PSG – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Sun, 02 Feb 2014 22:22:19 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Warum sich Fußballstatistiken zwischen Opta und UEFA unterscheiden https://ballverliebt.eu/2013/04/12/warum-sich-fusballstatistiken-zwischen-opta-und-uefa-unterscheiden/ https://ballverliebt.eu/2013/04/12/warum-sich-fusballstatistiken-zwischen-opta-und-uefa-unterscheiden/#comments Fri, 12 Apr 2013 11:35:16 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=8691 Warum sich Fußballstatistiken zwischen Opta und UEFA unterscheiden weiterlesen ]]> Nach unserem gestigen Artikel zur perfekten Passquote von Xavi gegen Paris St. Germain kamen einige Fragen von Usern auf. Die UEFA hatte auf ihrer Seite andere Werte für den spanischen Mittelfeldspieler (und alle anderen Spieler) ausgeworfen, als wir in unserer App von Opta bekommen haben. Bei der UEFA hatte Xavi nur eine Passgenauigkeit von 81% bei 93 versuchten Pässen. Wie kann das sein?

Wir haben bei OPTA nachgefragt. Das Unternehmen schwört, dass die eigenen Daten absolut akurat sind. „Wir arbeiten für Wettanbieter, im besonderen im Bereich Spread Betting“, antwortete uns Rob Bateman. Bei dieser Art der Wette zähle jeder einzelne Pass. „Unsere Zahlen müssen akribisch genau sein“, sagt er. Man registriere jeden Pass. Was in der Pass-Statistik allerdings nicht beinhaltet ist, sind die Standardsituationen bzw. insbesondere Eckbälle, die Xavi getreten hat. 4 seiner 7 Corner sind zum Gegner gegangen.

Das weitere Statement beschreibt den Unterschied zwischen den manuellen Statistiken vom Opta und automatisierten wie etwa mittels Trackingkameras:

The people doing UEFA stats use a different system. If it is one based on cameras (that they use for speed and distance data) the cameras can sometimes get confused when players cross or enter a group melee. The players then have to be reassigned on the automated system. Also, a lot of the time they count different things like miscontrols, clearances or lost dribbles as unsuccessful passes as an automated system does not differentiate between different types of use of the ball. That said, it’s unclear why their total figure would be lower than ours.

Wir haben auch bei der UEFA um ihre Sicht der Dinge angefragt und aktualisieren diesen Artikel ggf. nach Erhalt einer Antwort. (tsc)

]]>
https://ballverliebt.eu/2013/04/12/warum-sich-fusballstatistiken-zwischen-opta-und-uefa-unterscheiden/feed/ 7
Die ’12-Besten https://ballverliebt.eu/2012/12/27/die-12-besten/ https://ballverliebt.eu/2012/12/27/die-12-besten/#respond Wed, 26 Dec 2012 23:01:45 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=8142 Die ’12-Besten weiterlesen ]]> Das Jahr 2012 verlässt uns, aber die Erinnerungen an viele tolle Spiele aus den vergangenen zwölf Monaten wird uns natürlich bleiben. Darum gibt’s wie schon 2010 und 2011 noch mal die besten, interessantesten, richtungsweisendsten Spiele. Die Reihenfolge dieser zwölf Spiele aus 2012 ist natürlich willkürlich und nicht allzu eng zu sehen!

Platz 12 | Europa League | Rapid Wien – PAOK Thessaloniki 3:0

Rapid Wien – PAOK Thessaloniki 3:0 (1:0)

„So sehr man nach dem Hinspiel verleitet war, Schöttel ob seines allzu vorsichtigen Wechsels in Überzahl zu kritisieren, so sehr darf man ihm nun gratulieren. Mit seiner Maßnahme, die rechte Seite so offensiv zu gestalten und dennoch nicht auf die nötige Absicherung zu vergessen, hebelte er die vorsichtige und passive Spielanlage von PAOK aus.“ Im Rückblick betrachtet war es wohl das einzige Europacup-Spiel einer österreichischen Mannschaft im ganzen Jahr, dass auf europäischem Niveau absolviert wurde. Der Lohn für Rapid: Als einziges rot-weiß-rotes Team ging’s in eine Gruppenphase – wiewohl es in dieser nicht mehr viel zu Lachen gab. Gegen PAOK aber nützte man den Vorteil durch die aktive Spielanlage.

———————————

Platz 11 | Ligue 1 | Paris St. Germain – HSC Montpellier 2:2

Paris St. Germain – Montpellier HSC 2:2 (1:1)

„Der letzte verbliebene Titel-Konkurrenz von PSG übernahm von Beginn an die Kontrolle. Was angesichts der Formation und der sich daraus ergebenden Probleme in punkto Raumaufteilung beim Team von Carlo Ancelotti aber auch nicht ganz unlogisch war.“ Es war eine der größten Sensationen in der Geschichte des französischen Fußballs: Montpellier, sogar eher Fahrstuhlklub denn Mittelständler, düpierte das von Scheichs gepimpte Team von Paris St. Germain und wurde vollkommen verdient Meister. Auch, wenn man in der neuen Saison wieder in die untere Tabellenhäfte abstürzte und international chancenlos war – der Titel wird bleiben. Weil man es genützt hat, dass Ancelotti PSG mit dem Italien-Virus infiziert hat.

———————————

Platz 10 | Champions League | RB Salzburg – F91 Dudelange 4:3

Red Bull Salzburg – F91 Dudelange 4:3 (2:1)

„Die Salzburger schoben sich nur bedächtig den Ball hin und her. Wer nicht gerade am Ball war, bewegte sich auch nicht – oft lief der Pass-Empfänger erst los, wenn der Pass schon geschlagen war und er merkte, dass er wohl als Ziel des Passes gedacht war. Was es den Luxemburgern nicht gerade schwer machte.“ Nichts symbolisert die (mit einigen Ausreißern nach oben) bislang eher nicht so erfolgreichen Versuche, europäisch Fuß zu fassen, so sehr wie das Wörtchen „Düdelingen“. Weil sich das Team nicht mal nach der peinlichen Hinspiel-Niederlage genötigt sah, sich in der Retourpartie anzustrengen. Kein Tempo, keine Breite, keine Phantasie, schlechtes Zweikampfverhalten, Schwächen des Gegners nicht ausgenützt. So haben sich die Bullen mit einem lahmen Larifari-Kick ins Aus befördert.

———————————

Platz 9 | EURO 2012 | Spanien – Italien 1:1

Spanien – Italien 1:1 (1:1)

„Weil sich Maggio und Giaccherini gegen den Ball recht weit hinten positionierten, mussten die spanischen Außenverteidiger weit nach vorne kommen – schließlich waren sonst die italienischen Außenspieler immer frei und das spanische Pressing im Zentrum wäre sinnlos. Wenn sie allerdings aufrückten, ließen sie hinter sich viel Raum für Balotelli und Cassano, den die beiden ungemein schnellen und trickreichen Stürmer gut ausnützen konnten.“ Drei Wochen später im Endspiel waren die Italiener körperlich am Ende und nach Mottas Verletztung war die Luft raus. Im Gruppen-Duell der späteren Finalisten aber, wo sich eine Dreierkette einer Falschen Neun entgegen stellte, begegneten sich die Teams auf Augenhöhe. Mehr noch – da war Italien zumindest taktische Punktsieger.

——————————–

Platz 8 | Bundesliga | Sturm Graz – Red Bull Salzburg 0:2

Sturm Graz – Red Bull Salzburg 0:2 (0:2)

„Die Folge des gegenseitigen Drucks war natürlich, dass beide Mannschaften dazu gezwungen waren, den Ball schnell wieder los zu werden. Das ergab eine unglaubliche Beschleunigung, ein für österreichische Verhältnisse irrwitziges Tempo und diverse gute Möglichkeiten. Vor allem für Salzburg, weil die Bullen ihr Pressing konsequenter durchzogen und mehr Zug zum Tor entwickelten.“ Erst zwei deutsche Zweitliga-Trainer brachten echtes Pressing in die Bundesliga – die beiden Spiele zwischen Hyballas Sturm und Schmidts Salzburgern war mit das Beste, was die Liga in den letzten Jahren hergab. Ihr Duell am 1. Spieltag war ein flotter Auftakt, der Lust auf mehr machte.

——————————–

Platz 7 | EURO 2012 | Spanien – Portugal 0:0 n.V., 4:2 i.E.

Spanien – Portugal 0:0 n.V.

„Die drei Mann im portugiesischen Zentrum hatten eine ganz hervorragende Abstimmung beim Pressen auf ihre spanischen Gegenspieler. Die Folge war, dass die Spanier öfter, als ihnen lieb war, auf lange Balle zurückgreifen mussten. Das ist nicht ihr Spiel, und so kamen sie auch nicht dazu, sich dauerhaft in der gegnerischen Hälfte festzusetzen.“ Langweilig, nicht mehr anzusehen, Spannungskiller – was musste sich die spanische Spielanlage bei der EM nicht alles nachsagen lassen. Aber ist es der Fehler der Spanier, dass jeder nur das Kurzpass-Spiel über sich ergehen lässt? Wobei, nicht jeder. Denn auch, wenn es im Elferschießen nichts wurde: Im Semifinale haben die Portugiesen im besten Spiel der EM gezeigt, wie man Spanien richtig nerven kann.

———————————

Platz 6 | Frauen-EM-Qualifikation | Österreich – Dänemark 3:1

Österreich – Dänemark 3:1 (1:0)

„War die dänische Spielgestaltung in der ersten Hälfte eher lauwarm, war auch die Reaktion auf das von niemandem erwartete 0:2 halbgar und nicht wirkte nicht fertig durchdacht. Einen Rückstand – noch dazu einen von zwei Toren – konnte Dänemark eben schon lange nicht mehr üben.“ In einem Zeitraum von anderthalb Jahren vollzogen die ÖFB-Frauen einen Quantensprung. Nie war man auch nur in der Nähe eines großen Turniers, diesmal scheiterte man erst im Play-off an Russland – und das auch noch knapp. Und die endgültige Initialzündung war der Sieg gegen das Top-Team aus Dänemark. Das erste Heimspiel überhaupt, dass live im TV übertragen wurde, geriet zur Sternstunde, die auch noch verdient war.

———————————

Platz 5 | Copa Libertadores | Universidad de Chile – SD Quito 6:0

Universidad de Chile – SD Quito 6:0 (3:0)

„Eine pervers hohe Abwehrlinie mit zuweilen nur einem einzigen Verteidiger, brutale Dominanz im Zentrum, irrsinnig bewegliche und sich zurückfallen lassende Stürmer, die dann selbst aus der Tiefe kommen oder selbst für steil gehende Kollegen die Vorlagen geben – klingt so gut wie unmöglich zu verteidigen. Und es klingt unmöglich, so selbst zu verteidigen. Ist es auch.“ Der mittlerweile zum chilenischen Teamchef bestellte Jorge Sampaoli installierte beim besten Klub-Team des Landes eine Spielanlage, die so ziemlich das attraktivste ist, was der moderne Fußball zu bieten hat. Ein Jahr nach dem Titelgewinn in der Copa Sudamericana ging’s in der Copa Libertadores bis ins Halbfinale. Mit nichts anderem als hochriskantem Harakiri-Fußball reinster Prägung.

———————————

Platz 4 | DFB-Pokal | Borussia Dortmund – Bayern München 5:2

Borussia Dortmund – Bayern München 5:2 (3:1)

„So ging über rechts nicht viel nach vorne, über links auch nicht, und im Zentrum ging auch nichts weiter. Weil Luiz Gustavo erstens verunsichert war und zweitens ohnehin kein Künstler am Ball ist, blieb die Verantwortung an Schweinsteiger und Kroos hängen. Doch Ersterem fehlt nach seiner Verletzungspause noch die Spielpraxis, und Letzerer war von den herausragend spielenden Kehl und Gündogan aus dem Spiel genommen.“ Im Grunde machte der BVB, was er immer macht. Im Pokalfinale geschah das allerdings in einer Klasse, mit der die Bayern überhaupt nicht mitkamen. Die Borussia zerlegte die Münchener und so holte Dortmund hochverdient auch den Pokal.

———————————

Platz 3 | Afrika-Cup | Gabun – Marokko 3:2

Gabun – Marokko 3:2 (0:1)

„Vor allem Moussono auf der linken Seite konnte mit Mouloungui für solchen Wirbel sorgen, dass sich Eric Gerets schnell gezwungen sah, den damit überforderten Mickaël Basser rauszunehmen und mit Jamal Alioui einen frischen Mann für rechts hinten zu bringen. Aber der Schaden war bereits angerichtet, die Hausherren warfen alles nach vorne.“ Taktisch war das kein allzu kompliziertes Spiel – dafür zum Zusehen umso aufregender. Die Wucht, mit der sich der Co-Gastgeber des Afrikacups gegen die Niederlage gegen Marokko gestemmt hat, war herzerfrischend und das Spiel dramatisch. Und letztlich hat Gabun mit dieser unfassbaren Partie das Viertelfinale erreicht.

———————————

Platz 2 | WM-Qualifikation | Österreich – Deutschland 1:2

Österreich – Deutschland 1:2 (0:1)

„Endlich traut sich auch ein rot-weiß-rotes Team gegen einen übermächtig scheinenden Gegner zu, selbst die Initiative zu ergreifen. Und stellt sich, überspitzt formuliert, nicht mehr nur auf das Feld und hofft, dass sich die sportliche Katastrophe in Grenzen halten möge.“ Obwohl es am Ende eine 1:2-Niederlage war: In diesem Spiel war die beste Leistung einer österreichischen Mannschaft seit, naja, zumindest sehr langer Zeit zu bewundern. Deutschland zeigte sich vor der Pause zuweilen ratlos und danach in Zweikämpfen etwas überfordert. Sodass bei Österreich trotz des bitteren 1:2 die tolle Leistung im Vordergrund steht.

———————————

Platz 1 | Europa League | Manchester Utd – Athletic Bilbao 2:3

Manchester United – Athletic Bilbao 2:3 (1:1)

„Das Team von Marcelo Bielsa zeigte sich flinker, wacher, schneller, übte mehr Druck aus, erzeugte mehr Torgefahr, war in der Zentrale dominant und dominierte die Flügel. Rooney war, trotz seiner zwei Tore, kaum ein Faktor, Hernández fand überhaupt nicht statt. Giggs sah gegen das heftige Pressing noch älter aus, als er ist.“ Athletic war Europas aufregendste Mannschaft, zumindest in der ersten Jahreshälfte. Unter der Leitung des genialen, aber schwierigen Marcelo Bielsa verzückten die Basken die Fachwelt und verprügelten auf dem Weg ins Europa-League-Finale Manchester United zweimal nach allen Regeln der Kunst. So gab’s für die Red Devils im Hinspiel ein 2:3 mit Option auf Debakel. Und weil es auch im Rückspiel nicht besser wurde und United (viel zu niedrig) mit 1:2 verlor, titelte die Sun gewohnt phantasievoll:

athletic 2 pathetic 1
———————————

Das Team von Ballverliebt bedankt sich für das Interesse im Jahr 2012 und wir würden uns freuen, wenn ihr unsere Analysen auch im Jahr 2013 fleißig lest. Ein gutes neues Jahr euch allen!

]]>
https://ballverliebt.eu/2012/12/27/die-12-besten/feed/ 0
Bullen erst engagiert, dann zu passiv und am Ende glücklich – 2:0 über PSG! https://ballverliebt.eu/2011/12/02/bullen-erst-engagiert-dann-zu-passiv-und-am-ende-glucklich-20-uber-psg/ https://ballverliebt.eu/2011/12/02/bullen-erst-engagiert-dann-zu-passiv-und-am-ende-glucklich-20-uber-psg/#comments Fri, 02 Dec 2011 00:21:24 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6156 Bullen erst engagiert, dann zu passiv und am Ende glücklich – 2:0 über PSG! weiterlesen ]]> Lustig waren die letzten Wochen aus Salzburger Sicht ganz und gar nicht. Umso erstaunlicher war die vor allem in der ersten Hälfte wirklich sehenswerte Vorstellung gegen Paris St. Germain – und Sventos Hammer in der Nachspielzeit könnte sich noch als sehr wichtig erweisen.

Red Bull Salzburg - Paris St. Germain 2:0

Ein Linksverteidiger in der Abwehrzentrale, ein Flügelstürmer im defensiven Mittelfeld, ein anderen als Zehner, ein Offensiv-Allrounder rechts hinten – nüchtern betrachtet, müsste es eigentlich in einem Desaster enden, so viele Spieler so weit weg von ihrer nominell stärksten Position spielen zu lassen. Und Salzburg hatte auch große Probleme in den letzten Wochen. Aber bei diesem Spiel gegen Paris St. Germain hat das über weite Strecken gut funktioniert und es resultierte in einem schönen 2:0-Erfolg.

Die Flügel

Hinteregger rückte bereits vor einigen Wochen statt des verletzten Sekagya in die Innenverteidigung (und machte dort sowohl defensiv als auch in der Eröffnung eine bessere Figur als Nebenmann Pasanen), dafür beackerte Jefferson die linke Seite, während mit Stefan Hierländer ein gelernte Offensiv-Spieler wiederum den Rechtsverteidiger gab. Die beiden taten das durchaus offensiv: Sie bemühten sich, wann immer es ging, nach vorne zu preschen und nahmen somit die PSG-Flügel Jallet (komplett) und Nene (weitgehend) aus dem Spiel. Außerdem hinterliefen sie gut ihre Vordermänner.

Diese hatte Ricardo Moniz entgegen ihren üblichen Gewohnheiten aufgestellt – also Jakob Jantscher rechts und Gonzalo Zárate links. Die beiden rückten ein und machten so dem defensiven Mittelfeld der Franzosen zusätzliche Arbeit, während auf den Flanken die Außenverteidiger für Breite sorgten. In der Mitte war Leonardo ein gern gesehener Anspielpartner.

Defensiv am ehesten ein Schwachpunkt war Jefferson. Der Brasilianer agierte forsch nach vorne, aber wenn er in der Rückwärtsbewegung unter Druck gesetzt wurde, fand er oft keinen Mitspieler und er spielte auch nicht die Sicherheitsvariante ins Seitenaus, sondern drosch den Ball aus der Drehung blind nach vorne. Nicht selten zu einem Gegenspieler, was wiederum zusätzliche Arbeit für Leitgeb und Svento bedeutete.

Das defensive Mittelfeld

Dennoch hatten die Bullen die Flanken gut im Griff – und weil mit Svento und Leitgeb zwei grundsätzlich eher kreative Spieler das defensive Mittelfeld besetzten, die gut aufgelegt waren, ging auch aus der Zentrale einiges an Initiative hervor. Die beiden versuchten, schnell nach vorne zu kommen und wechselten sich darin ab, wer aufrückte und wer absicherte. Außerdem schafften es die beiden, wie auch die anderen Spieler aus der Offensiv-Abteilung, den Franzosen die Zeit am Ball durch ansehnliches Pressing zu nehmen.

Das klappte auch deshalb, weil die beiden – keiner von ihnen ist ein klassischer Ballgewinner – defensiv wenig zu tun bekamen. Bodmer, der Pastore auf der Zehn ersetzte, stand oftmals zu hoch und er bekam kaum Bälle, die er wirklich verarbeiten konnte. So hatte Salzburg das Spiel im Griff und ging nach 20 Minuten auch durchaus nicht unverdient mit 1:0 in Führung: Jantscher bediente den aufrückenden Leitgeb und stahl sich selbst in den Rücken der Abwehr und verwertete Leitgebs Flanke dann am langen Pfosten.

PSG keine Einheit

Maierhofer hatte, wie auch in anderen Situationen, Gegenspieler gebunden und machte so durch seine schiere Präsenz Räume frei. Kam der Lange aber selbst an den Ball, war die Gefahr überschaubar. Salzburg machte es aber immer wieder gut, das auszunützen und präsentierte sich tatsächlich als halbwegs funktionierende Mannschaft. Ganz anders als die Gäste aus Paris: Ohne die individuelle Klasse von Pastore auf der Zehn, ohne die Spieleröffnung von Matuidi auf der Sechs, ohne die Power von Ménez auf dem rechten Flügel und ohne die Sicherheit von Sakho in der Innenverteidigung fehlte der etwas zusammengewürfelten Truppe die Einheit.

So gab es viele Fehlpässe, weil die Laufwege nicht stimmten. So klappte das Übergeben von Maierhofer nicht, weil zwischen Camara und Bisevac die Abstimmung nicht gegeben war. So entstand kaum ein geregeltes Spiel nach vorne, weil PSG mit dem Pressing der Salzburger kaum zurecht kam. Ja, es gab schon die eine oder andere Torchance, aber generell zeigten die Franzosen nicht annähernd, was sie eigentlich zeigen können müssten.

Kein Herausrücken mehr

Das alles wurde nach der Pause deutlich besser, aber vor allem deshalb, weil die Bullen den Gegner nun viel mehr gewähren ließen. Es gab kaum mehr ein Flügelspiel – Hierländer und Jefferson schlugen schon aus relativ tiefen Positionen die langen Bälle nach vorne, und konnte dort doch einmal ein Ball behauptet werden – was nicht mehr allzu oft vorkam – gab es kein nennenswertes Aufrücken. Vorne waren die Offensivkräfte auf sich alleine gestellt, Torchancen konnten keine mehr kreiert werden.

Anders bei PSG: Chantôme und Sissoko rückten mehr auf, sodass Leitgeb und Svento beschäftigt waren, und die Zurückhaltung seitens der Bullen spielte dem deutlich aktiveren Zugang der Pariser in die Hände. Das verstärkte sich noch, als mit Gameiro eine neue hängende Spitze kam (statt Chantôme) und Bodmer in seine angestammte Position auf der Acht zurück gehen konnte.

Kein Kapital aus Übergewicht

Moniz hatte bereits reagiert, indem er mit Cziommer einen gelernten zentralen Mittelfeldspieler brachte (für Jantscher), dafür Svento auf seine linke Seite gehen konnte, Leonardo auf die rechte auswich und Zárate vermehrtdie Mitte besetzte. So konnten die Bullen das Zentrum einigermaßen beruhigen und Gameiro isolieren, nach vorne ging aber weiterhin nichts.

Genauso wie PSG aus dem deutlichen Übergewicht, das sich die Mannschaft erarbeiten konnte, kein Kapital zu schlagen verstand. Je näher es dem Ende entgegen ging, desto mehr hatte man aber seltsamerweise den Eindruck, dass die Salzburger mit dem 1:0 zufrieden waren, obwohl ihnen ein so knapper Sieg eigentlich nur begrenzt weiterhalf, ein 2:0 dafür alles in ihre Hände spielen würde.

So war es am Ende ein Gewaltakt, mehr Zufall als geplante Aktion, die in der 94. Minute doch noch zum 2:0 durch Dusan Svento führte. Teigl (der in den Schlussminuten die rechte Seite übernahm) hatte eine Ecke herausgeholt, danach aber Zeit geschunden und die Ausführung verzögert. Wirklich mit aller Macht auf das zweite Tor hatten es die Bullen also wohl nicht angelegt…

Fazit: Geschwächtes PSG bestraft

…und dennoch ist der Sieg nicht ganz unverdient. Weil man bei den Bullen, ganz anders als in den letzten Wochen, das Gefühl hatte, dass eine Mannschaft auf dem Platz stand, in der einer für den anderen rennt. Zumindest eine Halbzeit lang: Denn nach dem Seitenwechsel kehrte wieder jene Passivität zurück, die (über einen kürzeren Zeitraum) zur jüngsten sportlichen Krise und (über einen längeren Zeitraum) die Zuschauer in Salzburg so verscheucht hatten, dass zu diesem entscheidenden Europacup-Spiel gegen einen attraktiven Gegner nur noch magere 8.000 Leute ins Stadion gekommen waren.

Bei PSG nahm man das Spiel offenbar nicht so richtig ernst, es fehlte der Nachdruck und die Kompaktheit vor allem in der ersten Hälfte und an Durchschlagskraft und Flexibilität (das System wurde mehr oder weniger unverändert gelassen) im zweiten Spielabschnitt. Die aufgestellte Mannschaft konnte jene Eigenschaften, welche die fehlenden Akteure sonst einbringen, nicht ersetzen.

Schlecht für die Pariser und deren Trainer Antoine Kombouaré. Gut für die Bullen, die mit einem Sieg in Bratislava am letzten Spieltag alles klar machen können.

(phe)

]]>
https://ballverliebt.eu/2011/12/02/bullen-erst-engagiert-dann-zu-passiv-und-am-ende-glucklich-20-uber-psg/feed/ 5
1:3 bei PSG: Bullen machen lange alles richtig, aber die Franzosen cleverer https://ballverliebt.eu/2011/09/15/13-bei-psg-bullen-machen-lange-alles-richtig-aber-die-franzosen-cleverer/ https://ballverliebt.eu/2011/09/15/13-bei-psg-bullen-machen-lange-alles-richtig-aber-die-franzosen-cleverer/#comments Thu, 15 Sep 2011 18:56:38 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=5755 1:3 bei PSG: Bullen machen lange alles richtig, aber die Franzosen cleverer weiterlesen ]]> Salzburg startet mit einem 1:3 bei Paris St. Germain in die Europa League – ein frustrierendes Spiel für die Bullen, weil in der ersten Halbzeit eigentlich alles richtig gemacht wurde und die Franzosen aus zwei Chancen zwei Tore schossen. Was im Grunde schon die Entscheidung war.

Paris St. Germain - Red Bull Salzburg 3:1

Wenn bei einem Gegner ein Spieler wie Javier Pastore aufläuft, besteht immer die Gefahr, dass man scih allzu sehr auf diesen einen Mann konzentriert und darüber die anderen zehn Spieler zu vernachlässigen – genau das hat Salzburg nicht gemacht. Hier spielte den Bullen natürlich die Tatsache massiv in die Hände, dass die Franzosen sich generell, je weiter es nach vorne ging, umso mehr ins Zentrum zusammen zogen.

Salzburg über die Flügel

Die nominellen PSG-Flügelspieler Nene (links) und Nénez (rechts), die mit Pastore auch permenent rochierten, überließen die Flügel hauptsächlich ihren Außenverteidigern. Das hieß für Salzburg, wie es generell dem Bullen-Spiel unter Ricardo Moniz entspricht: Ab auf die Flanken! So wurde aus der verletzungsbedingten Not eine Tugend gemacht und beide Außenverteidiger-Positionen mit gelernten Offensivpielern besetzt – namentlich Dusan Svento (links) und Stefan Hierländer (rechts).

Dadurch, dass diese beiden durchaus gefährliches Potential nach vorne brachten, gelang es im Verbund mit Jantscher und Leonardo über weite Strecken sehr gut, die Seiten zu kontrollieren und die Außenverteidiger von PSG nicht wirklich zu entfaltung kommen zu lassen. Das hatte wiederum den Effekt, dass sich PSG noch mehr auf die Mitte konzentrierte.

PSG durch die Mitte gezwungen

Salzburg verteidigte das sehr gut, indem schon im Mittelfeld die Räume durch gute Laufarbeit unf auch gute Laufwege die Pass- und Laufwege für die Franzosen sehr eingeschränkt wurden und darüber hinaus Pastore und Co. sehr wenig Zeit am Ball hatten. So liefen sich die Versuche von PSG, sich spielerisch nach vorne zu bewegen, im engmaschigen Netz der Salzburger hängen.

So blieben Matuidi, dem als tief stehender Sechser die Spieleröffung oblag, oft nur lange Bälle in die Spitze – die entweder nicht ankamen oder, wenn doch, es dauerte, ehe die Teamkameraden nachgerückt waren. Über weite Strecken der ersten Hälfte blieb das Team von Trainer Antoine Kombouaré somit harmlos.

Bitterer Rückstand

Die Salzburger verstärkten, wann immer möglich, den Druck über die Flanken und kamen so auch durchaus zu einigen guten Chancen zum Torerfolg, aber der letzte Pass auf Solospitze Maierhofer kam zu oft nicht an, und wenn doch ein Schuss losgelassen wurde, war PSG-Goalie Douchez zur Stelle oder streifte der Ball knapp am Tor vorbei.

Ein Problem ergab sich bei den Bullen aber mit Fortdauer der ersten Spielhälfte: Wenn die Außenverteidiger aufgerückt waren, ergaben sich hie und da Löcher im Mittelfeld, wenn auch einer aus dem Duo Leitgeb/Cziommer zu weit nach vorne kam. So liefen die Bullen nach einer halben Stunde in einen Konter, den Schiemer nur mit einem Foul an Ménez im Strafraum stoppen konnte; Nene verwandelte den fälligen Elfmeter.

Zunächst versuchte Salzburg unbeeindruckt, sich nicht vom eigenen Spiel abbringen zu lassen, was auch grundsätzlich richtig war und bis auf diese eine Szene auch gut funktioniert hatte, ehe kurz vor dem Pausenpfiff Kapitän Bodmer mit einer unhaltbaren Granate von der Strafraumgrenze das 2:0 für die Gastgeber gelang – bitter, denn so richtig viel hatten die Bullen eigentlich bis dahin nicht falsch gemacht.

PSG in komfortabler Position

Doch in der zweiten Halbzeit war das Spiel mit der komfortablen PSG-Führung natürlich ein anderes. Die Franzosen konnten sich nun nicht nur etwas weiter zurückziehen und die Salzburger kommen lassen, sondern sie besetzten die Flügel auch um einiges konsequenter als noch vor der Pause. Somit konnten die Außenverteidiger (Ulmer übernahm die linke Seite, Svento nahm die Position des ausgewechselten Cziommer ein) nicht mehr so viel wie noch vor dem Seitenwechsel nach vorne machen.

Das erlaubte wiederum den PSG-AVs Jallet und ARmand, sich höher zu stellen – kurz, die Salzburger Flügel waren komplett tot. PSG lauerte nun nur noch darauf, die einerseits zum ausmachen und andererseits durch die Mitte gezwungenen Bullen zu locken und auf den Fehlpass im Spielaufbau zu warten, der erschreckend oft auch kam.

Endgültige Entscheidung

So fiel nach einer Stunde auch des 3:0 zur Ménez: Ballverlust von Salzburg in der Vorwärtsbewegung (leichtsinniger Querpass von Jantscher nach einem Anspiel von Schiemer), schneller Gegenstoß, und drin war der Ball. Das war natürlich die endgültige Entscheidung, nach der die Gastgeber das Spiel recht locker nach Hause spielen konnten, auch, weil von den Salzburger keine wirkliche Gegenwehr in Form von eigenen Angriffsversuchen mehr kamen.

Erst, als das Spiel in seine letzten Minuten ging, öffneten sich im ob des sicheren Sieges in einigen Situationen etwas schlampig gewordenen Mittelfeld von PSG einige Löcher, durch die es doch hin und wieder gelang, sich schnell in die Spitze zu bewegen. Aber es brauchte einen Freistoß un einen Kopfball von Sekagya, um kurz vor Schluss noch den Ehrentreffer zu erzielen.

Fazit: PSG erst kaltschnäziger, dann mit mehr Klasse

Ein frustrierendes Spiel für Salzburg. Über praktisch die gesamte erste Spielhälfte machten die Bullen eigentlich alles richtig, kontrollierten die zu eng spielenden Franzosen gut und kamen durch gutes Flügelspiel auch selbst zu einigen guten Torchancen. Aber Ein Konter und ein Sonntagsschuss brachten PSG noch vor dem Seitenwechsel auf die Siegerstraße.

Dana kontrollierte der Gastgeber mit guten Adaptierungen im eigenen System und der Führung im Rücken die Partie ohne wirkliche Probleme und machte mit dem dritten Tor die Entscheidung perfekt. Den Salzburgern fehlten, sobald PSG den Kampf um die Flügel gewonnen hatte, die Mittel, um durch das enge französische Zentrum nach vorne zu kommen.

Letztlich hat PSG gewonnen, weil die Franzosen vor der Pause ihre Chancen besser nützten und nach dem Seitenwechsel ihre überlegene Klasse relativ cool ausspielten.

(phe)

]]>
https://ballverliebt.eu/2011/09/15/13-bei-psg-bullen-machen-lange-alles-richtig-aber-die-franzosen-cleverer/feed/ 3