Junioren – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Tue, 27 Apr 2021 21:34:53 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Wenn aus der Goldenen Generation die Golden Girls werden https://ballverliebt.eu/2021/04/27/wenn-aus-der-goldenen-generation-die-golden-girls-werden/ https://ballverliebt.eu/2021/04/27/wenn-aus-der-goldenen-generation-die-golden-girls-werden/#comments Tue, 27 Apr 2021 11:09:10 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=17461 Wenn aus der Goldenen Generation die Golden Girls werden weiterlesen ]]> 27. April 2011: Verena Aschauer gibt ihr Debüt im ÖFB-Nationalteam. Dieser Tag jährt sich nun zum zehnten Mal. Damit ist Aschauer die bereits achte aktive Teamspielerin, die seit zehn Jahren oder mehr im Nationalteam spielt. Über kurz oder lang steht also ein Generationswechsel an, es ist an Teamchefin Irene Fuhrmann, diesen zu moderieren. Zum 2:2 gegen Finnland waren acht Spielerinnen eingeladen, die noch nie im A-Team gespielt haben.

Sie sollen mittelfristig die Frage beantworten: Was wird aus den ÖFB-Frauen, wenn aus der „Goldenen Generation“ eine Gruppe von Golden Girls wird?

Prozess der Verjüngung

Gerade, wenn es um Testspiele geht, ist der Lehrgang oft wichtiger als das Länderspiel an sich. Das war zuletzt auch wieder so, denn das Projekt Generationswechsel nimmt bei den ÖFB-Frauen Fahrt auf. Celina Degen, Julia Kofler, Melanie Brunnthaler, Anna Bereuter, Lara Felix, Lena Triendl und Lilli Purtscheller waren im Camp in Bad Tatzmannsdorf dabei. Auf Valentina Kröll und Annabel Schasching verzichtete man wegen der Corona-Situation bei Sturm Graz aus Sicherheitsgründen, sie wären aber grundsätzlich auch im Kader gewesen. Sie alle haben noch keinen Einsatz im Nationalteam der „Großen“ gehabt, die meisten waren zum allerersten Mal überhaupt aufgerufen.

„Das ist ein ganz klarer Prozess jetzt der Verjüngung, den wir jetzt durchlaufen“, bestätigt Teamchefin Irene Fuhrmann. Routiniers wie eben Aschauer, aber auch Schnaderbeck fehlten verletzungsbedingt, auch Lisa Makas war nicht nominiert. Man kann es aber auch so sehen: Bis auf die am Kreuzband verletzte Maria Plattner ist bis runter zum Jahrgang 2002 nun wohl alles mal nominiert gewesen, was realistisch für Team-Einsätze in Frage kommt.

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Das 2:2 gegen Finnland

Österreich – Finnland 2:2 (2:0)

Im Duell von zwei EM-Teilnehmern in Ritzing hatte Österreich deutlich mehr vom Ball, hatte aber etwas Probleme, das Spiel gegen den disziplinierten Block der Finninnen zu eröffnen. Puntigam ließ sich situativ fallen, um zu helfen. Man hielt Finnland gut weg vom Tor, lief viel und kreierte, sobald Finnland etwas Platz ließ, sofort Chancen: Billa nützte einen Patzer von Westerlund zum 1:0 (6.), Höbinger schloss einen von Naschenweng eingeleiteten und von Feiersinger vorgetragenen Konter zum 2:0 ab (19.), kurz vor der Pause hatte Dunst das 3:0 am Fuß.

In der zweiten Halbzeit wechselte Feiersinger, die auf dem Flügel nicht optimal gespielt hatte, ins Zentrum – dort sorgte sie spürbar für Ruhe. Dafür zog man sich etwas zu weit zurück und ließ Finnland so besser ins Spiel kommen, zumal aus einem Eckball der 1:2-Anschlusstreffer fiel (54.). „Wir haben zu viel im defensiven Block gespielt“, sagte Teamchefin Fuhrmann hinterher. Eine Viertelstunde vor Schluss kam Finnland per 20-Meter-Weitschuss zum Ausgleich. Am Ende fehlte nach der intensiven ersten Stunde („Sind 10 Kilometer mehr gelaufen als in den letzten Spielen“) die Frische, es blieb beim 2:2.

Einige Junge spielen sich fest…

Sehr zufrieden war Fuhrmann mit Laura Wienroither (22 Jahre, elftes Länderspiel) und Marie Höbinger (19 Jahre, achtes Länderspiel). „Die beiden sind schon so konstant und präsent, da kann ich absolut sagen: Die sind nicht mehr nur eine Ergänzung, die machen richtig Dampf!“ Auch Kathi Naschenweng zeigte nach ihren schlechten Spielen zuletzt auf Malta eine deutliche Aufwärtstendenz – zumal sie nach ihrer langwierigen Knieverletzung nun bei Hoffenheim absolute Stammkraft ist.

Billa und Naschenweng trafen beim 3:2-Sieg Hoffenheims bei Bayern (mit Zadrazil und Wenninger) – der erste Bayern-Punktverlust der laufenden Bundesliga-Saison

Bedenkt man die langwierige Verletzung von Schiechtl (rechts hinten), das Fehlen von Aschauer (links hinten) und die schwankende Formkurve von Feiersinger (Option im Zentrum), ist das erfreulich, aber auch notwendig.

Im Mittelfeld kann Irene Fuhrmann ein wenig rotieren, wiewohl es ein recht klar definiertes Wunsch-Trio geben dürfte (Puntigam, Zadrazil und Höbinger). Auf der rechten Seite hat sie die Qual der Wahl, wenn Julia Hickelsberger irgendwann wieder fit ist. Wo sie Laura Feiersinger unterbringt, wenn die wegen ihres Tempos so wichtig gewordene Hickelsberger wieder spielen kann? „Das überlege ich mir, wenn es so weit ist“, sagt die Teamchefin.

Depth Chart

Ansonsten sieht es mit Alternativen aber sehr dünn aus. Drei Kandidatinnen für zwei Plätze auf der linken Seite, eine davon ist nach einer Operation vorerst out. Einen gleichwertigen Ersatz für Nici Billa, desiginierte Torschützenkönigin der deutschen Bundesliga, gibt es ohnehin nicht, da würden sich aber fast alle Nationalteams schwertun.

„Das größte Problem ist die Innenverteidigung“, sagt Fuhrmann. Wenninger und Kirchberger sind fast allein auf weiter Flur. Marina Georgieva hat sich bei Abstiegskandidat SC Sand in der deutschen Liga festgespielt, hat aber nicht das Niveau der beiden Starter. Schnaderbeck hat seit Herbst 2018 bei mehr Länderspielen gefehlt (13x) als gespielt (9x) und hat auch bei Arsenal seit fast einem halben Jahr verletzungsbedingt kein Spiel mehr absolviert.

…und andere kommen ins Spiel

Aber war nicht Österreich immer eines der jüngeren Teams? Nun ja… ja. Aber.

2017 waren die ÖFB-Frauen beim EM-Halbfinal-Einzug nach das tatsächlicher Einsatzzeit jüngste Team des Turniers. Nun hat sich das mit ganz wenigen Ausnahmen exakt gleich besetzte Team für die auf 2022 verschobene EM qualifiziert. 11 der 13 Spielerinnen, die bei der EM 2017 den Stamm bildeten, wären auch bei einer EM 2021 – körperliche Unversehrtheit vorausgesetzt – in überwiegend tragenden Rollen dabei gewesen, 2022 gilt ähnliches. Was bei letzten Turnier effektiv das jüngste Team war, würde beim nächsten zu den ältesten gehören.

So banal es klingt: Fünf Jahre sind fünf Jahre.

Österreich bei der EM 2017 – Viktoria Schnaderbeck und Nadine Prohaska kamen ebenfalls zu Startelf-Einsätzen

Carina Wenninger, Viktoria Schnaderbeck (beide Debüt 2007), Sarah Puntigam (2009), Lisa Makas, Gini Kirchberger, Laura Feiersinger und Sarah Zadrazil (2010), nun eben Verena Aschauer – und im Juni feiert auch die ewige Einwechselspielerin Jasmin Eder (bei 40 ihrer 51 Team-Einsätze kam sie von der Bank) ihren zehnten ÖFB-Team-Geburtstag.

Zum Vergleich: Bei den Männern sind es fünf (Ulmer, Baumgartlinger, Arnautovic, Dragovic und Alaba) plus Trimmel, der aber zwischen 2011 und 2018 kein einziges Länderspiel absolviert hat.

„Für unsere Erfolg in den letzten Jahren ist es gut, dass wir uns so lange kennen“, sagte Carina Wenninger in Ballverliebt-Podcast vor ihrem 100. Länderspiel, „ein konstantes Konstrukt ist sehr wichtig, um langfristig erfolgreich zu sein.“ Das war aber auch möglich, weil sich seit Jahren nur tröpfchenweise junge Talente ins Team gespielt haben, und neben Zinsberger war Billa die einzige, von der man schon vor ihrem Debüt wusste: Die wird schnell einen Unerschied machen.

Es pressiert

Anders gesagt: Es pressiert. Nachdem von den hochgelobten 1997ern nur Dunst und Naschenweng feste Größen geworden sind, von den 1998ern niemand, von den 1999ern nur Hickelsberger und Wienroither und der 2000er-Jahrgang so dermaßen dünn war, dass sie selbst in ihrem eigenen Junioren-Jahrgang von den noch Jüngeren überholt worden sind, braucht es jetzt einfach eine breitere Basis, auf die man sich mittelfristig verlassen wird müssen.

Das ist also die Chance für die Jahrgänge 2001 (Höbinger, Kolb, Degen, Bereuter, Plattner) sowie 2002 (Wienerroither, Kröll, Schasching) und 2003 (Felix, Purtscheller). Die coronabedingte EM-Verschiebung auf 2022 und das auf bis zu 12 europäische Teams erweiterte Starterfeld der WM 2023 hat die Generationswechsel-Dynamik ebenso wie die beträchtliche Verletztenliste beschleunigt.

Celina Degen? Sehr talentiert, mit 1.76m relativ groß, auf der Sechs und in der Innenverteidigung einsetzbar. „Hat aber null Spielpraxis, weil in Deutschland die 2. Liga im Herbst so gut wie nicht gespielt hat“, sagt Irene Fuhrmann: „Jetzt auch noch nach dem Re-Start im März gleich eine rote Karte. Ganz schwierige Phase für sie!“ Valentina Kröll? „Linksfuß, ich sehe sie eher als Innen- denn als Außenverteidigerin. Schnell und robust – leider erlaubten die Umstände nicht, dass sie jetzt dabei war.“

Kröll hat in ihrer Zillertaler Heimat bis in die U-16 mit den Burschen gespielt. Das sieht auch Fuhrmann als gewinnbringend: „Wenn die Mädchen das wollen und mithalten können, bin ich auf jeden Fall dafür, dass sie mit den Burschen mitspielen! So lernen sie schon jung, sehr genau zu spielen, schneller zu spielen, sie sind immer gefordert. Das würde uns helfen!“

Und die Intensität ist nicht nur im Jugendbereich, sondern auch rauf bis in die Bundesliga ein Problem, wie Fuhrmann am Beispiel Purtscheller erklärt. Die 17-Jährige spielt bei Wacker Innsbruck, einem Abstiegskandidaten. Als Offensivspielerin muss sie dort vor allem den Ball halten, bis Mitspielerinnen nachgerückt sind. Fuhrmann: „Bei uns im Team hat sie überhaupt keine Gelegenheit zum Ball schleppen, weil sie die Zeit dafür nicht bekommen hat.“ Andribbeln, freispielen, die richtige Strafraumbesetzung herstellen – und zwar in wesentlich höherem Tempo als man es aus der Liga gewohnt ist – brachten die Jungen ins Schwitzen.

ÖFB-KADER: Tor: Isabella Kresche (22 Jahre, St. Pölten, 0 Länderspiele/0 Tore), Jasmin Pal (24, Sand/GER, 1/0), Manuela Zinsberger (25, Arsenal/ENG, 66/0). Abwehr: Anna Bereuter (19, St. Pölten, 0/0), Marina Georgieva (23, Sand/GER, 4/0), Gini Kirchberger (27, Frankfurt/GER, 81/2), Katharina Naschenweng (23, Hoffenheim/GER, 19/0), Katharina Schiechtl (28, Bremen/GER, 56/6), Carina Wenninger (30, Bayern/GER, 102/4), Laura Wienroither (22, Hoffenheim/GER, 10/0). Mittelfeld: Celina Degen (19, Hoffenheim II/GER, 0/0), Barbara Dunst (23, Frankfurt/GER, 40/4), Jasmin Eder (28, St. Pölten, 50/1), Laura Feiersinger (28, Frankfurt, 81/14), Lara Felix (18, Neulengbach, 0/0), Marie Höbinger (19, Potsdam/GER, 7/1), Jenny Klein (22, St. Pölten, 15/1), Julia Kofler (22, Bremen/GER, 0/0), Sarah Puntigam (28, Montpellier/FRA, 107/15), Lena Triendl (21, Innsbruck, 0/0), Sarah Zadrazil (28, Bayern/GER, 82/11). Angriff: Nicole Billa (25, Hoffenheim, 66/27), Melanie Brunnthaler (20, St. Pölten, 0/0), Stefanie Enzinger (30, St. Pölten, 19/1), Lisa Kolb (19, Neulengbach, 1/0), Lilli Purtscheller (17, Innsbruck, 0/0). Aufgrund der Corona-Situation beim Verein nicht dabei: Valentina Kröll (18, Sturm Graz, 0/0), Annabel Schasching (18, Sturm Graz, 0/0), Katja Wienerroither (19, Sturm Graz, 2/0). Verletzt abgesagt: Besi Pireci (21, Austria/Landhaus, 0/0). Verletzungsbedingt nicht nominiert: Viktoria Schnaderbeck, Verena Aschauer, Julia Hickelsberger. Teamchefin Irene Fuhrmann.

Die Schwierigkeiten am Übergang am Beispiel 1997

Jahrgang 1997: EM-Teilnahmen bei U-17 und U-19

Aus dem erwähnten 1997er-Jahrgang haben es Dunst und Naschenweng zum engeren Stamm bei den Großen geschafft, Pinther war bei der EM 2017 als Joker dabei, Carolin Größinger war 2017 als dritte Torfrau dabei, Verletzungen zwangen sie aber mittlerweile zum de-facto-Karrierenede. Georgieva ist aktuell Team-Innenverteidigerin Nummer drei, Kresche ist viel verletzt, aber wenn fit, die Nummer zwei hinter Manuela Zinsberger. Kofler ist nun wieder mal im Kader.

Hamidovic ist nach sportlich verlorenen Jahren in Deutschland heimgekehrt, Knauseder hat es mangels Spielübersicht nie zu einem Top-Klub geschafft. Feric (LUV Graz) spielt 2. Liga, Sobotka studiert in Deutschland, Wasserbauer und Aufhauser haben verletzungsbedingt mehr oder weniger aufgehört, Melissa Schmid ebenso, auch Egretzberger ist nicht mehr aktiv. Johanna Kislick hat es nach dem vierten Kreuzbandriss sein lassen.

„Bei der U-19 waren wir schon immer am Limit. Die paar wirklich Guten waren da schon im A-Nationalteam und die anderen, die es wohl nicht schaffen werden, haben sich umso mehr auf den Schulabschluss konzentriert.“

Irene Fuhrmann

Am Beispiel der 1997er lässt sich auch erkennen, dass beim Frauenfußball der Übergang vom Junioren- zum Erwachenenfußball beinahe eine Ganz-oder-Gar-Nicht-Entscheidung ist. Bei den Burschen finden viele Akademie-Absolventen, für die es nicht zum Nationalteam oder einen guten Bundesligisten reicht, immer noch genug Möglichkeiten, zumindest während der aktiven Zeit in der 2. Liga oder zum Teil gar in der Regionalliga ein vernünftiges Auslangen zu finden.

Das geht bei den Frauen nicht. Entweder es geht ins Ausland oder zu Liga-Primus St. Pölten – oder es geht gar nicht. Dann wird der Fußball mit 20 Jahren zum Hobby, bestenfalls. „Das kristiallisiert sich aber ohnehin schon in der U-19 heraus“, weiß Irene Fuhrmann, die diese Altersklasse selbst bis 2017 hauptverantwortlich trainiert hat: „Da sind wir immer schon am Limit gewesen, weil die paar wirklich Guten da schon im A-Team waren und die anderen, die es wohl nicht schaffen werden, haben sich schon umso mehr auf den Schulabschluss konzentriert.“ Marie Höbinger, die dieser Tage ihr Abitur schreibt, kombiniert beides.

Das sah man auch bei den 1998ern und den 1999ern, die sehr wenig Breite produziert haben. Jenny Klein konnte sich in Deutschland nicht durchsetzen, Pireci – 2018 auch mit Kreuzbandriss – und Krumböck sind, obwohl beide bei Austria/Landhaus noch aktiv, bereits bei Trainingscamps für Mädchen als Trainerinnen aufgetreten. Brunnthaler ist eigentlich eine 2000er. Kovar (Landhaus), Schneider, Mayrhofer (Neulengbach), Zimmerebner (Bergheim) und Kuttner (Altenmarkt) spielen in der heimischen Bundesliga.

Bachler, Scharnböck und Zink sind bei Horn bzw. St. Pölten und Neulengbach gemeldet, spielen aber keine Rolle. Die deutsch-österreichische Doppelstaatsbürgerin Maileen Mößner, bei Hoffenheim ausgebildet, hat sich schon als 19-Jährige vom Leistungssport verabschiedet. Hartl spielt seit einer schweren Verletzung 2017 nur noch unterklassig, Fellhofer aus dem selben Grund gar nicht mehr.

Die 1998er sind in der U-19-EM-Quali, wenn auch unglücklich, sogar schon in der ersten Qualifkationsphase hängen geblieben, die 1999er haben die Eliterunde zwar erreicht, blieben dort aber sieglos.

Wann muss der Schritt ins Ausland folgen?

Die Faustregel ist: Mit 16 Jahren muss man in der Liga spielen, mit 18 muss man Leistungsträger sein, mit 20 geht es ab ins Ausland – sprich: Deutschland – und bis zum Alter von 22 Jahren sollte man sich dort durchgesetzt haben. Das erste schaffen die meisten, das zweite zumindest einige. „Natürlich ist das sehr individuell“, sagt Teamchefin Fuhrmann, „wir haben eine sehr junge Liga, eine klare Ausbildungsliga. Es ist auch gut, wenn die Mädchen da regelmäßig spielen, weil sie nur so besser werden können.“

Den Schritt ins Ausland wagen nur noch die, die sich ernsthafte Hoffnungen machen. Sich dort festzuspielen, schafft eine pro Jahr, vielleicht zwei.

Jeweils in der Eliterunde in U-17 und U-19: Der 2000er-Jahrgang

Auch der 2000er-Jahrgang scheiterte nicht nur an Holland (U-17) bzw. Deutschland (U-19), sondern landete in den Eliterunden auch hinter anderen Teams – was aber wohl auch daran liegt, dann da eigentlich schon die 2001 geborenen das Team trugen. Denn wenn man den Geburtenjahrgang 2000 streng nimmt, ist er wohl sogar der dünnste. Die Spielerinnen, die schon ein relativ fixer Teil des A-Kaders sind (Höbinger vor allem, aber auch Degen und Kolb) sind ebenso 2001 geboren wie Bereuter und Wenger, die ohne ihre Verletzungsanfälligkeit wohl auch eine Kandidatin für den A-Kader wäre, und Plattner, für die ähnliches gilt.

Yvonne Weilharter (aktuell beim deutschen Zweitligisten RB Leipzig) durfte als tatsächlich 2000 Geborene schon ein paarmal mitspielen. Julia Mak spielte schon bei den 99ern mit, ist Stamm bei Sturm Graz, aber kein Thema für das Team. Lena Triendl hat es umgekehrt gemacht: Bei den U-Teams nur Wechselspielerin, nun im A-Kader.

Ebenfalls 2001 geboren ist Stefanie Großgasteiger. Die Osttirolerin ist nach der Matura 2020 von Sturm Graz zu Eintracht Frankfurt gegangen – wo es im ganzen Herbst coronabedingt für die 2. Mannschaft nur zwei Spiele gegeben hat. „Ich wollte in diesen unsicheren Zeiten wieder heim nach Österreich und näher bei meiner Familie sein“, sagte sie in einer Geschichte von osttirol-heute, im Winter kehrte sie zu Sturm zurück. Fix, nicht auf Leihbasis.

Was ist wichtiger für den Schritt ins Ausland, Irene Fuhrmann, die sportliche oder die persönliche Reife? „Beides ist wichtig, das kann man nicht gewichten. Die Persönlichkeit entwickelt sich im Ausland natürlich, wenn man weg ist von daheim, auf sich alleine gestellt ist. Man braucht aber natürlich auch im sportlichen Bereich die Tauglichkeit. Es sind aber oft eher die Mentalitätsmonster, die durchkommen – und nicht die puren Talente.“

2001 und 2002 – die Hoffnungsträger

U-17-Eliterunde 2018 – die U-19-EM 2020 wurde vor der Eliterunde annulliert

„Das wäre ein Wahnsinn, wenn die nicht zur EM fahren“, sagte man im Frühjahr 2018 über die U-17. „Die können ernsthaft um das Semifinale mitspielen“, hörte man. Die 2001er waren nach den drei mageren Jahrgängen echte Hoffnungsträger, zumal sie ja de facto schon als 16-Jährige die U-17 des 2000er-Jahrgangs gekapert hatten.

Die schnelle Kleinmünchen-Flügelzange mit Linda Mittermair und Lisa Kolb (die jüngst ihren Wechsel zum SC Freiburg fixiert hat) mit ihrer Klubkollegin, IV-Sechser-Hybrid Claudia Wenger. Dazu Celina Degen, die davor schon als 15-Jährige Stammkraft bei Vizemeister Sturm Graz war. Anna Bereuter, die sich mit 16 Jahren eine solide Premieren-Saison in der Bundesliga bei Aufsteiger Vorderland spielte.

In der Eliterunde in Bosnien scheiterte man mehr am schneematschigen Geläuf, der Erwartungshaltung und den eigenen Nerven als an den Gegnerinnen aus Polen und der Türkei. Die U-19-Quali dieses Jahrgangs wurde wegen des Corona-Lockdowns vor einem Jahr annulliert, ehe die Eliterunde starten konnte.

„Wegen Corona sind wir um zumindest eine EM-Endrunde umgefallen“, ist Irene Fuhrmann auch mit einem Blick auf die letztjährige U-17 überzeugt – womöglich sogar um beide.

U-17-EM-Endrunde in Bulgarien

Was die 2001er verpasst haben, holten die 2002er nach – nämlich die Teilnahme an der U-17-Endrunde, im entscheidenden Qualifikationsspiel drehte man gegen Belgien einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg um. Bei der Endrunde in Bulgarien verlor man zwar alle drei Gruppenspiele gegen England und die beiden späteren Finalisten Deutschland und Holland. Aber man war dabei, immerhin.

2003 und 2004 – weitere starke Jahrgänge?

Die Auswahl der Spielerinnen, die im Herbst 2021 in die ÖFB-Frauen-Akademie in St. Pölten einrücken (die 2006er), war dem Vernehmen nach nicht von großer Breite. Dafür sollen auch die 2003er und die 2004er mit viel Talent ausgestattet sein.

Die Nulldreier-U-17 wurde von Corona vor der Eliterunde gestoppt; die Nullvierer kamen auf exakt ein Test-Länderspiel und einen inoffiziellen Testkick gegen Landhaus.

Neben Purtscheller, die schon mit den 02ern mitgespielt hat, gilt auch der 2003er-Jahrgang als relativ stark. Livia Brunmair (Fuhrmann: „Leider bei der Vienna wenig gespielt, weil es wegen Corona lange keine Meisterschaft gab“) sollte man im Auge behalten, die D’Angelo-Schwestern Chiara (2005) und Theresa (2006) ebenso. Julia Magerl war schon jetzt auf der Abruf-Liste für der A-Team. Stürmerin Valentina Mädl ist großgewachsen und als 2005er auch noch jung genug, um einen ganzen (hoffentlich nicht mehr so stark von Corona beeinträchtigten) U-17-Jahrgang spielen zu können. Anna Wirnsberger, obwohl schon mit einem Kreuzbandverletzung im Gepäck, entwickelt sich stark.

Und dann ist da noch Mariella El Sherif. Die Keeperin von Sturm Graz wird als außerordentlich talentiert beschrieben, auch als extrem ehrgeizig, ungemein athletisch und als fußballerisch besser als so manche Feldspielerin. Sie ist nur leider auch kaum größer als 1.60 Meter.

„Talente haben wir genug, fußballerisch ist es kein Problem“, sagt Carina Wenninger: „Ich sehe es dabei auch als unsere Aufgabe als Routiniers, die jungen Spielerinnen heranzuführen. Es ist eine Entwicklungsphase, was die menschliche Reife angeht. Da müssen sie jetzt von uns was mitnehmen, um dann selbst vorangehen zu können!“

WM-Auslosung steht bevor

Dass noch die etablierten Kräfte die EM 2022 in England und die schon in vier Monaten startende Qualifikation für die WM 2023 in Australien und Neuseeland schultern werden, ist aber klar. Am Freitag (30. April) werden die neun Qualifikationsgruppen ausgelost, Österreich ist wie gewohnt in Topf zwei.

Die neun Gruppensieger werden fix für die WM qualifiziert sein, alle Gruppenzweiten kommen ins Playoff um die verbleibenden zwei Fix-Tickets sowie für jenes im interkontinentalen Playoff.

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Alle vier in der Elite-Runde: ÖFB-Nachwuchs 2016 https://ballverliebt.eu/2016/03/17/alle-vier-in-der-elite-runde-oefb-nachwuchs-2016/ https://ballverliebt.eu/2016/03/17/alle-vier-in-der-elite-runde-oefb-nachwuchs-2016/#comments Thu, 17 Mar 2016 19:28:46 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=12196 Alle vier in der Elite-Runde: ÖFB-Nachwuchs 2016 weiterlesen ]]> Vier Chancen in drei Wochen: Von 19. März bis 10. April sind die U-17- und U-19-Nationalteams der Burschen wie der Mädels in ihren jeweiligen EM-Qualifikationen in den entscheidenden Elite-Runden zugange. Jedes der vier Teams darf sich durchaus Chancen ausrechnen, durchzukommen, auch je nach Auslosung. Augenfällig ist aber, dass der allgemeine Trend im ÖFB zu immer stärkeren Nachwuchs-Teams nicht abreißt.

Hier eine Übersicht über die vier Teams, die allesamt ihre Vorrunden im Herbst relativ locker überstanden haben.

U-19-Burschen: Ein „Neuseeländer“ ist wieder dabei

In Baden-Würtemberg geht im Juli die U-19-EM der Burschen über die Bühne, der deutsche Gastgeber spielt das Eröffnungs-Match im Stuttgarter Stadion, das Gros der Partien wird aber in Zweit-, Dritt- und Regionalliga-Stadien (von Ulm über Aalen bis Heidenheim) ausgetragen. Zum DFB-Team kommen noch sieben weitere Teilnehmer, wie bei diesem Bewerb immer.

Neben dem Titel geht es auch um einen der fünf europäischen Plätze für die U-20-WM in Südkorea im Sommer 2017. Ja, fünf: Denn einen Platz (von den bisher sechs europäischen Slots) hat die UEFA an Ozeanien verloren. Kein Witz: Neben Neuseeland hat nun ein weiterer Südsee-Inselstaat einen Fix-Platz bei der WM. Früher reichte es, bei der U-19-EM Gruppendritter zu werden, nun spielen sich die Gruppendritten in einem Entscheidungs-Spiel das WM-Ticket aus.

Auf das auch das österreichische Team von Rupert Marko spitzt. In der Quali-Vorrunde hatte man in Georgien keine nennenswerten Probleme mit Albanien (2:1, später wegen Einsatzes eines nicht spielberechtigten Albaners 3:0 gewertet) und Wales (2:0) und kam zu einem 0:0 gegen Georgien. Nun geht es in der Elite-Runde von 24. bis 29. März in der Oststeiermark gegen Tschechien, Rumänien und die Slowakei – der Gruppensieger qualifiziert sich für die EM.

Diese relativ günstige Auslosung hat man der Tatsache zu verdanken, dass man wegen der Erfolge der jüngeren Vergangenheit aus dem 2. Topf gezogen wurde. Natürlich sind die Tschechen mit ihrer traditionell großartigen Jugend-Arbeit zu favorisieren, nachdem es dieser ÖFB-Jahrgang hat es vor zwei Jahren in der Elite-Runde mit Holland, Frankreich und Schweden (1 Sieg, 2 Niederlagen) wirklich knüppelhart erwischt hatte.

U-19 Burschen
Die U-19-Burschen des ÖFB

In der Stammformation befinden sich vier Legionäre (Angreifer Jakupovic von Middlesbrough, Außenstürmer Gmeiner von Stuttgart sowie Innenverteidiger Posch von Hoffenheim und der aus der Red-Bull-Akademie nach Stuttgart geflüchtete Stefan Peric). Gegenüber der Vorrunde sind mit dem von den Sturm-Fans seit Langem in der Start-Elf geforderte Sandi Lovric und Admira-Shootingstar Philipp Malicsek zwei potenziell entscheidende Spieler mit mehr oder weniger Bundesliga-Erfahrung dazugekommen. Und: Konrad Laimer ist auch für die Elite-Runde nominiert. Er war schon mit dem vorletzten (!) Jahrgang bei der WM in Neuseeland dabei. Das ist eine riesige Routine, die unbezahlbar wichtig sein kann.

Rechtsverteidiger Sandro Ingolitsch kommt seit der Winterpause regelmäßig beim FC Liefering in der Ersten Liga zum Einsatz, Mittelfeld-Option Xaver Schlager ist dort eine fixe Größe; Offensivspieler Albin Gashi spielt immerhin bei den Rapid-Amateuren in der Regionalliga regelmäßig.

Blickt man zwei Jahre zurück und vergleich man, liegt die Vermutung nahe: Dieser Jahrgang ist individuell zum Teil deutlich weiter, als es jenes Team (um Bytyqi, Grillitsch, Lienhart und Gugganig) war, das dann ins EM-Halbfinale und ins WM-Achtelfinale gekommen ist. Wenn man nun über die Eliterunden-Gegner (vornehmlich vermutlich eben die Tschechen) drüber kommt, ist in Richtung WM sicher alles möglich.

U-19-Mädels: Truppe mit EM-Erfahrung

Vor zwei Jahren war erstmals eine Frauenfußball-Auswahl des ÖFB bei einer EM-Endrunde mit dabei – es waren damals die U-17-Mädels, die in England Gruppendritter wurden. Fast alle, die damals dabei waren, sind nun auch im Kader, wenn es um die Qualifikation für die U-19-EM-Endrunde in der Slowakei geht.

Allerdings: England war damals das einzige Team, gegen das die ÖFB-Mädels verloren haben, und England ist genauso wie Schweden und Belgien nun der Gegner in der Elite-Runde. Eine harte Gruppe, die da zwischen 5. und 10. April in Schweden über die Bühne geht. Der Sieger ist bei der Endrunde dabei, dazu ist noch einer der sechs Gruppenzweiten ebenso für das Turnier in der Slowakei qualifiziert. In der Vorrunde zerstörte Österreich Albanien mit 8:1, gewann durch einen Elfer in der Schlussphase 1:0 gegen die Ukraine und verlor 1:2 gegen Schottland.

Die U-19-Mädels des ÖFB
Die U-19-Mädels des ÖFB

Bei der ÖFB-Auswahl von Teamchefin Irene Fuhrmann kommen durch die Bank Stammkräfte aus der heimischen Bundesliga zum Einsatz, durch die Bank Spielerinnen aus dem Nationalen Zentrum für Frauenfußball in Österreich – so, wie es seit Gründung dieser Institution üblich ist. Der Kader kennt sich in- und auswendig und trainiert öfter zusammen als Klub-Teams. Das ist ein großer Vorteil.

Gerade das Mittelfeld-Zentrum mit Katharina Aufhauser (schon mit 15 Jahren in der „Ersten“ des damaligen Abo-Meister Neulengbach im Einsatz) und Barbara Dunst kann sich grundsätzlich sehen lassen; Dunst ist aber beim A-Team wird nicht an der Elite-Runde teilnehmen können. Die Außenverteidigerinnen Anna Egretzberger und Katharina Naschenweng gehören zu den besseren in der Liga, Innenverteidigerin Adina Hamidovic wurde gerade vom überlegenen Leader St. Pölten verpflichtet. Für diesen Klub hat Sturmspitze Viktoria Pinther schon im Europacup getroffen (war zuletzt aber verletzt), Angriffs-Partnerin Sarah Lackner führt bei Wacker Innsbruck die interne Schützenliste an.

Aus österreichischer Sicht ist die womöglich die beste U-19 seit dem unglaublichen 1993er-Jahrgang mit Zadrazil, Aschauer, Kirchberger, Pöltl, Schiechtl und Koren (heute allesamt Regulars im A-Kader), der vor vier Jahren in der Elite-Runde nur an England scheiterte. Diesmal lauern zwei namhafte Kontrahenten in der Elite-Runde, eine Qualifikation Österreichs wäre keine Sensation – erwarten darf man sie aber auch nicht.

U-17-Burschen: Arases Altersgenossen

Zum zweiten Mal wird die Endrunde der 17-Jährigen wieder mit 16 Teams statt wie in den Jahren davor mit acht ausgetragen. Die Chancen also, dass zum zweiten Mal hintereinander die U-17 des ÖFB bei der Endrunde (die im Mai in Aserbaidschan steigt) dabei ist, stehen durchaus gut. Letztes Jahr hatten sich die 98er unter Manfred Zsak qualifiziert, heuer hat der 99er-Jahrgang mit Andi Heraf  auch durchaus gute Chancen.

In der Elite-Runde geht es von 29. März bis 3. April im französischen Baskenland gegen Frankreich, Griechenland und Island. Der Gruppensieger qualifiziert sich für die Endrunde, ebenso die sieben besten Zweiten aus den acht Gruppen. Weil in einer anderen, schon abgeschlossenen Gruppe Spanien mit fünf Punkten Zweite wurde, heißt das: Ein zweiter Platz mit zwei Siegen reicht Österreich in jedem Fall.

Die U-17-Burschen des ÖFB
Die U-17-Burschen des ÖFB

In der Vorrunde setzte sich das Team mit Siegen gegen Litauen (2:0) und Luxemburg (2:1) sowie einem 1:1 gegen Serbien als Gruppensieger durch, aber wie stark das Team wirklich ist, lässt sich – wie meistens bei U-17-Teams – nicht abschätzen. Die Burschen rekrutieren sich logischerweise fast komplett aus den in der ÖFB-Jugendliga beschäftigten Akademien. Die Spiele gegen Litauen und Luxemburg waren trotz grundsätzlicher Überlegenheit recht zähe Angelegenheiten, gegen Serbien sah man offenbar ganz gut aus. Die zwei vermutlichen Haupt-Gegner um den zweiten Platz, Griechenland und Island, spielten schon in der Vorrunde gegeneinander und kamen als Zweiter und Dritter hinter Dänemark weiter.

Bei zwei Mehrnationen-Miniturnieren klassierte sich der 99er-Jahrgang jeweils als Zweiter, dazu gab es einen Sieg über den brasilianischen 2000er-Jahrgang vor 4.000 Zusehern in Klagenfurt (allerdings waren da nur sechs Spieler aus dem aktuellen Kader dabei – Burgstaller, Meisl, Maresic, Baumgartner, Müller und Meister). Der wahrscheinlich beste Spieler des Jahrgangs ist Rapid-Offensivtalent Kelvin Arase. Der in Wien aufgewachsene gebürtige Nigerianer hat schon das Interesse einiger englischer Klubs geweckt, ist ein Regular in der Hütteldorfer U-16 und erzielt auch mal außergewöhnliche Tore.

Das Grundgerüst der ÖFB-U-17 bilden Burschen aus der Red-Bull-Akademie von Salzburg – Innenverteiger Luca Meisl und Außenverteidiger Alexander Burgstaller sind Startelf-Spieler in der Mozartstadt, Stürmer Nicolas Meister ist Wechselspieler. Torhüter Mario Schragl wechselte letzten Sommer von Salzburg zu Borussia Dortmund, wo er Einser-Goalie in der B-Junioren-Bundesliga-Mannschaft (Tabellenführer in der West-Region) ist.

Sechser Dario Maresic ist im Winter mit erst 16 Jahren zur Stammkraft im Regionalliga-Team von Sturm Graz befördert worden, Philipps Bruder Lukas Malicsek ist dies in der U-18 der Admira, Innenverteidiger Alexander Borkovic ist aus der U-18 der Austria nicht wegzudenken, Altachs ZM-Talent Valentino Müller aus jener der Vorarlberg-Akademie. Der Vorarlberger Maurice Mathis ist Stammkraft in der B-Jugend von 1860 München, spielt dort als Sturmspitze (wie auch in der Vorrunde im Herbst zum Teil im ÖFB-Team), laboriert in den letzten Wochen aber an einer Schambein-Entzündung.

Wegen der fehlenden Vergleichsmöglichkeiten ist es wie erwähnt kritisch, eine Einschätzung der relativen Stärker gegenüber der Konkurrenz zu machen. Aber diese U-17 hat zumindest in jedem Fall eine realistische Chance, sich ein Endrunden-Ticket zu sichern.

U-17-Mädels: Zweitliga-Stammkraft mit 14 Jahren

In der Ausgangssetzliste ist die weibliche U-17 des ÖFB, der 99er-Jahrgang, in Europa auf dem zehnten Rang gestanden. In der Vorrunde in Kasachstan wurde trotz weit von europäischen Standards entfernt liegendem Umfeld mit drei Siegen ohne Gegentor entsprechend souverän der Gruppensieg eingefahren.

In der Elite-Runde wird die Aufgabe aber zwischen 19. und 24. März wird trotz Heimvorteil (alle drei ÖFB-Spiele werden in Rohrendorf bei Krems gespielt) um mehrere Klassen schwieriger. Deutschland, Schweiz und Russland lauten die Gegner in Dominik Thalhammers letztem Mini-Turnier als U-17-Teamchef – im Zuge seiner Beförderung zum Sportlichen Leiter der Traineraus- und -fortbildung im ÖFB wird er nach diesen drei Spielen den Posten an seinen Noch-Co-Trainer Markus Hackl übergeben. Um sich für die Endrunde in Weißrussland zu qualifizieren, muss man Gruppensieger oder bester Zweiter werden. Bei der Endrunde geht es auch um drei Plätze für die U-17-WM in Jordanien im Herbst.

U-17
Die U-17-Mädels des ÖFB

Ein Großteil des Kaders ist trotz des jungen Alters schon Stammpersonal von österreichischen Bundesligisten. Das gilt für das Neulengbacher Mittelfeld-Duo mit Besijana Pireci und Jennifer Klein ebenso wie für das Linzer Trio von Kleinmünchen, das mit Laura Wienroither (im Klub in der Offensive, im Team LV), Vanessa Hartl und Sandra Mayrhofer in der Abwehr agiert sowie für Laura Krumböck vom Triestingtaler Bundesligisten Altenmarkt. Ihre Klub-Kollegin Chiara Schaub, kleine Schwester von Louis, ist auch im Elite-Runden-Kader dabei.

Stürmerin Jana Scharnböck ist aus dem Innviertel und spielt über der Grenze in Passau ihren Vereinsfußball, Innenverteidigerin Maileen Mößner – in Heilbronn geboren – in der U-17 des deutschen Bundesligisten Hoffenheim.

Evelin Kurz ist Leistungsträgerin in der 2. Mannschaft von Meister St. Pölten in der zweiten Liga und durfte bei der „Ersten“ auch schon reinschnuppern; Stürmerin Magdalena Bachler spielt in der 2. Liga bei West-Leader Bergheim. Beachtenswert auch Keeperin Milena Zink: Eine Woche nach ihrem 14. Geburtstag wurde sie in Wr. Neustadt zur Stamm-Keeperin in der 2. Liga, seit Sommer hütet sie das Tor bei Zweite-Liga-Ost-Leader Erlaa. Sie wird überhaupt erst nach der U-17-Endrunde 16 Jahre alt.

Wie bei den Herren ist mangels Vor-Erfahrung eine Einschätzung der Stärke schwierig. Thalhammer schwärmte im Herbst von der hohen Qualität der Truppe, aber Deutschland und auch die Schweiz (deren letzter U-17-Jahrgang ins EM-Finale gekommen ist) sind eben auch knüppelharte Gegner. Es wird sehr schwer für Österreich.

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Klick-Tipp: Alle österreichischen Junioren-Endrunden-Teams seit 1997.

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Scouting-Bericht vom U-20-Afrikacup: Mögliche ÖFB-Gegner in Kolumbien! https://ballverliebt.eu/2011/04/22/scouting-bericht-vom-u-20-afrikacup-mogliche-ofb-gegner-in-kolumbien/ https://ballverliebt.eu/2011/04/22/scouting-bericht-vom-u-20-afrikacup-mogliche-ofb-gegner-in-kolumbien/#respond Thu, 21 Apr 2011 22:38:43 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4615 Scouting-Bericht vom U-20-Afrikacup: Mögliche ÖFB-Gegner in Kolumbien! weiterlesen ]]> Vier afrikanische Teams fahren zur U-20-WM in Kolumbien – und sind dort allesamt mögliche Gegner des ÖFB-Teams. Mali und Kamerun haben sich beim Junioren-Afrikacup in Johannesburg schon für die WM qualifiziert. Und während Gambia einen guten Eindruck hinterließ, müssen Promis wie Nigeria, Ägypten und Titelverteidiger Ghana noch zittern!

Gruppe A: Mali beeindruckt, Ägypten und Südafrika weniger

Ägypten - Mali 0:1

Mali steht bereits als Qualifikant fest: Nach dem Pflichtsieg gegen Lesotho schlug das Team auch Ägypten. Etwas überraschend, weil die Jung-Phaonen eigentlich höher eingeschätzt waren. Und natürlich, weil Sturmspitze Kalifa Coulibaly schon nach zehn Minuten mit Rot vom Platz musste.

Erstaunlich war, dass die Malier auch danach die Ordnung nicht verloren und mit einem 4-4-1 weiterspielten, als wäre nichts gewesen. Klar hatte Ägypten mehr Ballbesitz, aber den technisch starken Nordafrikanern fehlte es am Plan nach vorne. So war das alles schrecklich harmlos und das gute Kollektiv aus Mali – erwähnenswert vielleicht Fantamandy Diarra – kamen durch einen Freistoß von Kapitan Amara Konaté tatsächlich noch zu einem 1:0-Sieg, der nicht mal unverdient war.

Erwähnenswert bei Ägypten ist, dass die U-20 nicht mit dem 3-5-2 spielt, mit dem die Großen unter Hasan Shehata zuletzt drei Afrikacups in Serie gewannen, sondern mit einem 4-3-3, aus dem vor alem Salah nicht nur von der linken Seite aus Gefahr zu erzeugen versuchte, sondern immer wieder auch zentral aus der Etappe. Beizukommen ist den Ägyptern mit konsequentem Spiel über die Außen, frühem Attackieren und wenig Platz in der eigenen Defensive.

Südafrika-Lesotho 2:1

Ägypten braucht nun im abschließenden Gruppenspiel noch ein Remis gegen Gastgeber Südafrika, um trotzdem ins Halbfinale zu kommen und damit das Ticket für Kolumbien zu lösen. Das ist sicherlich machbar, denn beeindruckt hat das „Amajita“ genannte Team bei der Revanche gegen Lesotho nicht. Zur Erklärung: Eigentlich kippte die kleine Enklave Südafrika aus der Qualifikation, aber wegen des Krieges musste der geplante Ausrichter Libyen ersetzt werden – eben mit Südafrika.

Der Gastgeber spielt ein sehr enges 4-1-3-2, in dem sich sehr viel auf Kapitän Philani Khwela stützt. Der Underdog hielt mit einiger Aggressivität dagegen, letztlich setzte sich aber die indivuelle Überlegenheit der Südafrikaner in diesem Spiel durch. Ob es freilich reicht, um die Ägypter zu schlagen, ist ein ganz anderes Kapitel.

Das kompletteste Team in dieser Gruppe ist ohne Zweifel jenes aus Mali, Ägypten ist wohl etwas stärker einzuschätzen als Südafrika. Lesotho ist nach der zweiten Niederlage schon aus dem Rennen.

 

Gruppe B: Kamerun durch, Ghana vor dem Aus, Gambia stark

Gambia-Ghana 1:1

Von den Namen her ist die Gruppe B die attraktivere – aber was drei der vier Mannschaften ih ihren jeweils zweiten Gruppenspielen zeigten, kommt da nicht ganz mit. Vor allem der amtierende U-20-Weltmeister steht mehr als nur mit dem Rücken zur Wand.

Ghana hat das erste Spiel gegen Nigeria verloren und war gegen Gambia zwar klarer Favorit, wurde dem aber nicht gerecht. Die Mittelfeldraute im 4-4-2 erwies sich gegen die vor allem über die Flügel sehr starken Gambier (wir erinnern uns, Gambia flog 2007 im Achtelfinale nur knapp gegen Österreich raus) als falsches Rezept – Gambia überrannte die Flanken der Black Satellites. Besonders Saikou Gassama von Real Saragossa und Omar Colley (der vor einem Wechsel in die MLS zu Kansas City steht) taten sich da hervor, ein sensationelles Tor von Baboucarr Jammeh – ein Drehschuss aus spitzem Winkel – brachte das verdiente 1:0 nach einer halben Stunde.

Doch eben jender Jammeh ging kurz vor der Halbzeit aus vollem Lauf mit zwei gestreckten Beinen in Kniehöhe auf gemeingefährliche Art und Weise in einen Zweikampf und sah dafür zu Recht die rote Karte.

Doch wie schon Mali brachte auch das Gambia überhaupt nicht aus der Ruhe: Es wurde einfach mit 4-1-3-1 weitergespielt und dem ganz deutlich nicht so starken Jahrgang aus Ghana fiel nichts ein, um den Gegner wirklich in Bedrängnis zu bringen. Erst in den letzten fünf Minuten geriet Gambia ins Schwimmen, nachdem Ghana das 1:1 erzielt hatte. Das entstand aber nicht wegen der Unterzahl, sondern weil eine Flanke des aufgeückten Linksverteidigers Alhassan Masawudu schlecht verteidigt wurde.

Kamerun-Nigeria 1:0

Für die Gambier (die in der Quali übrigens die Ivorer eliminiert hatten) war das späte Gegentor bitter – denn nun muss im abschließenden Gruppenspiel gegen Nigeria ein Sieg her – und wenn Ghana gegen Kamerun gewinnt, muss der Erfolg der Gambier auch noch höher ausfallen, der schlechteren Tordifferenz wegen.

Unmöglich ist das aber keineswegs, weil die Nigerianer gegen Kamerun keinen ungschlagbaren Eindruck machten – im Gegenteil. Die Flying Eagles (also die Junioren der Super Eagles) spielten bei der 0:1-Niederlage ein etwas schiefes 4-4-2, in dem Envoh aus dem rechten Mittelfeld eher einen Rechtsaußen gibt, während Ajagun sich links eher zurückhielt; Nwofor kam von der halblinken Seite.

Sie alle hatte die umsichtige Defensive aus Kamerun um Yaya Banana (der in Tunesien spielt) und Franck Kom gut im Griff, in der Offensive läuft viel über Edgar Salli auf der rechten Seite. Vorne sorgte Franck Ohandza, der sein Geld kurioserweise in Thailand verdient, für Torgefahr, er machte in diesem Spiel das goldene Tor, das für das Semifinale und somit für Kolumbien reicht.

Diese Mannschaft aus Kamerun zeigt eher Minimalisten-Fußball: Hinten nur schwer zu überwinden, nach vorne nicht übertrieben angsteinflößend, aber wenn man hinten gut steht, reicht nun mal oft auch ein einzelnes Tor.

Fazit: Mali und Kamerun sind nicht umsonst jene beiden Teams, die sich schon qualifiziert haben. Alle anderen potentiellen Gegner in Kolumbien muss man zwar zweifellos ernst nehmen, fürchten muss man sich vor denen aber nicht. Sofern man bei Gambia die extrem starken Flügel aus dem Spiel nehmen kann.

Was extrem auffällig ist: Vermeintliche Außenseiter wie Mali oder Gambia tun sich durch gute taktische Herangehensweise hervor und machen somit eventuelle Nachteile im Talent wett. Vor allem die Teams aus Nigeria und Ghana dürfen da durchaus als warnendes Beispiel gelten. Die Raute von Ghana funktioniert gegen starke Flügel, wie sie Gambia hat, überhaupt nicht und Nigeria verlässt sich – wie die A-Mannschaft – zu sehr auf Einzelspieler.

(phe)

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