Rooney – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Mon, 16 Jul 2018 17:30:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Europas „Große“ bei der WM: Zwei stark, einer so naja – aber drei griffen völlig in den Dreck https://ballverliebt.eu/2014/07/19/zwei-stark-einer-so-naja-aber-drei-von-europas-grossen-griffen-voellig-in-den-dreck/ https://ballverliebt.eu/2014/07/19/zwei-stark-einer-so-naja-aber-drei-von-europas-grossen-griffen-voellig-in-den-dreck/#comments Sat, 19 Jul 2014 00:24:38 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=10440 Europas „Große“ bei der WM: Zwei stark, einer so naja – aber drei griffen völlig in den Dreck weiterlesen ]]> Erst Italien, dann Spanien, nun Deutschland: Wenn man nur rein die Siegerliste betrachtet, die die letzten drei WM-Turniere hervorgebracht haben, sieht das nach einer brutalen europäischen Dominanz aus. Die Wahrheit ist aber viel eher: Die Breite an gutklassigen Teams macht’s. Denn genau wie schon 2006 und 2010 haben auch diesmal einige von Europas Big Guns ziemlich daneben gegriffen – am kolossalsten natürlich Titelverteidiger Spanien. ABer ein Europäer kommt halt immer durch. Das war diesmal eben Deutschland. Und das verdient.

Deutschland: Krönung eines langen Weges

Das war kein Glücksrittertrum wie beim eher zufälligen Finaleinzug 2002, das war von langer Hand geplant und ist eigentlich zwei Jahre zu spät gekommen. Seit Löw vor zehn Jahren zur Nationalmannschaft kam, wurde um einige Stützen herum konsequent ein über Jahre hinweg eingespieltes Team geformt. Lahm, Schweinsteiger und Klose waren von Beginn an dabei, der Rest wuchs homogen dazu, und im richtigen Moment ging es auch auf.

Deutschland
Deutschland: Als Khedira und Schweinsteiger fit genug waren, beide 90 Minuten durchzuhalten, durfte Lahm endlich nach rechts hinten. Von da an hatten die Gegner keinen Spaß mehr.

Dabei ist Löw ein großes Risiko gegangen, nach einigem Experimentieren sich so spät – nämlich erst ein halbes Jahr vor der WM – auf das bei den Guardiola-Bayern praktizierte 4-3-3 zu verlegen. Er hatte mit sechs bis sieben Bayern-Spielern einen großen Block, der das Gerüst darstellte und in der Vorbereitung klappte es nicht immer nach Wunsch. Auch, weil Löw Lahm wie bei den Bayern in die Mitte stellte, obwohl damit eine Baustelle rechts hinten aufgemacht wurde.

Der Gamble zahlte sich aus. Als sich Khedira (nach Kreuzbandriss im Herbst) und Schweinsteiger (nach vielen Blessuren in den letzten Jahren) halb durchs Turnier fit für 90 Minuten meldete, konnte er endlich Lahm dorthin stellen, wo es für das Team am Besten war. Mit Erfolg: Gab es davor mit allerhand Notvarianten auf rechts hinten (Boateng, Mustafi) eher Bauchweh, flutschte es mit Lahm dort – und das Mittelfeld-Trio mit Schweinsteiger, Khedira und Kroos blühte auf.

Löw war flexibel genug, sich kurz vor dem Turnier auf das 4-3-3 draufzusetzen, aber stur genug, um im ganzen Turnier mit der Ausnahme der zweiten Hälfte des Finales zu keiner Minute davon abzurücken, egal, in welcher personellen Aufstellung, egal, wie sehr auch erschreckend viele Medien das ab dem Viertelfinale offiziell angegebene 4-2-3-1 blind übernahmen.

Der Titel ist vor allem für Löw eine Genugtuung, weil ihm in Deutschland immer wieder vorgehalten wurde, mit seinem intellektuellen Zugang, seinem Faible für flache Hierarchien und ohne, wie sich Leute wie Effenberg gerne bezeichnet, „Typen“ (wiewohl etwa Müller und Schweinsteiger durchaus etwas zu sagen haben), zu weich und zu wenig Siegermentalität für einen großen Titel mitzubringen. Für die nun endgültig große Generation war er der Höhe- und gleichzeitig der Schlusspunkt: Lahm hat nach zehn Jahren im Nationalteam mit 116 Länderspielen adé gesagt, Klose wird sicher folgen, auch bei Schweinsteiger wäre das keine Überraschung und Podolski war bei dieser WM bestenfalls ein Nebendarsteller.

Wenigstens kommt Löw dann nicht in die Verlegenheit, aus überzogener Loyalität zu lange an zu vielen alten Recken festzuhalten.

Niederlande: Eine Bronzemedaille für Van Gaals Ego

Nicht wenige bezeichneten diese WM als gigantischen Ego-Trip des neuen Manchester-United-Managers Louis van Gaal. Er hat für dieses Turnier den holländischen Fußball einmal auf links gedreht und alles anders gemacht, als es die Granden bei Oranje für gut befanden. Dreiekette und Konterfußball statt 4-3-3 und schöngeistigem Spiel, dazu eine Horde von international unbekannten und unerfahrenen Leuten in der Defensive. Keine Frage, Van Gaal ging großes Risiko. Mit Aktionen wie dem Torhüter-Tausch in der 120. Minute im Viertelfinale gegen Costa Rica ebenso wie mit dem generellen Stil.

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Holland: Konsequent mit drei Innenverteidigern und Konterfußball. Das Risiko ging auf, weil das Star-Offensiv-Trio vorne die Räume gut nützte.

Vor allem, weil ja angesichts der Gruppengegner Spanien und Chile ein frühes Aus mehr als nur einen Fuß in der Tür der Wahrscheinlichkeiten hatte. Hollands Glück: Im ersten Spiel brach Gegner Spanien völlig auseinander, die Kontertaktik ging voll auf und nach dem unglaublichen 5:1-Erfolg über den Titelverteidiger hatten auch die Spieler selbst den Beweis, dass es mit dem 3-4-1-2-System funktionieren kann.

In der Tat brannte im ganzen Turnier hinten sehr wenig an (Elfmeter-Gegentor gegen Spanien, ein Glücksschuss und ein Elfer gegen Australien, ein Weitschuss gegen Mexiko) und vorne richtete es das individuelle Talent des Dreigestirns mit Sneijder, Robben und Van Persie, das die Räume hervorragend nützte, die angreifende Gegner ihnen anboten. Das war keine besonders aufregende Oranje-Truppe, aber für das vorhandene Spielermaterial passte die sehr pragmatische Herangehensweise.

Das ist natürlich kein Modell für die Zukunft, denn auf Dauer kann es sich ein Bondscoach nur mit Erfolgen leisten, das typisch holländische Spiel derart zu verraten. Zudem ist die Eredivisie ja auch nicht direkt für ihre kompromisslosen Defensiv-Konzepte bekannt – Angriff ist einfach in der orangen DNA.

Lieber verliert man formschön, als dreckig zu gewinnen. Obwohl eine defensive Grundhaltung das Team 2014 fast ins Finale geführt hätte und 2010 eine sehr pragmatische und auch nicht wirklich aufregende Herangehensweise beinahe den Titel gebracht hätte.

Frankreich: Deschamps braucht einen Deschamps

Irgendwie war dieses Turnier aus französischer Sicht nicht Ganzes und nichts Halbes, damit der letzten EM nicht ganz unähnlich. Dabei wäre so viel Talent in diesem Kader, auch der Ausfall von Franck Ribéry (der aber ohnehin eine ziemlich schwache Rückrunde gespielt hatte) wog nicht allzu schwer. Mit Honduras hatte man keinerlei Probleme, die Schweiz nahm man auseinander, aber danach war es wie abgebrochen.

Frankreich:
Frankreich: Seltsam führungslos im Zentrum. Da half auch ein wirklich starker Benzema nicht viel.

Als es hart wurde, also gegen die recht direkten Nigerianer und vor allem dann gegen die geschickt im Mittelfeld agierenden Deutschen, zeigte das zentrale Trio der Franzosen zu wenig Präsenz. Das kann man auch von einem Pogba trotz seines jungen Alters schon erwarten, vor allem hätte aber mehr von Cabaye und Matuidi kommen müssen. Die beiden müssen durchaus als die Verlierer des Turniers aus französischer Sicht gelten, denn beide haben schon ein Alter erreicht, in dem es nicht mehr viele Endrunden zu spielen gibt.

Besonders erschreckend war aber die Tatsache, dass man beim Viertelfinal-Aus gegen Deutschland über sieben Kilometer weniger gelaufen ist als der Gegner, obwohl man 80 Minuten im Rückstand lag. Das ist nicht mit der Hitze zu erklären, die für den Gegner ja genauso war. Das spricht entweder gegen die Fitness der Franzosen oder gegen den Willen. Denn von besonderen Anstrengungen, das Spiel noch herumzureißen, war wenig zu erkennen.

Deschamps fehlte ein Spieler wie Deschamps, ein verlängerter Arm des Trainers im Mittelfeld. Das kann Pogba werden. Noch war es der hoch veranlagte U-20-Weltmeister aber nicht.

England: Ja, die waren auch dabei

Die Three Lions haben so wenig Eindruck hinterlassen, dass man fast vergessen könnte, dass die überhaupt dabei waren. Dabei war die spielerische Intention von Roy Hodgson gar nicht so dermaßen steinzeitmäßig bieder wie das noch vor zwei Jahren der Fall war. Aber die Mischung passte nicht. Die Jungen sind noch zu jung, die alten über dem Zenit und die dazwischen reißen’s nicht heraus.

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England: Nicht Fisch, nicht Fleisch. Produkt eines im Schneckentempo vollzogenen Umbruchs.

Diese drei Gruppen hat Hodgson nicht zu einem funktionierenden Ganzen vereinen können. Rooney im Speziellen ist nach zehn Jahren Spitzenfußball körperlich ruiniert wie andere Anfang, mitte dreißig, dazu wird er seit einigen Jahren sowohl bei United als auch im Nationalteam so wahllos hin- und hergeschoben, dass sich kein Rhythmus einstellen kann. Gerrard hat zwar einen Rhythmus, aber die lange und emotional aufwühlende Saison bei Liverpool hat ihre Spuren hinterlassen.

Die können Henderson, Sterling und Sturridge noch besser verkraften, aber ihnen fehlte zum einen ein Spieler wie sie ihn bei Liverpool in Suárez hatten, und zum anderen der internationale Vergleich, weil sie ja kaum oder noch wenig Europacup gespielt haben. Teams, die von der Insel kommen, spielen halt nicht wie Italiener oder Urus.

Und eine Abwehrreihe mit Baines, Jagielka, Cahill und Johnson ist nichts anderes als aller-grauster Durchschnitt. So hochgelobt Baines seit Jahren wird (warum auch immer), so lange Johnson schon dabei ist – aber England hat mit einiger Sicherheit das schlechteste AV-Pärchen aller europäischen Teilnehmer gehabt. Ihre Vorstöße wirkten beliebig, ihre Flanken hatten zuweilen Regionalliga-Format (vor allem die von Johnson, eine Frechheit).

England wirkt wie in einem Umbruch, der seit vier Jahren im Gange ist und ohne wirkliche Überzeugung betrieben wird. Man will die Alten raushaben, nimmt aber dennoch Gerrard UND Lampard mit. Man ersetzt den gefühlt seit den Achtzigern gesetzten Ashley Cole mit einem Spieler, der nur vier Jahre jünger ist und trotzdem erst eine Handvoll Europacup-Einsätze hinter sich hat. Man kommt endlich vom bald greisen Rio Ferdinand weg, und stellt einen 31-Jährigen und einen 28-Jährigen vor Joe Hart hin.

Der englische Verband blickt seit Jahren voller Bewunderung auf den Erfolg, den Deutschland nach dem radikalen Schnitt 2004 hat. Einen ähnlich radikalen Schnitt zu vollziehen, traut man sich auf der Insel aber nicht. Und genau darum wurschtelt man sich seit Jahren mittenrein in die weltfußballerische Anonymität.

Italien: Mischung aus Klima, Qualität und Form

Langsam war das alles. Die Hitze, sie setzte Andrea Pirlo und Daniele de Rossi schon extrem zu. Nach dem hart erkämpften Auftakt-Sieg gegen England in der Hölle von Manaus gab’s einen erschreckend leblosen Auftritt in der Tropenhitze von Recife, wo man gegen Costa Rica verlor. Und wirkliche Überzeugung und Verve war auch nicht zu erkennen, als man im schwülheißen Natal von Uruguay aus dem Turnier gebissen wurde.

Italien
Italien: Der zweite Außenverteidiger, das langsame Zentrum, biedere Offensiv-Kräfte: Prandelli hatte mit zu vielen Brandherden zu kämpfen.

Da halfen alle taktischen Überlegungen von Fuchs Cesare Prandelli nichts. Die höhere Grundposition von Pirlo, um ihn näher an die Passempfänger zu bringen, ebenso wenig wie der Einsatz von Abschirm-Jäger De Rossi und der Einsatz von Pirlo-Kopie Verratti neben dem alten Herrn. Weil neben dem wirklich braven Darmian es keinen zweiten Außenverteidiger gab, der sinnbringend im Spiel gewesen wäre – nicht der gelernte Innenverteidiger Chiellini, nicht der farblose Abate, nicht der als Wing-Back etwas hilflose De Sciglio.

Was auch ein Problem des Nachwuchses ist. Keine große Liga in Europa hat bei den Kadern der Vereine einen so geringen Anteil an bei den Klubs ausgebildeten Spielern wie die Serie A. Wie in Italien generell üblich, wird lieber an alten, verkrusteten Strukturen festgehalten, als mal etwas Neues zu probieren, weil es immer irgendein Gremium, einen 80-Jährigen Betonschädel, einige polemisierende Medien gibt, die das zu verhindern wissen.

Die Folge ist, dass Prandelli, fraglos einer der besten Trainer des Kontinents, hilflos zusehen musste, wie seine Mannschaft verglühte. Das Erreichen des EM-Finales vor zwei Jahren war kein Zufall, aber die Mischung aus den klimatischen Bedingungen und fehlender Form (wenn etwa Neu-Dortmunder Immobile so spielt, wie er heißt; ein Candreva halt nicht mehr als ein Durchschnitts-Kicker ist, Insigne von seinem Punch genau nichts zeigte, Cassano ein müder Abklatsch von 2012 ist und mit Parolo ein 29-Jähriger neu in den Kader kommt) killte Italien.

Spanien: „Generation Xavi“ entmachtet

Es kommt die Zeit, da bricht alles irgendwie in sich zusammen. Zumindest oft. Das war bei Frankreich 2002 so, das war bei Italien 2010 so, und jetzt hat’s die Spanier erwischt. Zu lange festgehalten an einer Spielweise, die die alternden Spieler nicht mehr auf dem höchsten Niveau zu spielen im Stande waren. Und gerade beim Ballbesitz-Fußball spanischer Prägung ist das unbedingt vonnöten.

Spanien
Spanien: Die Änderungen nach dem 1:5 gegen Holland waren zu spät und halfen zu wenig.

Aber Xavi wurde von den geschickten Holländern so kontrolliert, dass er danach nicht mehr ins Geschehen eingriff. Xabi Alonso nahm von den wie wild pressenden Chilenen ein veritables Trauma mit. Und ohne diese beiden Säulen im Zentrum mäanderte der Rest kopflos durch die Partien. Diego Costa konnte nie so eingesetzt werden, dass er seine Stärken ausnützen hätte können. Zu viele Spieler waren zu langsam oder zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um jenes Gegenpressing zum Funktionieren zu bringen, das ja das eigentliche Erfolgsgeheimnis Spaniens war.

Und vor allem fehlte es dem Abwehr-Duo Ramos und Piqué vor allem gegen Holland, aber auch gegen Chile an der Gedankenschnelligkeit und der Abstimmung – auch, weil Busquets mehr vorne helfen musste als auf die Absicherung nach hinten achten zu können. Die gigantischen Löcher, die entstanden, waren ein Fest für die Holländer und die Hilflosigkeit gegen das chilenische Pressing wurde schnell deutlich.

Das allerdings war schon vorher klar: Von einem mutigen Gegner selbst angepresst zu werden, gefällt den sonst ja selbst pressenden Spaniern gar nicht – wie es etwa Portugal im EM-Halbfinale 2012 machte.

Und dann machte auch noch Iker Casillas jene dämlichen Anfängerfehler, die er nach einem Jahrzehnt auf Top-Niveau zuletzt auch bei Real Madrid immer häufiger wieder eingestreut hatte.

Wie so viele große Trainer vor ihm hat nun also auch Vicente del Boque zu lange an altverdienten Spielern festgehalten. Es sagt sich aber andererseits leicht, er hätte Xavi, Xabi Alonso und womöglich auch Iniesta und Casillas nach drei Titel in Folge eliminieren müssen. Die zu erwartenden Prügel von Medien und Fans will sich niemand antun. Verständlich.

Nicht, dass die Spanien jetzt Sorgen machen müsste – die letzten zwei U-21-Europameisterschaften gewann man, es rückt viel nach. Aber die „Generation Xavi“ ist hiermit an ihrem leider etwas unrühmlichen Ende des Weges angekommen.

Nächste Kontinental-Meisterschaft: Juni 2016 in Frankreich

Die Hälfte von Europas Großen hat komplett enttäuscht, aus den verschiedensten Gründen. Bei England wird sicherlich nichts besser, wenn man weiterhin so lauwarm vor sich hinlebt, bei Italien muss man abwarten, ob Biedermann Mancini übernimmt, Choleriker Conte oder doch Tüftler Guidolin (oder auch ganz wer anderer, Allegri ist ja für die Squadra Azzurra vom Markt). Keiner der drei wird aber die grundsätzlichen Probleme im italienischen Fußball lösen können, da ist der Verband gefragt.

Frankreich braucht für die Heim-EM mehr Persönlichkeiten im Mittelfeld, überall sonst ist die Equipe Tricolore gut aufgestellt. Deutschland wird zumindest zwei, vielleicht sogar drei absolute Schlüsselspieler auf dem Weg zur EM in zwei Jahren ersetzen – ob das ohne Reibungsverluste geht, muss man erst einmal sehen. Erstaunlicherweise sieht aus dem jetzigen Blickwinkel Holland als diejenige Mannschaft aus, die das wenigste Bauchweh haben muss: Der junge Kader hat die Erfahrung einer starken WM, muss praktisch nicht umgebaut werden und Guus Hiddink ist ein ganz erfahrener Trainer, der ein Team völlig anders führt als Van Gaal, sich aber um seine Autorität nicht sorgen muss.

Die Gelegenheit für Teams aus der zweiten Reihe, bei der EM die Arrivierten in den Schatten zu stellen, ist also gegeben. Sie müssten sich jetzt nur noch trauen.

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Ungewöhnliche Defensiv-Strategie von United gegen Real mit 1:1 belohnt https://ballverliebt.eu/2013/02/13/ungewohnliche-defensiv-strategie-von-united-gegen-real-mit-11-belohnt/ https://ballverliebt.eu/2013/02/13/ungewohnliche-defensiv-strategie-von-united-gegen-real-mit-11-belohnt/#comments Wed, 13 Feb 2013 22:57:30 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=8377 Ungewöhnliche Defensiv-Strategie von United gegen Real mit 1:1 belohnt weiterlesen ]]> Real Madrid hat deutlich mehr vom Spiel, aber das Resultat von 1:1 spricht für Manchester. Die Red Devils kreuzten mit einem eher ungewöhnlichen Konzept auf, um den Angriffswirbel der Madrilenen zu bremsen – die Außenverteidiger agierten als Kettenhunde für Ronaldo und Di María. Real fand zwar immer wieder Möglichkeiten, das auszuhebeln, aber war dabei nicht konsequent genug. Und Manchester-Torwart De Gea hatte einen großartigen Tag, vor allem in der zweiten Hälfte.

Real Madrid - Manchester United 1:1 (1:1)
Real Madrid – Manchester United 1:1 (1:1)

Am Stärksten sind die Madrilenen, wenn sie schelle Gegenstöße starten können und vor allem Cristiano Ronaldo mit Tempo in freie Räume stößt. Kein Wunder, dass sich United sagte: Wir wollen den Ball gar nicht so dringend haben, wenn wir dadurch Real einer Stärke berauben.

Real aggressiv und druckvoll

Real übernahm aber ohnehin sofort die Kontrolle über das Spiel, und das geschah mittels extrem aggressiver Laufarbeit und druckvollem Pressing, wenn United doch einmal den Ball hatte. Die Spieleröffnung lief fast immer über einen Pass auf Cristiano Ronaldo – vor allem in der Anfangsphase ging so gut wie jeder Ball von hinten in Richtung linkem Flügel. Die Gastgeber rückten hervorragend nach und schafften es immer, Überzahl in Ballnähe zu kreieren.

United hingegen war zuweilen etwas schludrig im Umschaltverhalten. Auch von Offensive auf Defensive, vor allem aber umgekehrt. So waren Kagawa und vor allem Van Persie oftmals auf sich alleine gestellt, wenn sie von hinten mit langen Bällern versorgt wurden. Aufgrund des starken Spiels von Real gegen den Ball war gerade Van Persie dann schnell von mindestens zwei, meistens aber drei Gegenspielern umzingelt. Der Holländer ließ sich viel ins Mittelfeld zurückfallen, aber die Bälle, die er sich dort holte, konnte er kaum an einen Mitspieler anbringen.

So hatte Real alles im Griff, aber nach einem Eckball ging United durch einen Welbeck-Kopfball in Führung.

Außenverteidiger als Manndecker

Nicht, dass das an der Charakteristik des Spiels irgend etwas änderte, aber es ermöglichte United umso mehr, sich auf die eher unübliche Herangehensweise in der Defensiv-Arbeit zu konzentrieren. Hier nahmen nämlich die Außenverteidiger Rafael und Evra ihre Gegenspieler Ronaldo und Di María in Manndeckung.

Nicht, dass sie ihnen permanent auf den Schuhen standen, aber sie ließen sie auch nie weiter als fünf Meter von sich weg – egal, wie weit die Flügelstürmer von Real auch nach innen zogen. Erst, wenn sie auf die andere Spielfeldseite wechselten, ließen ihre Bewacher von Ronaldo und Di María ab. Das hatte zur Folge, dass Evra und Rafael oft sehr weit innen standen und umso mehr Verantwortung in der Defensive auf Rooney (vor Rafael) und Welbeck (vor Evra) lag. Sie mussten oft ganz weit zurück rücken, um de facto die Agenden der Außenverteidiger zu übernehmen.

Außenverteidiger als Manndecker

Real zeigte in einigen Szenen, dass man durchaus wusste, wie man diese Abwehrformation aushebeln konnte – man machte es nur erstaunlich selten. Wann etwa Ronaldo auf die Seite von Di María kam und die beiden gemeinsam auf Evra gingen, hatte der Franzose sofort Probleme. Wann immer Arbeloa und vor allem Coentrão mit Tempo nach vorne gingen, rissen sie Löcher in den Defensiv-Verbund der Gäste. Vor allem, weil sie auf ihren Außenbahnen viel Platz hatten. Rafael etwa blieb eisern bei Ronaldo und ging nicht mit nach hinten, wenn sich sein Gegenspieler mal nicht an einem Angriff beteiligte.

Zudem verschob das Mittelfeld von United sehr eng, sodass sich oft alle vier Spieler der Kette auf einer Spielfeldseite aufhielten, während Arbeloa oder Coentrão auf der anderen komplett alleine Stand. Die schnellen Seitenwechsel, die Real eigentlich so gut wie kaum eine andere Mannschaft in Europa spielen kann, fanden kaum statt. Benzema vorne wich desöfteren auf die Flügel aus, war aber kein wirklicher Faktor.

Zehn Minuten nach dem Rückstand gelang Ronaldo der verdiente Ausgleich. Aber Real spielte weiterhin zu eng und mit zu wenigen Variation. Jones und Carrick achteten in der Mitte darauf, dass Özil (der wie immer einen Rechtsdrall entwickelte) und Khedira nicht durchkamen, dazu wanderte vor allem Rooney von seiner rechten Seite zuweilen sehr weit ins Zentrum. Das war auch bitter nötig, denn körperlich war Real den Gästen klar überlegen. Hätte United nicht eine sehr enge Spielanlage gehabt, wäre man dort von Real noch mehr überrannt worden.

Vier hängende Spitzen

Die zweite Position bei United, die neben jenen der Außenverteidiger in diesem Spiel auffällig war, war jene der hängenden Spitze hinter Robin van Persie in Fergusons 4-4-1-1. In der ersten Hälfte spielte Shinji Kagawa dort. Der Japaner hat eine hervorragende Technik und spielte für Dortmund seine besten Spiele auf dieser Position, in dieser Partie kam er aber kaum zum Zug. Das lag zum einen an der körperlichen Überlegenheit von Real, zugleich aber auch an der sehr defensiven Spielweise von United. Kagawa kam kaum einmal dazu, die Verteidiger von Real anzupressen; er kam aufgrund der oft recht tiefen Positionierung von Van Persie aber auch nicht dazu, wirklich mit ihm zusammen zu spielen und viele Chancen zu erarbeiten.

Nach dem Seitenwechsel tauschten Kagawa und Welbeck die Positionen. Welbeck ist ein deutlich pysischerer Spieler als Kagawa und bereitete mit seinen kraftvollen Läufen deutlich mehr Probleme. In einigen Situationen hätte er durchaus Freistöße in aussichtsreicher Position heraus geholt, Referee Brych ließ hier aber relativ viel laufen – genau wie auf der anderen Seite, als Jones im Strafraum Di María umrempelte, es den möglichen Strafstoß aber nicht gab. Dank Welbeck gab es halb durch die zweite Hälfte auch zwei Riesen-Chancen für United, sogar wieder in Führung zu gehen.

Kagawa musste nach einer Stunde Ryan Giggs weichen, der sich nun am Flügel Arbeloa entgegenstellte. Ehe eine Viertelstunde vor Schluss auch Welbeck den Platz verließ und Valencia kam. Der sollte für etwas mehr Betrieb und wohl auch etwas mehr Breite bei United sorgen, während Rooney sich als dritte hängende Spitze in diesem Spiel versuchte. Allerdings nur zehn Minuten, denn dann kam mit Anderson Nummer vier.

Das war ein klar defensiver Wechsel von Ferguson, denn Anderson legte diese Position recht tief stehend an. Er verschob als frischer Mann sehr viel vor der Mittelfeld-Viererkette von United und stellte sich Real damit als vorderster Verteidiger in die möglichen Passwege der Madrilenen. Mit Erfolg – auch, weil der für Benzema eingewechselte Higuaín ebenfalls kaum ins Spiel fand.

Fazit: Uniteds Konzept bestimmt Spiel und frustriert Real

United kreuzte mit einer interessanten Defensiv-Strategie auf, mit der Real offenbar nicht rechnete und gegen die Real nie intelligent genug gespielt hat, um eine dauerhaftes Gegenrezept zu finden. Die Madrilenen hatten damit zwar deutlich mehr vom Ball, deutlich mehr vom Spiel und scheiterten im Endeffekt auch immer wieder an David de Gea – der nach einer wackeligen ersten Hälfte in der zweiten großartig hielt – aber United hätte dennoch noch zwei weitere Tore schießen hätte können.

Das Resultat von 1:1 ist großartig für Manchester und belohnt die Mannschaft für das Risiko, mit einer außergewöhnlichen Defensiv-Strategie zu spielen. Das Spiel wurde bestimmt von diesem Konzept, sagt aber mehr über Real aus als über United. Dass United intelligent genug ist, eine gute Strategie zu kommen, ist keine bahnbrechende Erkenntnis.

Dass es Real aber 90 Minuten nicht schafft, damit wirklich zurecht zu kommen und jenen klaren Sieg einzufahren, des es durchaus geben hätte können, ist schon etwas erstaunlich.

(phe)

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Man City nach 1:0 auf dem Weg zum Titel – weil man United das Zentrum abnahm https://ballverliebt.eu/2012/04/30/man-city-nach-10-auf-dem-weg-zum-titel-weil-man-united-das-zentrum-abnahm/ https://ballverliebt.eu/2012/04/30/man-city-nach-10-auf-dem-weg-zum-titel-weil-man-united-das-zentrum-abnahm/#respond Mon, 30 Apr 2012 21:49:07 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=7102 Man City nach 1:0 auf dem Weg zum Titel – weil man United das Zentrum abnahm weiterlesen ]]> Es hatte schon Clásico-Dimensionen, wie das Spiel von Man City gegen Man United im Vorfeld aufgebauscht wurde. Kein Wunder – schließlich war es nicht nur ein Derby, sondern sollte als drittletzte Partie der Saison auch eine Entscheidung im Titelrennen bringen. Letztlich gewann City verdient mit 1:0 – weil man es schaffte, das Zentrum immer mehr in die eigene Hand zu bringen.

Manchester City - Manchester United 1:0

Im Herbst hatte City alles niedergewalzt und schien unaufhaltsam. Dann schwächelten die Citizens und United hatte zeitweise schon acht Punkte Vorsprung. Und doch kam es nach einigen eher kuriosen Punktverlusten der Red Devils zum zumindest vorentscheidenden Showdown um den Titel in der Premier League! Die Ausgangslage war klar: Gewinnt City, schaut es sehr gut aus mit der ersten Meisterschaft seit 44 Jahren. Gewinnt City nicht, ist United der 13. Titel der Ära Ferugson kaum noch zu nehmen.

3:2 für United

Zu Beginn der Partie hatte United drei Mann im Mittelfeld-Zentrum (Carrick, Scholes und Park), die einem Duo bei City (Barry und Touré) gegenüber standen. Das erlaubte United nicht nur die Kontrolle über diese Zone, sondern brachte wegen der speziellen Rollenverteilung der drei auch mit sich, dass City kaum dazu kam, von hinten heraus Spielzüge aufzubauen.

Denn während Carrick absicherte, preschte Scholes immer wieder nach vorne und unterstützte Park dabei, auf die Innenverteidiger bzw. die zentralen Mittelfeldspieler von City zu pressen. Das klappte recht gut, die Citizens kamen kaum zu geordnetem Spielaufbau und somit trotz einem deutlichen Plus an Ballbesitz nicht wirklich zu Chancen.

Auch deshalb, weil es Agüero (ganz vorne) und Tévez (etwas hängend) am Nachschub aus der Mitte fehlte. Und weil von Clichy auf der linken Angriffsseite von City wenig kam und Silva so gegen Jones auf sich alleine gestellt war, blieb nur noch die rechte Außenbahn mit Nasri und vor allem Pablo Zabaleta. Der argentinische Linksverteidiger nützte den Freiraum, den ihm der recht weit innen spielende Giggs nützte, prächtig. Er wetzte die Linie auf und ab, versuchte viel und war Citys aktivster Spieler. Ihm war es zu verdanken, dass Evra hinten gebunden war und Giggs praktisch nicht am Spiel teilnahm.

Pressing lässt nach, Touré und Barry switchen

Ob es daran liegt, dass Scholes und Park nicht mehr die Jüngsten sind? Jedenfalls ließ ihr recht effektvolles Pressing nach rund 20 Minuten immer mehr nach. Das erlaubte es City, deutlich mehr Zugriff auf das Zentrum zu bekommen. Was wohl auch am kurzzeitigen Positionswechsel von Barry und Touré lag: War die Stoßrichtung des Pressing zuvor eher auf die halblinke Seite von Barry gegangen, der damit massive Probleme hatte, konnte nach diesem Platztausch der körperlich extrem robuste Yaya Touré deutlich besser damit umgehen.

Es ist jedoch eine Henne-Ei-Frage, ob das eine das andere bedingt hat, oder doch eher das andere das eine. Jedenfalls wurden die Aktionen von City deutlich konkreter, Tévez konnte immer mehr ins Aufbauspiel mit einbezogen werden und der Druck, den Zabaleta machen konnte, wurde immer mehr, und United wurde mehr und mehr in die Defensive gedrückt.

3:3 – City gleicht aus (und geht an Toren in Führung)

Zudem orientierte sich David Silva von seiner ursprünglichen linken Außenbahn nun immer mehr ins Zentrum. Das bedeutete, dass City einen zusätzlichen Spieler dort hatte, und United die Überzahl damit los war. Das, verbunden mit dem kaum mehr vorhandenen Pressing von Scholes und Park, führte zu einer klaren Überlegenheit von City. Zwar brauchte es kurz vor der Halbzeitpause einen Eckball, einen wuchtigen Kopfball von Kompany und ein verlorenes Duell von Smalling vor dem Tor, aber die 1:0-Führung für City war absolut nicht unverdient.

United kam zwar mit dem Versuch aus der Kabine, höher zu stehen, mehr nachzurücken und den fleißigen, aber wirkungslosen Rooney zu unterstützen. Nur: Ein Konter von City vier Minuten nach Wiederanpfiff rief bei United in Erinnerung, dass man dadurch noch anfälliger war für ein zweites und damit ziemlich sicher entscheidendes Gegentor.

3:2 für City

City hatte nun auch personelles Übergewicht im Zentrum

So nahm Alex Ferguson nach einer Stunde Park vom Platz und brachte mit Danny Welbeck einen neuen Mann für die Spitze, Rooney spielte nun etwas hinter dem neuen Mann. Er stand aber nicht so tief wie Park zuvor, weshalb United das Zentrum praktisch hergab. Umso mehr, nachdem Mancini statt Tévez kurz darauf De Jong ins Spiel brachte, somit auf ein 4-3-3 umstellte. Nun standen drei City-Spielern (De Jong, Barry, Touré) nur noch zwei Mann von United (Scholes und Carrick) gegenüber.

Die wenig überraschende Folge: Die Einwechslung von Welbeck verpuffte, weil Rooney in seiner tiefen Positionierung von De Jong und Barry abgeschirmt wurde und so ein noch geringerer Faktor war als zuvor. Ferguson erkannte das und besetzte in seinem 4-4-2 die Flanken neu (Young für Nani, davor Valencia für Scholes; Giggs ging zu Carrick ins Zentrum). Effekt? Praktisch Null.

Im Gegenteil, je näher es dem Schlusspfiff entgegen ging, desto ungenauer wurden die Pässe schon von hinten heraus. United schien am Ende massive Probleme zu haben, die Nerven im Zaum zu halten, anders sind die teils extrem billigen Abspielfehler kaum zu erklären. Dennoch blieben sie noch lange am Leben, weil es City verpasste, den Sack zuzumachen – aber am Ende doch den verdienten 1:0-Sieg einfahren konnte.

Fazit: United fehlte der Plan

City war, von der Anfangsphase abgesehen, die bessere Mannschaft und holte sich verdient den Sieg. Vor allem Zabaleta, der Giggs zum Statisten degradierte, auf der linken Seite und Yaya Touré, der mit seiner unglaublichen Klasse das Zentrum immer mehr dominierte, waren die Schultern, auf denen der Sieg ruhte.

Der Versuch von United, mit gezieltem Pressing die eindeutigen Geschwindigkeits-Nachteile im Mittelfeld auszugleichen, gingen nur rund 20 Minuten gut, dann setzte sich aber immer mehr die größere körperliche Robustheit und der kaum umzuhauende Taktgeber Touré durch. Scholes und Park konnten immer weniger entgegen setzen, Giggs genausowenig, und nach Uniteds Umstellung auf das 4-4-2 hatte City noch weniger Probleme, den Sieg nach Hause zu bringen.

United fehlte es ganz deutlich an einem funktionierenden Plan, wie die Defensive von City zu bezwingen gewesen wäre. Zabaleta und Clichy machten die Flügel zu, Barry und De Jong das Zentrum, und in der Innenverteidigung waren Kompany und Lescott eine Macht. Rooney konnte sich nie gewinnbringend zwischen den Linien postieren. Immer wieder ließ er sich weit fallen, dann fehlte jedoch vorne eine Anspielstation – United wurde ausmanövriert.

Und muss nun wohl auf einen City-Umfaller in Newcastle hoffen, will man sich doch noch den Titel sichern.

(phe)

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Die Krönung von Wembley https://ballverliebt.eu/2011/05/29/die-kronung-von-wembley/ https://ballverliebt.eu/2011/05/29/die-kronung-von-wembley/#comments Sun, 29 May 2011 01:04:39 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4907 Die Krönung von Wembley weiterlesen ]]> Das war das Finale der Champions League – und doch ließ der FC Barcelona den Gegner aus Manchester aussehen wie eine unbedarfte Schülertruppe. Das Endresultat von 3:1, mit dem Barça die Red Devils aus dem Wembley verabschiedeten, drückt das Ausmaß der Überlegenheit nicht einmal im Ansatz aus.

FC Barcelona - Manchester United 3:1

Dabei war Barcelona gar nicht in Bestbesetzung angetreten: Weil das Knie von Kapitän Puyol einen Einsatz von Anfang an nicht möglich machte, musste wie zuletzt häufiger Javier Mascherano neben Piqué in die Innenverteidigung. Und auf der linken Seite durfte nur zweieinhalb Monate nach seiner Thumor-OP der Franzose Éric Abidal, der in den letzten Liga-Spielen beuhtsam wieder in die Mannschaft eingebaut worden war, von Anfang an ran. Bei Manchester gab es keinerlei Überraschungen: Sowohl das 4-4-1-1 als auch dessen personelle Besetzung entspricht der Erfolgsformation, mit der die lange eher holprige Saison in den letzten Wochen und Monaten mit Meisterittel und CL-Finaleinzug einen so erfolgreichen Verlaf genommen hatte.

Steil gegen Mascherano

United fing, wie schon vor zwei Jahren, durchaus aktiv an. Vor allem die Seite mit Evra und Park Ji-Sung arbeitete viel nach vorne und drückte Dani Alves so in die Defensive. Das kreierte zwar keine Torgefahr, aber die Bedrohung, die ein nach vorne randalierender Dani Alves ausstrahlt, konnte so ganz gut gebannt werden. Patrice Evra konnte es sich deshalb erlauben, so viel nach vorne zu gehen, weil Vidic und Ferdinand im Ballbesitz sehr weit auseinander rissen, sich beinahe schon zu Villa und Pedro hin orientierten. So hielt Manchester die Flanken abgedeckt. Natürlich mit dem großen Risiko des Loches in der Mitte, hier war es vor allem an Carrick, schnelle Gegenstöße zu unterbinden.

Richtung Tor ging es bei Manchester in dieser Phase vor allem über Steilpässe gegen Javier Mascherano. Hernandez lauerte hier ganz besonders, aber auch Rooney wurde gerne in den Lauf gegen den Argentinier geschickt – Masch ist nun mal kein gelernter Innenverteidiger, hier glaubte United einen Schwachpunkt anzubohren. Die Versuche waren aber immer auch ein schmaler Grat zwischen zu steil und Abseits. So war der Gedanke sehr gut, brachte aber keinen nennenswerten Erfolg.

Einen Gang nach oben

Barcelona sah sich das zehn, fünfzehn Minuten an. Gepresst wurde nur relativ tief, je näher es dem eigenen Strafraum ging, desto weniger presste Barça. Dann schalteten die Katalanen einen Gang hoch: Es wurde nun schneller gelaufen, schneller gespielt, mehr Druck ausgeübt und auch die zuvor eher zurückhaltenden Außen schalteten sich immer mehr ein. Vor allem Dani Alves pushte nun mehr und sofort kam Park Ji-Sung gegen den wuchtigen Brasilianer im Schwierigkeiten. Das führte so weit, dass Giggs und der Koreaner immer wieder die Plätze tauschten, vor allem in der Vorwärtsbewegung.

Evra rückte defensiv oft sehr weit ein und überließ die Flanke dann defensiv Park Ji-Sung, der sich dann auf die Position des Linksverteidigers stellte. Interessanterweise aber ließ Manchester die Flanken unbesetzt, wenn Barcelona schon zentral vor dem Strafraum aufgetaucht war und Alves (und auch Abidal) dort ganz alleine standen: Pässe auf die Außen befürchtete man nicht zu Recht – Barcelona ist kein Team, das nach Außen spielt, um von dort in den Strafraum zurück zu flanken. Zumindest in diesem Spiel: *Noch* nicht.

Rooney stand bei United weiterhin zumeist recht hoch und versuchte, Busquets aus dem Spiel zu nehmen. Das gelang an sich nicht so schlecht, aber Barcelona stellte sich gut darauf ein: So ging einfach Xavi vermehrt ins Zentrum zwischen die Innenverteidiger, um sich dort die Bälle zu holen. Barcelona konnte in der Spieleröffnung auf Busquets im Grund verzichten, weil das hieß, dass auch Rooney aus dem Spiel war.

Zu wenig Breite im Konter

United stand in dieser Phase sehr tief mit zwei Viererketten und vor allem, wenn Messi von einer Sekunde auf die andere an der Temposchraube drehte, sah das in der Defensive der Red Devils schon sehr nach Sich-mit-Händen-und-Füßen-Wehren aus, weniger nach koordinierter und ruhiger Abwehrarbeit. Was nun komplett fehlte, war die Breite bei Gegenstößen: Hatte United den Ball erobert, wurde nicht sofort der Pass auf Valencia bzw. Park gesucht, um über die Flanken nach vorne zu kommen, sondern in der Mitte verharrt. Mit der Folge, dass der Ball umgehend wieder weg war. Ein Umstand, den Sir Alex an der Seitenlinie lautstark monierte: „Spread out!“

Dass es ungemein schwierig ist, gegen Barcelona die Balance zwischen nötiger Defensivarbeit und eigenen Angriffsversuchen zu finden, musste Manchester schon vor zwei Jahren im Finale feststellen. Und genau, als die Engländer für einmal aufgerückt waren, nützte Barça den in der Mitte entstandenen Platz sofort: Xavi tritt aus der eigenen Hälfte aus an, wird von Giggs nur eskortiert (wie vor zwei Jahren von Anderson), kann am zu hoch postierten Evra vorbei Pedro anspielen (wie vor zwei Jahren Eto’o), der tanzt Vidic aus (genau wie Eto’o in Rom) und versenkt den Ball an Van der Sar vorbei zum 1:0 im Tor.

Der Fehler bei United entstand natürlich schon im leichten Ballverlust in der Vorwärtsbewegung (Ronney verlor das Kopfballduell) – vor allem aber ließ Evra, der in der schnellen Rückwärtsbewegung richtigerweise einen engen Cordon mit seinen drei Kollegen der Abwehrkette bildete, im entscheidenden Moment von Pedro ab und orientierte sich zu Messi. Xavis Passweg zu Messi war aber ohenhin von Giggs abgeschnitten, es konnte nur der Pass zu Pedro kommen, und dieser kam dann auch. Pedro war Evra längst entwischt: Die falsche Entscheidung im Bruchteil einer Sekunde reichte aus, und schon war Barcelona in Front. Detail am Rande: Als dieses Tor in der 27. Minute fiel, gab es im ganzen Spiel noch kein einziges Foul!

Endlich Druck gegen Abidal

So sehr es natürlich eine Riesensache ist, dass Éric Abidal nur zwei Monate nach seiner Thumor-Operation wieder in so einem wichtigen Spiel auf dem Rasen steht, aber selbstredend fehlte es dem Franzosen natürlich massiv an Spielpraxis. So ist es schon etwas verwunderlich, dass sich bei United lange nur Valencia – und der kaum einmal konsequent, vor lauter Defensivarbeit – hin und wieder bemüßigt fühlte, Druck auf Abidal auszuüben. Das wurde nach dem Gegentor ganz anders: Statt wie in der Anfangsphase Mascherano wurde nun vermehrt Abidal das Ziel der Angriffe von United.

Mit Erfolg: Nur wenige Minuten nach dem Tor brachte Abidal einen Ball defensiv nicht richtig raus, auf dem folgenden Einwurf drückte United sofort nach, ein Doppelpass von Rooney mit (dem wohl leicht im Abseits stehenden) Giggs und mit seinem allerersten Tor gegen ein spanisches Team glich Rooney aus. Gegen schnelles Kurzpassspiel ist eben auch die Abwehr von Barcelona verwundbar.

Was aber nichts daran änderte, dass Ferguson mit dem Positionsspiel von Rooney generell nicht zufrieden war – anders ist seine Standpauke gegen seine Nummer 10 kurz vor der Pause kaum zu erklären. In der Tat war Rooney kaum ein Faktor: Er hielt sich, anders als zuletzt, aus der Defensivarbeit weitgehend heraus und war nach vorne gegen Busquets in guten Händen.

Defensiv-Schwachpunkte: Evra und vor allem Park

Park war defensiv der Schwachpunkt: Er übernahm die Seite defensiv nicht; tauschten er und Giggs die Plätze, verbreitete er im Zentrum Unsicherheit

Barcelona war natürlich nicht entgangen, dass das Übergeben der rechten Seite von Evra zu Park überhaupt nicht funktionierte und die Flanke somit oft verwaist blieb. Lange wurde das ignoriert, aber mit zunehmender Spieldauer entdeckte Barça das zunehmend als taugliches Mittel. Schon vor der Pause in einer Szene, in der Pedro den Querpass dann nur knapp verpasste. Und auch nach der Pause, als Park mal wieder nicht auf den einrückenden Evra reagiert hatte.

Der Koreaner machte einen zunehmend überforderten Eindruck, Valencia musste für ihn foulen, Carrick holte sich nach einem weiteren verlorenen Zweikampf des Koreaners notgedrungen Gelb ab. Immer öfter rückte Giggs nach draußen, um den ungewohnten Defensivschwächen von Park auszugleichen, was aber wiederum hieß, dass Carrick – an dem das Spiel so richtig vorbei lief – im Grunde alleine gegen alle stand. Bei einem simplen Querpass auf den losstürmenden Messi hob Park nur resignierend die Hände, anstand nachzugehen, Evra und Vidic konnten das Unheil nicht mehr verhindern, und Messis Schuss landete zum 2:1 im Tor. Van der Sar war machtlos.

Brutale Dominanz

Das alles sind nur Erklärungen, wie und warum es Manchester nicht schaffte, Barcelona Einhalt zu gebieten. Die Dominanz der Katalanen beschreiben zu wollen, kann nur scheitern. Alves war der absolute Herr auf seiner Seite, auch nachdem Giggs endgültig die Flanke vom hoffnugslos überforderten Park übernommen hatte. Abidal drückte Valencia in die Defensive, dass dieser im Grunde den Rechtsverteidiger gab (was er auch tatsächlich machte, nachdem Nani für den angeschlagenen Fábio gekommen war). Carrick tauchte komplett ab und brachte kaum brauchbare Bälle an den Mann, das Mittelfeld wurde von Xavi, Iniesta und Messi nach Belieben kontrolliert.

Und die Spieler von United, die ohnehin längst per Körpersprache die weiße Fahne gehisst hatten, hatten all dem NICHTS entgegen zu setzen. Das 3:1 war die logische Folge – Messi narrte Evra, dann zirkelte Villa den Ball von der Strafraumgrenze ins Kreuzeck – und die ultimative Entscheidung. Manchester war noch viel unterlegener als im Finale vor zwei Jahren. Ein Klassenunterschied – und das im Finale der Champions League.

Die absolute Chancenlosigkeit, die totale Hilflosigkeit, mit der Manchester United vor allem in der zweiten Hälfte unter die Räder kam, ist ein beinahe schockierendes Zeichen für das Maß der Überlegenheit, die Barcelona im Moment so weit über alle anderen Teams stellt. Ja, das ist nicht die beste Mannschaft, die United in den letzten zehn, fünfzehn Jahren hatte, aber sie ist immer noch einigermaßen komfortabel die beste Mannschaft der Premier League.

Und doch bekam das Team von Sir Alex erst wieder etwas Luft, als es Barcelona nach dem 3:1, nach einer halben Stunde unglaublichster Dominanz, die Zügel wieder etwas schleifen ließ. Ferguson brachte Scholes für Carrick (warum eigentlich nicht für Park?), und Nani sorgte auch für etwas mehr Betrieb auf der rechten Seite. Aber all das war nur noch ein Warten auf den Schlusspfiff. An eine Chance geglaubt hat United ganz deutlich selbst schon länger nicht mehr.

Fazit: Das war die Krönung

Angesichts der Qualität des Gegners – immerhin war das nicht irgenjemand, sondern Manchester United – und des Anlasses, zu dem Barcelona eine solche Dominanz an den Tag gelegt hat – eben nicht in irgend einem Ligaspiel, sondern im Finale der Champions League – ist die Frage legitim, ob das die beste Leistung dieser Generation des FC Barcelona war. Geschmackssache, Diskussionssache.

Unstrittig ist, dass United über die 90 Minuten gesehen nicht den kleinsten Funken einer Chance hatte, das Spiel tatsächlich zu gewinnen. Zu nachlässig agierter Park, zu wenig Präsenz zeigte Carrick, zu wenig Einfluss konnte Rooney nehmen. Zu wenig wurde das Mittelfeldkarrussell der Katalanen gestört.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hatte, dass das Barcelona anno 2010/11 de facto nicht zu schlagen und das mit Abstand Beste ist, was der Fußball derzeit hergibt – er wurde bei der Krönung von Wembley erbracht.

(phe)

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Ancelotti amputiert Chelsea – mit Torres https://ballverliebt.eu/2011/05/09/ancelotti-amputiert-chelsea-mit-torres/ https://ballverliebt.eu/2011/05/09/ancelotti-amputiert-chelsea-mit-torres/#respond Mon, 09 May 2011 18:57:13 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4726 Ancelotti amputiert Chelsea – mit Torres weiterlesen ]]> Letzte Chance… vorbei! Im direkten Duell hätte Chelsea bei Manchester United mit einem Sieg die Tabellenführung übernommen. Letztlich gewann United aber hochverdient mit 2:1 und ist praktisch Meister. Auch, weil Ancelotti mit der Einwechslung von Torres sein Team massiv schwächte!

Manchester Utd - Chelsea FC 2:1

Wie üblich in den letzten Wochen, und wie durchaus erfolgreich im Viertelfinale der Champions League eben gegen Chelsea, stellte sich United im 4-4-1-1 auf. Valencia bekam den Vorzug vor Nani, ansonsten spielte bei Manchester das beste, was das Lazarett hergab – also wiederum das sehr gut funktionierende Mittelfeld-Duo Carrick und Giggs, und vorne Hernández. Der gleich nach einer halben Minute die Tatsache ausnützte, dass Terry und David Luiz zu weit auseinander standen, und prompt stand’s 1:0 für United.

Was für Chelsea natürlich die reinste Katastrophe war, sclhießlich war das ja das Spiel der letzten Chance im Kampf um den Titel. Ancelotti kam mit einem 4-3-3 daher, ließ dabei Torres zunächst auf der Bank und flankierte Drogba mit Malouda links und Kalou rechts. Die Blues spielten sehr eng, versuchten das zentrale Dreieck von United mit einem eigenen (Mikel, Essien und Lampard) zu neutralisieren und die Flügel zogen früh nach innen, um sich so den Umklammerung der Außenverteidiger zu entziehen.

Fehlende Breite

Das erforderte natürlich von Ashley Cole und Branislav Ivanovic viel Arbeit nach vorne, genau dabei haperte es aber. Denn Cole wurde sehr viel von Valencia beschäftigt, der recht konsequent die Linie hielt und sich mangels eines zweiten Gegenspielers im Mittelfeld auch immer wieder hervorragend für Anspiele anbot. Auf der anderen Seite war Ivanovic ganz schlicht und einfach schlecht – Park Ji-Sung konnte den Serben unbehelligt lassen und selbst ins Halbfeld ziehen und sich mit Rooney verbinden, ohne dass Ivanovic wirklich ins Spiel kam. Im Gegenteil, oft musste sogar David Luiz aus dem Zentrum raus und die Löcher stopfen, die Ivanovic hinterließ.

Mit der frühen Führung im Rücken hatte United natürlich nicht mehr den unbedingten Drang nach vorne, aber dennoch waren es in einer flotten Partie die Hausherren, die einen besseren Eindruck hinterließen. Vor allem die langen Anspiele auf Valencia streckten das Spiel sehr gut, Chelsea vermochte es oftmals nicht, wirklich Druck auf den Ballführenden auszuüben und so kam das 2:0 für Manchester, wenn auch aus einem Eckball gefallen, durchaus nicht unverdient.

United leht sich ein wenig zurück

Da Chelsea nun schon drei Tore brauchte, um den Titel weiterhin aus halbwegs eigener Kraft zu erringen, zogen die Blues natürlich etwas an, auch wurde ihnen nun immer mehr Ballbesitz überlassen, aber ein Anschlusstreffer gelang ihnen zumindest bis zur Pause nicht. Beim Team von Sir Alex hatte man aber trotzdem nie den Eindruck, dass ihnen die Partie wirklich aus den Händen gleitet.

Ancelotti nahm zur Pause zwei Wechsel vor – Alex für David Luiz in der IV und Ramies für Mikel. Essien übernahm nun den Part auf der Sechs und Ramires im rechten Halbfeld, wirklich Unterschied machte das aber nicht. Ja, Ramires zeigte etwas mehr Präsenz als Essien auf dieser Position, aber wirkliche Änderung brachte erst die Maßnahme von Ancelotti, nach einer Stunde den glücklosen Kalou für Torres aus dem Spiel zu nehmen.

Die alte Leier mit Drogba & Torres

Es ist ja nichts Neues: Mit beiden Stoßstürmern auf dem Feld fehlt Chelsea einfach das kreative Moment aus dem Mittelfeld, weil Ancelotti mit den beiden fast gezwungen ist, auf ein 4-4-2 umzustellen – und hier fehlt es im Kader von Chelsea nun mal an einem Spieler, der aus dem Mittelfeld die beiden sinnvoll bedienen kann. Im vorliegenden Fall ging Ramires auf die rechte und Malouda auf die linke Seite, mit Lampard und Essien im Zentrum – und vorne zwei Immobilien. Ja, Lampard gelang wenige Minute später der Anschlusstreffer, aber mit der Umstellung hatte das wenig zu tun.

Das Problem mit Torres ist, dass er absolut nichts dazu beiträgt, ein 4-4-2 funktionstüchtig zu machen. Das braucht nun mal zwei Stürmer, die ständig in Bewegung sind, sich anbieten, die gegnerische Spieleröffnung zu stören, und auch mal ein paar Schritte mit dem Ball am Fuß in Kauf nehmen. Torres macht nichts davon: Verglichen mit dem Spanier spulte sogar Toni Polster wahre Marathondistanzen ab. Mangelnde Fitness ist ein Jahr nach der Verletzung keine Ausrede mehr, mangelnde Spielpraxis auch nicht. Immer mehr drängt sich einem der Eindruck auf, bei Torres fehlt es am Willen.

United ohne echte Probleme

So fügte Ancelotti mit der Hereinnahme von Torres seiner Mannschaft letztlich mehr Schaden zu, als er wirklich geholfen hätte. United erkannte daher bald: Um die beiden Stürmer braucht man sich keine Sorgen machen, die haben Vidic und Ferdinand locker im Griff, und letztlich brauchte es auch keine übertriebene Angst vor dem Mittelfeld von Chelsea zu haben, da aus dem Zentrum nichts kam und die Außen ziemlich abgemeldet waren.

So hatte Manchester nicht nur keine Probleme, den Sieg über die Zeit zu bringen, sondern kann sich sogar noch ärgern, nicht eine der zahllosen guten Chancen in der Schlussphase genützt zu haben, ein drittes oder gar viertes Tor zu erzielen.

Fazit: Manchester ist ein verdienter Meister

Es braucht sich niemand mehr etwas vormachen: Manchester United ist zum 19. Mal englischer Meister, die sechs Punkte Vorsprung gibt das Team von Sir Alex in den letzten beiden Spielen nicht mehr ab. Nach dem schnellen Rückstand fehlten Chelsea die Mittel, einem cleveren und kompakten Gegner noch zwei Tore zu schießen, und mit der Hereinnahme des inferioren Torres nahmen sich die Blues den letzten Funken Hoffnung.

So ist United zweiffellos ein verdienter Meister, wiewohl es sicherlich nicht der glanzvollste von Sir Alex‘ Titeln ist. Nein, Manchester war alles andere als glanzvoll und den Vergleich mit diversen früheren Meister-Teams von Old Trafford – jene von 2008 etwa – hält die aktuelle Mannschaft eher nicht stand. Aber das Meister-Team von 2011 zeigte die wenigsten Schwächen und war ohne jeden Zweifel die konstanteste der Saison.

Dabei hat auch sicher geholfen, dass Ferguson nicht mitten im Jahr einen 60 Millionen teuren, aber absolut willenlosen Stürmer in die Mannschaft gepflanzt bekam…

(phe)

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Giggs lenkt, Rooney rennt https://ballverliebt.eu/2011/04/12/giggs-lenkt-rooney-rennt/ https://ballverliebt.eu/2011/04/12/giggs-lenkt-rooney-rennt/#comments Tue, 12 Apr 2011 21:14:41 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4545 Giggs lenkt, Rooney rennt weiterlesen ]]> Mit einem Tannenbaum und hoch stehenden Außenverteidigern versuchte Chelsea, im Old Trafford den nötigen Druck aufzubauen – doch United reagierte cool und gewinnt schließlich verdient. Vor allem dank zweier Spieler: Dem unermüdlichen Rooney – und dem Lenker Ryan Giggs.

Manchester United - Chelsea FC 2:1

Nach dem 0:1 im Hinspiel musste Chelsea im Old Trafford das Spiel machen. und Ancelotti entschied sich für eine eher überraschende Variante: Weniger das 4-3-3, das er auf das Feld schickte war unerwartet, sondern die Interpretation und die Besetzung: Denn zum einen agierte Florent Malouda nicht als Linksaußen, sondern sehr weit hinten und eher zentral halblinks im Mittelfeld, dafür ging Lampard sehr weit nach vorne und spielte halblinks hinter Torres. Ihm zur Seite stand Anelka, der sich sehr viel bewegte und sich auch in tieferen Regionen immer wieder anbot. Generell aber versuchte Chelsea natürlich, so weit wie möglich nach vorne zu schieben und United so unter Druck zu setzen – was sicher auch eine Überlegung hinter der Maßnahme war, Malouda nach hinten zu stellen. Er und Ramires sollten Giggs und Carrick in der Zentrale von Manchester aus dem Spiel nehmen. das gelang aber nur begrenzt.

Die Breite im Spiel der Blues kam ausschließlich über die sehr aktiven Außenverteidiger Ivanovic und Cole. Zudem kam durch die Spielstarken Malouda und Ramires einiges an Vorwärtsdrang aus dem defensiven Mittelfeld. United wusste zunächst nicht so recht, wie man darauf reagieren sollte.

Alles über Rooney

Sir Alex schickte wieder jenes 4-4-1-1 ins Spiel, das ihm schon das Hinspiel an der Stamford Bridge mit 1:0 gewann, wenn auch mit leichten Änderungen: Park Ji-Sung spielte rechts statt Valencia, dafür kam Nani auf links ins Team. Außerdem ersetzte rechts hinten John O’Shea Rafael. Nach vorne ging bei den Hausherren zunächst aber sehr, sehr wenig. Durch Malouda und Ramires waren das Mittelfeld von Manchester viel mit Defensivarbeit beschäftigt, so war der entscheidende Mann Rooney: Wenn etwas ging, dann über ihm. Der spulte ein großes Laufpensum ab und löste sich so immer wieder von Essien.

Am gefährlichsten wurde Chelsea, wenn es schnell und direkt mit Steilpässen in Richtung Grundlinie ging, nur gelang dies zu selten. Die Außenverteidigier machten zwar viel nach vorne, aber die Flankenbälle brachten wenig – vor allem jene von Ivanovic waren zumeist grässlich. So konnte sich United sogar den Luxus erlauben, Rio Ferdinand 75 Minuten lang humpeln zu lassen wie ein angeschossenes Reh, ohne ihn auszuwechseln.

…und Giggs

Nach etwa einer halben Stunde nahm neben Rooney auch Giggs das Spiel seiner Mannschaft etwas in die Hand. United muss erkannt haben, dass es eines eigenen Flügelspiels bedarf, um jenes von Chelsea etwas zu bremsen, und so ging der Waliser gegen Ende der Halbzeit immer mehr auf die rechte Seite hinaus. Im Gegenzug nahm Park Ji-Sung weiterhin vermehrt Defensivaufgaben wahr und rückte auch etwas ein. Mit all seiner Erfahrung verteilte Giggs die Bälle aus dem Zentrum und nun verursachte er auch bei Ashley Cole große Probleme.

Die Folge war, dass es United sofort besser gelang, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und ihn auch in die Spitze zu bringen – etwas, was der auf sich allein gestellte Rooney zuvor nicht bewerkstelligen konnte. Die unmittelbare Folge war das vermeintliche 1:0 für die Hausherren nach einer Flanke von Rechts, bei dem Hernández zu Recht wegen Abseits zurückgepfiffen wurde – und in der 43. Minute beinahe eine Kopie der Szene, nur dass diesmal Hernández die Flanke von Giggs verwertete. Zwar wohl wieder aus haarscharfer Abseitsposition, aber das Tor zählte.

Mehr Präsenz durch Drogba

Chelsea hatte nun noch eine Hälfte Zeit, zwei Tore zu erzielen, und dafür brachte Ancelotti statt des einmal mehr enttäuschenden Torres nun Drogba. Der Ivorer zeigte sofort eine ganz andere Präsenz und eine deutlich selbstbewusstere Körpersprache, allerdings schaffte es Chelsea nun noch weniger als vor der Pause, Zugriff auf den gegnerischen Strafraum zu entwickeln.

Vor allem Evra und Nani steigerten sich nun massiv. Sie drückten Ivanovic immer mehr in seine eigene Hälfte und nahmen den rechten Flügel von Chelsea somit komplett aus dem Spiel – machten also das, was Giggs schon vor der Pause mit dem anderen Flügel gemacht hatte. Chelsea blieb somit nur noch der Weg über das Zentrum. Doch Malouda, der aus der Etappe kam, biss sich am defensiv sehr starken Carrick die Zähne aus, Anelka hatte generell keinen guten Tag und Lampard alleine konnte die sicher stehende Deckung auch nicht überwinden.

Erst mehr Breite, dann weniger Spieler

Die logische Reaktion von Carlo Ancelotti war, Salomon Kalou statt Anelka zu bringen. Der Ivorer sollte die eingeschlafene linke Offensivseite etwas beleben. Das Pech bei dieser Maßnahme: Nur kurze Zeit später flog Ramires mit seiner zweiten Verwarnung vom Platz und Chelsea war nur noch zu zehnt…

Somit stellte Ancelotti nun auf ein 4-3-2 um, was von Kalou verlangte, ins Zentrum neben Drogba zu gehen. Dahinter blieb Lampard zentral, Malouda halblinks und Essien als Quarterback in der Defensive. Die rechte Seite blieb vor Ivanovic unbesetzt – und es musste nun die Brechstange herhalten. Das klappte in Minute 76 für einmal sehr gut: Ein lange Ball von Essien aus der Tiefe, und die sonst so sichere Defensive von United war überrumpelt, Drogba schloss zum mittlerweile eher überraschenden 1:1 ab.

Die prompte Reaktion

Womöglich wäre ein noch eine richtig heiße Schlussphase geworden, hätte sich Chelsea nicht 50 Sekunden später im direkten Gegenzug das 1:2 durch Park Ji-Sung eingefangen. Damit war alles entschieden, denn in den verbleibenden 15 Minuten noch zwei Tore zu schießen, daran fehlte auch den Blues der Glaube, was an der eindeutigen Körpersprache abzulesen war.

Außerdem hatten Evra und Park Ji-Sung (der auf links gegangen war, der für Nani gekommene Valencia ging auf rechts) nun einen Spaß mit der unterbesetzten rechten Abwehrseite von Chelsea. Paulo Ferreira versuchte zwar, den Ball nach vorne zu tragen, aber letztlich brachte United das 2:1 sicher über die Zeit

Fazit: Chelsea fehlt die Klasse

Chelsea versuchte es mit der unüblichen Besetzung des 4-3-2-1 vor der Pause, Druck von hinten heraus aufzubauen. Das Prinzip war gut, hätte aber noch viel besser funktioniert, hätten die Flankenbäller der sehr hoch stehenden Außenverteidiger besser gepasst – hier

United sah sich das eine halbe Stunde an und reagierte dann angemessen. Giggs mit seiner Übersicht und Rooney mit seiner enormen Laufbereitschaft waren hierbei die entscheidenden Spieler. Chelsea fehlte es schlicht an den Mitteln und wohl auch ein wenig an der Klasse, United wirklich entscheidend unter Druck zu setzen.

Die Red Devils waren über zwei Spiele gesehen fraglos die bessere Mannschaft.

(phe)

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Drogba UND Torres? Schwierig. https://ballverliebt.eu/2011/04/06/drogba-und-torres-schwierig/ https://ballverliebt.eu/2011/04/06/drogba-und-torres-schwierig/#comments Wed, 06 Apr 2011 21:37:34 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4505 Drogba UND Torres? Schwierig. weiterlesen ]]> In der Meisterschaft ist der Titelzug abgefahren. Im FA-Cup war Chelsea gegen Everton schon im Achtelfinale rausgeflogen. Bleibt als letzte Titelhoffnung die in der Champions League – aber diese ist nach dem 0:1 daheim gegen Manchester United auch so gut wie weg. Auch, weil Ancelotti zu spät reagierte.

Chelsea - Man United 0:1

Drogba, Torres und Anelka – so viele Plätze hat Chelsea-Trainer Ancelotti in seinem Team nicht, dass alle drei zum Einsatz kommen und die Mannschaft dennoch funktioniert. So entschloss sich der Italiener im Heimspiel gegen United dazu, Anelka draußen zu lassen und mit einem 4-4-2 mit flachem Mittelfeld zu spielen. Bei United setzte Sir Alex auf ein 4-4-1-1, in dem Rooney hinter Hernandez als hängende Spitze agierte.

Die überrschendste Maßnahme in den Formationen war, dass Ryan Giggs im defensiven Mittelfeldzentrum agierte. Dafür beackerte Park Ji-Sung den linken Flügel. Auf die Schnelligkeit kann man ja bei Giggs immer noch in einzelnen Aktionen bauen, aber für das dauerhafte Bearbeiten der Seitenlinie hat der Koreaner einfach mehr Luft. Zudem kann Giggs auch aus dem Zentrum heraus seine Spielübersicht einbringen.

So oder so, keine der beiden Mannschaften schaffte es, wirklich Konstruktives mit dem Ball anzustellen. Bei Manchester war zuerst das Verteidigen des eigenen Strafraums angesagt und Vorstöße kamen in vielen Fällen auch über lange Bälle auf Rooney bzw. Park und Valencia an den Flanken, immer wieder aber kamen diese nicht an oder wurden gut verteidigt. Auffällig bei Valencia: Er ging nicht mit dem Ball am Fuß steil, sondern verlagerte oft mit hohen Pässen Richtung Spitze oder gar mit Seitenwechseln das Spiel wieder weg von ihm. Dennoch hatte United gegenüber Chelsea einen großen Vorteil im Spiel nach vorne: Die Positioniertung von Wayne Rooney als hängender Spitze.

Klassisches Problem bei Chelseas flachem 4-4-2

Chelsea hatte durch das flache 4-4-2 nämlich mit dem altbekannten Problem dieses Systems zu kämpfen: Wie kommt der Ball zu den Stürmern? Torres und Drogba spielten beide sehr hoch und hinter ihnen tat sich ein großes Loch auf. So mussten Lampard und Essien aus dem Zentrum erst einmal an drei Gegenspielern vorbei (Rooney, Giggs und Carrick), ehe auf die Sputzen immer noch Ferdinand und Vidic aufpassten. So blieb mehr Verantwortung an den Außenverteidigiern hängen, die hinte den einrückenden Shirkov bzw. Ramires nach vorne gingen.

Das Problem dabei: Rückten sie zu weit auf, waren wiederum Park und Valencia frei für lange Anspiele aus der Verteidigung heraus. So pläterschte das Spiel auf nicht allzu unterhaltsamem Niveau dahin – ehe Giggs doch einmal einen schnellen Antritt nach vorne wagte. Er nahm den tollen Pass des heute sehr starken Carrick an, ging bis zur Grundlinie durch, legte zurück und aus der Tiefe kam Rooney angeschossen und drückte die Kugel zum 1:0 über die Linie.

Wenig Reaktion bei Chelsea

Die Hausherren reagierten zunächst kaum auf den Rückstand, eher zogen sich die Gäste nun ein wenig zurück. Lampard orientierte sich im Gegenzug etwas weiter nach vorne, was sich in einer geisteigerten Passquote manifestierte. Außerdem versuchte Chelsea nun auch häufiger, aus der Distanz zum Abschluss zu kommen – denn Zugriff auf den Strafraum bekamen sie nicht. So hätte es kurz vor dem Seitenwechsel den Ausgleich geben können, doch dieser gelang nicht.

Erstaunlicherweise nahm Ancelotti in der Pause keine Veränderungen vor, sondern beorderte lediglich Lampard weiterhin nach vorne. Juri Shirkov indes blieb auf der linken Seite blass und dieser Eindruck verstärkte sich noch, als sein Gegenspieler Rafael verletzt vom Platz musste. Ferguson nämlich brachte nun Nani, dafür ging Valencia zurück auf die Rechtsverteidigier-Position – somit sah sich der Russe nun zwei offensiven Leuten gegenüber und konnte gar nicht mehr ins Spiel eingreifen.

Chelsea - Man Utd (Schlussphase)

Ancelotti stellt doch noch um – nicht ohne Wirkung

Erst in der 70. Minute konnte sich Chelsea-Coach Ancelotti zu einer Veränderung seiner Grundordnung durchringen: Er brachte Anelka für Drogba, und der Franzose orientierte sich auf den rechten Flügel, bzw. immer wieder auch ganz weit zurück, um sich die Bälle im defensiven Mittelfeld schon zu holen. Die Blues agierten in den letzten 20 Minute mit einem etwas schiefen 4-2-3-1, mit Torres vorne und dem Trio Malouda/Lampard/Anelka dahinter. Durchaus mit Erfolg, denn nun bekam Chelsea den Gegner unter Kontrolle und drückte ihm endlich das eigene Spiel auf.

Das sichtbare Zeichen des Umstellens bei United war der Tausch von Berbatov für Hernandez, aber Ferguson stellte für die Schlussphase auch sein System um: Rooney ging vom Zentrum auf die linke Seite, dafür gesellte sich Park Ji-Sung ins Zentrum, um gemeinsam mit Carrick und Giggs dort zuzumachen. Das gelang aber nicht wirklich, Chelsea kam in der Schlussphase zu einigen guten Möglichkeiten (zumeist wiederum aus durchaus gefährlichen Weitschüssen) und hätte auch in der Nachspielzeit noch zumindest einen Elfmeter bekommen können, wenn nicht müssen…

Fazit: Ancelotti reagierte zu spät

Es ist eine viel diskutierte Frage, vor allem seit Torres bei Chelsea ist: Stellt Ancelotti wirklich nach Leistung auf und dem Versuch, eine funktionierende Formation zu finden, oder doch eher nach Name und Ego? Denn das Duo Torres/Drogba mit einem flachen Mittelfeld dahinter hat überhaupt nicht funktioniert. Chelsea schaffte es nich in ausreichendem Maße, die beiden Stoßstürmer mit den nötigen Bällen zu versorgen. Erst, als Anelka kam und deutlich mehr aus der Tiefe kam, wurde Chelsea wirklich gefährlich.

United verteidigte gegen ein lange Zeit zu einfallsloses Chelsea recht gut und brachte den Ball vor allem durch Park Ji-Sung und den tief spielenden Rooney immer wieder schnell vor das gegnerische Tor. Es war sicherlich keine weltbewegende Leistung, die auf ewig in Erinnerung bleiben wird, aber grundsolide und auf die Schwächen des Gegners gut eingestellt. Erst in der Schlussphase kam United wirklich unter Druck, so aber sieht alles nach einem Semifinale gege Schalke aus.

(phe)

Link-Tipp: Im Liga-Spiel am 1. März hat Chelsea noch 2:1 gewonnen.

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Mit Hängen, Würgen und einer Extraportion Glück https://ballverliebt.eu/2011/02/20/mit-hangen-wurgen-und-einer-extraportion-gluck/ https://ballverliebt.eu/2011/02/20/mit-hangen-wurgen-und-einer-extraportion-gluck/#respond Sun, 20 Feb 2011 21:58:15 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4110 Mit Hängen, Würgen und einer Extraportion Glück weiterlesen ]]> Im beinahe ausverkauften Old Trafford trafen die Red Devils aus Manchester auf die Red Devils aus Crawley. Neben den geografischen Verhältnissen trennen die Premier Leage Leader und das Team aus West Sussex ganze vier Ligen. Crawley ist Tabellenzweiter der Blue Square Bet Premier und damit ein Non-Leaguer, der sich heute eine Verlängerung verdient gehabt hätte.

Manchester United - Crawley Town
Manchester United - Crawley Town


Das Omen

Was ist eigentlich so ein Non-Leaguer? Non-League football bezeichnet in England den Fussballbetrieb unterhalb der Premier League und der Bewerbe der „The Football League“, welche die Championship sowie League One und League Two umfasst. Der Papierform nach, wäre dieses Spiel eine klare Angelegenheit gewesen. Die Vorgeschichte dieses Spiels hätte für United jedoch ein Hinweis sein müssen, dass Papier im Zweifelsfall eben nur ein Schreibmedium ist.

Zum Einen hatte Manchester United in der Viertrunden-Begegnung gegen den League One-Club Southhampton, bereits einige Mühe. Die Drittligisten waren im heimischen St. Mary’s Stadium zur Pause sogar mit 1:0 in Front, ehe Fergusons Startruppe den (verdienten) Turnaround schaffte und mit 2:1 siegte. Zum anderen hatten die Kicker aus Crawley in ihren bisherigen vier Cupspielen drei Vereine aus höheren Spielklassen ausgeschaltet. In zeitlicher Reihenfolge waren dies Swindon Town (League One), Derby County (Championship) und Torquay United (League Two).

Trotzdem liefen die Gastgeber mit einer Mannschaft auf, die zu erheblichen Teilen aus Spielern der zweiten Reihe bestand. Den Kasten hütete Kopenhagen-Neuzugang Anders Lindegaard, vor ihm verteidigten Rafael, Brown, O’Shea und Rafael. In der Zentrale liefen Carrick, Anderson, Gibson und Bebe auf. Letzterer kam zu seinem erst vierten Einsatz und dazu den ersten in der Startformation. Ganz vorne standen JAvier „Chicarito“ Hernandez und Gabriel Obertan.

Im Gegensatz zur TV-Einblendung erwies sich das System nicht als 4-4-2, sondern als eher lasches 4-3-3 (das im Insert einige Spieler auf der falschen Seite aufgestellt waren, erschwerte die Arbeit zusätzlich).

Crawley-Trainer Steve Evans schickte diese Personalien aufs Feld: Kuipers (Tor) – Hunt, McFadzean, Mills, Howell (Abwehr) – Bulman, Sergio Torres, Willie gibson, Smith, McAllister (Mittelfeld) und den Führenden der Blue Square-Torschützenliste, Matt Tubs im Sturm. Das nominelle 4-5-1 wurde auch als solches gespielt, mangels Kenntnis kann ich über die Qualität der Aufstellung im Verhältnis zum Kader nicht mehr sagen.

Vom Nichts zum Paukenschlag

Die ersten 25 Minuten passierte in dieser Partie … so gut wie gar nichts. Die Hausherren waren deutlich feldüberlegen, Crawley versprühte nur durch Standards ansatzweise Gefahr. Carrick und Co kombinierten sich locker und gefällig nach vorne. Dort stellte sich dann ein gewisser Mangel an Ideen und fehlende Präzision im letzten Pass ein. Bis zur 28. Minute. Da bediente Gibson seinen Kollegen Hernandez mustergültig, doch der zögerte zu lange und so wurde aus der Einschussgelegenheit „nur“ ein Eckball.

Den Corner von der linken Seite trat Gibson gefühlvoll in den Strafraum. Dort schraute sich Wes Brown am höchsten und brachte den Ball aus gut zehn Metern im langen Eck unter. Sein erstes FA Cup-Tor überhaupt.

Der Treffer verschaffte Fergusons Truppe kurzfristig Aufwind. Zehn Minuten lang erzeugte man nun konsequent Druck auf die Gäste aus dem Nirgendwo der unteren Ligen. Es roch nach 2:0. Wieder war es Gibson, der selbiges beinahe herbeiführen konnte. Er schickte den aufgerückten Fabio geschickt durch das Loch in der rechten Abwehrseite. Der Linksverteidger überlieg McFadzean relativ mühelos, schob das Leder dann aber am kurzen Eck vorbei (34′). Chance vertan. Eine Minute später sorgte Rafael für Elferalarm, die Berührung von McFadzean war dem Referee Lee Probert aber richtigerweise zuwenig für einen Strafstoß.

Wenige Momente später spielte Obertan am rechten Strafraumrand seinen Gegner schwindlig und prüfte den niederländischen Crawley-Keeper mit einem scharfen, jedoch wenig platzierten Schuss (38′). Und auch Hernandez überwand etwas später seinen Gegner auf der anderen Seite. Der schönen Dribbeleinlage folgte ein gut getimeter Querpass, der sein Ziel jedoch verfehlte (41′).

Die letzten Minuten dieser Halbzeit bäumten sich die Gäste noch einmal auf. Es langte aber nur zu einem nicht gegebenen Freistoss, nachdem Carrick Mills auf etwas ungeschickte Weise knapp vor dem Strafraum gelegt hatte. Mit einer 1:0-Führung ging der Goliath in die Pause. Auch wenn man mit dem Gebotenen seitens der Heimfans nicht zufrieden sein durfte, so wähnte man die Führung zumindest nicht in ernsthafter Gefahr.

Gabriel, the Invisible

In der Pause reagierte Sir Alex Ferguson auf die enttäuschende Performance und nahm den weitgehend unsichtbar gebliebenen Anderson für Wayne Rooney vom Platz. Freilich hätte er nach diesem Kriterium  mehr Auswahl gehabt, der Tausch war aber ein klares Zugeständnis an die Offensive. Motiviert durch sein spektakuläres Entscheidungstor im Manchester Derby, sollte er nun für mehr Gefahr im Angriff sorgen. Rooney hatte das letzte seiner bisher 11 Cup-Tore vor zwei Jahren gegen Fulham erzielt.

Der Eingewechselte ordnete sich vor Obertan ein, nach einer höchst durchschnittlichen ersten Hälfte nun in der Versenkung verschwinden sollte.

Die Halbzeit begann mit einer guten Gelegenheit für United: Obertan wurde entlang der linken Seite geschickt, brachte den Ball dann gut in Richtung Chicarito, dessen Großchance in letzter Sekunde von Mills vereitelt wurde (48′). Es sollte dies das letzte Lebenszeichen des Heimteams für knapp 10 Minuten sein. Die Folgen des Tauschs machten sich bemerkbar.

Obertan war auf seiner neuen Position als eine Art offensiver Außenmittelfeldspieler schlecht aufgehoben. Und Rooney fand – auch deswegen – keinen Anschluss ans Mittelfeld. Dazu zog es ihn selbst immer wieder nach Aussen, sodass im Spiel nach vorne zwischen ihm und Hernandez ein Loch entstand, das nun Rafael füllen musste, da Gibson wiederum als Ballverteiler gebraucht wurde. Wenig verwunderlich zog das eine merkbare Behäbigkeit in der Angriffsbewegung und Zuordnungsprobleme im Mittelfeld nach sich. Crawley hatte seine Zentrale dichter zusammen- und die Abwehrreihe etwas nach vorne gezogen und attackierte ballführende Gegner nun oft mit zwei Spielern, um den Druck zu erhöhen.

Luxusverzicht als Problem

Erschwerend kam hinzu, dass dem bemüht spielenden Youngster Bebe in den zweiten 45 Minuten nur noch wenig gelingen sollte. Zahllose erfolgose Dribblings und vereitelte Flanken und Pässe kennzeichneten das Spiel des Portugiesen, der zunehmend frustrierter dreinschaute. Sollte diese Partie wirklich eine Nagelprobe für Tiago Manuel Dias Correia (so sein bürgerlicher Name) gewesen sein, wie die englische Presse munkelte, dann stehen seine Karten für den Sprung in den Stammkader schlecht.

Das Man United eine Flanke in Minute 49 partout nicht aus dem Strafraum bringen konnte, darf ruhig als Vorbote des sich anbahnenden Chaos gesehen werden. Hier stand letztlich ein Verteidiger im Volleyversuch von Smith. Es gab nun wieder Elferalarm, diesmal im Strafraum des Heimteams. Der Körperkontakt (diesmal zwischen Gibson und Tubbs) war den Referee aber erneut, und wieder korrekterweise, zuwenig für einen Penalty. Weit kam das Premier League Team mit dem Ball aber nicht. Der Gegner aus der fünften Spielklasse brachte in den Folgeminuten ein paar ggute Bälle in den Strafraum, ehe Sergio Torres sich mit einem Foul an Rafael die erste gelbe Karte des Spiels holte (54′).

Ob und wann Alex Ferguson taktisch auf die offensichtlichen Probleme reagiert hätte, läßt sich nicht sagen. Denn nach dem musste der Rechtsverteidiger angeschlagen von Feld. Für ihn kam Smalling und O’Shea – auch kein gelernter AV – rückte auf die Abwehrseite.Alternativen dazu gab es nicht, denn Ferguson hatte – offenbar in der Erwartung eines Kantersiegs – drei Plätze auf der Bank mit völlig unbekannten Namen aus dem Nachwuchs besetzt. Auch als Man United-Sympathisant muss man Paul Pogba (17, MF), Joshua King (19, ST) und Ryan Tunnicliffe (DEF, 18) nicht unbedingt kennen. Dass er deren Einsatz in Anbetracht der Situation nicht riskieren wollte, ist verständlich. Die Komplikationen, freilich, hatte man sich selbst eingehandelt.

Manchester United - Crawley Town (ca. ab 70)
Manchester United - Crawley Town (ca. ab 70)

Der Trainer der „kleinen“ Red Devils nahm im selben Atemzug ebenfalls eine Veränderung vor und opferte seinen Außenmittelfeldspieler McAllister für Stürmer Brodie, der sich hinter Tubbs anhängte. Kurz darauf musste sich Chris Smalling auszeichnen, als er einen Tubbs-Alleingang fair und erfolgreich vereitelte. Ansonsten war United kaum vorhanden (ein ungefährlicher Weitschuss von Fabio gab in der 56. zumindest Zeugnis einer physischen Präsenz), brachte nach einer gespielten Stunde aber wieder etwas Ruhe in die Partie. Es folgte ein zehnminütiges Stalemate, in dessen Verlauf den müdegewordenen McAllister durch Brodie ersetzte, der nun Jamie Cooks Gegenpart auf der gegenüberliegenden Seite gab.

Dass schließlich auch Fabio ausgetauscht werden musste – auch er hatte sich offenbar verletzt – sorgte für veritable Kopfschmerzen bei „Sir Alex“. Da auf der Bank neben den drei Frischlingen nur noch Darren Fletcher und Tomasz Kusczak weilten, und Letzterer nunmal ein Torwart ist, musste erstgenannter Mittelfeldspieler nun den Außenverteidiger geben. Steve Evans nahm seinen anderen Offensiv-AM Willie Gibson vom Feld und ersetzte ihn mit dem baugleichen Jamie Cook, der gegen Ende des Spiels immer mehr zum Außenstürmer wurde und noch gehörig für Unruhe stiften sollte.

With heads held high

Mit diesem zweiten Umbau auf beiden Seiten war der Waffenstillstand denn auch beendet. David Hunt vergab mit einem Volleyschuss auf Elferhöhe die zweitbeste Chance von Crawley in der regulären Spielzeitregulären (72′). 120 Sekunden schummelte sich Cook an O’Shea vorbei und brachte eine Flanke in den 5-Meter-Raum. Smalling verhinderte zwar den Kopfball von Smith, klärte aber nur unzureichend. So kam Tubbs (?) aus kürzester Distanz zu einem Seitfallzieher, den er über das Tor setzte. Die beste Gelegenheit für den Fünftligisten, wenngleich Probert die Szene bereits wegen Foulspiel abgepfiffen hatte.

Bis zum Ende des Spiels hatte der Underdog das Heft in der Hand und verbriet dabei noch zwei gute Freistossgelegenheiten. United fing sich noch zwei gelbe Karten ein (Brown, und eine besonders dämliche Frustattacke von Rooney) und war die meiste Zeit damit beschäftigt, den Strafraum zu verbarrikadieren. Enomre Schwierigkeiten bereitete Jamie Cook, der John O’Shea mehrere Male recht alt aussehen ließ.

Als sich die Heimmannschaft schon fast in der nächsten Runde wähnen konnte, setzte Brodie nach einer Ecke den Ball über Lindegaard hinweg an die Latte. Ein Konter von United, mit einem brauchbaren Drehschuss von Rooney als Abschluss, markierte schließlich das Ende dieses Spieles. Manchester United erspielte sich den erwarteten Sieg, wenn auch nicht in der zu erwartenden Weise. Der Non-Leaguer, der 45 km südlich von London seine Heimat hat, war die Mannschaft des Abends und verließ das Old Trafford mit wehenden Fahnen.

Dass United nach dem mageren Auftritt gegen Southhampton und nur zwei Wochen nach der Niederlage gegen die Wolverhampton Wanderer erneut mit großer Überheblichkeit in dieses Spiel ging, darf zu denken geben. Dass man dafür nicht entsprechend bestraft wurde, war pures Glück. (gp)

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Nanis Werk und Rooneys Beitrag https://ballverliebt.eu/2011/02/13/nanis-werk-und-rooneys-beitrag/ https://ballverliebt.eu/2011/02/13/nanis-werk-und-rooneys-beitrag/#comments Sun, 13 Feb 2011 18:51:37 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4047 Nanis Werk und Rooneys Beitrag weiterlesen ]]> Einmal mehr trafen sich die Red Devils und die Blues in Old Trafford zum „Pathetic Clash“, wie Sir Alex Ferguson das 158. Manchester Derby im Vorfeld bezeichnete. Am Ende machten ein gewitzter Strippenzieher und ein spektakuläres Tor von Wayne Rooney den Unterschied. Für das Heimteam ein wichtiger Schritt Richtung Meisterschaft, für die Anderen das wohl endgültige Platzen des Titeltraums.

Manchester United - Manchester City

Eine etwas kuriose Szene leitete das Spiel ein: Bei einem Seitenlinienduell zwischen Vidic und Richards kamen nicht nur die beiden Kicker, sondern auch der unbeteiligte Linesman zu Fall. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Schnell, doch nicht gefährlich

Schon in diesen ersten Minuten sah man beiden Teams den Siegeswillen an. Vorerst übernahmen die Hausherren das Kommando, trotzdem hätte sich Citys Silva in Minute 4 bereits in die Torschützenliste eintragen können. Nach sehenswerter Kurzpasskombo schickte Ex-United-Stürmer Carlos Tevez seinen Offensivkollegen Silva alleine Richtung van der Sar. Aus spitzem Winkel brachte er die Fußballkugel  zwar am niederländischen Keeper, aber auch an dessen Tor vorbei. Schrecksekunden für die Red Devils, die folgenlos blieben.

Nach fünf Minuten hielt das Heimteam bereits bei 4 Eckstössen, konnte aber noch keine Torchancen vorweisen. Der nominell als rechter Außenstürmer aufgefahrene Nani war früh auf beiden Spielfeldseiten umtriebig, und unterstützte somit öfters die Achse Evra-Giggs, die sich schnell als essentiell für die Gastgeber erwies. Eine weitere Ingredienz des Rezepts „United“ war das schnelle Überbrücken des hinteren Mittelfelds. Der Ball wanderte meist direkt von Evra zu Giggs, oder eben in die Zentrale, wo Routinier Paul Scholes zu Werke ging. Sich schnell vor den Strafraum der Citizens vorarbeiten, erwies sich als durchaus lösbare Aufgabe.

Weniger erfolgreich war man im Kreieren von Torschussmöglichkeiten. Starkes Indiz: Nach 10 Minuten war ein 20-Meter-Schuss von Nani (knapp übers Tor) die erste nennenswerte Gefahr für das Tor von Blues-Keeper Hart. Fünf Minuten später vergab Yaya Toure eine Kopfballgelegenheit nach Freistossflanke. Eben jener Spieler fungierte rechts bis halbrechts vor dem 16er von United sowohl als Ballverteiler, wie auch als technisch versierter Eindringling. Bei mittlerweile gleichen Spielanteilen – City führte nach 22 Minuten mit 51:49 in der Ballbesitzstatistik – waren die Gäste das gefährlichere Team.

Toure agierte auf seiner Position höchste effektiv, obwohl diese Abwehrseite vom Gegner nominell besser besetzt war (Evra, Vidic) als gegenüber (Smalling. O’Shea). Des Rätsels Lösung fand sich in Evras zu Beginn undiszipliniertem Abwehrverhalten. Die meist in abgefangenen Querpässen Vorstösse von Man United über die linke Seite erlaubten oft den Vorstoss in Löcher, die Evra mit seinem weiten Aufrücken hinterlassen hatte. Und weil auch Vidic häufig weit aufrückte,  zeigte die Defensive der Roten einige Unsicherheiten in der Rückwärtsbewegung. Dazu musste Anderson, der im ganzen Spiel eher unauffällig war und nicht seinen besten Tag erwischt hatte, deswegen oft hinten bleiben.

Nani entscheidet Halbzeit

Nach 25 Minuten entdeckte United langsam auch die rechte Seite als Vorstossweg, was allein der Umtriebigkeit von Nani zu verdanken war. Der als RV eingesetzt O’Shea agierte dahinter in seiner Rolle als Verteidiger solide, steuerte zum Offensivspiel aber nur wenig bei. Ähnliches gilt für Smalling, bei seinem erst 4. Saisoneinsatz in der Startformation. Grundsätzlich lief das Gros der United-Vorstösse immer noch auf der linken Seite. Milner agierte häufig zu mittig, womit Evra und Giggs ausreichend Platz zum Durchmarschieren und -passen blieb. ManCity-RV Richards benötigte daher nicht nur einmal die Unterstützung seines Nachbarn Kompany. Vor ihm ackerte Barry brav, der an diesem Abend aber nicht über sich hinaus zu wachsen vermochte. Nicht nur einmal zog er gegen Mittelfeldfreigeist Scholes den Kürzeren.

Weil das Zusammenziehen der Abwehr gut klappte, die Zusammenarbeit zwischen Richards und Kompany funktionierte und Giggs Präzision beim Querpass zu wünschen übrig ließ, passierte erst einmal wenig Brenzliges. Anderson hatte sich mit seiner unfreiwilligen Defensivrolle mittlerweile angefreundet und Smalling war warmgelaufen – auch bei Manchester United kehrte nun hinten Stabilität ein. Die Mitte der ersten Spielhälfte war geprägt durch ein schön anzusehendes Hin und Her ohne echter Torchancen. Unterbrochen wurde das Spielchen lediglich durch einen unplatzierten Kopfball von Fletcher nach einer Flanke von Giggs (34′).

Und dann knallte es plötzlich. Rooney erwischte einen flott gespielten Mondball und leitete ihn mit Mühe zu Giggs weiter. Der fackelte nicht lange und brachte den Ball in den Lauf von Nani, der sich gegen den ungeschickt agierenden Zabaleta durchsetzen konnte und das 1v1 mit Hart für sich entscheiden konnte (41′).

Es war die erste Aktion, an der Rooney deutlich wahrnehmbar beteiligt war. Der sich langsam aus der Formkrise arbeitende Stürmer hatte sich bis dato zwar brav in den Angriffaufbau eingeschalten, in seiner Funktion als Spitze aber noch nichts von Bedeutung vollbracht. Nanis Führungstreffer kippte das eher für City ausschlagende Momentum völlig. Bis zum Abpfiff nach 45+2 Minuten stand der Strafraum der Citizens unter Dauerbelagerung. Für ein 2:0 langte es nicht, immerhin verfehlte Giggs das Tor aus 25 Metern nur knapp (45′).

Dzeko trifft, oder auch nicht

Die zweite Hälfte wurde mit Elferalarm eingeleitet. Yaya Toure fiel im United Strafraum, doch wie die Zeitlupe zeigte, viel zu leicht. Am Ende hätte sich Toure auch über eine Verwarnung für eine Schwalbe nicht beschweren können.

Ansonsten setzte sich das muntere Box-to-Box-Spiel fort. Mancini sah die Zeit gekommen, um zu reagieren. Der unscheinbar gebliebene Kolarov musste für Wright-Phillips weichen (52′), wenig später stockte der Blues-Coach die Offensivabteilung zu Ungunsten der Zentrale auf (Dzeko für Milner, 60′). Akute Torgefahr brannte nach 62 Minuten auf – Fletcher schickte Giggs, der narrte die Außenverteidigung und arbeitete sich auf der linken Seite knapp bis zum Tor vor. Der zurückgeeilte Barry war schließlich als Erster bei der folgenden, kurzen Flanke und verhinderte Schlimmeres.

Ähnlich überraschend wie die Führung von United erfolgte nun der Ausgleich von City. Einem Vorstoss auf der linken Aussenbahn folgte nett anzusehendes Kurzpassspiel Richtung Zentrum. Letztlich erreichte der Ball Dzeko, der einfach mal drauf hielt. Vor ihm befand sich ein Dreierblock aus Spielern, der Ball krachte Silva auf den Buckel und wurde unerreichbar ins linke Eck von van der Sars Tor abgefälscht. Und plötzlich war alles wieder offen (65′).

Eine weitere Überraschung: Dzeko erzielte an diesem Abend nicht sein erstes Tor in der Premier League, denn der Treffer wurde Silva zuerkannt.

Ale Ferguson sah die Felle davonschwimmen und nahm Anderson aus dem Spiel. Für ihn betrat der Führende der Premier League Torschützenliste, Dimitar Berbatow, das Grün des Old Trafford. Der Bulgare ordnete sich hinter Rooney ein, kombinierte wenige Male gefällig mit Nani, blieb sonst aber wirkungslos. Ähnlich wie Rooney reichte es für ihn an diesem Abend nicht zu mehr als ein paar Verzweiflungstaten.

Während den Citizen trotz Ausgleichstreffer kein Knopf im Angriff aufging, arbeitete sich Nani unermüdlich an den beiden Seiten des Gäste-Strafraums ab. Kombinieren, Bälle verteilen, Flanken, Alleingänge. Er bildete in der zweiten Reihe, gemeinsam mit Paul Scholes, das „dynamische Duo“, auf dessen Taten der Großteil der von Man United ausgehenden Gefahr zurückging. Ryan Giggs hingegen ging langsam aber sicher die Kraft aus, und so begann der Altstar sich mehr nach hinten zu orientiere, und den Platz vor sich an Berbatow abzugeben.

Rooney

Das erwähnte Zweigespann war es auch, dass dieses Spiel entschied. So schön der Treffer von Rooney auch war (ein heißer Anwärter auf das „Tor des Jahres“ übrigens), zu einem erheblichen Teil geht er auf das Konto von Scholes und Nani.

Der Reihe nach: Ein beinahe verloren geglaubter Ball wurde von Scholes durch den Korridor in technisch brillianter Manier auf den rechts ausreissenden Nani gespielt. Der richtete sich den Ball nur kurz her und schlug eine scharfe Flanke in die Mitte. Dort begriff Rooney, dass das Leder ein wenig zu viel rückdrehendes Effet mitbrachte, und setzte zum Fallrückzieher an. Dessen perfekte Ausführung wird man im Fernsehen sicher noch öfter zu sehen bekommen und als Resultat der spektakulären Einlage schlug der Ball im langen Eck ein. Goalie Hart blieb nichts anderes übrig, als wie angewurzelt stehen zu bleiben und dem Geschoss ungläubig nachzusehen (78′).

Ob dieses Sensationstor reicht, um Rooney ganz aus seiner Formkrise zu hieven, wird sich zeigen. In seinem Gesicht spiegelte sich jedenfalls mehr als bloße Erleichterung.

12 Minuten plus Nachspielzeit waren aber noch zu spielen und der Sieg längst nicht in trockenen Tüchern. Alex Ferguson beordete sein Team weiter nach hinten, verwies Berbatow weiter in die Zentrale und nahm dafür Scholes aus dem Spiel, der sein Tagwerk mehr als erfolgreich verrichtet hatte. Die Reihe vor der Abwehr wurde mit Michael Carrick verstärkt (78′).

Letztlich entschied United die folgende Abwehrschlacht für sich, wenngleich Dzeko und Toure noch die eine oder andere brenzlige Situation provozierten. Zwei Konterversuche von Manchester United blieben ebenfalls fruchtlos.

Fazit

Natürlich, Rooneys Tor der Sonderklasse war das Highlight des Spiels. Doch so oft der Treffer auch über die Bildschirme dieser Welt flimmern wird – die Köpfe hinter Uniteds Heimsieg sind andere. Besonders zu erwähnen wäre da Ryan Giggs, der eine Stunde lang Herz und Seele der linken Seite war. Dann wäre da auch noch Paul Scholes, dessen vielseitige Arbeit in der Offensivzentrale schwer zur Überlegenheit der Gastgeber in der zweiten Spielhälfte beigetragen hatte.

Tja, und dann wäre da der Mann des Matches: Nani. Zu finden auf beiden Seiten, wichtiger Passgeber vor dem Strafraum, Torschütze zur Führung und Assistgeber zur Entscheidung. Der Portugiese, einst als Ersatz für Landsmann Cristiano Ronaldo geholt, ist aus dem Angriff der Red Devils nicht mehr wegzudenken. Mancini – der weiter auf seinen ersten Derbysieg warten muss – sollte sich das dick und fett im Notizbuch vermerken. (gp)


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Die ??? bei den Drei Löwen https://ballverliebt.eu/2010/05/30/die-bei-den-drei-lowen/ https://ballverliebt.eu/2010/05/30/die-bei-den-drei-lowen/#respond Sun, 30 May 2010 11:24:43 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=2090 Die ??? bei den Drei Löwen weiterlesen ]]> WM-SERIE, Teil 28: ENGLAND | Bis auf das bedeutungslose Spiel in der Ukraine gewann England nach der verpassten EM alle Quali-Partien klar. Dennoch kann das Team von Fabio Capello nicht als ganz großer Favorit gelten. Neben einigen kleinen dominieren drei große Fragezeichen.

„Machtdemonstration“ – anders kann man die Qualifikation der Engländer nicht nennen. Vor allem, nachdem die „Three Lions“ die vergangene Europameisterschaft verpasst hatten, waren gerade das 4:1 und das 5:1 gegen Kroatien wichtig. Und zwar für die eigene, innere Hygiene – schließlich waren es die Kroaten, welche England vor zwei Jahren die Teilnahme gekostet hatten. Diesmal konnte der Spieß umgedreht werden.

Was vor allem ein Verdienst von Fabio Capello ist. Der italienische Trainerfuchs verstand es, aus den Spielern aus den verschiedenen Lagern eine funktionierende Mannschaft zu machen. Eine, die hinten sicher steht, im Mittelfeld endlich einigermaßen funktioniert und vorne auch die Tore schießt. Capello brachte beinahe italienische Organisation ins englische Team. So will der zumeist als Mitfavorit gehandelte Weltmeister von 1966 diesmal wirklich ein ernsthaftes Wort um die Titelvergabe mitreden.

Doch alles verläuft auch diesmal nicht nach Wunsch. Die Vorbereitung ist bislang durchwachsen, mit Gareth Barry und Wayne Rooney kämpfen zwei absolute Stützen gegen Blessuren. Zudem spielten mit Steven Gerrard, Glen Johnson und Jamie Carragher drei potentielle Stammspieler mit Liverpool eine schreckliche Saison und strotzen daher nicht gerade vor Selbstvertrauen. Außerdem gibt es die in England ja schon fast traditionelle Torhüterdiskussion. Und nicht zuletzt nagt sicherlich auch das frühe Champions-League-Aus der Premier-League-Giganten – kein einziges englisches Team überstand auch nur das Viertelfinale – am Selbstverständnis.




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Was Capello am meisten zu schaffen macht ist, was für das Land der Premier League erstaunlich erscheint, die fehlende Kaderdichte. Zwar verfügen die Engländer über eine eminent starke erste Mannschaft, aber viele Ausfälle darf es nicht geben – nicht zuletzt deshalb, weil die Ausländeranteil in der Liga bei etwa zwei Dritteln liegt und es Spielern, die nicht bei den absoluten Topklubs spielen, mangels Champions-League-Einsätzen doch so ein wenig an internationaler Erfarhung auf allerhöchstem Niveau fehlt. Dass die Herren Milner und Heskey mit Aston Villa gegen einen internationalen No-Name wie Rapid Wien schon vor der EuroLeague-Gruppenphase gescheitert waren, mag dafür als Anzeichen herhalten.

Genau deshalb ist auch das große Fragezeichen hinter dem Sechser Gareth Barry so schmerzlich. Der Mittelfeldspieler von Manchester City wäre im fitten Zustand ohne Zweifel die Wunschbesetzung, aber eine Knöchelverletzung setzte ihn zuletzt außer Gefecht. Sein Back-up Michael Carrick wurde von nicht wenigen für die letztlich nicht den hohen Erwartungen entsprechende Saison und den verpassten Titel von Manchester United verantwortlich gemacht und konnte auch im Testspiel gegen Mexiko, in welchem er statt Barry zum Einsatz kam, nicht überzeugen. Und selbst wenn Barry rechtzeitig fit werden sollte, wonach es zur Erleichterung der Beteiligten aussieht, fehlt es ihm an der Spielpraxis und weiter Teile der WM-Vorbereitung.

Weswegen es in erster Linie an Frank Lampard sein wird, das Spiel der Engländer im defensiven Mittelfeld zu ordnen und zu lenken, egal ob nun an der Seite des indisponierten Carrick oder den rekonvaleszenten Barry. So oder so, die zentrale Position neben dem Star von Chelsea ist die erste große Bauchweh-Entscheidung von Capello. Der das Problem „Lampard und/oder Gerrard“ gelöst hat, indem er Gerrard im 4-4-2 auf die linke Mittelfeldseite stellt. Der Liverpool-Regisseur hat mit Weltmeisterschaften noch eine dicke Rechnung offen: Die Endrunde in Asien 2002 verpasste er verletzt, beim Viertelfinal-Aus vor vier Jahren verschoss der mittlerweile 30-Jährige im Viertelfinal-Shoot-Out gegen Portugal einen Elfmeter. Dass er nach einer Saison voller Enttäuschungen mit Liverpool zur WM fährt, muss nichts schlechtes sein – ein neues Umfeld könnte ihn zu „Jetzt-erst-recht“-Leistungen treiben.

Auf der rechten Seite hat Capello einige Möglichkeiten. Da wäre etwa Joe Cole, der aber in der letzten Zeit mehr gegen Verletzungen kämpfte als gegen Konkurrenten auf dem Feld. Oder Theo Walcott von Arsenal, der vor vier Jahren noch die große Überraschung im WM-Aufgebot war. Walcott hätte gegenüber Cole den Vorteil, dass er größeren Zug zum Tor besitzt. Zudem bekam er von Arsène Wenger vor allem im Frühjahr viele Einsätze und entwickelte sich zum Stammspieler. Ganz im Gegensatz zum dritten Kandidaten, Aaron Lennon. Der rechte Flügelmann war über weite Strecken des Frühjahrs mit einer Leistenverletzung außer Gefecht. Eine weitere Option von Capello wäre, Gerrard wie bei Liverpool ins Zentrum hinter eine Solospitze zu stellen, das wird vermutlich vor allem von Gerrards Form in der Vorbereitung abhängen, und davon, wie das funktioniert. Capello wird das ohne Zweifel noch testen.

Das zweite, wenn auch nicht ganz so große Fragezeichen steht hinter Wayne Rooney. Zwar sollte seine Verletzung, die er im Champions-League-Spiel gegen die Bayern erlitten hat, weit genug ausgeheilt sein, dass einem Einsatz von Beginn an nichts im Wege steht. Doch brachte die Zwangspause kurz vor Saisonschluss den bulligen Stürmer sicherlich so ein wenig aus dem Tritt. Und er ist für sein Team zweifellos noch wichtiger als es etwa Gareth Berry im defensiven Mittelfeld ist. Denn alleine mit seiner Präsenz, seinem Einsatz und seiner Laufbereitschaft ist Rooney unmöglich gleichwertig zu ersetzen. Ja, Tore können auch Crouch oder Heskey erzielen. Aber ihnen fehlt es eklatant an der Klasse eines Wayne Rooney. Und Zweifel, ob der 24-Jährige von Manchester United tatsächlich schon wieder bei 100% seiner Leistungskraft ist, wenn das erste Spiel gegen die Amerikaner angepfiffen wird, sind legitim.

Wer der Sturmpartner von Rooney wird, ist hingegen eher noch offen. Zwei-Meter-Hüne Peter Crouch wäre die logische Variante, weil er das genaue Gegenteil von Dauerläufer und Viel-Arbeiter Rooney ist: Der ungelekt wirkende Tottenham-Angreifer ist ein klassischer Strafraumstürmer. Emile Heskey wäre andererseits eher ein bulliger Stürmer, der Räume freiblocken kann. Es kann aber eben auch sein, dass Capello ganz auf den zweiten Stürmer verzichtet und Rooney alleine vor Gerrard stürmen lässt. Wird sich zeigen.

Gesetzt scheint dafür die Abwehrkette hinten. Mit Rio Ferdinand und John Terry in der Zentrale verfügen die Engländer zweifellos über eines der besten Innenverteidiger-Paare der Welt. Wenn sie fit sind, und da hatte vor allem Ferdinand in der letzten Zeit so seine Probleme. Mit Ledley King – der Tottenham-Verteidiger erlebt seinen zweiten Frühling – stünde zur Not ein patenter Ersatzmann bereit. Außerdem zeigt die Nominierung von Jamie Carragher, dass Capello sowohl für innen als auch für außen für Notfälle gerüstet sein möchte. Rechts hinten hat sich Glen Johnson von Liverpool etabliert, links ist das Terrain von Ashley Cole.

Das dritte große Fragezeichen betrifft bei den Engländern dafür die Position des Torhüters. Traditionell – Robinson wird das EM-Quali-Aus angekreidet und wurde nicht einmal nominiert, der alte David James hat eine Geschichte von peinlichen Fehlgriffen. Deswegen fährt James auch nur als Ersatzmann mit. Die meisten Spiele in der souveränen Qualifikation absolvierte Rob Green. Der Keeper von West Ham ist mit seinen 30 Jahren aber auch nicht mehr direkt ein Nachwuchstalent, zudem fehlt es ihm an internationaler Erfahrung.

Ein großes Turnier bereits absolviert hätte dafür Joe Hart. Der von Manchester City zuletzt an Birmingham verliehene Torhüter wurde letztes Jahr Vize-Europameister mit dem englischen U21-Team, spielte in der Premier League eine starke Saison und wird weithin als der Keeper der Zukunft gesehen. Aber ob er in Südafrika schon die Nummer eins ist, ist noch eher zweifelhaft. Da dürfte Green die Nase leicht vorne haben.

Natürlich, die Baustellen bei den Engländern bedeuten sicher so ein wenig Jammern auf hohem Niveau. Aber nach 44 Jahren ohne großen Titel steht außer Frage, dass im „Mutterland des Fußball“ mit der trotz allem immer noch besten Liga der Welt die Zeit reif wäre. Aber ist das die Mannschaft auch? Einerseits hätte die Mannschaft alles, was es zu einem guten Turnier braucht. Doch mit „langsam ins Turnier reinkommen“, wie es vor allem die Italiener vor vier Jahren meisterhaft vorgemacht haben, wird es trotz der auf dem Papier recht simplen Gruppe erst einmal nichts. Denn wird der Gruppensieg verpasst, droht mit einiger Wahrscheinlichkeit der große Gegner Deutschland schon im Achtelfinale. Ein Horrorszenario! Denn ein Aus noch vor dem Viertelfinale würde die ganze starke Qualifikation entwerten und die ganze behutsame Arbeit von Capello wäre umsonst gewesen.

Denn bei allen Fragezeichen in der Mannschaft: Das größte betrifft eigentlich nur die Frage, wann die Engländer endlich wieder ein richtig großes Turnier spielen. Und wenn es unter Trainerfuchs Capello nichts wird – wann dann?

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ENGLAND
weißes Trikot, blaue Hose, Umbro – Platzierung im ELO-Ranking: 4.

Spiele in Südafrika:
USA (Abendspiel Sa 12/06 in Rustenburg)
Algerien (Abendspiel Fr 18/06 in Kapstadt)
Slowenien (Nachmittagsspiel Mi 23/06 in Port Elizabeth)

TEAM: Tor: Joe Hart (23, Birmingham), David James (39, Portsmouth), Rob Green (30, West Ham). Abwehr: Jamie Carragher (32, Liverpool), Ashley Cole (29, Chelsea), Michael Dawson (26, Tottenham), Rio Ferdinand (31, Manchester Utd), Glen Johnson (25, Liverpool), Ledley King (29, Tottenham), John Terry (29, Chelsea). Mittelfeld: Gareth Barry (29, Manchester City), Michael Carrick (29, Manchester Utd), Joe Cole (27, Chelsea), Steven Gerrard (30, Liverpool), Tom Huddlestone (23, Tottenham), Frank Lampard (32, Chelsea), Aaron Lennon (23, Tottenham), James Milner (24, Aston Villa), Shaun Wright-Phillips (28, Manchester City). Angriff: Darren Bent (26, Sunderland), Peter Crouch (29, Tottenham), Jermaine Defoe (27, Tottenham), Emile Heskey (32, Aston Villa), Wayne Rooney (24, Manchester Utd), Theo Walcott (21, Arsenal).

Teamchef: Fabio Capello (63, Italiener, seit Dezember 2007)

Qualifikation: 2:0 in Andorra, 4:1 in Kroatien, 5:1 gegen Kasachstan, 3:1 in Weißrussland, 2:1 gegen die Ukraine, 4:0 in Kasachstan, 6:0 gegen Andorra, 5:1 gegen Kroatien, 0:1 in der Ukraine, 3:0 gegen Weißrussland.

Endrundenteilnahmen: 12 (1950 Vorrunde, 54 Viertelfinale, 58 Vorrunde, 62 Viertelfinale, 66 Weltmeister, 70 Viertelfinale, 82 Zwischenrunde, 86 Viertelfinale, 90 Vierter, 98 Achtelfinale, 2002 und 06 Viertelfinale)

>> Ballverliebt-WM-Serie
Gruppe A: Südafrika, Mexiko, Uruguay, Frankreich
Gruppe B: Argentinien, Nigeria, Südkorea, Griechenland
Gruppe C: England, USA, Algerien, Slowenien
Gruppe D: Deutschland, Australien, Serbien, Ghana
Gruppe E: Holland, Dänemark, Japan, Kamerun
Gruppe F: Italien, Paraguay, Neuseeland, Slowakei
Gruppe G: Brasilien, Nordkorea, Côte d’Ivoire, Portugal
Gruppe H: Spanien, Schweiz, Honduras, Chile

* Die Platzierung im ELO-Ranking bezieht sich auf den Zeitpunkt der Auslos

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