französische Angriffsspiel vor allem auf die andere Seite.

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Weil sich die österreichischen Viererketten zentral zusammen zogen, hatte Élodie Thomis (ganz rechts, 3x unterstrichen) extrem viel Platz. Im Aufbau spielte Frankreich ein 4-2-4

Wo sich Frankreichs RM Élodie Thomis ganz an der Seitenlinie postierte, während die österreichischen Ketten sich sehr zentral zusammen zogen und Frankreich so nach außen drängten. Durch ihr extremes Tempo und ihr gutes Timis war Thomis der größte Gefahrenherd. Aschauer versuchte nach Kräften, Thomis nach ihren Vertikalläufen am Flanken zu hindern, zumeist gelang ihr das auch. Nur nach vorne war so natürlich wenig möglich.

Österreich linkslastig, Frankreich individuell überlegen

Was ein wenig erstaunte: Obwohl Nécib viel einrückte und über Laura Feiersinger eigentlich mehr Platz gewesen wäre, konzentrierten sich Österreichs Offensiv-Bemühungen vor allem auf die andere, die linke Seite. Vor allem Lisa Makas – die oftmals auf diese Außenbahn auswich – versuchte, sich anspielbar zu machen und Bälle zu halten. Das Risiko im Aufbau über diese Seite war aber natürlich, dass bei Ballverlust sofort Thomis ihren Turbo zünden konnte.

Was Frankreich sehr gut machte: Die überlegene individuelle Klasse ausspielen. Sieben in der Startformation spielen bei CL-Final-Dauergast Lyon, die restlichen vier beim Top-Klub Paris St. Germain, das ist eine andere Liga. Da wurde stark antizipiert, im richtigen Moment der Körper reingestellt oder auch mal der Ellbogen ausgefahren. In Defensiv-Zweikämpfen brannte überhaupt nichts an und wenn Österreich mit längeren Bällen die Spitzen in Szene setzen wollte, war die extrem schnelle Delannoy zur Stelle und lief diese ab. Sogar gegen die wirklich nicht langsame Lisa Makas.

Gäste schalten zurück

Frankreich verlegte sich immer mehr auf’s verwalten und bohrte nach dem Seitenwechsel auch zunehmend die Seite von Heike Manhart an. Die Folge waren diverse Freistöße aus dem Halbfeld, die Nécib in den Strafraum chippte – bei einer dieser Situationen war nach einer Stunde dann die 1.85m große Wendie Renard zur Stelle und nickte zum 3:0 ein. Wenn eine so große Spielerin, die noch dazu Kopfball-Spezialistin ist, mit einem Freistoß genau in ihren Lauf gefüttert wird, ist sie ganz einfach nicht zu verteidigen.

Dass Carina Wenninger nur wenige Minuten später nach einer Freistoß-Flanke von Feiersinger das 1:3 erzielte, schien Frankreich kaum zu beunruhigen, gab aber Österreich noch einmal Auftrieb. Zumal mit Nicole Billa (statt Makas) in der Spitze und Lokalmatadorin Jenny Pöltl für die linke Seite (statt Puntigam, Prohaska ging ins Zentrum) noch zusätzlicher Schwung kam. Besonders imponieren war etwa, wie die 17-jährige Billa, mit der geballten Länderspiel-Erfahrung von zwölf Minuten aus dem Ungarn-Spiel, die um anderthalb Köpfe größere Renard austanzte.

Die beste Chance für Österreich hatte in der Schlussphase dann noch Burger, die allerdings nach ihrem Lauf in den Rücken der französischen Abwehr den Moment für das Abspiel oder den Abschluss verpasst hat. So verwaltete Frankreich das 3:1 trocken über die Zeit.

Fazit: Frankreich spielte die Klasse aus

Letztlich war es ein Spiel, das man so erwarten konnte: Österreich hält couragiert und frech dagegen, bis Frankreich in Führung geht und den Sieg routiniert über die Zeit schaukelt. Bei den Gästen war es Dienst nach Vorschrift, nicht mehr – hinfahren, gewinnen, wieder heimfahren.

Dabei wurden natürlich die Unterschiede in puncto individueller Klasse deutlich, vor allem gegen Nécib war das ÖFB-Team zumeist machtlos. Es gab zwei, drei eher halbherzige Versuche, eine Mittelfelspielerin zwischen die IV fallen zu lassen und so das Spiel mit sieben Spielerinnen vor dem Ball in die französische Hälfte zu schieben; Teamchef Thalhammer deutete seinem Team immer wieder an – auch bei 0:2 bzw. 1:3 – gegen den Favoriten konsequenter herauszurücken.

Wobei aber nach dem Doppelschlag in den Minuten 16 und 18 klar war: Frankreich wird dieses Spiel gewinnen. Dieses Team ist einfach zu gut, um sich so etwas gegen ein aufstrebendes Mittelklasse-Team wie Österreich noch nehmen zu lassen.

(phe)

PS: Im Parallelspiel gewann Finnland daheim gegen Kasachstan erstaunlich knapp mit 1:0, ist damit nun Gruppenerster. Das 4:0 von Ungarn gegen Bulgarien hat schon nur noch statistischen Wert. Für Österreich ist der Länderspiel-Herbst damit vorbei, Frankreich absolviert im November noch beide Spiele gegen Bulgarien, dazu empfängt Ungarn Kasachstan. Im April geht’s für Österreich dann nach Bulgarien und nach Frankreich.

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Souveränes 3:0 in Ungarn: Österreich besteht die Auswärts-Prüfung problemlos https://ballverliebt.eu/2013/10/27/souveranes-30-in-ungarn-osterreich-besteht-die-auswarts-prufung-problemlos/ https://ballverliebt.eu/2013/10/27/souveranes-30-in-ungarn-osterreich-besteht-die-auswarts-prufung-problemlos/#comments Sun, 27 Oct 2013 10:11:51 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=9767 Souveränes 3:0 in Ungarn: Österreich besteht die Auswärts-Prüfung problemlos weiterlesen ]]> Was den Entwicklungsstand der ÖFB-Frauen angeht, waren in diesem Herbst zwei Spiele besonders interessant: Das bei EM-Teilnehmer Finnland (wo man mindestens auf Augenhöhe war) – und das in Ungarn, dem Topf-4-Team der Sechsergruppe. Um die Frage zu beantworten, wie es dem Team auswärts gegen einen Gegner mit halbwegs Qualität gelingt, das Spiel zu gestalten. Nach dem nie gefährdeten 3:0 in Budapest steht fest: Mannschaften wie diesen ist man schon meilenweit enteilt. Erst, als das Spiel entschieden war, ließ man es ein wenig schleifen.

Ungarn - Österreich 0:3 (0:2)
Ungarn – Österreich 0:3 (0:2)

Stamm-Goalie Kristler fehlte verletzt und Sarah Zadrazil, die zuletzt in Finnland eine starke Partie als Nina Burgers Sturmpartnerin ablieferte, bekam von ihrem US-Uni-Team keine Freigabe. Eine andere Spielanlage bedeuteten diese Änderungen (Makas zurück statt Zadrazil, Zinsberger statt Kristler mit dem Startelf-Debüt) nicht: Wille zum Gestalten, weit abkippende Sechs, einrückende Mittelfeld-Außen und aktive Außenverteidiger.

Österreichischer Sieg früh auf Schiene

So weit nichts Neues, und tatsächlich war die Spielanlage jener vom Spiel in Finnland praktisch identisch. Unterschied: Der Gegner hatte weniger Niveau als in Turku. Auch das erlaubte es der österreichischen Dreierkette, die sich im Aufbau bildete, deutlich weiter nach vorne zu schieben. Das allzu große Loch, dass dabei gegen Belgien und in Finnland davor aufgerissen wurde, verkleinerte sich dadurch; außerdem standen die nominellen Mittelfeld-Außen diesmal nicht auf einer Höhe mit den Sturmspitzen, sondern bearbeiteten dahinter den Platz zwischen den Reihen.

Das 1:0 für Österreich fiel schon in Minute 7: Eine Freistoß-Flanke von Puntigam (die diesmal als tieferer der beiden zentralen Mittelfeld-Leute begann) beförderte Burger in ihrem 50. Länderspiel der Ball an die Latte, die ungarische Abseitsfalle schnappte nicht zu und Carina Wenninger konnte völlig mühelos zu ihrem zweiten Tor im Nationalteam einköpfeln. Was allerdings nicht dafür sorgte, dass die Ungarinnen aktiver wurden.

Das „Problem Jakabfi“ ist keines

Die mit sehr viel Abstand beste Spielerin Ungarns ist Zsanett Jakabfi, Stammkraft bei Triple-Sieger Wolfsburg. Wenn sie denn fit ist. Denn das war sie in den letzten Monaten nicht, und das merkte man. Hastig einberufen und ohne mit der Mannschaft trainiert zu haben, war sie auf dem rechten Flügel im 4-4-2 von Teamchef Attila Vágó postiert. Potentiell ein extremer Gefahrenherd – vor allem ob der teilweise recht weit innen agierenden Prohaska – aber das Spiel lief komplett an Jakabfi vorbei, sie hatte kaum Ballkontakte und sie brachte Verena Aschauer nur sehr selten in Verlegenheit.

Bei Ungarn versuchten die Mittelfeld-Außen Jakabfi und Kaján, im Aufbau weit nach vorne zu schieben – vor allem Jakabfi – aber umso nahmen sie sich selbst aus dem Spiel, weil Österreich da geschickt die Passwege zustellte. Andererseits aber ließ sich Boglárka Szabó aus dem Zentrum zwischen Innenverteidiger fallen, wenn es hinten gefährlich wurde. So ergab sich ein Wall aus drei eng stehenden Verteidigierinnen im Zentrum.

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Wenn bei Österreich Puntigam abkippte (ganz links), staffelte sich das ungarische ZM vertikal und LM Kaján ging viel weiter zurück als RM Jakabfi. So hatte Österreich viel Raum zur Spieleröffnung.

Aber durch die Assymetrie auf den ungarischen Flügeln – Kaján links rückte gegen den Ball deutlich weiter zurück als Jakabfi rechts – und drm in der Defensive vertikal statt horizontal gestaffelten Duo im zentralen Mittelfeld waren auf dieser Seite deutlich mehr Optionen zur Spieleröffnung für Österreich, weil Ungarn da große Räume offen ließ. Darum war es auch Carina Wenninger, die rechte Innenverteidigerin, die oftmals mit dem Ball nach vorne in den freien Raum ging.

Man muss sich schon fragen, warum die Ungarn das ÖFB-Team dreimal beobachtet haben (gegen Belgien, gegen Bulgarien und in Finnland), wenn sie dann im Positionsspiel gegen den Ball erst recht alles falsch machen. Gefährlich wurde Ungarn jedenfalls nur aus Ecken: In Minute 9 streicht eine solche einen Meter am österreichischen Tor vorbei, und in Minute 42 kratzte Heike Manhart (die ja in der ungarischen Liga spielt) einen Schuss von Vágó wiederum nach einem Eckball von der Linie. Letzteres war die einzige echte Schrecksekunde im ganzen Spiel.

Klare Sache und Billa-Debüt

Durch die Mitte, wo sich die Ungarinnen in der Abwehrkette verdichtete, kam Österreich nicht so oft durch, und wenn, war meist Lisa Makas mit ihrem Tempo und ihrer Technik daran beteiligt (wie etwa auch schon bei ihrer sensationellen Vorarbeit im Europacup-Spiel gegen Sassari Torres). Nur im Abschluss haperte es. Die gefährlichsten Szenen kamen aber zustande, wenn es gelang, über die Außen mit Tempo in den Rücken der ungarischen Abwehr zu kommen.

Wie beim 2:0, als Aschauer durchging, flankte, und die ungarischen Innverteidigerinnen Demeter und Tóth beide den Ball klären wollten, dabei übereinander stolperten und den Ball dabei ins eigene Tor beförderten. Undwie beim 3:0, als Nina Burger steil geschickt wurde und ebenso zur Grundlinie durchging, zurücklegte, und Lisa Makas nach einer Stunde doch noch ihr Tor machte.

26. Oktober 2013 um 18.33 Uhr: Der Moment, in dem Nicola Billa im Team debütiert.
Budapest, 26. Oktober 2013, 18.33 Uhr: Der Moment, in dem Nicola Billa (Nr. 9) im Team debütiert.

Was die Gelegenheit gab, Nicole Billa ihr Teamdebüt zu ermöglichen. Die 17-Jährige, die Kapitänin vom U-19-Team ist, startete zuletzt mächtig durch, nach einer Saison in Innsbruck ging sie im Sommer zu St. Pölten und fällt auch dort durch eine Eiseskälte vor dem Tor auf.

Dass sie ihre größte Chance auf den ersten Treffer im ersten Spiel in der Nachspielzeit vergab, indem sie halb im Fallen aus zwei Metern über das Tor schoss, kann da schon mal passieren. Ungarn war zu diesem Zeitpunkt im Übrigen schon nur noch zu zehnt: Zsanett Jakabfi, im ganzen Spiel weitgehen unsichtbar, hatte in der 87. Minute angeschlagen das Feld verlassen, das Wechselkontingent war aber schon erschöpft.

Da wird sich Wolfsburg schön beim ungarischen Verband bedanken, der Jakabfi völlig unvorbereitet in die Schlacht warf.

Fazit: Nicht glanzvoll, aber problemlos

Mit dem 2:0 und dann dem 3:0 im Rücken franzte das österreichische Spiel ein wenig aus, es wurde zu eng, es fehlte ein wenig die Genauigkeit. Aber bis die Partie entschieden war, agierte Österreich konzentriert, umsichtig und bis auf wenige Ausnahmen souverän. Der Sieg stand nie in Frage. Es wurde versucht, die Schwächen von Ungarn anzubohren, man hatte immer das Heft des Handeln in der Hand und Schnitzer von Ungarn wurden ausgenützt. Kein ultimativ glazvoller Sieg, aber ein souveräner Erfolg gegen einen passiven und defensiven Gegner.

So leicht wird’s am Donnerstag in Ritzing gegen Frankreich natürlich nicht werden.

(phe)

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Eine Mannschaft, ein Ziel: WM in Kanada! https://ballverliebt.eu/2013/09/19/eine-mannschaft-ein-ziel-die-wm-in-kanada/ https://ballverliebt.eu/2013/09/19/eine-mannschaft-ein-ziel-die-wm-in-kanada/#respond Thu, 19 Sep 2013 21:38:45 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=9491 Eine Mannschaft, ein Ziel: WM in Kanada! weiterlesen ]]> Acht Tickets hat die FIFA den europäischen Mannschaften zugesprochen, für die Endrunde der Frauen-WM im Jahr 2015 in Kanada. An diesem Wochenende startet die sieben Qualifikations-Gruppen – und mit dabei ist natürlich auch Österreich. Letztes Jahr erst im Play-Off an der Teilnahme an der vor zwei Monaten ausgetragenen EM gescheitert, peilt die im Schnitt erst 21,5 Jahre alte Truppe nun Gruppenplatz zwei hinter den praktisch unschlagbaren Französinnen an. Der kann zum Play-Off reichen.

Zum Start geht’s am Samstag in Vöcklabruck gegen Bulgarien – da ist ein klarer Sieg zu erwarten – und am Mittwoch auswärts gegen EM-Teilnehmer Finnland. Ballverliebt stellt die Mannschaft vor, die für Rot-Weiß-Rot an den Start geht.

Voraussichtliche Startformation Österreichs
Voraussichtliche Startformation Österreichs

Zehn Monate sind vergangen, seit Österreichs Fußball-Frauen zum ersten Mal überhaupt in den Play-Offs für ein großes Turnier gespielt haben. Gegen Russland klappte es mit dem letzten Schritt nicht, die EM fand ohne Österreich statt – nun beginnt der nächste Anlauf. Der ungleich schwerer wird, weil für die Weltmeisterschaft 2015 in Kanada nur acht Plätze an Teams aus Europa gehen, davon sieben an die Gruppensieger.

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Zum Start im Rennen um dieses achte Ticket geht es am Samstag in Vöcklabruck gegen Bulgarien, vier Tage später in Turku gegen Finnland. Ersteres ist ein Pflichtsieg, zweiteres schon eine vorentscheidende Partie im Rang um jenen zweiten Platz, der es sein muss, will man eine Chance haben. Die vier besseren Zweiten aus den sieben Gruppen ermitteln in K.o.-Duellen, wer die Gruppensieger nach Kanada begleitet.

Bei Österreich ist seit der EM-Quali manches gleich geblieben, manches hat sich aber auch grundlegend verändert. Hier ein Überblick.

Tor

Geht als Nr. 1 in die WM-Quali: Anna-Carina Kristler (Foto: Gerhard Möhsner)
Geht als Nr. 1 in die WM-Quali: Anna-Carina Kristler (Foto: Gerhard Möhsner)

Vor zwei Jahren ging Anna-Carina Kristler als Nummer eins in die Quali, wurde dann von Jasmin Pfeiler verdrängt und erlangte am Ende ihren Platz zurück. Auch weil sich Pfeiler in der Zwischenzeit in die Karenz verabschiedet hat, hat sich die 25-jährige Kärntnerin Kristler als klarer Einser-Goalie etabliert.

Sie verfügt über gute Reflexe und ist stark auf der Linie, mitunter war sie in der Vergangenheit jedoch etwas wackelig beim Herauslaufen, hat ihre Fehlerquote (die ihr vor anderthalb Jahren zwischenzeitlich den Startplatz gekostet hatten) mittlerweile aber deutlich reduziert. Kann sich zudem nicht über fehlende Beschäftigung bei ÖFB-Frauenliga-Aufsteiger Sturm Graz beklagen.

Ihr Einsatz war vor zwei Wochen noch äußerst fraglich: Im Liga-Spiel gegen Altenmarkt wurde sie von Olga Lasová ziemlich abgeräumt. Der Verdacht auf Oberschenkelbruch bewahrheitete sich gottlob aber nicht.

Ihr Back-up ist nun Manuela Zinsberger, 17 Jahre jung und hoch veranlagt, von Abo-Meister Neulengbach.

Verteidigung

Vor Kristler gab es die größten personellen Veränderungen. Aus der Abwehrkette von der EM-Quali ist nur noch Carina Wenninger übrig – Rechtsverteidigerin Marion Gröbner (10 Jahre Nationalspielerin), Innenverteidigerin Susi Höller (5 Jahre) und Kapitänin Marlies Hanschitz (10 Jahre), die auf links spielte, sind nicht mehr mit dabei.

Abwehr-Chefin Carina Wenninger (Foto: Gerhard Möhsner)
Abwehr-Chefin Carina Wenninger (Foto: Gerhard Möhsner)

Die mit 1,78 m recht große Wenninger ist seit vier Jahren Stammspielerin bei Bayern München, hat trotz ihrer erst 22 Jahre schon 36 Länderspiele in den Beinen (sie debütierte, wie auch Puntigam und Schnaderbeck, schon mit 16 Jahren) und ist auch außerhalb des Platzes für die Gruppe enorm wichtig – nicht umsonst setzten sich alle dafür ein, dass sie letztes Jahr trotz ihrer Gelbsperre zum Rückspiel nach Russland mitfliegen durfte.

Ihre neue Partnerin in der Zentrale ist jene Spielerin, die die gesperrte Wenninger in Rostov ersetzt hatte: Virginia Kirchberger vom deutschen Bundesliga-Aufsteiger Cloppenburg. Ihre Klubkollegin Verena Aschauer, die gegen Ende der EM-Quali als linke Mittelfeldspielerin ins Team kam und gegen Dänemark mit ihrem wunderbaren Tor das sensationelle 3:1 gegen den späteren EM-Halbfinalisten einleitete, ist die neue Linksverteidigerin.

Rechts dürfte nun Heike Manhart endlich ihre Position im Nationalteam gefunden haben. Die Steirerin war schon im zentralen Mittelfeld aufgeboten, auch schon links offensiv, musste im ÖFB-Trikot auch immer wieder verletzt vorzeitig vom Platz. Ob die platinblonde 20-Jährige, die ihrem ehemaligen Trainer vom FC Südburgenland, Csaba Mittersiller, zum ungarischen Top-Klub Szombathely folgte, eine Lösung aus Mangel an Alternativen ist oder sich wirklich festsetzt, wird sich zeigen. Zuletzt im Test gegen Belgien sah das schon mal nicht völlig verkehrt aus.

Mittelfeld

Die Besetzung des Mittelfelds blieb gegenüber der ersten Quali-Kampagne unter Dominik Thalhammer personell unverändert, die genaue Rollenverteilung wurde aber in den Trainingslagern und den fünf Testspielen im Jahr 2013 verfeinert. Gerade hier soll die Vorgabe umgesetzt werden, ballsicherer zu werden, mehr selbst aktiv zu werden, gedankenschneller zu handeln und sich mehr Chancen herauszuspielen. Was damit genau entgegen dem zuletzt bei der EM ganz massiv etablierten Trend geht, vor allem reaktiven Umschalt-Fußball zu spielen. Auch hier gilt aber: Das hat gegen Belgien, und auch dem vernehmen nach beim 2:2 in Irland im Juni, schon recht gut funktioniert.

Im Zentrum agiert weiterhin das bewährte steirische Duo mit Viktoria Schnaderbeck und Sarah Puntigam, die schon vor viereinhalb Jahren beim Algarve Cup erstmals zusammen agierten, als 18- bzw. 16-Jährige. Mehr als in der Vergangenheit lässt sich nun eine der beiden – zumeist eher Schnaderbeck – zwischen die Innenverteidiger fallen, um den Außenverteidigern das Aufrücken zu ermöglichen. Die jeweils andere – eben zumeist die letzten Winter von den Bayern in die Schweiz gewechselte Puntigam – agiert höher. Dadurch, dass sich beide schon lange kennen, ist die Abstimmung gut. Leichtes Problem war zuletzt nur, dass der Abstand zwischen Abwehr und Rest der Mannschaft mitunter etwas groß war.

Gefährlich von der rechten Seite: Laura Feiersinger (Foto: Gerhard Möhsner)
Gefährlich von der rechten Seite: Laura Feiersinger (Foto: Gerhard Möhsner)

Dass die AV aufrücken können, ist wichtig für die Außen-Spielerinnen im Mittelfeld. Auf der linken Seite hat sich Nadine Prohaska festgesetzt. Sie ist an sich gelernte zentrale Mittelfeld-Spielerin und hat dadruch ein Gespür für gutes Defensiv-Verhalten – vor allem gegen aufrückende AV des Gegners oft nicht unwichtig.

Auf der rechten Seite ist Laura Feiersinger gesetzt. Anders als ihr Vater, der ja Libero war, ist bei ihr vor allem der Vorwärtsgang gefragt. Mit ihrem Tempo, ihrem Zug nach vorne und ihrer Spielfreude ist sie von essenzieller Bedeutung für das Team. Im Trikot der Nationalmannschaft hat sie zwar bisher „nur“ fünf Tore erzielt, darunter waren aber zwei ganz extrem wichtige – nämlich jene bei den beiden 1:0-Siegen gegen Portugal in der EM-Quali. Sie ist zudem eine von drei aktuellen Team-Spielerinnen von Bayern München; mit Kirchberger, Puntigam und Prohaska gibt es dazu noch drei ehemalige im Kader.

Die beiden Außen rücken nun entweder hoch auf, wodurch sich ein 4-2-4 ergibt (mit dem vor allem die Abseitslinie hervorragend bespielt werden kann, wie sich gegen Belgien zeigte), oder rücken ein wenig ein, um von den AV die Breite hineinbringen zu lassen.

Angriff

Drei Tore fehlen Nina Burger noch, dann hat sie Gerti Stallinger eingeholt. Ein viertes, und die – man möchte es angesichts ihrer erst 25 Jahre kaum glauben – älteste Spielerin im Kader ist alleinige Rekord-Torschützin im ÖFB-Trikot. Stallinger hat zwischen 1990 und 2005 für ihre 30 Treffer 56 Länderspiele gebraucht, für Burger (deren ersten vier Länderspiele gleichzeitig die letzten vier für Stallinger waren) ist die Partie gegen Bulgarien die 48. im Trikot mit dem Bundesadler vorne drauf. Ihr selbst ist diese Marke zwar laut eigener Aussage egal, sie zeigt aber schon, wie sehr die Mannschaft von Burger abhängig ist.

Nina Burger ist bald Österreichs Rekord-Torschützin (Foto: Gerhard Möhsner)
Nina Burger ist bald Österreichs Rekord-Torschützin (Foto: Gerhard Möhsner)

Ihre Partnerin im Angriff steht auch in der Wahrnehmung im Schatten von Burger – was Lisa Makas gegenüber aber eigentlich nicht ganz fair ist. Die 21-Jährige von Cupsieger St. Pölten-Spratzern ist vor allem durch ihre Laufwege wichtig, die gegnerische Abwehrketten auseinander ziehen soll. Was allerdings dennoch nichts daran ändert, dass sie im Nationalteam ruhig etwas torgefährlicher werden könnte: Fünf ihrer acht Tore im ÖFB-Trikot erzielte Makas in ihren ersten vier Länderspielen.

Dennoch kann sich Makas ihres Platzes vor allem nach dem Kreuzbandriss von Conny Haas ziemlich sicher sein, weil es (noch?) keine wirklichen Alternativen gibt. Laura Feiersinger kann in der Spitze spielen, ist aber auf dem rechten Flügel besser aufgehoben; genau wie Team-Küken Jelena Prvulovic. Maria Gstöttner ist seit 2008 nur noch im Ausnahmefall dabei.

Die Gruppe

Die Ausgangslage ist recht simpel: Frankreich ist für alle außer Reichweite. Trotz des peinlichen Viertelfinal-Aus bei der EM, das Ex-Teamchef Bruno Bini den Job gekostet hat, ist Frankreich dennoch die wohl talentierteste und beste Mannschaft des Kontinents. Alles andere als das Punktemaximum am Ende der Qualifikation wäre eine kleine Sensation.

Auftaktgegner Bulgarien sammelte zuletzt in der EM-Quali in zehn Spielen null Punkte und 1:54 Tore, Kasachstan gewann zwar gegen die Schweiz (wie auch immer das zugegangen sein mag), wurde aber in Deutschland mit 0:17 abgeschossen. Und die Ungarinnen beendeten ihre Gruppe in der EM-Qualifkation als Vorletzter mit zehn Punkten, wobei es aber sechs dieser Punkte eben gegen Bulgarien gab. Kurz gesagt: Wenn man den Anspruch hat, in dieser Gruppe Zweiter zu werden, darf man in diesen sechs Spielen sehr wenig liegen lassen. Wenn man einer der vier besseren Zweiten werden will, müssen sechs möglichst klare Siege her.

scheduleBleibt Finnland. Bei der EM im Sommer schied Finnland nach der Vorrunde aus, mit zwei (glücklichen) Remis gegen Italien und Dänemark und einer 0:5-Ohrfeige von Schweden. Im Spiel nach vorne eher bieder, im Verteidigen von Flanken schwach, und beim Spiel in Turku auch ohne Kapitänin Saari (Verteidigerin) und Stürmer Sällström (beide verletzt). Aber mit der internationalen Erfahrung auch einer Heim-EM vor vier Jahren, und mit dem Selbstverständnis, in dieser Gruppe natürlich Zweiter zu werden.

Der erste Doppel-Spieltag

Dass es gegen Bulgarien einen Sieg gibt, steht eigentlich außer Frage und sollte, wenn nichts dramatisch schief geht, nur eine Frage der Höhe sein. In Finnland wird sich zeigen, wie weit die Mannschaft wirklich schon ist. Mit Zählbarem im Gepäck aus Turku heimzureisen, ist sicher nicht leicht, aber auch sicher nicht unmöglich.

(phe)

Ein ganz ganz großes Dankeschön an Gerhard Möshner und die Freunde des ÖFB-Frauen-Nationalteams dafür, dass wir die Bilder verwenden dürfen!

Kader: Tor: Anna-Carina Kristler (25 Jahre, Sturm Graz, 16 Länderspiele), Manuela Zinsberger (17, Neulengbach, 1). Abwehr: Verena Aschauer (19, Cloppenburg, 9), Gini Kirchberger (20, Cloppenburg, 13), Heike Manhart (20, Szombathely, 15), Julia Tabotta (19, St. Pölten, 2), Lisi Tieber (23, Sturm Graz, 10), Carina Wenninger (22, Bayern München, 36). Mittelfeld: Laura Feiersinger (20, Bayern München, 23), Jenny Pöltl (20, Eastern Tennessee State, 11), Nadine Prohaska (23, St. Pölten, 33), Sarah Puntigam (20, Kriens, 31), Viktoria Schnaderbeck (22, Bayern München, 23), Katja Trödthandl (24, Landhaus, 13), Sarah Zadrazil (20, Eastern Tennessee State, 8). Angriff: Nina Burger (25, Neulengbach, 47), Lisa Makas (21, St. Pölten, 23), Jelena Prvulovic (19, Landhaus, 2). Teamchef: Dominik Thalhammer (42, seit zweieinhalb Jahren)

Kader Bulgarien: Tor: Stanimira Matarova (24 Jahre, Sportika Blagoevgrad), Roxana Shahanska (21, NSA Sofia). Abwehr: Neli Atanasova (21, NSA), Nikoleta Boycheva (19, Magdeburg), Anelia Kukunova (19, Ekomet Plovdiv), Lidia Nacheva (20, Levante/ESP), Joana Papazova (21, NSA), Monika Rashgeva (20, NSA), Radoslava Slavcheva (29, Medik Konin/POL). Mittelfeld: Polina Georgieva (Supersport Sofia), Borislava Kireva (24, NSA), Liliana Kostova (25, Apollon Limassol/CYP), Dejana Petrakieva (31, NSA), Kristina Petrunova (21, Sportika). Angriff: Velislava Dimitrova (19, Magdeburg), Mariana Gagova (19, NSA), Valentina Gospodinova (26, NSA), Velika Koshuleva (22, NSA). Teamchef: Emil Kartselski (34, neu).

Kader Finnland: Tor: Tinja-Riikka Korpela (27 Jahre, Lilleström, 47 Länderspiele), Siiri Välimaa (23, NiceFutis, 0). Abwehr: Tuija Hyyrynen (25, Umeå, 56), Laura Kivistö (32, Vantaa, 12), Emma Koivisto (19, Espoo, 5), Susanna Lehtinen (30, Örebro, 71), Nea-Stina Liljedal (20, Espoo, 0), Katri Nikso-Koivisto (30, Lilleström, 77), Anna Westerlund (24, Piteå, 59). Mittelfeld: Emmi Alanen (22, Umeå, 29),>Adelina Engman (18, Åland, 9), Annika Kukkonen (23, Sunnanå, 41), Nora Heroum (19, Espoo, 15), Marianna Tolvanen (20, Espoo, 32), Leena Puranen (26, Jitex Mölndal, 55). Angriff: Juliette Kemppi (19, Åland, 0), Heidi Kivelä (24, Vantaa, 4), Jaana Lyytikäinen (30, Åland, 34), Sanna Talonen (29, Örebro, 90). Teamchef: Andrée Jeglertz (41, seit vier Jahren).

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Lokalaugenschein beim rot-weiß-roten Quartett des FC Bayern München https://ballverliebt.eu/2012/03/19/lokalaugenschein-beim-rot-weis-roten-quartett-bei-bayern-munchen/ https://ballverliebt.eu/2012/03/19/lokalaugenschein-beim-rot-weis-roten-quartett-bei-bayern-munchen/#respond Mon, 19 Mar 2012 14:27:26 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6874 Lokalaugenschein beim rot-weiß-roten Quartett des FC Bayern München weiterlesen ]]> Am 1. und 5. April stehen wieder zwei wichtigen Partien für die ÖFB-Frauen an. Da werden auch vier Spielerinnen von Bayern München im Kader sein – und alle vier waren an diesem Wochenende auch im Einsatz. Ballverliebt hat einen genauen Blick auf Carina Wenninger, Laura Feiersinger, Viki Schnaderbeck und Sarah Puntigam geworfen.

Erste Anlaufstelle für österreichische Fußball-Spielerinnen im Ausland? Ganz klar Bayern München! Ein rot-weiß-rotes Quartett steht beim Münchner Klub unter Vertrag, und ehe Nadine Prohaska im Winter nach Spratzern gewechselt war, war es sogar ein Quintett. Zwei Wochen vor den EM-Quali-Spielen in Armenien (1. April) und gegen Portugal (in Wr. Neustadt am 5. April, dem Gründonnerstag) kamen alle vier auch zum Einsatz – IV Carina Wenninger, DM Viki Schnaderbeck und Flügelstürmerin Laura Feiersinger im Bundesliga-Team gegen Essen, ZM Sarah Puntigam in der „Zweiten“ gegen Bad Neuenahr II.

Bayern – Essen 1:0 (Formationen ab der 33. Minute)

Doch auch, wenn „Bayern München“ draufsteht und der Verein 2009 nur hauchdünn nicht Meister wurde (mit den inzwischen zurückgetretenen Österreicherinnen Nina Aigner und Sonja Spieler) – Top-Adresse im Frauen-Fußball sind die Münchner nicht. Vielmehr spielt im Stadion von Aschheim vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt ein Mittelständler – weit weg vom Titelkampf, aber deutlich zu stark, um sich vor dem Abstieg fürchten zu müssen.

Beim etwas glücklichen 1:0-Sieg gegen den Tabellennachbarn SG Essen-Schönebeck (nicht nur mit Ex-DFB-Team-Torfrau Ursula Holl, sondern auch mit zwei Portugiesinnen im Kader – nicht uninteressant für die EM-Quali) standen zwei davon in der Start-Formation (Wenninger und Schnaderbeck), während Laura Feiersinger nach einer halben Stunde für die verletzte Sylvie Banecki in die Partie kam.

Bombensicher: Carina Wenninger

Die 21-jährige Steirerin ist im dritten Jahr Stammkraft bei den Bayern, hat schon 25 Länderspiele in den Beinen und ist aus der Innenverteidigung nicht wegzudenken. Was auch in diesem Spiel deutlich wurde: An Wenninger gab’s kein vorbeikommen.

Carina Wenninger war wie eine Wand – an ihr gab’s kein Vorbeikommen

Mit ihren 1.78m hatte sie gegenüber ihren Gegenspielerinnen klar Vorteile im Luftkampf, ihr Stellungsspiel war gut und ihre Spielübersicht ausgezeichnet. Immer wieder half sie auch Nebenfrau Rebecca Huyleur aus, wenn sich bei dieser Schwächen zeigten.

Gemeinsam mit ihrer routinierten Partnerin in der Innenverteidigung, Sandra de Pol, und der überragenden Torfrau Kathrin Längert, sorgte sie dafür, dass die Gäste nicht noch den Augleich schafften, der nicht ganz unverdient gewesen wäre. Denn während die Zentrale einen staubtrockenen Job machte, blieben die AV der Bayern praktisch immer hinten – die Viererkette bestand tatsächlich aus vier Leuten auf einer Linie, die zwischen sich und den eigenen Offensiv-Kräften unfassbar riesige Löcher ließ (siehe Bild ganz oben).

Die logische Folge: Essen hatte viel Platz, die Angriffe aufzuziehen und kam immer wieder mit Tempo auf die Abwehr zu.

Fleißig, aber ohne Unterstützung: Laura Feiersinger

Ein weitere, mindestens ebenso Sorge bereitender Effekt: Den Flügelspielerinnen fehlte es komplett an der Hilfe von hinten. Daran krankte das Spiel der Bayern, weil es Bürki und Banecki – und ab der 33. Minute eben auch Laura Feiersinger – damit auf den Flügeln permanent mit 1-gegen-2-Situationen zu tun hatten.

Laura Feiersinger war sehr aktiv, aber auf sich alleine gestellt

Die 18-jährige Tochter von Ex-Team-Libero Wolfgang Feiersinger, selbst mit bislang zehn Einsätzen im ÖFB-Team, spielt ihre zweite Saison bei den Bayern und profitierte in dieser Partie von der frühen Verletzung von Sylvie Banecki. Mit ihr kam merklich Schwung ins etwas statische Spiel der Münchnerinnen, was nicht zuletzt mit dem 1:0 kurz vor der Pause (durch die Schweizerin Vanessa Bürki) belohnt wurde.

Aber je länger die Partie dauerte und je mehr das Team aus Essen den vielen Raum zwischen Defensive und Offensive nutzen wollten, desto mehr war Feiersinger isoliert. Es war in der zweiten Hälfte fast nur noch sie, die die Bälle nach vorne trug – erst über die linke Seite, ab etwa der 70. Minute über die rechte (gegen die Portugiesin Carole, gegen die es wohl auch im Länderspiel gegen wird). Von Katharina Baunach hinter ihr kam gar nichts, die US-Amerikanerin Hagen im Sturmzentrum wurde von der Essener Defensive gut aus dem Spiel genommen. So verpufften viele Aktionen der in dieser Phase klar Aktivsten im Bayern-Trikot.

Unauffällig und solide: Viki Schnaderbeck

Die 21-jährige Cousine von Sebastian Prödl hat einen undankbaren Job: Nicht nur, dass die eher schmächtige Steirerin auf dem Feld eine recht unscheinbare Figur ist, nein, im defensiven Mittelfeld hatte sie als Absicherung für Petra Wimbersky auch noch eine Aufgabe, in der sie nicht allzu oft am Ball war.

Viki Schnaderbeck zeigte gute Übersicht und machte wenig Blödsinn

Ein unauffällige Job Description, aber eine umso wichtigere Aufgabe. Die die 12-fache Nationalspielerin sehr anständig löste: Sie hielt Wimbersky, die aus der Zentrale heraus für spielerische Akzente sorgen sollte und sich weiter nach vorne orientierte, gut den Rücken frei und schloss Löcher, die sich im Mittelfeld ergaben – was angesichts der system-immanenten Unterzahl im Mittelfeld eines 4-4-2-Teams gegen einen Gegner im 4-2-3-1 ergibt.

Zudem verlieb sie, wenn das (taktisch wohl eher fragwürdige) Mega-Loch zwischen Abwehr und Angriff in der zweiten Hälfte immer mehr auftrat, als Sechser vor der wie auf einer Perlenkette aufgefädelten Viererkette. Hier hätte sie zwar womöglich etwas höher stehen können, um nicht erst auf konternte Gegenspielerinnen zu treffen, wenn diese schon im voll Lauf waren, es ging aber letztlich alles gut.

Was man von Schnaderbeck jedoch nicht sah: Torschüsse. Wenn sie aufgerückt war und auch mal aus der zweiten Reihe hätte schießen können, kam praktsich immer ein kurzer Querpass, auch wenn sie nicht unter akutem Druck stand – und auch, wenn ein eigener Schuss wohl die bessere Option gewesen wäre.

Erst ganz okay, dann ausgeschlossen: Sarah Puntigam

Anders als die Kampfmannschaft in der 1. Bundesliga ist die Reserve-Mannschaft in der 2. Liga in den Abstiegskampf verstrickt. Die Lage verschäfte sich durch das 1:2 gegen den direkten Konkurrenten SC Bad Neuenahr II noch – damit steht das Team auf einem Relegationsplatz.

Bayern München II – SC Bad Neuenahr II 1:2

Auffällig war nicht nur, dass selbst bei der 2. Mannschaft der Bayern-Frauen mehr an Betreuer-Personal am Werk sind als bei vielen österreichischen Herren-Bundesliga-Teams. Sondern auch, dass sich – abgesehen von den in der Kampfmannschaft gar passiven AV – die taktische Ausrichtung gleich präsentierte wie bei der „Ersten“. Heißt: 4-4-2 mit einer Tendenz zum 4-4-1-1, eine klar defensive und eine offensiver orientierte Spielerin im zentralen Mittelfeld.

Diese Position – also die offensivere im Mittelfeld – nahm Sarah Puntigam ein. Die 19-Jährige, genau wie Wenninger und Schnaderbeck aus der schier unerschöpflichen Talente-Schmiede des LUV Graz, tastet sich nach einem Kreuzbandriss wieder heran. Nach der Verletzung, die der 18-fachen Teamspielerin das komplette Jahr 2011 gekostet hat, war sie in einer nicht besonders guten Mannschaft noch eine der besseren.

Alles aus: Sarah Puntigam sieht kurz vor Schluss die rote Karte – leider zu Recht

Dennoch: Es fehlte der Mannschaft eindeutig an der Kreativität und man lag nicht unverdient 0:2 im Rückstand. Über die Flügel kam wenig und die durch die gut gestaffelte Abwehr des Teams aus dem Rheinland kam man nicht durch. Daran konnte auch Puntigam nichts ändern.

Was sie offensichtlich ähnlich frustrierte wie allzu lästige Gegenspielerinnen. So ließ sich die Österreicherin fünf Minuten vor Schluss – kurz, nachdem ihrem Team der Anschlusstreffer zum 1:2 gelungen war und man die Schlussoffensive gestartet hatte – dazu hinreißen, ihre Gegenspielerin nach einem Zweikampf mit beiden Händen zu Boden zu stoßen. Eine klare Tätlichkeit, die die Unparteiische auch als solche erkannte hat und, leider absolut zu Recht, die rote Karte zückte. Damit war die Luft ein wenig raus, wirkliche Chancen auf den Ausgleich gab es nicht mehr.

Fazit: Österreicherinnen zeigen durchaus auf

Eine verdiente Niederlage der Zweiten, ein glücklicher Sieg der Ersten – für die Bayern-Frauen generell kein superguter, aber auch kein furchtbarer Tag. Erfreulich aus rot-weiß-roter Sicht kann man verbuchen, dass die vier eingesetzten Österreicherinnen durch die Bank zumindest ordentliche Leistungen gebracht haben. Am ehesten fällt wohl noch Sarah Puntigam ab, vor allem wegen ihrer Unbeherrschtheit vor dem Ausschluss. Was das Spielerische angeht, muss man bei ihr nach ihrer schweren Verletzung aber sicher noch ein wenig Nachsicht haben. Zwölf Monate praktsich ohne Spielpraxis gehen nicht spurlos an einem vorbei.

Das Trio in der Kampfmannschaft sorgte – und das sei hier nicht nur mit der rot-weiß-roten Brille betrachtet – gemeinsam mit der extrem starken Torfrau Längert dafür, dass es den Sieg gegen Essen gab. Carina Wenninger war eine absolute Wand in der Innenverteidigung. Viki Schnaderbeck zeigte eine unauffällige, aber sehr solide Leistung im defensiven Mittelfeld-Zentrum. Und Laura Feiersinger war mit Fortdauer des Spiels die einzige, die konstanten Zug nach vorne zeigte.

Was man alles als gutes Omen für die zwei anstehenden Spiele in der EM-Qualifikation sehen kann.

(phe)

Alle Fotos von @A.E.

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