Song – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Tue, 28 Dec 2010 08:03:39 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Nussknacker Song sorgt für Raum https://ballverliebt.eu/2010/12/27/nussknacker-song-sorgt-fur-raum/ https://ballverliebt.eu/2010/12/27/nussknacker-song-sorgt-fur-raum/#comments Mon, 27 Dec 2010 22:27:41 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=3536 Nussknacker Song sorgt für Raum weiterlesen ]]> Das 1:0 kurz vor der Pause war für Arsenal der Nussknacker – denn so boten beim 3:1 gegen Chelsea nach der Pause die entscheidenden Räume. Der schnelle Anschlusstreffer half den Blues letztlich nicht, wodurch sich Chelsea aus dem Titelrennen erst einmal verabschiedet!

Arsenal - Chelsea 3:1

Ist Arsenal wirklich aus dem Holz geschnitzt, um Manchester United ernsthaft den Titel in der Premier League streitig machen zu können? Die Erkenntnisse aus dem mit 0:1 verlorenen direkten Duell vor zwei Wochen sagen eigentlich „nein“. Umso wichtiger für Arsène Wenger, nun im Heimspiel gegen Chelsea einen Sieg einzufahren, der eben nicht nur in der Tabelle helfen soll. Sondern auch für das Selbstvertrauen.

In den Anfangsminuten des Spiels gelang es Arsenal vor allem mit Steilpässen, schnell in die Spitze zu kommen. Das Dreiermittelfeld von Chelsea brauchte einige Minuten, um die Löcher ein wenig zu stopfen – dann rückte auch die Abwehrreihe der Blues auf und attackierte früher. Die Folge: Chelsea kam nach 10 Minuten besser in die Partie. Wenn auch nur kurzfristig. Arsenal machte die Räume gegen den Ball extrem eng, zwischen erstem um letztem Mann waren da mitunter kaum 30 Meter.

Bei Arsenal begann Fàbregas nach etwa einer Viertelstunde, sich vermehrt Bälle von hinten zu holen – er hatte gemerkt, dass von Wilshere an diesem Tag offensiv nicht allzu viel kam und der Jungstar defensiv mitunter ein Unsicherheitsfaktor war. Walcott, der diesmal von Anfang an ran durfte, konnte Ashley Cole gut beschäftigen und hinten binden, viel Gefährliches in den Strafraum kam von ihm aber nicht. Dafür agierte der Flügelflitzer defensiv sehr diszipliniert und kochte Cole bei dessen (seltenen) Vorstößen gut ab.

Auf der anderen Seite konnte sich indes Nasri nicht wie erhofft gegen Ferreira durchsetzen. Wie überhaupt die Defensive von Chelsea einen äußerst disziplinierten Eindruck machte: Die Viererkette zog sich immer wieder eng zusammen und machten den Strafraum zu; Malouda und Kalou arbeiteten viel nach hinten und hielten so die Seiten unter Kontrolle, und das Duo Mikel/Essien machte das Zentrum zu. So spielte Arsenal mit Fortdauer der ersten Hälfte immer mehr in der Chelsea-Hälfte fest, allerdings nur um den Strafraum herum. Es gelang den Gunners nicht, Zugriff auf die Penalty Box zu erhalten bzw. gar zur Grundlinie durchzukommen.

Wodurch das Spiel für Liebhaber von chancenreichem Action-Fußball nicht viel hergab – die erste echte Arsenal-Chance war ein Heber von Nasri; (natürlich) von außerhalb des Strafraums. Erst kurz vor der Pause gab es bei den Gunners die erste echte Aktion bis zur Grundlinie, und in der 44. Minute kam Arsenal erstmals wirklich in den Strafraum – und da blockte Fàbregas dem bärenstarken Alex Song den Weg frei, sodass der Kameruner zum 1:0 einschießen konnte. Eine vorentscheidende Szene!

Räume nach er Pause

Denn so war Ancelotti gezwungen, in der Pause seine Mannschaft offensiver einzustellen. Ramies kam statt Mikel, um Lampard (dem man die mangelnde Spielpraxis deutlich ansah) im Umschalten des Mittelfelds von Abwehr auf Angriff zu unterstützen. Essien ließ sich dafür weiter fallen, Cole und Ferreira orientierten sich weiter nach vorne. Die Dreier-Abwehrreie Ivanovic/Essien/Terry stand in dieser Phase extrem hoch, das Mittelfeld presste aber nicht entsprechend – und so ergab sich für Arsenal die leichte Chance, in den nun unglaublich riesigen Raum hinter der Chelsea-Abwehr vorzudringen.

In der 51. Minute ließ sich Terry vom sich zurück fallen lassenden Van Persie aus der Verteidigung ziehen, Walcott sprintete in das sich bietende Loch und bediente Fàbregas für der 2:0, kaum 100 Sekunden später verschluderte Essien ein Zuspiel und Walcott sorgte für das 3:0. Was im Grunde die Entscheidung war und nur möglich, weil Chelsea nach dem Rückstand aufrücken musste.

Dem Team von Carlo Ancelotti gelang es postwendend, zum 1:3 zu kommen – Kocielny und Djourou waren bei einem Drogba-Freistoß nur interessierte Beobachter von Ivanovic‘ Kopfball – und so zumindest noch eine Hoffnung zu bewahren, dass das Spiel noch nicht ganz verloren war. Erst nach dem 1:3 fand Ramires ein wenig besser ins das Spiel und war bemüht, die Spitzen von hinten heraus direkter und mir mehr Tempo zu bedienen. Das klappte einige Minuten ganz gut, wirklich gefährlich wurde Chelsea aber nicht. Mehr positiven Effekt auf die Bemühungen der Blues hatte dafür die Einwechslung des offensiv wesentlich stärkeren Bosingwa für Ferreira.

Er versuchte, einigermaßen durchdacht nach vorne zu kommen, zudem hatte er nicht nur Kalou vor sich, sondern auch den ebenfalls eingewechselten Kakuta, der nicht die Linksaußen-Position von Malouda einnahm, sondern sich eher in die Zentrale orientierte. Wenger reagierte darauf, indem er Walcott vom Feld nahm und mit Diaby den Mittelkreis stärkte. Die Flanke überließ er somit gänzlich Bacari Sagna – mit der Folge, dass nun auch Ashley Cole ein Faktor auf seiner Seite wurde.

Dass Arsenal aber dennoch nicht mehr in echte Verlegenheit kam und das 3:1 nach Hause spielte, hatte vor allem einen Grund: Alex Song! Denn während Clichy und Sagna ihre Seiten zumindest defensiv einigermaßen dicht halten konnte, machte der Kameruner im Zentum die Tür zu. Indem er extrem viel lief, masshaft Pässe abfing, überall zu finden war und die Chelsea-Zentrale zur Verzweiflung trieb. Ohne Zweifel, Song war der klar beste Mann am Platz.

Fazit: Von glücklichem Spielverlauf begünstigt, aber verdient

Arsenal feiert einen verdienten Heimsieg, weil man über weite Strecken die deutlich aktivere Mannschaft war und die wenigen Fehler in der Chelsea-Hintermannschaft einigermaßen cool ausnützte – lediglich Diabys etwas kläglicher Fehlschuss kurz vor Schluss hätte noch ein Tor sein müssen. Die Gunners profitierten aber auch vom Spielverlauf, denn ohne das 1:0 des überragenden Alex Song hätten sich die Gelegenheiten zum zweiten und zum dritten Tor nie ergeben.

So seltsam es klingt, aber defensiv spielte Chelsea an sich gar nicht schlecht. Die Gegentore zwei und drei dürfen nie und nimmer passieren, aber ansonsten konnte die flinke Arsenal-Offensive recht gut in Schach gehalten werden. Das größere Problem der Blues ist das Mittelfeld: Lampard braucht noch Zeit, Mikel und Essien alleine waren gegen Fàbregas und Co. überfordert. In dieser Form hat Chelsea keine Chance, ein ernsthaftes Wort um den Titel mitzureden.

(phe)

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Unzähmbar? Längst nicht mehr. https://ballverliebt.eu/2010/05/12/unzahmbar-langst-nicht-mehr/ https://ballverliebt.eu/2010/05/12/unzahmbar-langst-nicht-mehr/#respond Wed, 12 May 2010 15:28:04 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=2007 Unzähmbar? Längst nicht mehr. weiterlesen ]]> WM-SERIE, Teil 23: KAMERUN | Sie waren einst gefürchtet als bestes Team Afrikas. Diesen Nimbus sind die „Unzähmbaren Löwen“ los. Nicht erst seit den hölzernen Auftritten beim Afrika-Cup, wo sich das ganze Team nur auf Stürmerstar Samuel Eto’o verlassen hat.

Es hätte „seine“ WM werden sollen – doch Samuel Eto’o und sein Team aus Kamerun verpasste die Qualifikation für das Turnier in Deutschland vor vier Jahren durch einen verschossenen Elfmeter in der Nachspielzeit des letzten Spiels. Eto’o wäre bei der Endrunde vor vier Jahren 25 Jahre alt gewesen und war nach dem Sieg in der Champions League mit dem FC Barcelona auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Aber es hat nun mal nicht sein sollen – und so soll eben in Südafrika Verpasstes nachgeholt werden. Schließlich ist Eto’o, mittlerweile bei Inter Mailand unter Vertrag, immer noch der unumstrittene Star seiner Mannschaft. Und einer der ganz wenigen Spieler im Kader von Weltformat. Wenn nicht gar der Einzige.

Denn so unzähmbar, wie die Kameruner in ihrem Spitznamen geheißen werden, sind die „Löwen“ schon längst nicht mehr. Eto’o ausgenommen, gibt es im Grunde nur noch den jungen Alex Song, der mehr wäre als ein Durchschnittsspieler oder ein Hoffnung auf die Zukunft. Darum muss Paul le Guen es vor allem nach den schlechten Erfahrungen beim Afrikacup im Jänner, als für Kamerun schon im Viertelfinale Schluss war, umso mehr veruschen, mit einer guten taktischen Einstellung und Teamgeist die fehlende individuelle Klasse auszugleichen.

Natürlich sind die Spieler, die Le Guen zur Verfügung stehen, allesamt technisch auf hohem Niveau und haben in den diversen Fußballschulen vor allem in Frankreich eine ausgezeichnete taktische Ausbildung genossen, aber die Mannschaft ist nicht immer in der Lage, dieses Potential auch auszuschöpfen – vor allem, wenn es wirklich um etwas geht. In einem Testspiel in Österreich etwa spielten die Kameruner dem Gegner Knoten in die Beine, beim Afrikacup spielten sie nur hölzern aneinander vorbei und überstanden mit Ach und Krach die Vorrunde. Mit einer solchen Leistung wird es im Juni gegen Japan und Dänemark schon schwierig, gegen Holland muss so oder so eine Topleistung her. Favorit auf den zweiten Gruppenplatz ist Kamerun aber keineswegs.

Wie generell die Entwicklung in den letzten zehn Jahren stagniert. Waren die Kameruner bei der WM in Asien 2002 sogar als plausibler Geheimtipp für ganz Großes gehandelt worden, sind mittlerweile die Teams von Ghana, Côte d’Ivoire und auch Ägypten vorbeigezogen. Kaum jemand würde heute noch auf die Idee kommen, Kamerun als die zweifellos beste afrikanische Mannschaft zu bezeichnen. Nicht als Kollektiv, und schon gar nicht, was die individuelle Klasse angeht. Die alten Haudegen wie Rigobert Song und Geremi werden nur als Gnadenakt oder mangels echter Alternativen einberufen, junge Spieler wie George Mandjeck und Nicolas Nkoulou kennt im Grunde (noch) kein Mensch. Und der eine oder ander aus der heimischen Liga darf mitfahren, um mal WM-Luft zu schnuppern. Und den Marktwert vielleicht ein wenig nach oben zu treiben.

Was etwa bei Vincent Aboubakar zumindest vorerst nicht mehr nötig sein wird. Der 18-jährige Stürmer, der in der Heimat bereits als neuer Eto’o verehrt wird, hat seinen Vertrag für die nächste Saison beim französischen Mittelständler Valenciennes bereits in der Tasche. Aber Patrick Mevoungou? Ein Name, der selbst ausgewiesenen Experten völlig neu sein dürfte. Aber auch so ein wenig Sinnbild für den Kader, den der Franzose Le Guen zusammen gestellt hat. In diesem wimmelt es nämlich nur so von defensiv denkenden Spielern! Mevoungou ist, unabhängig davon, ob er den finalen Cut nun schafft oder nicht, ebenso ein defensiver Mittelfeldspieler wie Jean Makoun von Lyon, Landry Nguémo von Celtic, natürlich Alex Song von Arsenal und auch der junge Joel Matip von Schalke, der ebenso auf ein WM-Ticket hoffen darf. Die Offensivkraft, welche Kamerun seit jeher ausgezeichnet hat, manifestiert sich im Mittelfeld praktisch gar nicht. Und auch in der Abteilung Attacke fehlen neben Eto’o so ein wenig die klingenden Namen.

Denn natürlich ist der 29-Jährige von Inter Mailand im Sturmzentrum gesetzt, ganz egal, ob Le Guen nun mit einem 4-4-2 oder mit einem 4-3-3 spielen lässt. In jedem Fall ist Eto’o vorne der zentrale Mann, der sich aber – vor allem, seit er bei Inter unter José Mourinho arbeitet – gerne auch ins Mittelfeld zurückfallen lässt, um sich Bälle auch mal selbst zu organisieren. Das funktioniert bei Inter, weil er dort mit Pandev und Milito zwei fähige Nebenmänner und in Wesley Sneijder einen echten Spielgestalter hat, der auch selbst mal nach vorne geht. Aber bei Kamerun? Achille Webó und/oder Mo Idrissou sind brave Spieler, der eine ein Techniker, der andere ein Brecher. Aber keine Stürmer, die ein Spiel auf WM-Niveau alleine entscheiden könnten. Und ein offensiver zentraler Mittelfeldspieler fehlt völlig.

Deswegen sah das, was Kamerun beim Afrikacup auf den Rasen quälte, auch so holprig aus. Darum brauchte es Willenskraft und auch Glück, um die Vorrunde zu überstehen und darum war das Team dann gegen die kompakte Truppe aus Ägypten, in der jeder Spieler sich zu jedem Zeitpunkt genau an die Vorgaben hält, ohne echte Chance. Le Guen hatte aber seither nur wenig Zeit, sich des Problems anzunehmen, weshalb nicht ausgeschlossen scheint, dass das in Südafrika genauso oder zumindest ähnlich aussieht – und es wieder ein schnelles Ende nimmt.

Üblicherweise lässt Le Guen eher mit einem 4-4-2 beginnen, in der Spitze eben mit Eto’o fix und je nach Gegner einem aus dem Duo Webó/Idrissou. Der kräfitige Mo Idrissou, der seit vielen Jahren in Deutschland spielt, ist mehr der Brecher, zeigte sich beim Afrikacup aber erstaunlich lauffreudig und willensstark – zwei Attribute, die ihm in der Bundesliga eher nicht nachgesagt werden. Er bügelte viel von dem Wirbel aus, den Eto’o mit seinen Eigenmächtigkeiten verursacht hat. Achille Webó ist mit Real Mallorca bei einem wesentlich stärkeren Team aktiv als Idrissou bei Freiburg, ähnelt aber Eto’o in seinem Spielstil, ist eher als Joker vorgesehen. Spielt Le Guen mit drei Stürmern, gehen Idrissou und Webó auf die Seiten. Das ist durchaus torgefährlich und entspricht auch der Besetzung im Mittelfeld viel eher, hat aber den Nachteil, dass es dann keine echten Wechselalternativen mehr gibt. Dorge Kouemaha kommt im Team nicht oft zum Einsatz, und Aboubakar fehlt es noch völlig an internationaler Erfahrung.

Die Besetzung im Mittelfeld deutet massiv auf ein 4-3-3 hin, in welchem die Zentrale recht defensiv besetzt ist. Gesetzt ist Alex Song, der bei Arsenal schon eine fixe Größe ist. Der Neffe des großen Rigobert Song ist auch aus dem Nationalteam längst nicht mehr wegzudenken – ganz anders als sein bekannter Onkel. Ein heißer Kandidat auf die Startformation ist auch Achille Emana, weil er eigentlich der einzige Mittelfeldspieler ist, der dezidiert offensiv denkt. Er kann sowohl als zentraler Offensivmann im Mittelfeld eingesetzt werden (bei einem 4-3-3), als auch als Antreiber über die linke Seite (bei einem 4-4-2). So einen Spieler würde Eto’o eher in der Zentrale brauchen. Nur ist Emana, der beim spanischen Zweitligisten Real Betis Sevilla spielt, schon alleine von seiner Qualität her kein Wesley Sneijder. Und der Salzburger Somen Tchoyi, der einem extrem starken Herbst gespielt hatte und beim Afrikacup noch dabei war, ist nicht einmal im vorläufigen Kader vertreten.

Als rechter Mann im Mittelfeld hat sich nämlich in den letzten Monaten etwas überraschend Georges Mandjeck heraus kristallisiert. Das ist deswegen erstaunlich, weil er als Zweitliga-Spieler (Mandjeck ist gerade mit Kaiserslautern aufgestiegen) den viel routinierteren Geremi in die Viererkette zurück gedrängt und den viel offensiveren Tchoyi ganz aus dem Kader gespielt hat. Mandjeck kann aber eben auch als Rechtsverteidiger und als Sechser spielen, was ihn für Le Guen so wertvoll macht. In der Zentrale ist auch Jean Makoun von Lyon ein Kandidat, hat aber das Pech, überall eine Alternative vor der Nase zu haben. Als Solo-Sechser eben Song, als Alternative auf rechts Mandjeck, und als solche auf der linken Seite Landy Nguémo. Dieser ist zwar eigentlich auch gelernter Sechser, kann aber auch im linken Mittelfeld und zur Not sogar als Linksverteidiger agieren.

Die Defensive war beim Afrikacup das größte Sorgenkind von Le Guen. Rigobert Song zeigte recht deutlich, dass er mit dem Tempo ganz einfach nicht mehr mitkommt. Selbiges gilt auch für Rechtsverteidiger Geremi, zu dem es aber keine wirklichen Alternativen gibt – höchstens Mandjeck, der aber auch kein echter RV ist. Anders sieht die Lage auf der linken Seite aus: Hier ist Benoît Assou-Ekotto von Tottenham Hotspur die unumstrittene erste Wahl. Le Guen geht allerdings hier ein wenig Risiko, weil er mit Henri Bedimo von Lens die einzige echte Alternative nicht in den Kader berufen hat.

Zentral dürften im Jänner Aurélien Chedjou und Nicolas Nkoulou dilettieren. Beide haben durchaus taugliche Anlagen, aber gerade Nkoulou war vor allem mental mit der Belastung eines großen Turnieres noch deutlich überfordert. Die Folge waren einige derbe Schnitzer, die natürlich auch zum frühen Aus mit beigetragen haben. Mit Sébastien Bassong und Stephane Mbia gibt es nebem dem alten Rigobert Song hier durchaus Alternativen; Weltklasse-Innenverteidiger sind aber auch sie nicht. Und selbst der als so sicher geltende Carlos Kameni war von einer fehlerfreien Performance meilenweit entfernt.

Kamerun ist Anno 2010 also beileibe kein heißer Geheimtipp mehr, sondern im Grunde eine auch nicht übermäßig starke Mannschaft mit einem echten Superstar, um den sich nicht nur medial alles dreht. Gelingt im Auftaktspiel gegen Japan kein voller Erfolg, kann der Achtelfinal-Einzug womöglich schon nach dem ersten Spiel in so ernster Gefahr sein, dass ein Sieg gegen Dänemark schon zur Pflicht würde – dass gegen die Holländer nämlich viel möglich ist, darf getrost als ohne echte Hoffnung abgetan werden. Aus den „Unzähmbaren Löwen“ sind mitterweile in der Tat nur noch „Löwen“ geworden.

Unzähmbar sind sie schon längst nicht mehr.

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KAMERUN
grünes Trikot, rote Hose, Puma – Platzierung im ELO-Ranking: 20.

Spiele in Südafrika:
Japan (Nachmittagsspiel Mo 14/06 in Bloemfontein)
Dänemark (Abendspiel So 19/06 in Pretoria)
Holland (Abendspiel Do 24/06 in Kapstadt)

TEAM: Tor: Souleymanou Hamidou (36, Kayserispor), Carlos Kameni (26, Espanyol), Patrick Tignyemb (25, Bloemfontein). Abwehr: Benoît Assou-Ekotto (26, Tottenham), Sébastien Bassong (24, Tottenham), Aurélien Chedjou (25, Lille), Geremi Ndjitap (31, Ankaragüçü), Stephane Mbia (24, Marseille), Nicolas Nkoulou (20, Monaco), Rigobert Song (33, Trabzonspor). Mittelfeld: Achille Emana (29, Real Betis Sevilla), Eyong Enoh (24, Ajax Amsterdam), Jean Makoun (27, Lyon), Georges Mandjeck (21, Kaiserslautern), Joel Matip (18, Schalke), Patrick Mevoungou (23, Canon Yaoundé), Landry Nguémo (24, Celtic Glasgow), Alex Song (22, Arsenal). Angriff: Vincent Aboubakar (18, Cotonsport Garoua), Samuel Eto’o (29, Inter Mailand), Mohamadou Idrissou (30, Freiburg), Dorge Kouemaha (27, Brügge), Achille Webó (28, Mallorca).

Teamchef: Paul le Guen (46, Franzose, seit Juli 2009)

Qualifikation: 2:0 gegen die Kapverden, 3:0 auf Mauritius, 0:0 in und 2:1 gegen Tansania, 2:1 auf den Kapverden, 5:0 gegen Mauritius. 0:1 in Togo, 0:0 gegen Marokko, 2:0 in und 2:1 gegen Gabun, 3:0 gegen Togo, 2:0 in Marokko.

Endrundenteilnahmen: 5 (1982 Vorrunde, 90 Viertelfinale, 94 Vorrunde, 98 Vorrunde, 2002 Vorrunde)

>> Ballverliebt-WM-Serie
Gruppe A: Südafrika, Mexiko, Uruguay, Frankreich
Gruppe B: Argentinien, Nigeria, Südkorea, Griechenland
Gruppe C: England, USA, Algerien, Slowenien
Gruppe D: Deutschland, Australien, Serbien, Ghana
Gruppe E: Holland, Dänemark, Japan, Kamerun
Gruppe F: Italien, Paraguay, Neuseeland, Slowakei
Gruppe G: Brasilien, Nordkorea, Côte d’Ivoire, Portugal
Gruppe H: Spanien, Schweiz, Honduras, Chile

* Die Platzierung im ELO-Ranking bezieht sich auf den Zeitpunkt der Auslosung

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