innsbruck – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Thu, 25 Apr 2019 05:21:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 20 Jahre kein direkter Wieder-Abstieg: So lief es für die Aufsteiger https://ballverliebt.eu/2019/04/24/20-jahre-kein-direkter-wieder-abstieg-so-lief-es-fuer-die-aufsteiger/ https://ballverliebt.eu/2019/04/24/20-jahre-kein-direkter-wieder-abstieg-so-lief-es-fuer-die-aufsteiger/#respond Wed, 24 Apr 2019 21:49:30 +0000 https://ballverliebt.eu/?p=15756 20 Jahre kein direkter Wieder-Abstieg: So lief es für die Aufsteiger weiterlesen ]]> Vorwärts Steyr wird am Ende dieser Saison aller Voraussicht nach aus der 2. Liga absteigen. Genau wie Vorwärts Steyr vor exakt 20 Jahren aus der Bundesliga abgestiegen ist. Was damals niemand ahnen konnte: Es sollte in der Bundesliga für zwei Jahrzehnte das letzte Mal bleiben, dass ein Aufsteiger direkt wieder in die 2. Liga hinunter muss.

In dieser Saison wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen der beiden Bundesliga-Neuankömmlinge erwischen. Wacker Innsbruck oder TSV Hartberg – einer aus diesem Duo muss wohl runter. Wir blicken zurück: Das waren die 20 Aufsteiger, die die Klasse hielten.

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1998/99: Vorwärts Steyr (Abstieg)

Die Steyrer sind 1998 schon finanziell halbtot aufgestiegen. Die Lizenz gab’s nur mit drei Minuspunkten, der Zweitliga-Zweite Spittal wollte sich sogar in die Bundesliga reinklagen.

Steyr, mit Rudi Eggenberger als Trainer in die Saison gestartet, war völlig überfordert. Bis in den September hinein lief man mit Minuspunkten herum, im ganzen Herbst gab es nur einen einzigen Sieg (ein 2:1 gegen Tirol). Der im Winter gekommene deutsche Trainer Jürgen „Wundermann“ Sundermann brachte die „Göttinger Gruppe“ als Sponsor mit, die Hoffnungen auf den Turnaround zerstoben aber schnell.

Vorwärts spielte noch bis zum Winter 1999/00 in der zweiten Liga, holte dort sagenhafte vier Punkte und musste dann den Spielbetrieb einstellen und ganz unten wieder anfangen.

1999/00: Schwarz-Weiß Bregenz (Neunter)

Erstmals waren in der Saison 1999/00 zwei Teams aus Vorarlberg in der Bundesliga vertreten – dem Aufstieg von Bregenz sei Dank.

Der Schritt in die höchste Klasse war für den Klub von Hans Grill und die Truppe von Trainer Srdjan Gemaljevic zunächst aber doch ein großer. Man brauchte ein halbes Jahr, um sich einigermaßen zu akklimatisieren; Bregenz überwinterte als Tabellenletzter. Im Frühjahr aber ging es Schritt für Schritt nach vorne, dazu profitierte man davon, dass der Lokalrivale aus Lustenau im Frühjahr 2000 gänzlich sieglos blieb. So stand der Bregenzer Klassenerhalt schon mehrere Runden vor Schluss fest.

2000/01: VfB Admira/Wacker Mödling (Neunter)

Nach zwei Jahren in der zweiten Liga schaffte die in den Neunzigern zum Rekordmeister im Fusionieren avancierte Admira unter Coach Milan Miklavic die Rückkehr in die Bundesliga.

Wie schon Steyr und Bregenz zuvor hatte man zunächst aber große Progleme. Gleich am ersten Spieltag setzte es ein 1:6 bei Meister Tirol; als Miklavic nach neun Runden entlassen wird, hat die Admira zwei Pünktchen auf dem Konto. Hans Krankl tat sich das Himmelfahrtskommando mit markigen Sprüchen und viel Feuer im Herzen an. Es entwickelte sich ein brutaler Zweikampf mit dem LASK, der nach dem Aus der Riegerbank vier Jahre zuvor immer noch schwer schlingerte. Im Frühjahr rutschte auch Bregenz noch in den Abstiegskampf.

Letztlich rettete sich die Admira am vorletzten Spieltag über die Ziellinie.

2001/02: FC Kärnten (Fünfter)

In einem Kärntner Duell um den Aufstieg setzte sich 2001 der von Klub-Präsident Jörg Haider mit Landesgeld versorgte FC Kärnten knapp gegen den von von Mäzen Egon Putzi hochgerüsteten BSV Bad Bleiberg durch.

Die Mannschaft von Walter Schachner bei seiner ersten Bundesliga-Station als Trainer spielte als eines der ersten Teams konsequent mit Viererkette und Raumdeckung und erwischte damit viele Gegner auf dem falschen Fuß. Pogatetz, Kollmann, Hota und Co. hielten im ganzen Herbst Schlagdistanz zu den Europacup-Rängen. Die Austria sicherte sich Schachners Dienste für die kommende Saison, die Trennung Kärnten-Schachner wurde letztlich aber schon zwei Runden vor Saisonschluss vollzogen – im Kampf um einen Europacup-Platz mit der Austria einen Punkt hinter den Wienern liegend.

Wegen den Tirol-Konkurses qualifizierte sich Kärnten nach dem Cupsieg 2001 (im UEFA-Cup out gegen Hapoel Tel-Aviv) diesmal über die Liga für den Europacup. Über Islands Vertreter Grindavik kam Kärnten mit viel Bauchweh drüber, Feyenoord Rotterdam war danach zu stark.

2002/03: SV Pasching

Fünf Jahre waren seit der „Fusion“ in Linz vergangen, mit dem der ehemalige SK VÖEST ausradiert wurde. Der letzte FC-Linz-Boss Franz Grad übernahm die Junioren-Abteilung, verpflanzte sie nach Pasching und garnierte das Team mit etablierten Kräften wie Sascha Metlitski.

Das von Georg Zellhofer trainierte Team startete wie aus der Pistole geschossen. Nach drei Runden führte man die Tabelle mit dem Punktemaximum an, im ganzen Herbst war man hinter der auf und davon ziehenden Austria die klare Nummer zwei der Liga und auch im Frühjahr hielt der Linzer Vorort-Klub den Ansturm der Grazer Klubs stand. Erst im April wurde Pasching von Platz zwei verdrängt, dann ging dem Team dramatisch die Luft aus.

Im letzten Saisonviertel holte man nur noch sechs Punkte. Es gab einen fünften Platz, welcher dem Verlauf der Spielzeit nicht entsprach.

2003/04: SV Mattersburg (Achter)

Der Klub mit dem höchsten Zuschauerschnitt aller Klubs in Österreich in der Saison 2002/03 war Mattersburg – in der 2. Liga. Als einziges Team hatten die Burgenländer einen fünfstelligen Schnitt, die Matches in der Aufstiegssaison unter Werner Gregoritsch waren ein überregionales Happening.

Der erste burgenländische Oberhaus-Klub seit 15 Jahren konnte in der ersten Bundesliga-Saison den Schnitt sogar noch ein wenig steigern, was wohl auch daran lag, dass sich das auf dem Feld von Didi Kühbauer geführte Team sofort im sicheren Mittelfeld der Tabelle etablierte. Mattersburg überwinterte auf Platz sieben, mit komfortablem Vorsprung auf den Abstiegsplatz.

Erst gegen Ende der Saison häuften sich die Niederlagen, aber der Vorsprung auf den FC Kärnten (der einen starken Frühling spielte, aber den Abstieg nicht mehr verhindern konnte) war groß genug, um nicht mehr wirklich ins Zittern zu kommen.

2004/05: FC Wacker Tirol (Sechster)

Zwei Jahre nach dem brutalsten Finanz-Crash der österreichischen Fußball-Geschichte war Innsbruck wieder zurück in der Bundesliga. Unter dem Namen „Wacker Tirol“ und mit dem Tiroler Naturbursch Heli Kraft als Trainer gelang der Aufstieg.

Über die Etablierung im Mittelfeld gingen die Ambitionen des einstigen Serienmeisters nicht hinaus. Das gelang auch recht flott, auch wenn die Konstanz fehlte – es gab einen 1:0-Sieg zum Auftakt gegen Meister GAK, direkt danach ein 1:4 gegen Rapid. Dass Kraft im November nach einer Phase von sechs Niederlagen in sieben Spielen entlassen und durch Stanislav Tchertchessov ersetzt wurde, mutet im Nachhinein eher wie eine panische Überreaktion an. Denn zum einen hatte man immer noch einen sicheren Vorsprung von acht Punkten auf das Tabellenende.

Und zum anderen riss Bregenz schon früh hinten ab und ein Zusperren deutete sich bei den Vorarlbergern ebenso an wie bei den Salzburgern (die dann von Didi Mateschitz übernommen wurden). So musste in Wahrheit nie wirklich Abstiegsangst am Tivoli herrschen.

2005/06: SV Ried (Vierter)

Der Abstieg 2003 hatte die Innviertler wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen – just vier Monate vor der Einweihung des neuen Stadions. Ried brauchte eine Saison, um sich zu Schütteln und schaffte 2005 den Aufstieg zurück in die Bundesliga.

Heinz Hochhauser war Trainer bei den Riedern, auf dem Feld waren Oliver Glasner und Herwig Drechsel die Leitwölfe und es gelang rasch, gute Punkte aufs Konto zu bringen. Ried pendelte im Herbst ohne großes Drama zwischen den Plätzen fünf und sieben und weil sich in einer auf eher bescheidenem Niveau stehende Liga partout niemand absetzen wollte, stand man im Winter mit nur einem Zähler Rückstand auf einen Europacup-Platz blendend da.

Am Ende stand der vierte Platz zu Buche, das bis dahin beste Resultat der Klubgeschichte. Den regulären Europacup-Platz verpasste Ried zwar, aber über den UI-Cup erspielte man sich dann doch noch die zweite EC-Teilnahme nach dem Cupsieg 1998. Dann gab es ein frühes Aus gegen den FC Sion.

2006/07: SCR Altach (Achter)

Michael Streiter hatte den Wacker 2003 zum Titel in der Regionalliga geführt, sich dann aber mit dem Klub überworfen. 2006 holte der den Bundesliga-Aufstieg mit Altach nach.

Die Saison 2006/07 war eine der seltsamsten, welche die Bundesliga jemals gesehen hatte. Rapid beendete die Hinrunde als Letzter, die Austria überwinterte mit der roten Laterne. Sturm und GAK mussten beide Konkurs anmelden, bekamen wegen diverser Vergehen gigantische Punktabzüge aufgebrummt. Mattersburg sah schon wie der sichere Vizemeister aus, wurde aber auf der Zielgerade noch von Ried abgefangen.

Inmitten dieses Chaos spielte Altach eine solide Premieren-Saison im Tabellen-Mittelfeld und hätte man nicht drei der letzten vier Spiele verloren, wäre man nicht mehr auf den achten Platz abgerutscht.

2007/08: LASK (Sechster)

Nach sechs Jahren im Exil der zweiten Liga kehrte der LASK unter Trainer Karl Daxbacher und mit Altmeister Ivica Vastic wieder in die Bundesliga zurück. Und wie.

Die Linzer hängten sich sofort an die Spitzengruppen mit Salzburg, Rapid und der Austria an, demolierten die Bullen 4:1, es gab ein spektakuläres 4:4 im Hanappi und einem 2:0-Heimsieg gegen Rapid. Als die wegen der Heim-EM auf 13 Runden gekürzte Frühjahrs-Saison startete, lagen die Top-5 der Tabelle innerhalb von drei Punkten. Der LASK war mittendrin in diesem „Massensprint zum Meistertitel“. Anfang März führten die Linzer die Tabelle sogar für zwei Wochen an.

Aber ein 0:4 gegen Salzburg, eine peinliche 1:3-Pleite in Klagenfurt und ein 0:2 auf der packevollen Gugl gegen Rapid ließen die Titelhoffnungen innerhalb kürzester Zeit entgleisen. In den letzten fünf Runden holte der LASK nur noch einen Punkt.

2008/09: Kapfenberger SV (Achter)

Der Aufstieg von Kapfenberg ist, bei allem Respekt für die Leistung des Teams von Trainer Werner Gregoritsch und des damals groß aufspielenden Jungspunds Michael Liendl eher ein Unfall der Fußballgeschichte – man nützte ausgiebige Schwächephasen der Konkurrenz.

Als die Obersteirer dann acht Runden brauchten, um den ersten Sieg einzufahren, schien das Label „Abstiegskandidat Nummer eins“ auch seine Berechtigung zu haben. Aber Kapfenberg profitierte davon, dass Altach im Chaos versank. Kapfenberg hatte zwar erst nach 17 Spielen ein zweistelliges Punktekonto, aber Altach war eben noch schlechter. Ein skurril anmutender 5:2-Sieg in Salzburg Ende November und der folgende Erfolg über Mattersburg verschafften dem Team dann ein kleines Polster.

Während sich Mattersburg und Altach im Frühjahr bekriegten, fuhr Kapfenberg hier ein Pünktchen und dort einen Sieg und hatte schon drei Runden vor Schluss den Klassenerhalt auch rechnerisch fix.

2009/10: SC Magna Wr. Neustadt (Fünfter)

2008 hatte Magna-Boss Frank Stronach der Austria den Geldhahn zugedreht, sich den Zweitligisten aus Schwanenstadt einverleibt und diesen nach Wr. Neustadt umgesiedelt. Die Bundesliga musste ein Jahr nach dem Umzug von Pasching nach Klagenfurt hilflos zusehen und adaptierte danach die Statuten.

Helmut Kraft führte den Klub nach einem spannenden Duell mit der Admira schon im ersten Bestands-Jahr in die Bundesliga, wo schnell Manager Peter Svetits entmachtet wurde – er wollte sofort groß einkaufen und auf den Titel losgehen. Tatsächlich lief Neustadt dann aber mit dem jüngsten Team der Liga auf und weil Kärnten schon als lebende Leiche in die Saison gegangen war, herrschte auch nie Abstiegsgefahr.

Im Frühjahr war Wr. Neustadt das einzige Team, das sich gegenüber dem Herbst signifikant gesteigert hat. Der Lohn war ein achtbarer fünfter Platz und das Erreichen des Cup-Finales.

2010/11: FC Wacker Innsbruck (Sechster)

Wie schon nach dem Crash 2002 brauchte Wacker nach dem Abstieg 2008 wiederum nur zwei Jahre, um sich neu aufgestellt in der Bundesliga zurück zu melden.

Die sportliche Gemengelage der Liga war damals auf einem dramatisch schlechten Niveau. Ried wurde mit einem mittelmäßigen, aber von Paul Gludovatz hervorragend trainierten Kader Herbstmeister – nachdem Aufsteiger Innsbruck, geleitet von Coach Walter Kogler, die Tabelle bis weit in den Oktober hinein angeführt hatte. Mit einem ebenso bestenfalls mittelguten Kader, wohlgemerkt.

Es folgte eine Phase mit nur einem Sieg aus 13 Spielen; die Wahrheit über die Stärke des Kaders lag wohl irgendwo in der Mitte. Innsbruck kam letztlich auf einem soliden Mittelfeld-Platz ins Ziel.

2011/12: FC Admira Wacker (Dritter)

Die Admira war sich nach ihrem Abstieg 2006 zwischenzeitlich in die Regionalliga abgestiegen, wurde von Trenkwalder-Klub Schwadorf wieder nach oben fusioniert und stieg im dritten Anlauf wieder auf.

Trainer Didi Kühbauer verfügte über eine talentierte Truppe (u.a. Hosiner, Schwab, Dibon und Altstar Jezek), die einen relativ simplen, aber sehr soliden Fußball spielte. Das Team der Admira stand defensiv recht gut, machte wenig Blödsinn und Hosiner knipste vorne. Die Folge: Im Oktober luchste die Admira sogar Salzburg die Tabellenführung ab und hielt diese fast zwei Monate lang.

Die Ausbeute von nur einem Punkt aus den letzten fünf Herbst-Runden ließ die Admira zurückfallen, aber sie ließ im Frühjahr nicht locker. Man fing die Austria noch ab und beendete damit die vorsintflutliche Arbeit von Ivo Vastic als Veilchen-Coach. Es kam Peter Stöger, der Rest ist Geschichte.

Im Europacup eliminierte die Admira Zalgiris Vilnius und scheiterte dann an Sparta Prag.

2012/13: Wolfsberger AC (Fünfter)

Über Jahre butterte Pellets-Patron Dietmar Riegler Geld in seinen Klub, um ihn endlich aus der Regionalliga heraus zu bekommen. Als er das 2010 endlich geschafft hatte, dauerte es nur zwei Jahre, ehe Nenad Bjelica die Kärntner in die Bundesliga führte.

Wie schon den Vorgängern fiel es auch dem WAC nicht schwer, sich sofort zurecht zu finden. Der eher nüchterne Fußball der Truppe um Spielgestalter Jacobo reichte zwar nicht, um die Tabellenspitze anzugreifen, aber für eine Saison im soliden Mittelfeld reichte es allemal. Eine starke Serie im Frühjahr mit einem 4:0-Sieg beim späteren Meister Austria ließ den WAC dann gegen Saisonende sogar an den Europacup-Plätzen schnuppern, aber hier hatte Sturm letztlich den etwas längeren Atem.

Dennoch, ein Fünfter Platz ist aller Ehren wert.

2013/14: SV Grödig (Dritter)

Im Jahr 2013 kam die Pressing-Welle, die Europa erfasst hatte, endgültig auch in Österreich an. Zwei Teams taten sich dabei ganz besonders hervor: Salzburg mit dem perfekt gedrillten Rangnick-Pressing, das die Bullen unter Roger Schmidt praktisch unbesiegbar machte. Und der Aufsteiger aus der Salzburger Vorstadt mit dem „Chaos-Pressing“ von Adi Hütter.

Die wilde Jagd, welche das Team um Huspek, Potzmann, Elsneg, Zulechner und Martschinko auf die Gegner machte, ließ viele hilflos zurück. Schon in der Herbstsaison lautete die Tabelle phasenweise „1. Salzburg, 2. Grödig“, nach der Winterpause wurde dies fast schon zum Dauerzustand. Eine Schäwchephase im April mit drei Niederlagen am Stück (0:6 Sturm, 0:4 Admira, 1:3 Salzburg) kostete die Chance auf Platz zwei.

Den dritten Platz aber luchste man der Austria am Ende noch ab. Adi Hütter ging zu Salzburg. Unter seinem Nachfolger Michael Baur eliminierte Grödig im Europacup Cukaricki Belgrad, ehe man gegen Zimbru Chisinau ausschied.

2014/15: SCR Altach (Dritter)

Es dauerte ein paar Jahre, aber 2014 war Altach wieder zurück und damit auch das Ländle wieder im Oberhaus vertreten. Damir Canadi war es, der Altach zum Aufstieg führte und dann auch in eine ziemlich erfolgreiche Premieren-Saison für ihn als Bundesliga-Coach.

Mit dem Umschalt-Fußball mit Knipser Hannes Aigner, Außen-Dauerläufer Lienhart und dem wuseligen Ismail Tajouri kam die Konkurrenz nicht zurecht. Salzburg wurde 4:1 abmontiert, gegen Rapid gab es ein 2:0 – es gab allerdings auch Lehrstunden wie das 0:5 auswärts in Salzburg. Dennoch konnte man sich auf Platz drei etablieren und Altach hatte am Saisonende auch das Durchhaltevermögen, den Angriff von Sturm abzuwehren.

Als erster Vorarlberger Klub trat Altach danach in einem offiziellen Europacup an. Vitoria Guimaraes wurde erstaunlich deutlich bezwungen (2:1 und 4:1), gegen Belenenses aus Lissabon gelang aber kein Tor mehr.

2015/16: SV Mattersburg (Neunter)

Bei der Austria war Ivica Vastic krachend gescheitert, in Mattersburg hatte er mehr Erfolg. Dank der Klasse von Scorer-König Karim Onisiwo, Überzahl-Schaffer Perlak und Taktgeber Jano sowie einer simplen, aber funktionierenden Spielidee ließ man den LASK hinter sich.

In der Bundesliga waren die Gegner besser und Onisiwo lief nicht mehr völlig ungehindert durch die gegnerischen Reihen, wie noch in der 2. Liga. Aber die Burgenländer starteten dennoch stark in die Bundesliga-Saison und es gelang rasch, ein sehr beruhigendes Polster zwischen sich und den Abstiegsplatz zu schaffen. Dass im Frühjahr alle hinter Mattersburg liegenden Teams massiv aufholten, ließ zwar für die folgende Saison (zu Recht) nichts Gutes erahnen. Gegen die Austria lief man in ein historisches 0:9, aus den letzten neun Matches nahm man noch zwei Pünktchen mit.

Weil aber Grödig zuvor schon völlig auseinander gefallen war, reichte der zuvor erspielte Vorsprung. Ein halbes Jahr später überwinterte Mattersburg als Schlusslicht und Ivica Vastic wurde entlassen.

2016/17: SKN St. Pölten (Neunter)

Nach Mattersburg schaffte es auch St. Pölten, dem LASK den Aufstieg vor der Nase wegzuschnappen – besonders für den ein Jahr zuvor bei den Linzern entlassenen Trainer Karl Daxbacher ein schöner Triumph.

Die sportliche Realität holte den SKN in der Bundesliga aber schnell ein. Erstmals seit 16 Jahren (!) musste ein Aufsteiger wirklich hart und bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen. Daxbacher wurde nach nur einem Sieg aus den ersten zwölf Spielen entlassen – als erster Trainer eines Aufsteigers nach 13 Jahren. Unter Jochen Fallmann verwaltete man den knappen Vorsprung auf Mattersburg und als die Burgenländer zu Siegen begannen, brach in Ried das Chaos aus.

Es entwickelte sich ein Dreikampf um den Klassenerhalt, aus dem sich Mattersburg im April verabschiedete, während Ried immer ein wenig hinterher hinkte. Dennoch brauchte St. Pölten auch Glück: Denn am letzten Spieltag verlor man bei Rapid. Man blieb nur deshalb in der Liga, weil Ried zeitgleich daheim gegen Mattersburg ebenfalls verlor.

2017/18: LASK (Vierter)

In der zweiten Saison unter Oliver Glasner schaffte es der LASK nun endlich, dreieinhalb Jahre nach dem Ausscheiden des ungeliebten einstigen Klub-Bosses Peter-Michael Reichel, in die Bundesliga zurück zu kehren.

Die perfekt geölte Maschine LASK ließ auch in der Bundesliga sofort erahnen, dass man genau weiß, was man auf dem Feld macht. Die sehr athletische, sehr eingespielte und ausgesprochen gut aufeinander abgestimmte Truppe orientierte sich sofort eher nach oben als nach unten. Manchmal zahlten die in Pasching spielenden Linzer Lehrgeld und gegen die Großen gab es nicht viel zu holen, aber ein Platz in der oberen Tabellenhälfte zeichnete sich spätestens nach der Winterpause ab.

Der LASK wurde am Ende Vierter und qualifizierte sich locker für den Europacup – das wäre auch dann so gewesen, wenn sich nicht die beiden CL-Starter Salzburg um Sturm im Cupfinale begegnet wären. Über Lilleström fegte der LASK problemlos drüber und das stolze Besiktas hatte man fast schon eliminiert – ehe ein Gegentor in der Nachspielzeit des Rückspiels doch noch die Türken in die nächste Runde brachte.

2018/19: Wacker Innsbruck und TSV Hartberg

Und nun, 20 Jahre nach dem direkten Wieder-Abstieg von Vorwärts Steyr, wird es wieder einen Aufsteiger erwischen. Das lässt sich nun, fünf Spieltage vor Ende der Saison, bereits mit einiger Bestimmtheit sagen.

Wacker Innsbruck war unter Karl Daxbacher als relativ souveräner Zweitliga-Meister aufgestiegen und es gelang ein achtbares erstes Saisonviertel. Danach ging bei Wacker gar nichts mehr. Aus den letzten 13 Spielen gab es noch fünf Pünktchen und 6:25 Tore, auch der Trainerwechsel zu Thomas Grumser verbesserte die Lage nicht.

Ohne den Modus mit der Punkteteilung wäre Wacker längst praktisch sicherer Absteiger. So aber hat das unter Christian Ilzer als Zweiter aufgestiegene Team aus Hartberg unter Ilzer-Nachfolger Markus Schopp genau zum falschen Zeitpunkt einen Negativ-Lauf – nämlich jetzt. Die Oststeirer, als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, spielten einen erstaunlich starken Herbst und kämpften fast bis zum Schluss sogar um einen Platz in der Meisterrunde mit.

Die Krux mit der Punkteteilung

Wenn die Punkteteilung nach 22 der 32 Runden zum Start in Meister- und Quali-Runde erfolgt, sorgt dies im Kampf um die Meisterschaft und die Europacup-Plätze im Idealfall für erhöhte Spannung – wie es beim Hauen und Stechen um die Platze drei bis sechs ja auch tatsächlich der Fall ist.

Im Rennen gegen den Abstieg aber wird ein starker Herbst fast völlig entwertet. Ohne Punkteteilung hätte Hartberg zwar nun genauso fünf Matches hintereinander verloren und wäre genauso in neun Frühjahrs-Spielen sieglos. Aber der Vorsprung auf den Abstiegsplatz würde immerhin noch sechs Punkte betragen – und nicht zwei. Oder de facto sogar nur einen, weil Innsbruck bei Punktgleichheit wegen der Abrundung bei der Punkteteilung definitiv vor Hartberg gereiht wird.

Das hat nun natürlich Vor- und Nachteile.

Einerseits wird, wie im Falle von Hartberg, ein starker Herbst wertlos – weil man sich nicht, wie vor der Modus-Änderung, auf einen (für Aufsteiger bislang ja fast üblichen) starken Herbst und den dort herausgespielten Polster verlassen kann.

Andererseits könnten Aufsteiger, für die der Sprung von der 2. Liga etwas zu groß ist – und diese Fälle werden angesichts der Formel 12+16 sicher in Zukunft häufiger werden – mit einem guten Frühjahr einen schwachen Herbst relativ leicht ausbügeln. Das gilt natürlich auch für alle anderen – etwa Altach in dieser Saison.

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Die Mängel-Liste von Innsbruck – klar aufgezeigt beim 0:4 gegen Salzburg https://ballverliebt.eu/2012/09/02/die-mangel-liste-von-innsbruck-klar-aufgezeigt-beim-04-gegen-salzburg/ https://ballverliebt.eu/2012/09/02/die-mangel-liste-von-innsbruck-klar-aufgezeigt-beim-04-gegen-salzburg/#comments Sun, 02 Sep 2012 10:22:10 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=7773 Die Mängel-Liste von Innsbruck – klar aufgezeigt beim 0:4 gegen Salzburg weiterlesen ]]> Innsbruck ist Letzter – vor dem Spiel gegen Meister Salzburg standen fünf Niederlagen aus sechs Spielen zu Buche. Wenig überraschend gab’s auch gegen die Bullen nichts zu holen. Die Salzburger deckten bei ihrem 4:0-Sieg die Schwächen von Wacker schonungslos auf und nützten das missglückte 3-4-3-Experiment von Innsbruck-Trainer Kogler aus. Dennoch: Am Trainer allein liegt es ganz und gar nicht.

Wacker Innsbruck – Red Bull Salzburg 0:4 (0:3)

Erst schon gefühlt mehr entlassen als noch mit Job, dann mit Aufschub bis zum Spiel gegen Salzburg, dann eine Job-Garantie bis zum Saisonende: Was Innsbruck-Trainer Walter Kogler in der Woche vor dem Spiel gegen den Meister erlebte, passt in seiner Turbulenz zum bisherigen Saisonverlauf von Wacker. Die Tiroler sind Tabellenletzter, sogar noch hinter dem als Fix-Absteiger gehandelten SC Wr. Neustadt. Aber warum?

Zu viele Fehlpässe

Einerseits mag es natürlich nicht ganz fair sein, den Letzten anhand eines Spiels gegen den Meister zu beurteilen. Andererseits aber deckt ein starker Gegner die Defizite eines schwachen Teams umso deutlicher auf. Und deren gab es einige.

Salzburg spielte, wie das unter Roger Schmidt üblich wurde, ein relativ aggressives Offensiv-Pressing. Das war nicht so extrem wie etwa gegen Sturm, reichte aber locker aus, um beim ballführenden Innsbrucker Hektik auszulösen. So schnellte die Fehlpass-Quote bei Wacker nach oben. Im Zweifel wurde immer der sichere Pass zurück gesucht, nach vorne gelangen kaum einmal drei Pässe, eher der Ball wieder bei einem Salzburger war.

Was aber nicht nur am Gegner lag, sondern zu einem großen Teil auch an den Innsbruckern selbst. Es war zu wenig Bewegung im Spiel, Mitspieler liefen sich nicht konsequent genug frei, sogar bei Einwürfen gab es viel zu oft keine Anspiel-Option. Fehlendes Selbstvertrauen und fehlende Anspiel-Optionen bedingen sich oft gegenseitig, sind in Kombination aber oft tödlich.

Die Abwehr…

Kogler reagierte auf 14 Gegentore in sechs Bundesliga-Spielen, indem er sein übliches 4-1-4-1 adaptierte und seinen Sechser, Tomas Abraham, zwischen die Innenverteidiger zurück beorderte und dort eine Dreierkette bildete. Wacker spielte somit in einem 3-4-3, das aber aus mehreren Gründen so nicht funktionierte. In der Theorie hätten wohl die Wing-Backs Bergmann und Hauser die Flügelstürmer im Salzburger 4-3-3 (Nielsen und Jantscher) ausschalten sollen, mit der Hilfe der Außenspieler in der Dreierkette (Dakovic und Kofler).

Allerdings: Weil Berisha, vorderster Spieler im recht eng stehenden Mittelfeld-Dreieck der Salzburger, oft weit mit nach vorne ging und vor allem auf die rechte Angriffsseite (der von Nielsen) ging, war der Mann in der Dreierkette gebunden und Nielsen konnte gegen den an diesem Tag erschreckend schlechten Hauser regelrecht zerstören. Auch Jantscher profitierte immer wieder davon, wenn Berisha mal auf die andere Seite auswich und Kofler auf sich zog.

Ein weiteres Problem: Im Spiel gegen den Ball standen die Innsbrucker viel zu weit von ihren Gegenspielern entfernt. Während die Salzburger immer versuchten, den ballführenden Innsbrucker aktiv zu stören, standen die Tiroler zumeist nur passiv und mit einem Sicherheits-Abstand. Auch so entstand das frühe 1:0 für Salzburg.

…das Mittelfeld…

Die Maßnahme, Abraham ins Abwehrzentrum einer Dreierkette zu stellen, war gegen diesen Gegner zum Scheitern verurteilt. Denn zwischen der Abwehrkette und den beiden Innsbruckern im zentralen Mittelfeld, Merino und Saurer, war überhaupt niemand, der Berisha irgendwie Einhalt gebieten hätten können. Zudem standen die beiden gegen das sehr massierte Dreier-Mittelfeld der Salzburger in permanenter Unterzahl und hielten Defensiv kaum einem Angriff stand.

Was die Salzburger vor allem im schnellen Umschalten von Defensive auf Offensive nützten. Das ging den Innsbruckern viel zu schnell, Salzburg hatte zwischen dem Mittelfeld-Duo und dem Abwehr-Trio Platz ohne Ende, und die Bullen bestraften das vor allem beim Tor zum 2:0.

Doch nicht nur im Spiel nach hinten waren Saurer und vor allem Merino nicht vorhanden, auch nach vorne kam viel zu wenig – vor allem vom Spanier. Wann immer er den Ball hatte, kamen von Merino nur Alibi-Pässe, kurze Zuspiele auf Bergmann, Saurer oder – vor allem – zurück auf Kofler. Er verschleppte das Spiel, achtete darauf, dass der Ballbesitz nicht wieder zum Gegner ging, vergaß dabei aber komplett auf seine gestalterischen Aufgaben.

…und der Angriff

Weil Kogler ein System mit Wing-Backs auf den Außenbahnen spielen ließ, konnten die nominellen Außenstürmer – Wernitznig und Schütz – weiter nach vorne gehen. Sie gingen aber auch weiter nach innen. Das erlaubte ihnen nach vorne einen direkteren Zug zum Tor, sollte doch einmal ein Pass durchkommen, und so entstanden auch zwei, drei recht gute Tormöglichkeiten. Nur blieben diese eben ungenützt.

In der Rückwärtsbewegung bedeutete die zentralere Positionierung der Außenstürmer allerdings, dass die Salzburg-AV Klein und Ulmer recht ungehindert den Vorwärtsgang einlegen konnten und so gegen die Innsbrucker Wing-Backs permanente Überzahl-Situationen herstellen konnten.

Koglers erste Korrektur noch vor der Halbzeit…

Sein 3-4-3 wurde von den Bullen schonungslos zerlegt. Aber man muss zu Walter Kogler durchaus positiv anmerken, dass er diesen Umstand erkannt hat und nicht stur darauf beharrte, so weiterzuspielen. Und auch mit seiner Umstellung nicht bis zur Halbzeit wartete, sondern schon vorher auf den verwaisten Raum zwischen den Reihen reagierte. Nach einer halben Stunde – bzw., nach dem 0:2 – beorderte er Tomas Abraham aus der Abwehrzentrale auf seine angestammte Position auf der Sechs

Somit stand zumindest bis zur Pause ein 4-3-3 auf dem Feld und Berisha hatte endlich einen Gegenspieler. Dass es trotzdem noch vor der Pause das 0:3 gab, lag nicht an dieser Umstellung, sondern schlicht an stümperhaftem Abwehrverhalten bei einer simplen, hoch zum Tor gezogenen Ecke. Dass Schiemer kopfballstark ist, sollte eigentlich bekannt sein, dennoch kam er ungehindert dazu, den Ball ins Tor zu befördern.

…und die zweite für Hälfte zwei

2. Halbzeit

Zum Start in den zweiten Spielabschnitt blieben bei Wacker Saurer und der weitgehend unsichtbare Perstaller draußen, dafür kamen Piesinger und Neuzugang Wallner neu in die Partie. Kogler stellte im Zuge dessen das System auf ein recht klares 4-4-1-1 um, mit Piesinger in der Zentrale neben Abraham und Merino als hängender Spitze hinter Wallner.

Damit reagierte Kogler auf sämtliche Problemfelder, die sich davor aufgetan hatten: Berisha hatte nun mit Abraham und Piesinger gleich zwei Gegenspieler; Wernitznig und Schütz gingen auf die Außen-Positionen im Mittelfeld und sorgten so für personellen Gleichstand dort; Merino hatte Absicherung nach hinten und mehr Freiheiten nach vorne.

Damit hielt Wacker die Bullen nun deutlich besser unter Kontrolle als zuvor, was aber zweifellos auch am Spielstand lag. Das Match war längst entschieden, Salzburg gab ganz deutlich nicht mehr alles und Innsbruck wusste, dass das Spiel verloren ist und es nur noch um Schadensbegrenzung ging.

Besser, aber nicht wirklich gut

Die Hausherren agierten nun etwas besser, sicherer – aber nicht wirklich gut. Man ließ sich weiterhin den Platz zwischen Abwehr und Mittelfeld ziemlich ungehindert mit Gegenspielern anfüllen (was letztlich zum 4:0 führte) und nach vorne blieb die Fehlpass-Quote hoch.

Große Qualitäten im Bälleverteilen zeigte auch Kapitän Abraham nicht. Er spielte selbst kurze Pässe diverse Male auf Kniehöhe, konnte Merino selten gewinnbringend bedienen. Es blieb auch weiterhin dabei, dass Alexander Hause einen absoluten Schocker von einer Leistung ablieferte. Und es blieb auch weiter dabei, dass die wenigen Tormöglichkeiten – es gab in der Tat noch weniger als vor der Pause – vergeben wurde.

Fazit: Experiment 3-4-3 missglückt, aber Trainer wohl das kleinste Problem

Wie groß darf die Hoffnung in Tirol sein, dass Wacker schnell den Turnaround schafft? Tatsache ist, dass die Kader-Qualität einfach nicht besonders hoch ist. Das liegt natürlich an den finanziellen Möglichkeiten, die in Innsbruck sehr begrenzt sind. Auch über die Winterpause wird es kaum Neuzugänge geben, die auch eine tatsächliche, sofortige Verstärkung darstellen.

Dass dieses Spiel schon nach einer halben Stunde verloren war, liegt (neben der natürlich um drei Klassen höheren Spieler-Qualität bei Salzburg) auch am gescheiterten Experiment von Walter Kogler, mit einem 3-4-3 zu spielen – aber dennoch scheint die Besetzung der Trainerbank noch das geringste Problem von Wacker zu sein. Kogler hat seinen Fehler erkannt und schnell behoben und grundsätzlich die richtigen Wechsel vorgenommen.

Für eine exorbitante Fehlpass-Quote, für knappe Fehlschüsse vor dem Tor, vor einen sich versteckenden Spielgestalter – dafür kann Kogler nichts. Er kann nur mit den Spielern arbeiten, die er zur Verfügung hat. Eine Niederlage – auch eine hohe – gegen Salzburg kann passieren. Der Schlüssel zum Klassenerhalt wird sein, wie sehr es gelingt, die nötige Ruhe im Umfeld zu zeigen. Denn klar es: Es geht in dieser Saison ums nackte, sportliche Überleben. Das kann nur gesichert werden, wenn keine Panik aufkommt.

(phe)

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Volle Attacke? Nicht bei Sturm. https://ballverliebt.eu/2010/10/31/volle-attacke-nicht-bei-sturm/ https://ballverliebt.eu/2010/10/31/volle-attacke-nicht-bei-sturm/#comments Sun, 31 Oct 2010 10:21:46 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=3151 Volle Attacke? Nicht bei Sturm. weiterlesen ]]> Sturm Graz behauptet mit einem 2:0-Erfolg über Wacker Innsbruck die Tabellenspitze. Es war in diesem Spiel aber offensichtlich, dass bei den Grazer nur vier Mann für die Offensive zuständig sind, die kaum von hinten unterstützt wurden. Somit war Sturm von Imre Szabics abhängig.

Sturm Graz - Wacker Innsbruck 2:0

Erster gegen Zweiter, das klingt nach viel – war aber leider inhaltlich recht wenig. Das Hauptproblem bei den Grazern war, dass die vier Offensiven im 4-4-1-1 sehr wenig Unterstützung aus dem Zentrum und von den Außenverteidigern bekamen. So lief das Spiel von Sturm oft nach Schema F ab: Steilpass auf Szabics, der legt ab auf die Außenspieler – zumeist Hölzl. Perthel zeigte sich wenig abenteuerlustig nach vorne, Standfest noch weniger. Zwar hatten die beiden Koch bzw. Öbster gut im Griff. Aber Flanken, die vorne eigentlich die AV schlagen sollten, kamen so von den Flügelspielern im Mittelfeld, und in der Mitte waren sehr wenige mögliche Abnehmer. So hatten die fünf defensiven Innsbrucker auch dank guter Abseitsfalle (auf die hie und da auch der Linienrichter reingefallen war) nicht allzu viel Mühe, die Grazer kaum zur Geltung kommen zu lassen.

Wacker-Trainer Walter Kogler schickte sein Team in einem 4-1-3-1-1 auf das Feld, mit Marcel Schreter als hängender Spitze hinter Burgic; nicht selten ließ sich Schreter auch ganz in die offensive Mittelfeldreihe fallen. Auch bei den Innsbruckern fiel jedoch die eklatant mangelnde Ambition vor allem von Linksverteidiger Hauser auf. Georg Harding auf der anderen Seite war zumindest ein wenig aktiver. Es gelang Wacker jedoch nicht, die ballführenden Grazer wirklich unter Druck zu setzten: Pressing wurde nur angedeutet, aber nicht konsequent gezeigt. Wodurch natürlich null Wirkung erkennbar war.

Das eindimensionale Spiel von Sturm lebte in der Kreativität vom Spielverständnis Imre Szabics‘ – der Ungar wusste, wann er wo zu stehen hatte, um Angriffe seiner Mannschaft am Leben zu erhalten. In Wacker-Sechser Tomas Abraham hatte er aber einen unangenehmen Gegenspieler, der Szabics zumeist gut in Schach hielt. So hielten die nach vorne recht unambitionierten Innsbrucker zumindest das Spiel der Grazer unter Kontrolle, und der Spielstand von 0:0 schien ihnen nach zwei Niederlagen in Serie durchaus nicht Unrecht zu sein.

Sturm konnte nur dann Gefahr erzeugen, wenn Weber und Kienzl sich ins Angriffsspiel mit einschalteten und nach vorne rückten. Kein Wunder also, dass das 1:0 für Sturm in der 60. Minute durch einen Steilpass von Weber in den Lauf von Szabics durch die Wacker-Innenverteidiger Jauregi und Pichler hindurch fiel, welchen den Ungar nur noch über die Linie schieben musste. Diese Führung war verdient, weil Sturm trotz halbherzigem Spiel nach vorne mehr Ambition zeigte als die Gäste.

Mit dem Rückstand war nun Wacker gefordert, mehr für das Spiel zu machen, aber den Tirolern gelang es nicht, für sinnvolles Spiel nach vorne zu sorgen. Überhastete Pässe, Schwächen in der Ballannahme, fehlende Spielübersicht – die Innsbrucker bestätigten nun alle Klischees über den österreichischen Fußball. Nichts war mehr zu sehen von dem Selbstvertrauen und er Sicherheit des ersten Saisonviertels, in dem Aufsteiger Wacker wochenlang die Tabelle anführte. Lediglich ein schöner Lupfer von Prokopic auf Burgic resultierte in einer Torchance – der ersten echten für Wacker in der 73. Minute, welche der Slowene aber vergab.

In dieser Phase kam für den angeschlagenen Hölzl der gelernte Rechtsverteidiger Eherenreich für die Mittelfeldposition, was das Offensivpotential der Grazer auf drei Mann reduzierte. Wacker hatte den Schock des Gegentores endgültig verdaut und erlangte deutlich mehr Sicherheit aus der Tatsache, dass die Grazer es nun ganz offensichtlich gar nicht erst versuchten, aktiv auf ein zweites Tor zu gehen. Vor allem der umsichtige Schildenfeld aber verhinderte, dass Wacker zu echten Torchancen kam – auch, weil er immer wieder auf die Seite ging um Standfest auszuhelfen.

Es ist beinahe logisch, dass auf der anderen Seite die endgültige Entscfheidung durch einen Flankenlauf von Szabics vorbereitet wurde – seine abgefälschte Flanke musste Kienast nur noch ins Tor ablenken. Der Ungar war der mit Abstand beste Mann auf dem Platz und bekam kurz vor Schluss auch noch seinen Abgangsapplaus.

Fazit: Sturm Graz gewann dieses Spiel verdient, weil deutlich mehr Wille zur Spielgestaltung erkennbar war und Wacker nach dem Rückstand, als die Mannschaft gefordert war, keinen wirklichen Plan B hatte. Sehr viel Schönes und viel Kreativität war bei den Hauserren aber auch nicht zu erkennen.

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Kick-Off zur Bundesliga – ja, jetzt schon. https://ballverliebt.eu/2010/07/16/kick-off-zur-bundesliga-ja-jetzt-schon/ https://ballverliebt.eu/2010/07/16/kick-off-zur-bundesliga-ja-jetzt-schon/#respond Fri, 16 Jul 2010 10:05:46 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=2465 Kick-Off zur Bundesliga – ja, jetzt schon. weiterlesen ]]> Seit 59 Tagen ist die alte Saison vorbei. Nicht mal eine ganze Woche ist seit dem WM-Finale vergangen. Und doch startet an diesem Wochenende die neue Saison der österreichischen Bundesliga. Ballverliebt wirft einen Blick auf die zehn Teams – und wagt Prognosen!

RED BULL SALZBURG

Starke internationale Auftritte und der Meistertitel – in Salzburg war es eine richtig erfolgreiche Saison. Auch, wenn es die Bullen in der Meisterschaft etwas spannender gemacht haben als notwendig, wurden sie ihrer Favoritenrolle durchaus gerecht. Und auch in der neuen Saison wird die Vergabe der Meisterschale nur über die Salzburger gehen. Obwohl es zwei wichtige Neuerungen gibt: Zum einen ist der Kunstrasen in der EM-Arena nun Geschichte – ab sofort wird ganz normal auf Naturrasen gespielt – und zum anderen hat mit Marc Janko der Topscorer der letzten beiden Jahre den Verein in Richtung Holland verlassen. Nicht direkt im Streit mit Erfolgstrainer Huub Stevens, aber das gespannte Verhältnis zwischen Trainer und Torjäger war ein offenes Geheimnis. Ihn soll in der Spitze nun Gonzalo Zarate ersetzen, oder eben Roman Wallner.

Der ehemalige Problem-Boy, der im Winter vom LASK gekommen war, setzte sich aber noch nicht als echter Stammspieler durch. Zudem kam mit Jakob Jantscher (von Sturm) und Stefan Hierländer (von Kärnten) auch auch von der Liga-Konkurrenz durchaus Klasse, und David Mendes da Silva vom AZ Alkmaar hat immerhin schon eine Handvoll Länderspiele für den frischgebackenen Vize-Weltmeister absolviert. Die spannendste Frage zur neuen Saison wird aber die um den Torhüter betreffen. Mit Tremmel und Walke kamen gleich zwei Keeper, die sich um die vorläufige Nachfolge des verletzten Kapitäns Eddie Gustafsson streiten. Und in weiterer Folge geht es natürlich auch darum, wann und in welcher Verfassung Gustafsson nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch zurück kommen wird. Sportlich kann das Ziel nur Meistertitel heißen – und wenn irgendwie möglich natürlich der Einzug in die Champions League, dem Traumziel seit dem Einstieg von Red Bull…

Prognose: Salzburg ist Favorit, darf sich aber nicht viele Durchhänger erlauben.

FK AUSTRIA WIEN

Ausgeglichen besetztes Team, starkes Mittelfeld, sichere Defensive – und wäre nicht über weite Strecken der letzten Saison das Sturmduo Jun/Okotie ausgefallen, wer weiß, womöglich wäre die Austria Meister geworden. Darum gehen die Violetten natürlich auch als ernsthafter Titelkandidat in die neue Saison. Weil aus der Stammformation des Teams, welches fast noch Salzburg eingeholt hätte, mit Joachim Standfest nur ein einziger Spieler wegbricht, und wie schon letztes Jahr mit Augenmaß statt mit der Brechstange nach Neuzugängen gesucht wurde. So kann Trainer Karl Daxbacher, der in sein drittes Jahr bei der Austria geht (so lange hat seit 30 Jahren noch kein Austria-Coach überlebt) auf ein eingespieltes Team zurück greifen, das sich mit dem starken Frühjahr auch noch mächtig Selbstvertrauen geholt hat.

Lediglich die Personalie Aleksandar Dragovic könnte noch für Kopfschmerzen sorgen: Ob das Riesentalent in der Innenverteidigung bleibt oder nicht vor Ende August doch noch ins Ausland wechselt, steht noch nicht fest. Während die erste Garnitur kaum wirklich schlechter besetzt ist als jene der Salzburger, fehlt es am Verteilierkreis fraglos an den Alternativen. Schon Florian Klein als Rechtsverteidiger ist ja eigentlich eine Notlösung. Wie sehr sich der Konflikt mit einigen rechtsradikalen Störenfrieden im Anhang – Ausschreitungen brachten der Austria ein Geisterspiel im Europacup ein – auf das Sportliche auswirkt, muss man sehen. Für das Geschehen auf dem Platz war das zumindest in der vergangenen Saison kein echtes Problem.

Prognose: Die Austria ist ein ernsthafter Titelkandidat, sofern der Lauf aus dem Frühjahr übernommen werden kann. Ein Europacup-Platz sollte sich in jedem Fall problemlos ausgehen.

SK RAPID WIEN

Zum Triumphmarsch war das Abschneiden in der letzten Saison zu wenig, zum Trauergesang aber zu gut. Es war vor allem der schlimmer Hänger zum Start der Rückrunde, der Rapid nach dem Herbstmeistertitel die Meisterschaft kostete. Ja, theoretisch war bis zum letzten Spieltag eine Chance auf den Teller da – aber de facto hatte sich die Sache schon im fünftletzten Spiel für Rapid erledigt. Zudem zeigte ausgerechnet die Austria eine wesentlich bessere Spätform und fing Rapid sogar noch vom zweiten Platz ab. Dass Pacult trotzig meinte, Rapid wäre dennoch die Nummer eins in Wien, mag als Aussage für die Fans gewertet werden, die Ausrechenbarkeit des Spiels wurde den Hütteldorfern aber letztlich zum Verhängnis. Ja, Steffen Hofmann holte sich die Torjägerkrone, aber es war weithin sichtbar, dass diese Mannschaft ohne die Ideen ihres Kapitäns nur noch die Hälfte wert ist.

Nimmt man Hofmann aus der Partie, ist schon viel gewonnen, und an dieser Eindimensionalität hat Rapid nicht gearbeitet: Es wurde weiterhin kein Spieler geholt, der hinter Hofmann aufräumen könnte, mit Branko Boskovic verließ ein nicht unwichtiger Stammspieler im Mittelfeld den Verein. Der Kader ist fraglos weiterhin erstklassig und Rapid wird zweifellos auch in der neuen Saison wieder eine gute Rolle spielen. Aber ob es für den ganz großen Wurf reicht? Die Austria hat mehr Verantwortungsträger im Mittelfeld, Salzburg den deutlich gewiefteren Trainer. So wird es letztlich an Steffen Hofmann hängen bleiben, die hohen Erwartungen des Umfelds umzusetzen.

Prognose: Rapid wird einen Europacup-Platz erreichen. Wenn es mehr werden soll, müssen die Konkurrenten Schwächen zeigen.

SK STURM GRAZ

Zwei Jahre nach dem letzten großen Schnitt steht bei den Grazern wieder ein komplette Umbau an. Fünf Stammspieler sind sicher weg, wahrscheinlich folgt auch noch Daniel Beichler. Keine leichte Situation für Sportdirektor Kreuzer und Trainer Foda, die sich ob des Qualitätsverlustes wohl oder übel von der ernsthaften Hoffnung verabschieden müssen, sich über einen der ersten drei Plätze in der Bundesliga für den internationalen Bewerb zu qualifizieren. Vor allem fehlt es bei Sturm mal wieder an den Alternativen von der Bank: Fällt ein Leistungsträger aus, wird es eng; viel Druck auf die Stammspieler wird von der Bank nicht ausgeübt werden können. Mit Joachim Standfest wurde ein routinierter, aber harmloser neuer Rechtsverteidiger geholt, auf links ist noch Dominic Pürcher aus dem eigenen Nachwuchs erste Wahl – möglich aber, dass hier noch nachgebessert wird, eine Verpflichtung von Pa-Saiku Kujabi steht im Raum.

dünne Decke wird aber auch im Mittelfeld deutlich, genauso wie im Angriff. Kaum hatte sich Klemen Lavric so richtig eingelebt, ist der Slowene auch schon wieder weg, und hinter Roman Kienast und Rückkehrer Imre Szabics (der in den letzten Jahren allerdings so gut wie keine Einsätze in Augsburg bekam) gibt es nur noch Oldie Mario Haas und das ewige Talent Dominic Hassler. Der Europacup, der dem Team letztes Jahr zwar viel an Erfahrung brachte, aber auch viel an Kraft kostete, ist wahrscheinlich nicht allzu lange ein Thema – ein erneutes Vordringen bis in die Gruppenphase wäre für den Cupsieger eine kleine Sensation. Viel mehr muss aber das Augenmerk darauf liegen, zumindest Vierter zu werden, und auf den Cup zu hoffen.

Prognose: Sturm wird um den vierten Platz kämpfen müssen. Ein Top-3-Platz erscheint unrealistisch.

SC MAGNA WIENER NEUSTADT

Es gab im Frühjahr nur eine Mannschaft, die sich tatsächlich signifikant gesteigert hatte – und das war der Cup-Finalist aus Wiener Neustadt. Unter dem neuen Trainer Peter Schöttel ging es für die Niederösterreicher nur noch nach oben, in der Rückrundentabelle schlossen die Neustädter nur knapp hinter Sturm Graz ab. Das weckt natürlich den Ehrgeiz, in der zweiten Bundesliga-Saison den nächsten Schritt zu machen und die Grazer zu überflügeln. An ein Vordringen in die Top-3 glaubt zu Recht niemand, aber die eingespielte Mannschaft blieb in weiten Teilen zusammen. Lediglich Ronald Gercaliu zog es nach Deutschland, und Daniel Dunst verpokerte sich bei den Vertragsverhandlungen. Viele Neue stießen auch nicht zur Mannschaft, sodass sich Schöttel von Beginn an auf das Spiel selbst konzentrieren kann, ohne zuvor eine Heerschar von Neuzugängen integrieren zu müssen. Sicherlich kein Nachteil.

Was sich allerdings zum Nachteil entwickeln könnte, ist der Mangel an Alternativen in der Abteilung Attacke: Neben Kapitän Aigner, dem nach seinem Kreuzbandriss genesenen Sadovic und dem nicht allzu torgefährlichen Viana stünden nur noch Spieler aus der Reserve zur Verfügung. Dafür verfüngt die restliche Mannschaft über viel Entwicklungspotential, schließlich stellten die Niederösterreicher in der abgelaufenen Saison das jüngste Team der Liga. Vor allem Ramsebner, Grünwald, Reiter und Stanislaw taten sich in der letzten Saison so gut hervor, dass der verletzungsbedingte Ausfall von Vaclav Kolousek niemandem auffiel und der Tscheche nach seiner Genesung wie ein Fremdkörper im Team wirkte.

Prognose: Wiener Neustadt wird im sicheren Mittelfeld landen, bei günstigem Verlauf ist der vierte Platz möglich.

SV MATTERSBURG

Der neue Jugendstil ist eingekehrt in Mattersburg: Im Frühjahr hatte die Mannschaft einen Altersschnitt von nur noch 24,7 Jahren. Weil der Klassenerhalt ob des Kärnten-Desasters längst feststand, baute Trainer Lederer einige Talente in die Mannschaft ein, die ihre Chancen mit einem durchaus ansprechenden Frühling durchaus zu nützen verstand. Spieler wie Patrik Farkas und Lukas Rath, die zur U19-EM fahren, und Dominik Doleschal haben sich absolut festgespielt; auch Manuel Seidl ist erst 21 Jahre alt. In der Tat gibt es kaum noch echte Routiniers: Der ungarische Stürmer Robert Waltner ist so einer, Urgestein Michael Mörz ebenso.

Aber ansonsten bekommt auch in der neuen Saison die Jugend eine Chance. Neu gekommen ist mit Patrick Bürger der Torschützenkönig der zweiten Liga, er war in Mattersburg vor einigen Jahren schon einmal gescheitert. Die Chancen, diesmal mehr zum Spielen zu kommen, stehen gut. Denn Ilco Naumoski dreht, so hat man den Eindruck, immer mehr durch. Die ersten fünf Spiele verpasst der Mazedonier, weil er in einem Testspiel den Schiedsrichter auf das Übelste beleidigt hatte… Das Primärziel der Bürgenländer ist es im siebenten Bundesliga-Jahr (Rekord für das Bundesland) natürlich, nicht in den Abstiegsstrudel zu rutschen. Aber eigentlich würde Mattersburg ganz gerne wieder in Richtung obere Tabellenhälfte schnuppern.

Prognose: Mattersburg landet im sicheren Mittelfeld.

LASK LINZ

Einmal Neustart, bitte: Kaum ein Stein blieb bei den Linzern auf dem anderen. Aus dem Kader wurde alles entfernt, was irgendwie nach Ballast aussah, darunter mit Prager allerdings auch der Spielgestalter und alle drei Torhüter, dafür kamen neun neue Leute. Wie auch Alexander Zickler! Der 36-jährige Deutsche soll gemeinsam mit dem 38-jährigen Christian Mayrleb den „Greisensturm“ bilden. In der Hinterhand hat Kraft nur bislang noch unerfahrene Talente, wie Lukas Kragl. Er war es, der Salzburg-Keeper Gustafsson die Knochen durchtrat, er war es aber auch, der in der Schlussphase der letzten Saison für deutlich Belebung neben Mayrleb sorgen konnte. Im Mittelfeld wurde der Kader ausgedünnt, kein Wunder, hier herrscht komplette Überladung.

Der neue Kapitän Rene Aufhauser soll gemeinsam mit dem bewährten Simbabwer Justice Majabvi für die Absicherung sorgen, für den Spielaufbau fehlen allerdings die Alternativen. Krammer konnte sich bei der Austria überhaupt nicht durchsetzen, und ob Kaufmann und Sobkova wirklich Bundesliga-Niveau haben, ist noch offen. Lediglich die Defensive, welche Kraft in seinem halben Jahr in Linz deutlich stabilisieren konnte, blieb nahezu unverändert. Und hinten steht mit Thomas Mandl ein Torhüer, der zwar einst schon diverese Länderspiele hinter sich gebracht hat, aber nach Jahren in der zweiten Liga sich erst einmal wieeder in der Bundesliga beweisen wird müssen.

Prognose: Der LASK wird den siebenten Platz kaum signifikant verbessern können.

SV RIED

Bei Ried von „atmosphärischen Störungen“ zu sprechen, wäre wohl eine Untertreibung. Vor allem die Ausmusterung von Publikumsliebling Herwig Drechsel wirkte sich äußerst negativ auf die interne Stimmungslage aus. Dass nebenbei auch noch eine sportliche Talfahrt zu verkraften war, wie es sie seit dem letzten Abstieg 2003 nicht mehr gegeben hatte, half Trainer Gludovatz dabei natürlich nicht. Nun muss der älteste Trainer der Bundesliga eine komplette Saison mit einem Kader in Angriff nehmen, in dem die Alternativen im Grunde komplett fehlen: Im Angriff etwa gibt es neben dem Spanier Nacho, der allerdings eine schwache Saison spielte, wohl erst einmal nur den jungen Hammerer; der 20-Jährige verfügt die geballte Erfahrung von zwölf Bundesliga-Einsätzen.

Auch im Mittelfeld ist vom verletzungsanfälligen Hackmair nur noch junges Talent auf der Bank, selbiges gilt für die Verteidigung, die im Frühjahr wahrlich nicht geglänzt hat und mit Thomas Burgstaller nun auch noch einen wichtigen Spieler an Sturm Graz verloren hat. Aber ist tatsächlich alles schlecht in Ried? Fix ist, dass Paul Gludovatz mit seinen Innviertlern am Scheideweg steht. Entweder, das Risiko mit dem eigenen Nachwuchs geht auf, oder die Rieder gehen damit unter. Die Erfahung von Gludovatz spricht für ersteres. Die Leistungen aus dem Frühjahr aber eher nicht.

Prognose: Ried muss höllisch aufpassen. Es wäre keine Überraschung, sollten die Innviertler in den Abstiegskampf rutschen.

KAPFENBERGER SV

Wieder hat Kapfenberg ein Jahr überstanden – zwar mit weniger Punkten als im ersten Jahr nach dem Aufstieg, aber ob der Implosion bei Kärnten viel souveräner. Und das, obwohl mit Marek Heinz der Startransfer des letzten Jahres floppte. Der junge Deni Alar und der erstaunliche Srdjan Pavlov, der den Sprung um vier Ligen schnell vollzogen hatte, stahlen dem routinierten Tschechen die Show. zudem zog Trainer Gregoritsch ihm noch dazu den jungen Tieber vor – Heinz hat den Verein nach einem Jahr nun wieder verlassen. Ebenso jedoch wie sämliche Außenverteidiger! Und solche wurden auch nicht geholt, so müssen wohl mit Schmid ein defensiver Mittelfeldspieler und mit Tromsö-Heimkehrer Taboga ein Innenverteidiger auf die Außen ausweichen.

Der Rest der Mannschaft blieb jedoch praktisch unverändert, was ein nicht zu unterschätzender Faktor sein könnte. Mit dem jungen Steirer Dieter Elsneg kam eine weitere Alternative für den Angriff von Sampdoria Genua, aber ansonsten wird es ziemlich an der Mannschaft aus dem letzten Jahr sein, auch diesmal den Klassenerhalt zu bewerkstelligen. Was sicher nicht mehr so leicht wird wie in der vergangenen Saison. Da die Obersterier das allerdings wissen und sich von Haus aus darauf einstellen, sind sie darauf vorbereitet.

Prognose: Kapfenberg wird gegen den Abstieg kämpfen, aber durchaus nicht ohne Chance.

FC WACKER INNSBRUCK

Zwei Jahre lang hieß es für den zehnmaligen Meister Gratkorn statt Sturm und Jungbullen statt Europacup-Salzburger. Doch die Tiroler setzten sich in einem packenden Dreikampf gegen die Admira und Altach durch und kehren ins Oberhaus zurück. Dorthin, wo der chronisch klamme Traditionsklub hingehört – zumindest vom Namen. Denn den Aufstieg haben die Innsbrucker weniger ihrer Klasse, sondern mehr ihrer Nervenstärke zu verdanken. Sie hatten die Geduld, auf Chancen zu warten und weil hinten alles dicht war, reichte es am Ende. Nun zog es mit Spielmacher Fabiano und Staubsauger Sara zwei absolute Stützen des Aufstiegsteams aber in die Ferne!

Walter Kogler weiß ganz genau, dass er mit seiner Mannschaft vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg kämpfen wird müssen. Dafür holte er sich mit Jauregi einen Verteidiger mit Primera-Division-Erfahrung, mit Ernst Öbster ein ewiges Talent aus dem Bullen-Stall, mit Abraham einen Mann für das defensive Mittelfeld und mit Andi Bammer eine Alternative für den Angriff. Dazu noch den Slowenen Miran Burgic, der beim schwedischen Meister AIK Solna zum Stamm gehörte. Mit dieser Mannschaft wird der Aufsteiger aber wohl auskommen müssen, große Nachbesserungen geben das knappe Budget kaum her.

Prognose: Innsbruck spielt gegen den Abstieg. Der Klassenerhalt kann nur gelingen, wenn die Neuzugänge einschlagen.

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Frühjahrsauftakt in der Ersten Liga https://ballverliebt.eu/2009/03/06/fruhjahrsauftakt-in-der-ersten-liga/ https://ballverliebt.eu/2009/03/06/fruhjahrsauftakt-in-der-ersten-liga/#respond Fri, 06 Mar 2009 12:37:16 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=1300 Frühjahrsauftakt in der Ersten Liga weiterlesen ]]> bild090306
Es war am 10. Juli des vergangenen Jahres, als ich in der Erste-Liga-Vorschau schrieb: „Läuft die Saison halbwegs so, wie man sich das erwarten kann, gibt es in der Saison 2009/10 wieder einen Bundesliga-Verein aus Niederösterreich. Die Frage ist demnach nur, welcher Mäzenaten-Plastikklub es sein wird: Stronachs FC Magna aus Wiener Neustadt, oder die Trenkwalders neue Admira aus der Südstadt.“ Und siehe da, vor dem Start in die Frühjahrssaison ist die Situation exakt die prognostizierte.

Wenn es auch auf dem Weg dorthin einiges an Stolpersteinen für Magna und die Admira – die mittlerweile ja sogar beide ins Cup-Semifinale eingezogen sind, jeweils mit Siegen über Bundesligateams – zu überstehen gab. Vor allem bei der Admira lief es Anfangs alles andere als rund. Aber nachdem Heinz Peischl nach fünf Spielen in die Wüste geschickt worden war (und jetzt, wie’s aussieht, in den Trainerstab des neuen ÖFB-Teamchefs Constantini aufgenommen wird) und Walter Schachner das schlingernde Schiff übernahm, geht es nur noch aufwärts mit der Admira, die eigentlich mal Schwadorf war. Geringe Fluktuation in der Aufstellung, gute Defensivarbeit, ordentliche Offensive: Mit Schachner ist der Erfolg (wenn auch nicht die Zuschauer) in die Südstadt zurückgekehrt. Und für den Aufstiegskampf wurde auch noch ein wenig nachgerüstet: Allen voran soll Top-Talent Mihret Topcagic (20, vom FC Kärnten) eine neue Option im Angriff sein, und der von Ried gekommene Daniel Toth (21) das Mittelfeld beleben und aus Waidhofen stieß der routinierte Sascha Laschet (31) zu den Südstädtern. Walter Schachner peilt seinen also mit voller Kraft zweiten Bundesliga-Aufstieg an.

Und die Roten liegen nach 19 von 33 Spieltagen auch nur drei Punkte hinter den Blauen, hinter dem Spitzenreiter, hinter Magna Wiener Neustadt. Hier war kein Trainerwechsel nötig, um nach dem holprigen Saisonstart (u.a. mit dem 0:1 in Vöcklabruck oder der Heimpleite gegen Gratkorn) in Fahrt zu kommen. Im Winter hat Magna zudem den übervölkerten Kader etwas überarbeitet: Ein ganzer Schwung von Reservisten und mit Gerald Krajic nur ein Stammspieler wurden aussortiert, dafür mit dem ehemaligen U21-Teamspieler Harun Erbek (22), der vor den chaotischen Zuständen bei Kayserispor flüchtete, verstärkt. Außerdem eiste Svetits gegen heftigen Widerstand aus St. Pölten deren Topscorer Mirnel Sadovic (24) los, und aus Klagenfurt kam Flügelflitzer Patick Wolf (27) für die rechte Seite. Helmut Kraft hat auf dem Papier r den besseren Kader zur Verfügung – aber die Admira lauert, viele Fehltritte können sich die Neustädter nicht erlauben. Vorteil für Magna: Beide verbleibenden Spiele gegen die Admira finden auf heimischer Anlage statt.

Der erfreuliche Aufsteiger aus St. Pölten sorgte über die Winterpause gar für eine niederösterreichische Dreifachführung. Ja, die Mannschaft von Erfolgstrainer Martin Scherb liegt nur fünf Punkte hinter der Spitze. Aber dass sie noch in den Titelkampf eingreifen können, ist eher unwahrscheinlich: Zum einen spielte die Mannschaft um Jungstar Lukas Thürauer im Herbst schon am oberen Limit, zum anderen kam ihnen mit Mirnel Sadovic ein Schlüsselspieler abhanden. Und auch der Bundesliga-Absteiger aus Innsbruck wird in das Rennen um die Bundesliga kaum mehr ernsthaft eingreifen können. Was die Verantwortlichen in Tirol wissen – darum wird auch eher auf finanzielle Konsolidierung geachtet, als auf das Suchen sportlicher Kracher. So lotste man nur den Brasilianer Mossoró (23) als Sturmspitze an den Tivoli, von den Rapid Amateuren kam Talent Semsudin Mehic (20). Mit Samwald, Seelaus und Anfang verließen nur Wechselspieler die Innsbrucker. Und auch bei Austria Wien II blieb es weitgehend ruhig: Neben Stürmer Benjamin Sulimani (20) war der fliegende Wechsel auf der Trainerbank die einzige Änderung am Verteilerkreis. Hans Dihanich ersetzt den zum ÖFB gewechselten Thomas Janeschitz. Dieses Verfolgertrio ist nicht gut genug, um noch ernsthaft vorne mitzuspielen – wird aber nur durch deutliche Negativ-Serien noch in den Abstiegskampf rutschen.

Die in diesem Jahr enorm große Abstiegszone geht mit Gratkorn schon auf dem sechsten Platz los. Die Steirer liegen nur drei Punkte vor dem Abstiegsplatz, haben mit Dominic Hassler einen wichtigen Spieler an Sturm Graz verloren. Mario Kreimer (23), der sich bei Sturm aber noch nicht durchsetzen konnte, soll Hassler ersetzen.. Zudem soll mannschaftsintern nicht alles in bester Ordnung sein, wirklich auch mental angenommen dürften einige Spieler der mit sehr viel Abstand ältesten Mannschaft der Liga (29,2 Jahre – Zweiter dieser Wertung ist Magna mit 25,8) den Absiegskampf noch nicht haben. Das jüngste Team (23,2 Jahre) allerdings, die Salzburg Juniors, haben sportlich keine ganz so schlechte Prognose: Das Team hat Talent, zudem konnten im Winter auch einige Akademie-Spieler auf sich aufmerksam machen. Zu kompensieren gibt es nur den Abgang von Abwehrmann Sonko nach Altach.

Die Vielarbeiter auf dem Spielersektor waren im Winter die Aufsteiger aus Vöcklabruck und Grödig. Vor allem bei den Oberösterreichern ist alles neu! Neuer Trainer (Stankovic statt Lesiak), neuer Manager (Nussbaumer statt Radlspäck), und sagenhafte neun (!!!) neue Spieler sollen den Klassenerhalt sichern. Mihael Rajic (24, Altach) und U20-Kanadier Thomas Pirker (22, Kärnten, im Tausch gegen Salvatore) sollen die schon im Herbst recht gute Defensive weiter stabilisieren, Alex Hörtnagl (28) und Daniel Hofer (25, Ried) für Ordnung im Mittelfeld sorgen, Igor Sekic (28, Leoben), Reinaldo Ribeiro (27, Altach) und Sandro Samwald (22, Innsbruck) für Schwung nach vorne, und die Brasilianer Roni (22) und Marcos (18) statt des zum GAK gewechselten Toth für die Tore. Ob tatsächlich bis auf Torhüter Feuerfeil, dem Rapidler in spe Schösswendter und Kapitän Feichtinger praktisch alle Stammplätze aus dem Herbst wackeln…?

Und auch in Grödig wurde einiges getan, auch wenn das Ausmaß nicht annähernd so extrem wie in Vöcklabruck. Dem Abgang von Thomas Eder und einer handvoll Reservisten stehen die Neuverpflichtungen von Torhüter Bartolomej Kuru (21, lange bei den Austria Amateuren), Mittelfeld-Mann Gerhard Breitenberger (30, Kärnten – sein Transfer zu Vöcklabruck platzte) und vor allem des ehemaligen Altach-Goalgetters Leonardo (28) gegenüber. Und auch der ehemalige Junioren-Teamspieler Rexhe Bytyci (21) erhofft sich einige Einsätze unter dem neuen Trainer Miro Bojceski. Der Neue (40), der vor einigen Jahren schon Spieler und Spielertrainer bei den Salzburgern war, löste Ex-Trainer Heimo Pfeifenberger ab, der sich mit Sportchef Christian Haas verkracht hatte.

Die große Enttäuschung des Herbstes waren aber die beiden Teams aus Lustenau. Anstatt um den Aufstieg mitzuspielen, zieren FC und Austria das Tabellenende. Weshalb auch in Vorarlberg viel Arbeit in verstärkte Kader gesteckt wurde. Bei der Austria trennte man sich von den stumpfen Spitzen Sulimani und Günes, holte dafür den erfahrenen Gerald Krajic (27) und den ehemaligen Sturm-Graz-Stürmer Amadou Rabihou (24); der Seekirchener Florian Leitner (20) soll eine weitere Alternative in der Offensive darstellen. Im Mittelfeld lieh sich die Lustenauer Austria LASK-Rohdiamant Emanuel Schreiner (20) aus und sicherte sich aus dem Nachlass des FC Kärnten Danijel Micic (20). Und nicht zuletzt kommt auch Torhüter Mario Krassnitzer (33) nach viereinhalb Jahren in Altach wieder zurück. Die Grünen fühlen sich gerüstet, und auch bei den Blauen vom FC Lustenau soll der Weg so schnell wie möglich vom Keller wegführen.

Nicht mehr helfen werden dabei der staksige Gil, der harmlose Regis und Andreas Bauer, der in seiner Wiener Heimat zurückkehrt. Dafür holte sich Eric Orie mit Maicos dos Santos (27) einen Spieler zurück, der schon einmal für den FCL kickte. Zudem kam Manuel Hartl (23, Magna) für die Außenbahn und der offensive, aber wenig torgefährliche Michael Kulnik (22) vom FC Kärnten. Wie der Brasilianer Tiago Tonini (22) und der neuseeländische Teamstürmer Daniel Ellensohn (23) einzuschätzen sind, muss sich erst zeigen.

Sicher ist: Aus dem Sextett Salzburg II, Gratkorn, Grödig, Vöcklabruck, Austria Lustenau und FC Lustenau müssen noch zwei Teams den Weg in die Regionalliga antreten. Dass es nicht drei sind, liegt am DSV Leoben. Die Obersteirer befinden sich in üblen Turbulenzen und werden nicht um eine Lizenz für die kommende Saison ansuchen. Zum einen, weil sie diese ohnehin nie bekommen würden. Und zum anderen, weil der letzte Platz für die Leobener jetzt schon vorgezeichnet ist, ein sportlicher Klassenerhalt einem Wunder gleichkäme (das aber dennoch nichts nützen würde). Der Traditionsklub hat den Profibetrieb im Winter eingestellt, spielt als Amateurverein die Meisterschaft fertig und will im Sommer einen Neustart in der Regionalliga starten. Vom Angebot, ablösefrei den Verein zu verlassen, haben am Ende acht Spieler Gebrauch gemacht: Rauter und Spirk (GAK), Sekic (Vöcklabruck), Fröschl (Rapid Amateure), Briza (Amstetten), Gerald Säumel (Horn), Pavlov und Alar (Kapfenberg) haben die Flucht ergriffen. Allesamt Stammspieler. Für die beiden nach Kapfenberg Abgewanderten (vor allem Pavlov konnte seine Gefährlichkeit auch in der Bundesliga schon unter Beweis stellen) bekam der DSV als Nachbarschaftshilfe die KSV-Reservisten Reifeltshammer (22) und Lucic (27); von Regionalligist Bad Aussee kam Patrick Berger (25), ansonsten wird mit Spielern aus dem Unterhaus und den eigenen Reserve das Auslangen gefunden werden müssen. Lehrstunden wie das 1:8 in Wiener Neustadt im Herbst drohen in den verbleibenden 14 Spielen durchaus. Man kann den Leobenern auch auf ihrem weiteren Weg abseits den Profifußballs nur alles Gute wünschen.

So ist also die Ausgangsposition: Magna oder die Admira werden aufsteigen, Leoben absteigen, und zwei Teams werden Leoben folgen. Wer das sein wird? Vielleicht einer oder alle beide Lustenauer, die die Situation Abstiegskampf kaum kennen. Vielleicht Vöcklabruck und Grödig, wenn die vielen neuen Spieler nicht einschlagen. Vielleicht Gratkorn, wenn man weiterhin alles auf äußere Einflüsse schiebt und sich nicht im Abstiegskampf sieht. Vielleicht auch die Salzburg Juniors, sollten die jungen Spieler mit dem Druck nicht fertigwerden.

Oder einer aus der oberen Tabellenhälfte, der eine Niederlagenserie hinlegt? Oder… wer sagt, dass alle eine Lizenz bekommen? Vielleicht geht ja einer krachen, und nur noch ein anderes Team muss absteigen! Auf den elf Plätzen der zwölf Zweitligisten werden sich in den kommenden 14 Runden zumindest die sportlichen Fragezeichen auflösen.

Alles andere wissen wir spätestens am 31. Mai, wenn das Ständige Neutrale Schiedsgericht tagt.

Tabelle nach der Herbstsaison (19/33): Wr Neustadt 37 | Admira 34, St Pölten 32, Innsbruck 30, Austria II 27, Gratkorn 24, Salzburg II 23, Leoben 22, Grödig 22 | Vöcklabruck 21, A Lustenau 21, FC Lustenau 19.

(phe)

Bild: Voralpenstadion Vöcklabruck (phe)

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Zum Erste-Liga-Start: Magna oder Trenkwalder? https://ballverliebt.eu/2008/07/10/zum-erste-liga-start-magna-oder-trenkwalder/ https://ballverliebt.eu/2008/07/10/zum-erste-liga-start-magna-oder-trenkwalder/#comments Thu, 10 Jul 2008 21:35:54 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=247 Zum Erste-Liga-Start: Magna oder Trenkwalder? weiterlesen ]]> Ein paar Tage nach der Bundesliga startet auch die neue Saison der Ersten Liga. Ligasponsor ist nun nicht mehr RedZac, sondern Adeg – sonst hat sich aber nicht viel geändert. 12 Vereine (zum vorletzten Mal), ein Aufsteiger, drei Absteiger. Wer sind die Favoriten, wer die Absteigskandidaten?

Die Favoriten. Klar ist: Läuft die Saison halbwegs so, wie man sich das erwarten kann, gibt es in der Saison 2009/10 wieder einen Bundesliga-Verein aus Niederösterreich. Die Frage ist demnach nur, welcher Mäzenaten-Plastikklub es sein wird: Stronachs FC Magna aus Wiener Neustadt, oder die Trenkwalders neue Admira aus der Südstadt. Objektiv betrachtet haben beide Vereine einen astreinen Bundesliga-Kader zur Verfügung – die Austria-Combo, Kolousek, und einige andere in Wiener Neustadt, dafür die U20-Helden Panny und Morgenthaler, Dospel, Baranek, Surma, Friesenbichler und Andi Schicker bei der Admira. Hier wird wohl entscheidend sein, welcher der beiden Trainer die ihnen zur Verfügung stehenden Spieler schneller zu einer funktionierenden Einheit macht: Der Tiroler Naturbursch Kraft für Magna, oder der burgenländische Leisetreter Peischl für Trenkwalder.

Verfolger und Herausforderer. Sollten beide Favoriten straucheln, wird einer aus der zweiten Reihe wohl da sein, um abzustauben. Aus eigener Kraft wird aber kaum eine dieser Mannschaften die Möglichkeit haben, ganz nach vorne zu stoßen. Den Innsbruckern ist – mit Ausnahme von Kapitän Andi Schrott – die komplette Stammformation weggelaufen. Der neue Kader unter dem neuen Coach Kogler (der als Trainer aber weder in St. Andrä noch in Leoben wirklich überzeugen konnte) scheint sicherlich stark genug für die obere Tabellenhälfte, aber wenn es ganz nach oben gehen soll, muss das Favoriten-Duo mitspielen. Selbiges gilt für die beiden Lustenauer Vereine, wobei es dem FC diesmal durchaus gelingen kann, vor der Austria zu landen; allerdings nur, wenn der Abgang von Schützenkönig Gartler halbwegs kompersiert werden kann. Vorsicht ist aber absolut angebracht, denn für beide kann es auch schnell in tiefere Gefilde abwärts gehen. Und schließlich bleibt aus dieser Kategorie noch Vizemeister Gratkorn. Auch wenn ich Toni Ehmann mittlerweile mehr als Risiko denn als Stütze erachte, schlechter ist der Kader gegenüber der letzten Saison nicht geworden (wobei der 2. Platz aber mehr war, als sich Gratkorn verdient hätte).

Auf- und Absteiger. Die restlichen sechs Vereine werden wohl die sein, die sich um die verbleibenden drei Plätze streiten werden, die für den Klassenerhalt reichen: Die drei Aufsteiger, die zwei Bundesliga-Reserven und Leoben. Als Abstiegskandidat kristallisiert sich eben auch Leoben heraus. Schon letzte Saison hatten die Obersteirer mehr Glück als Können, und einige echte Stützen (wie Rasswalder, Kozelsky, Hüttenbrenner, Jovanovic und René Schicker) verließen den Verein. Nicht alle Positionen werden ersetzt werden können und auch dem neuen Trainer Heimo Kump fehlt es an Bewerbsspiel-Erfahrung. Als ehemaliger Leiter der GAK-Akademie hat er aber wohl ein gutes Auge für junge Spieler. Die drei Aufsteiger starten allesamt ambitioniert in die Liga. Ost-Meister St. Pölten vertraut in weiten Teilen auf die spielstarke Aufstiegsmannschaft, der giftige Eldar Topic verließ den Verein aber. Vöcklabruck (Meister der Mitte mit 16 Punkten Vorsprung) versuchte, den Stamm zu halten und jede Position möglichst doppelt zu besetzen; sie bereiten sich seit einem halben Jahr auf die neue Liga vor, wollen nichts dem Zufall überlassen. Im Aufstiegsjahr gab es praktisch keine Schwachstellen, da waren die Oberösterreicher in jeder Wertung unangefochtene Ligaspitze. Und West-Champion Grödig erging sich schließlich im totalen Kaufrausch. Erfahrungsgemäß ist das die Lösung, die am wenigsten erfolgsversprechend ist, wie zuletzt Bad Aussee und Hartberg eindrucksvoll vormachten, dazu musste Trainer Pfeifenberger in dieser Funktion noch keine Krise meistern.
Die Zweitmannschaften von Austria und Salzburg gehen in ihre (ziemlich sicher) letzte Saison, in denen ihnen der sportliche Klassenerhalt auch etwas bringt. Und beide haben sich trotz dieser Aussicht nicht mit 17- bis 19-jährigen Akademie-Spielern versorgt, sondern mit anderswo gescheiterten (mindestens) Mitt-Zwanzigern. So spielen Schriebl (29), György Korsos (31) und Böcskör (25) bei den Austria Amateuren, österreichische Nachwuchshoffnungen wie Jovanovic (28) und Jailson (23) unter Neo-Trainer Adi Hütter bei den Salzburgern. Hier führen sich die Reserven selbst ad absurdum – hoffentlich macht die Bundesliga mit diesem Unfug bald Schluss.

Und wenn alle Stricke reißen, können sportlich abgestiegene Vereine ja immer noch darauf hoffen, dass es einen anderen zerreißt. In der letzten Saison war das nicht der Fall, aber wir kennen die lästigen Beiprodukte der 10er und der 12er-Liga – also sich liquidierende Vereine – ja nun schon lange genug um zu wissen, dass das Ausbleiben eines solchen nur ein Ausrutscher war. So traurig das auch ist.

Fazit: Wir haben also zwei Aufstiegsfavoriten und keinen sich jetzt schon abzeichnenden Fixabsteiger. Was so eine Favoritenrolle wert sein kann, wissen wir spätestens seit Schwadorf letzte Saison. Und wie spannend ein Abstiegskampf sein kann, ebenso. Wir werden sie uns also ansehen, diese neue Adeg-Liga. Oder – sagen wir Erste Liga zu ihr. Wird ihr zwar nicht immer gerecht, klingt aber nicht ganz so billig.

(phe)

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Das Wort zum Saisonende https://ballverliebt.eu/2008/04/27/das-wort-zum-saisonende/ https://ballverliebt.eu/2008/04/27/das-wort-zum-saisonende/#comments Sun, 27 Apr 2008 19:42:25 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=124 Das Wort zum Saisonende weiterlesen ]]> Schluss. Aus. Vorbei. Seit gestern Nachmittag ist die Saison 2007/08 der T-Mobile Bundesliga abgeschlossen. Während im Mai noch das eine oder andere Testspiele der verschiedenen Klubs ansteht und alle der EURO 2008 entgegenfiebernsehen (Nein, Christl, das Wort kriegst du nicht. Nicht für dieses schreckliche Lied.) steht bei vielen Vereinen große Veränderung bevor. Was war, was ist, was wird vielleicht sein? Hier ein kleiner Rückblick (einen noch kompakteren gibt es bei den Kollegen von kick08.net), ein Resümee der letzten 36 Spieltage – das Wort zum Saisonende.

SK Rapid Wien: Zum Jahreswechsel maximal mit Aussenseiterchancen bedacht, hatten sich die Hütteldorfer durch eine starke Rückrunde eine Partie vor Schluss bereits den Meisterteller gesichert. Verdanken war das nicht zuletzt dem plötzlichen Aufblühen der Jungen bzw. Neuen im Kader der Grün-Weißen. U20-WM-Held Erwin Hoffer legte vor allem im Finish drastisch zu, und auch der von Greuther Fürth entliehene Ex-Bayer Stefan Maierhofer zeigte, dass er durchaus in der Lage ist, sein technisches Defizit nicht nur durch eine Körpergröße von 2,02 Meter auszugleichen. Neben dem „Hühnen vom Hanappi“ ( (c) ich) schaffte es auch Offensivwirbler Ümit Korkmaz als einer der Lichtblicke noch in Hicke’s erweiterten EM Kader. Hoffer hat für 2 weitere Jährchen in Hütteldorf unterschrieben, Maierhofer hingegen zeigt sich wankelmütig – worauf Sportdirektor Hörtnagl zuletzt etwas allergisch reagierte. Vorsicht ist zudem geboten: Auch andere Leistungsträger scheinen ins Visier diverser Klubs gerutscht zu sein. Von der Klassifizierung ausgenommen, aber auch ein möglicher Abwanderer: Martin Hiden. Der könnte bei Kärnten landen.

Red Bull Salzburg: Die in Sportbloggerkreisen erstaunlich unbeliebten Dosenkicker mussten sich im Endspurt den aufstrebenden Wienern (also, denen in Grün) geschlagen geben. Mitunter auch mit einer spektakulär-peinlichen 0:7 Heimschlappe. Ob Dose leer oder voll ist wird in Zukunft nicht mehr von Giovanni „Trap“ Trappatoni analysiert. Der widmet sich in Zukunft dem Land der grünen Hügel und des köstlichen Schwarzbiers (für alle Kulturketzer: Irland). Das Ziel ist freilich die Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika. Das Zepter in der Mozartstadt schwingt nach ihm der Holländer Jacobson „Co“ Adriaanse, der bereits angekündigt hatte mit weniger Legionären spielen zu wollen. Den Gerüchten zufolge dürfte die Kaderfluktuation bei den Salzburgern im Sommer eine sehr hohe werden.

FK Austria Wien: Die noch nicht ganz entstronachisierte Austria entsorgte wenige Runden vor Meisterschaftsende ihren amtsmüden Trainer Zellhofer, für den Didi Constantini in üblicher Feuerwehrmanns-Manier einsprang. Der rettete im letzten Spiel mit Hängen und Würgen gegen Fixabsteiger Innsbruck drei Punkte, und damit den zweiten UEFA Cup Platz. Der Retter mochte jedoch nicht langfristig das Traineramt übernehmen, also musste nach einem neuen Kandidaten für die kommende Saison gesucht werden. Der heisst Karl Daxbacher, galt vor wenigen Wochen noch als fixer Bestandteil des LASK-Teams und hat nun ein Tauziehen zwischen Oberösterreich und Wien ausgelöst. Ausgang: Ungewiss, mit Tendenz zu einem Wechsel in die Bundeshauptstadt.

SK Sturm Graz: Der Trend für den mittlerweile wohl finanziell stabilisierten Grazer Klub zeigt nach oben. Zwar konnte das großteils recht junge Team aus der Steiermark ihren Herbstmeistertitel nicht über die Zeit retten, und mussten sich im Kampf um die UEFA-Cup Plätze denkbar knapp (1 Tor!) der Wiener Austria geschlagen geben, sie zeigen aber an besseren Tagen den mitunter schönsten Fußball der Liga, der Hoffnung macht. Mit dem ersten wirklich fixen Trainer nach dem Abgang von Ivica Osim kurz vor der budgetären Beinahe-Implosion, wird nun auch die Leistung solider und konstanter. Das hat sich herumgesprochen, und darum geht die größte Gefahr für die spielerische Zukunft der Blackies von den Spielerwechseln aus. Abwehrgoldjunge Sebastian „Basti“ Prödl wird zukünftig gemeinsam mit Nationalteamkollegen Martin Harnik für Bremen in der deutschen Bundesliga Bälle treten. Jürgen Säumel wird es eventuell nach Mönchengladbach verschlagen. Klaus Salmutter wird ein Schwarzweißer bleiben, zukünftig aber seine Heimspiele nicht mehr in der UPC Arena, sondern in der Linzer Gugl bestreiten. Offen ist die zukunft von Prettenthaler und Krammer.

SV Mattersburg: Die rauhen Burschen aus dem östlichsten Bundesland verlieren ihren Kapitän. Routinerüpel Didi Kühbauer macht Schluss mit dem Treten von Bällen und Schienbeinen. Seine Drohung, die Seiten zu wechseln und Schiedsrichter zu werden, wird er wahrscheinlich doch nicht wahr machen. Dafür steckt er mitten in einer Fußballtrainer-Ausbildung. Ob die wohl vom Rugbyverband anerkannt wird? Für Zunder sorgte zum Ausklang Coach Lederer, der seinen Spieler Ilco Naumoski im letzten Spiel ein- und auswechselte, was gemeinhin unter Kickern als Frontaldemütigung aufgefasst wird. Transfertechnisch tut sich rund ums Pappelstadion derzeit wenig. Ein Wechsel von Christian Fuchs zu Bochum ist in Aussicht, dafür könnte Hattenberger von den Innsbruckern zum Team stoßen.

Linzer ASK: Das hat man sich in der oberösterreichischen Landeshauptstadt freilich anders vorgestellt. Weil am Schluss doch ein wenig die Luft raus war, wurde es statt einem internationalen Startplatz nur der eher enttäuschende sechste Rang. Dann ist der eigene Erfolgstrainer auch noch Drauf und Dran am Sprung nach Wien (siehe Absatz zur Austria), und wie lange Nationalteam-Kader-Rückkehrer Ivo Vastic und sein nur unwesentlich jüngerer Stürmerkollege Christian Mayrleb konstant gut weiterspielen, ist ungewiss. Ob vieler auslaufender Verträge dürfte man sich in Linz gerade im Verhandlungsmarathon üben, da von Zugängen mit Ausnahme von Sturm’s Salmutter noch wenig bekannt ist.

SV Ried: Auch beim zweiten Klub aus Oberösterreich dürften einige Kontrakte erneuert werden. Gleich 8 Mannen, darunter auch der eine oder andere Schlüsselspieler, stehen sonst ohne Arbeit da, oder bald im Kader eines neuen Klubs. Auf dem Rasen verlief die Saison 07/08 ziemlich durchwachsen für die Wikinger, womit sie allerdings im Schnitt liegen. Mit Ausnahme von 2005/06 und 1998/99 (via Cupsieg) erreichte man ohnehin nie einen internationalen Rang. Dafür scheute man aber auch die Abstiegsplätze konsequent, mit Ausnahme des Jahres 2003, wo man just im letzten Saisonmatch auf einen solchen Abrutschte um ein zweijähriges Gastspiel in der zweiten Spielklasse zu geben.

SCR Altach: Es hat nicht sein sollen. Trotz intensiver Bemühungen wurde dem scheidenden Oldie Roland Kirchler sein hunderstes Bundesligator nicht gegönnt. Die Transferbilanz dürfte nicht allzu umfangreich ausfallen, Verstärkung gibt es eventuell in Form von Benjamin Sulimani aus Parndorf. Sportlich muss man den Vorarlbergen durchaus Respekt zollen, wurden sie doch von vielen als Fixabsteiger gehandelt. Die Gefahr war zwar bis kurz vor Schluss noch allgegenwärtig, letztlich ließ man aber nichts mehr anbrennen.

SK Austria Kärnten: Knapp den Klassenerhalt gerettet hat Austria Kärnten im ersten Jahr des offiziellen Vereinsbestehens. Als Konglomerat des ehemaligen FC Pasching (inklusive dessen Lizenz und ein paar Spielern) und dem besseren Rest des in Bälde wahrscheinlich drittklassigen FC Kärnten ist der neue Klub aus dem Haider’schen Freistaat (angeführt von einem ehemaligen BZÖ-Vizebürgermeister) so etwas wie der Frankenstein der Bundesliga. Als solcher lag er ziemlich lange im Koma und erwachte erst recht mühsam gegen Saisonschluss. Einen wesentlichen Anteil daran hat der nach Walter Schachner und dem übergangsweise verantwortlichen Klaus Schmidt der Niederländer Frenkie Schinkels. der davor bei Vöcklabruck und noch etwas früher unter anderem bei Austria Wien seine Brötchen verdiente. Auch hier sind noch ein paar Personalfragen offen, unter anderem stellt sich die Frage, was denn nun mit dem von Rapid ausgeliehenen und zum Kapitän beförderten Schrecken aller Nationalteamfans, Martin Hiden, geschehen soll.

FC Wacker Innsbruck: Mit einer in der ersten Halbzeit bemühten und in der zweiten Halbzeit komplett desolaten Leistung gegen Mattersburg besiegelte das Team rund um Coach Helmut Kraft das vorlufige Ende des Bundesligadaseins. Das ist insofern schade, als das man nach als Quasi-Nachfolger des bankrotten FC Tirol seit 2002 durch Fusion und Eigenleistung einen kometenhaften Wideraufstieg hingelegt hatte. Andererseits hatte es sich abgezeichnet, war doch die sportliche Bilanz der vergangenen Jahre alles andere als rosig (einmal unter anderem nur dank GAK-Punkteabzug nicht abgestiegen). Mit dem Kellergang ergaben sich natürlich viele offene Fragen. Unklar ist, welche Spieler bleiben und welche gehen werden. Unklar ist auch, ob Kraft seinem Team in die Zweitklassigkeit folgt. Und – als wäre das nicht genug – wird auch ein neuer Präsident gesucht. Obmann Stocker warf – gleichzeitig über mangelhafte Beiratsarbeit und fehlenden Schulterschluss klagend – kürzlich das Handtuch, betonte aber, einen schuldenfreien Verein hinterlassen zu haben. Das bleibt den Tirolern mit dem Gang in die weniger lukrative Red Zac Liga auch nur zu wünschen, nachdem es bereits diese Saison die Lizenz erst in zweiter Instanz gab.

Vereinsicons: www.bundesliga.at

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