Sudan – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Mon, 13 Feb 2012 23:16:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Mehr als nur eine Feel-Good-Story: Das war der Afrika-Cup 2012 https://ballverliebt.eu/2012/02/13/mehr-als-nur-eine-feel-good-story-das-war-der-afrika-cup-2012/ https://ballverliebt.eu/2012/02/13/mehr-als-nur-eine-feel-good-story-das-war-der-afrika-cup-2012/#comments Mon, 13 Feb 2012 22:57:00 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6696 Mehr als nur eine Feel-Good-Story: Das war der Afrika-Cup 2012 weiterlesen ]]> „Sie haben die Kraft gefunden, als ob es vorherbestimmt gewesen wäre. Ich habe ihnen gesagt, wenn wir ins Finale kommen, spielen wir in Libreville, wo es den Flugzeugabsturz gegeben hat. Das war vor unserem ersten Spiel gegen Senegal – jenes Land, wo die Mannschaft damals hingeflogen wäre. Das hatte eine ganz eigene Bedeutung.“ – Hervé Renard, Teamchef von Sambia.

Ballverliebt-Allstars des Afrika-Cups 2012

Es ist, global betrachtet, eine der größten Feel-Good-Storys der Fußball-Geschichte. Außenseiter Sambia, die No-Name-Truppe, holt als krasser Außenseiter genau dort den ersten kontinentalen Titel, wo vor 19 Jahren die beste Mannschaft, die das Land jemals hatte, bei einem Flugzeug-Unglück auf so tragische Weise ausgelöscht worden war. Im Kleinen ist der Titelgewinn für Sambia aber ein ganz, ganz deutlicher Fingerzeig für die gefallenen Giganten Afrikas. Weniger für die Ivorer, die im Endspiel das Elfmeterschießen verloren haben, ohne davor in sechs Turnierspielen auch nur ein einziges Gegentor kassiert zu haben.

Nein, es ist ein Fingerzeit für Nationalmannschaften wie jene von Nigeria und Kamerun. Weil der unerwartete Lauf Sambias zum Titelgewinn zeigt: Mit Kontinuität und Teamgeist kommt man weiter. Mit internem Streit, Individualismus und ständig wechselnden Teamchefs auf der Seitenlinie nicht. Freilich, zwischen dem sehr ordentlichen Auftritt in Angola vor zwei Jahren und dem großen Wurf jetzt war Sambias Teamchef Hervé Renard auch anderthalb Jahre nicht im Amt. Aber er vertraute fast ausschließlich auf jene Spieler, die schon länger zusammen spielen und er kannte auch die Verhältnisse.

Starke Defensive, flinke Offensiv-Kräfte

Die Grundformation von Sambia

Und er schuf auf dem Platz die Voraussetzungen, um die Stärken der Spieler optimal zu nützen, um für das Team einen Mehrwert zu erzielen. Wichtigstes Element war dabei das zentrale defensive Viereck mit den beiden Innenverteidigern Himoonde und Sunzu (die gemeinsam bei TP Mazembe in der DR Kongo spielen und in den letzten drei Jahren zweimal die Champions League gewonnen hat und das Finale der Klub-WM erreichte) und den beiden Sechsern. Einer davon war immer Nathan Sinkala, der sogar noch in der heimischen Liga spielt. Dieses Quartett machte es den Gegnern praktisch unmöglich, durch die Mitte vor das Tor des sicheren Goalies Kennedy Mweene zu kommen.

Das restliche Mittelfeld, das war ein weiteres Kern-Merkmal von Sambia, agierte extrem flexibel. Den Part neben Sinkala konnten Lungu, Chansa und auch Kasonde einnehmen, jeder von den dreien konnte aber genauso gut eine der Außenpositionen einnehmen. Durch dieses ständige Wechseln im Mittelfeld, das oft sogar im eigenen Ballbesitz in hohem Tempo im Aufbauspiel vollzogen wurde – indem die Außen nach innen zogen und die Sechser entsprechend verschoben – entblößte man gegnerische Sechser immer wieder.

Hinzu kam der äußerst aktive Kapitän Chris Katongo, der immer und überall unterwegs war, und der flinke und torgefährliche Stürmer Emmanuel Mayuka. Die Young Boys aus Bern reiben sich vergnügt die Hände, weil der 21-Jährige seinen Wert verzehnfacht hat und nun über 11 Millionen Euro wert sein dürfte. Ein tolles Beispiel von hervorragendem Scouting – da können sich viele Teams aus Österreich eine ganz dicke Scheibe abschneiden.

Das Spiel von Sambia war nicht spektakulär und vor allem im Semifinale gegen Ghana agierte man schon übervorsichtig, aber es war perfekt auf die Spieler zugeschnitten und jeder Spieler hielt sich daran. Auch, wenn es Spektakel-Fans und Vorurteilsbeladene ungern sehen: Aber auch beim Afrika-Cup führt der Weg zum Titel nur über disziplinierte Defensive, ein passendes Konzept, funktionierendes Kollektiv und der Bereitschaft, Ergebnis-Fußball dem Erlebnis-Fußball vorzuziehen.

Warten auf Fehler war nicht genug

Was ja im Übrigen nicht nur für Champion Sambia gilt, sondern auch für die anderen drei Teams im Halbfinale. Allen voran Überdrüber-Top-Favorit Côte d’Ivoire. Nach der reinen Papierform darf es nie passieren, dass ein Team mit Spielern aus dem Kongo, der Schweiz, der zweiten russischen Liga und einem Quartett aus der selbst im afrikanischen Vergleich sportlich irrelevanten südafrikanischen Liga die Weltstars von Man City, Chelsea und Arsenal auch nur fordern kann.

Die Grundformation der Côte d'Ivoire

Die Ivorer verließen sich im ganzen Turnier eher darauf, auf Fehler beiden Gegnern zu lauern und diese dann gnadenlos auszunützen. Das hat funktioniert, weil es keinem Gegner gelungen ist, gegen die von der individuellen Klasse allen 15 Konkurrenten fraglos haushoch überlegene Mannschaft fehlerfrei zu spielen – im Übrigen auch Sambia nicht. Aber das eine Geschenk, den Elfmeter in der zweiten Hälfte, verschoss Drogba.

Teamchef François Zahoui, der als Spieler vor 20 Jahren beim bislang einzigen Titelgewinn dabei war, vertraute vor allem auf seine komplett schussfeste Defensive. Sol Bamba und Kolo Touré spielten ein fast fehlerfreies Turnier, Boubacar Barry war der klar beste Torhüter des Afrika-Cups.

Was aber nicht übertünchen kann, dass auch die Ivorer keineswegs frei von Problempositionen waren. Rechts hinten konnten weder Igor Lolo noch Jean-Jacques Gosso überzeugen, Salomon Kalou nahm an einigen Spielen nur am Rande teil – sein Ersatzmann Max Gradel von St. Etienne machte, wann immer er spielen durfte, einen deutlich flinkeren, frischeren, willigeren und fleißigeren Eindruck als Kalou. Und dass Gervinho, der andere Außenstürmer im 4-3-3, nicht gerade die Effizienz in Person ist, wissen Arsenal-Fans nur allzu gut.

Das bittere für die Ivorer ist natürlich, dass sie genau wissen: Dieses Turnier war eine einmalige Chance. Teams wie Kamerun, Nigeria und Ägypten nicht dabei, man spazierte mit angezogener Handbremse ins Finale, und doch klappte es auch beim vierten Anlauf dieser Mannschaft nicht mit dem Titel, der ihnen längst zustehen würde. Ihr Glück ist es, dass es schon nächstes Jahr die Chance zur Wiedergutmachung gibt. Das wird dann die ultimativ allerletzte Chance für Leute wie Drogba, Zokora und Kolo Touré, doch noch was zu holen. Ein wenig mehr Unternehmungsgeist könnte dabei nicht schaden, hinten ist man gut gerüstet.

Ähnliches Problem bei Ghana

Die Grundformation von Ghana

Die Black Stars waren fast ein Abziehbild der Ivorer: Nach vorne tat man sich extrem hart gegen die zumeist recht gut verteidigende Gegner. Vor allem Kwadwo Asamoah kam überhaupt nicht ins Turnier, von Sulley Muntari kam zu wenig und André Ayew alleine konnte die Mannschaft letztlich nicht herausreißen.

Der Unterschied zu den „Elefanten“: Hinten wurde gepatzt. Torhüter Adam Kwarasey, der eigentlich Larsen heißt und Norweger ist, machte nicht den sichersten Eindruck, Kapitän John Mensah musste sich in einem Spiel für das Team opfern und einen Ausschluss hinnehmen, die Ersatzleute Vorsah und Jonathan Mensah konnten ihn nicht ersetzen. Zudem fehlte Teamchef Stevanovic auf den Außenbahnen die Linie: Mal spielte Inkoom statt Pantsil rechts hinten, mal vor Pantsil rechts vorne und Ayew dafür links, dann musste Inkoom auch mal links hinten ran, weil dort weder Masahudu Alhassan noch Lee Addy eine überzeugende Figur gemacht haben. Schon gegen Tunesien im Viertelfinale musste ein Geschenk in Form eines schlimmen Goalie-Fehlers zur Rettung herhalten, gegen Sambia im Semifinale fehlte dann jede Inspiration – und das kleine Finale gegen Mali war ohnehin mehr eine Bestrafung.

Es ist sicher noch zu früh zu sagen, dass die große Zeit von Ghana mit dem U20-WM-Titel 2009, dem Finalzeinzug beim Afrika-Cup vor zwei Jahren und dem Viertelfinale bei der WM vorbei ist. Aber bei den Black Stars muss man nun aufpassen, nicht in jene unübersichtliche Mischung aus Altstars über dem Zenit, fehlendem Teamgeist auf dem Platz und zu vielen Trainerwechseln zu verfallen, die Kamerun und Nigeria vorläufig in den Orbit gejagt hat. Ghana steht fraglos am Scheideweg.

Mali wird Dritter – wenn auch eher zufällig

Dass in solchen Turnieren Teams, die schlechter spielen als manche Konkurrenten letztlich weiter kommen als diese, das ist nichts Neues. Mali ist so ein Beispiel: Sowohl Guinea in der Gruppe als auch Gabun im Viertelfinale war man eigentlich recht deutlich unterlegen, auch inhaltlich, aber ein Tausenguldenschuss (gegen Guinea) und ein Elfmeterschießen (gegen Gabun) reichten für den überraschenden Einzug ins Halbfinale.

Die Grundformation von Mali

Und das, obwohl mit Seydou Keita der eigentliche Star und klar beste Spieler der Mannschaft ein erschreckend anonymes Turnier spielte. Er stand oft viel zu hoch, um seine Stärken in Passgenauigkeit und Spieleröffnung ausspielen zu können. Sein Können im Pressing gegen den gegnerischen Spielaufbau kam auch nicht allzu häufig zum Einsatz.

Dafür sprangen andere in die Presche, wie vor allem Adama Tamboura. Der Linksverteidiger vom französischen Zweitligisten Metz ist eine DER Entdeckungen in diesem Turnier (auch wenn er mit 26 Jahren nicht mehr der Jüngste ist), auch die beiden Sechser Samba Diakité und Bakaye Traoré zeigten gute Abstimmung – kein Wunder, die sind bein Nancy auch Teamkollegen. Nach vorne wurde es dann halt immer dünner, aber damit passt man ja ins Bild bei diesem Turnier. Der dritte Platz ist für Mali sicher ein riesiger Erfolg, wie groß die Nachhaltigkeit sein wird, steht aber auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Die Gastgeber: Gleicher Erfolg, unterschiedliche Aussichten

„Nachhaltigkeit“ ist auch das Stichwort bei den beiden Gastgebern. Ihre insgesamt acht Spiele waren, gemeinsam mit dem Finale, die einzigen mit einer guten Zuschauerkulisse – bei anderen Spielen, vor allem dem Viertelfinale zwischen Sambia und dem Sudan mit nur 200 (!!!) Zuschauern fanden vor teils erschreckend leeren Rängen statt. Bei Eintritts-Preisen, die einen durchschnittlichen Wochenlohn als unterstes Limit haben, ist das aber auch kein Wunder.

Die Grundformation von Gabun

Die Ansätze bei den beiden Ausrichtern war grundverschieden. Gabun mit dem Deutsch-Franzosen Gernot Rohr als Teamchef hat vor zwei Jahren trotz des Aus in der Vorrunde schon angedeutet, dass man eine junge Mannschaft mit viel Entwicklungspotential ist, die tollen Auftritte hier waren der beinahe logische nächste Schritt. Die Hingabe und der Schwung, den die mit einem Schnitt von 25 Jahren noch recht junge Truppe gezeigt hat, konnte einen mitreißen – vor allem der Über-Thriller gegen Marokko im mit Abstand besten und aufregendsten Spiel des Turniers war eine Augenweide.

Aber auch das System und die generelle Spielanlage war eine äußerst positive Erscheinung. Die Außenverteidiger Moussono und Mouele marodierten nach vorne wie kaum jemand anderer in diesem Turnier, das Sturm-Trio war ständig in Bewegung, gut am Ball und der Wille, nach vorne zu spielen und die Partien an sich zu reißen, war fast immer erkennbar – aber nie über eine gesamte Partie. Und genau dieser Aspekt, der sicher auch auf fehlende internationale Erfahrung zurück zu führen ist, kostete dem Team mit dem positivsten Fußball ein noch besseres Resultat als das Viertelfinale.

Die Zukunftsaussichten sind aber nicht so schlecht. Wenn man die richtigen Lehren aus dem eigenen Auftreten zieht, und die aus dem Titelgewinn von Sambia – sprich, auf Kontinuität zu setzen – ist angesichts der wahrlich nicht übertrieben schweren Quali-Gruppe mit Burkina Faso, Niger und Congo die Teilnahme am WM-Playoff für Brasilien beinahe Pflicht.

Die Grundformation von Äquatorialguinea

Da wird es er wild zusammengekaufte Haufen, der für Äquatorialguinea aufläuft, wesentlich schwerer haben. Nicht nur, weil mit Tunesien ein starker Gegner wartet, sondern vor allem, weil der Mannschaft die Basis fehlen dürfte. Das Team ist deutlich älter und hat viel weniger Spieler, die noch viel Entwicklungspotential nach oben zeigen. Rechtsverteidiger Kily David ist so einer, Sechser Ben Konaté sicher auch – aber im Großen und Ganzen lebte der zweite Co-Gastgeber schon viel mehr von der Spezialsituation Heimturnier und der Euphorie, die die zwei (glücklichen) Siege gegen Libyen und den Senegal entfachten.

Sicher, praktsich alle Spieler sind über sich hinausgewachsen, aber für Teamchef Gilson Paulo, der die Mannschaft erst kurz vor dem Turnier übernommen hatte, wird ein dauerhaftes Etablieren unter den besseren Teams Afrikas sicher kein leichteres Unterfangen als es das Heimturnier war.

Sudan und Liyben: Die arabischen Überraschungen

Ägypten, Sieger der letzten drei Ausgaben, war nicht qualifiziert – aber mit den Nachbarn Sudan und Liyben gab es dennoch zwei Teams aus dem arabischen Sprachraum, die mit schönen Erfolgen nach Hause zurückkehren.

Die Grundformation des Sudan

Das trifft vor allem auf den Sudan zu – die 23 Kader-Spieler kehren tatsächlich alle nach Hause zurück, Teamchef Mohamed Abdalla hatte nicht einen einzigen Legionär mit dabei. Die Spielanlage des Sudan war der von Sambia nicht unähnlich: Durch die Mitte zumachen, über die Außen Gegenstöße setzen, mit Mustafa Haitham gab es eine sehr aktive hängende Spitze und mit Mudathir einen Stürmer, der nicht viele Chancen braucht.

Die Qualität des Champions hat der Sudan freilich nicht und für den Viertelfinal-Einzug brauchte es schon auch Geschenke von Burkina Faso im letzten Gruppenspiel, aber pures Glück war das alles nicht. Was der Mannschaft fehlte, war die Breite in der eigenen Spielgestaltung, weil die Mittelfeld-Außen viel einrückten, die Außenverteidiger aber nicht konsequent hinterliefen. Aber der erste Sieg bei einem Spiel des Afrika-Cups seit 42 Jahren ist ein feiner Erfolg.

Die Grundformation von Libyen

Eine weitere echte Feel-Good-Story, die aufgrund des Vorrunden-Aus leider etwas unterging, war der Auftritt von Libyen. Schon alleine die Tatsache, dass sich die Mannschaft trotz des tobenden Bürgerkrieges, ausgesetzter Meisterschaft und mit natürlich gestrichenen Heimspielen überhaupt qualifiziert hat, zumal mit einigen Kickern, die selbst an der Front gekämpft hatten, ist schon ein Wunder.

Aber der Auftritt beim Turnier selbst, der von Spiel zu Spiel couragierter wurde, toppte das dann sogar noch. Gegen Äquatorialguinea wirkte man noch gehemmt, aber den späteren Champion Sambia hatte man schon am Rande der Niederlage und gegen den Senegal folgte dann die Krönung: Mit einer geschickten Umstellung, mit modernem Systemfußball, mit einem passenden Konzept und dessen disziplinierter Ausführung gelang doch tatsächlich ein 2:1-Erfolg.

Für das Viertelfinale hat es nicht gereicht, aber die Libyer sind dennoch ohne jeden Zweifel einer der ganz großen Gewinner dieses Afrika-Cups.

Seltsames Turnier von Senegal

Die Grundformation von Senegal

In der ersten Hälfte des ersten Spiels gegen Sambia wurden zwei Schläfrigkeiten in der senegalesischen Abwehr eiskalt ausgenützt – der Anfang vom Ende für die vorher als heiße Mit-Favoriten gehandelte Mannschaft. In der Folge gab es nicht nur gegen Sambia, sondern auch in der zweiten Partie gegen Äquatorialguinea Chancen am laufenden Band. Ja, die Spielanlage von Senegal mit ihrem Mittelding aus 4-2-3-1 und 4-2-4 war recht eindimensional. Aber die an sich guten Laufwege von Ba und Cissé und der ungeheure Schwung von Issia Dia auf der rechten Seite bereitete den beiden Gegnern große Probleme. Vor allem im zweiten Spiel hätte es statt der 1:2-Niederlage in der letzten Minute eigentlich einen Kantersieg geben müssen. So war Senegal ausgeschieden, die Luft war raus, der Auftritt gegen Libyen blutleer und das Punktekonto stand auch nach drei Spielen immer noch auf Null. Peinlich.

Was Senegal zum Verhängnis wurde, war neben der schlechten Chancen-Verwertung vor allem fehlende Kompaktheit im Mittelfeld und eine Abwehrkette, die nicht auf der Höhe war. Teamchef Amara Traoré, der von draußen kaum Impulse geben konnte, ist jedenfalls schon nicht mehr im Amt.

Unaufgeregte Maghreb-Teams

Was angesichts der sonst weit verbreiteten Hire-&-Fire-Politik in afrikanischen Verbänden etwas überraschend war: Eric Gerets darf trotz den enttäuschenden Vorrunden-Aus auch weiterhin die Mannschaft aus Marokko betreuen. Auch, wenn der Auftritt der Mannschaft das Verpassen des Viertelfinales durchaus rechtfertigte.

Die Grundformation von Marokko

Und auch der Teamchef selbst mit seinem vorschnellen Signal zum geordneten Rückzug im Mega-Match gegen Gabun seinen Teil dazu beigetragen hat. Das Hauptproblem Marokkos war die Abhängigkeit von Houssine Kharja. Er sollte seine Mitspieler aus der Tiefe heraus dirigieren und einsetzen. Das wussten aber auch die Gegner und stellten den Italien-Legionär so gut es ging zu – und kein anderer übernahm die Verantwortung. Zu wenig Nachdruck gegen Tunesien, zu früh sicher gefühlt und Gabun ins Spiel zurücklassen, und schon war das Turnier vorbei.

Woran es Marokko vor allem fehlt, sind Führungsfiguren. Boussoufa und Hadji sind Schönwetter-Spieler, Kharjas Nebenmann Hermach fehlt es an der Klasse und im Sturmzentrum macht Chamakh einfach zu wenig aus seinen Anlagen.

Die Grundformation von Tunesien

Da fußte die Abordnung aus Tunesien schon auf deutlich mehr Säulen. Sami Trabelsi vertraute einem recht großen Block von Akteuren aus der eigenen, sportlich durchaus sehenswerten Liga. Der Vorteil dabei: Die Mittelfeld-Zentrale mit Korbi und Traoui war gut eingespielt, als im dritten Spiel mit Ragued erstmals ein dritte Mann eingezogen wurde, stand man noch sicherer.

Zudem machten zwei Spieler auf sich Aufmerksam: Rechtsvertediger Bilel Ifa (21), der recht bald in der französischen Liga auftauchen dürfte, ud vor allem Youssef Msakni. Der auch erst 21-Jährige mit dem Lausbuben-Gesicht ist ein Offensiv-Allrounder, wie man ihn sich wünscht: Er kann über die Flanken kommen (hier eher über die linke), der kann hinter den Spitzen spielen, und er kann auch selbst Tore schießen.

Tunesien ist nach einem sportlichen Durchhänger in den letzten Jahren wieder zurück auf der Spur nach oben: Mit einer kompakten und sicheren Defensive, fleißigen Außenverteidigern (auch Chammam, der im Turnierverlauf Jemal ersetzte) und einem offensiven Alleskönner mit viel Potential. Wer weiß, wie viel Tunesien schon diesmal erreichen hätte können, wenn nicht der sonst so sicherer Torhüte Mathlouthi im Viertelfinale gegen Ghana daneben gegriffen hätte.

Die Grundformation von Guinea

Die Pechvögel aus Guinea

Es gibt eine Mannschaft, das das Viertelfinale absolut verdient gehabt hätte, aber durch einen Glücktreffer von Mali außen vor blieben: Das Team aus Guinea. Unter ihrem französischen Teamchef Michel Dussuyer, dessen Vater im Turnierverlauf verstarb, zeigten die Westafrikaner sehenswerten Angriffsfußball. Im ersten Spiel gegen Mali scheiterten sie an der Chancenverwertung, aber gegen Botswana gab’s beim 6:1 kein Halten mehr. War aber alles nicht mehr genug, genau wie das achtbare 1:1 gegen Ghana – bei dem sich die Mannschaft wohl etwas zu früh aufgegeben hat.

Auch Guinea ist im Grunde eine Mannschaft, die sich ansehnlicher präsentiert hat als es der Kader annehmen hätte lassen. Zwei Burschen aus der Drittliga-Mannschaft von Stuttgart, jede Menge Spieler aus wenig prickelnden Vereinen aus Ländern wie Schweiz, Belgien und der Türkei, Zweitliga-Kicker aus Frankreich – aber es war klar ersichtlich, dass es im Team stimmt. Jeder rannte für den anderen, bis auf die letzte halbe Stunde gegen Ghana war das Bestreben, positiven Fußball zu zeigen und Tore zu erzielen, immer sichtbar.

Die Grundformation von Angola

Das war zu wenig

Andere Teams, denen man mehr zugetraut hätte, haben sich selbst geschlagen. Angola etwa: WM-Teilnehmer von 2006, zuletzt dreimal das Viertelfinale erreicht, aber diesmal war doch ein deutlicher Rückschritt zu erkennen. Wenn die Mannschaft schon hinten nicht besonders sicher steht – was ja auch schon beim Heim-Turnier vor zwei Jahren nicht der Fall war – dann muss zumindest nach vorne etwas gehen. Aber von den Flanken kam zu wenig Konkretes, aus der Zentrale gab’s nur Alibi-Fußball und Flavio, einer der WM-Torschützen von vor sechs Jahren, ist deutlich über seinen Zenit hinaus.

Das alles kann ja mal passieren, das ist auch keine Schande. Anders als der Umgang der angolanischen Autoritäten, die sich als ganz schlechte Verlierer zeigten: Reporter wurde gewaltsam von der Mannschaft abgeschottet, Berichterstattung darüber unter Androhung von Strafen zu verhindern versucht. Das gab kein gutes Bild ab.

Die Grundformation von Burkina Faso

Zu wenig Konkretes – das ist auch der sportliche Vorwurf, den sich Burkina Faso machen lassen muss. Aus der Zentrale von Marseille-Sechser Kaboré kam viel zu wenig, Alain Traoré haderte früh mit sich, den Mitspielern, den Referees, mit Gott und der Welt, Joker Aristide Bancé irrlichterte wirr über den Platz, Bakary Koné schoss hinten Böcke am laufenden Band und Moumouni Dagano wirkt vorne wie ein Dinosaurier. Der flinke Jonathan Pitroipa, der einzige noch verbleibende Spieler von höherer Qualität, war mit der ganzen Verantwortung auf seinen schmalen Schultern sichtlich überfordert. Und letztlich half es auch nicht, dass von der Trainerbank keine hilfreichen Impulse kamen: Teamchef Paulo Duarte hielt stur an seinem steifen 4-2-3-1 fest.

Die Folge: Drei Niederlagen und das Vorrunden-Aus.

Die Grundformation von Niger

Chancenlose Debütanten

Drei Niederlagen war auch die Bilanz, die man von den zwei Debütanten erwartet und auch bekommen hat. Wobei das Team aus Niger bei seiner Afrika-Cup-Premiere vor allem defensiv gar keine so schlechte Figur gemacht hat: Der Versuch, den Gegnern keinen Platz und keine Zeit am Ball zu lassen, Kompakt und sicher zu stehen und nach Ballgewinn über die flinken Issoufou und Maazou nach vorne zu kommen, war stets erkennbar und wurde auch ganz okay ausgeführt.

Die individuelle Qualität der eher zufällig gegenüber den Südafrikanern qualifizierten Mannschaft war natürlich nicht mit jener der Gruppengegner zu vergleichen, und doch hätte man Marokko beinahe einen Punkt abgetrotzt. Leider wurde das alles überschattet von der eher unwürdigen Posse hinter den Kulissen und an der Seitenlinie, wo man dem erfolgreichen Teamchef Harouna Doula (immerhin Afrikas Trainer des Jahres 2011) im Franzosen Rolland Courbis einen Anstands-Wauwau vor die Nase setzte, der dann auch bei den Spielen seinen dicken Bauch Kommandos gebend in der Coaching-Zone präsentierte, während sich Doula etwas indigniert auf der Trainerbank einigelte.

Die Grundformation von Botswana

Fehlende Qualität vor allem im Spiel nach vorne war letztlich auch bei Botswana der limitierende Faktor. Abgesehen vom 1:6 gegen Guinea, wo man in Unterzahl komplett auseinander fiel, stand man mit zwei Viererketten und einem Sechser dazwischen recht sicher, machte Ghana und Mali das Leben mit gutem Lauf- und Stellungsspiel verteufelt schwer und verlor diese beiden Spiele nur knapp.

Aber im Angriff… Jerome Ramathlhakwane versuchte zwar, mit viel Laufarbeit fehlende Ideen von hinten auszugleichen, aber außer Mondbällen aus der eigenen Hälfte hatte Botswana überhaupt nichts anzubieten. Kein Wunder, dass schon in der Quali kein Team, das den Cut geschafft hat, weniger Tore erzielt hat. Durchaus erstaunlich, dass es trotzdem zu zwei Treffern – einem Elfmeter und einem Konter – gereicht hat.

Aber für Botswana gilt genau wie für Niger: Schön, mal dabei gewesen zu sein. Es wird auch in Zukunft nicht allzu oft passieren.

Fazit: Was bleibt?

Genau natürlich wie der Titelgewinn für Sambia eine Ausnahme ist. Die Mannschaft aus dem 13-Millionen-Einwohner-Land im Süden des Kontinents wird sich nun genausowenig zu einem dauerhaften Titelkandidaten aufschwingen wie das Griechenland nach dem Titel 2004 oder der Irak nach dem Erfolg beim Asien-Cup 2007 gelungen ist.  Schon hinter einer WM-Teilnahme in Brasilien steht ein dickes Fragezeichen, muss man doch in der Gruppe an Ghana vorbei, um überhaupt in die entscheidenden Playoffs einzuziehen.

Aber die Mannschaft ist jung genug, um noch einige weitere Afrika-Cups zu absolvieren und kann nächstes Jahr in Südafrika oder in drei Jahren in Marokko auch wieder eine gute Figur abgehen. Der Unterschied: Ab sofort werden vor allem Underdogs gegen den Afrika-Meister doppelt und dreifach motiviert in die Spiele gehen.

Für Didier Drogba und seine Ivorer geht es nächstes Jahr noch einmal um alles oder nichts, aber es wird nicht leichter. Kamerun, Nigeria, Ägypten und Ausrichter Südafrika werden die Scharte der verpassten Quali ausmerzen wollen. Dass das vor allem bei afrikanischen Funktionären zumeist in kontraproduktiver Übermotivation umschlägt, ist dabei aber natürlich nichts Neues.

Aber wer weiß, vielleicht sorgt das Signal, das Sambia ausgesendet hat, beim einen oder anderen ja doch für etwas mehr Mitdenken.

(phe)

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Papierform entsprochen: Côte d’Ivoire und Sambia mit 3:0-Siegen weiter https://ballverliebt.eu/2012/02/05/der-papierform-entsprochen-cote-divoire-und-sambia-mit-30-siegen-weiter/ https://ballverliebt.eu/2012/02/05/der-papierform-entsprochen-cote-divoire-und-sambia-mit-30-siegen-weiter/#respond Sat, 04 Feb 2012 23:42:42 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6636 Papierform entsprochen: Côte d’Ivoire und Sambia mit 3:0-Siegen weiter weiterlesen ]]> Einmal in Führung, gab’s keine Zweifel mehr: Das galt am ersten Viertelfinal-Tag beim Afrika-Cup sowohl für Côte d’Ivoire (gegen Co-Gastgeber Äquatorialguinea) als auch für Sambia (gegen den Sudan). Beide Favoriten feierten letztlich souveräne und verdiente 3:0-Siege gegen Mannschaften, die es mit guter Defensive versuchten und nach vorne harmlos blieben, als es darauf ankam.

Äquatorialguinea - Côte d'Ivoire 0:3

Äquatorialguinea – Côte d’Ivoire 0-3 (0-1). 0-1 Drogba 36′ / 0-2 Drogba 69′ / 0-3 Y. Touré 81′

Das sein Team das Spiel gegen den Turnierfavoriten Côte d’Ivoire selbst machten würde können, das glaubte mit Gilson Paulo der Teamchef von Co-Gastgeber Äquatorialguinea nicht. Darum versuchte er es auch gar nicht, sondern überließ den Ivorern bereitwillig den Ball – aber nicht, ohne in der Offensive ein wenig umzustellen.

Dort blieb Ex-Österreich-Legionär Thierry Fidjeu-Tazemeta, in allen Gruppenspielen die Sturmspitze, nämlich draußen. Dafür spielte seine Mannschaft de facto ohne Sturmspitze, weil sich Balboa, Ekanga und auch der nominell auf die rechte Seite gestellte Ekedo darin versuchten, das Mittelfeld-Trio der Ivorer an der Spieleröffnung zu stören. David hatte, nicht zum ersten Mal, die rechte Seite praktisch für sich alleine.

Defensives Mittelfeld-Trio bei den Ivorern

François Zahoui stellte Yaya Touré wiederum ins Zentrum seines Mittelfeld-Trios. Aber diesmal spielte er nicht extrem hoch, so wie er das vor allem im ersten Turnierspiel gegen den Sudan gemacht hat, sondern extrem tief, als erster Mann vor den Innenverteidigern. Dort entzog er sich zwar ein wenig seinen Gegenspielern, aber viel Produktives in der Aufbauarbeit konnte er dort nicht leiten. Immerhin: Defensiv hatten die Ivorer nicht das Geringste zu Befürchten.

Im Spiel nach vorne wurden durch das vom Außenseiter verdichtete Zentrum natürlich die Außenverteidiger wichtiger. Und Kafouba Coulibaly: Der Mann vom OGC Nizza nützte die defensive Ausrichtung von Zokora und Yaya Touré, um sich seinerseits ins Spiel nach vorne einzuschalten. Die Ivorer sammelten zwei Drittel Ballbesitz, schafften es gegen das extrem defensiv eingestellte Team aus Äquatorialguinea kaum, zu Chancen zu kommen.

Elfer verschossen, Fehler genützt

So brauchte es zwei individuelle Schnitzer auf Seiten der Gastgeber, um den Ivorern auch zählbare Vorteile zu verschaffen. Erst rempelte Konaté im Strafraum Zokora um, aber Drogba verschoss den fälligen Elfmeter. Nur, um es wenig später eiskalt auszunützen, dass Fernando ein Ball beim Stoppen zu weit wegsprang: Drogba luchste ihm den Ball am, ließ noch Doe aussteigen und verwertete sicher zum 1:0.

Gilson Paulo brachte für die zweite Hälfte mit Fidjeu nun doch seinen Anspielpunkt in der Spitze, aber eigentlich war das Spiel schon mit Drogbas Führungstor zumindest vorentschieden. Denn wie gewohnt räumte das Innenverteidiger-Duo  mit Kolo Touré und Sol Bamba alles weg, was auch nur in die Nähe des eigenen Tores kam.

Gastgeber nach vorne hilflos

Äquatorialguinea wirkte hilflos: Durch die Mitte fanden Juvenal und Ekanga (bzw. später Bolado) gegen das sichere Dreier-Mittelfeld der Ivorer kein Durchkommen, Gosso und Boka hatten die Flügel bombenfest im Griff – so gingen dem Gastgeber rasch die Ideen aus. Problemlos spielte der Favorit die Zeit herunter und nahm dann noch einen paradoxen Wechsel vor: Indem Stürmer Bony für den defensiven Mittelfeld-Mann Zokora kam, stieg Zahoui vom Gas.

Die Erklärung ist ganz einfach: Aus dem 4-3-3 wurde nun, mit Bony und Drogba vorne, ein 4-4-2. Weil damit die Flügelstürmer zurück gingen, waren beide Flanken defensiv doppelt besetzt und mit zwei Viererketten konnten die Ivorer nun gleichmäßiger die Räume zustellen. Und entschieden die Partie dann auch noch vorzeitig – wenn auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern aus zwei Standardsituationen: Erst versenkte Drogba eine solche per Kopf zum 2:0, zehn Minuten vor dem Ende zirkelte Yaya Touré eine Banane von einem Freistoß direkt in den Winkel.

Fazit: Der Papierform entsprochen

Geht man nach den Platzierungen in Weltrangliste (18 und 151) bzw. Elo-Raking (14 und 134), dürfte Äquatorialguinea gegen Côte d’Ivoire nicht den Funken einer Chance haben. Und genauso kam es auch. Die defensiv brutal sichere stehenden Ivorer kamen gegen die harmlosen Gastgeber nie ins Wanken und nach der so erstaunlichen Vorrunde des Co-Gastgebers wurden diesem ganz deutlich die Grenzen aufgezeigt.

Sicher: Offensiv war das bei den Ivorern noch lange keine Glanzleistung. Ein schlimmer Abwehrschnitzer und zwei Standards sorgten letztlich für die drei Tore. Aber wer diese wenigen Chancen nützt und hinten eine Abwehr hat, die so überhaupt nichts zulässt, kann sich das, zumindest gegen diesen Gegner, noch erlauben.

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Sambia – Sudan 3-0 (1-0). 1-0 Sunzu 15′ / 2-0 C. Katongo 66′ / 3-0 Chamanga 86′

Sambia - Sudan 3:0

Mit einem Gruppensieger Sambia konnte man nicht wirklich rechnen. Mit dem Sudan im Viertelfinale aber noch weniger! Weshalb das Team von Hervé Renard auch der Favorit in diesem Spiel war. Das sah offenbar auch Ahmed Abdalla auf der Bank des Sudan so, denn die Spielanlage seines Teams war darauf ausgerichtet, den Sambiern den Ball zu überlassen und sie dort zu stören, wo sie am verwundbarsten sind: In der Spieleröffnung.

Dazu zog er Haitham, der in den Gruppenspielen eine hängende Spitze gegeben hatte, ganz auf die Zehn zurück, wodurch ein recht klares 4-2-3-1 entstand. Die Haupftaufgabe von Haitham war es, Pässe auf die beiden zentralen Mittelfeld-Leute des Sudan, Sinkala und Chansa, zu verhindern, während sich die Außenstürmer darum kümmerten, dass Sambia das nicht über die Flügel umgeht.

Erst der Rückstand…

Das klappte hervorragend und Sambia tat sich extrem schwer, sinnvoll aus der eigenen Hälfte herauszukommen. Dennoch lief das Spiel für den Sudan ziemlich unglücklich ab. Zum einen passierte das, was auf keinen Fall passieren durfte: Nach einer Viertelstunde nützte Sambia, wenn schon aus dem Spiel nichts ging, nach einem Freistoß in Führung.

Dadurch konnte man nun selbst das Spiel so gestalten, wie man das am liebsten hat: Nämlich sich zurücklehnen und den Gegner mal machen lassen, gleichzeitig aber extrem konzentriert verteidigen und der gegnerischen Offensive Platz und Zeit nehmen.

…dann die Verletzungen

Zum anderen, mindestens genauso schlimm, musste der Sudan schon vor der Pause beide Sechser verletzungsbedingt tauschen. Die in der Gruppenphase so soliden Ala Eldin und Nizar waren für die Ordnung und die Kompaktheit im Zentrum extrem wichtig und ohne die beiden fehlte das, und die Sambier versuchten auch, das auszunützen.

Die beiden Mittelfeld-Außen Kalaba und Lungu, die ohnehin permanent die Seiten tauschen, zogen nun vermehrt während des Spiels auch mit dem Ball am Fuß von Außen ins Zentrum. Dadurch stifteten sie Verwirrung in der sudanesischen Zentrale und machten den Weg für die Außenverteidiger auf, die die Außenlinie entlang nach vorne gehen konnten.

Spiel nach einer Stunde endgültig entschieden

Was sie aber nicht oft machten, weil es gar nicht notwendig war. Das Team aus dem Sudan verlegte sich ohne das gewohnte Duo im Zentrum schon zu Beginn der zweiten Halbzeit in seiner Verzweiflung auf lange Bälle nach vorne, in der Hoffnung, dass die da vorne irgendwie gehalten werden können. Aber die Defensive der Sambier agierte diszipliniert und räumte trocken auf, sodass man nie das Gefühl hatte, der Sudan könnte tatsächlich ausgleichen.

Und als in der 65. Minute Innenverteidiger Saif Eldin im Strafraum Kalaba legte, dafür seine zweite gelbe Karte kassierte und Katongo den fälligen Elfmeter im Nachschuss zum 2:0 verwertete, war das Spiel entschieden. Zwei Tore hinten und ein Mann weniger – aussichtslos. Das wussten auch die Sudanesen, weshalb das schon davor eher zerfahrene und unansehnliche Spiel vor einer Null-Kulisse im leeren Stadion von Bata (satte 200 Zuschauer waren da) nicht unterhaltsamer wurde. Das 3:0 des eingewechselten Chamanga kurz vor dem Schluss war nur noch Kosmetik.

Fazit: Sambia nützt das Pech des Sudan souverän

Erst hat das Gegentor aus einem Standard den Matchplan der Sudanesen verhaut, dann kamen noch die Verletzungen von zwei Schlüsselspielern dazu, und am Ende gab’s auch noch einen Ausschluss – dieses Viertelfinale lief für das Team aus dem Sudan ganz doof. Sambia tat sich gegen das gut verteidigende Mittelfeld des Sudan zu Beginn schwer, aber nach dem Führungstor wurde es immer leichter.

Die Mannschaft stand diszipliniert und sicher, ließ wenig zu und nützte das Pech des Gegners zu einem souveränen Sieg. Aber auch, wenn der Spielverlauf Sambia entgegen gekommen ist – dennoch hat die klar bessere Mannschaft hochverdient gewonnen.

(phe)

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Auch die Reserve der Ivorer kommt nicht ins Wanken – Sudan überholt Angola https://ballverliebt.eu/2012/01/30/auch-die-reserve-der-ivorer-kommt-nicht-ins-wanken-sudan-uberholt-angola/ https://ballverliebt.eu/2012/01/30/auch-die-reserve-der-ivorer-kommt-nicht-ins-wanken-sudan-uberholt-angola/#respond Mon, 30 Jan 2012 22:27:45 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6607 Auch die Reserve der Ivorer kommt nicht ins Wanken – Sudan überholt Angola weiterlesen ]]> Ein Remis hätte Angola gereicht, und die Ivorer hätten – so wie sie gespielt haben – auch nichts dagegen gehabt. Doch die Angolaner bringen sich gegen souverän stehende Ivorer mit zwei schrecklichen Schnitzern selbst auf die Verliererstraße. Und weil der Sudan zwei ebenso schreckliche Schnitzer bei Burkina Faso ausnützte, rutschte der Außenseiter sogar noch ins Viertelfinale.

Côte d'Ivoire - Angola 2:0

Côte d’Ivoire – Angola 2-0 (1-0). 1-0 Eboué 33′ / 2-0 Bony 65′

Gleich neun Spieler tauschte der ivorische Teamchef François Zahoui aus, ließ die Reservisten ran. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass man dieses Match als Pflicht erachtete, die man halt möglichst unbeschadet überstehen musste. Und nicht genug damit, dass nur die zwei Innenverteidiger im Team verblieben, warf Zahoui auch sein gewohntes 4-3-3 über den Haufen und stellte seine Mannschaft ein einem sehr konservativen, flachen 4-4-2 auf. Die Devise wurde schnell klar: Defensiv mit zwei Viererketten sicher stehen, über die Flügel nach vorne kommen und in der Mitte sollte der gelernte Stürmer Didier Ya-Konan für zusätliche Optionen sorgen.

Besonderes Bedürfnis, das Tempo hochzuhalten und mit aller Macht auf den Sieg zu gehen, hatten aber auch die Angolaner nicht. Ihnen fehlten zwei gesperrte Spieler, und das Fehlen beider sollte sich letztlich negativ bemerkbar machen: Zum einen musste Wilson den exzentrischen Torhüter Carlos ersetzen. Das machte er grundsätzlich nicht so schlecht, aber ein Abstimmungsfehler zu viel unterlief ihm dann doch. Und Flávio, die hängende Spitze im 4-4-1-1. Das Fehlen seiner Laufarbeit und seiner Fähigkeit, Bälle zu halten, war eines der größten Hindernisse im Spiel nach vorne.

Erster Fehler, erstes Gegentor

Aber das war zunächst kein Problem, weil den Angolanern das Remis ja auch reichte, um die Gruppe vor dem Sudan zu beenden und ins Viertelfinale zu kommen. So ähnelte die Partie eine halbe Stunde lang frappant jener zwischen Äquatorialguinea und Sambia: Keine bemühte sich wirklich, etwas für das Spiel zu tun und es plätscherte ereignisarm vor sich hin.

Und das wäre wohl auch so geblieben, hätte nicht der angolanische Verteitiger Miguel bei einer ivorischen Flanke von der linken Seite den Ball nur unzureichend getroffen. Anstatt in hohem Bogen Richtung Mittelkreis zu dreschen, legte er dem hinter ihm lauernden Eboué die Kugel direkt vor die Füße, dieser hatte keine Mühe – das 1:0.

Ivorer mit kontrollierter Leistung

Die Ivorer machten genauso weiter wie davor – also hinten sicher stehen und bei eigenen Angriffen in den Rücken der angolanischen Flügelstürmer stoßen – aber das Team aus Angola war nun unter dem Druck, den Ausgleich erzielen zu müssen. Und genau dabei fehlte einer wie Flávio: Das Mittelfeld der Ivorer hielt den unzulänglichen Versuchen, durch die Mitte zum Erfolg zu kommen, mit großer Ruhe und wenig Problemen stand.

Das änderte sich auch nicht, als Angola nach dem Seitenwechsel an der Temposchraube zu drehen versuchte. Die Ivorer verloren hinten praktisch nie die Übersicht, gewannen die entscheidenden Zweikämpfe und als sich nach einer Stunde die Angolaner das 2:0 selbst schossen, war zumindest über den Sieger des Spiels die Entscheidung gefallen. Innenverteidiger Massunguna wollte einen harmlosen 50-Meter-Ball des für Eboué eingewechselten Kader Keita zu Torhüter Wilson zurückköpfen, dieser war aber aus seinem Tor herausgestürmt. Wilfried Bony brachte noch seine Fußspitze dran, aber es war zu 95% ein Eigentor.

Alles nach vorne

Angola musste nun danach trachten, zumindest noch ein Tor aufzuholen und hoffen, dass Sudan im Parallelspiel keines mehr schießt (bzw. noch eines bekommt). Teamchef Lito Vidigal warf alles an Stürmern hinein, was er zur Verfügung hatte, gab dafür die Ordnung auf. Manucho (vorne), Nando Rafael (links), Vunguidica (rechts) und Cabulunga (auf der Zehn) warteten vorne auf die langen Bälle aus der eigenen Hälfte, aber außer aus zwei Standards wurde Angola nicht mehr gefährlich. Weil die Ivorer nie die Ruhe und die Abgeklärtheit verließen.

Fazit: Angola fehlte der Plan nach vorne, Ivorer extrem souverän

Im Endeffekt ist Angola verdient und an sich selbst gescheitert. Der Auftaktsieg gegen Burkina Faso war schon glücklich, das Remis gegen den Sudan keine Offenbarung und gegen die Ivorer schafften sie es nicht, selbst den nur mit Halbgas spielenden Gegner ins Wanken zu bringen. Die Ivorer wären problemlos mit einem 0:0 zufrieden gewesen, aber zwei solche Einladungen auf Tore mussten sie einfach annehmen.

Die Ivorer bestätigen ihre Favoritenrolle auf den Turniersieg immer mehr, denn vorne nützen sie die wenigen sich bietenden Chancen und hinten sind sie praktisch unüberwindbar. In drei Spielen gab es kein einziges Gegentor und zumindest aus dem Spiel heraus machte die Defensive keinen Wackler. Das ist bislang die mit viel Abstand stabilste Mannschaft des Turniers, und viele Kräfte hat sich auch noch nicht gelassen.

Nur, wie sich das komplette Rausrotieren der Mannschaft auf den Rhythmus auswirkt, ist eine offene Frage.

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Sudan – Burkina Faso 2-1 (1-0). 1-0 Mudathir 33′ / 2-0 Mudathir 80′ / 2-1 Ouedraogo 90′

Sudan - Burkina Faso 2:1

Der harmlosen Vorstellung gegen die abgeklärten Ivorer folgte eine beherzte gegen Angola – so hatte der Sudan noch die Chance, sich mit einem eigenen Sieg und einer Niederlage von Angola, eines davon musste mir mehr als einem Tor Differenz ausgehen, sensationell für das Viertelfinale zu qualifizieren.

Bedenkt man das, war die Spielweise der Sudanesen gegen die bereits fix eliminierte Mannschaft aus Burkina Faso seltsam gehemmt. Die Sudaner, an körperlicher Robustheit den eher filigranen Burkinern deutlich überlegen, kamen zunächst überhaupt nicht in die Partie. Das Team von Paulo Duarte, der auf den angeschlagenen Alain Traoré verzichten musste und dafür Pitroipa auf die Zehn seines 4-2-3-1 stellte, führte die technische deutlich feinere Klinge, dominierte den Ballbesitz und zeigte sich durchaus gewillt, das Spiel zu machen.

Vor allem Charles Kaboré von Olympique Marseille versuchte sich als Achter mit einigem Erfolg daran, dem Angriffsspiel seiner Mannschaft Struktur zu verleihen. Dennoch konnte man die anfängliche Verwirrung in der sudanesischen Abwehr – Innenverteidiger Nagm Eldin musste schon nach wenigen Minuten nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Pitroipa ausgewechselt werden – nicht in Tor ummünzen.

Sudan gegen den Spielverlauf 1:0

Nachdem der Anfangsschwung verflogen war, verflachte das Spielniveau zusehens. Die Sudanesen kamen aus dem Spiel heruas überhaupt nicht sinnvoll vor das Tor des Gegners: Versuchte man, sich nach vorne zu spielen, wurden die Aktionen schnell zu umständlich, direkte Bälle nach vorne fanden ihr Ziel nur äußerst selten. Da auch bei den Burkinern die Präzision sank und sank, wurde aus einer flotten Partie immer mehr ein unansehnliches Fehlpass-Festival.

Was sich auch nicht änderte, nachdem Mudathir einen fürchterlichen Stellungsfehler von Innenverteidiger Mamadou Tall komplett entgegen des Spielverlaufs zum 1:0 für den Sudan nützte. Die Roten fanden weiterhin nicht zu einem flüssigen Kombinationsspiel, bei den Burkinern wirkte vorübergehend der letzte Wille gebrochen. Nach dem Motto: Bei diesem Turnier will es nun mal nicht klappen, für uns.

Sudan gegen den Spielverlauf 2:0

In der zweiten Hälfte brachte Duarte nach einer Stunde den Admiraner Issiaka Ouedraogo, damit einen zweiten nominellen Stürmer. Das hieß aber nicht, dass er groß an seinem 4-2-3-1 rüttelte: Ouedraogo musste auf die zentrale Mittelfeldposition gehen. Diese interpretierte er zwar relativ offensiv und nicht annähernd so fahrig wie vor allem Bancé im ersten Spiel gegen Angola, aber es ist schon erstaunlich, dass Duarte trotz Rückstand in einer Partie, deren Ausgang für sein Team völlig gleichgültig war, nicht die Doppelsechs aufzulösen (die ob der harmlosen Sudanesen ohnehin überflüssig war), sondern stattdessen einen Flügelstürmer vom Platz zu nehmen.

Dennoch schien ein Ausgleichstreffer der Burkiner, die sich in dieser Phase wieder fingen und das Spiel wieder deutlich in die eigene Hand nahmen, wenn schon nicht eine Frage der Zeit, dann doch zumindest deutlich naheliegender als ein 2:0 für den Sudan. Aber wie es oft so ist: Weiter Abschlag vom sudanesischen Keeper Akram Richtung Mudather, Burkina Fasos sonst starker Goalie Diakité zögert, und Mudather schiebt zum 2:0 ein.

Eigentlich völlig unverdient, aber angesichts des Zwischenstandes und des Spielverlaufs im Parallelspiel war das de facto der Viertelfinal-Einzug. Daran änderte auch das späte Anschlusstor von Ouedraogo, der tief in der Nachspielzeit quasi mit dem Schlusspfiff den Ball am wild herausstürmenden Akram vorbei ins Tor köpfelte, nichts mehr.

Fazit: Unverdienter Sieg, nicht unverdienter Viertelfinal-Einzug

Keine Frage, es war alles andere als eine Meisterleistung, die der Sudan da ablieferte und dass man gegen die deutlich aktivere und technisch wesentlich bessere Mannschaft aus Burkina Faso zu einem Sieg gekommen ist, entspricht den Spielverlauf überhaupt nicht. Man muss dem Team von Mohamad Abdalla aber zu Gute halten, dass man hinten weitgehend dicht gehalten hat – was allerdings sicher auch zu einem großen Teil an der in unfassbarem Ausmaß fehlenden Präzision der Burkiner lag – und vorne die zwei horrenden Fehler, die die Burkiner machten, eiskalt ausgenutzt haben.

Und letztlich muss man auch sagen, dass das Team aus dem Sudan deutlich mehr aus den vorhandenen Möglichkeiten gemacht hat als sie mit deutlich mehr Erwartungen ins Turnier gestarteten Burkiner und vor allem Angolaner. So gesehen ist der Viertelfinal-Einzug nicht ganz ungerechtfertigt.

(phe)

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2:0 – Ivorer lösen ohne Anstrengung das Viertelfinal-Ticket https://ballverliebt.eu/2012/01/26/20-ivorer-losen-ohne-anstrengung-das-viertelfinal-ticket/ https://ballverliebt.eu/2012/01/26/20-ivorer-losen-ohne-anstrengung-das-viertelfinal-ticket/#respond Thu, 26 Jan 2012 21:16:41 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6572 2:0 – Ivorer lösen ohne Anstrengung das Viertelfinal-Ticket weiterlesen ]]> Zweite Spiel, zweite kräfteschonende Leistung – zweiter Zu-Null-Sieg: Mit geradezu italienischer Nüchternheit kommen die Ivorer zum 2:0-Sieg über Burkina Faso und lösen damit das Viertelfinal-Ticket. Was sie wirklich drauf haben, lässt sich aber noch nicht sagen. Und das wird wohl auch nach dem letzten Spiel gegen jene Angolaner so bleiben, die sich beim 2:2 gegen den Sudan selbst eingeschläfert haben.

Côte d'Ivoire - Burkina Faso 2:0

Côte d’Ivoire – Burkina Faso 2-0 (1-0). 1-0 Kalou 16′ / 2-0 B. Koné 82′ (Eigentor)

Didier Zokora war nach abgelaufener Sperre wieder zurück – dafür baute François Zahoui seine Defensive um: Gosso ging statt Igor Lolo, der diesmal nicht dabei war, auf die Position des Rechtsverteidigers, Zokora übernahm die halbrechte Position im Mittelfeld des 4-3-3, Cheikh Tioté von Newcastle ging von dort auf halblinks. Die gewonnene Stabilität war ebenso ersichtlich wie die gewonnene Unterstützung für den Linksaußen vorne – das war in den Anfangsminuten Kalou, bald wechselte er mit Gervinho aber die Seiten.

Die Ivorer gingen nach einer Viertelstunde eher billig in Führung – Kalou nützte nach einer Flanke von der rechten Seite den Freiraum, der entstanden war, weil Bakary Koné nach einem Zusammenprall mit Drogba behandelt wurde – und spätestens ab da erinnerte ihr Spiel wieder frappant an jedes beim 1:0 gegen den Sudan: Sich zurückziehen, sicher stehen, warten, dass die Zeit vergeht.

Burkiner über die Flügel harmlos und im Zentrum gestört

Wirklich nützen konnte die ivorische Passivität aber auch das Team aus Burkina Faso nicht. Das lag vor allem daran, dass über die Flügel recht wenig zu sehen war: Nakoulma, der über rechts kommen sollte, zeigte überhaupt nichts und Jonathan Pitroipa auf der linken Seite war ziemlich auf sich alleine gestellt. Hatte er beim ersten Spiel gegen Angola noch mit Paul Koulibaly einen äußerst aktiven Linksverteidiger hinter sich, zeigte Saidou Panedeteguiri kaum etwas. Zu sehr war er damit beschäftigt, möglichst Gervinho nicht zur Geltung kommen zu lassen.

Dass auch durch das Zentrum kaum etwas vorne ankam, lag in erster Linie an Yaya Touré. Er war so ein wenig der unbesungene Held in dieser Mannschaft: Was er macht, ist unauffällig und auch unspektakulär, aber durch seine geschickten Laufwege und seine Fähigkeit, ein Spiel lesen zu können, erstickte er mit gezieltem Pressing viele Angriffe der Burkiner schon, bevor sie entstanden.

Ivorer spielen Sieg trocken über die Zeit

In der zweiten Hälfte bequemten sich die Ivorer dann doch wieder etwas weiter nach vorne. Das machte ihnen aber kaum Mühe: Die Burkiner machten schon zu diesem Zeitpunkt einen recht zermürbten Eindruck und so fiel es dem Favoriten leicht, Ball und Gegner zu kontrollieren. Viele konkrete Chancen erarbeiteten sie sich zwar nicht, aber sie gaben sich damit zufrieden, dass nach hinten bestenfalls ein paar Weitschüsse den Weg Richtung Tor fanden. Der sichere Boubacar Barry im ivorischen Tor parierte all diese aber sicher.

Paulo Duarte, Teamchef von Burkina Faso, versuchte es mit grundsätzlich logischen Wechseln – Rouamba im Zentrum für den komplett wirkungslosen Kere, dann auch Bancé für den ebenso seit Anpfiff untergetauchten Nakoulma – aber all das verpuffte ohne Wirkung. Und als dann auch noch Bakary Koné einen harmlosen Ball, der von Artur Boka (hatte Tiéné links hinten ersetzt) ins eigene Tor verlängerte, war die Partie endgültig gelaufen.

Fazit: Wieder ein sehr kontrollierter Sieg

Einmal mehr brannten die Ivorer kein Feuerwerk ab, aber wieder kamen sie zu einem Sieg ohne sich dabei wirklich angestrengt zu haben. Das Mittelfeld, vor allem Yaya Touré, dominierte das Spielfeld und ließ das Team aus Burkina Faso zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährlich werden. Das wahre Leistungsvermögen dieser Mannschaft lässt sich auch nach dem damit fixierten Viertelfinal-Einzug nicht seriös einschätzen, vor allem die Abwehr selbst wurde wegen der dominanten Performance des Mittelfeldes noch nicht geprüft.

Für Burkina Faso ist das Turnier dafür vorbei: Nach dem für sie bereits bedeutungslosen letzten Spiel gegen den Sudan steht die Heimreise an. Waren die Burkiner gegen Angola noch mindestens gleichwertig und hatten sie dieses Spiel noch eher unglücklich verloren, wurden die die Unzulänglichkeiten brutal aufgezeigt: Es fehlt ein torgefährlicher Stürmer – Dagano ist das nicht mehr. Es fehlt an Struktur im Spiel aus der defensiven Zentrale – hier kamen keinerlei Impulse. Und es fehlt letztlich auch an der Qualität was die Außenverteidiger betrifft. Auf sich alleine gestellt konnten Pitroipa und Traoré nichts ausrichten.

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Angola – Sudan 2-2 (1-1). 1-0 Manucho 5′ / 1-1 M. Ahmed 33′ / 2-1 Manucho 48′ (p) / 2-2 M. Ahmed 74′

Angola - Sudan 2:2

Für die Angolaner fing das Spiel gleich gut an: Nagm Eldin vertändelte den Ball gegen Manucho, dieser nützte die Unpässlichkeit schon nach fünf Minuten zum 1:0 für den Favoriten. Der den frühen Treffer zum Anlass nahm, sich sofort ein wenig zurück zu ziehen.

Die Sudanesen, die sich gegen gelangweilte Ivorer zwar redlich mühten, aber kaum etwas zustande brachten, waren nun gefordert: Die Angolaner überließen ihnen den Ball und sahen sich an, was das Team aus dem Sudan zu anbot. Und das war auch diesmal nicht allzu viel – vor allem drängte sich alles durch die Mitte.

Im 4-4-1-1, das Teamchef Mohamad Abdalla auch diesmal in leicht veränderter Besetzung, aber unveränderter Form aufbot, spielten die beiden nominellen Außen Tahir (der einzige Neue in der Aufstellung, von Goalie Akram abgesehen) und Mohamed Ahmed in relativ zentralen Rollen, wobei die Breite im Spiel an sich von den Außenverteidigern Ballah und Moiawa kommen hätte sollen.

Fast alles durch die Mitte

Wohlgemerkt: Hällte sollen. Denn breit gemacht wurde von den Sudanesen gar nichts: In äußerst überschaubarem Tempo sollte es durch die Mitte gehen, wie die angolanischen Sechser Gilberto und Macanga, immer wieder ünterstützt auch durch den gerne aus der Viererkette aufrückenden Zuela, dicht machte. Kein Wunder, dass der Ausgleich nach einer halben Stunde über die einzige konsequent über den Flügel vorgetragenen Angriff fiel: Flanke auf den nach innen gerückten Mohamed Ahmed, und der traf zum 1:1.

Angolas Teamchef brachte für die zweite Hälfte mit Deutschland-Legionär Nando Rafael einen neuen Offensiv-Mann für den wirklungslosen Flavio und auch diesmal gelang kurz nach dem Start ein Tor: Manucho verwandelte einen Elfmeter zum 2:1. Womit das Spielchen im Grunde von vorne begann: Angola drehte an der Zeit, der Sudan schaffte es kaum aus dem Zentrum heraus.

Einladung zum Ausgleich

Den „Schwarzen Gazellen“ half es natürlich auch nicht, dass sich Nando Rafael bei einer seiner ersten Aktionen an der Schulter verletzte und bis zu seinem Austausch eine Viertelstunde vor Schluss ähnlich wirkungslos war wie Flavio vor ihm. Das eigentliche Problem war aber eher, dass sich die Angolaner mit ihrer Spielweise mehr oder weniger selbst eingeschläfert haben.

Was gegen das ausnehmend harmlose Team aus dem Sudan noch nicht so schlimm gewesen wäre, hätte die Defensive nicht in der 73. Minute den Gefallen aus der 5. Minute zurückgegeben: Ein völlig ungefährlicher 70-Meter-Mondball von Nagm Eldin in den Strafraum der Angolaner klärten gleich drei Abwehrspieler nicht – stattdessen legten sie den Ball dem einschussbereiten Mohamed Ahmed vor die Füße. Das 2:2 aus dem Nichts.

Mit diesem Nackenschlag kam Angola merklich ins Wanken: Ähnlich wie im ersten Spiel gegen Burkina Faso galt es ab sofort nur noch, die Schulssphase unbeschadet zu überstehen, zudem hatte sich Torhüter Carlos schon vor dem Ausgleich eine gelbe Karte wegen Zeitschindens abgeholt. Genau wie im ersten Spiel – weswegen er gegen Die Ivorer im entscheidenden Spiel nun fehlt.

Fazit: Angola bestraft sich selbst für Un-Leistung

Ein einschläferndes Match – Angola verabsäumte es nach beiden Toren komplett, nachzusetzen und gegen die harmlosen Sudanesen schon frühzeitig den Sack zuzumachen. Eine Spielweise, für die sich die Mannschaft von Lito Vidigal selbst bestrafte und die nun dafür sorgt, statt einem sorgenfreien letzten Gruppenspiel nun noch zittern zu müssen. Und das gegen den klar stärksten Vorrunden-Gegner – wiewohl wahrscheinlich selbst eine Niederlage nichts mehr ausmachen würde.

Weil der Sudan, der die Burkiner schlagen müsste um noch eine Chance zu haben, nur stumpfe Waffen zur Verfügung hat: Kaum nennenswertes Flügelspiel, sehr begrenztes Tempo. So hätten sie die pomadigen Angolaner wohl nicht bestrafen können, wenn sich diese das zweite Tor nicht praktisch selbst geschossen hätten. Bei allem Bemühen ist das doch eher ein geschenkter Punkt, und wird gegen Burkina Faso nicht deutlich an der Temposchraube gedreht, wird er auch der einzige bleiben.

(phe)

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Drogba führt pomadige Ivorer zu 1:0-Erfolg, Angola feiert 2:1-Zittersieg https://ballverliebt.eu/2012/01/22/drogba-fuhrt-pomadige-ivorer-zu-muhsamem-10-sieg/ https://ballverliebt.eu/2012/01/22/drogba-fuhrt-pomadige-ivorer-zu-muhsamem-10-sieg/#respond Sun, 22 Jan 2012 18:27:35 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6507 Drogba führt pomadige Ivorer zu 1:0-Erfolg, Angola feiert 2:1-Zittersieg weiterlesen ]]> Wie war das, ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es unbedingt muss? Genau das beherzigten die Ivorer bei ihrem ersten Auftritt bei diesem Afrika-Cup. Eine äußerst magere Leistung brachte Drogba und Co. den 1:0-Sieg. Deutlich aufregender war da schon das 2:1 von Angola gegen Burkina Faso im wohl entscheidenden Spiel um den zweiten Platz im Viertelfinale.

Côte d'Ivoire - Sudan 1:0

Côte d’Ivoire – Sudan 1-0 (1-0). 1-0 Drogba 39′

Die Grundaufstellung der Ivorer versprach einiges an Offensive: Denn weil Yaya Touré als vorderster Spieler im 4-3-3 ausgesprochen hoch agierte, stand der Turnierfavorit im Grunde mit einem 4-2-4 auf dem Platz. Touré spielte nicht ganz, aber fast auf einer Höhe mit Drogba, flankiert wurden die beiden von Gervinho (rechts) und Kalou (links).

Das Problem bei der ganzen Sache war allerdings, dass die Außenverteidigier, vor allem Siaka Tiéné auf der linken Seiten sehr konservativ spielten und oftmals weit hinten verblieben. So war es an den beiden zentralen Mittelfeld-Spielern, Gosso und Tioté, die vorderen vier mit Bällen zu versorgen. Dabei wurde zu selten der Weg über die Flügel gesucht – seltsam, denn das war genau der Bereich des Feldes, den die Sudanesen im Mittelfeld am wenigsten verteidigten.

Mitte dichtmachen

Dafür standen mit Ala Eldin und Nizar zwei Spieler zentral recht tief und der linke Mann im nominellen 4-4-1-1, Mohamed Ahmed Bashir, drückte sehr weit in die Mitte hinein und rückte hie und da auch etwas weiter nach vorne auf. Lediglich Amer Kamal auf der linken Seiten hielt diese zumeist, bzw. rückte auch immer wieder mal nach hinten, um gegen die vier ivorischen Angreifer einen fünften Verteidiger zu haben.

Was den defensiv eingestellten Sudanesen zusätzlich in die Hände spielte, war das äußerst überschaubare Tempo, das die Ivorer und Co. an den Tag legten. Dieses erlaubte es dem Außenseiter, in die Zweikämpfe zu kommen und den Favorien vom eigenen Tor fern zu halten. Das Spiel plätscherte vor sich hin, die Ivorer hatten deutlich mehr Ballbesitz, es schaute aber im Endeffekt recht wenig dabei heraus.

Sudan bestraft behäbige Ivorer nicht

Was vom Sudan aber, anders als es Sambia gegen Senegal gemacht hatte, nicht bestrafte – das Umschalten nach Ballgewinn ging recht langsam von Statten, der Sicherheitsgedanke war immer an oberster Stelle. Nur einmal passten sie hinten nicht auf, als die Ivorer kurz vor der Pause die Abwehr mit einem flinken Spielzug auseinander zogen: Weiter Seitenwechsel auf Kalou auf der linken Seite, dieser flankt zur Mitte und Drogba ist zur Stelle und versenkt per Kopf zum 1:0. Ein gelungener, richtiger Spielzug, und schon krachte es.

Dafür haben die Ivorer nach der Pause endgültig alles getan, damit es im eigenen Tor kracht – aus einer vor dem Seitenwechsel schon recht uninspirierten Darbietung wich nun sämtliches Leben. Mit dem 1:0 im Rücken wurde nur noch abgewartet, dass die Zeit vergeht und die Sudanesen somit förmlich dazu eingeladen, auf den Ausgleich loszugehen.

Bemüht, aber harmlos

Der Außenseiter bemühte sich dabei, den Ball besser in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen und halbwegs flott den Weg nach vorne zu suchen, aber im Endeffekt fehlte dabei die Durchschlagskraft. Teamchef Mohamed Abdalla stellte daraufhin ein wenig um und installierte im Mittelfeld ein T – also mit Ala Eldin als alleinigen verbliebenen Sechser und davor mit drei Mann auf einer Linie.

Doch all dem fehlte die letzte Konsequenz und die wirkliche Überzeugung, dass man den Ivorern tatsächlich ein 1:1 abtrotzen könnte. Der Sudan war nach der Pause zwar das deutlich aktivere Team – was angesichts der geradezu peinlichen Pomadigkeit der Ivorer auch keine Kunst war – echte Gefahr für das Tor von Boubacar Barry konnten sie aber nicht erzeugen. Womit es beim 1:0 für Drogba und Co. blieb.

Fazit: Zumindest Kräfte gespart

Das war alles andere als beeindruckend von den Ivorern – gegen das wirklich nicht besonders gute Team aus dem Sudan ein mattes 1:0 nach Hause zu verwalten und dabei jeden Schweißtropfen zu viel tunlichst zu vermeiden ist kein Ruhmesblatt. Andererseits muss man ihnen zugute halten, dass es in der Vorrunde bei solchen Turnieren eben nur darum geht, die nötigen Punkte zu holen, und wenn man dabei Kräfte schonen kann, umso besser. Und Kräfte geschont wurden hier absolut, weil es den Sudanesen letztlich an der Qualität fehlte, den überaus langsam agierenden Ivorern tatsächlich gefährlich zu werden. Das chancenlose Vorrunden-Aus ist hier vorprogrammiert.

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Angola – Burkina Faso 2-1 (0-0). 1-0 Mateus 47′ / 1-1 A. Traoré 57′ / 2-1 Manucho 68′

Angola - Burkina Faso 2:1

Beide Mannschaften wussten: Wer dieses Duell gewinnt, hat die Vorentscheidung auf den Platz im Viertelfinale schon auf seiner Seite. Entsprechend vorsichtig gingen auch sowohl Angola als auch Burkina Faso ans Werk.

Die Angolaner spielten in einem 4-4-1-1, in dem Flavio eine sehr mobile hängende Spitze gab und in dem es vor allem über die Flügel nach vorne gehen sollte. Hier waren auch die Außenverteidiger sehr gefragt: Wenn Linksverteidiger Miguel nach vorne marschierte, orientierte sich Sechser Gilberte etwas zurück auf die Seite, um abzusichern. Auf der anderen Seite hatte Airosa ebenso durchaus Vorwärtsdrang. Die Angolaner verzeichneten deutlich mehr Ballbesitz, es fehlten aber die zündenden Ideen, wie man wirklich zu Chancen kommen sollte.

Pitroipa und Koulibaly bereiten Probleme

Die Mannschaft aus Burkina Faso spielte in einem recht klaren 4-2-3-1, auch hier orientierte sich der Zehner Alain Traoé durchaus nach vorne und auch hier marschierten die Außenverteidiger ziemlich nach vorne. Vor allem auf ihrer linken Seite entwickelten die Burkiner einiges an Druck, weil Paul Koulibaly extrem viel nach vorne machte und der kleine, wendige Jonathan Pitroipa mit seiner Schnelligkeit und seiner Technik den Angolanern einige Probleme bereitete.

Burkina Faso versuchte deutlich klarer als der Gegner, schnell in sich bietende Räume zu stoßen und versuchten sich daher immer wieder an schnellen Flankenwechseln. Miguel legte hier oftmals kein gutes Stellungsspiel an den Tag und Kaboré hätte mitunter viel Platz gehabt, technsiche Schwächen in der Ballannahme kosteten aber Zeit und so konnten auch die Burkiner ihre Angriffe kaum einmal fertig spielen. So neutralisierten sich die Teams in der ersten Hälfte: Angola hatte mehr Ballbesitz, die Burkiner versuchten die Räume besser auszunützen, aber heraus kam letztendlich kaum Nennenswertes.

Zwei Tore aus heiterem Himmel

Die zweite Hälfte begann mit einem Aussetzter ausgerechnet des offensiv so aktiven Koulibaly, der sich erst von Mateus austanzen ließ und dann nicht gut nachsetzte – der Flügelspieler von Sporting Braga nützte den Platz um zum etwas aus heiterem Himmel fallenden 1:0 einzuschießen. Die Strafe für Koulibaly, ihn sofort aus dem Spiel zu nehmen und statt seiner Panadeteguiri zu bringen, mutet etwas harsch an.

Die Angolaner fühlten sich mit der Führung sicher und hatten das Spiel im Griff, auch weil nun der Druck über die linke Seite ohne Koulibaly merklich nachließ. So brauchte es einen gelungenen Freistoß von Alain Traoré – und einen Torhüter, der eher das Mauer-Eck abdeckte als jenes, das er eigentlich bewachen sollte – um zum Ausgleich zu kommen. Auch der war nicht wirklich abzusehen.

Zweiter unverständlicher Wechsel

Dann nahm Burkina Fasos Teamchef Paulo Duarte einen eher seltsamen Wechsel vor: Statt Sechser Rouamba brachte er Stürmer Aristide Bancé. Was wohl als Signal gedacht war, das Führungstor anzugehen, entpuppte sich als eher schädlich für seine Mannschaft. Bancé wanderte ziemlich wirr am Feld umher, oft völlig unpassend zum Spielverlauf – mal stand er ganz vorne, dann wieder vor der eigenen Abwehr, mal kurbelte er auf der einen Seite, um kurz darauf auf der ganz anderen Spielfeldseite völlig ab vom Schuss zu stehen.

Nicht nur, dass seine Mannschaft einen ziemlich verwirrten Eindruck machte und die Ordnung im Mittelfeld komplett im Eimer war, nein, der frühere Mainzer mit den blond gefärbten Haaren vertendelte dann auch noch vor dem eigenen Strafraum den Ball an Angola-Stürmer Manucho, der aus 20 Metern abzog und zum 2:1 traf.

Burkina Faso packt die Brechstange aus

Erst jetzt war der starksige Bancé wirklich von Nutzen: Denn mit ihm vorne drin, und dort blieb er nun weitgehend, kann man die Brechstange in Form von langen Bällen mit realistischen Erfolgssaussichten auspacken. Bei Angola wurde die Formation nun etwas defensiver, weil mit Dédé ein defensivere Gegenspieler für Pitroipa und Panedeteguiri kam.

Doch auch, wenn die Angolaner auf fast schon beleidigend offensichtliche Art und Weise an der Uhr drehten, wirkten sie von der Grundordnung weiterhin deutlich gefestigter als die Burkiner, die mit ihren wütenden Angriffen nun natürlich die Schlussphase deutlich dominierten. Doch die Angolaner überlebten auch die aufgrund ihrer Spielverzögerungen durchaus angebrachten sechs Minuten Nachspielzeit und zitterten den 2:1-Sieg über die Zeit

Fazit: Angola hat kaum Ideen, nützt aber die Fehler aus

Letzlich sind die Mannschaften von ihrem Leistungspotential her auf einer Ebene anzusiedeln. Die Angolaner nützten zwei individuelle Abwehrfehler mit zwei sehenswerten Schüssen zu zwei Toren, die beide aber weitgehend aus dem Nichts fielen. Die Angolaner waren als Mannschaft kompakter, aber die Burkiner versuchten – zumindest bis zur Einwechslung von Bancé – mit gezielterem Zusammenspiel zum Erfolg zu kommen. Der Sieg für Angola war im Endeffekt natürlich eher glücklich, aber man muss ihnen zugestehen, dass sie zwei Fehler des Gegners eiskalt ausgenützt haben (wenn so schon selbst keine zündenden Ideen hatten) – und die Burkiner ihre Druckphase nicht in Zählbaren ummünzen konnten.

Weshalb sie nun wohl schon ein kleines Wunder brauchen, um ins Viertelfinale einzuziehen.

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