Hofmann – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Thu, 27 Dec 2012 11:22:39 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Die ’12-Besten https://ballverliebt.eu/2012/12/27/die-12-besten/ https://ballverliebt.eu/2012/12/27/die-12-besten/#respond Wed, 26 Dec 2012 23:01:45 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=8142 Die ’12-Besten weiterlesen ]]> Das Jahr 2012 verlässt uns, aber die Erinnerungen an viele tolle Spiele aus den vergangenen zwölf Monaten wird uns natürlich bleiben. Darum gibt’s wie schon 2010 und 2011 noch mal die besten, interessantesten, richtungsweisendsten Spiele. Die Reihenfolge dieser zwölf Spiele aus 2012 ist natürlich willkürlich und nicht allzu eng zu sehen!

Platz 12 | Europa League | Rapid Wien – PAOK Thessaloniki 3:0

Rapid Wien – PAOK Thessaloniki 3:0 (1:0)

„So sehr man nach dem Hinspiel verleitet war, Schöttel ob seines allzu vorsichtigen Wechsels in Überzahl zu kritisieren, so sehr darf man ihm nun gratulieren. Mit seiner Maßnahme, die rechte Seite so offensiv zu gestalten und dennoch nicht auf die nötige Absicherung zu vergessen, hebelte er die vorsichtige und passive Spielanlage von PAOK aus.“ Im Rückblick betrachtet war es wohl das einzige Europacup-Spiel einer österreichischen Mannschaft im ganzen Jahr, dass auf europäischem Niveau absolviert wurde. Der Lohn für Rapid: Als einziges rot-weiß-rotes Team ging’s in eine Gruppenphase – wiewohl es in dieser nicht mehr viel zu Lachen gab. Gegen PAOK aber nützte man den Vorteil durch die aktive Spielanlage.

———————————

Platz 11 | Ligue 1 | Paris St. Germain – HSC Montpellier 2:2

Paris St. Germain – Montpellier HSC 2:2 (1:1)

„Der letzte verbliebene Titel-Konkurrenz von PSG übernahm von Beginn an die Kontrolle. Was angesichts der Formation und der sich daraus ergebenden Probleme in punkto Raumaufteilung beim Team von Carlo Ancelotti aber auch nicht ganz unlogisch war.“ Es war eine der größten Sensationen in der Geschichte des französischen Fußballs: Montpellier, sogar eher Fahrstuhlklub denn Mittelständler, düpierte das von Scheichs gepimpte Team von Paris St. Germain und wurde vollkommen verdient Meister. Auch, wenn man in der neuen Saison wieder in die untere Tabellenhäfte abstürzte und international chancenlos war – der Titel wird bleiben. Weil man es genützt hat, dass Ancelotti PSG mit dem Italien-Virus infiziert hat.

———————————

Platz 10 | Champions League | RB Salzburg – F91 Dudelange 4:3

Red Bull Salzburg – F91 Dudelange 4:3 (2:1)

„Die Salzburger schoben sich nur bedächtig den Ball hin und her. Wer nicht gerade am Ball war, bewegte sich auch nicht – oft lief der Pass-Empfänger erst los, wenn der Pass schon geschlagen war und er merkte, dass er wohl als Ziel des Passes gedacht war. Was es den Luxemburgern nicht gerade schwer machte.“ Nichts symbolisert die (mit einigen Ausreißern nach oben) bislang eher nicht so erfolgreichen Versuche, europäisch Fuß zu fassen, so sehr wie das Wörtchen „Düdelingen“. Weil sich das Team nicht mal nach der peinlichen Hinspiel-Niederlage genötigt sah, sich in der Retourpartie anzustrengen. Kein Tempo, keine Breite, keine Phantasie, schlechtes Zweikampfverhalten, Schwächen des Gegners nicht ausgenützt. So haben sich die Bullen mit einem lahmen Larifari-Kick ins Aus befördert.

———————————

Platz 9 | EURO 2012 | Spanien – Italien 1:1

Spanien – Italien 1:1 (1:1)

„Weil sich Maggio und Giaccherini gegen den Ball recht weit hinten positionierten, mussten die spanischen Außenverteidiger weit nach vorne kommen – schließlich waren sonst die italienischen Außenspieler immer frei und das spanische Pressing im Zentrum wäre sinnlos. Wenn sie allerdings aufrückten, ließen sie hinter sich viel Raum für Balotelli und Cassano, den die beiden ungemein schnellen und trickreichen Stürmer gut ausnützen konnten.“ Drei Wochen später im Endspiel waren die Italiener körperlich am Ende und nach Mottas Verletztung war die Luft raus. Im Gruppen-Duell der späteren Finalisten aber, wo sich eine Dreierkette einer Falschen Neun entgegen stellte, begegneten sich die Teams auf Augenhöhe. Mehr noch – da war Italien zumindest taktische Punktsieger.

——————————–

Platz 8 | Bundesliga | Sturm Graz – Red Bull Salzburg 0:2

Sturm Graz – Red Bull Salzburg 0:2 (0:2)

„Die Folge des gegenseitigen Drucks war natürlich, dass beide Mannschaften dazu gezwungen waren, den Ball schnell wieder los zu werden. Das ergab eine unglaubliche Beschleunigung, ein für österreichische Verhältnisse irrwitziges Tempo und diverse gute Möglichkeiten. Vor allem für Salzburg, weil die Bullen ihr Pressing konsequenter durchzogen und mehr Zug zum Tor entwickelten.“ Erst zwei deutsche Zweitliga-Trainer brachten echtes Pressing in die Bundesliga – die beiden Spiele zwischen Hyballas Sturm und Schmidts Salzburgern war mit das Beste, was die Liga in den letzten Jahren hergab. Ihr Duell am 1. Spieltag war ein flotter Auftakt, der Lust auf mehr machte.

——————————–

Platz 7 | EURO 2012 | Spanien – Portugal 0:0 n.V., 4:2 i.E.

Spanien – Portugal 0:0 n.V.

„Die drei Mann im portugiesischen Zentrum hatten eine ganz hervorragende Abstimmung beim Pressen auf ihre spanischen Gegenspieler. Die Folge war, dass die Spanier öfter, als ihnen lieb war, auf lange Balle zurückgreifen mussten. Das ist nicht ihr Spiel, und so kamen sie auch nicht dazu, sich dauerhaft in der gegnerischen Hälfte festzusetzen.“ Langweilig, nicht mehr anzusehen, Spannungskiller – was musste sich die spanische Spielanlage bei der EM nicht alles nachsagen lassen. Aber ist es der Fehler der Spanier, dass jeder nur das Kurzpass-Spiel über sich ergehen lässt? Wobei, nicht jeder. Denn auch, wenn es im Elferschießen nichts wurde: Im Semifinale haben die Portugiesen im besten Spiel der EM gezeigt, wie man Spanien richtig nerven kann.

———————————

Platz 6 | Frauen-EM-Qualifikation | Österreich – Dänemark 3:1

Österreich – Dänemark 3:1 (1:0)

„War die dänische Spielgestaltung in der ersten Hälfte eher lauwarm, war auch die Reaktion auf das von niemandem erwartete 0:2 halbgar und nicht wirkte nicht fertig durchdacht. Einen Rückstand – noch dazu einen von zwei Toren – konnte Dänemark eben schon lange nicht mehr üben.“ In einem Zeitraum von anderthalb Jahren vollzogen die ÖFB-Frauen einen Quantensprung. Nie war man auch nur in der Nähe eines großen Turniers, diesmal scheiterte man erst im Play-off an Russland – und das auch noch knapp. Und die endgültige Initialzündung war der Sieg gegen das Top-Team aus Dänemark. Das erste Heimspiel überhaupt, dass live im TV übertragen wurde, geriet zur Sternstunde, die auch noch verdient war.

———————————

Platz 5 | Copa Libertadores | Universidad de Chile – SD Quito 6:0

Universidad de Chile – SD Quito 6:0 (3:0)

„Eine pervers hohe Abwehrlinie mit zuweilen nur einem einzigen Verteidiger, brutale Dominanz im Zentrum, irrsinnig bewegliche und sich zurückfallen lassende Stürmer, die dann selbst aus der Tiefe kommen oder selbst für steil gehende Kollegen die Vorlagen geben – klingt so gut wie unmöglich zu verteidigen. Und es klingt unmöglich, so selbst zu verteidigen. Ist es auch.“ Der mittlerweile zum chilenischen Teamchef bestellte Jorge Sampaoli installierte beim besten Klub-Team des Landes eine Spielanlage, die so ziemlich das attraktivste ist, was der moderne Fußball zu bieten hat. Ein Jahr nach dem Titelgewinn in der Copa Sudamericana ging’s in der Copa Libertadores bis ins Halbfinale. Mit nichts anderem als hochriskantem Harakiri-Fußball reinster Prägung.

———————————

Platz 4 | DFB-Pokal | Borussia Dortmund – Bayern München 5:2

Borussia Dortmund – Bayern München 5:2 (3:1)

„So ging über rechts nicht viel nach vorne, über links auch nicht, und im Zentrum ging auch nichts weiter. Weil Luiz Gustavo erstens verunsichert war und zweitens ohnehin kein Künstler am Ball ist, blieb die Verantwortung an Schweinsteiger und Kroos hängen. Doch Ersterem fehlt nach seiner Verletzungspause noch die Spielpraxis, und Letzerer war von den herausragend spielenden Kehl und Gündogan aus dem Spiel genommen.“ Im Grunde machte der BVB, was er immer macht. Im Pokalfinale geschah das allerdings in einer Klasse, mit der die Bayern überhaupt nicht mitkamen. Die Borussia zerlegte die Münchener und so holte Dortmund hochverdient auch den Pokal.

———————————

Platz 3 | Afrika-Cup | Gabun – Marokko 3:2

Gabun – Marokko 3:2 (0:1)

„Vor allem Moussono auf der linken Seite konnte mit Mouloungui für solchen Wirbel sorgen, dass sich Eric Gerets schnell gezwungen sah, den damit überforderten Mickaël Basser rauszunehmen und mit Jamal Alioui einen frischen Mann für rechts hinten zu bringen. Aber der Schaden war bereits angerichtet, die Hausherren warfen alles nach vorne.“ Taktisch war das kein allzu kompliziertes Spiel – dafür zum Zusehen umso aufregender. Die Wucht, mit der sich der Co-Gastgeber des Afrikacups gegen die Niederlage gegen Marokko gestemmt hat, war herzerfrischend und das Spiel dramatisch. Und letztlich hat Gabun mit dieser unfassbaren Partie das Viertelfinale erreicht.

———————————

Platz 2 | WM-Qualifikation | Österreich – Deutschland 1:2

Österreich – Deutschland 1:2 (0:1)

„Endlich traut sich auch ein rot-weiß-rotes Team gegen einen übermächtig scheinenden Gegner zu, selbst die Initiative zu ergreifen. Und stellt sich, überspitzt formuliert, nicht mehr nur auf das Feld und hofft, dass sich die sportliche Katastrophe in Grenzen halten möge.“ Obwohl es am Ende eine 1:2-Niederlage war: In diesem Spiel war die beste Leistung einer österreichischen Mannschaft seit, naja, zumindest sehr langer Zeit zu bewundern. Deutschland zeigte sich vor der Pause zuweilen ratlos und danach in Zweikämpfen etwas überfordert. Sodass bei Österreich trotz des bitteren 1:2 die tolle Leistung im Vordergrund steht.

———————————

Platz 1 | Europa League | Manchester Utd – Athletic Bilbao 2:3

Manchester United – Athletic Bilbao 2:3 (1:1)

„Das Team von Marcelo Bielsa zeigte sich flinker, wacher, schneller, übte mehr Druck aus, erzeugte mehr Torgefahr, war in der Zentrale dominant und dominierte die Flügel. Rooney war, trotz seiner zwei Tore, kaum ein Faktor, Hernández fand überhaupt nicht statt. Giggs sah gegen das heftige Pressing noch älter aus, als er ist.“ Athletic war Europas aufregendste Mannschaft, zumindest in der ersten Jahreshälfte. Unter der Leitung des genialen, aber schwierigen Marcelo Bielsa verzückten die Basken die Fachwelt und verprügelten auf dem Weg ins Europa-League-Finale Manchester United zweimal nach allen Regeln der Kunst. So gab’s für die Red Devils im Hinspiel ein 2:3 mit Option auf Debakel. Und weil es auch im Rückspiel nicht besser wurde und United (viel zu niedrig) mit 1:2 verlor, titelte die Sun gewohnt phantasievoll:

athletic 2 pathetic 1
———————————

Das Team von Ballverliebt bedankt sich für das Interesse im Jahr 2012 und wir würden uns freuen, wenn ihr unsere Analysen auch im Jahr 2013 fleißig lest. Ein gutes neues Jahr euch allen!

]]>
https://ballverliebt.eu/2012/12/27/die-12-besten/feed/ 0
Vorteil durch aktive Spielanlage: Rapid nach 3:0 über PAOK in EL-Gruppenphase https://ballverliebt.eu/2012/08/31/vorteil-durch-aktive-spielanlage-rapid-nach-30-uber-paok-in-el-gruppenphase/ https://ballverliebt.eu/2012/08/31/vorteil-durch-aktive-spielanlage-rapid-nach-30-uber-paok-in-el-gruppenphase/#comments Thu, 30 Aug 2012 23:10:05 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=7761 Vorteil durch aktive Spielanlage: Rapid nach 3:0 über PAOK in EL-Gruppenphase weiterlesen ]]> Zum dritten Mal in vier Jahren zieht Rapid in die Gruppenphase der Europa League ein! Mit einer sehr aktiven Spielanlage, einer intelligenten Ausrichtung der rechten Seite, Toren zum richtigen Zeitpunkt und einem diesmal ausdrücklich pass-orientierten Wechsel in der zweiten Hälfte wurde PAOK mit 3:0 bezwungen. Womit sechs weiteren Europacup-Spielen nichts mehr im Wege steht.

Rapid Wien – PAOK Thessaloniki 3:0 (1:0)

Im Hinspiel war PAOK klar besser, es brauchte aber einen fragwürdigen Wechsel von Rapid-Trainer Peter Schöttel, um den Griechen noch das 2:1 zu ermöglichen. Was gezeigt hat: PAOK ist ein Gegner, der grundsätzlich von der Qualität her besser besetzt ist als Rapid. Die Hütteldorfer aber dennoch nicht chancenlos sind, weil die Griechen die ihren zu wenig nützten.

Die Gestaltung der rechten Seite

Auffällig war bei Rapid in diesem Rückspiel vor allem die Art und Weise, wie man auf der rechten Seite agierte. Durch den Ausfall von Schimpelsberger rückte hier wieder Christopher Trimmel auf jene RV-Position, die er schon in der Vorbereitung und in den ersten Wochen dieser Saison gespielt hat. Der gelernte Offensiv-Mann ging dort natürlich sehr viel nach vorne, was es wiederum Deni Alar erlaubte, mehr in die Spitze zu gehen. Hinter Trimmel kippte Heikkinen dafür nach außen ab und achtete darauf, dass im Rücken von Trimmel nichts anbrannte.

Letztlich war es eine mögliche Lösungsvariante für das Hofmann-Loch, die Peter Schöttel zum funktionieren brachte: Steffen Hofmann war vor allem unter Peter Pacult in einem 4-4-2 auf der rechten Seite aufgeboten, hielt sich dort aber nur höchst selten auf. So wurden die damaligen Rechtsverteidiger (zumeist Andi Dober) zu Hofmanns persönlicher Putzfrau, musste RV und RM spielen und machte dabei nichts so richtig. Mit Hofmann auf der Zehn und einem gelernten Offensiven auf der RV-Position geht das auf: Weil aus dem defensiven Mittelfeld einer absichern kann, ohne dass im Zentrum Unterzahl entsteht, Hofmann immer noch gestalten kann und mit dem in die Spitze gehenden RM auch vorne zwei Anspielstationen warten.

PAOK ziemlich passiv, Rapid nicht immer mit Übersicht

Was Rapid zusätzlich in die Karten spielte, war die erstaunlich passive Herangehensweise von PAOK. Die Griechen standen mit zwei Viererketten, die sie recht eng zusammenschoben. Dadurch sollte verhindert werden, dass sich Rapid zwischen den Linien ausbreiten kann. Nach vorne kam man so zwar nicht, aber man verhinderte zumindest, dass sich Rapid nach vorne spielen konnte.

Die Hausherren waren so nämlich gezwungen – vor allem in Person der extrem fleißigen Hofmann und Ildiz – von hinten heraus längere Bälle durch die Reihen in die Spitze zu versuchen. Diese kamen aber zumeist nicht an. Zudem fehlte in einigen Situationen so ein wenig die Übersicht, wurden freie Optionen übersehen. Vor allem dann, wenn sich diese auf den Flügeln befanden – fast immer wurde die Lösung durch das Zentrum versucht und fast nie gefunden. Markus Katzer war etwa einmal kurz vorm Zuck-Aus, als er völlig freie Bahn gehabt hätte, Boyd es aber selbst versuchte und in der Mitte hängenblieb.

Dass der Weg über die Außen – vor allem die etwas vernachlässigte linke Seite – aber durchaus eine valable Option ist, wurde nach einer halben Stunde klar: Der erste vernünftig fertig gespielte Angriff über diese Seite, eine Flanke von Burgstaller, und ein Kopfball des mal wieder in die Mitte gerückten Alar besorgten das verdiente 1:0. Mit diesem Resultat wäre Rapid bereits weiter gewesen.

Umstellung durch 2:0 gekontert

Mit den zwei engen Viererketten ohne erkennbares Spiel nach vorne war PAOK in der ersten Hälfte auf Standards angewiesen, weshalb es logisch war, dass Trainer Giorgos Donis (wie schon im Hinspiel) in der Halbzeit umstellen würde. Er nahm LM Bertrand Robert und Stürmer Giannou raus, brachte dafür einen zentralen Passgeber neben García (nämlich Fotakis) und einen Offensiv-Allrounder (nämlich Lawrence). Bitter für PAOK: Bevor diese Umstellungen greifen konnten, sorgte Boyd per Kopfball nach einer Freistoß-Flanke für das 2:0 für Rapid.

2. Halbzeit

In der Theorie spielte PAOK nun ebenfalls in einem 4-2-3-1, in der Praxis war das aber ein extrem schiefes Gebilde, das eher Chaos in die eigene Mannschaft brachte, als das es solches bei Rapid ausgelöst hätte. Das Spiel bei PAOK hatte, so wie es nun interpretiert wurde, eine ziemlichen Linksdrall. So wurde Trimmel hinten festgesetzt und Alar deutlich abgeschnitten. Jedoch standen sich Kace und Georgiadis, die irgendwie beide den LM spielen zu wollen schienen, gegenseitig auf den Füßen. Ein Effekt, der vom nach vorne preschenden Lino noch verstärkt wurde.

Lawrence bewegte sich überall – von der Zehn über das rechte Halbfeld bis ganz nach vorne. Nur auf der Außenbahn war er nicht zu finden, die hatte Etto alleine über. Während sich also links drei PAOK-Spieler gegenseitig behinderten, war auf der rechten weitgehend gähnende Leere.

Wenig Wunder also, dass es den Griechen nicht gelang, jegliche Form von Zugriff auf den Rapid-Strafraum zu bekommen. Gefährlich wurde es nur bei individuellen Schnitzern in der Rapid-Abwehr (wie Sonnleitners arg missglückte Kopfball-„Rückgabe“), aus Weitschüssen oder aus Eckbällen.

Gestalter-Mittelfeld statt Zerstörer-Mittelfeld

Anders als noch beim Hinspiel (als er in Überzahl ein Zerstörer-Mittelfeld einzog und auch dadurch noch das 1:2 kassierte) entschied sich Peter Schöttel, diesmal den anderen Weg zu gehen: Er nahm Heikkinen vom Feld und brachte dafür Prager. Das bedeutete nun, dass mit Prager und Ildiz zwei Passgeber, zwei Spieleröffner in der Zentrale agierten. Diese hatten durch das eher wilde System von PAOK zwar nicht den Platz, für viel Ruhe am Ball zu sorgen.

Allerdings gelang es sehr wohl, Bälle geschickt und oft auch recht genau in die sich bietenden Räume in der entblößten Abwehr der Griechen – die natürlich alles riskieren und aufmachen mussten – zu spielen. Das sorgte zwar lange nicht für die endgültige Entscheidung in Form eines dritten Tores. Es brachte aber sehr wohl immer wieder Entlastung und signalisierte auch den Griechen, dass man jederzeit für ein drittes Tor im Konter gut ist. Das kam letztlich in der 93. Minute durch Steffen Hofmann – ein Empty-Net-Tor, wie man es sonst nur vom Eishockey kennt. PAOK-Goalie Glykos war mit nach vorne gekommen…

Fazit: Feine Leistung, verdienter Sieg, schöner Prestige-Erfolg

So sehr man nach dem Hinspiel verleitet war, Peter Schöttel ob seines allzu vorsichtigen Wechsels in Überzahl zu kritisieren, so sehr darf man ihm nun gratulieren. Mit seiner Maßnahme, die rechte Seite so offensiv zu gestalten und dennoch nicht auf die nötige Absicherung zu vergessen, hebelte er die vorsichtige und passive Spielanlage von PAOK aus, verschaffte seinem Team zusätzliche Kontrolle. Zudem fiel das zweite Tor zu einem perfekten Zeitpunkt, nämlich bevor die Umstellungen von PAOK-Trainer Donis greifen konnten.

In der Schlussphase behielt seine Mannschaft die Nerven in einem ausreichenden Ausmaß, hätte aber schon früher den Sack endgültig zumachen können – die gestalterisch denkende Mittelfeld-Zentrale ermöglichte immer wieder gute Konterchancen. Das Resultat ein ein verdienter Sieg für Rapid, der einen schönen Prestige-Erfolg bedeutet – eben die erneute Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League.

Und auch, wenn noch längst nicht alles Gold war, was glänzte: Das ist doch was.

(phe)

]]>
https://ballverliebt.eu/2012/08/31/vorteil-durch-aktive-spielanlage-rapid-nach-30-uber-paok-in-el-gruppenphase/feed/ 3
Zentrale Unterzahl und Hofmann-Loch – so war Rapid im Derby chancenlos https://ballverliebt.eu/2011/08/22/zentrale-unterzahl-und-hofmann-loch-so-war-rapid-im-derby-chancenlos/ https://ballverliebt.eu/2011/08/22/zentrale-unterzahl-und-hofmann-loch-so-war-rapid-im-derby-chancenlos/#comments Mon, 22 Aug 2011 11:15:43 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=5567 Zentrale Unterzahl und Hofmann-Loch – so war Rapid im Derby chancenlos weiterlesen ]]> Eine gut aufgelegte Austria schlägt Rapid im 298. Wiener Derby klar mit 3:0 – weil die Grünen als schwächer besetztes Team auch noch das Mittelfeld hergaben. Und auch, weil ein überwunden geglaubtes Phänomen im Rapid-Spiel wieder auftauchte: Das Hofmann-Loch!

Rapid - Austria 0:3

Steffen Hofmann war zurück auf seiner nominellen rechten Seite! Dafür stellte Rapid-Trainer Peter Schöttel mit Harald Pichler und Stefan Kulovits zwei defensivere Spieler in die Mittelfeld-Zentrale seines 4-4-2. Was bedeutete, dass Rapid grundsätzlich eher auf Verhindern aus war – und dass die Austria das klar bessere Team ist, wurde schnell klar.

Rapid-Mittelfeld funktionierte nicht

Auch, weil das umbesetzte Mittelfeld der Grünen überhaupt nicht funktionierte. Das lag unter Anderem daran, dass das Zentrum nicht nur 2-gegen-3 unterbesetzt war, zumal auch die Rollenverteilung zwischen Pichler und Kulovits sehr unwucht war. Während Pichler tief stand und die Bälle eroberte, und diese dann auch schnell und möglichst intelligent zur Spieleröffnung weiter zu geben versuchte, hing Kulovits seltsam aufgabenlos in der Mitte herum. Es ging in keine Zweikämpfe, eroberte keine Bälle, und spielte, wenn er doch mal den Ball bekam, nur Alibi-Pässe.

Dazu kam, dass es Pichler an Anspielstationen fehlte. In Innsbruck und auch in seinen ersten Spielen bei Rapid agierte er in der Innenverteidigung und hatte vor ihm mit Hofmann einen zentralen Spielgestalter, dem er den Ball geben konnte. Im Zentrum dieses flachen 4-4-2 fehlte im diese Option: Prokopic links von ihm war mit Barazite defensiv vollzeitbeschäftigt, Kulovits brachte nichts. Außerdem standen vor allem in der Anfangsphase die sehr ähnlichen Spielertypen Alar und Nuhiu vorne viel zu eng zusammen.

So waren die langen Bälle, über die Rapid fast ausschließlich in die Spitze zu kommen versuchte, zum Scheitern verurteilt. Mit spielerischen Mitteln kam Rapid praktisch gar nicht vor das Austria-Tor – weil es einfach am Nachrücken fehlte. So musste der Ballführende vorne immer wieder das Tempo heraus nehmen und warten. So konnte sich die Austria immer recht problemlos stellen, bei Rapid wanderte der Ball mangels Ideen wieder zurück, und irgendwann kam der harmlose lange Ball. Und dann kam auch noch das Hofmann-Loch dazu.

Das Hofmann-Loch und Junuzovic

Es ist seit vielen Jahren so: Wenn Steffen Hofmann auf der rechten Seiten aufgeboten wird, hält er sich zumeist nicht daran und spielt im Grunde, wo er will. So entsteht das „Hofmann-Loch“, das der Rechtsverteidiger zu stopfen hat – diesmal war Michael Schimpelsberger der arme Hund. Er musste nämlich nicht nur selbst nach vorne gehen um anspielbar zu sein, sondern auch, um die Gegnerschaft möglichst früh zu empfangen.

Das war in diesem Fall Zlatko Junuzovic, der nach wenigen Start-Minuten auf der linken Seite mit Barazite tauschte und das Hofmann-Loch sehr geschickt bespielte. Und zwar, indem er sich recht tief stellte, sobald Hofmann die Flanke verließ – das passierte in den ersten 20 Minuten weniger, nach dem 1:0 für die Austria (Schrammel hatte bei einem Querpass in den Strafraum komplett auf Barazite vergessen) aber immer häufiger. Der Effekt war klar: Wenn Hofmann in die Mitte zog, stellte sich wie schon beschrieben der Großteil der Austria-Mannschaft sehr diszipliniert hinter den Ball – lediglich Jun und Barazite verblieben etwas höher, Linz natürlich ebenso.

Die tiefe Positionierung von Junuzovic aber ließ ihn nicht nur eine gute Anspielstation werden, nein, er hatte auch sehr viel Platz vor ihm, den er ausnützen konnte – viel Platz hinter ihm bringt in der Vorwärtsbewegung ja nichts. Kulovits musste hier zuweilen aushelfen, aber weil sich auch Jun tendenziell auf diese Seite orientierte, ging hier die meiste Gefahr aus.

Ein Krisenherd bereinigt, aber Violett bleibt flüssiger

Peter Schöttel reagierte in der Halbzeit zumindest auf einen der Schwachpunkte im Spiel seiner Mannschaft: Er nahm Kulovits vom Feld und brachte Drazan. Damit konnte der auf der linken Seite nach vorne unsichtbare Prokopic ins Zentrum, womit im nunmehrigen 4-1-3-2 der Sechser Pichler endlich eine Anspielstation vor ihm hatte. Somit lief das Spiel durchs Zentrum und die von Drazan besetzte linke Seite etwas besser.

Rapid tat sich nun leichter, den Ball in der gegnerischen Hälfte zu halten, das Hofmann-Loch blieb aber ebenso bestehen wie die Anfälligkeit in der Rückwärtsbewegung. Was aber vor allem am extrem starken Offensiv-Quartett der Austria lag: Der Kombination aus Junuzovic‘ Spielverständnis, Juns Arbeitsrate, Barazites Technik und Linz‘ Torriecher war Rapid nicht gewachsen.

Außerdem spielte Rapid der Austria mit der Spielweise der beiden Mittelfeld-Außen noch in einem weiteren Aspekt direkt in die Karten: Dadurch, dass es überhaupt nie passierte, dass bei Rapid einer zur Grundlinie durchging, sondern Flanken allenfalls aus dem Halbfeld kamen, wurden die Außenverteidiger Klein und Suttner direkt nach vorne gezogen, was natürlich eine astreine Einladung war, sich nach vorne einzuschalten.

Austria macht den Sack zu

Die vier vorne mit der Unterstützung von Klein und Suttner von den Seiten und dem guten Achter Grünwald als Link zwischen Abwehr und Angriff – das lief schnell, das lief flüssig, da kam Rapid nicht mit. Das war beim 1:0 nach einer Viertelstunde so, als Schrammel auf Barazite vergessen hatte, und das war beim 2:0 nach einer Stunde genauso, nur von der anderen Seite – Schrammel kann nicht klären, Querpass, und Junuzovic hatte sich von Schimpelsberger gelöst. Wenige Minuten später gab’s durch einen Bilderbuch-Konter mit One-Touch-Fußball (ja, und das in Österreich) das 3:0 – die endgültige Entscheidung.

Für die letzten 20 Minuten stellte Peter Schöttel auf 4-2-3-1 um, indem er Heikkinen für Nuhiu brachte; zudem musste Hofmann Trimmel weichen. Das Spiel war gelaufen und die Austria drehte nur noch an der Uhr und nicht mehr an der Daumenschraube. Dafür wuchs der Frust bei Rapid – so holte sich Heikkinen eine Verwarnung ab und Prokopic, nachdem er schon vor der Pause Klein unsportlich angegangen war, senste Margreitter um. Und sah dafür glatt Rot.

Fazit: Das Derby sagt mehr über Rapid als über die Austria

Die Austria hat mit dem 4-2-3-1, in dem Daxbacher sein Team jetzt regelmäßig spielen lässt, das optimale System für die Stärken seiner Spieler gefunden. Das Spiel der Violetten war kompakt, schnell und sehr gut aufeinander abgestimmt, weswegen der Sieg auch in der Höhe durchaus in Ordnung geht.

Dennoch sagt dieses 298. Wiener Derby mehr über Rapid aus. Mit Hofmann auf der rechten Seite wurde eine Baustelle wieder aufgemacht, die eigentlich bereinigt schien, außerdem hing Kulovits im Zentrum in der Luft. Weil er neben sich am Mittelkreis keinen Spielgestalter hatte, sondern einen Balleroberer, der auch Bälle verteilen kann – Pichler spielte die Kulovits-Rolle deutlich besser als es Kulovits überlicherweise macht.

Das Vertrauen auf das flache 4-4-2 kostete dem ohnehin auch individuell auf fast allen Positionen schwächer besetzten Team von Rapid dann zusätzlich auch noch die Kontrolle über das Zentrum. So hatte eine gut aufgelegte Austria letztlich keine ernsthaften Probleme – wer, wie Rapid in diesem Spiel, als schwächere Mannschaft auch noch das Mittelfeld hergibt, verliert letztlich verdient.

(phe)

]]>
https://ballverliebt.eu/2011/08/22/zentrale-unterzahl-und-hofmann-loch-so-war-rapid-im-derby-chancenlos/feed/ 1
Rapid gegen HSV: Eine Analyse https://ballverliebt.eu/2009/09/19/rapid-gegen-hsv-eine-analyse/ https://ballverliebt.eu/2009/09/19/rapid-gegen-hsv-eine-analyse/#comments Sat, 19 Sep 2009 10:49:36 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=1488 Rapid gegen HSV: Eine Analyse weiterlesen ]]> Pass-Analyse von Rapid beim 3:0 gegen den HSV
Pass-Analyse von Rapid beim 3:0 gegen den HSV

Das Spiel der Rapidler war deutlich auf Konter ausgelegt – den Ball hatten überwiegend die Gäste, die aus dieser klaren Überlegenheit aber kaum echte Chancen herausspielen konnten. Durch das Überlassen des Spielgeräts an den Gegner kommt es, dass Steffen Hofmann und Veli Kavlak führende Rapidler in dieser Statistik auf international eigentlich lächerliche 47 Ballkontakte kommen. Minutenlang spielte sich der HSV den Ball in den eigenen Reihen hin und her, ohne dass ein Rapidler selbigen unter Kontrolle bringen konnte. Im Ballbesitz jedoch sind zwei Routen bei Rapid die dominierenden:

[ad]Die linke Seite über Boskovic, oft bedient von Katzer und Homfann, aber auch Pehlivan. Boskovic kannte nur den Weg nach vorne, in die Spitze zu Jelavic oder über das Dribbling. Über seine linke Seite ging viel Gefahr aus. Daran änderte sich auch nichts, als Drazan seine Position nach einer Stunde einnahm. Die andere Haupt-Achse bestand zwischen dem zentralen Hofmann und Kavlak auf der rechen Seite, unterstützt von Kulovits. Auffällig: Während Boskovic immer wieder auch Jelavic suchte, ging Kavlak meist alleine nach vorne. So bereitete er das 2:0 vor, blieb aber oft auch hängen. Die Hälfte seiner Ballkontakte brachte er nicht zu einem Mitspieler weiter.

Was ebenfalls sofort ins Auge fällt: Steffen Hofmann in der zentralen Rolle ist der unumstrittene Chef auf dem Platz. Er ist Schaltzentrale, Anspielstation und Taktgeber auf eine Art und Weise, wie er das auf der rechten Seiten nie sein kann. Den Part auf rechts spielte Kavlak bemüht und auffällig. In der zentralen Defensive ist Pehlivan dank seines Einsatzes und seines Stellungsspiels mehr ins Spiel eingebunden als Heikkinen, der vornehmlich Löcher stopfte und Passwege zuzustellen versuchte.

Die Innenverteidigung hingegen war im Spielaufbau als einzige wirklich außen vor. Soma und Eder spielten rein nur die Abräumer in der Defensive, ihre Anspiele waren oft ungenau. Die Balleroberung, um daraus auch etwas zu machen, oblag anderen. Soma zeigte gegen den HSV ein gutes Stellungsspiel, antizipierte gut und ließ das Hamburger Sturmduo kaum zu entfaltung kommen.

Sehr erfreulich: Der HSV-Außenbahnturbo Eljero Elia machte gegen Kulovits überhaupt keinen Stich. Das ist insofern erstaunlich, weil Kulovits ja kein gelernte Außenverteidiger ist. Gleiches gilt für Katzer über Trochowski auf der andern Seite.

Alles in allem also eine ziemlich runde Leistung, mit der Rapid nach dem Spiel gegen Aston Villa einmal mehr bewiesen hat, dass das aktuellen Spielermaterial mit dem richtigen Gameplan absolut in der Lage ist, auch gegen einen objektiv deutlich besseren Gegner nicht nur mitzuhalten, sondern diesen dann auch zu schlagen. Und ich hätte nicht gedacht, dass ich das einmal über eine Mannschaft sagen könnte, die von Peter Pacult trainiert wird.

Ballkontakte
47 – Hofmann
47 – Kavlak
44 – Pehlivan
37 – Katzer
36 – Boskovic (ausgewechelt 60.)

Passgeber
28 – Hofmann
28 – Pehlivan
25 – Katzer
24 – Kavlak
19 – Boskovic (ausgewechselt 60.)

Passempfänger
37 – Hofmann
26 – Boskovic (ausgewechselt 60.)
24 – Kavlak
24 – Pehlivan
24 – Jelavic

]]>
https://ballverliebt.eu/2009/09/19/rapid-gegen-hsv-eine-analyse/feed/ 6
Was bei Rapids 0:3 auf Zypern auffiel. https://ballverliebt.eu/2008/07/30/was-bei-rapids-03-auf-zypern-auffiel/ https://ballverliebt.eu/2008/07/30/was-bei-rapids-03-auf-zypern-auffiel/#comments Wed, 30 Jul 2008 20:16:50 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=435 Was bei Rapids 0:3 auf Zypern auffiel. weiterlesen ]]> Tja, Rapid hat auf Zypern 0:3 verloren und damit ist zu 99,9% die Europacup-Saison des Meisters schon am 6. August vorbei. Das geschieht erstens vollkommen zu Recht, und zweitens hat es sich seit Wochen angedeutet. Wenn man sich mühselige 1:0-Siege in Murksspielen wie dem in Mattersburg oder dem gegen Kärnten schönredet, kann man auch nicht besser werden. Und beim Spiel in Zypern fiel mir zudem auf…

Anorthosis begann sehr nervös – Rapid missinterpretierte das als eigene Stärke. Darum standen sie einem zunehmend sicherer werdenden Gegner später ohne wirkungsvolles Rezept gegenüber. Zudem gibt es bei Rapid, deutlich sichtbar, keinen Plan B. Man bleibt beim lahmarschigen und starren 4-4-2, no matter what. Pacult ließ lieber Kavlak die Hoffer-Position spielen, als umzustellen. Und wenn seine Mannschaft wirklich nix anderes kann, dann hat sie selbst in einer 3. CL-Qualirunde absolut nichts verloren.

Die Abhänigkeit von Hofmann ist beängstigend. Keine halbwegs konstruktive Aktion, in der Hofmann nicht involviert gewesen wäre. Die Aktionen ohne Hofmann waren noch langsamer, noch ideenloser, und noch weniger spritzig. Hofmann zeigte sich zunehmend frustriert und konzentrierte sich, je länger das Spiel ging, nur noch auf Meckern, Jammern und Gestikulieren, anstatt darauf, das Spiel wieder in den Griff zu bekommen.

Dass es keine rechte Seite gibt, weil Hofmann immer irgendwo ist, ist ja nix Neues. Aber gegen die Zyprioten ließ auch die linke Seite aus: Katzer war sauschlecht (hätte nach spätestens 20 Minuten mit einem Spitz vom Spielfeld gejagt gehört) und der hibbelige Kavlak brachte auch nichts zusammen.

Stefan Kulovits ist seine Verunsicherung in jeder Sekunde des Spiels anzumerken.

Das 0:1 war kein Pech, sondern das logische Resultat von lächerlichem Abwehrspiel. Jeder geht entweder gar nicht in den Zweikampf, oder nur halbherzig, und wenn Hofmann den entscheidenden Zweikampf bestreiten muss, kann von Ordnung nicht die Rede sein.

Die angekommenen Pässe von Stefan Maierhofer lassen sich bequem an einer Hand abzählen. Zudem wäre ich Pacult dankbar, wenn er mir schlüssig erklären könnte, warum Maierhofer den Mittelkreis abdeckte – da gehört er nun wirklich nicht hin. Zudem entwickelt sich sein Hochmut umgekehrt proportional zu seinen Leistungen. Wie war das mit dem Kantersieg?

Holzfuß Patocka drosch die Bälle nur ziellos hinaus. Vielleicht sollte ihm mal einer Erklären, wie man „Spielaufbau“ buchstabiert. Das Wort kennt er nämlich ganz offensichtlich nicht. Noch gefährlicher war jedoch Tokic: Leichtsinn und Formschwäche vertragen sich nun mal nicht.

Und wenn wir schon beim Buchstabieren sind: a, u, f, b, ä, u, m, e, n – kennt man ganz offensichtlich auch nicht.

Abseitsfalle: Nicht so gut…

Das Zusammenspiel auf engem Raum bzw. kurzer Distanz ist peinlich. Pässe auf das Schienbein des Kollegen aus einem halben Meter Entfernung waren keine Seltenheit.

Die Fehlpassquote (nicht nur, aber vor allem die von Katzer) spottet jedes Hobbykickers.

Bitte nicht auf das Fehlen von Ümit Korkmaz rausreden – gegen diese Gegner darf man auch ohne Ümit nicht 0:3 verlieren, darf sich ruhig auch ein anderer solche mutigen Vorstöße trauen. Das ist das viel größere Problem als der Korkmaz-Abgang.

Warum genau holte sich Rapid Marcel Ketelaer?

Georg Koch – ja, der war der einzige in ansprechender Form. An ihm liegt’s am allerwenigsten.

Und, ach ja: Ich schrieb in meinem Artikel, in dem ich Anorthosis vorstellte, dass „diese Mannschaft internationalen Ansprüchen nicht genügt.“ Dabei bleibe ich, ohne Abstriche.

(phe)

]]>
https://ballverliebt.eu/2008/07/30/was-bei-rapids-03-auf-zypern-auffiel/feed/ 1