Nations League – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Wed, 18 Nov 2020 22:11:02 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 1:1 gegen Norwegens Not-Elf: Mit gefühlter Niederlage zum Aufstieg https://ballverliebt.eu/2020/11/18/osterreich-norwegen-nations-league-aufstieg/ https://ballverliebt.eu/2020/11/18/osterreich-norwegen-nations-league-aufstieg/#comments Wed, 18 Nov 2020 22:03:19 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=17255 1:1 gegen Norwegens Not-Elf: Mit gefühlter Niederlage zum Aufstieg weiterlesen ]]> Die gute Nachricht: Österreich ist Gruppensieger und steigt damit in den A-Pool der Nations League auf. Die schlechte: Gegen das hastig und bunt zusammen gewürfelte Team aus Norwegen, das coronabedingt das eigentliche Nationalteam ersetzen musste, hätte es beinahe eine verdiente Niederlage gegeben. Erst der Ausgleich in der 94. Minute verhinderte die Niederlage für ein ideen- und espritloses ÖFB-Team, das schon vor dem Rückstand wenig Plan zeigte und danach jegliche Struktur verlor.

Österreich – Norwegen 1:1 (0:0)

Franco Foda konnte – bis auf den gelbgesperrten Dragovic – sowas wie eine stärkste Mannschaft aufbieten. Bei den Norwegern musste, weil der eigentliche Team-Kader in Quarantäne ist, eine Not-Elf anrücken, die von der Wertigkeit der Spieler etwa damit vergleichbar ist, was der ÖFB im Test gegen Luxemburg aufbot: Natürlich weit weg vom Wunsch-Personal, aber durchaus erweiterer Kreis.

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Norwegen: Simpel, aber effektiv

Eingespielt konnte diese norwegische Truppe, mit U-21-Trainer Leif-Gunnar Smerud, natürlich nicht sein. Und doch war ein simples, aber gut greifendes Konstrukt an Plan zu erkennen. Die norwegische Spielweise haben da eben alle verinnerlicht.

Smeruds im klassischen 4-4-2 formierte Mannschaft verteidigte gegen den Ball sehr tief, wobei stets einer aus dem Block in Richtung Ballführenden herausrückte und den Österreichern damit die Zeit nahm. Sobald das ÖFB-Team von hinten über Ilsanker und Hinteregger aufbauen wollte, pressten der Ex-Rapidler Berisha und das in der Eredivisie spielende Angriffs-Talent Stand-Larsen.

Besonders gut war Norwegen darin, schnell vor das Tor zu kommen, wenn in der österreichischen Hälfte ein Ballgewinn gelang. Hierbei kam den Gästen zugute, dass das defensive Umschalten bei Österreich zu langsam passierte. Es gab eine Phase etwa nach einer halben Stunde, als Norwegen innerhalb weniger Minuten zwei-, dreimal gefährlich vor dem österreichischen Tor auftauchte.

Zwei getrennte Mannschaftsteile

Das ÖFB-Team agierte nominell in einem 4-2-3-1, das in der Praxis aber eher ein 4-2-4 war. Darin agierte das Offensiv-Quartett mit Ranftl, Sabitzer, Arnautovic un Alaba sehr eng.

Im Hinspiel, beim 2:1-Sieg in Oslo, ging Österreich über die Außenbahnen nach vor, um von den Seiten zwischen die beiden norwegischen Viererketten zu kommen. Diesmal wurden die Offensivspieler, die sich zumeist zwischen den beiden Ketten aufhielten, dort eingeklemmt: Ulmer und Lainer gingen zwar viel nach vorne, bekamen aber keine Gelegenheit für die Pässe in den gegnerischen Sechserraum.

So zerfiel die österreichische Mannschaft schon nach zehn, zwanzig Minuten in zwei Teile: Hinten die Abwehrkette und die beiden Sechser und vorne das in der Luft hängende Angriffs-Quartett.

Selbstisolation bleibt bestehen

Dass die Außenverteidiger quasi oder Vorderleute spielen mussten, hatte zur Folge, dass Lainer und Ulmer oft zu bremsenden Querpässen auf Baumgartlinger und Schlager gezwungen waren. Schon recht früh in der ersten Halbzeit wurde eine gewisse Ratlosigkeit sichtbar, aber anstatt die offensichtlich nicht funktionierende Spielweise zu ändern, wurden lange Bälle ins norwegische Getümmel geschlagen – oder auch Seitenwechsel auf den ballfernen Außenspieler, wenn sich der norwegische Block mal etwas zu weit ins Zentrum bewegt hatte.

Vernünftige Abschlüsse waren aber kaum dabei. Franco Fodas schon halb durch die erste Halbzeit mit hörbarer Frustration hinein gerufene „Zweite Bälle!“ vermittelte auch nicht direkt den Eindruck von maßgeblichen inhaltlichem Input, wie man das Spiel etwas stringenter gestalten könnte.

Daran änderte sich auch zu Beginn der zweiten Halbzeit wenig – weiterhin bekam Österreich den Ball kaum gewinnbringend ins Angriffsdrittel, und wenn er mal dort war, regierte die Improvisation. Und dann ging Norwegen auch noch in Führung.

Schlussphase ohne Struktur

Foda reagierte, indem er Grbic für Schlager brachte; Sabitzer rückte dafür nach hinten neben Baumgartlinger. Seine Laufwege von hinten heraus – er spielt in Leipzig ja auch eher im Mittelfeld – waren beim 2:1 gegen Nordirland verpufft und als nomineller Zehner war er zuvor zu hoch dafür positioniert gewesen.

Die Chance, die Alaba per Stanglpass für Grbic in der 70. Minute auflegte, verdeutlichte, was dem österreichischen Spiel so gefehlt hat: Es gelang nicht, es wurde nicht einmal wirklich versucht, mit Tempo hinter die norwegische Abwehr zu gelangen. Weiterhin fehlte es den Außenspielern an Mitspielern, um Norwegen mit schnellen Passfolgen etwas zu tun zu geben.

Anstatt Schwung aufzunehmen, verlor das ÖFB-Team in der Folge auch noch die letzte Stringenz und zerfiel komplett in Einzelinitiativen und und wildem Ausprobieren. Foda brachte in der 80. Minute Trauner für den vor allem vor der Pause zuweilen unsicheren Ilsanker – um das 0:1 zu sichern oder um gegen dieses Not-Team aus Norwegen auf einen Standard zu hoffen? Dass ein Angriff über Alaba und Arnautovic in der 94. Minute von Grbic mit einem trockenen Schuss ins Tor zum Ausgleich führte, kam da schon ziemlich aus dem Nichts.

Fazit: Freudlose Erfolge und die Frage: Was könnten sie erst, wenn sie spielten, wie sie könnten?

Was machen wir jetzt mit diesem Nations-League-Herbst? Österreich ist Gruppensieger und damit in den A-Pool aufgestiegen, und hätte dies beinahe mit einer Niederlage gegen eine norwegische Not-Formation mit exakt einem Spieler über zehn Länderspiel-Einsätzen (Møller-Dæhli) fixiert, die gerade noch knapp genug war, um den Aufstieg nicht noch zu versemmeln.

Hätte irgendwie gepasst, dem Last-Minute-Ausgleich zum Trotz.

Die Resultate sind zu gut für einen Trauergesang, die gezeigten Leistungen zu schwach für einen Triumphmarsch. Am Ende gilt wohl das gleiche, was vor einem Jahr für den in einer historisch schlechten EM-Qualigruppe erreichten zweiten Rang gilt: Eh ein vorzeigbares Resultat. Angesichts der Gegner und vor allem der eigenen individuellen Qualität wäre alles andere aber auch eine mittelschwere Blamage gewesen.

Natürlich: In dieser speziellen Saison mit dem ultra-dicht gedrängten Terminkalender stellt gerade in so einer Länderspiel-Phase mit drei Matches in acht Tagen eher das Ergebnis des Laktat-Tests (und, naja, auch des Corona-Tests, wie in Norwegen) auf. Es gibt noch weniger Zeit für gemeinsame Trainings und dafür, Neues zu üben. Es wird halt durchgepeitscht. Aber man darf sich dennoch etwas mehr erwarten gegen zwei Teams, die – wie Nordirland und dieser norwegischer Kader – zwei Klassen schwächer besetzt sind als man selbst.

Da kann Julian Baumgartlinger noch so viel Pragmatismus einfordern und darauf verweisen, dass die Gegner ja so defensiv sind: Von dieser österreichischen Mannschaft muss man einfach mehr erwarten dürfen. 2018 wurde mit keinem einzigen guten Spiel acht Punkte aus vier Nations-League-Spielen geholt. 2019 trotz einem Selbst-Knieschuss gleichenden 2:4 gegen Israel und einem sagenhaft peinlichen 0:1 in Lettland (wohlgemerkt, die Letten wurden in der Nations League hinter Färöer und Malta nur Gruppendritter) die EM-Quali geschafft. Und jetzt, mit einem ganzen Satz aus freudlosen Siegen bzw. Punktgewinnen der Aufstieg in den A-Pool.

Dass es in dieser Nations-League-Kampagne drei österreichische Auswärtssiege, aber nur einen Erfolg auf heimischem Rasen gab, sagt durchaus etwas über die Herangehensweise aus. Franco Foda, der seit knapp 20 Jahren Fußball-Trainer ist, wird man den vorsichtigen Zugang nicht mehr nehmen können – da kann es noch so viele Beispiele dafür geben, wie viel man in Österreich mit aktivem Spiel der Marke Salzburg oder LASK erreichen kann – oder eben jenem der Koller-Jahre.

Man kann es auch so sehen: Wenn Österreich schon mit einer dem Spielermaterial diametral gegenüber stehenden Spielweise die EM-Quali und die Aufstieg in den A-Pool der Nations League schafft, was wäre dann erst möglich, wenn sie wirklich so agieren dürften, wie sie könnten?

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2:1 – mühsamer Pflichtsieg gegen defensive Nordiren https://ballverliebt.eu/2020/11/15/21-muehsamer-pflichtsieg-gegen-defensive-nordiren/ https://ballverliebt.eu/2020/11/15/21-muehsamer-pflichtsieg-gegen-defensive-nordiren/#comments Sun, 15 Nov 2020 22:58:33 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=17240 2:1 – mühsamer Pflichtsieg gegen defensive Nordiren weiterlesen ]]> Es brauchte die Brechstange nach dem Rückstand in der 74. Minute, aber am Ende gab es einen 2:1-Sieg für Österreich im fünften Spiel dieses Nations-League-Herbstes. Der Gegner aus Nordirland zwang das ÖFB-Team dazu, Ideen und entwickeln und diese auch umzusetzen. Dies funktionierte nicht nach Wunsch – vor allem die tiefen Läufe von Marcel Sabitzer haben Potenzial, brachten aber (noch) keinen nachhaltigen Schwung.

Österreich – Nordirland 2:1 (0:0)

Pervan und Hinteregger: Nur zwei Spieler, die beim 3:0 in Luxemburg in der Startformation standen, taten dies im allerdings nur unwesentlich bedeutenderen Spiel gegen Nordirland auch. Unabhängig vom Resultat dieses Spiels fällt die Entscheidung über den Gruppensieg erst im Heimspiel gegen Norwegen am Mittwoch – so dieses stattfinden kann. (UPDATE: Norwegen wird kommen, allerdings mit einem stark umformierten Kader.)

Ian Baraclough veränderte sein Team gegenüber der bitteren 1:2-Niederlage nach Verlängerung im EM-Playoff gegen die Slowakei an acht Positionen – nur Dallas, McNair und Washington blieben in der Startformation; Alistair McCann durfte debütieren. Es brauchte einen Sieg, um wegen des abgesagten und vermutlich für Rumänien strafbeglaubigten Parallelspiels gegen Norwegen die theoretische Chance auf den Verbleib in der B-Gruppe zu wahren.

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Nordirland vornehmlich defensiv

Die Nordiren erwarteten Österreich tief und lenkten die Gastgeber dorthin, wo sie wenig Schaden anrichten konnten. In dem 5-4-1, das Baraclough seinem Team aufgetragen hatte, wurde vor allem das Zentrum und der Sechserraum personell dominiert. So wurde Österreich noch mehr auf die Außenbahnen gezwungen, als das unter Foda ohnehin oft der Fall ist.

In Strafraumnähe jedoch verdichteten die Nordiren auch Außen gut gegen den Ball und die ÖFB-Spieler rannten sich fest. Im besten Fall kam noch eine Flanke vor das Tor, welche die robusten Nordiren aber problemlos wegräumen konnten. Über weite Strecken hielten die Gäste die österreichische Torgefahr ungefähr dort, wo die Außentemperaturen waren: nahe Null.

Alaba wandert linkswärts

Bei Österreich startete David Alaba auf der linken offensiven Position. Schon nach wenigen Minuten rückte er – wie schon bein Hinspiel in Belfast – ins Zentrum ein. Es entstand jedoch im Zentrum kein sichtbarer Vorteil, weil bei Nordirland schon die beiden Stürmer Boyce und Washington geschickte Deckungsschatten stellten, wobei ihnen das geringe Tempo bei Österreich das Leben auch leicht machte.

So ging Alaba nach etwa 20 Minuten auf die ungewohnte rechte Seite; Schlager rückte dafür auf links. Die Wirkung, die Alaba auf der linke Seite entfachte, war jedoch nicht sehr ausgeprägt. Die Abstimmung und damit die Pässe von bzw. zu Lainer wirkten oft improvisiert, weiterhin konnten keine Löcher im nordirischen Verbund gerissen werden. Wie Schlager – der ja eher im Zentrum daheim ist – gab es auch von Alaba keine Laufwege in den Strafraum. So hatte Österreich zwar viel Ballbesitz, war aber gleichzeitig sehr statisch und es fehlte die Präsenz im Strafraum.

Die Gäste eher gefährlich

Das Match fühlte sich an wie ein mittelmäßig bedeutsames Ligacup-Spiel eines mittelguten Erstligisten gegen eine ambitionierte, aber limitierte Drittliga-Truppe. Nordirland bremste den deutlich besser besetzten Gegner auf das eigene Tempo herunter und baute auf schnelle Konter-Situationen.

Auf diese Weise erzeugten die Gäste mehr Torgefahr als die Hausherren, obwohl diese annähernd 75 Prozent Ballbesitz verbuchen konnten. Das Tempo gegen die hoch aufgerückte österreichische Abwehrlinie verursachte einige Male Herzklopfen.

Sabitzers tiefe Rolle

Marcel Sabitzer ist einer jener Spieler, die sich in den letzten ein, zwei Jahren wohl am meisten verbessert haben und auch vielseitiger wurden. Julian Nagelsmann setzt den 26-Jährigen zuweilen sogar auf der Sechs ein, wie etwa bei Sieg über eine zugegeben nicht in Bestbesetzung angetretene Truppe von Paris St. Germain in der Champions League vor zwei Wochen.

Sabitzer auf der Sechs in Leipzigs CL-Spiel gegen PSG

Gegen Nordirland war Sabitzer auf der Zehn im 4-2-3-1 aufgestellt, er ließ sich aber situativ zurückfallen, um Überzahl herzustellen und Angriffe durch das Zentrum zu initiieren, wobei durch seine tiefe Position Verwirrung bei den Nordiren geschaffen werden kann. Die beste Chance der ersten Hälfte wurde so herausgespielt, recht oft aber machte es nicht den Anschein, als gäbe es einen erarbeiteten Plan dafür, wie Sabitzers Läufe aus der bzw. seine Positionierung in der Tiefe ins Spiel eingebunden werden sollte.

Diese taktische Maßnahme blieb in der „Trial and Error“-Phase stecken, angesichts des gehetzten Kalenders, in das auch noch das völlig sinnbefreite Match in Luxemburg hineingestopft worden ist, blieb natürlich auch kaum Zeit dafür, die dafür erforderlichen Automatismen in gemeinsamen Trainings zu erarbeiten.

Etwas neue Rollen nach der Pause

Für den gelb-rot-gefährdeten Dragovic, der in der Kabine blieb, betrat für die zweite Halbzeit Reinhold Ranftl den Platz. Ilsanker ging dafür in die Innenverteidigung zurück, Schlager ins zentrale Mittelfeld und Alaba wieder nach rechts. Ranftl muss wohl den Auftrag bekommen haben, für den Zug in den Strafraum zu sorgen. Diesen Schluss legt nicht nur Fodas Gestik vor Ranftls Einwechslung nahe, sondern auch seine Laufwege. Innerhalb der ersten paar Minuten tauchte Ranftl gleich zwei-, dreimal im Strafraum auf, um lange Anspiele aufzunehmen.

Sabitzer wurde auch zunehmend zum Box-to-Box-Midfielder, er holte sich einige Male die Bälle sogar schon auf Höhe der Innenverteidiger ab, um mit seinen Läufen aus der Tiefe für Tempo und Schwung zu sorgen. Allzu oft folgte der Aufbau des ÖFB-Teams aber dem schon in der ersten Halbzeit gezeigten Spiel in die Breite und mit langen Bällen, weil man so gar nicht durchkommt.

Und dann nützte Nordirland, dass Ulmer einen Schritt zu spät die Abseitsfalle stellt. Eine Viertelstunde vor Schluss stellte der eingewechselte Magennis auf 1:0 für Nordirland.

Mit der Brechstange (und Glück) zum Erfolg

Foda reagierte umgehend, jetzt musste die Brechstange herhalten. Es wurde auf ein 4-2-4 umgestellt: Aranutovic und Grbic vorne zentral, Schaub links und Sabitzer rechts; dahinter Baumgartlinger und Schlager in der Mitte; Alaba wurde Linksverteidiger. Gleich mit der ersten nennenswerten Angriffsaktion – eine von Lainer geschlagene und von Grbic verlängerte Flanke auf Schaub – glich Österreich aus. Das Glück spielte mit, dann Schaub erzielte das Tor aus einer Abseitsposition heraus.

Wenige Minuten später kam einer der vielen langen Bälle, die praktisch immer leichte Beute der nordirischen Abwehr geworden waren, doch einmal verarbeitbar bei Arnautovic an. Der gerade aus China heimgereiste Arnautovic legte in seinem ersten Länderspiel-Einsatz seit fast auf den Tag genau einem Jahr auf Grbic ab, der zum 2:1-Sieg trag.

Fazit: Anregend war’s nicht, aber es gab den Sieg

Das Spiel lässt sich ähnlich wie jenes in Luxemburg zusammenfassen: Besonders anregend war es nicht, aber immerhin passt das Resultat.

Luxemburg-Österreich 0:3 (0:0)

Spielerisch war der Auftritt ziemlich dünn, es fehlte das Tempo und die Kreativität um die Nordiren auseinander zu reißen, sicher auch die Spitzigkeit und die letzte Ernsthaftigkeit, die zweifellos auch dem Spielplan und der tabellarischen Irrelevanz des Matches geschuldet ist.

In diesem Herbst, der (zu) vollgepackt ist mit Spielen, mit generell deutlich mehr Verletzungen und Blessuren als sonst, mit dem ständigen coronabedingten Umdisponieren und den generell einfach widrigen Bedingungen, geht es in solchen Spielen in erster Linie darum, die Ergebnisse einzufahren. Die Zeit, inhaltliche Dinge zu etablieren, ist schlicht und einfach nicht da.

Bei aller Kritik: Das macht das ÖFB-Team in diesem Herbst. Vom auch unglücklich verlaufenen 2:3 gegen Rumänien abgesehen sind alle Länderspiele seit der Corona-Pause im Frühjahr gewonnen worden.

Wenn das gegen Norwegen am Mittwoch auch noch gelingt – mit welcher Elf auch immer und ob überhaupt die Skandinavier in Wien aufkreuzen – und zumindest ein Remis geholt wird, ist Österreich Gruppensieger. Damit wäre nicht nur der Aufstieg in die A-Gruppe verbunden, sondern auch die Chance auf einen Platz im WM-Playoff für die Endrunde in Katar 2022 sehr groß (die besten zwei NL-Gruppensieger, die nicht über die reguläre WM-Quali das Ticket für die Endrunde oder das Playoff sichern, sind dabei). Vom praktisch sicheren Playoff für die EM 2024 in Deutschland mal ganz abgesehen, sollte der Modus beibehalten werden.

In diesem Herbst, ja, vermutlich in dieser ganzen Saison 2020/21 kann man gerade als Nationalteam nur daran anschließen, was in der Vergangenheit als Basis aufgebaut wurde. Wenn man damit so gut durchkommt, wie Österreich es ja schafft, dann soll es so sein.

Und wenn das Glück mithilft, so wie beim 2:1 gegen Nordirland, braucht man sich auch nicht dagegen zu wehren.

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Diesmal bringt Umstellung Erfolg – 1:0 in Rumänien https://ballverliebt.eu/2020/10/14/rumanien-osterreich-nations-league-foda-umstellung/ https://ballverliebt.eu/2020/10/14/rumanien-osterreich-nations-league-foda-umstellung/#comments Wed, 14 Oct 2020 21:49:02 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=17218 Diesmal bringt Umstellung Erfolg – 1:0 in Rumänien weiterlesen ]]> Kein Arnautovic, kein Sabitzer, kein Laimer – und doch gab es für Österreich den dritten Länderspiel-Sieg innerhalb einer Woche. Das 1:0 in Rumänien basierte auf einer Umstellung zu Beginn der zweiten Halbzeit: Damit löste Teamchef Franco Foda das zerfahrene Spiel etwas auf und sein Team nützte die Schwächen, welche Rumänien schon zuvor in defensiven Umschaltmomenten offenbart hatte.

Rumänien – Österreich 0:1 (0:0)

Im Hinspiel in Klagenfurt überrumpelte Rumänien das ÖFB-Team mit einem aggressiven, hohen Pressing. Darauf war Österreich diesmal besser eingestellt, zumindest reaktiv. Denn da es beide Teams gut verstanden, dem Gegner die Zeit am Ball zu nehmen und damit die Passgenauigkeit nach unten zu drücken, wurde es vom ästhetischen Standpunkt nicht gerade eine Augenweide von einem Fußballspiel.

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Zerfahrene erste Hälfte

Auffällig waren die Mannorientierungen, welcher das österreichische Mittelfeld – vor allem Schlager und Baumgartlinger gegenüber Stanciu und Marin – bediente, wenn Rumänien das Spiel eröffnen wollte. Kam der Pass aus der rumänischen Abwehr ins Mittelfeldzentrum, standen sofort Österreicher parat. Auch auch die Außenverteidiger wurde von den ÖFB-Spielerin schnell isoliert. Generell stellte Österreich rasch und geschickt Überzahl in Ballnähe her.

Spielerisch fiel den Rumänen nicht viel ein. Wenn sie doch in die Nähe des Strafraums gekommen sind, halfen Österreichs Spieler gut zusammen, um den ballführenden Rumänen abzudrängen. Mehr als ein Weitschuss zu Spielbeginn und eine Chance, nachdem Baumgartlinger in der Vorwärtsbewegung sehr robust vom Ball getrennt wurde, schaute vor der Pause für Rumänien nicht heraus. Kurz nach Wiederanpfiff folgte das Tor, welches wegen (vorgeblichem) Abseits nicht zählte.

Österreich hatte etwas mehr Torszenen, allen voran natürlich der Lattenschuss von Gregoritsch nach etwa 20 Minuten. Vor allem, wenn man mit Tempo gegen ein etwas aufgerücktes rumänisches Team kontern konnte, waren die Gastgeber zuweilen unsortiert. Am auffälligsten war dies nach rund zehn Minuten, als Schlager den Konter nicht erfolgreich abschließen konnte.

Fodas Umstellung auf 5-4-1

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff kam Posch für Hinteregger, mutmaßlich, um den früh gelb-belasteten Hinteregger vor einem Ausschluss zu bewahren. Im Zuge dieses Austausches wurde aber auch das System und die generelle Herangehensweise beim ÖFB-Team geändert. Posch nahm Hintereggers Position ein, aber Ilsanker rückte von der Sechs zurück in die Abwehr. Dadurch entstand ein recht klares 5-4-1.

Nach der Umstellung

Die Absicht war offensichtlich: Das offene Spiel um den Ball brachte nichts ein und man rieb sich zunehmen darin auf. Letztlich war dies die Art von Spiel, die Rumänien zu wollen schien. Also schob Österreich nach der Umstellung im Block etwas weiter zurück und man ließ die rumänischen Abwehrspieler den Ball zirkulieren, ohne viel Raumgewinn zu gewähren. Früher oder später kam aber ein Pass nach vorne, hier war Österreich wieder schnell in Überzahl und nach Ballgewinn ging es schnell in Richtung Tătăruşanu.

Man lud dadurch zwar durchaus Druck ein und Rumänien war sehr bemüht, für Gefahr zu sorgen. Aber nur Österreich näherte sich dem Tor an: Einmal, in der 62. Minute, wurde gerade noch vor Schlager geklärt; wenig später näherte sich Schlager noch weiter an, dann rettete der rumänische Keeper bei einem Gewaltschuss von Baumgartner. Alle diese Angriffe wurden über die rechte Seite lanciert, als in der 75. Minute Alaba und Baumgartner von links in den Strafraum kamen und Schöpf freistehend fanden, war das 1:0 für Österreich gefallen.

Kurze Unsicherheit über weitere Marschroute

Das Problem, wenn man sich zurückzieht, um offensiv für sich Räume zu schaffen: Wenn der Plan aufgeht und man in Führung geht, wie geht’s dann weiter? Doch wieder offener, um die Entscheidung herbeizuführen, oder weiterhin auf Konter lauern? In den ersten Minuten nach dem Führungstor schien man auch innerhalb des österreichischen Teams nicht so richtig zu wissen, wie es gehen soll. Schlager beispielsweise drängte vermehrt nach vorne. Letztlich setzte sich das Rückzug-Denken durch.

Die Rumänen warfen alles nach vorne, Mirel Rădoi brachte mit Puşcaş einen zweiten Stürmer und stellte vom variablen Mix aus 4-1-4-1 (gegen den Ball) und 4-2-3-1 (im Ballbesitz) auf ein klares 4-4-2 um. Im Rückstand wurde aber deutlich, dass Rumänien recht patent darin ist, den Gegner zu stören und dessen Fehler zu nützen. Wenn aber eine eigene Idee gefragt ist, ist nicht viel los.

Fazit: Diesmal war defensive Umstellung zielführend

Beim Sieg in Belfast war Österreich klar besser, schaltete nach der Führung zurück und suchte nicht mehr die Entscheidung und machte damit einen unterlegenen Gegner unnötig stark. Auch in Ploieşti erfolgte eine defensive Umstellung, sogar im System, aber der Kontext war ein völlig anderer.

In Rumänien rieb man sich eine Halbzeit lang mühsam gegen einen zumindest gegen den Ball recht geschickt agierenden Kontrahenten auf, konnte sich aber keine zählbaren Vorteile erarbeiten. Die Umstellung vom 4-2-3-1 auf das 5-4-1 nach einer knappen Stunde war ein Versuche, das Gesamtgefüge des Spiels zu verändern und einen Vorteil daraus zu ziehen.

Das hat auch funktioniert.

Die erste Halbzeit in Belfast war erheblich besser als alles, was man in Ploieşti zu sehen bekam. Dennoch hinterlässt der Sieg bei dem zerfahrenen, mühsamen und unansehnlichen Spiel in Rumänien einen wesentlich angenehmeren Nachgeschmack: Diesmal wurde im laufenden Match die Marschroute gewinnbringend geändert.

Damit bleibt Österreich an der Spitze der Gruppe, punktgleich mit Norwegen. Das heißt auch: Wenn am 14. November daheim gegen Norwegen gewonnen wird, ist das ÖFB-Team fix Gruppensieger und auch Aufsteiger in den A-Pool – unabhängig davon, was drei Tage zuvor gegen Nordirland passiert.

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1:0 – aber nur dank Fodas Handbremse noch gezittert https://ballverliebt.eu/2020/10/12/oesterreich-nordirland-foda-nations-league-2020-belfast/ https://ballverliebt.eu/2020/10/12/oesterreich-nordirland-foda-nations-league-2020-belfast/#comments Sun, 11 Oct 2020 22:14:13 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=17212 1:0 – aber nur dank Fodas Handbremse noch gezittert weiterlesen ]]> Österreich übernimmt mit einem 1:0-Sieg in Nordirland zur Halbzeit dieser Nations-League-Ausgabe die Führung in der Gruppe. Einer sehr ordentlichen Auftritt vor dem Seitenwechsel folgte ein sehr zurückhaldender nach der Pause. Diese Handbremse sowie Fodas defensive Wechsel ermöglichten einem um mehrere Klassen schlechteren Gegner völlig ohne Not, zurück ins Spiel zu finden.

Nordirland – Österreich 0:1 (0:1)

An sechs Positionen rotierte Franco Foda im Vergleich zum 2:1-Erfolg im Testspiel gegen Griechenland – nur Dragovic, Hinteregger (in den Innenverteidigung), Ilsanker (der eines nach vorne auf die Sechs rückte) und Julian Baumgartlinger verlieben mit Torhüter Pavao Pervan in der Startformation. Aus dem schrägen 3-5-2 von Klagenfurt wurde in Belfast ein 4-4-1-1; Xaver Schlager spielte hinter Michael Gregoritsch einen Zehner mit großem Aktionsradius.

David Alaba spielte in seinem ersten Länderspiel seit elf Monaten, wie unter Foda üblich, auf der linken Seite – allerdings als Linksverteidiger, weil Andi Ulmer (wie auch Cican Stankovic) wegen der positiven Corona-Fälle bei Salzburg nach dem CL-Qualispiel gegen Maccabi Tel-Aviv passen musste.

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Österreich kontrolliert Nordirland mühelos

Von der giftigen, aggressiven Spielweise Nordirlands unter Michael O’Neill vor zwei Jahren ist unter dessen Nachfolger Ian Baraclough fast gar nichts mehr übrig. Nordirland stellte sich in einem 4-5-1 defensiv auf, überließ Österreich bereitwillig den Ball und verlegte sich darauf, durch die Mitte nichts durch zu lassen und Alaba zu doppeln. Situativ gab es zarte Versuche, die österreichische Spieleröffnung anzulaufen, aber Hinteregger und Dragovic befreiten sich problemlos aus diesen Situationen.

Nach Ballverlusten schaltete der Österreicher, der den Ball verloren hatte, sofort auf Gegenpressing-Modus um. Schlager und Gregoritsch liefen die Nordiren hoch an, sodass hier kein geregelter Aufbau möglich war, und schaffte es der Ball in die nordirischen Sechserraum oder zu den Außenverteidigern, liefen die Österreicher ihre Gegenspieler sofort an, sodass der Rückwärtsgang eingelegt werden musste.

Zahlreiche Seitenverlagerungen

Das ÖFB-Team baute vornehmlich über die Außenbahnen auf. Zum einen, weil Nordirland das Zentrum zu schließen versuchte, und zum anderen, weil Franco Foda das gerne so machen lässt. Die Nordiren schoben in diesem Fall gerne auf den ballführenden Außenverteidiger, vor allem auf David Alaba. Dieser sah sich praktsich immer zwei, oft sogar drei Gegenspielern im Umkreis von zwei Metern gegenüber, was seine Passgenauigkeit und damit auch seinen Beitrag zum Spiel minimierte.

Österreich aber hatte ein Mittel gefunden, diese Strategie der Nordiren für sich zu nützen. Und zwar mit Seitenverlagerungen: Immer und immer wieder wurde der Ball schnell und hoch von einer Außenbahn zur anderen manövriert, gerne schlug auch Julian Baumgartlinger lange Diagonalbälle zur ballfernen Außenbahn. Dort schuf Österreich dann schnell Überzahl und kam in einigen Situationen gut zur Torlinie durch bzw. versuchte, in den Strafraum zu ziehen.

Überlegenheit, aber wenig echte Chancen

Nur die echten, herausgespielten Torchancen fehlten ein wenig. Einmal provozierte Christoph Baumgartner nach einer halben Stunde einen Schnitzer von Craig Cathcart, schlenzte den Ball aber knapp am Tor vorbei. Einmal kam Michael Gregoritsch nach einem Freistoß zum Kopfball, aber McGovern parierte.

Die Nordiren zogen sich so weit zurück, dass Hinteregger und Dragovic regelmäßig bis in die nordirische Hälfte aufrückten, vor allem Hinteregger tauchte immer wieder sogar am Strafraum auf. Kurz vor der Halbzeitpause fand eine seiner Zuspiele vor das Tor Gregoritsch, dieser verwertete zum hochverdienten 1:0.

Österreich lehnt sich zurück

Nach Wiederanpfiff lehnten sich die Österreicher spürbar zurück, man überließ Nordirland vermehrt den Ball, anstatt die offensichtliche Unterlegenheit der Gastgeber zu nützen, weiter Druck zu machen und die Entscheidung zu suchen. Wie unbeholfen Nordirland agierte, wurde in zahlreichen Situationen offensichtlich, wenn man (vor allem im Zentrum) in Zweikämpfe verwickelt wurde und unzählige Fouls beging.

Die zunehmende Passivität Österreich lud die Nordiren ein, den Nachdruck zu verstärken. Sie blieben zwar harmlos, erspielten sich aber immer mehr Sicherheit.

Alabas richtige Reaktion – Fodas destruktiver Wechsel

Nach etwa einer Stunde verließ David Alaba seine Position als Linksverteidiger und verstärkte das Zentrum. In dieser Phase erinnerte die Formation eher wieder an das Griechenland-Spiel: Baumgartner war quasi linker Wing-Back, Ilsanker ließ sich etwas in die Abwehr fallen; dadurch wurde auch Lainer ein wenig von seinen Defensiv-Aufgaben entbunden. Österreich hatte nun eine zusätliche Anspielstation im Zentrum, Alaba entfloh seinen Bewachern, provozierte Freißstöße, beschäftigte die Nordiren.

Das ging etwa zehn Minuten so, in denen das ÖFB-Team die Kontrolle wiedererlangt hatte. Dann ging Alaba wieder nach links hinten, drei Minuten später kam mit Christopher Trimmel ein zweiter Rechtsverteidiger statt Ranftl. Ein klar defensiver, destruktiver Wechsel – und von Foda das unmissverständliche Signal:

Hört bloß auf, das Spiel entscheiden zu wollen! Jetzt wird defensiv gelaufen und der Sieg über die Zeit gezittert.

Gegen einen um zwei Klassen schwächeren Gegner, den man genau durch die eigene Passivität erst auf die Idee gebracht hat, nicht mehr nur auf einen österreichischen Gnaden-Akt zu hofen.

Fazit: Risiko durch Feigheit

Es gelang, der 1:0-Sieg wurde eingefahren. Aber dass Foda sein Team gegen das wirklich schlechte nordirische Team in eine kräftezehrende Abwehrschlacht zwang, er einmal mehr destruktiv den Gegner stark machte anstatt aktiv die Entscheidung zu suchen, ist eines der immer wieder kehrenden, großen Ärgernisse der Arbeit von Franco Foda.

Zum dritten Mal im vierten Spiel seit der Corona-Pause war die Strategie zu Beginn völlig richtig, durchaus aktiv und auf die Stärken des eigenen sowie die Schwächen des Gegners abgestimmt. Das bewusste Überladen des norwegischen Sechserraumes, die asymmetrische Formation mit der etwas schiefen Dreierkette gegen Griechenland, die gezielten Seitenverlagerungen gegen Nordirland: All das hat wunderbar funktionert. Die Arbeit des neues ÖFB-Chefanalysten Stefan Oesen trug Früchte.

Aber selbst, wenn das aktive Spiel funktioniert – was es nur gegen Rumänien nicht so recht tat, und selbst dieses Spiel verlor man eher wegen vermeidbarer Gegentore als wegen der geschickten Taktik des Gegners – raubt die Foda’sche Handbremse gegen Ende des Spiels regelmäßig jeden Esprit und baut den Gegner, selbst wenn er wie in Belfast wirklich nicht gut ist, zu einer potenziellen Gefahr auf.

Völlig ohne Not, völlig sinnlos.

Zumal man – jede Distanzstatistik belegt das – immer mehr läuft, je weniger man den Ball hat. Sprich: Die spielerische Passivität kostet nicht nur Kontrolle und bringt Siege bzw. Punkte in Gefahr, sie kostet auch noch zusätzlich Kraft. Und gerade das ist in Zeiten des durch Corona massiv komprimierten Spielplans völlig unverständlich.

Ja, es hat den Sieg gegeben. Und ja, Österreich ist Nordirland qualitativ meilenweit überlegen. Und doch muss man sich ärgern, dass man so ein Spiel beinahe noch aus der Hand gegeben hätte.

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Österreich verliert 2:3 gegen geschickte Rumänen https://ballverliebt.eu/2020/09/08/osterreich-rumanien-nations-league/ https://ballverliebt.eu/2020/09/08/osterreich-rumanien-nations-league/#comments Tue, 08 Sep 2020 08:06:33 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=17178 Österreich verliert 2:3 gegen geschickte Rumänen weiterlesen ]]> Drei Tage nach dem sehr ordentlichen 2:1-Erfolg in Olso verlor Österreich das zweite Nations-League-Spiel daheim gegen Rumänien mit 2:3. Neben individuellen Schnitzern in der österreichischen Abwehr trug auch ein punktgenau eingestelltes rumänisches Team dazu bei, dass dies auch ein verdientes Resultat darstellt.

Österreich – Rumänien 2:3 (1:1)

Das rumänische Team

Für Mirel Rădoi war dies der erste Doppel-Spieltag als rumänischer Teamchef und es ist bereits eine klare Handschrift zu erkennen. Bei seinem Debüt gegen Nordirland (wo Rumänien als klar besseres Team in Überzahl kurz vor Schluss noch einen sicher scheinenden Sieg verschenkt hat) zeigte Rumänien ein zielgerichtetes Spiel gegen den Ballführenden, nahm dem Gegner dadurch Zeit und vor allem Passoptionen weg und setzte im Ballbesitz auf schnelle, kurze Pässe.

Nun, gegen Österreich, änderte Rădoi sein System (4-1-4-1 statt 4-3-1-2), blieb dem Spielstil vom 1:1 gegen Nordirland jedoch im Wesentlichen treu und adaptierte auf jede Stärken, die Österreich beim Erfolg in Norwegen an den Tag gelegt hatte.

Rumänien mit Blitzstart

Das Team von Franco Foda lief gegenüber Oslo personell leicht verändert auf (Baumgartlinger und Grillitsch im DM, Schlager als Zehner, dafür Sabitzer rechts); ein geduldiger Spielaufbau gegen einen defensiven Gegner wie in Norwegen ging sich gegen die Rumänien aber von Anpfiff an nicht aus. Sie zeigen einerseits sofort ihr Angriffspressing, während sie sich aus jenem des ÖFB-Teams recht sicher befreien konnten.

So bot sich schon in der 3. Minute ein Gegenzug hinter die österreichische Pressingwelle und die entblößte Restverteidigung konnte das 1:0 für Rumänien nicht mehr verhindern. Auch in der Folge wirkte Österreich eher gehetzt, sichtlich überrumpelt von der rumänischen Spielweise und im Bemühen, schnell den Ball weiter zu spielen, auch sehr ungenau.

Flügel frei, Secherraum zu

Wenn sich die Gelegenheit bot, Österreich an der Spieleröffnung zu hindern, machte Rumänien das. Wenn das ÖFB-Team Ballbesitz etabliert hatte, zogen sich die Gäste jedoch weit zurück und machten das Zentrum eng. Damit überließ man Österreich zwar die Außenbahnen, gerne auch bis zur Grundlinie, verdichtete aber den Sechserraum so geschickte, dass Österreich hier keinen Zugriff fand.

In Norwegen hatte Österreich genau diesen Raum vor dem gegnerischen Strafraum selbst in den Griff bekommen und bespielte die Außenbahnen nur so weit, dass Ulmer und Lainer 20 bis 30 Meter vor der Grundlinie zwischen die Linien passen konnten. Diese Möglichkeit wurde ihnen nun aber von den Rumänen genommen.

Nur einmal fand das ÖFB-Team etwas Platz, als die Schnittstelle zwischen rumänischem LV und LM aufging, Lainer durch dieses Loch bedient und seine Hereingabe von Baumgartner sehenswert zum 1:1 verwertet wurde.

Stärken genommen, Chancen genützt

Grillitsch und Baumgartlinger fiel es, selbst wenn sie Zeit am Ball bekamen, wahnsinnig schwer, Räume für Pässe zu finden, die das Spiel nicht auf die Außenbahn lenkten. Gleichzeitig blieb die Gefahr eines schnellen rumänischen Konters durch einen Fehlpass in der eigenen Vorwärtsbewegung stets präsent – so fehlte Österreich der Punch und damit auch die echten Torchancen.

Und Rumänien hatte nach der Halbzeitpause zudem den Vorteil, zwei Geschenke zu Toren zu nützen: Erst ein Freistoß (der eher keiner war, aber sei’s drum), bei dem vor dem Tor eher zufällig Grigore zum Ball kommt und ihn verwertete. Dann Poschs verhungerter Querpass, den Maxim abfing. Das ermöglichte dem früheren langjährigen Deutschland-Legionär Maxim das Tor zum 3:1.

Versuch einer Aufholjagd

Schon vor dem dritten Gegentor hatte Foda umgestellt; Baumgartlinger ging raus, dafür kam Onisiwo für den rechten Flügel, Sabitzer ging ins Zentrum und Schlager auf die Acht zurück. Österreich setzte in dieser Phase vermehrt auf weite Diagonalpässe, aber das Grundprinzip blieb: Rumänien lenkt das ÖFB-Team auf die Flügel, um die Österreicher dort zu isolieren. Einmal, in der 80. Minute, bekam Baumgartner ein wenig Zeit, seine Flanke nützte Onisiwo zum 2:3-Anschlusstreffer.

Das mag auch damit zusammen gehängt sein, dass Österreich nun versuchte, von weiter hinten heraus die Offensivspieler steiler zu schicken, um die Staffelung der rumänischen Ketten auseinander zu ziehen. Onisiwo und Baumgartner konnten dadurch vermehrt mit Tempo auf den rumänischen Strafraum zulaufen. So verlegte sie Rumänien darauf, den Strafraum selbst zu verteidigen, umso mehr, als mit Monschein (statt Grillitsch) ein zweiter echter Stürmer neben dem für Gregoritsch eingewechselten Grbic gekommen war.

Dies zwang Rumänien in den letzten zehn Minuten zu einer Abwehrschlacht, Grbic vergab in der Nachspielzeit noch die Ausgleichs-Chance für Österreich. Es blieb beim rumänischen 3:2-Sieg.

Fazit: Rumänien hat’s gut gemacht

In Oslo war es nicht ins Gewicht gefallen, dass einige Stammkräfte fehlten, weil gegen das hölzerne und berechenbare norwegische Team der gut ausgelegte Plan funktionierte und den Sieg brachte. Nun, gegen die wesentlich stärkere rumänische Mannschaft, war dies ein wenig anders.

Mirel Rădoi stellte seine Truppe punktgenau auf die Stärken des ÖFB-Teams, wie sie sich ohne Arnautovic, Alaba, Laimer und Lazaro boten, ein. Österreich wurde zunächst überrumpelt, danach auf die ungefährliche Außenbahn gelenkt. Dennoch gab es den Ausgleich und am Ende war es auch der Spielverlauf mit den zwei Gegentoren, die zwar ärgerlich waren, aber nichts mit der Spielweise der beiden Teams an sich zu tun hatten.

Mit den individuellen Einfällen eines Marko Arnautovic und der Übersicht eines David Alaba hätte Österreich noch hochklassige Elemente gehabt, um dam individuelle fraglos schlechter besetztem, aber eben sehr geschickt eingestelltem rumänischem Team noch mehr zum Überlegen zu geben.

So ist es eine ärgerliche Niederlage, die allerdings weniger durch dramatische inhaltische Schwächen heraufbeschworen wurde, sondern durch einen cleveren Gegner und individuelle Schnitzer. Solche Spiele gibt es nun mal.

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2:1 in Norwegen: ÖFB-Team lange mit guter Struktur https://ballverliebt.eu/2020/09/04/21-in-norwegen-oefb-team-lange-mit-guter-struktur/ https://ballverliebt.eu/2020/09/04/21-in-norwegen-oefb-team-lange-mit-guter-struktur/#comments Fri, 04 Sep 2020 21:12:36 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=17162 2:1 in Norwegen: ÖFB-Team lange mit guter Struktur weiterlesen ]]> Zum Auftakt in die Nations League gewann Österreich das erste Länderspiel nach der Corona-Pause in Norwegen mit 2:1. Anders als beim letzten Match vor zehn Monaten zeigte das ÖFB-Team eine klare Spielidee, die zwar nicht besonders viel Esprit versprühte, einen lange Zeit sehr biederen Gegner aber klar dominierte. Erst in der Schlussphase traute sich Norwegen in die Offensive.

Marko Arnautovic (der nach einer Rückkehr nach China 14 Tage in Quarantäne gemusst hätte), David Alaba (der noch die Nachwirkungen des CL-Finalturniers spürt), Valentino Lazaro (Muskelbündelriss in der Wade) und Konrad Laimer (Knieprellung) standen nicht zur Verfügung. So stellte Franco Foda ein nominelles 4-4-2 auf das Feld mit Debütant Christoph Baumgartner rechts im Mittelfeld, das aber sehr variabel interpretiert wurde.

Keine Überraschung gab es bei Lars Lagerbäck: Sein norwegisches Team kam im gewohnten, defensiven 4-4-2 daher, mit Håland neben King ganz vorne, zwei ganz jungen im Mittelfeld (Thorsby rechts, Normann zentral), dafür ohne den verletzten Martin Ødegård. Ansonsten war es das Team, welches in der EM-Quali Gruppendritter hinter Spanien und Schweden wurde.

Dreierketten-Aufbau und Überladungen im Zentrum

Weil sich Norwegen erwartungsgemäß sehr passiv zeigte, blieb der Aufbau dem ÖFB-Team. In diesen Situationen ließ sich zumeist Ilsanker zentral zwischen die Innenverteidiger fallen (manchmal auch Schlager links von Hinteregger, der dann vor dem Strafraum eröffnete), wodurch sich eine variabel besetzte Dreierkette ergab. Sabitzer – der sehr mobil war, sehr aktiv – rückte in diesen Situationen von der Spitze ins Mittelfeld zurück.

Diese Positionierungen erlaubten den Außenverteidigern Ulmer und Lainer, sich sehr hoch zu stellen. Diese beiden hielten die Außenbahnen, während die Mittelfeld-Außen Baumgartner und Onisiwo einrückten. Damit schuf Österreich eine Überzahl im Zentrum. Diese Überladungen im norwegischen Sechserraum waren das bestimmende Element, um diese zu erreichen, darauf wurde vom System bis zu den Passwegen alles ausgerichtet.

Ulmer und Lainer gingen auch nie zur Grundlinie durch, um zu flanken – wozu auch, Norwegens Zentralverteidigung hätte da klare Vorteile gehabt. Dafür gingen ihre Horizontalpässe eher in den Raum zwischen den norwegischen Linien, wo Österreich eine Überzahl hatte. So gut wie immer rannte sich Österreich zwar im bevölkerten Raum vor der norwegischen Box fest, aber einmal konnte auch der freigespielte Platz seitlich davon genützt werden – eine Hereingabe von dort verwertete Gregoritsch zum 1:0.

Pressing-Trigger funktionieren

Nicht nur die Aufbauwege waren bei Österreich klar definiert, sondern auch die Pressing-Trigger. Norwegen agierte zumeist sehr passiv und überließ dem ÖFB-Team den Ball, aber wenn doch einmal von hinten aufgebaut wurde, kam der Gastgeber oft nicht weit.

Sobald die Außenverteidiger angespielt wurden – zumeist eher Elabdellaoui rechts – wurde er von einem Österreicher angelaufen. Wenn der Ball kurz oder ins Zentrum zurück gespielt wurde, war sofort der nächste Österreicher zur Stelle; oft blieb auch nur der blinde lange Ball nach vorne. Erling Håland war bis zu seinem eleganten 1:2-Anschlusstreffer (klassischer Håland, explosiv vor dem Tor dem Ball entgegen gegangen) nach einer Stunde kein Faktor, Norwegen strahlte so gut wie keine Gefahr aus.

Das Anlaufen der österreichischen Spieleröffnung eine vereinzelte Option und das ÖFB-Team davon auch relativ unbeeindruckt.

Norwegen macht auf

Nachdem Österreich zu Beginn der zweiten Hälfte durch einen von Sabitzer verwerteten Hand-Elfmeter 2:0 in Führung gegangen war, nahm Lagerbäck einen Wechsel vor, der das Bild des Spiels verändern sollte. Statt King kam nun Sørloth als zweite Spitze neben Håland in die Partie. Sørloth brachte deutlich mehr Bewegung und Tempo in das bis dahin eher behäbige Angriffsspiel Norwegens.

Zusätzlich rückte das Mittelfeld auf und nach Hålands Tor ging Norwegen auf die Jagd nach dem Ausgleich. Die Gastgeber nahmen nun den Ballbesitz an und machten das Spielfeld dabei groß – die weiten Abstände machte es Österreich schwer, Zugriff im Pressing zu bekommen. Statt geordnetem, geduldigem Aufbau waren nun andere Schwerpunkte gefragt: Stören des norwegischen Rhythmus (Verzögern, kleine Fouls) und Chancen aus Kontersituationen suchen (war zweimal fast zum Torerfolg geführt hätte).

Ab der 80. Minute aber zeigten die norwegischen Bemühungen zunehmend Wirkung. Das Verdichten um den österreichischen Ballführenden sorgte nun für schnellere Ballgewinne und das ÖFB-Team wirkte auch müde, nach einem Fteistoß bot sich die große Ausgleichschance. Foda reagierte, indem er nun doch Baumgartlinger einwechselte (für Onisiwo, Sabitzer ging dafür auf die rechte Seite). Er hetzte als frische Kraft im Zentrum die norwegischen Ballführenden, sodass nichts Zielgerichtetes mehr vor das Tor kam und die Gefahr für Österreich gebannt war.

Fazit: Verdienter Erfolg

Was Österreich in diesem Spiel zeigte, war nicht besonders inspirierend, aber es war ein klarer Plan erkennbar, der auch spürbar auf die Spielweise des Gegners angepasst war. Bis auf die Sturmspitze ist Österreich personell auf keiner Position schlechter besetzt als Norwegen, das sah man auch. Obwohl Arnautovic, Alaba, Lazaro und Laimer gar nicht dabei waren, Hinteregger eine halbe Stunde und Baumgartlinger nur ein paar Minuten.

Angesichts der Umstände und des hölzernen Gegners war es eine geduldige und lange auch recht konzentrierte Vorstellung. Man bearbeitete die norwegische Defensive, hielt Håland so gut es ging aus der Gleichung heraus. Österreich erarbeitete sich nicht wirklich viele echte Torgelegenheiten – im Grunde waren es nur drei – aber eine davon wurde genutzt, dazu gab es den Hand-Elfmeter.

Es war für sich gesehen kein Match, an das man sich in ein paar Jahren noch erinnern wird. Aber wenn man die gesamte Situation berücksichtigt – und sich etwa vor Augen führt, mit welchem teils offenen Unwillen und deutlich fehlender Abstimmung tags zuvor Deutschland und Spanien agiert – war das für eine österreichische Mannschaft ohne diverse Stammkräfte absolut in Ordnung.

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Kurze Vorschau: EM-Auslosung und Playoff https://ballverliebt.eu/2019/10/16/kurze-vorschau-em-auslosung-und-playoff/ https://ballverliebt.eu/2019/10/16/kurze-vorschau-em-auslosung-und-playoff/#respond Wed, 16 Oct 2019 11:26:22 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=16481 Kurze Vorschau: EM-Auslosung und Playoff weiterlesen ]]> Das Ende der EM-Quali rückt näher und damit auch die Auslosung am 30. November. Sechs Teams haben ihr Ticket schon fix, acht weitere können mit einiger Wahrscheinlichkeit auch bereits von einer Teilnahme ausgehen. Damit lässt sich zumindest schon einiges erahnen, was die Aufteilung der Gruppen bei der Endrunde angeht.

Spanien, Italien, Belgien, Russland, Polen und die Ukraine haben die EM-Teilnahme schon fix. Auch Titelverteidiger Portugal (braucht noch Siege gegen Luxemburg und Litauen), Weltmeister Frankreich, England, die Türkei, Holland, Deutschland, Österreich und erstmals Finnland müssen nur noch die Pflichtpunkte gegen Nachzügler am letzten Doppelspieltag einfahren.

Welche Plätze sind noch offen?

In Gruppe A geht es noch zwischen Tschechien (12 Pkt.) und dem Kosovo (11) um einen Platz. Das direkte Duell in Prag folgt noch, der Kosovo hat zudem noch das Heimspiel gegen England. Tschechien schließt auswärts in Bulgarien.

In Gruppe D kommen zwei aus dem Trio Irland (12), Dänemark (12), Schweiz (11) direkt zur EM. Die Schweizer haben noch die Spiele gegen Georgien und Gibraltar und sie sind auf jeden Fall dabei, wenn sie beide gewinnen. Dänemark spielt noch gegen Gibraltar, ehe am letzten Spieltag das direkte Duell Irland-Dänemark ansteht.

In Gruppe E haben sogar noch vier Teams Chancen. Kroatien (14) spielt noch daheim gegen die Slowakei, Ungarn (12) auswärts in Wales. Die Verfolger haben noch jeweils zwei Spiele: Slowakei (10) in Kroatien und Aserbaidschan; Wales (8) in Aserbaidschan und gegen Ungarn.

In Gruppe F gibt es ein Rennen um Platz zwei hinter Spanien. Schweden (15) spielt noch in Rumänien und gegen die Färöer; Rumänien (14) gegen Schweden und in Spanien.

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Was das für die Auslosung heißt

Bei der Endrunde gibt es bekanntlich 12 Spielorte in ganz Europa, von Dublin bis Baku und von St. Petersburg bis Rom. Wenn sich ein „Host Country“ für die EM qualifiziert, kommt es automatisch in die Gruppe, in der sich der eigene Austragungsort befindet.

Gruppe A: Italien (Rom) und Aserbaidschan (Baku)
Gruppe B: Russland (St. Petersburg) und Dänemark (Kopenhagen)
Gruppe C: Holland (Amsterdam) und Rumänien (Bukarest)
Gruppe D: England (London) und Schottland (Glasgow)
Gruppe E: Spanien (Bilbao) und Irland (Dublin)
Gruppe F: Deutschland (München) und Ungarn (Budapest)

Fett markiert sind die Teams, die schon fast oder ganz fix dabei sein werden. Bis auf Aserbaidschan sind noch alle weiteren Host Countries zumindest mit einigermaßen realistischen Teilnahme-Chancen dabei (Schottland allerdings nur noch über das Playoff). Die Töpfe teilen sich im Übrigen nach den Punkten aus der EM-Qualifikation ein, die Zähler gegen die Gruppensechsten kommen dabei nicht in die Wertung. Der aktuelle Stand mit den derzeitigen Gruppenersten und -zweiten wäre:

Topf 1: Italien (A), Holland (C), England (D), Spanien (E), Ukraine, Belgien
Topf 2: Russland (B), Irland (E), Frankreich, Kroatien, Polen, Türkei
Topf 3: Deutschland und Ungarn (F), Dänemark (B), Österreich, Tschechien, Finnland
Topf 4: Portugal, Schweden und die vier Playoff-Sieger

Weil wahrscheinlich die Schweiz noch entweder Dänemark oder Irland verdrägt, wird sich daran noch einiges ändern. Auch Portugal wird punktemäßig noch aufrücken. Und sollten Deutschland und Ungarn tatsächlich im selben Topf bleiben (eher unwahrscheinlich), würde von der UEFA nach eigenem Gutdünken eines der beiden Teams in einen anderen Topf verfrachtet.

Die Playoffs

Das Playoff, welches sich durch das Ranking in der Nations League im Herbst 2018 ergibt, ist „ein Sicherheitsnetz im Hinterkopf“, wie wie es vor einem Jahr ausgedrück haben: Wer sich direkt qualifiziert oder gegebenenfalls nachrückt, „wird man bis weit in den Herbst hinein nicht belastbar vorhersagen können.“

Jetzt ist Herbst 2019. Schauen wir mal.

Der Modus nochmal kurz erklärt: Aus jeder der vier Leistungsstufen der Nations League spielen die besten vier Teams, die sich 2019 nicht regulär qualifizieren, je einen weiteren Teilnehmer aus. Wenn man von einer Qualifikation der Schweiz ausgeht, wären das aktuell:

Tier 1: Island
Tier 2: Bosnien, Dänemark/Irland, Wales, Slowakei
Tier 3: Schottland, Norwegen, Serbien, Bulgarien
Tier 4: Georgien, Nordmazedonien, Kosovo, Weißrussland

Dass sich aus der Top-Gruppe keine vier Teams ausgehen werden, die sich nicht qualifizieren, war abzusehen. In diesem Fall wird aus den unteren Gruppen aufgefüllt. Stand jetzt wären die Gegner von Island: Nordirland, Israel und Rumänien.

Natürlich kann (und wird vermutlich) sich am letzten Doppel-Spieltag im November noch das eine oder andere verschieben, aber so sieht es zumindest mal grob aus.

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Liverpool gewinnt die CL, Österreich spielt in der EM-Quali https://ballverliebt.eu/2019/06/02/liverpool-gewinnt-in-der-cl-oesterreich-spielt-in-der-em-quali/ https://ballverliebt.eu/2019/06/02/liverpool-gewinnt-in-der-cl-oesterreich-spielt-in-der-em-quali/#respond Sun, 02 Jun 2019 17:00:52 +0000 Die Saison ist zu Ende, es lebe die Saison! Mit dem Finale der Champions League und Europa League, dem Finalturnier der Nations League, der Weltmeisterschaft der Frauen und dem großen Playoff um die Europa League in der österreichischen Bundesliga haben wir auch in dieser Podcast-Folge genug zu besprechen. Wir wünschen viel Spaß!

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Später 2:1-Sieg in Nordirland ist für ÖFB-Team Spiegelbild des Herbstes https://ballverliebt.eu/2018/11/18/oesterreich-nordirland-foda-nations-league/ https://ballverliebt.eu/2018/11/18/oesterreich-nordirland-foda-nations-league/#comments Sun, 18 Nov 2018 22:57:01 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=15424 Später 2:1-Sieg in Nordirland ist für ÖFB-Team Spiegelbild des Herbstes weiterlesen ]]> Valentino Lazaros Tor praktisch mit Ablauf der Nachspielzeit sicherte Österreich den ersten Sieg überhaupt in Belfast. Mehr als ein mittelmäßiger Auftritt war aber auch das 2:1 in Nordirland nicht, mit dem die Nations League für den ÖFB endete. Man schaffte es gegen einen engagierten, aber eindimensionalen Gegner wieder zu selten, in gute Abschlusspositionen zu kommen

Nordirland – Österreich 1:2 (0:0)

ÖFB-Teamchef Franco Foda legte das 4-4-2 wieder ins Regal und schickte seine Mannschaft in Belfast in einem 4-2-3-1 auf das Feld. Gregoritsch startete statt des nicht ganz fitten Arnautovic im Angriff. Alaba rückte links eine Position nach vorne, dafür kam Ulmer als Linksverteidiger ins Team. Ilsanker durfte zunächst statt Zulj ran und Schlager spielte, wie schon am Ende des Bosnien-Spiels, auf der Zehn.

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Michael O’Neill vertraute jenem 4-1-4-1, das er in den meisten Spielen einsetzt. Gegenüber dem Hinspiel (1:0 für Österreich) waren aber nur vier Spieler wieder dabei – für die  bereits abgesteigenen Nordiren ging es tatsächlich um nichts mehr. Auffälligste Änderung: Dallas, eigentlich Flügelstürmer, gab den Linksverteidiger – und zwar einen recht aktiven.

Nordirlands Plan

Das Spiel der Nordiren bestand aus Druck auf den ballführenden Österreicher und relativ radikaler Vertikalität. Wie schon im Hinspiel liefen die nordirischen Offensivspieler die Spieleröffnung des ÖFB-Teams an und verhinderten so von Beginn an, dass sich ein geordneter Aufbau etablieren kann.

Wenn die Nordiren den Ball hatten, ging es geradewegs nach vorne, mit Querpässen hielt man sich genauso wenig auf wie mit dem Stellen von Optionen. Vor allem Stuart Dallas, der in Leeds von Marcelo Bielsa trainiert wird, agierte auf der linken Außenbahn sehr aktiv und offensiv – wie seine Mitspieler auch jedoch zumeist eher mit dem Kopf durch die Wand.

Das war kraftvoll und voller Einsatz, es war aber auch sehr eindimensional und berechenbar. Allzu viele ernsthafte Tormöglichkeiten erarbeiteten sich die Nordiren nicht.

Wenige Löcher gerissen

Das auffälligste Merkmal des österreichischen Spiels war, dass der erste Passempfänger fast immer mit dem Rücken zum gegnerischen Tor ausgerichtet war. Immer wieder spielten Dragovic und Hinteregger, oft auch Baumgartlinger, einen kurzen Vorwärts-Pass, nur um den Ball sofort wieder zurückgespielt zu bekommen. Das verhinderte, selbst Tempo in den Aufbau zu bekommen, dürfte aber sehr wohl geplant gewesen sein.

Die Überlegung dahinter war vermutlich, dass der vom nordirischen Tor weglaufende Österreicher (der den Ball dann sofort wieder zum Ausgangspunkt zurück gab) seinen nordirischen Gegenspieler mitzieht und so ein Loch reißt, in den dann wiederum sofort schnell reingespielt werden kann. Zwei Details verhinderten aber, dass dies oft funktionierte: Zum einen ließen sich die Nordiren nicht narren, zum anderen startete auch selten ein Österreicher in den sich potenziell öffnenden Raum.

Aber immerhin, das 1:0 kurz nach dem Seitenwechsel wurde durch genau so einen Decoy-Run, also einen Lockvogel-Laufweg, eingeleitet.

Eher Verhindern statt Erobern

Davon abgesehen war im Spiel nach vorne bei Österreich nicht viel los. Es gab zwar ein gezieltes Pressing, dieses war aber eher auf Verhindern nordirischer Angriffe ausgelegt, weniger auf das Erobern von Bällen in aussichtsreicher Position: So wurde versucht, die Außenverteidiger der Nordiren anzulaufen und zu isolieren. Bei Michael Smith – Rechtsverteidiger vom schottischen Überraschungsteam Hearts of Midlothian und dort Teamkollege von Peter Haring – funktionierte das sehr gut. Gegen Alaba und Gregoritsch kam er überhaupt nicht zur Geltung.

Wenn Österreich im Ballbesitz war, gab es sehr wenig Bewegung ohne Ball. Das machte es den Nordiren leicht. Daher war auch viel abhängig von den langen Eröffnungs-Pässen von Martin Hinteregger, was gegen Insel-Teams selten eine gewinnbringende Option ist. Wenn es doch gelang, mal flach ein wenig nach vorne zu kommen, wurde zumeist das Tempo sehr schnell wieder herausgenommen. Das war womöglich auch eine Folge davon, dass so gut wie jeder Vorwärts-Pass, der nicht völlig ohne Risiko gespielt wurde, den Empfänger nicht fand.

Arnautovic kommt

Zwanzig Minuten vor Schluss kam beim Stand von 1:1 Marko Arnautovic aufs Feld, er ersetzte Michael Gregoritsch und orientierte sich tendenziell eher in Richtung rechte Seite, wo in den letzten halben Stunde David Alaba postiert war.

Gregoritsch zeigte gegen den Ball eine vorzeigbare Leistung, aber Anspiele halten konnte er nicht. Bei Arnautovic hingegen – als Premier-League-Stürmer hat er in Belfast halt doch einen anderen Namen als der Augsburger Gregoritsch – klebten sofort drei nordirische Verteidiger, was Alaba den Raum für einen Torschuss liefert (73.). Da war Arnautovic gerade zwei Minuten mit dabei.

Man merkte Arnautovic seine Knieblessur zwar an, aber auch danach reichte oft seine bloße Präsenz aus, um für Flattern in der nordischen Defensive zu sorgen. So auch tief in der Nachspielzeit, als Alaba in der eigenen Hälfte den Ball eroberte, in Richtung Tor zog, Arnautovic anspielte und dieser Lazaro sah. Der Herthaner zog von der Strafraumgrenze ab und traf zum 2:1.

Fazit: Mehr rausgeholt als verdient war

Von der Kaderbreite her ist Österreich das beste Team der Gruppe. Dennoch fehlte viel, um ernsthaft für sich reklamieren zu können, dass der Aufstieg verdient gewesen wäre. Im Gegenteil: Gegen Nordirland wären zwei Remis korrekt gewesen, es gab zwei glückliche Siege. Im Heimspiel gegen Bosnien ließ man relativ viel zu und erarbeitete sich selbst so gut wie nichts, rettete zumindest einen schmeichelhaften Punkt. Und selbst die Katastrophen-Leistung zum Auftakt in Zenica hätte beinahe zu einem Unentschieden gereicht.

Der Output von sieben Punkten ist in Ordnung. Angesichts der Leistungen hätten es aber genauso gut zwei sein können.

Das Punkten über die leistungstechnischen Verhältnisse ist nicht über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Man kann nicht davon ausgehen, dass es nächstes Jahr auch zwei Zufallssiege gegen das Topf-3-Team geben wird, wie jetzt gegen Nordirland.

„Erfolgsstabilität“, so schrecklich das Wort auch ist, gibt es nur, wenn der Erfolg auch durch entsprechende Leistung untermauert wird. Und genau das passierte in diesem Herbst nicht. Es gab drei Siege, ein Remis und zwei Niederlagen – davon eine mit einer B-Elf in einem Testspiel. Die Zahlen sind okay. Aber es war tatsächlich keine einzige wirklich ordentliche Leistung dabei. Das wird in der EM-Quali 2019 so nicht gutgehen. Nicht gutgehen können.

Wenn der Teamchef sagt, man dürfe „nicht alles schlechtreden“, so kann man Franco Foda nur entgegnen: Viel gefährlicher ist es, diesen Katastrophen-Herbst schönzureden.

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Erste, zweite, dritte EM-Chance für Österreich https://ballverliebt.eu/2018/11/18/nations-league-em-2020-oesterreich/ https://ballverliebt.eu/2018/11/18/nations-league-em-2020-oesterreich/#respond Sat, 17 Nov 2018 23:45:34 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=15412 Erste, zweite, dritte EM-Chance für Österreich weiterlesen ]]> Vor dem letzten Nations-League-Spiel von Österreich in Nordirland ist alles geklärt. Oder? Nein, nicht ganz: Die Plätze in der Gruppe sind zwar bezogen, aber für das ÖFB-Team geht es noch darum, sich eine möglichst gute Ausgangsposition für die „Zweite Chance auf die EM“ zu sichern.

Stand in der Nations-League-Klasse B

Österreich wird als bereits feststehender Gruppenzweiter fix zwischen Platz fünf und acht in der Gesamt-Schlusswertung der Liga B klassiert werden.

Die zweite Chance – über die Klasse B

Kurz zum Modus: 2019 findet von März bis November die EM-Qualifikation statt. Ganz klassisch, zehn Fünfer- bzw. Sechsergruppen, Sieger und Zweite qualifizieren sich für die Endrunde im Jahr 2020. Das werden dann 20 Teams sein. Die jeweils besten vier Teams jeder Nations-League-Leistungsstufe, die es 2019 NICHT über den klassischen Weg schaffen, bekommen eine zweite Chance. Sie spielen im Frühjahr 2020 noch jeweils ein Ticket pro Leistungsstufe auf.

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In der Theorie also spielen laut Papierform Bosnien, Ukraine, Dänemark und Russland/Schweden im Frühjahr 2020 in Halbfinale und Finale um ein EM-Ticket. Wenn sich eines oder mehrere dieser vier Gruppensieger regulär qualifizieren sollten (was nicht ganz unwahrscheinlich ist), rückt der beste Zweite (=Fünfte) nach, dann käme der zweitbeste Zweite (=Sechste) dran usw. – so lange, bis eben vier Teams zusammen sind.

Hier wäre es aus österreichischer Sicht praktisch, möglichst weit vorne zu sein. Mit einem Sieg in Belfast würde das ÖFB-Team definitiv Wales überholen (spielfrei) und auch fix vor dem Sieger Tschechien-Slowakei bleiben, wäre also auf jeden Fall zumindest Sechster. Je nach Höhe könnte Österreich sogar Fünfter werden.

Ein Remis in Nordirland würde bedeuten, dass Östererich – je nachdem, wie die Spiele CZE-SVK und SWE-RUS ausgehen – zwischen Platz sechs und acht reinkommt. Eine Niederlage in Belfast, und man wäre bestenfalls Siebenter. Um da noch in den Ticket-Ast der B-Gruppe zu rutschen, müsste wohl schon einiges zusammenkommen.

Die dritte Chance – über die Klasse A

Grün: Fix Gruppensieger. Orange: Fix abgestiegen. Grau: Keine Chance mehr auf Gruppensieg. Erläuterung zu Klasse C: Bei den Top-3 jeder Gruppe werden nur die Resultate gegen den Ersten und Zweiten gezählt. Der schlechteste Gruppendritte steigt mit den drei Gruppenvierten ab.

Aber selbst, wenn es in Nordirland schief gehen sollte, wird Österreich ziemlich sicher im Frühjahr 2020 noch eine Möglichkeit auf die EM haben. Nämlich über Top-Klasse der Nations League. Klingt komisch, ist aber so.

Denn: Auch über diese Top-Klasse wird noch ein EM-Ticket aus vier Teams ermittelt. Nur: Ist es realistisch, dass sich aus diesen 12 Teams tatsächlich VIER nicht ohnehin regulär qualifizieren werden? Nein, eben. Und wenn aus der Top-Liga nach der EM-Quali 2019 keine vier Gescheiterten übrig bleiben, wird aufgefüllt.

Und zwar aus der nächst-unteren Liga. Das ist die Österreich-Klasse B. Hier kommen dann die nächstbesten dran, die nicht in der B-Liga unter den Top-4 sind. Kompliziert, ja.

Also, Gedankenspiel: Island und Polen bleiben 2019 als einzige A-Teams auf der Strecke und die vier B-Gruppensieger auch. Also: Bosnien, Dänemark, Russland und die Ukraine machen sich im Frühjahr 2020 noch ein EM-Ticket aus.

Im A-Playoff fehlen aber noch zwei Teams. Hier rücken dann die nächstbesten B-Teams nach. Das wären aktuell Wales und Schweden als Fünfter und Sechster der B-Liga. In Wahrheit wird es vermutlich so kommen, dass so ziemlich alle B-Liga-Teams noch in irgendeiner Form eine zweite Chance bekommen. Je besser Österreich klassiert ist, desto besser ist die Chance, dass man dem A-Playoff ausweicht.

Denn wehe, da oben ist vielleicht Italien, Kroatien oder gar Deutschland drin – und nicht „nur“ Island und Polen.

Erste Chance

Am allerbesten wäre es natürlich, man erspart sich die ganze Herumrechnerei. Dafür gibt es eine so simple wie (angesichts der aktuellen Leistungskurve) schwierige Lösung.

Man qualifiziert sich einfach 2019 ganz normal regulär für die EM.

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Die letzten zwei Auswärtsspiele in Belfast: Die Regenschlacht von 1995 und das „irrereguläre“ Match von 2004.

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