kärnten – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Mon, 26 Apr 2010 11:15:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Eine kleine Bilanz… ja, jetzt schon! https://ballverliebt.eu/2010/04/26/eine-kleine-bilanz-ja-jetzt-schon/ https://ballverliebt.eu/2010/04/26/eine-kleine-bilanz-ja-jetzt-schon/#comments Mon, 26 Apr 2010 11:13:15 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=1952 Eine kleine Bilanz… ja, jetzt schon! weiterlesen ]]> Eine sportlich vor allem in der zweiten Saisonhälfte eher öde Bundesliga-Saison neigt sich dem Ende zu. Alle Entscheidungen sind soweit gefallen, die letzten vier Runden haben nur noch statistischen Wert. Man kann also getrost jetzt schon resümieren.

Salzburg wird Meister, das steht nach dem 1:1 gegen Rapid so gut wie fest. Das Spiel war ein seltenes Highlight in einer ansonsten sportlich erschreckend schlechten Rückserie – das ist die eigentliche Erkenntnis dieser Saison. Die vier Mannschaften, die im Herbst internationale durchaus gut dabei waren, haben sich aufgrund der sportlichen Belanglosigkeit der restlichen Saison wieder auf ein Niveau runterziehen lassen, das wir im Herbst längt überwunden hofften.

Klar, die vier Spitzenteams belegen auch in der Rückrundentabelle die vorderen Plätze (lediglich Wr. Neustadt könnte da noch reinstoßen), aber weniger, weil sie um so viel besser wären. Nein, das ist eher ein Resultat der im selben Maße nachlassenden Konkurrenz. In der Tat gab es unter den zehn Teams nur eines, das sich signifikant gegenüber dem Herbst gesterigert hat, und das ist Magna Wiener Neustadt. Salzburg cruist souverän zum Titel und wurde dabei in den direkten Duellen nur von Rapid wirklich gefordert. Der LASK stabilisierte sich zwar hinten, vorne fehlt aber Roman Wallner. Und die frisierte U21, die in ein paar Wochen wohl die Kärntner Konkursmasse bildet, kämpfte zwar brav, war aber immer noch die schlechteste Mannschaft der Liga. Und die Austria spielt ebenso unspektakulär wie im Herbst und fährt gut damit.

Alles andere? Naja. Rapid nahm sich mit einem beängstigenden Fehlstart selbst aus dem Rennen, Sturm kam durch Siege gegen Underdogs kurz wieder ran, impolidierte dann aber. Mattersburg ist froh über die Gelegenheit, ein paar junge Spieler einbauen zu können, Ried (immerhin älteste Mannschaft der Liga) versuchte wenig stilvoll, Herwig Drechsel einen Abgang schmackhaft zu machen. Und Kapfenberg ist halt nun mal nicht besser.

Im Grunde genommen ist, und einige beteiligte Journalisten dürften insgeheim auch schon zu diesem Schluss gekommen sein, jede Zeile und jedes Wort, das man über die restlichen vier Runden verliert, eine zu viel. Ja, vielleicht noch erwähnen, wenn Salzburg in zwei Wochen die Meisterschaft auch rechnerisch fixiert hat, aber eigentlich gibt es in dieser Saison nur noch ein einziges Spiel von Belang. Das wird das Cupfinale drei Tage nach dem letzten Spieltag sein – Sturm und Wr. Neustadt entscheiden im direkten Duell vor einer vermutlich eher traurigen Kulisse in Klagenfurt, wer das letzte Europapokal-Ticket bekommt.

Infrastrukturell wäre da natürlich ein Sieg der Grazer besser. Für die Neustädter käme hier der Europapokal noch ein Jahr zu früh, das neue Stadion wird frühestens nächstes Jahr bezugsfertig. Aber sportlich? Rein von diesem Aspekt könnte man angesichts der Eindrücke dieses Frühjahrs nur schwer glaubhaft argumentieren, dass sich Wiener Neustadt – die jüngste Mannschaft der Liga – bedeutend schlechter schlagen würde als die Grazer. Denen zudem eine Kaderrenovierung ins Haus steht – Jantscher etwa wird kaum zu halten sein, Sonnleitner ist schon weg, und auch mancher anderer könnte die Grazer wohl verlassen.

Also, Salzburg wird Meister. Rapid und Austria kommen in den Europacup, Kärnten wird die Liga verlassen. Dazwischen? Alles blunznwurscht. Ein Glück, dass uns im Mai mal wieder der Komödienstadl namens Lizenztheater ins Haus steht, sonst wär’s ja wirklich komplett fad.

(phe)

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Die Ballverliebt-Bundesliga-Vorschau | Frühjahr 2009 https://ballverliebt.eu/2009/02/16/die-ballverliebt-bundesliga-vorschau-fruhjahr-2009/ https://ballverliebt.eu/2009/02/16/die-ballverliebt-bundesliga-vorschau-fruhjahr-2009/#comments Mon, 16 Feb 2009 20:08:55 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=1243 Die Ballverliebt-Bundesliga-Vorschau | Frühjahr 2009 weiterlesen ]]> Frühjahr
Es geht also wieder los: Die Rückrunde der Bundeliga wartet. Vorschau gefällig? Bitte schön!

Weg mit dem Speck

Die Bullen haben sich im Winter auf zwei Sachen konzentriert: Marc Janko zu halten und mit einem Vertrag auszustatten, der bei seinem wahrscheinlichen Abgang im Sommer noch etwas mehr Kohle bringt – und den aufgeblähten Kader auszudünnnen. In beiden Fällen muss man sagen: Hat funktioniert. Der zwischen Aufsässig- und Lustlosigkeit schwankende Ilic, die wandelnde Marketing-Maschine Miyamoto und die Bankdrücker Bobson, Traoui und Pamic wurden abgegeben bzw. verliehen. Sportlich substantiell kein Verlust, denn keiner dieser Kicker hat wesentlich zum Gewinn des Herbstmeistertitels beigetragen (Pamic, Bobson und der verletzte Miyamoto kamen in der Bundesliga gar nicht zum Einsatz, Ilic drei Mal und Traoui hatte zwei Kurzeinsätze). Im Grunde saßen sie nach dem frühen Europacup-Aus dem Verein nur auf der Tasche.
[ad#bv_test]Janko hat seinen Vertrag verlängert, bleibt also zumindest bis zum Sommer in Salzburg und wird dort seine Chance suchen, Meister und Torschützenkönig zu werden, und so eventuell seinen Marktwert noch weiter zu steigern. Nicht ohne Risiko: Wenn er sich verletzt, war der ganze schöne Herbst für die Würscht. Geholt haben sich die Bullen mit dem Schweden Eddie Gustafsson (32) einen Torhüter. Nachvollziehbar, denn Arzberger wird nicht jünger, Ochs ist lange verletzt und die jungen Kaltenhauser und Schober haben zwar Talent, eine tragende Rolle im Meisterrennen kann oder will Adriaanse ihnen aber (noch?) nicht zumuten.
Und für die linke Abwehrseite konnte Jung-Nationalspieler Andi Ulmer (23) von Ried losgeeist werden. Die große Entdeckung der Herbstsaison soll die weder von Ronald Gercaliu (dessen Karriere nach dem Zwischenhoch bei der Austria nun doch endgültig zu versanden droht), noch von Barry Opdam zufriedenstellend bekleide Position in der linken Defensive ausfüllen. Die Salzburger sahen also von spektakulären Neuzugängen ab, ergänzten sich gezielt und bauen darauf, dass die nur geringfügig (und im Tor verletzungsbedingt) veränderte und daher im Grunde eingespielte Mannschaft mit den Toren von Marc Janko den Vorsprung über die verbleibenden Runden bringt, bzw. selbigen gegenüber der um die Europa-League-Plätze kämpfenden Konkurrenz ausbauen zu können. Prognose: Schlagen sich die Bullen nicht wieder, wie letztes Jahr, selbst, werden sie Meister.

Sparkurs oder nicht?
Mit Peter Pacult haben die Hütteldorfer jetzt um ein weiteres Jahr verlängert. Er wollte zwar grundsätzlich schon einen längeren Vertrag, aber die Altlasten von (wie Präsident Edlinger einräumte) etwa vier Millionen Euro lassen nicht mehr zu. So war auch der einzige im Winter veränderte Kaderpunkt, dass der seit dem hinterhältigen Böller-Angriff außer Gefecht gesetzte Torhüter Georg Koch von der Gehaltsliste gestrichen wurde. Erfreulich für den Deutschen: Sollte er einen Verein finden, bedeutet der Skandal vom ersten Saison-Derby nicht sein Karriereende, denn gesundheitlich soll er wieder halbwegs in Schuss sein.
Dass der Schuldenberg nicht kleiner wurde, liegt natürlich auch an den nach dem frühen Europacup-Aus fehlenden Einnahmen aus mindestens zwei Heimspielen (gegen durchaus attraktive Gegner, Olympiakos Piraeus hätte sehr wahrscheinlich für ein volles Stadion gesorgt). So war es auch nicht möglich, im Winter den Kader nachzubessern. Was nach der auf nationaler Ebene recht ordentlichen Herbstsaison auch nicht zwingend notwendig war: Maierhofer und Hoffer trafen nach belieben, Helge Payer versucht sich nach neunmonatiger Pause an einer Rückkehr ins Rapid-Tor.
Für Peter Pacult, der auch im Winter einige Anflüge von niederer Paranoia aufblitzen ließ (wie der Sager, dass die Absage der Partien von Kärnten gegen Salzburg und Sturm im Herbst wettbewerbsverzerrend sei, weil Kärnten im Frühjahr schwächer besetzt ist und das ein unfairer Nachteil für Rapid ist; oder das Trainingslager, das – gaaaanz zufällig natürlich – genau auf den Länderspieltermin gelegt wurde), gilt es nach seiner Vertragsverlängerung aber sehr wohl, sich langsam aber sicher über den Sommer hinaus Gedanken zu machen. Maierhofer wird den Verein wohl verlassen, Tokic und Patocka bauen in der Innenverteidigung merklich ab, und auch hinten rechts wird auf Sicht einer gebraucht, der mit der Doppelbelastung (also die eigene Position plus die oftmals verwaiste Hofmann-Position) nicht überfordert ist. Einstweilien wird das Augenmerk aber auf der laufenden Meisterschaft liegen. Prognose: Rapid wird Salzburg nicht mehr einholen können, aber der Europacup-Platz wird am Ende zu Buche stehen.

Verletzungsverbot!
Marko Stankovic, trickreicher Linksaußen, verließ Sturm also schon im Winter. Der Platz des nach Italien abgewanderten Jungstars soll von Dominic Hassler (27) eingenommen werden. Der Wandervogel, der schon beim GAK, in Salzburg und beim LASK unter Vertrag war, kommt aus Gratkorn. Er hat zwar weder das Talent noch die Karriere-Aussichten von Stankovic, besitzt mit seinen 70 Bundesliga-Spielen (15 Tore) aber eine gewisse Routine, die es ihm erleichtern sollte, den Platz in der ansonsten dank der hervorragenden Arbeit von Franco Foda intankten und in sich gefestigten Mannschaft einzuhehmen. Im Tauschgeschäft ging dafür Mario Kreimer, dem sie es bei Sturm wohl nicht zugetraut haben, Stankovic zu ersetzen, zum Zweitligisten vor den Toren von Graz.
Sieht man von der Neubesetzung des Zweiergoalie-Postens (Baotic für Schicklgruber) ab, ist dies die einzige schon im Winter vorgenommene Adjustierung, Kärntens Haris Bukva wechselt erst im Sommer an die Mur. Was für die Frühjahrssaison und die damit stattfindende Jagd nach den Europacup-Plätzen heißt: Bei Sturm herrscht weiterhin absolutes Verletzungsverbot! Schlüsselspieler wie Haas oder Muratovic können sowieso nicht ersetzt werden, aber auch auf allen anderen Positionen fehlen Foda die Alternativen, er hat im Grunde nur die (zugegeben talentierten) Burschen aus der Regionalliga-Mannschaft in der Hinterhand. Aber so gut wie keinen gestandenen Bundesliga-Spieler, der mit dem Druck des Kampfes um den dritten Platz vertraut wäre.
Der Vorteil von Sturm gegenüber Rapid: Man könnte sich die Teilnahme am Europapokal auch über den ÖFB-Cup sichern. Doch nach dem Viertelfinalspiel gegen die Austria könnte es mit dieser Hoffnung auch vorbei sein. Weshalb keiner der Leistungsträger längerfristig fehlen darf. Prognose: Bleiben alle fit, sollte Sturm unter die ersten drei kommen. Gibt es Ausfälle, wird es verdammt eng.

Ungewohnte Sachlichkeit
Daran können sich wohl nicht einmal Historiker erinnern! Wann gab es das schon, dass die Austria in einem Transferfenster keinen Spieler holt? Niemanden! Keinen einzigen! Manager Parits und Trainer Daxbacher vertrauen der Mannschaft, die im Herbst zwar nicht immer schönen, aber doch effektiven Fußball zeigte und noch voll dabei ist im Kampf um die begehrten Plätze im internationalen Geschäft. Deutlicher kann man die nun erfolgte Emanzipation von Frank Stronach nicht machen. Im Sommer bekommt die Austria auch noch eine eigene Akademie, ist damit auch auf diesem Sektor nicht mehr vom ehemaligen Big Spender abhängig. Und wie Parits ankündigte, werden auch keine Spielerverträge abgeschlossen, bevor nicht das Budget für die kommende Saison steht.
Klar: Dass die Violetten sehr daran interessiert sind, Spieler wie Milenko Acimovic und Jocelyn Blanchard zu halten, ist kein Geheimnis. Dass man am Verteilerkreis aber erst einmal auf der wirtschaftlichen Seite Tatsachen schaffen möchte, ist löblich. Zumal man ja unter Umständen nicht auf die Meisterschaft angewiesen ist, will man sich für das Last-Minute-Scheitern in dieser Uefa-Cup-Saison rehabilitieren. Gewinnt die Austria Anfang März das Cup-Viertelfinale bei Sturm, steht dort keine Mannschaft mehr zwischen der Austria und dem vierten Cup-Sieg in Folge, gegen den die Violetten nicht Favorit wären (ein eventuelles Semifinale in Ried mal ausgenommen). Zudem vertreten die Verantwortlichen bei der Austria die Meinung, dass junge Spieler wie Okotie, Dragovic und Suttner durchaus gut genug und hungrig genug sind, auch in der Bundesliga ihren Weg zu gehen. Gefahr besteht nur, wenn bei Sturm der Lauf den Herbstes mitgenommen wird und dort keine Verletzungen Löcher in das Spiel der Grazer reißen. Prognose: Strauchelt Sturm, wird die Austria zuschlagen. Strauchelt Sturm nicht, wird es schwer.

Zukunftsangst
Frenkie Schinkels ist wahrlich nicht zu beneiden. Die Zukunft des Vereines wackelt bedenklich und ist zu einem großen Teil vom Ausgang der Landtagswahl in Kärnten abhängig. Sprich, wenn das BZÖ gewinnt und der zur FPÖ übergelaufene und in der Generalversammlung als Vereinspräsident bestätigte Canori auf Schmusekurs geht, schaut’s gut aus. Wenn die SPÖ gewinnt, die den Verein als sinnlos von Steuergeld künstlich am Leben gehaltenen Haider-Prestigeobjekt sieht, wird man sehr wahrscheinlich, wie der alte FC Kärnten, ausgehungert. Soll heißen: Die fehlende Million Euro wird nicht aufzutreiben sein, damit die Lizenz nicht zu bekommen. Dennoch muss der Trainer/Manager mit aller Macht versuchen, jetzt schon an einer brauchbaren Mannschaft für die nächste Saison zu basteln (so es denn eine gibt). Und das alleine ist schwer genug.
Mit Torjäger Adi und Flügelflitzer Wolf haben die Klagenfurter im Winter schon die Spieler verscherbelt, die noch Geld in die Kassen spülen. Im Sommer sind mit Haris Bukva, Manuel Weber und Manuel Ortlechner die nächsten Stützen weg. Und bei jeder Menge anderen Spielern laufen die Verträge ebenso aus. Jetzt muss einerseits geschaut werden, wer bleibt, andererseits aber genauso versuchen, adäquaten und leistbaren Ersatz dazu zu bewegen, auf das womöglich sinkende Schiff aufzuspringen. Im Winter hat das mit Altachs verstoßenem Stürmer Jagne (26), den bei der Austria gescheiterten Sand (21), Schinkels-Protegé Salvatore (23) und dem brasilianischen Innenverteidiger Zé Adriano (23) geschafft.
Was für ein Glück für Schinkels, dass sportlich nichts mehr anbrennen kann. Mit einem erstaunlich guten Herbst im Rücken kann er zumindest die unmittelbar bevorstehenden sportlichen Aufgaben mit großer Gelassenheit entgegenblicken. Wann auch immer die ersten Spiele stattfinden – schließlich fehlt im Wörtherseestadion die Rasenheizung. Und da es sich um einen Neubau handelt, sind Sanktionen der Bundesliga nicht auszuschließen… Prognose: Sportlich wird Kärnten nicht mehr in Gefahr kommen. Viel spannender wird die wirtschaftliche und politische Seite.

Sir Pauls erste volle Vorbereitung
Im Sommer übernham Paul Gludovatz sehr kurzfristig das Traineramt bei den Riedern. Die Vorbereitung fiel noch in die Verantwortlichkeit von Georg Zellhofer und Gludovatz‘ Co Gerhard Schweitzer. Die Mannschaft, vor der Zellhofer mangels Qualität die Flucht ergriff, überwintert meilenweit von jeder Abstiegsangst entfernt auf einem sicheren Mittelfeldplatz – auch dank des ausgeklügelten taktischen Konzepts, das der alte Fuchs Gludovatz seiner Mannschaft verordnete, die damit vor allem im eigenen Stadion einige Gegner auf die Hörner nahm. Nun kann der Burgenländer für die Frühjahrssaison seine erste echte, volle, eigene Vorbereitung durchziehen.
Einige der vor allem jungen Generation sind dabei ziemlich ins Schwitzen gekommen, haben etwas derart Intensives noch nicht miterlebt. Mit etwas Personalsorgen wird Ried jedoch in die Rückrunde gehen. Der Abgang von Andi Ulmer wurde zwar finanziell einigermaßen vergütert, für ihn soll Kujabi in die mittlere Dreierreihe im Rieder 3-3-3-1 zurückwandern. Für den linken Platz in der vorderen Reihe holten sich die Innviertler den Yeray Ortega (29) aus der dritten spanischen Liga, aus der sie schon Knipser Nacho Ortiz ausgegraben haben. Die Abgänge von Daniel Toth und Daniel Hofer betreffen zwar nicht die Stammformation, aber nun fehlt es etwas an Alternativen.
Die frei werdenden Plätze wurden mit jungen Spielern aus der Akademie und der Reservemannschaft aufgefüllt. Natürlich wissen die Rieder: In den Abstiegskampf würden sie nicht mal mehr zurückrutschen, wenn sie überhaupt keine Punkte mehr machen würden. Darum wird es im Frühjahr darum gehen, mit dem Weitblick eines Gludovatz schon jetzt zu schauen, wer das Zeug hat, über den Sommer hinaus die Vorstellungen des Trainers umzusetzen. An welchen Positionen es noch fehlt, wo nachgebessert werden muss. Und natürlich auch zu versuchen, die Abwehrstützen Burgstaller, Stocklasa und Brenner zu halten – sie sind die einzigen Leistungsträger, deren Verträge im Sommer auslaufen. Prognose: Da das Umfeld bei Ried wesentlich unproblematischer ist als in Klagenfurt, wäre ein fünfter Endrang keine Überraschung.

Ruhe, bitte!
Während in Ried beinahe langweilige Ruhe herrscht, war der LASK auch in diesem Winter der Traum jedes Boulevard-Journalisten. Kaum eine Woche verging ohne neue Meldung, bei der Fans und Beobachtern die Tränen kamen – sei es vor Lachen, oder vor lauter Unverständnis über den Sauhaufen, als der sich die Linzer präsentierten.
Da wurde Flo Klein schon von Testspielen ausgeladen, weil „der Transfer zu Frosinone eh schon fix“ wäre, nur um selbigen Transfer im letzten Moment doch noch platzen zu lassen. Die Forderung der Linzer, an einem Weiterverkauf beteiligt zu werden, wiesen die Italiener zurück. So bleibt dem LASK statt einer mittelmäßig hohen Ablösesumme im Winter nur die deutlich geringere Ausbildungsentschädigung im Sommer und ein Spieler, den man in wenigen Monaten dennoch los ist, und jetzt eigentlich gar nicht mehr wirklich weiß, was man mit ihm anfangen soll. Da wird dann noch Hoffnung Thomas Piermayr zu den Amateuren zwangsversetzt, weil er sich weigert, seinen in anderthalb Jahren (!) auslaufenden Vertrag jetzt schon zu verlängern.
Da verschreibt man sich im Spätherbst dem Fördern eigener Jung-Talente, um nach ansehnlichen Achtungserfolgen dieser Burschen den abgewrackten Roman Wallner (27), den in Altach vor einem halben Jahr nicht ohne Grund aussortierten Abwehrspieler Pablo Chinchilla (30) und den simbabwischen Mittelfeld-Spieler Justice Majabvi (24) zu holen. Die Folge ist ein veritables Gedränge im zentralen Mittelfeld, wo nun acht Spieler um zwei Plätze rittern.
Zudem wurde in der Führungsetage die Notbremse gezogen: Ehe der im Herbst (einmal mehr) mit seinen Aussagen wild Amok laufende LASK-Boss Peter-Michael Reichel noch größeren Schaden anrichten kann, wurde mit dem ehemaligen Bundesliga-Chef Reinhard Nachbagauer ein beruhigendes Ventil als Geschäftsführer installiert. Eigentlich wäre der Frühling jetzt mangels sportlicher Gefahren und Ambitionen eine schöne Gelegenheit, wieder etwas Ruhe einkehren zu lassen. Aber der LASK wäre nicht der LASK, wenn er diese Chancen nützen würde. Prognose: Die Linzer werden kaum vor Ried ins Ziel kommen. Das sollte die einzige sportliche Sorge der Linzer sein, denn nach hinten brennt im Normalfall nichts mehr an.

Bruchlandung voraus?
Es war verdächtig ruhig, in diesen Wintermonaten in Kapfenberg. Der monströs große Kader wurde um einige Reservisten verkleinert, vom sich gerade im Wachkoma befindenden Nachbarn aus Leoben sicherten sich die Falken die Dienste der Stürmer Deni Alar (19) und Srdjan Pavlov (25). Grundsätzlich keine schlechte Idee, denn die 24 Tore in den ersten 22 Spielen waren nicht gerade eine überzeugende Quote. Die Frage ist nur, ob die beiden Spieler, die selbst in der Ersten Liga noch nicht lange zum Stammpersonal gehört hatten, im Bundesliga-Abstiegskampf wirklich weiterhelfen können. Denn auch, wenn Kapfenberg fünf Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz hat, wirklich viel mit Bundesliga-Niveau hatten einige Auftritte des Aufsteigers nicht zu tun. In Klagenfurt fingen sie sich sechs Stück ein, in Salzburg gleich sieben. Drei der fünf Punkte Vorsprung haben sie zudem der mangelnden Berufsauffassung der Salzburger Bullen zu verdanken, die sich von Kapfenberg eine völlig lächerliche 2:5-Pleite andrehen ließen.
Ansonsten sind es vor allem die beiden direkten Konkurrenten, gegen die das Team von Werner Gregoritsch das Punktekonto auffetten konnte: Sechs Punkte gegen Mattersburg, drei gegen Altach – zählt man die drei Punkte aus Salzburg dazu, bleiben noch exakt sechs Punkte (darunter genau ein Sieg) aus den 14 restlichen Spielen. Und das reicht natürlich nicht annähernd, sollten Mattersburg und Altach ihre Möglichkeiten in den verbleibenden Spielen halbwegs an den Tag legen können, denn diese beiden sind (jetzt) jederzeit in der Lage, auch mal ein Team von Platz sieben aufwärts zu schlagen. Woran Kapfenberg vor allem krankt: Die grundsätzliche Spielanlage, gut zu stehen und mit Kampfkraft dagegen zu halten, ist für einen Aufsteiger zwar legitim, 49 Gegentore torpedieren diesen Plan aber gehörig. Nach vorne fehlt das spielerische Element, auch mal mit besseren Mannschaften mithalten zu können. Und so werden Erfolgserlebnisse auch im Frühjahr eher selten sein. Prognose: Läuft es halbwegs normal, steigt Kapfenberg ab.

Charaktersache
Unglaubliche 15 Spiele ist Mattersburg nun schon sieglos – die längste Serie seit den 25 Spielen von Austria Lustenau in deren Abstiegsjahr 1999/00. Dass Trainer Franz Lederer noch im Amt ist, liegt wohl nur am guten persönlichen Einvenehmen mit Klub-Boss Pucher – und der Tatsache, dass Mattersburg trotz der schwarzen Serie nicht nur voll dabei sind im Kampf um den Klassenerhalt – sondern nicht einmal Letzer sind. Das Glück der Burgenländer, dass Altach und Kapfenberg auch nicht entscheidend besser agieren, wird sich aber nicht in gleichem Maße im Frühjahr fortsetzen lassen.
Darum ist es unbedingt notwendig, dass sich in Mattersburg keiner mehr vor der Realität verschließt, und die heißt nun mal Abstiegskampf. Sicher ist, dass auch ohne Didi Kühbauer und dem in Deutschland auftrumpfenden Christian Fuchs der Kader absolut stark genug ist, um im Rennen gegen den letzten Platz zu bestehen. Ein Michael Mörz ist zwar kein Thema mehr im Nationalteam, Bundesliga-Format hat er aber. Genauso wie die meisten anderen im Team. Der Klassenerhalt wird aber, trotz der Erfahrung im Kader, nur dann gelingen können, wenn sich die Mannschaft auf das Sportliche konzentriert, und nicht immer wieder unnötige Nebenschauplätze eröffnet. Ilco Naumoski ist da in erster Linie gefordert, sich zurückzunehmen – seine Ego-Trips haben Mattersburg schon einiges an Punkten gekostet.
Mithelfen beim Unternehmen Klassenerhalt sollen auch zwei Slowaken: Mittelfeld-Aktuer Stanislav Velicky (27) kommt vom slowakischen Spitzenteam Artmedia Bratislava, der 1.88m große Stürmer Robert Ujcik (19) aus der Jugend von Derby County. Im Gegenzug trennten sich die Burgenländer von Blondschopf Csaba Csizmadia und Akos Kovrig – ansonsten müssen es diejenigen richten, die den neuten Platz im Herbst zu verantworten haben. Prognose: Zerfleischen sich die Mattersburger nicht selbst, bleiben sie drin. Blöd spielen dürfen sie sich aber nicht.

Kaufrausch, auf wessen Kosten auch immer
Wer hat’s bezahlt? Das ist die große Frage aller Fragen, wenn es um die umfassenden Transfertätigkeiten des Schlusslichts im Winter geht. Denn nicht nur, dass die Altacher viel eingekauft haben – nein, was sich da nach Vorarlberg lotsen ließ, hat (zumindest auf dem Papier) richtig Qualität. Tomas Jun (26) war schon tschechischer Teamspieler, Torschützenkönig und Spieler des Jahres, wurde von Teplice ausgeliehen. Der Montenegriner Srdjan Radonjic (27), der sein Sturmpartner sein wird, war vor zwei Jahren erfolgreichster Torjäger der serbischen Liga, trug ebenso schon den Teamdress. Rechtsverteidiger Olubayo Adefemi (23) holte mit dem nigerianischen Team Silber bei Olympia in Peking, kommt von Rapid Bukarest.
Zellhofer-Spezi Pepi Schicklgruber (41) soll im Tor verhindern, dass der Gegentorschnitt weiterhin bei drei pro Spiel liegt. Vor ihm soll unter Anderem Ousman Sonko-Pa (24) aufräumen – der Teamspieler aus Gambia kommt von den Salzburger Jungbullen. Markus Kiesenebner (29), der auch verletzungsbedingt in Norwegen keinen Fuß auf den Boden brachte, soll das Mittelfeld zusammenhalten und mit seinen Gewaltschüssen für Gefahr sorgen. Und ob schließlich Horst Freiberger (23), von den Rapid Amateuren gekommener Stürmer, viel zum Spielen kommen, darf angesichts der neuen Konkurrenz durchaus bezweifelt werden.
Wie auch die Aussichten auf deutliche Besserung in der im Herbst kaum regionalligatauglichen Defensive eher düster sind – denn hier wurde nur mit dem Gambier Sonko nachgebessert, der den Nachweis von Bundesliga-Format bei den Jungbullen noch nicht erbringen konnte. Und mit Adefemi natürlich, dessen Arbeitserlaubnis aber noch auf sich warten lässt – weshalb die Vorarlberger kurz vor dem Start noch die Dienste des vereinslosen Serben Slavoljub Djordjevic (28) sicherten. Ja, und woher kam es nun, das Geld? Wirklich nur von den nicht fälligen Punkteprämien im Herbst und dem aufgelösten Fuchsbichler-Vertrag? Kaum vorstellbar. Half wirklich Franz Grad seinem guten Freund Zellhofer aus, um ihm mit Altach die schnelle Flucht aus dem Keller zu ermöglichen? Alle dementieren das, aber was sollen sich auch sonst tun. Tatsache ist jedoch: Die Neuen, wer auch immer sie bezahlt haben mag, heben das Niveau vor allem in der Offensive der Mannschaft schon deutlich. Und wenn das heißt, notfalls vier Tore zu schießen, wenn man hinten drei bekommt, soll das dem neutralen Beobachter durchaus recht sein. Prognose: Fangen sich die Altacher entscheidend weniger Gegentore ein als vor der Winterpause, sollte dem Klassenerhalt nichts mehr im Wege stehen.

(phe)

Foto: Valter Jacinto | Portugal (CC2.0 BY-NC-SA)

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Kurzsicht. https://ballverliebt.eu/2009/01/14/kurzsicht/ https://ballverliebt.eu/2009/01/14/kurzsicht/#respond Wed, 14 Jan 2009 11:03:37 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=1162 Kurzsicht. weiterlesen ]]> Vor dem demnächst beginnenden letzten Saisondrittel (das seltsamerweise schon am dritten Frühjahrsspieltag beginnt), ist klar: Der sportliche Absteiger wird sich im Trio Mattersburg/Kapfenberg/Altach finden. Das hat sich schon geraume Zeit angedeutet und ist an sich keine bahnbrechend neue Erkenntnis. Es gibt jedoch gewisse Faktoren, die symptomatisch sind.

Da wären vorrangig einmal die Verträge. Bei Altach laufen im Sommer 16 Verträge aus, in Kapfenberg gar 21 – die Falken stünden im Extremfall mit 3 Abwehrspielern, 5 Mittelfeld-Akteuren und zwei Stürmern da (von denen einer 37 Jahre alt und nebenbei noch Sportdirektor ist). Und ob alle verbleibenden Spieler auch gültige Verträge für die Erste Liga hätten? Bei einem dezidierten Abstiegskandidaten wie Kapfenberg wäre dies zwar logisch, aber das heißt in Österreich ja bekanntlich nichts.

Natürlich: Bleibt Kapfenberg in der Liga, wird die Verlängerung der meisten Verträge wohl nur Formsache sein. Aber im Abstiegsfall droht eine wahre Implosion. So gut wie keiner der dann ablösefreien Spieler würde wohl beim Klub bleiben, kaum einer der Leistungsträger würde Kapfenberg die Treue halten, sollte auch nur ein halbwegs brauchbares Angebot kommen. Kapitän und Abwehrchef Taboga, der als einer der wenigen beständiges Bundesligapotential hätte, ist ziemlich sicher ebenso weg wie Mittelfeld-Motor Liendl. Kapfenberg müsste eine komplett neue Mannschaft aus dem Boden stampfen, und bei regionaler Konkurrenz wie dem GAK, Gratkorn und Sturm werden wohl nur Restposten für diese Mannschaft mit begrenzter Zukunftsprognose übrig bleiben. Da hatte es beispielsweise Wacker Innsbruck viel leichter, sie konnten de facto ungehindert ganz Tirol abgrasen. Kapfenberg wäre sportlich ruiniert.

Ähnlich die Situation in Altach. Freilich, so wie sich die meisten Spieler im Herbst präsentiert haben, würde sich der Verein ohnehin nicht noch länger von ihnen quälen lassen. Aber gerade die Altacher zeigen in ihren Unzulänglichkeiten auch die sportliche Führung betreffend fast beneidenswerte Konsequenz. Erfolgstrainer Streiter wollte man die Aufstellung diktieren, der bayerische Grantler Bender war ein hervorragender Sprücheklopfer, aber ein erstaunlich schlechter Trainer, Heinz Fuchsbichler ließ man den Trainer machen, obwohl er sowohl bei FC Lustenau als auch bei Austria Lustenau in selber Funktion schon grandios gescheitert war, und den ungemütlichen Schönenberger entließ man, weil er es gewagt hatte, schon im Herbst in Blickrichtung Frühjahr zu trainieren und sich die Spieler dadurch gegängelt fühlten – wohlgemerkt, einen Monat nach dem letzten Spiel im Herbst. Dass mit Georg Zellhofer ein Trainer geholt wurde, der in den letzten Jahren genau gar nichts erreicht hat, offenkundig nicht mit jungen Spielern kann, und er sich vor einem halben Jahr zu gut war, sich mit Ried in den drohenden Abstiegskampf zu stürzen, passt ins Bild.

Zumindest am Vertragssektor steht Mattersburg am Besten aus dem Trio da. Nur fünf Verträge enden im Sommer, kaum einer davon von echten Leistungsträgern. Wenn man schon nach 15 sieglosen Spielen am vorsintflutlichen Trainer festhält, so hat man wenigstens dafür gesorgt, dass die Spieler bei einem Klassenerhalt einen sicheren Job haben. Bei dem Kader der Burgenländer – wohl der beste der drei Kandidaten – kann das durchaus ein entscheidender Faktor sein.

Aber nicht nur zwei der drei Vereine im Abstiegskampf müssen die Sünden der Vergangenheit jetzt ausbaden. Frenkie Schinkels beschwerte sich zuletzt lautstark darüber, dass bei der Geburt des Retortenklubs fast ausschließlich Zwei-Jahres-Verträge vergeben wurden. Die natürlich allesamt jetzt auslaufen. Das doppelte Glück der Kärntner: Zum einen die komfortable Tabellenposition zur Winterpause, und zum anderen ein Trainer bzw. Sportdirektor, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und sich den jetzt schon feststehenden Klassenerhalt zunutze macht, rechtzeitig den drohenden Schaden zu begrenzen. Sprich: Mit Leistungsträgern verlängern (wie Schranz und Junuzovic, evtl. auch Ortlechner); Spieler, die im Winter Geld in die Kassen spülen, jetzt schon verscherbeln (wie Adi und Wolf); und sich hauptsächlich darauf konzentriert, Spieler für die kommende Saison zu scouten. Also, derb gesagt, auf die Ergebnisse im Frühjahr zu scheißen, weil eh nix mehr passieren kann, aber dafür nicht im Sommer in Panik ausbrechen müssen, weil plötzlich keine Spieler mehr da sind. Er macht also überspitzt formuliert genau das, wofür Schönenberger in Altach entlassen wurde.

Einen ähnlichen Weg geht auch der LASK – mit dem Unterschied, dass die Linzer jetzt schon auf ein Reservoir aus hervorragenden Jungkickern zurückgreifen können. Spieler wie U20-Held Zaglmair, der junge Hamdemir, der grandios veranlagte Höltschl, der schon jetzt im Bundesliga-Kader etablierte Piermayr und Außenverteidiger Hart werden im Frühjahr, wie sich schon in den letzten Herbst-Spielen angedeutet hat, vermehrt zum Einsatz kommen. Talent Emanuel Schreiner wurde zu Austria Lustenau verliehen, um sich die Spielpraxis dort zu holen. Dazu bestehen bei einigen der auslaufenden Verträgen schon jetzt klare Tendenzen: Baur hört auf, Klein und Hoheneder werden wohl gehen, ebenso wie der dauerverletzte Wendel und der zum Zweiergoalie degradierte Cavlina. Schließlich weiß auch Klaus Lindenberger, dass 30 Punkte sicher zum Klassenerhalt reichen werden, womöglich schon die 25, die derzeit auf dem Linzer Konto sind. Was Schinkels und Lindenberger eint: Das Wissen, dass es komplett wurscht ist, ob man am Saisonende Fünfter oder Siebenter ist.

Ein Luxus, den die Abstiegskandidaten natürlich nicht haben. Aber ein Zeichen, dass es manche Vereine in Österreich begriffen haben – und andere nicht.

(phe)

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Die dreigeteilte Bundesliga – Teil 2/3 https://ballverliebt.eu/2008/11/27/die-dreitegeilte-bundesliga-teil-23/ https://ballverliebt.eu/2008/11/27/die-dreitegeilte-bundesliga-teil-23/#comments Thu, 27 Nov 2008 12:54:54 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=1129 Die dreigeteilte Bundesliga – Teil 2/3 weiterlesen ]]> Zweiter Teil unserer Bundesliga-Halbzeit-Serie: Nach dem Spitzenteams Salzburg, Sturm, Rapid und Austria kommt erst einmal sechs Punkte lang nichts. Das heißt: Der Abstand des Vierten Austria auf die Tabellenspitze ist kleiner als der auf den fünften Platz. Und das dort beginnende Mittelfeld der Tabelle besteht aus drei Teams – zwei positiven und einer negativen Überraschung.

Auf dem fünften Platz steht, allen Widrigkeiten zum Trotz, Austria Kärnten. Trotz des Freitods von Adam Ledwon, dem positiven Drecksack im Team, und des etwas weniger freiwilligen Abgangs von Jörg Haider, ohne den dieser Verein gar nicht existieren würde, schaffte es das gut aufgestellte Trainerteam (Stimmungskanone Schinkels, Pädagoge Pegam und Schleifer Reinmayr) aus dem Trümmerhaufen, der sich nach der schlimmen letzten Saison und dem Schock im Sommer als heißer Abstiegskandidat positionierte, den Sprung ins gesicherte Mittelfeld. Die Gründe dafür sind einfach: Offenkundig gute Stimmung innerhalb der Mannschaft, ein Trainer-Team, das weiß, was es tut und ein gutes Händchen bei den Neuverpflichtungen – wie Knipser Adi, der beim LASK unterging, oder dem Mittefeld-Brasilianer Sando, der zuvor ein halbes Jahr gar ohne Verein dastand. Hinzu kommt, dass die starke Akademie (die schon talentierte Spieler wie Kapitän Weber, Prawda, Schellander, Dobnik oder Zakany hervorbrachte) mittlerweile auch in der Hand des SKAK ist. Auch, wenn es für den Europacup nicht reichen wird: Austria Kärnten kann sich (zumindest sportlich, finanziell und vom Umfeld her ist das wieder eine ganz andere Sache) auf eine stressfreie Rest-Saison einstellen.

Wie auch der Sechstplazierte. Auch der war vor der Saison ein ernsthafter Kandidat für die hinteren Ränge – zu schlecht war die letzte Saison, zu groß das Chaos im Sommer mit dem erst-ja-aber-dann-doch-wieder-nein-Trainer Zellhofer. Ried machte das einzig Richtige: Man setzte mit Paul Gludovatz einen echte Experten auf die Trainerbank, der mit seinem recht genialen 3-3-3-1 nicht nur Rapid zur Verzweiflung brachte (O-Ton Jimmy Hoffer: „Da hört sich doch der Spaß am Fußball auf, gegen so eine Mannschaft…“). Hinten kompakt, in der Vorwärtsbewegung durch fünf offensiv denkende Spieler sehr variabel, und mit dem aus der dritten spanischen Liga geholten Torjäger Nacho Ortiz eine echte Verstärkung aus dem Hut gezaubert. Auch, wenn es vor allem für die Vereine aus dem großen Wien eine Ohrfeige ist: Ried spielt den modernsten Fußball Österreichs. Verdienter Lohn: Der sichere Klassenerhalt. Mehr kann man vom Kader des Bundesliga-Vereins mit dem kleinsten Budget nicht verlangen.

Etwas mehr von sich selbst verlangt hat dafür der LASK. In einer Saison, die der letzte Aufgalopp für die alten Schlachtrösser Vastic, Mayrleb und Baur geplant war und man eigentlich in den Europacup wolle, geht alles in die verkehrte Richtung. Schon die Vorbereitung unter dem im Nachhinein als veritabler Flop zu bezeichnenden (mittlerweile Ex-)Trainer Andrej Panadic wurde verschludert. So ist das Team nach einer Stunde körperlich am Ende. Und auch Alterserscheinungen bei den mittlerweile gefühlten 70-jährigen Leistungsträgern tragen, neben den Verletzungen der eminent wichtigen Panis und Wendel, zu der Misere bei, in der der LASK nun steckt: Niederlagen in Serie, keine Tore und so viele Ausfälle, dass zuletzt nicht nur die halbe Landesliga-Mannschaft in der Bundesliga ran musste (die der neue Trainer Lindenberger in seinen anderthalb Jahren als Coach dieser Mannschaft gut kennen lernte), sondern mit Martin Ivos ein Akademie-Kicker, der erst vor knapp zwei Wochen einen Jungprofivertarg bei den Schwarz-Weißen Athletikern unterschrieben hat! Die einzigen guten Nachrichten für den LASK: Bald ist Winterpause – und der Vorsprung auf den Tabellenkeller sieht (noch?) recht komfortabel aus…

(to be continued)

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Die Ballverliebt-Bundesligavorschau https://ballverliebt.eu/2008/07/02/die-ballverliebt-bundesligavorschau/ https://ballverliebt.eu/2008/07/02/die-ballverliebt-bundesligavorschau/#comments Wed, 02 Jul 2008 11:54:46 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=242 Die Ballverliebt-Bundesligavorschau weiterlesen ]]> Nur neun Tage nach dem Finale der sportlich hochklassigen Europameisterschaft werden wir recht abrupt wieder auf den harten Boden der deprimierenden Tatsachen zurückgeholt: Schon am kommenden Dienstag stehen sich im Eröffnungsspiel zur neuen Saison das ausgeblutete Sturm und Meister Rapid gegenüber. Zehn Teams wollen Meister werden, in den UEFA-Cup kommen, oder nicht absteigen. Was ist für diese zehn Teams möglich?

SK Rapid Wien
Wer hätte das gedacht? Rapid holte den Titel, baute den Rekordmeister-Status mit der 32. Meisterschaft aus. Die Grünen waren zur Stelle, als die haushohen Favoriten aus Salzburg immer wieder Punkte liegen ließen. Und das, obwohl Trainer Pacult ob seinem umstrittenen (und zuweilen kommunikationslosen) Umgang mit der Mannschaft kein uneingeschränkter Publikumsliebling ist. Zudem bot seine Mannschaft, taktisch betrachtet, Steinzeit-Fußball und der Titel wurde nicht eingefahren, weil man so gut war, sondern die Konkurrenz so schwach. So oder so: Wirbelwind Ümit Korkmaz spielte sich mit seiner starken Saison in den EM-Kader und in die deutsche Bundesliga, ist somit der ganz große Gewinner des Jahres. Auch Angriffs-Hüne Maierhofer, das „Phantom von Hütteldorf“, holte sich nach missglückten Abstechern nach Koblenz und Fürth wieder Selbstvertrauen, Kapitän Hofmann nützte die im gewährten Freiheiten ebenso. Doch ist beim Meister nicht alles friedlich: Pacult stänkerte schon lautstark in Richtung der sportlichen Führung, weil neben Korkmaz auch Bazina abgegeben wurde, auf der anderen Seite aber kaum adäquater Ersatz geholt wurde – Marcel Ketelaer ist das nämlich sicher nicht, und ob sich Zweitliga-Torschützenkönig Gartler nun doch beim Meister durchsetzen kann, ist längst nicht sicher. Zudem fällt Torhüter Payer wegen der Erkrankung, die ihm auch die EM-Teilnahme kostete, mindestens bis Winter aus. Als Ersatz wurde Georg Koch geholt – wenn Payer zurückkommt, ist zwischen Sturkopf Koch und Sturkopf Payer der Konflikt vorprogrammiert. Dem Meister steht eine Saison voller Fallen bevor, die es zu meistern gilt. Titelfavorit sind die Grünen sicher nicht – eine UEFA-Cup-Qualifikation muss das realistische Ziel sein.
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Red Bull Salzburg
Mit den Bullen verhält es sich so ein wenig wie mit den Bayern: Auch, wenn sie einmal ein Jahr nicht Meister werden, sind sie in der neuen Saison dennoch klarer Favorit. Die Salzburger haben sich in der abgelaufenen Saison eindrucksvoll selbst geschlagen, das 0:7-Desaster gegen Rapid auf heimischem Kunstrasen ist dafür ein Spiegelbild. Mit großen Ambitionen gestartet, es folgte der schnelle Rückschlag – und die Selbstaufgabe, sobald es schwierig zu werden drohte. Trapattoni schaffte es nicht mehr, in seiner Legionärstruppe das nötige Feuer zu entfachen. Nun versucht sich nach Defensiv-Apostel Trap ein neuer Mann an der Kommandobrücke: Der Holländer Adriaanse versprach den Offensivfußball, den Verein und Fans sehen wollen. Vom ebenso angekündigten österreichischen Weg ist indes nicht viel zu sehen. Viel mehr mutierte Salzburg im Sommer zu einer Art „Barcelona für Arme“, nämlich eine echte Holland-Filiale. Nach dem verpatzten letzen Jahr ohne Meisterschaft und ohne Champions League-Qualifikation steht Adriaanse aber nicht unter Erfolgsdruck – sondern unter Erfolgszwang. Der Meistertitel, und nichts anderes, zählt. Und natürlich endlich auch überzeugende Auftritte auf europäischer Ebene, nachdem in den letzten beiden Jahren jeweils schon im September das Kapitel Europacup erledigt war. Außerdem will das große Stadion gefüllt werden: Denn nach dem langen Hickhack um Rückbau oder Nicht-Rückbau steht nun fest, dass der für die EM erfolgte Stadionausbau bestehen bleibt. Und da in der Meisterschaft das Stadion praktisch nie voll zu bekommen ist, müssen die Bullen umso mehr nach der Champions League trachten. Alles andere als der Titel ist daher nicht akzeptabel, und auf dem Weg dahin können sie sich wieder nur selbst schlagen.
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FK Austria Wien
Eine neue Saison, eine neue Ära – also alles wie immer am Verteilerkreis… Wieder kennt man bei der Austria das Wort „Kontinuität“ nur vom Hörensagen, wieder bekommt die Mannschaft ein völlig neues Gesicht. Was diesmal aber auch im verstärkten Maße an Frank Stronach liegt: Der „Big Spender“ vergangener Tage holte sich gleich vier Spieler, zum Teil echte Stützen, zu seinem Projekt in der 2. Liga; der von Salzburg geliehene Teamverteidiger Gercaliu muss du den Bullen zurück, den schlampigen Lasnik zieht es nach Deutschland. Dafür schließt sich auf der Trainerbank ein Kreis: Austria-Legende Karl Daxbacher, einst vielfacher Meister und Europacupfinalist mit den Violetten, konnte zu einer Rückkehr bewegt werden. Und das, obwohl er bei seinem alten Verein, dem LASK, im Wort stand: Der Rosenkrieg zwischen LASK und Austria um den Trainer war wochenlang das Lieblingsthema der Presse. Nun ist Daxbacher also wieder in Wien, und er wird alle Hände voll zu tun haben, aus dem einmal mehr neu zusammen gewürfelten Haufen zu eine schlagkräftigen Truppe zu machen. Die Liste der Neuen lässt vermuten, dass der Fußball bei der immer eher als „elegant“ bekannten Austria künftig gearbeitet werden soll. Hattenberger ist ein Kämpfer im defensiven Mittelfeld, Krammer eine Arbeitsbiene auf der Außenbahn, U20-Held Madl ein humorloser Verteidiger – nur Mario Bazina, von Rapid geholt, steht für echte Kreativität, und an ihm wird wohl auch die Hauptlast der Angriffsarbeit hängen bleiben. Mössner wird sich erst beweisen müssen, und ober der Chinese Sun Xiang viel mehr als ein Werbegag ist, werden wir ebenfalls erst sehen. Eine Meistermannschaft hat die Austria wohl eher nicht beisammen, viel mehr als der Kampf um die internationalen Plätz wird für die Violetten in dieser Saison kaum drin sein.
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SK Sturm Graz
Auferstehung, Junge Revolution, Senkrechtstarter – wie auch immer man die letzte Saison der Grazer nennt, sie war einzigartig. Denn nur ein Jahr, nachdem der Verein auf dem Sterbebett lag, war Sturm Winterkönig. Und das mit der jüngsten Mannschaft der Liga! Sturm-Urgestein Foda (der Deutsche geht in seine zwölfte Saison in Graz) formte aus einigen hochtalentierten Spielern wie Säumel, Prödl und Salmutter eine gewachsene Truppe, die wohl den schönsten und sicher den modernsten Fußball der Liga spielt. Aber: Im Frühjahr waren die im Herbst so erfrischend und locker aufspielenden Jungstars – mit Haas und Muratovic stehen nur zwei erfahrene Spieler im Kader – dem Druck nicht ganz gewachsen, rutschten noch ab. Am Ende wurde es ein dennoch respektabler vierter Platz, und damit die Qualifikation immerhin für den UI-Cup. Auf eine Wiederholung der letzten, starken Saison braucht man aber in dieser Form nicht zu hoffen: Zu groß ist der Aderlass, den die Grazer hinnehmen mussten. Kapitän Säumel wechselt wohl ebenso ins Ausland wie Abwehr-Turm Prödl, Salmutter wechselt innerhalb der Liga, Krammer ebenso, und auch Außenverteidiger Prettenthaler geht. Sturm steht also vor einem Neustart. Es gilt nun, zum einen die Neuzugänge schnell zu integrieren, und zum Anderen, weitere Talente aus dem riesigen Reservoir, das den Blackies zur Verfügung steht, an die Bundesliga heranzuführen. Der Kader ist immer noch gut genug, um nicht in den Abstiegskampf verwickelt zu werden. Aber vom Meistertitel zu sprechen, wäre pure Träumerei: Auf die treuen Fans wartet also wohl oder übel ein Übergangsjahr – denn selbst für die UEFA-Cup-Plätze ist Sturm nicht gerade der heißeste aller Anwärter.
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SV Mattersburg
War’s das in Mattersburg? Sind die fetten Jahre bei den Burgenländern vorbei? Es deutet einiges darauf hin. Was sich letztes Jahr schon gezeigt hat, ist die zurückgehende Unterstützung der Fans. War Mattersburg 2003 in der Aufstiegssaison als Zweitligist der zuschauerstärkste Verein Österreichs, war man, was diese Wertung betrifft, in der vergangenen Saison nicht einmal annähernd in der oberen Hälfte der Bundesliga-Rangliste. Was jedoch noch viel schwerer wiegt: Mit dem alterswahnsinnigen Kühbauer (Karriereende) und dem schnellen Fuchs (Bochum) gehen das Herz und die Lunge der Mannschaft (Hirn hatte sie vorher schon keines). Wer soll die ersetzen? Gut, Lindström vom Absteiger aus Innsbruck, das sollte zumindest den Kühbauer-Abgang kompensieren (Lindström ist auch sicher nicht so oft gesperrt wie der Ex-Kapitän). Aber nun fehlen der Mannschaft die prägenden Figuren. Jancker wird nicht jünger und ist kein Antreiber, der auf dem Platz eher ruhige Mörz ist keine Führungsfigur, Cem Atan muss erst einmal seine privaten Probleme in den Griff bekommen. Hinzu kommt, dass Mattersburg seit jeher eine Mannschaft ist, die über die Härte kommt. Der Kader war ohnehin schon klein, und ohne Fuchs droht das Team noch mehr zur Tretertruppe zu verkommen, als es ohnehin schon ist. Wie will man die sich häufenden Sperren ausgleichen? Zwei Mal Cupfinale, Europapokal: Das war mal. Die in den letzten zwei Jahren schwächelnde Konkurrenz um die internationalen Plätze hat sich stabilisiert, dazu stellt der LASK eine objektiv deutlich bessere Mannschaft. Ohne Frage: Wenn es nicht von Anfang an läuft, droht Mattersburg der Abstiegskampf. Das Glück der Ostösterreicher: Die Konkurrenz im Kampf gegen den Abstieg sieht so schwach aus, wie seit Jahren nicht mehr. Darum werden sie, auch wenn es knapp zu werden droht, zumindest heuer noch drinbleiben.
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LASK Linz
Lange war sie eine Erfolgsgeschichte, die Rückkehr des LASK in die Bundesliga. Bis wenige Wochen vor Schluss waren die Linzer noch voll dabei im Titelrennen, aber nach dem 0:4 in Salzburg und spätestens nach dem 1:2 gegen Rapid ging es nur noch bergab. Es wurde der sechste Platz, der der Mannschaft auch vor der Saison schon zugetraut wurde. Ob die lange Stärkephase des LASK nun für die Linzer oder gegen die Liga spricht, steht dabei freilich auch einem ganz anderen Blatt Papier. Tatsache ist: Durch seine gute Saisonleistungen (und weil landauf, landab es viele Medien forderten) hüpfte sogar Oldboy Ivica Vastic noch auf den EM-Zug auf. Dort wurde er zwei mal eingewechselt, und war (wie kaum anders zu erwarten war) zwei mal absolut unsichtbar – mit der Ausnahme seines Elfmetertores. Auf nationaler Ebene reicht die Kraft noch für etwas länger als eine halbe Stunde, und außerdem ist er ja nicht der einzige alte Hase beim LASK. Vastic ist, genauso wie Abwehr-Boss Michael Baur, nur unwesentlich jünger als der neue Trainer, der eigentlich ein Teamchef nach englischem Vorbild sein soll: Andrej Panadic kommt auf ausdrücklichen Vorschlag von Vastic, der ihn aus gemeinsamen Tagen in Graz und in Japan kennt. Mit der Bestellung von Panadic zeigte Vastic zudem eindrucksvoll, wer im Verein wirklich das Sagen hat. Neben den erfahrenen Kräften konnten aber auch einige hoffnungsvolle Junge ihr Talent aufblitzen lassen: Niklas Hoheneder spielte in seiner allerersten Bundesligasaison alle 36 Spiele durch, Christoph Saurer löst bei seinem Ex-Verein Austria Wien (der Sauerer billig hergab) mit starken Leistungen Hinternbeißen aus, Florian Klein steht auf dem Wunschzettel der Salzburger. Der Blick geht nun schon ein wenig in die Zukunft beim LASK: Neben dem erfahrenen Markus Weissenberger, der nach zehn Jahren zurückkommt, wurden zudem die jungen Rasswalder (war in Kanada dabei) und Salmutter geholt, vom 16-jährigen Kroaten Budimir erwartet man sich auf Sicht auch einiges. Ein Mittelfeldplatz ist mit dieser Mannschaft das Minimum – vielleicht kann der LASK sogar um den UEFA-Cup mitspielen.
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SV Ried
In einem sind sich alle einig: Die vergangene Saison war eine einzige Katastophe. Wie es Ried schaffte, am Ende immerhin Siebenter zu werden, ist nach dem Chaos-Jahr vielen aber unklar. Mit dem Abgang von Erfolgstrainer Helmut Kraft (der nach Innsbruck ging) fing die Provinzposse erst so richtig an. Mit Co-Trainer Weissenböck und Akademie-Trainer Schimpl wurde eine Doppelspitze auf der Trainerbank gebildet, nach der Winterpause war dann plötzlich nur noch Weissenböck der Coach, das alles begleitet von einer beispiellosen Negativ-Serie. Auswärts zeigte sich der Vizemeister von 2007 (wie das möglich war, wird wohl ein ewiges Mysterium bleiben) stets als williges Opferlamm ohne jede Gegenwehr. Und auch die Heimspiele waren selten überzeugend. Die Siege gegen Altach und Kärnten (die an diesen Tagen einfach noch schlechter waren) besiegelten den Klassenerhalt, aber die Situation wurde dadurch nicht entscheidend besser. Als drei Spiele vor Schluss dann Weissenböck noch gegangen wurde, kam Michael Angerschmid als „Übungsleiter“ – die Ried-Legende übernahm nach seinem Rücktritt als Spieler vor einem Jahr die Bezirksliga-Amatuere der Rieder, und schlug ein Angebot aus der Landesliga aus, weil er sich für diese noch nicht reif fühlte… Das Ende vom Lied: Angerschmid wurde nach den letzten drei Saisonspielen wieder erlöst, und nun soll Georg Zellhofer die völlig neuformierte Mannschaft in ruhigere Fahrwasser leiten. Oder besser: Sollte! Denn schon vor dem ersten Spiel sagte Zellhofer auch schon wieder Auf Wiedersehen. Vier, fünf echte Stützen verlassen den Verein mit dem kleinsten Budget der Liga, Riesentalent Hackmair fällt lange verletzt aus, Spielmacher Drechsel ist gefühlt schon halber Rentner – und mit Stefan Lexa kommt nur ein namhafter Spieler hinzu, ansonsten holte man sich nur Leute aus der 2. Liga. Ob das gutgeht? Ried ist in jedem Fall ein ernsthafter Abstiegskandidat.
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SCR Altach
Der Aufstieg der Altacher im Jahr 2006 war eine Sensation, der Klassenerhalt vor einem Jahr zu einem großen Teil auch dem massiven Punktabzug des GAK zu verdanken. Dass sich die Vorarlberger aber auch noch ein zweites Jahr in der Bundesliga halten konnten, ist schon erstaunlich. Umso mehr, da bis zur Winterpause – also zwei Drittel der vergangenen Meisterschaft – mit Manfred Bender ein Mann den Trainerposten innehatte, der sich sowohl bei der Mannschaftsführung als auch im Umgang mit den Medien als weitgehend unfähig erwies. Der bärbeißige Bender brach den sensiblen Leonardo (die Sensation des ersten Bundesliga-Jahres) endgültig, beschimpfte seine Mannschaft gerne auch über die Medien („Diese Waschlappen könnten nicht mal meine Tochter ausspielen!“) und war überrascht, als er in der Winterpause die Tür gezeigt bekam. Das Spiel der Altacher war zwar vom uralten Roland Kirchler (der seine Karriere nun in der Regionalliga ausklingen lässt) abhängig, aber gegen die noch schwächere Konkurrenz war das mehr als genug. Nun geht Altach also in die dritte Bundesliga-Saison und Trainer Fuchsbichler bekam neben einigen Zweitligaspielern einen echten Kracher in seine Mannschaft: Zé Elias, einst Ballkünstler bei Inter Mailand und mehrfacher brasilianischer Teamspieler, soll dem biederen Spiel der Altacher etwas Glanz verleihen. Und, wenn möglich, den Abstieg ein weiteres Mal verhindern. Das Spielermaterial, mit dem Fuchsbichler operieren muss, ist zwar (abgesehen von Zé Elias, aber ob der wirklich spielen oder nur lässig das Bergpanorama genießen will, ist noch offen) nicht gut genug, um ans Mittelfeld zu denken. Aber dank drei bis vier weiterer äußerst ernsthafter Abstiegskandidaten könnte es auch diesmal etwas werden.
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SK Austria Kärnten
Das haben sich die politischen Entscheidungsträger, die den Retortenklub vor einem Jahr aus der Taufe gehoben haben, ganz anders vorgestellt! Statt mit GAK-Meistermacher Schachner um die Europacup-Plätze zu kämpfen, verpasste sich Schachner nach dem verunglückten 1860-Abenteuer die nächste herbe Delle in seiner Trainer-Karriere. Die Mannschaft, die unter Schachner nie eine war, quälte die erstaunlich zahlreich in die moderne Arena kommenden Zuschauer mit schlimmstem Anti-Fußball. Kaum waren die Kärntner am Tabellenende angekommen, wurde Schachner seines Traineramtes enthoben – seine Tätigkeit als Sportdirekter, die er sich erstritt, war dann nach der Winterpause dran. Als im Winter Frenkie Schinkels aus Sportdirektor geholt wurde, war allen klar: Der farblose Schachner-Nachfolger Klaus Schmidt war auf der Trainerbank nur eine Übergangslösung. Schnell setzte sich Schinkels, mit der Austria immerhin Meister von 2006, selbst auf die Bank und bald stellte sich der Erfolg ein: Schinkels ist kein gewiefter Taktiker, aber eine Stimmungskanone der Marke Klopp. Er schaffte es, die einzelnen Mannschaftsteile zu einer Einheit zu machen, die zwar immer noch nicht Fußball spielen konnte, aber immerhin kämpfte. Das reichte gegen die Innsbrucker, deren Mannschaft sich zur gleichen Zeit immer mehr voneinander entfernte. Nun soll der nächste Schritt nach vorne gemacht werden, und zwar etwas behutsamer, als mit der Holzhammer-Methode von vor einem Jahr. Ob das gelingt, hängt auch von der psychischen Komponente ab: Adam Ledwon, Kampfsau im defensiven Mittelfeld, nahm sich in der Sommerpause das Leben. Nur wenn dieser Verlust (menschlich wie sportlich war Ledwon eminent wichtig) schnell verkraftet wird, kann Kärnten etwas weiter nach oben schauen. Denn mit dem Kader können auch ohne die Vorkommnisse keine Bäume ausgerissen werden.
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Kapfenberger SV
Unglaublich, aber wahr: Kapfenberg ist erstmals nach 41 Jahren wieder in der obersten Spielklasse vertreten. Dabei hätten die Obersteirer in der vergangenen Saison eingentlich Regionalliga spielen müssen! Immerhin sind sie 2007 Vorletzter der 2. Liga geworden und sind somit, zumindest sportlich, aus dieser abgesteigen. Doch die Lizenz-Entzüge von GAK und Admira rettete die Falken, sodass es doch in der 2. Liga weiterging: Als klarer Abstiegskandidat, versteht sich. Doch die Mannschaft spielte sich schon im Herbst in einen Lauf, den man ihr nie und nimmer zugetraut hätte. Im Winter waren es fünf Punkte Vorsprung auf die Verfolger – ein zu kleines Polster, da waren sich alle einig, denn diese Herbstsaison kann Kapfenberg nicht bestätigen. Denkste! Das Team von Werner Gregoritsch (der damit zum 2. Mal in die Bundesliga aufsteigt, er führt schon Mattersburg dorthin) erwies sich auch in der zweiten Saisonhälfte als wesentlich stabiler als die immer mehr schwächelnde Konkurrenz. Schon Wochen vor Saisonschluss stand der sensationelle Meistertitel und damit der Aufstieg der Kapfenberger fest. Doch die wahre Herausforderung kommt erst: Denn ob die junge No-Name-Truppe tatsächlich das Zeug hat, auch in der Bundesliga mitzuhalten, ist doch mehr als fraglich. Zudem wurde bislang kein einziger Spieler geholt, der wirklich über Bundesliga-Erfahrung verfügt. Zumindest in der Defensive wären diese bitter notwendig, denn die Abwehr war schon in der 2. Liga kaum mehr als Durchschnitt. Dafür verfügt die Offensive über Schlagkraft: 79 Mal trafen die Steirer ins Tor, allen voran Michael Liendl: Der offensive Mittelfeld-Mann explodierte förmlich und stand schon bei einigen Bundesliga-Vereinen auf dem Wunschzettel. Dennoch, ein Liendl alleine (zumal der ja auch noch nie Bundesliga spielte) wird die Klasse für Kapfenberg nicht halten können. Da müssen schon auch andere mithelfen – durchaus auch die Konkurrenz.

(phe)

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Bundesliga Review https://ballverliebt.eu/2007/10/27/bundesliga-review/ https://ballverliebt.eu/2007/10/27/bundesliga-review/#comments Sat, 27 Oct 2007 22:31:43 +0000 http://ballverliebt.wordpress.com/2007/10/27/bundesliga-review/ Bundesliga Review weiterlesen ]]> 16 Runden ist die T-Mobile Liga Saion 2007/08 nunmehr alt. Und einiges hat sich getan, was so von den wenigsten erwartet wurde. Ich versuche nun, die bisherigen Entwicklungen – nicht weit weg von der Saisonhalbzeit – einmal zusammenzufassen. Sei es die sich zuspitzende Krise des FC Wacker, die schwache Performance des oberösterreichisch-kärtnerischen Hybridenklubs Austria Kärnten, der Run der Violetten aus Wien oder die Saison der Salzburger Totalernüchterung.

Fangen wir an mit dem derzeitgen Tabellenführer, der morgen seine Chance hat mit einem Sieg beim Schlusslicht seinen 5 Punkte-Vorsprung zu verteidigen bzw. auszubauen. Die Wiener Austria war mit Sicherheit einer der Klub mit den turbulentesten Internas der letzten Jahre. Dem Einstieg Stronachs folgten große Einkäufe, Visionen von internationalem Ruhm und fortwährender Ligadominanz, bis man am Boden der Tatsachen an- und dem Abstieg knapp entkam. Die Causa Stronach scheint vorläufig beendet, der Austrokanadier pumpt zwar immer noch Geld in den Klub, zumindest spielerisch kann man im Franz-Horr-Stadion aber durch Nachwuchsarbeit und zuletzt kluge Transfers wenigstens spielerisch gut auf eigenen Beinen stehen. Zwar kommt das violette Ballet schon einmal ins Wanken, wenn ein Schlüsselspieler wie Blanchard einmal fehlt doch denke ich, dass sich die Austria mittelfristig wieder in den Top 3 behaupten kann. Blanchard ist mit seinen 35 Lenzen nicht mehr der Jüngste, es wird also auf Georg Zellhofer ankommen, wie seine Nachfolge geregelt werden. Kandidaten wären vorhanden. Apropos Zellhofer: Auch er ist ein Indiz für das vorläufige Ende der turbulenten Phase, schließlich ist er mittlerweile länger im Amt als die meisten seiner Vorgänger seit 2000.

Schwenken wir ins Burgenland: Dort scheint man ein sehr „bodenständiges“ Bild vom Fußball zu pflegen, sind die Mattersburger zumeist weniger durch taktische Finessen oder dynamisches Kombinationsspiel aufgefallen, als durch spärlich erfolgreiches Konterspiel und/oder ziemlich hartes, international untaugliches Hineinsteigen. Hier zeichnet sich jedoch ab, dass nach dem Abgang des einen oder anderen Routiniers (insbesondere Kühbauer) auch der Tabellenhöhenflug sein jähes Ende finden könnte. Es scheint wohl potentielle Talente zu geben (Fuchs, Mörz) doch einen spielerischen Feinschliff werden sie sich bei ihrem jetzigen Klub nicht erwerben, und ohne dem ist Mattersburg auf lange Sicht als Kandidat fürs untere Tabellendrittel einzuschätzen.

Die Kicker von der Linzer Gugl plagt auch ein Altersproblem. Die Oldstars, die maßgeblich am Aufstieg mitgewirkt haben, bestimmen auch heute noch über Erfolg und Mißerfolg der Schwarzweißen vom LASK. Auch hier wäre wohl Potential da, jedoch nicht um alle Lücken zu stopfen, die sich im Laufe der Zeit von selber auftun werden, weil z.B. Vastic altersbedingt dann mehr steht denn läuft. Kluger Spielerzukauf oder ein glücklichs Händchen mit dem Nachwuchs könnte aber dazu führen, dass sich die Balltreter aus der obersöterreichischen Landeshauptstadt nach einer prognostizierbaren Schwächephase im Mittelfeld stabilisieren könnte.

Alles was Trapp und seinen roten Bullen von der heurigen Saison bisher geblieben ist, sind zerplatzte Seifenblasen. Mit dem berechtigten Ausscheiden gegen Donjetsk in der CL-Quali und dem UEFA-Cup aus durch eine erbärmliche Auswärtsperformance bei AEK Athen blieb Red Bull Salzburg unter den selbstgesteckten Erwartungen. Dazu bekriegen sich hinter den Kulissen allen Anscheins nach Trainer Trappatoni und Sportdirektor Hochhauser, beide mittlerweile fast wie Symbolfiguren für das was die Kampfmannschaft am Rasen bietet. Trappatoni war einmal gut, so wie einige seiner Kicker die bis vor kurzem wenigstens noch für die heimische Liga reichten. Der kurzfristige Erfolg führte in letzter Konsequenz dazu, dass Mateschitz‘ Geld nicht sinnvoll genutzt wird und man aus den eigenen Fehlern nicht gelernt hat. Auch Hochhauser war zu seinen besten Ried-Zeiten maximal oberer Durchschnitt für einen Austrotrainer. Im Grunde müsste daher Mateschitz alle beide so schnell loswerden, wie selbige den abgenutzten Schönplauderer Matthäus abservierten und einen international nicht nur bekannten, sondern auch halbwegs modern spielenden Teamchef einstellen, der nicht wie Trappatoni eigentlich nur italienische Abwehrmauern errichten kann und das Offensivspiel derart ungeschickt koordiniert, dass man entweder permanent Kontertore erhält oder sich beständig im Mittelfeld das Leben selbst schwer macht. Zuletzt sollte man die Einkaufspolitik – wenn man schon das Geld hat – auf Spieler ausrichten die jung sind, passabel spielen und Potential zu mehr haben, als sich Altstars zuzulegen, die das eine oder andere Jährchen in der T-Mobile Bundesliga mitkicken können und alsbald einlaufen wie zu heiss gewaschene Leiberl (die sie auf internationaler Ebene gar nicht erst haben).

Der zweite Klub aus Oberösterreich, SV Ried, plagt sich mit ähnlichen Problemen wie der Erste. Das Spiel wird über Routiniers aufezogen und auf einen ganz besonders zugeschnitten: Herwig Drechsel. Bei Nichtanwesenheit des Selbigen ist schnell Feuer am Dach. Doch im Gegensatz zu den Linzern hat man zwar auch junge Hoffnungsträger, auch von den U20-Helden, verzichtet aber oft auf deren Dienste oder nutzt sie schlecht. Solange „Wiggerl“ Drechsel noch seine Leistung bringen kann mag das gutgehen. Ist die Luft aber einmal raus, könnte urplötzlich der Klassenerhalt auf dem Spiel stehen. Sicherlich hätte Ried dann das Potential zum Wiederaufstieg, aber oben bleiben scheint jedenfalls mir die weniger aufwändige Alternative. Was der Neo-Tiroler Kraft schlichtweg ignoriert hat, könnten Schimpl und Weissenböck nachholen. Tun sie das nicht, ist Ried nächse Saison ein Abstiegskandidat für mich.

Sehr schwierig zu beurteilen ist Rapid. Grundsätzlich ist der Kader nicht schlecht, doch an Pacult’s Zurechnungsfähigkeit muss man als Fußballinteressent öfters zweifeln. Trotz anderer, besserer Optionen schickt er immer wieder ein Totalwrack namens Hiden auf den Rasen. Dann ist, trotz einiger guter Tage, auch der He-Man Patocka oft maßlos vom Spielgeschehen oder seinem direkten Konkurrenten überfordert, und neigt dazu, aus dem Nichts horrende Fehler zu produzieren. Für die Regionalliga wäre er durchaus zumutbar, ergo sollte er schnellstmöglich dorthin zurückkehren. Der von anderen oft bekrittelte Thonhofer hat in meinen Augen immer noch Entwicklungspotential. Was er daraus macht, muss die Zeit zeigen, ihn jetzt schon abzuservieren wäre aber zu früh. Mit der einen oder anderen Verstärkung und weniger pacult’schem Startformationswahnsinn wäre es für die Hütteldorfer durchaus möglich ein Fixbestandteil der oberen Tabellenhälfte zu werden. Hier würde ich aber keinen Trainerwechsel anregen, da ich finde dass Pacult grundsätzlich zu Rapid passt.

Die verbliebenen Steirer im Oberhaus haben sich für mich durchaus sympathisch entwickelt in den letzten 2 Jahren. Franco Foda scheint seine Aufgabe engagiert und durchaus kompetent anzugehen. Seine Mischung aus relativ vielen Jungkickern und einigen älteren Herren scheitert jedoch entweder an der eigenen Inkonstantheit, vernebelten Chancen sowie ab und zu auch an grandiosem Pech. Erwischt Sturm Graz einen passablen Tag, so sieht man in der Regel für hiesige Verhältnisse ansprechenden Kombinationsfußball. Hier geht noch einiges und das Fragezeichen über der Oldienachfolge ist kein ganz so großes. Sturm wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich Dauergast in den Top 5, für mich sind sie sogar ein möglicher Fixstarter im UEFA Cup auf mehrere Jahre – auch wenn sich diese Saison nichts mehr dergleichen ausgehen wird.

In puncto Altach muss ich auf den Absatz über Mattersburg verweisen. Die Probleme sind nicht wirklich stark verschieden, bloß die Auswirkungen bekommt man im Ländle früher zu spüren. Dank dem sehr sicheren Abstieg der Tiroler und dem wachkomatösen Kärtner Frankensteinclub bleibt aber genug Zeit, um die eigene Ausgangslage zu analysieren und entsprechend zu verbessern. Ansonsten wird aus dem gespielten Abstiegskampf nächste Saison ein echter.

Der „FC BZÖ“, wie die Austria Kärnten von vielen hämisch genannt wird, entwickelt sich immer mehr zum Synonym für eine fehlgeschlagene Fusion. Mittelprächtige, zeitweilig lustlose Altherren die einst unter der Zeitbombe Franz Grad dienten spielen nun mit dem besseren Rest eines Klubs, der auch ohne Dezimierung in der Red Zac nicht sehr weit gekommen wäre. Vereinzelte Lichtblicke (Junuzovic) verbessern die Situation nicht wesentlich. Die Heimeuphorie hielt nicht viel länger als ein Spiel, findet das Stadion nicht einen anderweitigen Nebennutzen wäre ein Nichtrückbau finanzieller Irrsinn. Trotzdem: Ein paar Junge sind da, und wenn man aus der Krise findet und sich verstärkt, könnte man den Abstiegskampf überleben, der nächstes Jahr sehr sicher bevorsteht. Von der Spielanlage her wäre bei den Kärntnern die beste Ausgangsbasis, denn hier konnte man sein Spiel – logischerweise – nicht jahrelang auf zwei, drei alte Hasen ausrichten.

Der FC Wacker Innsbruck hat den theoretisch zweitjüngsten Kader der Liga, dem es jedoch an einigen Ecken an Qualität mangelt. Neben den, vorerst beseitigten, Finanzproblemen zeigt der Klub deutliche Auflösungserscheinungen im spielerischen Bereich. Die meisten Spielsysteme lassen sich aufgrund des Spielermaterials gar nicht ordentlich umsetzen, die Zweikampf- und noch mehr die Laufstärke lassen in der Regel zu wünschen übrig, somit bleibt nur noch die Zerstörungstaktik nach burgenländisch-vorarlbergerischem Vorbild (zudem dürfte die Stimmung in Innsbruck mittlerweile im untersten Kellergeschoß angelangt sein). Weil sich aber auch die Routiniers nicht merklich besser anstellen als die Jungen, entwickeln sich letztere kaum bis gar nicht weiter – das Söndergaard-Nachfolger Kraft dieses Problem bewältigen wird ist unwahrscheinlich, wenig überraschend ist mein sicherer Abstiegstipp für diese Saison daher Wacker. Mit der Zusatzprognose, dass man sie auch für mindestens zwei bis drei Folgesaisonen nicht mehr im Oberhaus sehen wird.

HINWEIS: Absatz über Wacker nach Hinweis von Andreas Lindinger korrigiert.

Soweit meine Einschätzung der ersten 16 Spieltage, für morgen (Austria Wien vs. Wacker Innsbruck) habe ich einen „einseitgen Zweiertipp“ parat. Entweder die Spielzerstörung seitens der Grünschwarzen klappt einigermassen, dann gewinnt die Austria nur knapp mit 1:0 oder 2:1. Oder die Tiroler brechen noch weiter weg und fangen sich drei bis fünf Bummerln ein ohne selbst zu scoren.

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