Moniz – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Thu, 16 Feb 2012 21:46:45 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Bullen von Metalist vorgeführt – 0:4! https://ballverliebt.eu/2012/02/16/bullen-von-metalist-vorgefuhrt-04/ https://ballverliebt.eu/2012/02/16/bullen-von-metalist-vorgefuhrt-04/#comments Thu, 16 Feb 2012 21:36:54 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6742 Bullen von Metalist vorgeführt – 0:4! weiterlesen ]]> Ein Desaster zum Auftakt: Salzburg startet das Fußball-Jahr 2012 mit einer 0:4-Lehrstunde gegen Metalist Kharkiv. Daran ist aber nicht nur Douglas‘ Mega-Bock zum ersten Gegentor nach 20 Sekunden schuld. Die Bullen offenbarten zu viele Schwächen, die gnadenlos ausgenützt wurden, und statt helfende Impulse zu geben, trat Bullen-Coach Moniz nur selbst gelegte Feuer aus.

Red Bull Salzburg - Metalist Kharkiv 0:4

Dass Metalist auf jeden Fall eine Klasse über die Bullen zu stellen ist, war klar – umso blöder natürlich für die Salzburger, dass das Spiel praktisch schon mit 0:1 angepfiffen wurde. Die demonstrative Passivität, mit der Douglas erst den Rückpass verpasste und danach noch Taison fasziniert hinterherblickte, als dieser nach nur 20 Sekunden das 1:0 für sein Team erzielte, sind schon beinahe ein Entlassungsgrund.

Salzburg bekommt kein Passspiel aufgezogen

Aber auch in der Folge kam Salzburg überhaupt nicht ins Spiel. Die Ukrainer, die sich vor genau einem Jahr mit immerhin sechs der auch diesmal auflaufenden Spieler in ihrem ersten Spiel nach der Winterpause daheim ein 0:4 gegen Bayer Leverkusen eingefangen haben, übten mit aggressivem Pressing Druck auf die Salzburger aus, mit dem diese nicht zurecht kamen.

Das führte dazu, dass sich die Bullen offensichtlich gar nicht mehr zu passen trauten: Die Bälle wurden viel zu lange gehalten, man verlor sich in Einzelaktionen. Mendes da Silva und Cziommer schafften es nicht, das Spiel vernünftig zu eröffnen, Zárate wurde von Villagra komplett aus dem Spiel genommen, Svento brachte kaum einen Pass an den Mann. Jantscher auf der rechten Seite versuchte es zwar, nach vorne zu arbeiten, seine Zuspiele waren aber furchtbar und zudem ließ er Hierländer defensiv ziemlich hängen.

Blanco und Taison narren die Bullen

Metalist nützte die Verunsicherung, die das frühe Tor bei den Gastgebern verursacht hatte, gnadenlos aus. Douglas wurde natürlich mit Vorliebe angebohrt, aber die eigentliche Gefahr ging von Taison und Blanco aus. Diese beiden rochierten ständig, kamen immer wieder aus anderen Ausgangspositionen auf Hierländer zu, zogen oftmals Mendes da Silva auf diese Seite und konnten ziemlich machen, was sie wollten.

Nominell spielte Wuschelkopf Taison auf der Außenbahn und Blanco auf der Zehn, aber dieses Duo ließ solche Zuschreibungen durch ihr extrem flexibles Spiel eigentlich gar nicht zu. Es ist nach dem Verlauf der ersten Hälfte auch alles andere als überraschend, dass das 2:0 und das 3:0 über diese Flanke vorbereitet wurden.

Eigenwillige Umstellung von Moniz…

Einigermaßen erstaunlich waren indes die Wechsel von Ricardo Moniz. Nach einer halben Stunde nahm er den Unsicherheitsfaktor Douglas aus dem Spiel und brachte Maierhofer. So rückte von vorne bis hinten alles eine Position zurück: Soriano auf die Zehn, Leonardo auf die Acht, Mendes da Silva in die Innenverteidigung. Am System, einem relativ statischen 4-2-3-1, änderte sich dadurch nichts.

In der Theorie hatte Salzburg nun einen Flügelstürmer, der auch auf der Zehn spielen kann, im defensiven Mittelfeld und einen Spieleröffner in der Innenverteidigung. Das ist grundsätzlich ja auch nicht verkehrt, ist aber wohl eher eine Option, wenn man einen defensiveren Gegner ausspielen will. Nicht aber, wenn der eh schon bessere Gegner weiter nachsetzt und dem bemitleidenswerten Mendes, der seit letzten April ein einziges Match über 90 Minuten absolviert hatte, auf einer ungewohnten Position die Spieler um die Ohren laufen.

…der nur noch selbst gelegte Feuer austritt

Mit diesem Wechsel hat sich Moniz in eine unangenehme Ecke hineinmanövriert. Denn mit seinem nächsten Wechsel – zur Halbzeit kam mit Pasanen ein gelernter Innenverteidiger für Mendes – trat er im Grunde nur ein selbst gelegtes Feuer aus. Ebenso wie mit seinem dritten Wechsel, als er mit Lindgren einen gelernten defensiven Mittelfeldspieler für Zárate brachte, sodass Leonardo wieder nach vorne rücken konnte. Hilfreiche Impulse von der Trainerbank sehen anders aus.

Metalist-Coach Miron Markevich hatte da schon längst erkannt, dass es die Bullen gar nicht darauf anlegen, über die Flügel zu kommen, sondern so gut wie ausschließlich durch die Mitte nach vorne kommen wollten. So stellte er im Laufe der zweiten Hälfte sein System von einem 4-2-3-1 auf ein 4-3-1-2 um: Marlos (statt Cristaldo) und Devic (statt Taison) spielten da ganz vorne, Juan Manuel Torres (statt Cleiton) dahinter; Blanco und Sosa flankierten Edmar dahinter.

So liefen sich die Salzburg nur noch mehr im dichten Zentrum fest, ohne Aussicht, da jemals gewinnbringend durch zu kommen. Es wurde auch nicht versucht, das Flügelspiel zu forcieren – Svento und vor allem Hierländer waren von ihren zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr vorhandenen Gegenspielern so verschüchtert, dass sie gar nichts mehr nach vorne unternahmen, und Jantscher blieb auf sich alleine gestellt und somit wirkungslos. Dass Devic in der Nachspielzeit einen Konter zum 4:0 abschließen konnte, hatte kaum noch mehr als kosmetischen Wert.

Fazit: Metalist nützt Salzburgs Schwächen gnadenlos aus

Mangelnde Spielpraxis kann keine Ausrede sein, denn Metalist hat noch länger kein Pflichtspiel in den Beinen – es zeigte sich aber wieder einmal, wie schon in der Gruppenphase vor einem Jahr, dass Salzburg mit Pressing überhaupt nicht umzugehen weiß. Schon damals waren es die einzigen beiden Partien, in denen der Gegner nicht presste (das 1:1 und das 0:0 gegen Juventus), in denen man eine gute Figur machte. Hier wurde Salzburg keine Zeit am Ball gelassen, wodurch man sich komplett zerfleddern ließ.

Metalist hat die Schwachstellen von Salzburg – Douglas; fehlende Hilfe für Hierländer, kein Plan gegen Pressing – gnadenlos ausgenützt und konnte zusätzlich durch die hervorragende Technik der einzelnen Spieler ein deutlich höheres Tempo gehen, als die Bullen verkraften konnten. Dazu kamen noch die Umstellungen von Moniz, die die eh schon verunsicherte Mannschaft eher noch weiter aus der Bahn warfen als ohnehin schon. Das 0:4 ist auch in er Höhe ein korrektes Ergebnis.

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Had sei Dank: Salzburg schlägt Slovan 3:2 und übersteht die Gruppe https://ballverliebt.eu/2011/12/14/had-sei-dank-salzburg-schlagt-slovan-32-und-ubersteht-die-gruppe/ https://ballverliebt.eu/2011/12/14/had-sei-dank-salzburg-schlagt-slovan-32-und-ubersteht-die-gruppe/#comments Wed, 14 Dec 2011 21:27:09 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6203 Had sei Dank: Salzburg schlägt Slovan 3:2 und übersteht die Gruppe weiterlesen ]]> Angefangen hat es fürcherlich – aber die Bullen ließen sich von einem 0:2-Rückstand nach sechs Minuten nicht schocken, spielten munter nach vorne und erzitterten sich letztlich den notwendigen 3:2-Sieg. Auf großartigem Niveau war das Spiel aber nicht.

Slovan Bratislava - Red Bull Salzburg 2:3

Der Plan von Slovan Bratislava war ebenso einfach wie effektiv: Vorne mit dem schnellen Lacný statt dem bulligen Seba voll auf Pasanen pressen, den Finnen verunsichern und in 1-gegen-1-Duelle schicken. Das klappte schon nach drei Minuten, als der Finne bei einem Pass von Zofcak auf Lacny viel zu weit von Letzterem entfernt war (bzw. nicht schnell genug herausrückte nach der Attacke an Hierländer) und drei Minuten später, als sich Pasanen von einem 50-Meter-Mondball aus der Slovan-Innenverteidigung heraus überrumpeln ließ. Sechs Minuten waren gespielt, Slovan führte schon 2:0. Ein Albtraumstart für die Bullen.

Slovan lehnt sich zurück und wird bestraft

Allerdings ließ sich der slowakische Meister danach merklich zurückfallen. Lacny und Sebo tauschten vorne die Plätze und nahmen ihre erwartete Positionen ein, der Druck auf Pasanen ließ nach und Slovan vermittelte so den Eindruck: Zwei Tore vorne passt schon, mal schauen was Salzburg so anbietet.

Die ließen sich von dem Doppelschock erstaunlicherweise nicht wirklich aus der Ruhe bringen und versuchten, die nun etwas mehr am Ball gewährte Zeit auszunützen. Vor allem den in dieser Partie mal ganz gut aufgelegten Leonardo bekam Slovan dabei nicht so recht in den Griff, Jantscher war auf der rechten Seite sehr aktiv. Der Lohn für die Bemühungen: Erst das Anschlusstor aus einem Hand-Elfmeter, dann erzielte Leonardo den Ausgleich aus einer Einzelaktion, nachdem ihm Kolcak den Ball in die Beine gespielt hatte.

Loch vor der Abwehr, aber vorne ganz okay

Auffällig bei den Bullen war aber, dass die Abwehrreihe insgesamt recht weit hinten blieb, auch Ulmer und Hierländer auf den Außen hielten sich eher zurück, was wohl dem Respekt vor den Flügelspielern der Slowaken geschuldet war. Das Problem bei der Sache war nur, dass sich der Rest der Mannschaft recht weit nach vorne orientierte und damit ein großes Loch zwischen Abwehr und Mittelfeld entstand, in dem sich das Offensiv-Quartett von Slovan genüsslich ausbreiten konnte.

So funktionierte das Spiel von Salzburg zwar recht ordentlich, wenn man sich mal in der gegnerischen Hälfte festgesetzt hatte, die Eröffnung von hinten heraus aber klappte überhaupt nicht. Es gab haufenweise haarsträubende Fehlpässe und Ballverluste, die durch das flotte Umschalten bei den Slowaken immer wieder enorme Gefahr verbreiteten und auch in der Balance zwischen Verzögern und Angehen bei Kontern aus der Tiefe wirkten Pasanen und Hinteregger so, als ob sie noch nie miteinander trainiert hätten – Abstimmung war in keinster Weise zu erkennen.

Die beiden Achter: Guédé und Svento

Bei den Slowaken startete vor allem Juraj Halenar sehr aggressiv und laufstark. Er gab zuweilen beinahe eine zweite Spitze und versuchte vor allem in den ersten 15 Minuten, großen Druck aufzubauen. Der zentrale Mann war aber Karim Guédé, der zeigte, warum er slowakischer Teamspieler ist. Er war überall am Platz zu finden: Guédé war der Organisator im defensiven Mittelfeld, versuchte nach Möglichkeit auch nach vorne zu gehen und fungierte als die Umschaltstation.

Etwas anders legte Dusan Svento seine Achter-Rolle bei den Bullen an, aber auch er war vor allem im Spiel nach vorne wichtig. Vor allem, weil er derjenige war, der am ehesten auf Spieler von Slovan presste und so nicht nur Ballverluste der in der Spieleröffnung ebenfalls nicht gerade berauschenden Mannschaft provozierte, sondern auch für Leonardo – wiewohl der immer mal wieder abtauchte – quasi den Weg freimachte. Seine offensive Rolle trug aber auch dazu bei, dass Lindgren mangels Spielpraxis ein Unsicherheitsfaktor war.

Loch geschlossen, den Preis zahlt die Offensive

Nach dem Seitenwechsel schloss Salzburg das offensichtliche Loch zwischen Abwehr und dem Rest der Mannschaft, was sehr zur Sicherheit vor dem eigenen Tor beitrug. Fehlpässe in der Spieleröffnung fielen nun nicht mehr so ins Gewicht, weil der Raum enger war. Dazu waren die Salzburger schneller am Mann und das Risiko generell vermindert, weil die Passentfernung geringer wurde.

Den gegenteiligen Effekt hatte diese Maßnahme auf der anderen Seite des Platzes, wo die Salzburger nun mit weniger Leuten vor Ort waren. Vor allem Maierhofer, wenn doch mal ein Ball zu ihm kam, konnte diesen nicht halten, bis genug Teamkollegen nachgerückt waren. So verlagerte sich das Spiel zwar tendenziell eher in die Hälfter der Salzburger, große Torgefahr vermochte Slovan aber nicht auszustrahlen.

Had trifft, Salzburg macht zu

Zumindest nicht vor dem Tor der Bullen – das eigene nahm Innenverteidiger Marian Had nämlich sehr wohl in Beschuss. Er lenkte eine an sich harmlose Flanke von Jantscher ins eigene Tor ab. Der 29-Jährige hat somit einen Assist und ein Tor für die Bullen erzielt.

In der Folge zogen sich die Salzburger immer weiter zurück, was angesichts der Wechsel von Ricardo Moniz ganz offensichtlich so gewollt war: Er brachte mit Ibrahim Sekagya (statt Lindgren) und Schiemer (statt Ulmer) zwei weitere gelernte Innenverteidiger. Grundsätzlich mit Erfolg, denn große Gefahr konnten die Slowaken, denen man den unbedingten Willen zum Sieg nicht gerade in jeder Situation nachsagen konnte, nur einmal erzeugen. Da hatte Salzburg Glück, dass der Referee nicht auf den Punkt zeigte, als Lindgren einen Ball von Sebo aus einem Meter an die Hand geschossen bekam. Eine vertretbare Entscheidung, keine Frage – aber es gibt auch Schiedsrichter, die da Elfmeter geben.

Andererseits ergaben sich dadurch natürlich Räume im Rücken der slowakischen Abwehr – die Königs-Chance auf das 4:2, einer schneller Konter über Leonardo und Maierhofer, vernebelte aber Jantscher. Vor allem Maierhofer musste seinem eigenen intensiven Spiel gegen Ende Tribut zollen – er war nach spätestens 75 Minuten komplett leer. Moniz wechselte ihn aber erst ganz kurz vor Schluss aus. Dass ein frischer Mann, in diesem Fall Wallner, schon zuvor für deutlich mehr Entlastung hätte sorgen können, wurde in der kurzen Zeit, die er auf dem Feld war, schnell offenkundig.

Fazit: Sieg des Willens, nicht der Taktik

Die Salzburger sind, was schon beim 3:0-Sieg im Hinspiel deutlich wurde, die klar besser besetzte Mannschaft. So war es in einem Spiel auf äußerst mäßigem Niveau auch keine taktische Meisterleistung, die den Bullen den 3:2-Sieg und damit den Aufstieg in die Runde der letzten 32 bescherte, sondern eher eine, die auf Wille und individueller Klasse basiert. Positiv ist zu bemerken, dass nach dem Horror-Start die Körpersprache sehr positiv war, keiner den Kopf hängen ließ und jener Kampfgeist an den Tag gelegt wurde, der ansonsten allzu oft vermisst wurde.

Zudem wurden Fehler, die von den Slowaken angeboten wurden, auch genützt – wie beim 1:2 (Handspiel) und dem 2:2 (schrecklicher Fehlpass in der Spieleröffnung). Der Mut, der mit dem Spiel nach vorne in der ersten Halbzeit gezeigt wurde, wich spätestens nach der 3:2-Führung aber immer mehr dem Sicherheitsgedanken – Moniz sandte da mit der Einwechslung von zwei gelernten Innenverteidigern (für einen Sechser und einen AV) auch kein Signal der Angriffslust aus. Verständlich ist es aber schon, weil Lindgren weit von einer soliden Leistung entfernt war und Slovan vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder viel Platz in der Hälfte der Salzburger bekommen hatte.

(phe)

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Bullen erst engagiert, dann zu passiv und am Ende glücklich – 2:0 über PSG! https://ballverliebt.eu/2011/12/02/bullen-erst-engagiert-dann-zu-passiv-und-am-ende-glucklich-20-uber-psg/ https://ballverliebt.eu/2011/12/02/bullen-erst-engagiert-dann-zu-passiv-und-am-ende-glucklich-20-uber-psg/#comments Fri, 02 Dec 2011 00:21:24 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6156 Bullen erst engagiert, dann zu passiv und am Ende glücklich – 2:0 über PSG! weiterlesen ]]> Lustig waren die letzten Wochen aus Salzburger Sicht ganz und gar nicht. Umso erstaunlicher war die vor allem in der ersten Hälfte wirklich sehenswerte Vorstellung gegen Paris St. Germain – und Sventos Hammer in der Nachspielzeit könnte sich noch als sehr wichtig erweisen.

Red Bull Salzburg - Paris St. Germain 2:0

Ein Linksverteidiger in der Abwehrzentrale, ein Flügelstürmer im defensiven Mittelfeld, ein anderen als Zehner, ein Offensiv-Allrounder rechts hinten – nüchtern betrachtet, müsste es eigentlich in einem Desaster enden, so viele Spieler so weit weg von ihrer nominell stärksten Position spielen zu lassen. Und Salzburg hatte auch große Probleme in den letzten Wochen. Aber bei diesem Spiel gegen Paris St. Germain hat das über weite Strecken gut funktioniert und es resultierte in einem schönen 2:0-Erfolg.

Die Flügel

Hinteregger rückte bereits vor einigen Wochen statt des verletzten Sekagya in die Innenverteidigung (und machte dort sowohl defensiv als auch in der Eröffnung eine bessere Figur als Nebenmann Pasanen), dafür beackerte Jefferson die linke Seite, während mit Stefan Hierländer ein gelernte Offensiv-Spieler wiederum den Rechtsverteidiger gab. Die beiden taten das durchaus offensiv: Sie bemühten sich, wann immer es ging, nach vorne zu preschen und nahmen somit die PSG-Flügel Jallet (komplett) und Nene (weitgehend) aus dem Spiel. Außerdem hinterliefen sie gut ihre Vordermänner.

Diese hatte Ricardo Moniz entgegen ihren üblichen Gewohnheiten aufgestellt – also Jakob Jantscher rechts und Gonzalo Zárate links. Die beiden rückten ein und machten so dem defensiven Mittelfeld der Franzosen zusätzliche Arbeit, während auf den Flanken die Außenverteidiger für Breite sorgten. In der Mitte war Leonardo ein gern gesehener Anspielpartner.

Defensiv am ehesten ein Schwachpunkt war Jefferson. Der Brasilianer agierte forsch nach vorne, aber wenn er in der Rückwärtsbewegung unter Druck gesetzt wurde, fand er oft keinen Mitspieler und er spielte auch nicht die Sicherheitsvariante ins Seitenaus, sondern drosch den Ball aus der Drehung blind nach vorne. Nicht selten zu einem Gegenspieler, was wiederum zusätzliche Arbeit für Leitgeb und Svento bedeutete.

Das defensive Mittelfeld

Dennoch hatten die Bullen die Flanken gut im Griff – und weil mit Svento und Leitgeb zwei grundsätzlich eher kreative Spieler das defensive Mittelfeld besetzten, die gut aufgelegt waren, ging auch aus der Zentrale einiges an Initiative hervor. Die beiden versuchten, schnell nach vorne zu kommen und wechselten sich darin ab, wer aufrückte und wer absicherte. Außerdem schafften es die beiden, wie auch die anderen Spieler aus der Offensiv-Abteilung, den Franzosen die Zeit am Ball durch ansehnliches Pressing zu nehmen.

Das klappte auch deshalb, weil die beiden – keiner von ihnen ist ein klassischer Ballgewinner – defensiv wenig zu tun bekamen. Bodmer, der Pastore auf der Zehn ersetzte, stand oftmals zu hoch und er bekam kaum Bälle, die er wirklich verarbeiten konnte. So hatte Salzburg das Spiel im Griff und ging nach 20 Minuten auch durchaus nicht unverdient mit 1:0 in Führung: Jantscher bediente den aufrückenden Leitgeb und stahl sich selbst in den Rücken der Abwehr und verwertete Leitgebs Flanke dann am langen Pfosten.

PSG keine Einheit

Maierhofer hatte, wie auch in anderen Situationen, Gegenspieler gebunden und machte so durch seine schiere Präsenz Räume frei. Kam der Lange aber selbst an den Ball, war die Gefahr überschaubar. Salzburg machte es aber immer wieder gut, das auszunützen und präsentierte sich tatsächlich als halbwegs funktionierende Mannschaft. Ganz anders als die Gäste aus Paris: Ohne die individuelle Klasse von Pastore auf der Zehn, ohne die Spieleröffnung von Matuidi auf der Sechs, ohne die Power von Ménez auf dem rechten Flügel und ohne die Sicherheit von Sakho in der Innenverteidigung fehlte der etwas zusammengewürfelten Truppe die Einheit.

So gab es viele Fehlpässe, weil die Laufwege nicht stimmten. So klappte das Übergeben von Maierhofer nicht, weil zwischen Camara und Bisevac die Abstimmung nicht gegeben war. So entstand kaum ein geregeltes Spiel nach vorne, weil PSG mit dem Pressing der Salzburger kaum zurecht kam. Ja, es gab schon die eine oder andere Torchance, aber generell zeigten die Franzosen nicht annähernd, was sie eigentlich zeigen können müssten.

Kein Herausrücken mehr

Das alles wurde nach der Pause deutlich besser, aber vor allem deshalb, weil die Bullen den Gegner nun viel mehr gewähren ließen. Es gab kaum mehr ein Flügelspiel – Hierländer und Jefferson schlugen schon aus relativ tiefen Positionen die langen Bälle nach vorne, und konnte dort doch einmal ein Ball behauptet werden – was nicht mehr allzu oft vorkam – gab es kein nennenswertes Aufrücken. Vorne waren die Offensivkräfte auf sich alleine gestellt, Torchancen konnten keine mehr kreiert werden.

Anders bei PSG: Chantôme und Sissoko rückten mehr auf, sodass Leitgeb und Svento beschäftigt waren, und die Zurückhaltung seitens der Bullen spielte dem deutlich aktiveren Zugang der Pariser in die Hände. Das verstärkte sich noch, als mit Gameiro eine neue hängende Spitze kam (statt Chantôme) und Bodmer in seine angestammte Position auf der Acht zurück gehen konnte.

Kein Kapital aus Übergewicht

Moniz hatte bereits reagiert, indem er mit Cziommer einen gelernten zentralen Mittelfeldspieler brachte (für Jantscher), dafür Svento auf seine linke Seite gehen konnte, Leonardo auf die rechte auswich und Zárate vermehrtdie Mitte besetzte. So konnten die Bullen das Zentrum einigermaßen beruhigen und Gameiro isolieren, nach vorne ging aber weiterhin nichts.

Genauso wie PSG aus dem deutlichen Übergewicht, das sich die Mannschaft erarbeiten konnte, kein Kapital zu schlagen verstand. Je näher es dem Ende entgegen ging, desto mehr hatte man aber seltsamerweise den Eindruck, dass die Salzburger mit dem 1:0 zufrieden waren, obwohl ihnen ein so knapper Sieg eigentlich nur begrenzt weiterhalf, ein 2:0 dafür alles in ihre Hände spielen würde.

So war es am Ende ein Gewaltakt, mehr Zufall als geplante Aktion, die in der 94. Minute doch noch zum 2:0 durch Dusan Svento führte. Teigl (der in den Schlussminuten die rechte Seite übernahm) hatte eine Ecke herausgeholt, danach aber Zeit geschunden und die Ausführung verzögert. Wirklich mit aller Macht auf das zweite Tor hatten es die Bullen also wohl nicht angelegt…

Fazit: Geschwächtes PSG bestraft

…und dennoch ist der Sieg nicht ganz unverdient. Weil man bei den Bullen, ganz anders als in den letzten Wochen, das Gefühl hatte, dass eine Mannschaft auf dem Platz stand, in der einer für den anderen rennt. Zumindest eine Halbzeit lang: Denn nach dem Seitenwechsel kehrte wieder jene Passivität zurück, die (über einen kürzeren Zeitraum) zur jüngsten sportlichen Krise und (über einen längeren Zeitraum) die Zuschauer in Salzburg so verscheucht hatten, dass zu diesem entscheidenden Europacup-Spiel gegen einen attraktiven Gegner nur noch magere 8.000 Leute ins Stadion gekommen waren.

Bei PSG nahm man das Spiel offenbar nicht so richtig ernst, es fehlte der Nachdruck und die Kompaktheit vor allem in der ersten Hälfte und an Durchschlagskraft und Flexibilität (das System wurde mehr oder weniger unverändert gelassen) im zweiten Spielabschnitt. Die aufgestellte Mannschaft konnte jene Eigenschaften, welche die fehlenden Akteure sonst einbringen, nicht ersetzen.

Schlecht für die Pariser und deren Trainer Antoine Kombouaré. Gut für die Bullen, die mit einem Sieg in Bratislava am letzten Spieltag alles klar machen können.

(phe)

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3x Back to Back – Austria anders, Salzburg ähnlich, Sturm gleich https://ballverliebt.eu/2011/11/04/3x-back-to-back-austria-anders-salzburg-ahnlich-sturm-gleich/ https://ballverliebt.eu/2011/11/04/3x-back-to-back-austria-anders-salzburg-ahnlich-sturm-gleich/#comments Fri, 04 Nov 2011 11:11:28 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6034 3x Back to Back – Austria anders, Salzburg ähnlich, Sturm gleich weiterlesen ]]> Der 4. Spieltag in europäischen Gruppenphasen – die Back-to-Back-Spiele, es geht gegen den gleichen Gegner wie vor zwei Wochen. Und während Sturm und Salzburg von ihrer Herangehensweise nichts Gravierendes veränderten und somit nicht zum Erfolg kamen, traute sich die Austria wenigstens etwas. Auch wenn’s fast in die Hose ging, aber der Ansatz der Austria gegen Alkmaar sagte zumindest aus: Wir probieren was!

Ein anderes Spiel | Austria – Alkmaar 2:2 (0:2)
58′ Ortlechner, 61′ Barazite bzw. 19’p Elm, 44′ Wernbloom

Austria Wien - AZ Alkmaar 2:2

Karl Daxbacher ließ, wie in letzter Zeit regelmäßig, Roland Linz auf der Bank und stellte dafür Nacer Barazite in die Spitze. So war vorne etwas mehr Bewegung, und die Hausherren versuchten das zu nützen, indem sie von Beginn an mutig nach vorne spielten, Suttner und Junuzovic (gegen den überforderten Etienne Reijnen) und Klein (der viel ins Zentrum zog und Gorgon die Flanke überließ) marschierten viel.

Anders als im Hinspiel, in dem die Austria mit guter Raumaufteilung defensiv stand und AZ zu neutralisieren versuchte, rückte sie hier bei eigenen Angriffen recht weit auf, was sie für Konter der Holländer anfällig machte. So hatte die Austria zwar mehr vom Spiel, aber AZ strahlte mehr Torgefahr aus – als Ortlechner Altidore in der Drehung festhielt, hätte es einen Elfmeter geben müssen; wenige Minuten später war es aus einer wesentlich weniger klaren Situation (Hand Margreitter) dann soweit. Elm schoss zum 1:0 ein. Die Austria wirkte in der Folge verunsichert und vor allem die Seite von Gorgon und Klein – Ersterer mit einem schwachen Tag und Zweiterer von Holman oft weit in die Mitte gezogen – war anfällig, was Simon Poulsen mit viel Initiative ausnützte. Als kurz vor der Pause Wernbloom (wieder einmal) per Ecke zum 2:0 traf, war das nicht unverdient.

Nach der Pause brachte Daxbacher Linz (statt Gorgon), Barazite ging auf die rechte Seite. Die Folge war erst einmal, dass es in der Spitze kaum mehr Bewegung gab – echte Veränderung kam erst mit dem Einsatz von Liendl (statt Grünwald). Mit seiner ersten Aktion leitete er nach einem Freistoß das 1:2 ein, wenige Minuten später gab’s sogar das 2:2 – auch das war zwar nicht herausgespielt, beflügelte die Austria aber zusätzlich.

Mit dem etwas höher als Grünwald spielenden Liendl gelang es, die Spieleröffnung von Rasmus Elm zu stören, den vor der Pause recht unbehelligt agierenden Maher zu kontrollieren und Celso Ortiz, der für Holman eingewechselt wurde, konnte auch keine Akzente setzen. Alkmaar schaffte es nicht, nach dem Zurücklehenen dank der 2:0-Führung den Schalter wirklich wieder auf Angriff zu stellen – die Austria schaffte es aber auch nicht, die folgenden Chancen zu einem Siegtreffer umzumünzen.

Fazit: Es war eine komplett andere Partie als in Alkmaar, auch wenn das Resultat das gleiche ist. Diesmal war die Austria von Beginn an aktiv, aber hinten offen und fing sich einen Rückstand. Die Umstellung von Barazite von vorne auf die rechte Seite, das gute Auge von Liendl und zwei Tore aus Standards brachten die Austria zurück.

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Ein ähnliches Spiel | Salzburg – Bilbao 0:1 (0:1)
37′ Herrera

RB Salzburg - Athletic Bilbao 0:1

Deutlich weniger Unterschiede zum Hinspiel als beim Match der Austria gab es bei der Partie der Bullen gegen Bilbao. Beim 2:2 vor zwei Wochen dominierte Bilbao das Spiel klar, war extrem flexibel im Mittelfeld, aber die Basken kamen gegen die sehr tief stehenden Salzburger kaum zu Torchancen.

Diesmal stellte Bilbao-Coach Bielsa seinen Spieleröffner Javi Martínez gleich zu Beginn in die Innenverteidigung, wie er das im ersten Spiel zur Halbzeit gemacht hatte. Salzburg aber stand nicht mehr so tief wie beim 2:2, griff den Gegner früher an und hielt ihn so vom eigenen Tor weg. Das Quartett im Bilbao-Mittelfeld rochierte zwar auch diesmal, aber deutlich weniger als im Heimspiel und es fehlte auch die Idee, wie man Llorente vorne ins Spiel bringen könnte.

Was vor allem an zwei Salzburgern lag: Schiemer räumte im defensiven Mittelfeld kompromisslos auf und ließ fast nichts zu; Martin Hinteregger neutralisierte seine Seite mit Susaeta und Iraola und versuchte auch nach vorne einiges zu machen.

Den Bullen fehlte es vorne aber auch diesmal an der Durchschlagskraft. Stefan Maierhofer arbeitet zwar viel, aber gerade gegen eine Abwehspieler, die ihm technisch so dermaßen überlegen sind wie San José und Javi Martínez, macht der Lange einfach keinen Stich – bei einer solchen Ausgangsposition geht der verletzte Alan noch viel mehr ab als in der Bundesliga.

Das Gegentor (aus einem Konter) änderte am Spiel an sich nichts, ebenso wie die Umstellungen. Moniz stellte halb durch die zweite Hälfte auf ein 4-4-2 um (Wallner statt Cziommer), Bielsa reagierte, indem er mit Amorebieta einen zweiten echten Innenverteidiger brachte und Martínez ins Mittelfeld aufrücken ließ (Iturraspe ging raus). Die Flanken gehörten Salzburg, zumal auch Leonardo einiges an frischem Wind brachte, aber das war etwas zu eindimensional und Bilbao verwaltete das 1:0 nach Hause.

Fazit: Ein recht ähnliches Spiel wie vor zwei Wochen. Salzburg stand höher und attackierte früher, Bilbao fiel im Mittelfeld trotz technischer Überlegenheit noch weniger ein als beim Hinspiel. Mit den Basken gewann jene Mannschaft, die eine ihrer wenigen Chancen nützte und defensiv recht sicher stand. Augenschmaus war dieses Spiel aber keines.

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Das gleiche Spiel | Anderlecht – Sturm 3:0 (1:0)
23′ Gillet, 74′ Suárez, 81′ De Sutter

RSC Anderlecht - Sturm Graz 3:0

Das Hinspiel in Graz war eine recht eindimensionale Angelegenheit: Zwei Teams mit flachem 4-4-2 erklären das Zentrum zur toten Zone, was das Spiel nach vorne angeht, und die Belgier hatten Vorteile über die Flügel und nützten ihre Chancen besser zum 2:0-Sieg.

Das Rückspiel verlief praktisch genauso, nur Nuancen unterschieden sich. Anderlecht lief mit Fernando auf, so wurde aus dem 4-4-2 eher ein 4-4-1-1, weil der neue Mann tiefer stand und sich für Anspiele der beiden Sechser anbieten wollte. Eine Reaktion auf das Hinspiel, wo genau das ja nicht funktioniert hatte (außerdem musste Stürmer Mbokani passen).

Das hatte jedoch kaum Auswirkungen auf das Spiel – zum einen, weil sich Fernando im Rücken von Koch und Weber aufhielt und so selten frei stand, und zum anderen, weil in der Mittelfeld-Zentrale Ballverteiler Lucas Biglia fehlte. So waren die beiden Mittelfeld-Duos erst recht wieder sehr horizontal ausgerichtet – Verbindungsstationen auf dem Weg von der einen Seite zur anderen, Adjutanten im Spiel über die Flügel, aber ohne echte Relevanz im Spiel nach vorne.

Koch und Weber spielten die Bälle, wenn sie denn nach vorne gingen, entweder auf die Flügel hinaus oder weit auf Szabics bzw. Kienast. Beides hatte nicht den gewünschten Erfolg – anders als bei Anderlecht, wo sich auch schon mal die Stürmer auf die Flanken orientierten, und aus einem Anspiel von Suárez von der rechten Seite machte Gillet das 1:0.

Wie im Hinspiel musste auch diesmal nach einer Stunde ein Sturm-Verteidiger gehen – diesmal war es Felhofer – und wie im Hinspiel stellte Foda auf ein 4-4-1 um (Kienast ging raus, Pürcher kam). Das drückte das Spiel von Sturm noch weiter auf die Flügel, weil es nun zwischen dem defensiven Mittelfeld und dem gegnerischen Tor nur noch einen einzigen Spieler gab (erst Szabics, dann Haas).

Anderlecht wusste das und stellte sich darauf ein, zudem kamen mit Badibanga (links) und Kabasele (rechts) zwei frische Leute für die Mittelfeld-Außen. Mit dem 2:0 – wieder von der rechten Seite eingeleitet – war die endgültige Entscheidung gefallen, das 3:0 nur noch die Draufgabe.

Fazit: Beinahe eine Kopie vom Hinspiel: Zwei mal zwei Sechser, die sich gegenüberstehen und ähnliche Aufgaben haben, zwei Mal Spielaufbau, der konstruktiv fast nur über die Flügel kommt, und wieder hat Anderlecht dort Vorteile und macht weniger Fehler.

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Nach vier Spieltagen ist die Chance auf den Aufstieg damit für Sturm so gut wie erledigt (man müsste in Moskau und gegen AEK gewinnen und hoffen, dass die Russen bei Anderlecht verlieren) und für Salzburg so gut wie (auch hier gilt: Siege gegen PSG und in Bratislava plus Schützenhilfe von Bilbao). Die Austria hat noch realistische Chancen, auch wenn man am Verteilerkreis ebenso auf fremde Hilfe angewiesen ist.

Sturm und Salzburg, die schon in den Hinspielen unterlegen waren (auch wenn Salzburg dort zwei Kontertore aus dem Nichts erzielt hatte), legten ihre Rückspiele ähnlich bzw. genauso an und haben damit fast folgerichtig nicht zum Erfolg. Die Austria hat sich zumindest getraut, etwas anderes zu probieren als im (eh schon nicht schlechten) Spiel vor zwei Wochen – das hat zwar nicht wie erhofft geklappt, aber richtige Umstellungen und voller Einsatz retteten das Remis.

Weshalb es durchaus okay ist, dass vom rot-weiß-roten Trio die Austria noch die besten Chancen auf Platz zwei hat.

(phe)

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Bilbao dominiert klar, es braucht aber zwei Elfer – 2:2 gegen Salzburg https://ballverliebt.eu/2011/10/20/bilbao-dominiert-klar-es-braucht-aber-zwei-elfer-22-gegen-salzburg/ https://ballverliebt.eu/2011/10/20/bilbao-dominiert-klar-es-braucht-aber-zwei-elfer-22-gegen-salzburg/#comments Thu, 20 Oct 2011 21:17:12 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=5969 Bilbao dominiert klar, es braucht aber zwei Elfer – 2:2 gegen Salzburg weiterlesen ]]> Zwei Tore völlig entgegen des Spielverlaufs – und die Bullen führten in Bilbao mit 2:0. Die Hausherren steckten aber nicht auf, dominierten das Spiel über 90 Minuten. Und wenn aus dem Spiel nichts geht, so wie bei Bilbao in dieser Partie, dann müssen es eben Elfmeter richten.

Athletic Bilbao - RB Salzburg 2:2

Salzburg? Lief im San Mamés in der üblichen Formation auf. In der defensiven Ausrichtung, in der die Bullen das Spiel anlegten, war das ein 4-1-4-1 mit Wallner vorne, Leonardo links und Zárate rechts und mit Svento aus der Halbposition, der zuweilen aufrückte um etwas Druck zu erzeugen.

Athletic unter Bielsa

Die Geschichte des Spiels bestimmte aber eindeutig die Mannschaft von Marcelo Bielsa. Er war – anders als Gianpiero Gasperini bei Inter – bereit, von seinem präferierten 3-4-3 wegzugehen, weil es seiner Mannschaft und, noch viel mehr, den Gegnern in der spanischen Liga nicht entsprach. So ist das Bilbao unter Bielsa weniger wie das Chile unter ihm, sondern eher wie die spanische U-20 bei der WM in Kolumbien oder die spanische U-21 bei der EM in Dänemark in diesem vergangenen Sommer.

Das heißt: Aus einem grundsätzlichen 4-1-4-1 heraus wird viel weniger horizontal gespielt, als man das von Bielsa-Teams bisher kannte, und vor allem ist beim Mittelfeld-Quartett ein Schlagwort ganz entscheidend: Vertikale Laufwege. Weil die Außenverteiger Iraola und Aurtenetxe viel nach vorne arbeiten, zieht sich die offensive Viererkette in der Mitte zusammen und wechselt die Positionen, dass es unmöglich ist, da immer mitzukommen.

Fluides Mittelfeld

Und doch hatte jeder seine eigene Aufgabe. Susaeta, der eher über die rechte Seite kam, blieb dort zumeist, abgesichert von Iraola, mit der Absicht, den Kanal zwischen Salzburger Abwehr und Mittelfeld zu bearbeiten. Iturraspe war im Atheltic-Mittelfeld noch der einzige, der vornehmlich vertikale Laufwege absolvierte: Er stand, entgegen seinen üblichen Gepflogenheiten, eher hoch und ging immer wieder zurück, um sich neben dem recht defensiv ausgerichteten Sechser Javi Martinez Bälle zu holen.

Oscar de Marcos auf der nominell linken Seite spielte sehr viel im Zentrum, kreuzte oft praktisch parallel zur Mittellinie vor Jungstar Iker Muniain, der so ein wenig der Spielgestalter war. Dabei aber viel unterwegs war, um sich möglicher Manndeckung zu entziehen. Die drei zentralen Mittelfeldspieler der Bullen hatten alle Hände voll zu tun, mit den ständigen Rochaden schritt zu halten.

Bilbao spielt, Salzburg trifft

Sie machten es aber gar nicht schlecht. Schiemer und Co. ließen sich nie so aus der Position ziehen, dass Bilbao einen Weg in den Strafraum fand, hinten standen Sekagya und Pasanen gut – da es den beiden am Tempo fehlt, sie aber beide eine hervorragende Spielübersicht haben, konnten sie Zweikämpfe mit Llorente vermeiden und viel mit gutem Stellungsspiel richten. Auch, weil Llorente sehr viel aus dem Mittelfeld kam, er als statischer Mittelstürmer kaum Bälle gesehen hätte.

So wurden die Bullen im Mittelfeld zwar ordentlich hin und her gescheucht, aber wirklich Angst vor einem Gegentor musste mach eigentlich nie haben. Das hatten auch die Basken nicht. Eine halbe Stunde lang absolut zu Recht, da war Wallner allein auf weiter Flur und komplett kaltgestellt. Ehe er beim ersten wirklichen Konter von Zárate gut angespielt wurde und es ausnützen konnte, dass Ekiza falsch stand – das 1:0 für Salzburg, das Spiel war auf den Kopf gestellt.

Bielsa stellt um

Das war es umso mehr, als kurz darauf Leonardo einen energiegeladenen Lauf nach vorne startete, der Doppelpass mit Wallner funktionierte, und es plötzlich 2:0 für die im Spiel selbst eigentlich komplett unterlegenen Bullen stand – die Strafe für fehlenden Zug zum Tor vom Team aus dem Baskenland. Daher stellte Bielsa in der Pause etwas um. Innerhalb seines Systems zwar, aber Positionen wurden mit Spielern mit anderen Eigenschaften besetzt.

Beim ersten Wechsel zu Beginn der zweiten Hälfte kam mit Gabilondo ein Offensiv-Spieler für Innenverteidiger Ekiza. Dafür ging Javi Martinez zurück in die Viererkette und Iturraspe auf die Sechs. Somit hatte Bilbao nun einen gelernten Mittelfeldspieler, einen echten Ballverteiler, ganz hinten. Nachteil war, dass er sich in klassischen 1-gegen-1-Situationen, wie sie für Innenverteidiger normal sind, schwer tat. Vorteil war, dass es mit Martinez hinten und Iturraspe davor jetzt noch mehr Dominanz geben sollte – zumindest auf dem Papier.

Bilbao gleicht aus

Denn wirklichen Effekt auf das Spiel hatte das nicht: Das Mittelfeld der Basken trieb weiter den Ballbesitz in lichte Höhen, aber auch mit Iturraspe von hinten und Gabilondo in der Vorwärtsbewegung fehlte es an der Torgefahr. Darum stellte Bielsa nach etwa einer Stunde noch einmal um: Diesmal ging Linksverteidiger Iraola raus, für ihn kam mit Ander Herrera (wie Muniain und Martinez) ein U21-Europameister für das Mittelfeld. Oscar de Marcos wechselte dafür von der linken Mittelfeldseite nach rechts hinten. Hintergedanke: Wie bei Martinez, mehr kreativer Druck von hinten.

Schlussphase

Dass es nach 75 Minuten 2:2 stand, muss aber nicht zwingend eine Folge dieser Umstellungen gewesen sein – der Anschlusstreffer war ein Elfer nach einem nicht so klaren Vergehen von Sekagya, der Ausgleich nach einem unglaublichen Handspiel von Lindgren. Der Schubser, den er mitbekommen hatte, kann da keine Ausrede sein – dummerweise war es für Lindgren, der für den angeschlagenen Schiemer gekommen war, schon die zweite Verwarnung. Damit war Salzburg nur noch zu zehnt.

Gastgeber dominieren auch Schlussphase

Dass die Wechsel von Bielsa aber zumindest nicht falsch waren, zeigte die Tatsache, dass De Marcos in seiner neuen Rolle als brutal nach vorne schiebender Rechtsverteidiger und Ander Herrera aus dem rechten Halbfeld in der Schlussphase die beiden auffälligsten Akteure seiner Mannschaft waren, in der nach dem hohen Laufpensum insgesamt nun ein wenig die letzte Spritzigkeit fehlte. So war das Bemühen, noch den Siegtreffer zu erzielen, durchaus sichtbar und gegeben. Doch bis zum Schluss galt: Echte Torgefahr sieht anders aus.

Fazit: Trotz 2:0-Führung ein schmeichelhafter Bullen-Punkt

Wie es möglich war, dass die Bullen trotz der kompletten spielerischen Unterlegenheit mit einer 2:0-Führung in die Pause gehen konnte, ist ihnen wohl selbst nicht ganz klar. Die Salzburger haben, das muss man ihnen zweifellos als großen Pluspunkt anrechnen, sehr gut verteidigt und standen dem extrem rochierenden baskischen Mittelfeld mit guter Organisation und Geduld in der Defensiv-Arbeit entgegen. Das änderte sich bis zum Schlusspfiff nicht, gefährliche Aktionen von Athletic aus dem Spiel heraus kann man locker an einer Hand abzählen.

Und doch ist, wenn man das Spiel an sich betrachtet, der Punkt wohl doch etwas schmeichelhaft. Spielerisch war Bilbao zwei Klassen besser, dazu wechselte Bilbao-Trainer Marcelo Bielsa zweimal mit sichtbarem Hintergedanken gut aus und kam so letztlich zum Ausgleich. Natürlich, es waren zwei Elfmeter-Tore. Aber eine Niederlage für die Basken wäre angesischts des Kräfteverhältnisses auf dem Platz nicht korrekt gewesen.

(phe)

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Slovan wollte nur das Remis – Bullen bestrafen das mit 3:0 https://ballverliebt.eu/2011/09/29/slovan-wollte-nur-das-remis-bullen-bestrafen-das-mit-30/ https://ballverliebt.eu/2011/09/29/slovan-wollte-nur-das-remis-bullen-bestrafen-das-mit-30/#comments Thu, 29 Sep 2011 21:48:35 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=5830 Slovan wollte nur das Remis – Bullen bestrafen das mit 3:0 weiterlesen ]]> Es war eine zähe bis öde Partie. Was an den Gästen aus der Slowakei lag, die nur auf das 0:0 spielten, den Salzburgern kaum einen Platz ließen. Das führte aber nicht zum Erfolg – weil die Bullen den Wall überwanden und dann den sich bietenden Platz ausnützen konnten.

RB Salzburg - Slovan Bratislava 3:0

Slovan Bratislava hat in der Qualifikation immerhin die Roma eliminiert. Wie das möglich war, wurde beim Spiel in Salzburg recht schnell deutlich: Mit einer strikten Defensiv-Taktik, die darauf ausgerichtet war, dem Gegner schon im Mittelfeld die Möglichkeit zu nehmen, sich konstruktiv in den Strafraum zu spielen. Das klappte gegen eine ohne wirkliches Flügelspiel antretende, eher eindimensionale Roma wundserbar. Und damit bereitete man auch den Bullen Probleme.

Slovan macht das Mittelfeld dicht

Das sah im Detail so aus, dass vor der Viererkette noch eine weitere defensive Dreierkette im Mittelfeld eingezogen wurde; die Außenspieler im Mittelfeld hatten ebensfalls durchaus Aufgaben in der Defensive. Salzburg ist eine Mannschaft, die ihre Angriffe am Liebsten nach dem Strickmuster „Vom Zentrum auf die Flügel und dann flanken“ aufzieht. Die Hauptabsicht vom Slovan-Trainer und Slowakei-Teamchef Vladimír Weiss war, die Pässe aus dem Zentrum auf die Flügelspieler Jantscher und Zárate zu unterbinden.

Das Zauberwort war „Überzahl“ – jeder Flügelspieler hatte eigentlich immer drei Spieler gegen sich. Den gegnerischen Mittelfeld-Außen, der nach hinten arbeitete. Den Außenverteidiger, der aggressiv dagegen ging. Und dazu noch den Gegner aus dem Halbfeld, der gleich drei Aufgaben in sich vereinte: Den Passweg abzudecken, auf den Außenspieler aufpassen, und dazu noch Druck auf das Salzburger Mittelfeld auszuüben.

Zähe Partie

Außerdem vermieden es die Slowaken praktisch völlig, Fouls in Strafraumnähe zu begehen. So hatte Salzburg zwar viel Ballbesitz, aber keine passenden Passwegen nach vorne, keinen Platz, um Bälle in die Gasse zu spielen, kein nennenswertes Flügelspiel und auch keine Standards, die die Situation noch retten konnten. Und durch die Mitte geht bei den Bullen sowieso von der ganzen Spielanlage her wenig.

Die Folge war ein recht zähes Spiel, in dem Slovan Bratislava nie wirklich den Anschein erweckte, auf einen Sieg aus zu sein – ein torloses Unentschieden schien den Slowaken absolut zu genügen. Dementsprechend bescheiden waren auch die eigenen Angriffsbemühungen, die sich meist auf lange Bälle auf Ex-Austrianer Filip Sebo beschränkten. Er turnte oft hart an der Grenze zum Abseits (und zuweilen darüber), kam aber kaum in die Position, das Salzburger Tor zu gefährden.

Doch noch ein typisches Bullen-Tor

So ging das eine Stunde lang, ehe es Salzburg einmal doch gelang, Jantscher auf der Flanke zu bedienen (Svento spielte einen kurzen Pass aus dem Strafraum nach außen), seine Flanke fand Leonardo, und dieser kam gegen drei andächtig zuschauende Slovan-Verteidiger völlig frei zum Kopfball. Letztlich also doch ein typisches Tor des Salzburger Teams unter Ricardo Moniz.

Nun war Slovan natürlich schon gezwungen, sich nach vorne zu orientieren, und das tat der slowakische Meister auch. Guédé gab nun de facto einen Zehner, die Mittelfeld-Außen drückten weiter nach vorne, und die Außenverteidiger marschierten nun wesentlich fleißiger nach vorne als vor dem Rückstand.

Slovan macht auf, Salzburg den Sack zu

Das nun entstandene 4-2-3-1 von Slovan versuchte nun, Druck auf die Salzburger Defensive auszuüben, aber was vorher komplett harmlos war, wurde nach dem Rückstand auch nicht wirklich dauerhaft gefährlich. Im Gegenzug entstanden aber Löcher in der zuvor so eng gestaffelten Defensive, was den Salzburgern letztlich auch das 2:0 ermöglichte: Leonardo ließ sich zwischen Abwehr und Sechser fallen, wurde nicht wirklich angegriffen, und sein gefühlvoller Chip auf Zárate hebelte die Abseitsfalle aus. Die Entscheidung.

Was auch die Slowaken wussten und ihre Bemühungen nun weitgehend einstellten. Der Widerstand war gebrochen. Die letzte Viertelstunde tickte nur noch die Uhr herunter, eher Svento in der Nachspielzeit sogar noch das 3:0 zu erzielen. Womit auch das direkte Duell entschieden sein sollte.

Fazit: Slovan legte es auf ein 0:0 an – klappte nicht

Es ist schon ein wenig enttäuschend, dass Vladimír Weiss von Anfang an nichts anderes als das 0:0 wollte. Wobei man aber sagen muss: Eine Stunde lang hat Slovan das mit extremer Disziplin gespielt, fast nichts – nur einen einzigen Freistoß in halbwegs gefährlicher Distanz. Nachdem der Wall einmal überwunden war, fehlten aber die Mittel im Spiel nach vorne.

Die Salzburger haben, wenn man es positiv auslegen will, die nötige Geduld gezeigt und auf ihre Chance gewartet und diese dann genützt. Wenn man es negativ auslegen will, haben jedoch auch ihnen eklatant die Ideen und ein wirklich taugliches Konzept im Spiel nach vorne gefehlt. So oder so: Die wenigen Tormöglichkeiten wurden verwertet, und in diesem Geduldsspiel war das letztlich ausreichend.

(phe)

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1:3 bei PSG: Bullen machen lange alles richtig, aber die Franzosen cleverer https://ballverliebt.eu/2011/09/15/13-bei-psg-bullen-machen-lange-alles-richtig-aber-die-franzosen-cleverer/ https://ballverliebt.eu/2011/09/15/13-bei-psg-bullen-machen-lange-alles-richtig-aber-die-franzosen-cleverer/#comments Thu, 15 Sep 2011 18:56:38 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=5755 1:3 bei PSG: Bullen machen lange alles richtig, aber die Franzosen cleverer weiterlesen ]]> Salzburg startet mit einem 1:3 bei Paris St. Germain in die Europa League – ein frustrierendes Spiel für die Bullen, weil in der ersten Halbzeit eigentlich alles richtig gemacht wurde und die Franzosen aus zwei Chancen zwei Tore schossen. Was im Grunde schon die Entscheidung war.

Paris St. Germain - Red Bull Salzburg 3:1

Wenn bei einem Gegner ein Spieler wie Javier Pastore aufläuft, besteht immer die Gefahr, dass man scih allzu sehr auf diesen einen Mann konzentriert und darüber die anderen zehn Spieler zu vernachlässigen – genau das hat Salzburg nicht gemacht. Hier spielte den Bullen natürlich die Tatsache massiv in die Hände, dass die Franzosen sich generell, je weiter es nach vorne ging, umso mehr ins Zentrum zusammen zogen.

Salzburg über die Flügel

Die nominellen PSG-Flügelspieler Nene (links) und Nénez (rechts), die mit Pastore auch permenent rochierten, überließen die Flügel hauptsächlich ihren Außenverteidigern. Das hieß für Salzburg, wie es generell dem Bullen-Spiel unter Ricardo Moniz entspricht: Ab auf die Flanken! So wurde aus der verletzungsbedingten Not eine Tugend gemacht und beide Außenverteidiger-Positionen mit gelernten Offensivpielern besetzt – namentlich Dusan Svento (links) und Stefan Hierländer (rechts).

Dadurch, dass diese beiden durchaus gefährliches Potential nach vorne brachten, gelang es im Verbund mit Jantscher und Leonardo über weite Strecken sehr gut, die Seiten zu kontrollieren und die Außenverteidiger von PSG nicht wirklich zu entfaltung kommen zu lassen. Das hatte wiederum den Effekt, dass sich PSG noch mehr auf die Mitte konzentrierte.

PSG durch die Mitte gezwungen

Salzburg verteidigte das sehr gut, indem schon im Mittelfeld die Räume durch gute Laufarbeit unf auch gute Laufwege die Pass- und Laufwege für die Franzosen sehr eingeschränkt wurden und darüber hinaus Pastore und Co. sehr wenig Zeit am Ball hatten. So liefen sich die Versuche von PSG, sich spielerisch nach vorne zu bewegen, im engmaschigen Netz der Salzburger hängen.

So blieben Matuidi, dem als tief stehender Sechser die Spieleröffung oblag, oft nur lange Bälle in die Spitze – die entweder nicht ankamen oder, wenn doch, es dauerte, ehe die Teamkameraden nachgerückt waren. Über weite Strecken der ersten Hälfte blieb das Team von Trainer Antoine Kombouaré somit harmlos.

Bitterer Rückstand

Die Salzburger verstärkten, wann immer möglich, den Druck über die Flanken und kamen so auch durchaus zu einigen guten Chancen zum Torerfolg, aber der letzte Pass auf Solospitze Maierhofer kam zu oft nicht an, und wenn doch ein Schuss losgelassen wurde, war PSG-Goalie Douchez zur Stelle oder streifte der Ball knapp am Tor vorbei.

Ein Problem ergab sich bei den Bullen aber mit Fortdauer der ersten Spielhälfte: Wenn die Außenverteidiger aufgerückt waren, ergaben sich hie und da Löcher im Mittelfeld, wenn auch einer aus dem Duo Leitgeb/Cziommer zu weit nach vorne kam. So liefen die Bullen nach einer halben Stunde in einen Konter, den Schiemer nur mit einem Foul an Ménez im Strafraum stoppen konnte; Nene verwandelte den fälligen Elfmeter.

Zunächst versuchte Salzburg unbeeindruckt, sich nicht vom eigenen Spiel abbringen zu lassen, was auch grundsätzlich richtig war und bis auf diese eine Szene auch gut funktioniert hatte, ehe kurz vor dem Pausenpfiff Kapitän Bodmer mit einer unhaltbaren Granate von der Strafraumgrenze das 2:0 für die Gastgeber gelang – bitter, denn so richtig viel hatten die Bullen eigentlich bis dahin nicht falsch gemacht.

PSG in komfortabler Position

Doch in der zweiten Halbzeit war das Spiel mit der komfortablen PSG-Führung natürlich ein anderes. Die Franzosen konnten sich nun nicht nur etwas weiter zurückziehen und die Salzburger kommen lassen, sondern sie besetzten die Flügel auch um einiges konsequenter als noch vor der Pause. Somit konnten die Außenverteidiger (Ulmer übernahm die linke Seite, Svento nahm die Position des ausgewechselten Cziommer ein) nicht mehr so viel wie noch vor dem Seitenwechsel nach vorne machen.

Das erlaubte wiederum den PSG-AVs Jallet und ARmand, sich höher zu stellen – kurz, die Salzburger Flügel waren komplett tot. PSG lauerte nun nur noch darauf, die einerseits zum ausmachen und andererseits durch die Mitte gezwungenen Bullen zu locken und auf den Fehlpass im Spielaufbau zu warten, der erschreckend oft auch kam.

Endgültige Entscheidung

So fiel nach einer Stunde auch des 3:0 zur Ménez: Ballverlust von Salzburg in der Vorwärtsbewegung (leichtsinniger Querpass von Jantscher nach einem Anspiel von Schiemer), schneller Gegenstoß, und drin war der Ball. Das war natürlich die endgültige Entscheidung, nach der die Gastgeber das Spiel recht locker nach Hause spielen konnten, auch, weil von den Salzburger keine wirkliche Gegenwehr in Form von eigenen Angriffsversuchen mehr kamen.

Erst, als das Spiel in seine letzten Minuten ging, öffneten sich im ob des sicheren Sieges in einigen Situationen etwas schlampig gewordenen Mittelfeld von PSG einige Löcher, durch die es doch hin und wieder gelang, sich schnell in die Spitze zu bewegen. Aber es brauchte einen Freistoß un einen Kopfball von Sekagya, um kurz vor Schluss noch den Ehrentreffer zu erzielen.

Fazit: PSG erst kaltschnäziger, dann mit mehr Klasse

Ein frustrierendes Spiel für Salzburg. Über praktisch die gesamte erste Spielhälfte machten die Bullen eigentlich alles richtig, kontrollierten die zu eng spielenden Franzosen gut und kamen durch gutes Flügelspiel auch selbst zu einigen guten Torchancen. Aber Ein Konter und ein Sonntagsschuss brachten PSG noch vor dem Seitenwechsel auf die Siegerstraße.

Dana kontrollierte der Gastgeber mit guten Adaptierungen im eigenen System und der Führung im Rücken die Partie ohne wirkliche Probleme und machte mit dem dritten Tor die Entscheidung perfekt. Den Salzburgern fehlten, sobald PSG den Kampf um die Flügel gewonnen hatte, die Mittel, um durch das enge französische Zentrum nach vorne zu kommen.

Letztlich hat PSG gewonnen, weil die Franzosen vor der Pause ihre Chancen besser nützten und nach dem Seitenwechsel ihre überlegene Klasse relativ cool ausspielten.

(phe)

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Bundesliga-Vorschau: Der Titel wird auf den Flügeln entschieden… https://ballverliebt.eu/2011/07/22/bundesliga-vorschau-der-titel-wird-auf-den-flugeln-entschieden/ https://ballverliebt.eu/2011/07/22/bundesliga-vorschau-der-titel-wird-auf-den-flugeln-entschieden/#comments Fri, 22 Jul 2011 11:39:30 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=5391 Bundesliga-Vorschau: Der Titel wird auf den Flügeln entschieden… weiterlesen ]]> …oder an dessen geschicktester Umgehung. Ballverliebt nimmt die fünf Top-Teams der österreichischen Bundesliga unter die Lupe – die Flügelteams Sturm, Salzburg und Ried, das Zentrums-Team Austria. Und die Mannschaft von Rapid, die wohl die interessanteste der neuen Saison wird.

Was wird das Erfolgsrezept 2011/12?

Sportlich ist in die „Großen 4“ zuletzt das Team aus Ried dazugestoßen – die Innviertler ließen Rapid hinter sich, holten den Cup und schicken sich auch dieses Jahr an, im Konzert des Führungsquartetts mitzuspielen. Es ist Geschmackssache, ob man die Spitzenteams nun als „Große 5“ oder als „Große 4 plus Ried“ bezeichnet – in diese Vorschau jener Teams, die um die internationalen Plätze kämpfen, gehört Ried zweifellos dazu.

Red Bull bekommt Flügel

Salzburg unter Ricardo Moniz

Der Topfavorit auf den Meisterteller ist sicher das Team aus Salzburg. Was sich in den paar Spielen, die Ricardo Moniz am Ende der letzten Saison am Ruder war, angedeutet hatte, wird in der neuen Spielzeit konsequent verfeinert: Positiver Fußball ist angesagt, mit voller Konzentration auf die Flügel.

Moniz stellt sein Team in einem, wie es so schön heißt, holländischen 4-3-3 auf, ähnlich wie 2008/09 unter Co Adriaanse. War damals das Angriffsspiel auf Janko ausgerichtet war, so ist es das Anno 2011 auf den Brasilianer Alan, der von Huub Stevens sträflich vernachlässigt wurde aufblüht, seit Moniz ihm das Vertrauen schenkt.

Das Rezept der Bullen ist nicht allzu kompliziert: Die Spieler auf den Halbpositionen im Mittelfeld (Leitgeb und Cziommer) legen den Ball auf die Außenstürmer, diese flanken ins Zentrum auf Alan. Die offensichtliche (und kurzsichtichte) Möglichkeit, das zu verteidigen, ist die Konzentration auf Alan – aber der ist technisch so beschlagen, dass kein Verteidiger dieser Liga ihn über 90 Minuten ausschalten kann, wenn permanent die flachen (!) Flaken auf ihn zufliegen.

Es gibt grundsätzlich zwei Wege, das sinnvoll zu verteidigen: Entweder, die Außenverteidiger konzentrieren sich auf die Bullen-Flügel – worduch aber das eigene Angriffsspiel gelähmt wird. Oder man lässt die Pässe von Cziommer und Leitgeb gar nicht erst zu. Das wird, so wie die anderen Teams aufgestellt sind, die Variante sein, mit der es die Gegner wohl eher versuchen werden.

Was wiederum mehr Verantwortung für die Außenverteidiger der Bullen schafft: Denn, wie in einem holländischen 4-3-3 üblich, rücken diese zwar auf, sind aber nicht pirmär dafür vorgesehen, die Flügelstürmer zu hinterlaufen und selbst zur Grundlinie durchzugehen. So oder so, der Schlüsssel zum Erfolg bei Salzburg liegt ganz massiv auf den Flügeln – sicherlich ein Grund, warum man sich mit Leonardo einen Spieler geholt hat, der dieses System in- und auswendig kennt.

Dass ein Roman Wallner, der bulliger ist und technisch nicht so beschlagen wie Alan, in diesem System nicht so gut funktioniert, konnte man schon sehen. Sollte sich Alan verletzen, wird Moniz einen Plan B brauchen, zuden ist mit gesteigertem Frust bei Wallner zu rechnen, wenn er kaum spielt und, wenn doch, er kaum zur Geltung kommt.

Sturm: Wer eröffnet des Meisters Spiel?

Beim Meister gab es im Sommer eine ganz entscheidende Personalie: Gordon Schildenfeld verließ die Steirer und dockte bei Eintracht Frankfurt an, um dort in die deutsche Bundesliga aufzusteigen. Das ist nicht nur defensiv ein großes Problem, weil ohne den Kroaten der zweifellos beste Abwehrspieler der abgleaufenen Saison fehlt, sondern genauso in der Vorwärtsbewegung.

Sturm unter Franco Foda

Denn ohne Schildenfeld stellt sich die einfache Frage: Wer soll das Spiel bei Sturm nun eröffnen? Denn den ersten Pass können weder die verblieben Feldhofer und Burgstaller so spielen wie der Kroate, und der als Ersatz verpflichtete Milan Dudic schon gleich gar nicht.

Was Sturm noch mehr zu einem flügelorientierten Team macht, als das in der Vergangenheit schon der Fall war. Denn weil aus der Innenverteidigung nicht mit viel zu rechnen ist, verstärkt das die Verantwortung für die Außenverteidiger (Standfest und vermutlich Popchadze) – auch über das zentrale Mittelfeld hinaus

Denn wie schon letzte Saison zu erkennen war, ist das Zentrum kein Herd der Kreativität und wird im Spiel nach vorne eher eine untergeordnete Rolle spielen. Es bleibt zwar abzuwarten, ob Matthias Koch seine Rolle offensiver interpretiert als Mario Kienzl, da es aber auch ein einem wirklich mobilen möglichen Zehner fehlt, wird wieder sehr viel Aufbauarbeit über die Flanken kommen.

Die schnellen Hölzl und Wolf sind dafür prädestiniert und sie waren auch ein entscheidender Faktor zum Titelgewinn, aber die Besetzung der Offensivzentrale ist noch eine kleine Baustelle. Muratovic, der das in den ersten paar Pflichspielen gemacht hat, fehlt es altersbedingt massiv an Mobilität und Kondition, um da eine Dauerlösung zu sein – er war grandios als Joker für eine halbe Stunde, aber wahrscheinlicher ist, dass auf Sicht eher Imre Szabics die hängende Spitze gibt und Kienast den Stoßstürmer.

Szabics ist aber kein Zehner und wird sich immer eher nach vorne orientieren als nach hinten – so wird er eher mit seiner hohen Arbeitsrate die Flügel unterstützen, als aus dem Zentrum für Zuspiele zu sorgen. Das macht Sturm anfällig gegen Teams mit defensivstarken Außenverteidigern und guter Spielgestaltung aus der defensiven Zentrale (wie Ried beim 1:1 zum Auftakt schon gezeigt hat), weil man zwischen Weber/Koch und dem Angriff mit einem größeren Loch rechnen kann.

Wie wird die Austria Baumgartlinger ersetzen?

Die Austria unter Karl Daxbacher

Hat Sturm mit Schildenfeld den besten Innenverteidiger der Liga verloren, muss die Wiener Austria den Abgang von Julian Baumgartlinger verkraften – dem fraglos besten defensiven Mittelfeldmann und Spieleröffner, den es in Österreich derzeit gibt.

Die Unsicherheit, ob Junzovic bleibt oder auch noch ins Ausland geht, ist für die Austria zwar quälend, hat aber auf den Aufbau und die Ausrichtung der Mannschaft keine so weitreichenden Folgen das Fehlen von Baumgartlinger.

Das Problem: Petr Hlinka ist zwar ein geeigneter Staubsauger mit gutem Auge für das Verhindern gegnerischer Angriffe, aber er ist kein Spieleröffner. Darum wird wohl der aus Wr. Neustadt geholte Alex Grünwald auch dann den Job in der Zentrale bekommen, wenn Junuzovic bleibt (ansonsten wird halt Liendl die linke Seite übernehmen). Allerdings fehlt noch so ein wenig das Gefühl innerhalb der Mannschaft, Grünwald bei seiner Aufgabe auch zu unterstützen.

Bei seinem ersten Einsatz im Heimspiel gegen Rudar Pljevlja rückte das Offensivquartett so weit auf, dass sich zwischen Grünwald und dem Angriff ein Riesenloch auftat, in dem sich der Gegner breitmachte und sinnvolle Pässe von Grünwald in die Spitze unmöglich machte.

Hier wird es vor allem an Junuzovic (oder Liendl) und Barazite sein, auf die Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen und eine Spieleröffnung von Grünwald auch zuzulassen. Denn ansonsten wird die Austria dazu gezwungen sein, das Mittelfeld zu umgehen und wiederum über die Flügel zum Erfolg zu kommen. Dann wäre aber Grünwald im Zentrum verschenkt, weil gegen die schwächeren Teams so ein zusätzlicher Mann vorne fehlte, um den zu erwartenden tief stehenden Gegner zu überwinden, und weil die besseren Teams ohnehin selbst hauptsächlich über die Flügel kommen und es zentral nicht viel zu verteidigen gäbe.

Ried bleibt sich treu

Herbstmeistertitel, Cupsieg und trotz eines eher mühsamen Frühjahrs ein starker vierter Platz in der Liga – die Innviertler waren letztes Jahr der Hecht im Karpfenteich. Es deutet nichts darauf hin, dass das dieses Saison anders ist, denn Ried wäre nicht Ried, wenn man sich nicht treu bleiben würde.

Ried unter Paul Gludovatz

So wird Paul Gludovatz weiter auf sein bewährtes 3-3-3-1 setzen, in dem die Abgänge mit jungem, spielintelligentem Personal nachbesetzt wurden – Benny Basala, U17-Europameister aus Köln, nimmt die Position des rechten Wing-Backs statt Brenner ein, Reifeltshammer jene von Stocklasa.

Das nominell unterbestzte Zentrum ist ein Zugeständnis an das auf Flügel konzentrierte Spiel der Gegner und ist gleichzeitig ein Schlüssel zum eigenen Spiel, schließlich gibt es so auf jeder Flanke drei Spieler gegen die sonst üblichen zwei bei der Gegnerschaft – Überzahl auf den Flanken, zumal mit jungen, dynamischen und schnellen Spielern (Royer, Basala) ist einer der entscheidenden Vorteile.

Gleichzeitig war der entscheidende Schritt nach vorne in der abgelaufenen Saison das Fallenlassen von Drechsel. Denn in der Offensive ist die Zehn nicht die entscheidende Funktion, dafür braucht es aufgrund des ansonsten entleerten Mittelkreises dort Spieler, die schnell sind und gegen die gegnerischen Sechser auch viel defensiv arbeiten kann.

Das war Drechsel nicht, das sind der schmächtige Carril und die Rieder Allzweckwaffe Anel Hadzic aber sehr wohl. Weswegen Carril, der diese Position letztes Jahr spielte, eher überschaubare Scorer-Werte hatte und auf den ersten Blick für viele keine übermäßig wichtige Rolle im Rieder Höhenflug spielte – letztlich aber seine Aufgaben erfüllte und sehr wohl seinen Teil zum Erfolg beigetragen hat.

Das unübliche System, zum Leben erfüllt von einer jungen, schnellen und vor allem spielintelligenten Mannschaft, wird auch diese Saison viele Gegner vor große Probleme stellen. Einzige wirkliche Schwäche ist die fehlende Kadertiefe – viele Spieler dürfen nicht längerfristig ausfallen.

Große Variabilität und viele Möglichkeiten bei Rapid

Rapid unter Peter Schöttel (4-4-2)

Das interessanteste Team der neuen Saison wird, wie es derzeit aussieht, wohl Rapid werden. Denn der neue Trainer Peter Schöttel hat bereits angekündigt, sich in seiner Formation auch am jeweiligen Gegner zu orientieren, sich nicht auf ein System festlegen zu wollen und vor allem auch das Personal hat, um verschiedenste Varianten auf das Feld zu bringen.

Wichtigste Änderung unter Schöttel ist aber, dass Hofmann vom (nominell) rechten Flügel ins Zentrum geht und somit das jahrelange „Hofmann-Loch“, das entstand, wenn der Deutsche regelmäßig in die Mitte zog, geschlossen wird.

In einem 4-4-2 ist Hofmann zentral neben einem einzelnen Sechser (Kulovits hat wegen seiner Kampfstärke in diesem System Vorteile gegenüber Heikkinen). Hier würde das Spiel von Rapid jenem der Austria durchaus ähneln, wiewohl Hofmann sicher eher nach vorne aufrückt als Grünwald bei den Violetten. Der Vorteil dieses Systems: Beide Flügel bleiben doppelt besetzt bei gleichzeitiger Kreativität aus dem Zentrum – das fehlte in der Vergangenheit, zudem gibt es vorne zwei Anspielstationen. Nachteil: Die zwei Spieler vorne sind sich in der Spielanlage sehr ähnlich, ein Loch zwischen Mittefeld und Angriff macht gegen zwei Sechser beim Gegner das Loch schwer zu überwinden.

Rapid unter Peter Schöttel (4-2-3-1)

Es ist zu erwarten, dass das 4-4-2 eher die Variante ist, wenn es gegen Team mit nur einem Sechser geht (wie beim Startsieg gegen die Admira) und wenn Schöttel das Spiel selbst gestalten will. Es gibt aber auch die Möglichkeit, in einem 4-2-3-1 aufzulaufen – ein probates Mittel gegen Mannschaften mit zwei defensiven Mittelfeldspielern.

Hier würde Hofmann auf die Zehn gehen und ihm mit Prager oder Prokopic (die das beide spielen können) ein Achter zur Seite gestellt werden, der eher aus der Tiefe kommt unf dort Platz sucht; mit einem klassischen Sechser als Absicherung – hier hätte Heikkinen wegen seiner Qualitäten als Holder wohl leichte Vorteile gegenüber Kulovits.

In dieser Formation hätte Rapid zwei Mann auf dem Feld, die ein Spiel aus der Zentrale heraus lenken können, und dennoch blieben wiederum beide Flügel besetzt.

Dort hat Schöttel nun auch vermehrt Möglichkeiten. Auf der linken Seite ist Schrammel zwar bei Standards nicht annähernd so gefährlich wie Katzer, bringt aber aus dem Spiel deutlich mehr. Eine mögliche Problemzone könnte eher die rechte Flanke sein – zwar muss niemand mehr die Putzfrau für Hofmann spielen, aber Thonhofer  ist keiner der Top-Rechtsverteidiger der Liga und Michael Schimpelsberger ist an sich eher Sechser oder Innenverteidiger.

Zur These: Die Meisterschaft wird auf den Flügeln entschieden…

Doch so oder so: Rapid macht auf dem Papier den mit Abstand varbaibelsten Eindruck gegenüber den sehr auf ein spezielles System fixierten und eher eindimensionalen Gegnern im Kampf um die internationalen Plätze bzw. den Meistertitel. Die Probleme bei den Hütteldorfern sind somit in der neuen Saison eher im Umfeld zu erwarten als auf dem Platz selbst.

Auffalend ist eben die Fixierung vieler Teams auf das Flügelspiel, obwohl eigentlich nur Ried – dank des Systems mit den Wing-Backs – die Außenverteidiger wirklich massiv nach vorne schieben lässt und neben den Innviertlern nur noch Salzburg mit echten Außenstürmern aufläuft.

Vor allem in den Spielen gegen Salzburg – weil dort der Kader individuell und in der Tiefe besetzt ist als bei Ried – wird es darauf ankommen, wie es gelingt, ohne die defensiv gebundenen Außenverteidiger das eigene Spiel eröffnet und wie sehr es möglich ist, die somit natürlich beschnittenen Flügel in den eigenen Offensivbemühungen umgeht.

Deshalb die These: Die Meisterschaft wird über die Flügel entschieden – oder für denjenigen, der den am besten funktionierenden Plan hat, um vom Gegner gebremste Flügel durch die Zentrale zu umgehen.

(phe)

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Das Bullen-Motto: Raus auf die Flügel! https://ballverliebt.eu/2011/07/14/das-bullen-motto-raus-auf-die-flugel/ https://ballverliebt.eu/2011/07/14/das-bullen-motto-raus-auf-die-flugel/#respond Thu, 14 Jul 2011 20:55:33 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=5269 Das Bullen-Motto: Raus auf die Flügel! weiterlesen ]]> Drei baugleiche Tore – Alan verwertet Flanke – entschieden die Bullen ihr Europacup-Spiel in Lettland schon vor der Pause für sich. Klar ersichtlich war die Offensiv-Strategie von Ricardo Moniz: Über die Flügel zum Erfolg kommen.

Metalurg Liepaja - Red Bull Salzburg 1:4

Unter Ricardo Moniz waren die unter dem eiskalten Stevens-Regiment eingefrorenen Bullen merklich aufgetaut – nun hat der Holländer seine erste Vorbereitung als Cheftrainer hinter sich. Und das Credo von Moniz wurde beim ersten Pflichtspiel der neuen Saison, dem EL-Qualispiel in Lettland, auch deutlich: Selbst agieren und über die Flügel zum Erfolg kommen.

Die Letten kamen in einem etwas eigentümlichen 4-3-2-1 daher, in dem allerdings die Außenpositionen im Mittelfeld von der Dreierkette durchaus besetzt wurden. Die Besonderheit dabei: Mit Prohorenkovs stand nur ein Spieler vor dem zentralen Trio der Salzburger mit Cziommer, Leitgeb und Lindgren; die beiden hängenden Spitzen der Letten gingen oft erst zum Mann, wenn dieser den Ball hat. Dafür stand die Abwehr sehr hoch und die Salzburger Flügelstürmer hatten praktisch immer zwei Gegenspieler.

Gute Defensivstrategie der Letten

Was genau zur Spielweise der Bullen passte – denn das Grundprinzip war, aus der Zentrale heraus die Außenstürmer Zárate und Jantscher einzusetzen, die dann in den Strafraum flanken sollten. Durch die hohe Verteidigungslinie der Letten und die strikte Bewachung der Salzburger Flügel schafften es die Bullen nicht wirklich, dieses Spiel aufzuziehen.

Womit die Gäste zwar ein deutliches Plus an Ballbesitz für sich verbuchen konnten, damit aber keine echte Gefahr für das Metalurg-Tor ausstrahlten. Erst ein beherzter Alleingang von Svento auf der linken Seite, der die Letten am falschen Fuß erwischte, erreichte sein Ziel: Der in der Mitte bediente Alan drehte sich noch gekonnt um Kapitän Tamosauskas herum und versenkte zum 1:0.

Jetzt klappt das Bedienen der Flanken

Einmal durchbrochen, knickten die Hausherren merklich ein. Weil die Außen im Mittelfeld nun etwas aufrückten, um selbst mehr nach vorne tun zu können, bekamen Jantscher und Zárate nun den Raum, den sie bei den langen, hohen Bällen auf sie brauchten. Eine Hereingabe von links von Jantscher nützte Alan alsbald zum 2:0, eine von rechts von Zárate kurz vor der Pause zum 3:0 – womit die Entscheidung längst herbeigeführt war.

Für die zweite Halbzeit stellte Metalurg-Coach Vladimirs Osipovs dann auch ein 4-4-2 um, indem er Kavaliauskas etwas nach hinten beorderte und Valskis leicht hinter Kamess in die Spitze ging. Nun war das Zentrum zwar etwas mehr in der Hand der Salzburger, wodurch auch Rasmus Lindgren etwas mehr ins Spiel fand – am Neuzugang war die erste Hälfte völlig vorbeigelaufen – aber am Gesicht des Spiels änderte sich nichts. Salzburg versuchte weiter, die Flanken zu bedienen und die Letten versuchten weiterhin, das zu verhindern.

Anschlusstor ohne Auswirkung

Nach einer Stunde erzielte zwar auch Metalurg ein Tor, nachdem Kalns von der zu weit nach hinten gerückten Bullen-Abwehr etwas zu viel Platz bekam. Aber im Grunde hatten die Salzburger das an Intensität deutlich nachlassende Geschehen sehr sicher im Griff. So konnte Moniz eine Viertelstunde vor Schluss noch Neuzugang Leonardo (statt Jantscher) bringen, der zwar auch vom Flügel kam, aber eher zentraler als Jantscher vor ihm, sodass er mehr ein Mittelding aus zweiter Spitze und Rechtsaußen gab.

Ein Pfostenschuss der Letten ließ zehn Minuten vor Schluss die Zuschauer noch einmal aufschrecken, aber gegen Ende drehten die Bullen dann doch noch ein wenig mehr am Tempo statt an der Zeit. Der 25m-Hammer von Cziommer zum 4:1-Endstand war dann noch ein schöner Schlusspunkt.

Fazit: Über die Flügel zum Erfolg

Das Rezept der Bullen war recht offensichtlich: Die Flügel bedienen, das Spiel in der Offensive so breit wie möglich machen. Die Zentrale war im Spiel nach vorne komplette Tabuzone, Leitgeb und Cziommer hatten ganz klar den Auftrag, den Außenstürmer steil zu schicken. Sobald die Letten ihre hohe Verteidigungslinie nicht mehr so gut halten konnten und ihre Mittelfeld-Flügel nach dem ersten Tor aufrückten, klappte das auch immer besser. So steht ein am Ende nie wirklich gefährderter Sieg, nach dem man das Rückspiel als Test unter Wettkampfbedingungen sehen kann.

(phe)

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