Manchester Utd – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Wed, 19 Dec 2012 14:08:59 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Man City nach 1:0 auf dem Weg zum Titel – weil man United das Zentrum abnahm https://ballverliebt.eu/2012/04/30/man-city-nach-10-auf-dem-weg-zum-titel-weil-man-united-das-zentrum-abnahm/ https://ballverliebt.eu/2012/04/30/man-city-nach-10-auf-dem-weg-zum-titel-weil-man-united-das-zentrum-abnahm/#respond Mon, 30 Apr 2012 21:49:07 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=7102 Man City nach 1:0 auf dem Weg zum Titel – weil man United das Zentrum abnahm weiterlesen ]]> Es hatte schon Clásico-Dimensionen, wie das Spiel von Man City gegen Man United im Vorfeld aufgebauscht wurde. Kein Wunder – schließlich war es nicht nur ein Derby, sondern sollte als drittletzte Partie der Saison auch eine Entscheidung im Titelrennen bringen. Letztlich gewann City verdient mit 1:0 – weil man es schaffte, das Zentrum immer mehr in die eigene Hand zu bringen.

Manchester City - Manchester United 1:0

Im Herbst hatte City alles niedergewalzt und schien unaufhaltsam. Dann schwächelten die Citizens und United hatte zeitweise schon acht Punkte Vorsprung. Und doch kam es nach einigen eher kuriosen Punktverlusten der Red Devils zum zumindest vorentscheidenden Showdown um den Titel in der Premier League! Die Ausgangslage war klar: Gewinnt City, schaut es sehr gut aus mit der ersten Meisterschaft seit 44 Jahren. Gewinnt City nicht, ist United der 13. Titel der Ära Ferugson kaum noch zu nehmen.

3:2 für United

Zu Beginn der Partie hatte United drei Mann im Mittelfeld-Zentrum (Carrick, Scholes und Park), die einem Duo bei City (Barry und Touré) gegenüber standen. Das erlaubte United nicht nur die Kontrolle über diese Zone, sondern brachte wegen der speziellen Rollenverteilung der drei auch mit sich, dass City kaum dazu kam, von hinten heraus Spielzüge aufzubauen.

Denn während Carrick absicherte, preschte Scholes immer wieder nach vorne und unterstützte Park dabei, auf die Innenverteidiger bzw. die zentralen Mittelfeldspieler von City zu pressen. Das klappte recht gut, die Citizens kamen kaum zu geordnetem Spielaufbau und somit trotz einem deutlichen Plus an Ballbesitz nicht wirklich zu Chancen.

Auch deshalb, weil es Agüero (ganz vorne) und Tévez (etwas hängend) am Nachschub aus der Mitte fehlte. Und weil von Clichy auf der linken Angriffsseite von City wenig kam und Silva so gegen Jones auf sich alleine gestellt war, blieb nur noch die rechte Außenbahn mit Nasri und vor allem Pablo Zabaleta. Der argentinische Linksverteidiger nützte den Freiraum, den ihm der recht weit innen spielende Giggs nützte, prächtig. Er wetzte die Linie auf und ab, versuchte viel und war Citys aktivster Spieler. Ihm war es zu verdanken, dass Evra hinten gebunden war und Giggs praktisch nicht am Spiel teilnahm.

Pressing lässt nach, Touré und Barry switchen

Ob es daran liegt, dass Scholes und Park nicht mehr die Jüngsten sind? Jedenfalls ließ ihr recht effektvolles Pressing nach rund 20 Minuten immer mehr nach. Das erlaubte es City, deutlich mehr Zugriff auf das Zentrum zu bekommen. Was wohl auch am kurzzeitigen Positionswechsel von Barry und Touré lag: War die Stoßrichtung des Pressing zuvor eher auf die halblinke Seite von Barry gegangen, der damit massive Probleme hatte, konnte nach diesem Platztausch der körperlich extrem robuste Yaya Touré deutlich besser damit umgehen.

Es ist jedoch eine Henne-Ei-Frage, ob das eine das andere bedingt hat, oder doch eher das andere das eine. Jedenfalls wurden die Aktionen von City deutlich konkreter, Tévez konnte immer mehr ins Aufbauspiel mit einbezogen werden und der Druck, den Zabaleta machen konnte, wurde immer mehr, und United wurde mehr und mehr in die Defensive gedrückt.

3:3 – City gleicht aus (und geht an Toren in Führung)

Zudem orientierte sich David Silva von seiner ursprünglichen linken Außenbahn nun immer mehr ins Zentrum. Das bedeutete, dass City einen zusätzlichen Spieler dort hatte, und United die Überzahl damit los war. Das, verbunden mit dem kaum mehr vorhandenen Pressing von Scholes und Park, führte zu einer klaren Überlegenheit von City. Zwar brauchte es kurz vor der Halbzeitpause einen Eckball, einen wuchtigen Kopfball von Kompany und ein verlorenes Duell von Smalling vor dem Tor, aber die 1:0-Führung für City war absolut nicht unverdient.

United kam zwar mit dem Versuch aus der Kabine, höher zu stehen, mehr nachzurücken und den fleißigen, aber wirkungslosen Rooney zu unterstützen. Nur: Ein Konter von City vier Minuten nach Wiederanpfiff rief bei United in Erinnerung, dass man dadurch noch anfälliger war für ein zweites und damit ziemlich sicher entscheidendes Gegentor.

3:2 für City

City hatte nun auch personelles Übergewicht im Zentrum

So nahm Alex Ferguson nach einer Stunde Park vom Platz und brachte mit Danny Welbeck einen neuen Mann für die Spitze, Rooney spielte nun etwas hinter dem neuen Mann. Er stand aber nicht so tief wie Park zuvor, weshalb United das Zentrum praktisch hergab. Umso mehr, nachdem Mancini statt Tévez kurz darauf De Jong ins Spiel brachte, somit auf ein 4-3-3 umstellte. Nun standen drei City-Spielern (De Jong, Barry, Touré) nur noch zwei Mann von United (Scholes und Carrick) gegenüber.

Die wenig überraschende Folge: Die Einwechslung von Welbeck verpuffte, weil Rooney in seiner tiefen Positionierung von De Jong und Barry abgeschirmt wurde und so ein noch geringerer Faktor war als zuvor. Ferguson erkannte das und besetzte in seinem 4-4-2 die Flanken neu (Young für Nani, davor Valencia für Scholes; Giggs ging zu Carrick ins Zentrum). Effekt? Praktisch Null.

Im Gegenteil, je näher es dem Schlusspfiff entgegen ging, desto ungenauer wurden die Pässe schon von hinten heraus. United schien am Ende massive Probleme zu haben, die Nerven im Zaum zu halten, anders sind die teils extrem billigen Abspielfehler kaum zu erklären. Dennoch blieben sie noch lange am Leben, weil es City verpasste, den Sack zuzumachen – aber am Ende doch den verdienten 1:0-Sieg einfahren konnte.

Fazit: United fehlte der Plan

City war, von der Anfangsphase abgesehen, die bessere Mannschaft und holte sich verdient den Sieg. Vor allem Zabaleta, der Giggs zum Statisten degradierte, auf der linken Seite und Yaya Touré, der mit seiner unglaublichen Klasse das Zentrum immer mehr dominierte, waren die Schultern, auf denen der Sieg ruhte.

Der Versuch von United, mit gezieltem Pressing die eindeutigen Geschwindigkeits-Nachteile im Mittelfeld auszugleichen, gingen nur rund 20 Minuten gut, dann setzte sich aber immer mehr die größere körperliche Robustheit und der kaum umzuhauende Taktgeber Touré durch. Scholes und Park konnten immer weniger entgegen setzen, Giggs genausowenig, und nach Uniteds Umstellung auf das 4-4-2 hatte City noch weniger Probleme, den Sieg nach Hause zu bringen.

United fehlte es ganz deutlich an einem funktionierenden Plan, wie die Defensive von City zu bezwingen gewesen wäre. Zabaleta und Clichy machten die Flügel zu, Barry und De Jong das Zentrum, und in der Innenverteidigung waren Kompany und Lescott eine Macht. Rooney konnte sich nie gewinnbringend zwischen den Linien postieren. Immer wieder ließ er sich weit fallen, dann fehlte jedoch vorne eine Anspielstation – United wurde ausmanövriert.

Und muss nun wohl auf einen City-Umfaller in Newcastle hoffen, will man sich doch noch den Titel sichern.

(phe)

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Die Krönung von Wembley https://ballverliebt.eu/2011/05/29/die-kronung-von-wembley/ https://ballverliebt.eu/2011/05/29/die-kronung-von-wembley/#comments Sun, 29 May 2011 01:04:39 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4907 Die Krönung von Wembley weiterlesen ]]> Das war das Finale der Champions League – und doch ließ der FC Barcelona den Gegner aus Manchester aussehen wie eine unbedarfte Schülertruppe. Das Endresultat von 3:1, mit dem Barça die Red Devils aus dem Wembley verabschiedeten, drückt das Ausmaß der Überlegenheit nicht einmal im Ansatz aus.

FC Barcelona - Manchester United 3:1

Dabei war Barcelona gar nicht in Bestbesetzung angetreten: Weil das Knie von Kapitän Puyol einen Einsatz von Anfang an nicht möglich machte, musste wie zuletzt häufiger Javier Mascherano neben Piqué in die Innenverteidigung. Und auf der linken Seite durfte nur zweieinhalb Monate nach seiner Thumor-OP der Franzose Éric Abidal, der in den letzten Liga-Spielen beuhtsam wieder in die Mannschaft eingebaut worden war, von Anfang an ran. Bei Manchester gab es keinerlei Überraschungen: Sowohl das 4-4-1-1 als auch dessen personelle Besetzung entspricht der Erfolgsformation, mit der die lange eher holprige Saison in den letzten Wochen und Monaten mit Meisterittel und CL-Finaleinzug einen so erfolgreichen Verlaf genommen hatte.

Steil gegen Mascherano

United fing, wie schon vor zwei Jahren, durchaus aktiv an. Vor allem die Seite mit Evra und Park Ji-Sung arbeitete viel nach vorne und drückte Dani Alves so in die Defensive. Das kreierte zwar keine Torgefahr, aber die Bedrohung, die ein nach vorne randalierender Dani Alves ausstrahlt, konnte so ganz gut gebannt werden. Patrice Evra konnte es sich deshalb erlauben, so viel nach vorne zu gehen, weil Vidic und Ferdinand im Ballbesitz sehr weit auseinander rissen, sich beinahe schon zu Villa und Pedro hin orientierten. So hielt Manchester die Flanken abgedeckt. Natürlich mit dem großen Risiko des Loches in der Mitte, hier war es vor allem an Carrick, schnelle Gegenstöße zu unterbinden.

Richtung Tor ging es bei Manchester in dieser Phase vor allem über Steilpässe gegen Javier Mascherano. Hernandez lauerte hier ganz besonders, aber auch Rooney wurde gerne in den Lauf gegen den Argentinier geschickt – Masch ist nun mal kein gelernter Innenverteidiger, hier glaubte United einen Schwachpunkt anzubohren. Die Versuche waren aber immer auch ein schmaler Grat zwischen zu steil und Abseits. So war der Gedanke sehr gut, brachte aber keinen nennenswerten Erfolg.

Einen Gang nach oben

Barcelona sah sich das zehn, fünfzehn Minuten an. Gepresst wurde nur relativ tief, je näher es dem eigenen Strafraum ging, desto weniger presste Barça. Dann schalteten die Katalanen einen Gang hoch: Es wurde nun schneller gelaufen, schneller gespielt, mehr Druck ausgeübt und auch die zuvor eher zurückhaltenden Außen schalteten sich immer mehr ein. Vor allem Dani Alves pushte nun mehr und sofort kam Park Ji-Sung gegen den wuchtigen Brasilianer im Schwierigkeiten. Das führte so weit, dass Giggs und der Koreaner immer wieder die Plätze tauschten, vor allem in der Vorwärtsbewegung.

Evra rückte defensiv oft sehr weit ein und überließ die Flanke dann defensiv Park Ji-Sung, der sich dann auf die Position des Linksverteidigers stellte. Interessanterweise aber ließ Manchester die Flanken unbesetzt, wenn Barcelona schon zentral vor dem Strafraum aufgetaucht war und Alves (und auch Abidal) dort ganz alleine standen: Pässe auf die Außen befürchtete man nicht zu Recht – Barcelona ist kein Team, das nach Außen spielt, um von dort in den Strafraum zurück zu flanken. Zumindest in diesem Spiel: *Noch* nicht.

Rooney stand bei United weiterhin zumeist recht hoch und versuchte, Busquets aus dem Spiel zu nehmen. Das gelang an sich nicht so schlecht, aber Barcelona stellte sich gut darauf ein: So ging einfach Xavi vermehrt ins Zentrum zwischen die Innenverteidiger, um sich dort die Bälle zu holen. Barcelona konnte in der Spieleröffnung auf Busquets im Grund verzichten, weil das hieß, dass auch Rooney aus dem Spiel war.

Zu wenig Breite im Konter

United stand in dieser Phase sehr tief mit zwei Viererketten und vor allem, wenn Messi von einer Sekunde auf die andere an der Temposchraube drehte, sah das in der Defensive der Red Devils schon sehr nach Sich-mit-Händen-und-Füßen-Wehren aus, weniger nach koordinierter und ruhiger Abwehrarbeit. Was nun komplett fehlte, war die Breite bei Gegenstößen: Hatte United den Ball erobert, wurde nicht sofort der Pass auf Valencia bzw. Park gesucht, um über die Flanken nach vorne zu kommen, sondern in der Mitte verharrt. Mit der Folge, dass der Ball umgehend wieder weg war. Ein Umstand, den Sir Alex an der Seitenlinie lautstark monierte: „Spread out!“

Dass es ungemein schwierig ist, gegen Barcelona die Balance zwischen nötiger Defensivarbeit und eigenen Angriffsversuchen zu finden, musste Manchester schon vor zwei Jahren im Finale feststellen. Und genau, als die Engländer für einmal aufgerückt waren, nützte Barça den in der Mitte entstandenen Platz sofort: Xavi tritt aus der eigenen Hälfte aus an, wird von Giggs nur eskortiert (wie vor zwei Jahren von Anderson), kann am zu hoch postierten Evra vorbei Pedro anspielen (wie vor zwei Jahren Eto’o), der tanzt Vidic aus (genau wie Eto’o in Rom) und versenkt den Ball an Van der Sar vorbei zum 1:0 im Tor.

Der Fehler bei United entstand natürlich schon im leichten Ballverlust in der Vorwärtsbewegung (Ronney verlor das Kopfballduell) – vor allem aber ließ Evra, der in der schnellen Rückwärtsbewegung richtigerweise einen engen Cordon mit seinen drei Kollegen der Abwehrkette bildete, im entscheidenden Moment von Pedro ab und orientierte sich zu Messi. Xavis Passweg zu Messi war aber ohenhin von Giggs abgeschnitten, es konnte nur der Pass zu Pedro kommen, und dieser kam dann auch. Pedro war Evra längst entwischt: Die falsche Entscheidung im Bruchteil einer Sekunde reichte aus, und schon war Barcelona in Front. Detail am Rande: Als dieses Tor in der 27. Minute fiel, gab es im ganzen Spiel noch kein einziges Foul!

Endlich Druck gegen Abidal

So sehr es natürlich eine Riesensache ist, dass Éric Abidal nur zwei Monate nach seiner Thumor-Operation wieder in so einem wichtigen Spiel auf dem Rasen steht, aber selbstredend fehlte es dem Franzosen natürlich massiv an Spielpraxis. So ist es schon etwas verwunderlich, dass sich bei United lange nur Valencia – und der kaum einmal konsequent, vor lauter Defensivarbeit – hin und wieder bemüßigt fühlte, Druck auf Abidal auszuüben. Das wurde nach dem Gegentor ganz anders: Statt wie in der Anfangsphase Mascherano wurde nun vermehrt Abidal das Ziel der Angriffe von United.

Mit Erfolg: Nur wenige Minuten nach dem Tor brachte Abidal einen Ball defensiv nicht richtig raus, auf dem folgenden Einwurf drückte United sofort nach, ein Doppelpass von Rooney mit (dem wohl leicht im Abseits stehenden) Giggs und mit seinem allerersten Tor gegen ein spanisches Team glich Rooney aus. Gegen schnelles Kurzpassspiel ist eben auch die Abwehr von Barcelona verwundbar.

Was aber nichts daran änderte, dass Ferguson mit dem Positionsspiel von Rooney generell nicht zufrieden war – anders ist seine Standpauke gegen seine Nummer 10 kurz vor der Pause kaum zu erklären. In der Tat war Rooney kaum ein Faktor: Er hielt sich, anders als zuletzt, aus der Defensivarbeit weitgehend heraus und war nach vorne gegen Busquets in guten Händen.

Defensiv-Schwachpunkte: Evra und vor allem Park

Park war defensiv der Schwachpunkt: Er übernahm die Seite defensiv nicht; tauschten er und Giggs die Plätze, verbreitete er im Zentrum Unsicherheit

Barcelona war natürlich nicht entgangen, dass das Übergeben der rechten Seite von Evra zu Park überhaupt nicht funktionierte und die Flanke somit oft verwaist blieb. Lange wurde das ignoriert, aber mit zunehmender Spieldauer entdeckte Barça das zunehmend als taugliches Mittel. Schon vor der Pause in einer Szene, in der Pedro den Querpass dann nur knapp verpasste. Und auch nach der Pause, als Park mal wieder nicht auf den einrückenden Evra reagiert hatte.

Der Koreaner machte einen zunehmend überforderten Eindruck, Valencia musste für ihn foulen, Carrick holte sich nach einem weiteren verlorenen Zweikampf des Koreaners notgedrungen Gelb ab. Immer öfter rückte Giggs nach draußen, um den ungewohnten Defensivschwächen von Park auszugleichen, was aber wiederum hieß, dass Carrick – an dem das Spiel so richtig vorbei lief – im Grunde alleine gegen alle stand. Bei einem simplen Querpass auf den losstürmenden Messi hob Park nur resignierend die Hände, anstand nachzugehen, Evra und Vidic konnten das Unheil nicht mehr verhindern, und Messis Schuss landete zum 2:1 im Tor. Van der Sar war machtlos.

Brutale Dominanz

Das alles sind nur Erklärungen, wie und warum es Manchester nicht schaffte, Barcelona Einhalt zu gebieten. Die Dominanz der Katalanen beschreiben zu wollen, kann nur scheitern. Alves war der absolute Herr auf seiner Seite, auch nachdem Giggs endgültig die Flanke vom hoffnugslos überforderten Park übernommen hatte. Abidal drückte Valencia in die Defensive, dass dieser im Grunde den Rechtsverteidiger gab (was er auch tatsächlich machte, nachdem Nani für den angeschlagenen Fábio gekommen war). Carrick tauchte komplett ab und brachte kaum brauchbare Bälle an den Mann, das Mittelfeld wurde von Xavi, Iniesta und Messi nach Belieben kontrolliert.

Und die Spieler von United, die ohnehin längst per Körpersprache die weiße Fahne gehisst hatten, hatten all dem NICHTS entgegen zu setzen. Das 3:1 war die logische Folge – Messi narrte Evra, dann zirkelte Villa den Ball von der Strafraumgrenze ins Kreuzeck – und die ultimative Entscheidung. Manchester war noch viel unterlegener als im Finale vor zwei Jahren. Ein Klassenunterschied – und das im Finale der Champions League.

Die absolute Chancenlosigkeit, die totale Hilflosigkeit, mit der Manchester United vor allem in der zweiten Hälfte unter die Räder kam, ist ein beinahe schockierendes Zeichen für das Maß der Überlegenheit, die Barcelona im Moment so weit über alle anderen Teams stellt. Ja, das ist nicht die beste Mannschaft, die United in den letzten zehn, fünfzehn Jahren hatte, aber sie ist immer noch einigermaßen komfortabel die beste Mannschaft der Premier League.

Und doch bekam das Team von Sir Alex erst wieder etwas Luft, als es Barcelona nach dem 3:1, nach einer halben Stunde unglaublichster Dominanz, die Zügel wieder etwas schleifen ließ. Ferguson brachte Scholes für Carrick (warum eigentlich nicht für Park?), und Nani sorgte auch für etwas mehr Betrieb auf der rechten Seite. Aber all das war nur noch ein Warten auf den Schlusspfiff. An eine Chance geglaubt hat United ganz deutlich selbst schon länger nicht mehr.

Fazit: Das war die Krönung

Angesichts der Qualität des Gegners – immerhin war das nicht irgenjemand, sondern Manchester United – und des Anlasses, zu dem Barcelona eine solche Dominanz an den Tag gelegt hat – eben nicht in irgend einem Ligaspiel, sondern im Finale der Champions League – ist die Frage legitim, ob das die beste Leistung dieser Generation des FC Barcelona war. Geschmackssache, Diskussionssache.

Unstrittig ist, dass United über die 90 Minuten gesehen nicht den kleinsten Funken einer Chance hatte, das Spiel tatsächlich zu gewinnen. Zu nachlässig agierter Park, zu wenig Präsenz zeigte Carrick, zu wenig Einfluss konnte Rooney nehmen. Zu wenig wurde das Mittelfeldkarrussell der Katalanen gestört.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hatte, dass das Barcelona anno 2010/11 de facto nicht zu schlagen und das mit Abstand Beste ist, was der Fußball derzeit hergibt – er wurde bei der Krönung von Wembley erbracht.

(phe)

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Ancelotti amputiert Chelsea – mit Torres https://ballverliebt.eu/2011/05/09/ancelotti-amputiert-chelsea-mit-torres/ https://ballverliebt.eu/2011/05/09/ancelotti-amputiert-chelsea-mit-torres/#respond Mon, 09 May 2011 18:57:13 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4726 Ancelotti amputiert Chelsea – mit Torres weiterlesen ]]> Letzte Chance… vorbei! Im direkten Duell hätte Chelsea bei Manchester United mit einem Sieg die Tabellenführung übernommen. Letztlich gewann United aber hochverdient mit 2:1 und ist praktisch Meister. Auch, weil Ancelotti mit der Einwechslung von Torres sein Team massiv schwächte!

Manchester Utd - Chelsea FC 2:1

Wie üblich in den letzten Wochen, und wie durchaus erfolgreich im Viertelfinale der Champions League eben gegen Chelsea, stellte sich United im 4-4-1-1 auf. Valencia bekam den Vorzug vor Nani, ansonsten spielte bei Manchester das beste, was das Lazarett hergab – also wiederum das sehr gut funktionierende Mittelfeld-Duo Carrick und Giggs, und vorne Hernández. Der gleich nach einer halben Minute die Tatsache ausnützte, dass Terry und David Luiz zu weit auseinander standen, und prompt stand’s 1:0 für United.

Was für Chelsea natürlich die reinste Katastrophe war, sclhießlich war das ja das Spiel der letzten Chance im Kampf um den Titel. Ancelotti kam mit einem 4-3-3 daher, ließ dabei Torres zunächst auf der Bank und flankierte Drogba mit Malouda links und Kalou rechts. Die Blues spielten sehr eng, versuchten das zentrale Dreieck von United mit einem eigenen (Mikel, Essien und Lampard) zu neutralisieren und die Flügel zogen früh nach innen, um sich so den Umklammerung der Außenverteidiger zu entziehen.

Fehlende Breite

Das erforderte natürlich von Ashley Cole und Branislav Ivanovic viel Arbeit nach vorne, genau dabei haperte es aber. Denn Cole wurde sehr viel von Valencia beschäftigt, der recht konsequent die Linie hielt und sich mangels eines zweiten Gegenspielers im Mittelfeld auch immer wieder hervorragend für Anspiele anbot. Auf der anderen Seite war Ivanovic ganz schlicht und einfach schlecht – Park Ji-Sung konnte den Serben unbehelligt lassen und selbst ins Halbfeld ziehen und sich mit Rooney verbinden, ohne dass Ivanovic wirklich ins Spiel kam. Im Gegenteil, oft musste sogar David Luiz aus dem Zentrum raus und die Löcher stopfen, die Ivanovic hinterließ.

Mit der frühen Führung im Rücken hatte United natürlich nicht mehr den unbedingten Drang nach vorne, aber dennoch waren es in einer flotten Partie die Hausherren, die einen besseren Eindruck hinterließen. Vor allem die langen Anspiele auf Valencia streckten das Spiel sehr gut, Chelsea vermochte es oftmals nicht, wirklich Druck auf den Ballführenden auszuüben und so kam das 2:0 für Manchester, wenn auch aus einem Eckball gefallen, durchaus nicht unverdient.

United leht sich ein wenig zurück

Da Chelsea nun schon drei Tore brauchte, um den Titel weiterhin aus halbwegs eigener Kraft zu erringen, zogen die Blues natürlich etwas an, auch wurde ihnen nun immer mehr Ballbesitz überlassen, aber ein Anschlusstreffer gelang ihnen zumindest bis zur Pause nicht. Beim Team von Sir Alex hatte man aber trotzdem nie den Eindruck, dass ihnen die Partie wirklich aus den Händen gleitet.

Ancelotti nahm zur Pause zwei Wechsel vor – Alex für David Luiz in der IV und Ramies für Mikel. Essien übernahm nun den Part auf der Sechs und Ramires im rechten Halbfeld, wirklich Unterschied machte das aber nicht. Ja, Ramires zeigte etwas mehr Präsenz als Essien auf dieser Position, aber wirkliche Änderung brachte erst die Maßnahme von Ancelotti, nach einer Stunde den glücklosen Kalou für Torres aus dem Spiel zu nehmen.

Die alte Leier mit Drogba & Torres

Es ist ja nichts Neues: Mit beiden Stoßstürmern auf dem Feld fehlt Chelsea einfach das kreative Moment aus dem Mittelfeld, weil Ancelotti mit den beiden fast gezwungen ist, auf ein 4-4-2 umzustellen – und hier fehlt es im Kader von Chelsea nun mal an einem Spieler, der aus dem Mittelfeld die beiden sinnvoll bedienen kann. Im vorliegenden Fall ging Ramires auf die rechte und Malouda auf die linke Seite, mit Lampard und Essien im Zentrum – und vorne zwei Immobilien. Ja, Lampard gelang wenige Minute später der Anschlusstreffer, aber mit der Umstellung hatte das wenig zu tun.

Das Problem mit Torres ist, dass er absolut nichts dazu beiträgt, ein 4-4-2 funktionstüchtig zu machen. Das braucht nun mal zwei Stürmer, die ständig in Bewegung sind, sich anbieten, die gegnerische Spieleröffnung zu stören, und auch mal ein paar Schritte mit dem Ball am Fuß in Kauf nehmen. Torres macht nichts davon: Verglichen mit dem Spanier spulte sogar Toni Polster wahre Marathondistanzen ab. Mangelnde Fitness ist ein Jahr nach der Verletzung keine Ausrede mehr, mangelnde Spielpraxis auch nicht. Immer mehr drängt sich einem der Eindruck auf, bei Torres fehlt es am Willen.

United ohne echte Probleme

So fügte Ancelotti mit der Hereinnahme von Torres seiner Mannschaft letztlich mehr Schaden zu, als er wirklich geholfen hätte. United erkannte daher bald: Um die beiden Stürmer braucht man sich keine Sorgen machen, die haben Vidic und Ferdinand locker im Griff, und letztlich brauchte es auch keine übertriebene Angst vor dem Mittelfeld von Chelsea zu haben, da aus dem Zentrum nichts kam und die Außen ziemlich abgemeldet waren.

So hatte Manchester nicht nur keine Probleme, den Sieg über die Zeit zu bringen, sondern kann sich sogar noch ärgern, nicht eine der zahllosen guten Chancen in der Schlussphase genützt zu haben, ein drittes oder gar viertes Tor zu erzielen.

Fazit: Manchester ist ein verdienter Meister

Es braucht sich niemand mehr etwas vormachen: Manchester United ist zum 19. Mal englischer Meister, die sechs Punkte Vorsprung gibt das Team von Sir Alex in den letzten beiden Spielen nicht mehr ab. Nach dem schnellen Rückstand fehlten Chelsea die Mittel, einem cleveren und kompakten Gegner noch zwei Tore zu schießen, und mit der Hereinnahme des inferioren Torres nahmen sich die Blues den letzten Funken Hoffnung.

So ist United zweiffellos ein verdienter Meister, wiewohl es sicherlich nicht der glanzvollste von Sir Alex‘ Titeln ist. Nein, Manchester war alles andere als glanzvoll und den Vergleich mit diversen früheren Meister-Teams von Old Trafford – jene von 2008 etwa – hält die aktuelle Mannschaft eher nicht stand. Aber das Meister-Team von 2011 zeigte die wenigsten Schwächen und war ohne jeden Zweifel die konstanteste der Saison.

Dabei hat auch sicher geholfen, dass Ferguson nicht mitten im Jahr einen 60 Millionen teuren, aber absolut willenlosen Stürmer in die Mannschaft gepflanzt bekam…

(phe)

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Giggs lenkt, Rooney rennt https://ballverliebt.eu/2011/04/12/giggs-lenkt-rooney-rennt/ https://ballverliebt.eu/2011/04/12/giggs-lenkt-rooney-rennt/#comments Tue, 12 Apr 2011 21:14:41 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4545 Giggs lenkt, Rooney rennt weiterlesen ]]> Mit einem Tannenbaum und hoch stehenden Außenverteidigern versuchte Chelsea, im Old Trafford den nötigen Druck aufzubauen – doch United reagierte cool und gewinnt schließlich verdient. Vor allem dank zweier Spieler: Dem unermüdlichen Rooney – und dem Lenker Ryan Giggs.

Manchester United - Chelsea FC 2:1

Nach dem 0:1 im Hinspiel musste Chelsea im Old Trafford das Spiel machen. und Ancelotti entschied sich für eine eher überraschende Variante: Weniger das 4-3-3, das er auf das Feld schickte war unerwartet, sondern die Interpretation und die Besetzung: Denn zum einen agierte Florent Malouda nicht als Linksaußen, sondern sehr weit hinten und eher zentral halblinks im Mittelfeld, dafür ging Lampard sehr weit nach vorne und spielte halblinks hinter Torres. Ihm zur Seite stand Anelka, der sich sehr viel bewegte und sich auch in tieferen Regionen immer wieder anbot. Generell aber versuchte Chelsea natürlich, so weit wie möglich nach vorne zu schieben und United so unter Druck zu setzen – was sicher auch eine Überlegung hinter der Maßnahme war, Malouda nach hinten zu stellen. Er und Ramires sollten Giggs und Carrick in der Zentrale von Manchester aus dem Spiel nehmen. das gelang aber nur begrenzt.

Die Breite im Spiel der Blues kam ausschließlich über die sehr aktiven Außenverteidiger Ivanovic und Cole. Zudem kam durch die Spielstarken Malouda und Ramires einiges an Vorwärtsdrang aus dem defensiven Mittelfeld. United wusste zunächst nicht so recht, wie man darauf reagieren sollte.

Alles über Rooney

Sir Alex schickte wieder jenes 4-4-1-1 ins Spiel, das ihm schon das Hinspiel an der Stamford Bridge mit 1:0 gewann, wenn auch mit leichten Änderungen: Park Ji-Sung spielte rechts statt Valencia, dafür kam Nani auf links ins Team. Außerdem ersetzte rechts hinten John O’Shea Rafael. Nach vorne ging bei den Hausherren zunächst aber sehr, sehr wenig. Durch Malouda und Ramires waren das Mittelfeld von Manchester viel mit Defensivarbeit beschäftigt, so war der entscheidende Mann Rooney: Wenn etwas ging, dann über ihm. Der spulte ein großes Laufpensum ab und löste sich so immer wieder von Essien.

Am gefährlichsten wurde Chelsea, wenn es schnell und direkt mit Steilpässen in Richtung Grundlinie ging, nur gelang dies zu selten. Die Außenverteidigier machten zwar viel nach vorne, aber die Flankenbälle brachten wenig – vor allem jene von Ivanovic waren zumeist grässlich. So konnte sich United sogar den Luxus erlauben, Rio Ferdinand 75 Minuten lang humpeln zu lassen wie ein angeschossenes Reh, ohne ihn auszuwechseln.

…und Giggs

Nach etwa einer halben Stunde nahm neben Rooney auch Giggs das Spiel seiner Mannschaft etwas in die Hand. United muss erkannt haben, dass es eines eigenen Flügelspiels bedarf, um jenes von Chelsea etwas zu bremsen, und so ging der Waliser gegen Ende der Halbzeit immer mehr auf die rechte Seite hinaus. Im Gegenzug nahm Park Ji-Sung weiterhin vermehrt Defensivaufgaben wahr und rückte auch etwas ein. Mit all seiner Erfahrung verteilte Giggs die Bälle aus dem Zentrum und nun verursachte er auch bei Ashley Cole große Probleme.

Die Folge war, dass es United sofort besser gelang, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und ihn auch in die Spitze zu bringen – etwas, was der auf sich allein gestellte Rooney zuvor nicht bewerkstelligen konnte. Die unmittelbare Folge war das vermeintliche 1:0 für die Hausherren nach einer Flanke von Rechts, bei dem Hernández zu Recht wegen Abseits zurückgepfiffen wurde – und in der 43. Minute beinahe eine Kopie der Szene, nur dass diesmal Hernández die Flanke von Giggs verwertete. Zwar wohl wieder aus haarscharfer Abseitsposition, aber das Tor zählte.

Mehr Präsenz durch Drogba

Chelsea hatte nun noch eine Hälfte Zeit, zwei Tore zu erzielen, und dafür brachte Ancelotti statt des einmal mehr enttäuschenden Torres nun Drogba. Der Ivorer zeigte sofort eine ganz andere Präsenz und eine deutlich selbstbewusstere Körpersprache, allerdings schaffte es Chelsea nun noch weniger als vor der Pause, Zugriff auf den gegnerischen Strafraum zu entwickeln.

Vor allem Evra und Nani steigerten sich nun massiv. Sie drückten Ivanovic immer mehr in seine eigene Hälfte und nahmen den rechten Flügel von Chelsea somit komplett aus dem Spiel – machten also das, was Giggs schon vor der Pause mit dem anderen Flügel gemacht hatte. Chelsea blieb somit nur noch der Weg über das Zentrum. Doch Malouda, der aus der Etappe kam, biss sich am defensiv sehr starken Carrick die Zähne aus, Anelka hatte generell keinen guten Tag und Lampard alleine konnte die sicher stehende Deckung auch nicht überwinden.

Erst mehr Breite, dann weniger Spieler

Die logische Reaktion von Carlo Ancelotti war, Salomon Kalou statt Anelka zu bringen. Der Ivorer sollte die eingeschlafene linke Offensivseite etwas beleben. Das Pech bei dieser Maßnahme: Nur kurze Zeit später flog Ramires mit seiner zweiten Verwarnung vom Platz und Chelsea war nur noch zu zehnt…

Somit stellte Ancelotti nun auf ein 4-3-2 um, was von Kalou verlangte, ins Zentrum neben Drogba zu gehen. Dahinter blieb Lampard zentral, Malouda halblinks und Essien als Quarterback in der Defensive. Die rechte Seite blieb vor Ivanovic unbesetzt – und es musste nun die Brechstange herhalten. Das klappte in Minute 76 für einmal sehr gut: Ein lange Ball von Essien aus der Tiefe, und die sonst so sichere Defensive von United war überrumpelt, Drogba schloss zum mittlerweile eher überraschenden 1:1 ab.

Die prompte Reaktion

Womöglich wäre ein noch eine richtig heiße Schlussphase geworden, hätte sich Chelsea nicht 50 Sekunden später im direkten Gegenzug das 1:2 durch Park Ji-Sung eingefangen. Damit war alles entschieden, denn in den verbleibenden 15 Minuten noch zwei Tore zu schießen, daran fehlte auch den Blues der Glaube, was an der eindeutigen Körpersprache abzulesen war.

Außerdem hatten Evra und Park Ji-Sung (der auf links gegangen war, der für Nani gekommene Valencia ging auf rechts) nun einen Spaß mit der unterbesetzten rechten Abwehrseite von Chelsea. Paulo Ferreira versuchte zwar, den Ball nach vorne zu tragen, aber letztlich brachte United das 2:1 sicher über die Zeit

Fazit: Chelsea fehlt die Klasse

Chelsea versuchte es mit der unüblichen Besetzung des 4-3-2-1 vor der Pause, Druck von hinten heraus aufzubauen. Das Prinzip war gut, hätte aber noch viel besser funktioniert, hätten die Flankenbäller der sehr hoch stehenden Außenverteidiger besser gepasst – hier

United sah sich das eine halbe Stunde an und reagierte dann angemessen. Giggs mit seiner Übersicht und Rooney mit seiner enormen Laufbereitschaft waren hierbei die entscheidenden Spieler. Chelsea fehlte es schlicht an den Mitteln und wohl auch ein wenig an der Klasse, United wirklich entscheidend unter Druck zu setzen.

Die Red Devils waren über zwei Spiele gesehen fraglos die bessere Mannschaft.

(phe)

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Drogba UND Torres? Schwierig. https://ballverliebt.eu/2011/04/06/drogba-und-torres-schwierig/ https://ballverliebt.eu/2011/04/06/drogba-und-torres-schwierig/#comments Wed, 06 Apr 2011 21:37:34 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4505 Drogba UND Torres? Schwierig. weiterlesen ]]> In der Meisterschaft ist der Titelzug abgefahren. Im FA-Cup war Chelsea gegen Everton schon im Achtelfinale rausgeflogen. Bleibt als letzte Titelhoffnung die in der Champions League – aber diese ist nach dem 0:1 daheim gegen Manchester United auch so gut wie weg. Auch, weil Ancelotti zu spät reagierte.

Chelsea - Man United 0:1

Drogba, Torres und Anelka – so viele Plätze hat Chelsea-Trainer Ancelotti in seinem Team nicht, dass alle drei zum Einsatz kommen und die Mannschaft dennoch funktioniert. So entschloss sich der Italiener im Heimspiel gegen United dazu, Anelka draußen zu lassen und mit einem 4-4-2 mit flachem Mittelfeld zu spielen. Bei United setzte Sir Alex auf ein 4-4-1-1, in dem Rooney hinter Hernandez als hängende Spitze agierte.

Die überrschendste Maßnahme in den Formationen war, dass Ryan Giggs im defensiven Mittelfeldzentrum agierte. Dafür beackerte Park Ji-Sung den linken Flügel. Auf die Schnelligkeit kann man ja bei Giggs immer noch in einzelnen Aktionen bauen, aber für das dauerhafte Bearbeiten der Seitenlinie hat der Koreaner einfach mehr Luft. Zudem kann Giggs auch aus dem Zentrum heraus seine Spielübersicht einbringen.

So oder so, keine der beiden Mannschaften schaffte es, wirklich Konstruktives mit dem Ball anzustellen. Bei Manchester war zuerst das Verteidigen des eigenen Strafraums angesagt und Vorstöße kamen in vielen Fällen auch über lange Bälle auf Rooney bzw. Park und Valencia an den Flanken, immer wieder aber kamen diese nicht an oder wurden gut verteidigt. Auffällig bei Valencia: Er ging nicht mit dem Ball am Fuß steil, sondern verlagerte oft mit hohen Pässen Richtung Spitze oder gar mit Seitenwechseln das Spiel wieder weg von ihm. Dennoch hatte United gegenüber Chelsea einen großen Vorteil im Spiel nach vorne: Die Positioniertung von Wayne Rooney als hängender Spitze.

Klassisches Problem bei Chelseas flachem 4-4-2

Chelsea hatte durch das flache 4-4-2 nämlich mit dem altbekannten Problem dieses Systems zu kämpfen: Wie kommt der Ball zu den Stürmern? Torres und Drogba spielten beide sehr hoch und hinter ihnen tat sich ein großes Loch auf. So mussten Lampard und Essien aus dem Zentrum erst einmal an drei Gegenspielern vorbei (Rooney, Giggs und Carrick), ehe auf die Sputzen immer noch Ferdinand und Vidic aufpassten. So blieb mehr Verantwortung an den Außenverteidigiern hängen, die hinte den einrückenden Shirkov bzw. Ramires nach vorne gingen.

Das Problem dabei: Rückten sie zu weit auf, waren wiederum Park und Valencia frei für lange Anspiele aus der Verteidigung heraus. So pläterschte das Spiel auf nicht allzu unterhaltsamem Niveau dahin – ehe Giggs doch einmal einen schnellen Antritt nach vorne wagte. Er nahm den tollen Pass des heute sehr starken Carrick an, ging bis zur Grundlinie durch, legte zurück und aus der Tiefe kam Rooney angeschossen und drückte die Kugel zum 1:0 über die Linie.

Wenig Reaktion bei Chelsea

Die Hausherren reagierten zunächst kaum auf den Rückstand, eher zogen sich die Gäste nun ein wenig zurück. Lampard orientierte sich im Gegenzug etwas weiter nach vorne, was sich in einer geisteigerten Passquote manifestierte. Außerdem versuchte Chelsea nun auch häufiger, aus der Distanz zum Abschluss zu kommen – denn Zugriff auf den Strafraum bekamen sie nicht. So hätte es kurz vor dem Seitenwechsel den Ausgleich geben können, doch dieser gelang nicht.

Erstaunlicherweise nahm Ancelotti in der Pause keine Veränderungen vor, sondern beorderte lediglich Lampard weiterhin nach vorne. Juri Shirkov indes blieb auf der linken Seite blass und dieser Eindruck verstärkte sich noch, als sein Gegenspieler Rafael verletzt vom Platz musste. Ferguson nämlich brachte nun Nani, dafür ging Valencia zurück auf die Rechtsverteidigier-Position – somit sah sich der Russe nun zwei offensiven Leuten gegenüber und konnte gar nicht mehr ins Spiel eingreifen.

Chelsea - Man Utd (Schlussphase)

Ancelotti stellt doch noch um – nicht ohne Wirkung

Erst in der 70. Minute konnte sich Chelsea-Coach Ancelotti zu einer Veränderung seiner Grundordnung durchringen: Er brachte Anelka für Drogba, und der Franzose orientierte sich auf den rechten Flügel, bzw. immer wieder auch ganz weit zurück, um sich die Bälle im defensiven Mittelfeld schon zu holen. Die Blues agierten in den letzten 20 Minute mit einem etwas schiefen 4-2-3-1, mit Torres vorne und dem Trio Malouda/Lampard/Anelka dahinter. Durchaus mit Erfolg, denn nun bekam Chelsea den Gegner unter Kontrolle und drückte ihm endlich das eigene Spiel auf.

Das sichtbare Zeichen des Umstellens bei United war der Tausch von Berbatov für Hernandez, aber Ferguson stellte für die Schlussphase auch sein System um: Rooney ging vom Zentrum auf die linke Seite, dafür gesellte sich Park Ji-Sung ins Zentrum, um gemeinsam mit Carrick und Giggs dort zuzumachen. Das gelang aber nicht wirklich, Chelsea kam in der Schlussphase zu einigen guten Möglichkeiten (zumeist wiederum aus durchaus gefährlichen Weitschüssen) und hätte auch in der Nachspielzeit noch zumindest einen Elfmeter bekommen können, wenn nicht müssen…

Fazit: Ancelotti reagierte zu spät

Es ist eine viel diskutierte Frage, vor allem seit Torres bei Chelsea ist: Stellt Ancelotti wirklich nach Leistung auf und dem Versuch, eine funktionierende Formation zu finden, oder doch eher nach Name und Ego? Denn das Duo Torres/Drogba mit einem flachen Mittelfeld dahinter hat überhaupt nicht funktioniert. Chelsea schaffte es nich in ausreichendem Maße, die beiden Stoßstürmer mit den nötigen Bällen zu versorgen. Erst, als Anelka kam und deutlich mehr aus der Tiefe kam, wurde Chelsea wirklich gefährlich.

United verteidigte gegen ein lange Zeit zu einfallsloses Chelsea recht gut und brachte den Ball vor allem durch Park Ji-Sung und den tief spielenden Rooney immer wieder schnell vor das gegnerische Tor. Es war sicherlich keine weltbewegende Leistung, die auf ewig in Erinnerung bleiben wird, aber grundsolide und auf die Schwächen des Gegners gut eingestellt. Erst in der Schlussphase kam United wirklich unter Druck, so aber sieht alles nach einem Semifinale gege Schalke aus.

(phe)

Link-Tipp: Im Liga-Spiel am 1. März hat Chelsea noch 2:1 gewonnen.

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