dfb – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Sun, 29 May 2011 21:37:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 Österreich – Deutschland: Wie gefährlich ist Österreich für Jogi Löw? https://ballverliebt.eu/2011/05/29/osterreich-deutschland-wie-gefahrlich-ist-osterreich-fur-jogi-low/ https://ballverliebt.eu/2011/05/29/osterreich-deutschland-wie-gefahrlich-ist-osterreich-fur-jogi-low/#comments Sun, 29 May 2011 21:36:56 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=4917 Österreich – Deutschland: Wie gefährlich ist Österreich für Jogi Löw? weiterlesen ]]> In einem aktuellen Blog-Eintrag von Martin Blumenau bin ich auf ein KURIER-Interview mit Joachim Löw gestoßen. Der erklärt dort, für wie wichtig er Taktik hält, und was er damit genau meint. Die einstudierten Lauf- und Spielzüge, die Raumaufteilung, die Anweisungen, wann wer attackiert werden soll. Kurz und knapp zusammengefasst: Das genau Studium der Stärken und Schwächen des Gegners und der eigenen Mannschaft und die Reaktion darauf. Die Überschrift des Interviews ist aber das Zitat „Österreich ist gefährlich“. Nun ist der Spruch von Dietmar Constantini, dass Taktik nicht so wichtig sei, mittlerweile allgemein bekannt und Löw wird auch darauf angesprochen. „Wie kann sich da dieser Top-Trainer in diesen Widerspruch verwickeln?“, fragt man sich. Erst wenn man das Interview zur Gänze liest, bemerkt man, dass der KURIER die wichtigsten Wörter aus der Überschrift rausgelassen hat.

Löw sagt nämlich nicht, „Österreich ist gefährlich“. Er sagt, „Vom Potential ist Österreich gefährlich“. Weil es eine Reihe guter und talentierter Spieler hat, die auch in internationalen Ligen ihre Arbeit gut verrichten. Er beschreibt in anderen Antworten, was er von Constantinis Einstellung wirklich halten dürfte: „Nehmen wir den FC Barcelona. Die haben mit die beste Taktik von allen. […] Alles andere, was ich bei einigen Mannschaften sehe, ist Zufall. Purer Zufall. Gewinnen sie, dann war’s eine gute individuelle Aktion“.

Das fürchtet Löw im Moment, wenn er an Österreich denkt. Er sieht die Klasse der Spieler und denkt, dass dieser Mannschaft sogar ohne Taktik der eine Geistesblitz gelingen könnte, um Deutschland in Gefahr zu bringen – wenns blöd läuft. (Und tatsächlich haben diese Momente uns in dieser Qualifikation dank des Ausnahmekönnens des nun ausgelassenen Marko Arnautovic bereits gute Dienste geleistet). Löw sieht die Gefahr einfach im Zufall.

Was diese Zusatzworte („Vom Potential her“) aber auch verraten ist, dass Löw keine Angst davor hat, dass das ÖFB-Team so penibel genau eingestellt auftreten wird, wie er es für einen konzentriert erarbeiteten Sieg für nötig hält. Dass es die dafür nötige „Taktik“ nicht wichtig genug nimmt, erzählt das hiesige Trainerteam ja auf jede Frage hin frei heraus. (tsc)

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Österreich – Deutschland: Eine Nachbetrachtung aus der Fankurve https://ballverliebt.eu/2008/02/07/osterreich-deutschland-eine-nachbetrachtung-aus-der-fankurve/ https://ballverliebt.eu/2008/02/07/osterreich-deutschland-eine-nachbetrachtung-aus-der-fankurve/#comments Thu, 07 Feb 2008 01:32:57 +0000 http://ballverliebt.wordpress.com/?p=120 Österreich – Deutschland: Eine Nachbetrachtung aus der Fankurve weiterlesen ]]> dsc00004.jpgWährend Kollege Tomo (nein, kein Schreibfehler, aber ein Insiderwitz) Schaffer auf der Pressetribüne weilte, fror ich mir in der nicht minder kalten Österreich-Fankurve in Sektor D2 den Allerwertesten ab und sammelte noch ein paar andere Eindrücke von diesem Freundschaftsländerspiel. Die Kälte war im Übrigen weniger temperatur- denn windbedingt, den es wehte zuweilen eine ordentliche Brise unterm Dach des Ernst-Happel-Ovals. Aber alles ganz…

von vorne:
dsc00007.jpgDie Hinfahrt war recht laut, nicht ganz pannenfrei und zwang in er vollgestopften U-Bahn zum unfreiwilligen Kennenlernen mehrerer Leute mit deftiger Bierfahne. Sprüche wurden geklopft, die Stimmung war mitunter gereizt, ja feindselig gegenüber den deutschen Nachbarn. Ab und an wurde gepöbelt und geschrien, Handgreiflichkeiten bemerkte ich auch meinem Weg allerdings keine (worüber ich by the way sehr froh bin). Vor dem Stadion herrschte schlußendlich aber wieder weitestgehend…

Ruhe
dsc00018.jpgvor dem Sturm gab es nicht lange im „Happel“, die Reaktion des heimischen Publikums auf „nun begrüßen wir unsere deutschen Gäste“ war, wie später auch bei Hymne, Wechseln und vielen Ballkontakten ein gellendes Pfeifkonzert, und aus einigen Ecken auch während des Spiels wüste Beschimpfungen und Gesangschöre aller „Schwuler, schwuler DFB“ und „Scheiß Piefke“. Wohl nicht gerade im Stile von einem…

EM-Gastgeber
dem man natürlich anrechnen muss, dass Deutschland ein „alter Rivale“ ist. Das Verhalten gegenüber England, nur als ein Beispiel, war jedoch auch nicht besser. Spielen wir gegen theoretisch leichtere, oder geschätztermassen gleichwertige Gegner, bleiben diese Eskapaden meist aus. Mir wurde klar: Je lauter die Tiraden und die Pfiffe gegen Namen, Hymne und Spiel des Gegners, desto größer ist wohl der Respekt vor Selbigem, wenn nicht sogar die Angst vor einer Niederlage. In meinem Umkreis taten sich da zwei junge Mädels, die schätzungsweise gerade mitten im Tokio Hotel-Alter waren, hervor, die zwar auch den verhindertsten Abschlag eines Alex Manninger in abartiger Lautstärke und Schrillheit zu bejubeln wussten, bei deutschem Ballkontakt aber sogleich das vokabularische Repertoire vom Bodensatz des urwiener Tussitums auspackten, ohne vom Regelwerk des Fußballsports auch nur den geringsten Hauch einer Ahnung zu haben. Doch halt: Denn zu berichten gibt es auch…

Positives
dsc00009.jpgbot nämlich die Mannschaft, die heute wirklich mit Herz kämpfte und trotz guter Chancen letztlich „nur“ am Vernebeln selbiger, mangelnder körperlicher Fitness für 90 Minuten und letztlich auch an defensiven Abstimmungsproblemen scheiterte. Am Ende (für genauere Informationen siehe den Livebericht von Tom) stand es 3 zu 0 für den großen Nachbarn, das mit mehr Kaltschnäuzigkeit durchaus auch ein Unentschieden oder besser hätte sein können. Laut Zuseherkommentaren gab es zwei…

Sündenböcke
dsc00019.jpgfinden sich immer, wenn etwas schief läuft. Das waren bis vor kurzem noch Roland Linz und Thomas Prager. Der Erste war heute in der Startformation und schloss 2 bis 3 tolle Chancen leider nicht erfolgreich ab. Der Zweite wurde eingewechselt, konnte aber nichts mehr entscheidend bewegen. Die Sündenböcke heute waren bereits erwähnter Linz für das Nichtknipsen guter Gelegenheiten und Alex Manninger für das Verunsichern der Defensive durch murksige Abschläge und einem Patzer beim…

3 zu 0
dsc00017.jpgwar wie bereits erwähnt der Endstand. Aber weder fällt es mir ein, auf Hicke zu schimpfen, und auch nicht aufs Team oder Publikum. Ersterer hatte zwar eine eigenartige Wechselstrategie, konnte die Mannschaft aber zum ersten Mal in seiner Amtszeit wirklich motivieren. Zweitere gab sich selbst nach zwei Gegentreffern noch nicht auf und probierte alles im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten. Und die Fans standen bis zum bitteren Ende beim Team und beklatschten es nach 90 Minuten…

Eine Niederlage
dsc00020.jpgwar es zwar, da lässt sich nichts schönreden. Aber keine, die mir als Fußballfan weh tut. Lieber sehe ich die ÖFB-Elf mit dieser grundsätzlich anständigen Leistung gegen Deutschland verlieren, als mit Murks und „Mas’n“ 2-1 gegen Liechtenstein gewinnen. Ja, drei Tore Unterschied sind viel. Ja, wir haben es uns leider selbst wieder eingebrockt. Ja, wir haben zur Halbzeit zu träumen gewagt und verloren. Doch es war eine Niederlage…

In Würde
dsc00021.jpgzu verlieren ist okay. Das wussten auch die Stadionbesucher zu schätzen. Ich wiederhole mich, wenn ich abermals darauf verweise, dass das Nationalteam nach Abpfiff beklatscht wurde. In den Gesichtern stand trotz allem Euphorie, der Anfang dieser Hoffnung, dass wir uns im Juni zu Hause möglicherweise doch nicht blamieren und die Chance auf das Mindestziel „Viertelfinale“ noch lebt. Vor den Toren des Ernst-Happel Stadions herrschte jedenfalls reger Andrang am Stand für Österreich-Fanartikel.

Ein über volle Distanz motiviertes, manchmal sogar euphorisiertes Publikum, eine Mannschaft die trotz Rückschlägen wacker weiterfightet und über einige Strecken flüssig-schnelles, schön anzusehendes (wenngleich von absolutem Topniveau doch noch ein Stückchen entferntes) Spiel von der Abwehr bis in den Sturm sind ein dreifaches Novum in der Ära Hickersberger. Sollte es an ihm gelegen haben, so gratuliere ich herzlich und hoffe, der Trend setzt sich fort. Dann wird es auch irgendwann die Belohnung geben, die Ivanschitz und Co. heute verwehrt blieb. Die heutige Partie gibt mir Anlass, es wieder in Betracht zu ziehen, dass wir Hicke möglicherweise unterschätzt haben, doch kann ich es mir immer noch schwer vorstellen

Wenn ich am Ende der UEFA Euro 2008 mit der Leistung des Teams leben kann und eine positive Zukunft in Aussicht ist, so werde ich der letzte sein, der Hicke dafür den zu zollenden Respekt verweigern würde. Vielleicht ist es daher sogar gut, dass dieses Spiel heute nicht gewonnen wurde. Nicht, weil die Deutschen mit dieser ersten Hälfte nicht schon gewarnt wären, sondern einfach, weil es nicht zu einer plötzlich aufkeimenden, übertriebenen und Druck erzeugenden Erwartungshaltung führt.

So bleiben wir auf dem Boden und sehen trotzdem, dass es aufwärts geht. Da verkrafte ich es auch, dass Cordoba ’78 noch mindestens vier Monate lang unzählige Male aufgewärmt werden wird.

PS: Man möge die Qualität der Bilder in Großansicht verzeihen, meine Handykamera tat ihr Bestes :)

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