Bulgarien – Ballverliebt https://ballverliebt.eu Fußball. Fußball. Fußball. Sat, 05 Apr 2014 23:30:32 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 „Ich hätt‘ sie gerne hier – aber für das große Ganze ist es anders besser!“ https://ballverliebt.eu/2014/04/04/ich-haett-sie-gerne-hier-aber-fuer-das-grosse-ganze-ist-es-anders-besser/ https://ballverliebt.eu/2014/04/04/ich-haett-sie-gerne-hier-aber-fuer-das-grosse-ganze-ist-es-anders-besser/#respond Fri, 04 Apr 2014 11:59:55 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=10036 „Ich hätt‘ sie gerne hier – aber für das große Ganze ist es anders besser!“ weiterlesen ]]>

„Als Teamchef der Nationalmannschaft hätte ich sie gerne hier. Aber für das große Ganze im österreichischen Frauen-Fußball ist es besser, wenn sie in der U-19-Eliterunde spielt – darum macht sie das jetzt auch.“

Dominik Thalhammer über Nicole Billa

Sie ist, wenn nichts schiefgeht, die Nationalteam-Stürmerin der Zukunft, hat im Herbst schon im A-Team gespielt. Dennoch ist Nicole Billa, 17 Jahre alt, nicht im Kader für das WM-Quali-Doppel mit den Spielen in Bulgarien (Samstag) und Frankreich (Mittwoch). Weil zeitgleich die U-19 in der Eliterunde um das Ticket für die EM-Endrunde kämpft – in einer Gruppe, in der das auch alles andere als unmöglich scheint. Es geht gegen Irland, die Türkei und Holland.

group 7Thalhammer hat mit dieser Maßnahme natürlich alles andere als Unrecht. Und natürlich: Bei den „Großen“ wäre ein Punktverlust in Bulgarien ebenso eine Sensation wie ein Punktgewinn in Frankreich, ob nun mit oder ohne die Kapitänin der U-19 von Teamchefin Irene Fuhrmann. Gerade in Frankreich wird es ohnehin hart, nicht nur, weil Frankreich eben so stark ist. Sondern auch, weil bei Österreich mit Flügelspielerin Laura Feiersinger (Schien- und Wadenbeinbruch) und Abwehr-Chefin Carina Wenninger (Kreuzbandriss) zwei absolute Stützen ausfallen.

Auch als krasser Außenseiter Mut zeigen

Beim Gruppenletzten in Lovetch sollte nichts schief gehen, das weiß auch Teamchef Thalhammer: „Da sollte es schon ein klarer Sieg werden. Wir dürfen aber nicht ungeduldig werden und mit Gewalt versuchen, immer sofort vertikal zu spielen!“ Das war beim äußerst mühsamen Heimspiel gegen die Bulgarinnen das Problem. Die Folge war eine hohe Ungenauigkeit und damit zu wenig klare Aktionen. Das 4:0 sieht besser aus als es war – und war doch zu wenig, wenn man bedenkt, dass Bulgarien gegen Frankreich im Herbst 0:10 und 0:14 verloren hat.

In Le Mans ist Österreich natürlich krasser Außenseiter, obwohl das Hinspiel mit 1:3 noch ein akzeptables Resultat brache. Damals waren aber Wenninger und Feiersinger noch dabei und Frankreich ist mittlerweile kein Team mehr, dass abstellt, wenn es schnell 3:0 oder 4:0 führt. „Es gibt zwei Möglichkeiten“, sagt Thalhammer, „entweder, man stellt sich tief und achtet nur darauf, die Räume eng zu machen. Irgendwann fängt man sich gegen ein Klasse-Team wie Frankreich aber garantiert ein Tor ein, wenn man so agiert.“ Darum ist auch vor den zu erwartenden über 10.000 Zusehern in der neuen, modernen Arena in Le Mans die zweite Möglichkeit gefragt: Mut zeigen! Zumal dem Teamchef das im Herbst in Ritzing gegen Frankreich gezeigte Pressing noch zu wenig war.

Anders gesagt: Wenn schon verlieren, dann wenigstens nicht, ohne zumindest versucht zu haben, etwas zu holen.

Die Gruppen-Lage

Finnland spielt nun zweimal gegen Ungarn, es ist zu erwarten, dass Suomi da beide Spiele gewinnt und damit den Vorsprung auch Österreich auf sechs Punkte vergrößert. Das ist aber kein Drama, weil Finnland noch beide Spiele gegen Frankreich vor sich hat, und da vermutlich nichts holen wird. Die Entscheidung, ob es für Österreich den zweiten Platz geben kann, wird beim Heimspiel im Juni gegen Finnland fallen.

Die sieben Gruppensieger sind fix bei der WM in Kanada, die vier besten Zweiten spielen sich einen weiteren Platz aus. In den meisten Gruppen sind die Favoriten voran, ehe nun die Halbzeitmarke in der Quali genommen wird.

group 1

So wie etwa Deutschland. Nach der spielerisch äußert mauen EM, in der sich das wegen vielen Verletztungen neuformierte Team vor allem dank der extrem starken Defensive zum Europameister machte, wird nun wieder gewirbelt – man hat zueinander gefunden. Russland wäre auf dem Papier der Haupt-Kandidat für den zweiten Platz, aber ein 0:9 in Deutschland war ein früher Schlag, und die Niederlage gegen Österreich beim Algarve Cup zeigt, dass Russland nicht besser wird – vor anderthalb Jahren setzte sich diese Mannschaft noch im EM-Playoff gegen Österreich durch. Irland hat durchaus Chancen, Zweiter zu werden, ob es aber für das Playoff reicht, ist eher fraglich.

group 2

Spanien setzt den klaren Aufwärts-Trend fort, der sich schon durch den ebenso überraschenden wie verdienten Viertelfinal-Einzug bei der EM im letzten Sommer gezeigt hat, ist auf bestem Weg zur ersten WM-Teilnahme. Italien, das Topf-1-Team der Gruppe, hat im Herbst in Madrid schon verloren und wird angesichts der starken Tordifferenz von Spanien Probleme haben, noch Erster zu werden. Dass Italien einer der vier besten Zweiten wird, davon ist allerdings auszugehen.

group 3Die überraschendste Gruppe ist aber sicher jene, in der die Schweiz führt – und zwar dank Auswärtssiegen in Island (EM-Viertelfinalist) und Dänemark (EM-Halbfinalist). Man muss allerdings auch sagen, dass Teamchefin Martina Voss mit Flügelspielerin Dickenmann (Lyon), Stürmerin Bachmann (Malmö), den Außenverteidigerinnen Wälti (Potsdam) und Maritz (Wolfsburg), den Offensiv-Allroundern Bürki (Bayern) und Crnogorcevic (Frankfurt) sowie IV Abbé (Freiburg) über jede Menge Klassespielerinnen verfügt und mit IV-Leuchtturm Rahel Kiwic einen fast schon unfairen Vorteil im Luftkampf hat – sie ist 1,84 m groß. Sicher sollte sich die Schweiz aber noch lange nicht fühlen: Dänemark (5:3 über die USA!) und Island (Norwegen und Schweden besiegt!) zeigten beim Algarve Cup extremen Aufwärtstrend. Israel ist nicht ernst zu nehmen, da gab’s bisher einen leichten Spielplan.

group 4Schweden kämpf mit Post-Heim-EM-Depression und hat die Weiterentwicklungen, die Teamchefin Sundhage seither implementieren will (zB 4-1-3-2 statt flachem 4-4-2) noch nicht so ganz intus – das wurde vor allem beim peinlich knappen 1:0 in Bosnien (wo nur ein Elfeter den Sieg sicherte) deutlich. Natürlich wird man Schottland aber noch überholen und Erster werden, daran besteht kaum ein Zweifel. Schottland ist jedoch trotzdem ein recht sicherer Kandidat für das Playoff der besseren Gruppenzweiten. Schon die EM verpassten die Schottinnen nur durch ein Gegentor in der 122. Minute des Playoff-Rückspiels.

group 5EM-Finalist Norwegen hat ja die auf Sicht anstehende Verjüngung einstweilen verschoben, der Kurs in Richtung WM-Endrunde stimmt allerdings. Die Verfolger Holland und Belgien wurden beide bereits besiegt. Bei Oranje spielt sich mit Vivianne Miedema eines der größte Talente überhaupt in den Vordergrund: Die 17-Jährige (!), die wohl nicht mehr lange in Heerenveen spielen wird, scorte bereits acht Tore. Belgien (im August Testspiel-Verlierer in Österreich) holte in Holland allerdings ein 1:1, ließ sich noch nicht abschütteln. Debütant Albanien hat überraschend bereits einen Sieg in der Tasche (1:0 gegen Griechenland) – Teamchef ist dort übrigens der frühere Unterhaching-Stürmer Altin Rraklli.

group 6

In der Gruppe 6 lässt sich bedingt durch den Spielplan noch nicht allzu viel sagen – außer, dass sich England nach der Horror-EM (peinliches Gruppen-Aus) und dem Ende der 15-jährigen Amtszeit von Hope Powell als Teamchefin ein wenig erfangen hat. Unter Neo-Trainer Mark Sampson gab’s vier Siege, allerdings ist dieses wohl auch die leichteste aller Gruppen. Laut Papierform müsste eigentlich die Ukraine Zweiter werden, hier ist allerdings die Frage, wie sich die politische Lage im Land auf das Umfeld auswirkt. Das Spiel am Samstag gegen Weißrussland, das ursprünglich auf der Krim in Simferopol angesetzt war, wurde erst nach Soporoshje im „Hauptland“ verlegt und dann ganz abgesagt.

In den anderen Kontinenten ist die Quali teils noch gar nicht angelaufen, teils noch nicht so richtig in die Gänge gekommen. In Asien werden die fünf Plätze beim Asien-Cup in Vietnam im Mai verteilt (vermutlich Weltmeister Japan, dazu Australien, China, Südkorea und ein weiterer – Nordkorea wurde ja wegen der Doping-Vergehen 2011 ausgeschlossen). In Ozeanien holt sich Neuseeland im September seinen Startplatz ab, die drei Plätze in Afrika (vermutlich Nigeria, Äquatorialguinea und einer aus dem Trio Ghana, Kamerun, Südafrika) werden im Oktober in Namibia ausgespielt. In der Concacaf-Zone geht es im Oktober um drei Fix- und einen Playoff-Platz (neben Veranstalter Kanada werden sich wohl USA, Mexiko und ein weiterer fix qualifizieren), ehe im November auch Südamerika zwei Fix-Tickets (so gut wie sicher Brasilien und Kolumbien) und ein Team für das Playoff ermittelt.

(phe)

Kader von Österreich

A-Nationalteam, WM-Quali: Tor: Anna-Carina Kristler (26 Jahre, Sturm Graz, 20 Länderspiele), Manuela Zinsberger (18, Neulengbach, 5). Abwehr: Verena Aschauer (20, Cloppenburg/GER, 17), Romina Bell (20,  AIC Yellow Jackets/USA, 7), Gini Kirchberger (20, Cloppenburg/GER, 20), Heike Manhart (21, Szombathely/HUN, 23), Jenny Pöltl (20, St. Pölten, 18), Julia Tabotta (19, St. Pölten, 4). Mittelfeld: Jasmin Eder (21, St. Pölten, 13), Nadine Prohaska (23, St. Pölten, 41), Sarah Puntigam (21, Kriens/SUI, 39), Viktoria Schnaderbeck (23, Bayern München/GER, 31), Lisi Tieber (23, Sturm Graz, 15), Katja Trödthandl (24, Landhaus, 14). Angriff: Nina Burger (26, Neulengbach, 55), Lisa Makas (21, St. Pölten, 31), Jelena Prvulovic (19, Landhaus, 3), Sarah Zadrazil (21, ETSU Buccaneers/USA, 14).

U-19-Team, EM-Quali-Eliterunde: Tor: Carolin Größinger (St. Pölten), Jasmin Pal (Innsbruck). Abwehr: Tina Charwat (Landhaus), Marina Georgieva (St. Pölten), Maria Hasler (Innsbruck), Simone Krammer (Kleinmünchen), Sophie Maierhofer (LUV Graz), Katharina Naschenweng (Kärnten), Irina Wurzinger (Sturm Graz). Mittelfeld: Katharina Aufhauser (Neulengbach), Isabella Dujmenovic (Neulengbach), Barbara Dunst (LUV Graz), Teresa Knauseder (Kleinmünchen), Carina Mahr (St. Pölten), Franziska Sottner (Landhaus). Angriff: Nicole Billa (St. Pölten), Annelie Leitner (U. Guatemala), Valentina Schwarzlmüller (Innsbruck).

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Schlampig und überhastet – 4:0 gegen Bulgarien sieht besser aus als es war https://ballverliebt.eu/2013/09/22/schlampig-und-uberhastet-40-gegen-bulgarien-sieht-besser-aus-als-es-war/ https://ballverliebt.eu/2013/09/22/schlampig-und-uberhastet-40-gegen-bulgarien-sieht-besser-aus-als-es-war/#comments Sat, 21 Sep 2013 22:59:43 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=9524 Schlampig und überhastet – 4:0 gegen Bulgarien sieht besser aus als es war weiterlesen ]]> Hauptsache gewonnen, und am Ende schaute mit dem 4:0 über Bulgarien sogar noch ein ganz anständiges Ergebnis heraus. Das aber nicht darüber hinweg täuschen sollte, dass die ÖFB-Frauen beim Start in die WM-Quali vieles von dem vermissen ließen, was sie in den letzten Testspielen auszeichnete. Zu wenig breite, zu wenig Spielwitz, aber zu viele Ungenauigkeiten: Die Zutaten zu einem ziemlich zähen Spiel, das erst in den letzten zehn Minuten ein hohes Resultat bekam.

Österreich - Bulgarien 4:0 (1:0)
Österreich – Bulgarien 4:0 (1:0)

4:0 klingt schon mal gut. Damit ist Österreich auch Tabellenführer (wiewohl das wenig aussagt, weil es erstens der 1. Spieltag war und zweitens Topfavorit Frankreich da auch noch gar nicht gespielt hat). Dennoch: Die Leistung der ÖFB-Frauen zum Start in die WM-Quali war trotz des nie gefährdeten Sieges gegen Bulgarien alles andere als gut.

Biedere und defensive Gäste

Zur bulgarischen Mannschaft muss man nicht viele Worte verlieren. Die Mannschaft spielte in einem sehr defensiv ausgerichteten 4-1-4-1, in dem vor allem Linksverteidigerin Boycheva (die in der 2. deutschen Liga spielt) gegen Laura Feiersinger sehr zurückgezogen agierte und praktisch nie aufrückte – noch weniger als ihr Pendant auf der rechten Seite, Monika Rashgeva. Vor Sechser Petrakieva verschoben die Halbfeld-Spielerinnen vor allem vertikal, im Versuch, an den Außenbahnen Überzahlsituationen zu schaffen.

Bis etwa zur 3. Minute versuchten die Außenspielerinnen im Mittelfeld, die ballführende Österreicherin anzupressen. Solo-Stürmerin Gospodinova sah im ganzen Spiel vielleicht vier, fünf Bälle. Im Aufbau limitiert und technisch Österreich unterlegen, versuchte Bulgarien vor allem, über körperbetontes Spiel das Ergebnis zu halten.

Zu eng und ungenau

Und trotzdem lag es neben dem humorlosen Gegner vor allem an den Österreicherinnen selbst, warum es nicht so recht klappte. Zum einen fehlte dem Spiel die Breite: Laura Feiersinger rückte immer wieder zuweilen recht weit ein, ohne dass aber Heike Manhart hinter ihr konsequent nachrückte. Oft zog sich viel im Zentrum zusammen, wo Bulgarien mit drei Leuten vor einer sich ebenso gerne recht eng zusammen ziehenden Viererkette stand. Dass einige Male sogar Viktoria Schnaderbeck (die diesmal den offensiveren Part gegenüber Puntigam gab) auf die rechte Außenbahn ging und Flanken zu schlagen versuchte, war so wohl eher nicht im Sinne des Erfinders.

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Österreich machte das Spiel nicht breit genug. Die Mittelfeld-Außen rückten weit ein, aber die Außenverteidiger rückten nicht entsprechend auf. So spielte Österreich dem defensiven Gegner, der das Zentrum verdichtete, zusätzlich in die Karten – genauso wie auch mit vielen Ungenauigkeiten im schlampigen Passspiel.

Hinzu kam, dass extrem viele Pässe bei Österreich unglaublich ungenau gespielt wurden, wodurch aus dem, was eigentlich als flüssiges Kombinationsspiel gedacht war, ziemlich abgehacktes Stückwerk wurde. Von all dem gedankenschnellen Handeln, der Kontrolle im Ballbesitz, dem herausspielen von Chancen gegen eine nicht direkt wendige Viererkette – wie das ja im letzten Test gegen Belgien, einem deutlich besseren Team als Bulgarien, wunderbar klappte – war praktisch nichts zu sehen.

Weder Führung noch Seitenwechsel löst Verkrampfung

Auch das 1:0 von Nina Burger nach einer halben Stunde – die weit aufgerückte Carina Wenninger hatte sie mit einem guten Pass in die Schnittstelle freigespielt – löste die Verkrampfung nicht und Verena Aschauers Lattenschuss aus 35 Metern zwei Minuten später war fast ein wenig bezeichnend für das generelle Spiel. Weil es so gar nicht gelang, bei allem Ballbesitz auch Zugriff auf den Strafraum zu bekommen, wurden nach dem Seitenwechsel auch immer mehr Schüsse von außerhalb des Strafraums versucht. Kein Problem für die erstaunlich sichere bulgarische Torfrau Shahanska.

Kaum jemand im ÖFB-Team erreichte wirklich Normalform, auch nach der Pause nicht. Laura Feiersinger etwa spielte ihre große Stärke – Eins-gegen-eins-Situationen – zu selten aus. Einmal in der ersten Hälfte, zwei oder dreimal in der zweiten. Immer wurde es sofort gefährlich. Stürmerin Lisa Makas suchte zu selten selbst den Abschluss, das Mittelfeldzentrum produzierte zu viele Fehlpässe, die Außenverteidiger fanden kaum ins Spiel. Andererseits kann man die Innenverteidiung mit Kirchberger und Wenninger und Goalie Kristler kaum bewerten – sie waren praktisch nicht gefordert. Wenn doch, brannte nichts an.

Gute Umstellung bringt Schwung

Ab 55. Minute
Ab 55. Minute

In der 55. Minute besetzte Teamchef Thalhammer die linke Außenbahn neu. Mit Jenny Pöltl, der nur 1.60m kleinen und eher unscheinbaren Neo-US-Legionärin, sollte nun Schwung in die bis dahin recht schwunglose Seite kommen; Nadine Prohaska ging dafür statt der ausgewechselten Puntigam ins Zentrum.

Und tatsächlich: Zwar wurden die Aktionen nicht merkbar genauer, aber mit der recht aktiven Pöltl kam neben einer frischen Kraft auch endlich sowas wie Breite und auch Zug zum Tor ins Spiel. Auf diese Weise wurde den körperlich schon nach einer Stunde deutlich nachlassenden Bulgarinnen zusätzlich zugesetzt.

Und als Laura Feiersinger in der 81. Minute das 2:0 gelang, nachdem sie von der zuvor für Makas eingewechselten Zadrazil (die dann auch noch das 4:0 vorbereitete) in Position gebracht wurde, war es mit der bulgarischen Gegenwehr dann vorbei. Ein Schuss von Feiersinger aus extrem spitzem Winkel wurde von Linksverteidigern Boycheva ins eigene Tor gelenkt, und am Ende belohnte sich Pöltl mit ihrem ersten Treffer im 12. Länderspiel. Der 4:0-Endstand.

Fazit: Schön war’s nicht, aber Ergebnis passt

Natürlich: Vor einem bulgarischen Tor brauchte man sich in den 90 Minuten praktisch nie fürchten, also war auch als es lange nur 1:0 stand der Sieg an sich nie gefährdet. Die drei späten Tore lassen den Sieg noch halbwegs hoch ausfallen, wiewohl die Leistung keine war, auf die man aufbauen könnte. Erfreulich aber, dass nach dem Spiel auch niemand versuchte, das Spiel schönzureden: Es war mühsam, es war zäh, es war nicht besonders gut (Hier ein Video mit den Toren und Stimmen zum Spiel).

Ein Pflichtsieg, nicht mehr, nicht weniger.

(phe)

Group 7

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Eine Mannschaft, ein Ziel: WM in Kanada! https://ballverliebt.eu/2013/09/19/eine-mannschaft-ein-ziel-die-wm-in-kanada/ https://ballverliebt.eu/2013/09/19/eine-mannschaft-ein-ziel-die-wm-in-kanada/#respond Thu, 19 Sep 2013 21:38:45 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=9491 Eine Mannschaft, ein Ziel: WM in Kanada! weiterlesen ]]> Acht Tickets hat die FIFA den europäischen Mannschaften zugesprochen, für die Endrunde der Frauen-WM im Jahr 2015 in Kanada. An diesem Wochenende startet die sieben Qualifikations-Gruppen – und mit dabei ist natürlich auch Österreich. Letztes Jahr erst im Play-Off an der Teilnahme an der vor zwei Monaten ausgetragenen EM gescheitert, peilt die im Schnitt erst 21,5 Jahre alte Truppe nun Gruppenplatz zwei hinter den praktisch unschlagbaren Französinnen an. Der kann zum Play-Off reichen.

Zum Start geht’s am Samstag in Vöcklabruck gegen Bulgarien – da ist ein klarer Sieg zu erwarten – und am Mittwoch auswärts gegen EM-Teilnehmer Finnland. Ballverliebt stellt die Mannschaft vor, die für Rot-Weiß-Rot an den Start geht.

Voraussichtliche Startformation Österreichs
Voraussichtliche Startformation Österreichs

Zehn Monate sind vergangen, seit Österreichs Fußball-Frauen zum ersten Mal überhaupt in den Play-Offs für ein großes Turnier gespielt haben. Gegen Russland klappte es mit dem letzten Schritt nicht, die EM fand ohne Österreich statt – nun beginnt der nächste Anlauf. Der ungleich schwerer wird, weil für die Weltmeisterschaft 2015 in Kanada nur acht Plätze an Teams aus Europa gehen, davon sieben an die Gruppensieger.

group 7

Zum Start im Rennen um dieses achte Ticket geht es am Samstag in Vöcklabruck gegen Bulgarien, vier Tage später in Turku gegen Finnland. Ersteres ist ein Pflichtsieg, zweiteres schon eine vorentscheidende Partie im Rang um jenen zweiten Platz, der es sein muss, will man eine Chance haben. Die vier besseren Zweiten aus den sieben Gruppen ermitteln in K.o.-Duellen, wer die Gruppensieger nach Kanada begleitet.

Bei Österreich ist seit der EM-Quali manches gleich geblieben, manches hat sich aber auch grundlegend verändert. Hier ein Überblick.

Tor

Geht als Nr. 1 in die WM-Quali: Anna-Carina Kristler (Foto: Gerhard Möhsner)
Geht als Nr. 1 in die WM-Quali: Anna-Carina Kristler (Foto: Gerhard Möhsner)

Vor zwei Jahren ging Anna-Carina Kristler als Nummer eins in die Quali, wurde dann von Jasmin Pfeiler verdrängt und erlangte am Ende ihren Platz zurück. Auch weil sich Pfeiler in der Zwischenzeit in die Karenz verabschiedet hat, hat sich die 25-jährige Kärntnerin Kristler als klarer Einser-Goalie etabliert.

Sie verfügt über gute Reflexe und ist stark auf der Linie, mitunter war sie in der Vergangenheit jedoch etwas wackelig beim Herauslaufen, hat ihre Fehlerquote (die ihr vor anderthalb Jahren zwischenzeitlich den Startplatz gekostet hatten) mittlerweile aber deutlich reduziert. Kann sich zudem nicht über fehlende Beschäftigung bei ÖFB-Frauenliga-Aufsteiger Sturm Graz beklagen.

Ihr Einsatz war vor zwei Wochen noch äußerst fraglich: Im Liga-Spiel gegen Altenmarkt wurde sie von Olga Lasová ziemlich abgeräumt. Der Verdacht auf Oberschenkelbruch bewahrheitete sich gottlob aber nicht.

Ihr Back-up ist nun Manuela Zinsberger, 17 Jahre jung und hoch veranlagt, von Abo-Meister Neulengbach.

Verteidigung

Vor Kristler gab es die größten personellen Veränderungen. Aus der Abwehrkette von der EM-Quali ist nur noch Carina Wenninger übrig – Rechtsverteidigerin Marion Gröbner (10 Jahre Nationalspielerin), Innenverteidigerin Susi Höller (5 Jahre) und Kapitänin Marlies Hanschitz (10 Jahre), die auf links spielte, sind nicht mehr mit dabei.

Abwehr-Chefin Carina Wenninger (Foto: Gerhard Möhsner)
Abwehr-Chefin Carina Wenninger (Foto: Gerhard Möhsner)

Die mit 1,78 m recht große Wenninger ist seit vier Jahren Stammspielerin bei Bayern München, hat trotz ihrer erst 22 Jahre schon 36 Länderspiele in den Beinen (sie debütierte, wie auch Puntigam und Schnaderbeck, schon mit 16 Jahren) und ist auch außerhalb des Platzes für die Gruppe enorm wichtig – nicht umsonst setzten sich alle dafür ein, dass sie letztes Jahr trotz ihrer Gelbsperre zum Rückspiel nach Russland mitfliegen durfte.

Ihre neue Partnerin in der Zentrale ist jene Spielerin, die die gesperrte Wenninger in Rostov ersetzt hatte: Virginia Kirchberger vom deutschen Bundesliga-Aufsteiger Cloppenburg. Ihre Klubkollegin Verena Aschauer, die gegen Ende der EM-Quali als linke Mittelfeldspielerin ins Team kam und gegen Dänemark mit ihrem wunderbaren Tor das sensationelle 3:1 gegen den späteren EM-Halbfinalisten einleitete, ist die neue Linksverteidigerin.

Rechts dürfte nun Heike Manhart endlich ihre Position im Nationalteam gefunden haben. Die Steirerin war schon im zentralen Mittelfeld aufgeboten, auch schon links offensiv, musste im ÖFB-Trikot auch immer wieder verletzt vorzeitig vom Platz. Ob die platinblonde 20-Jährige, die ihrem ehemaligen Trainer vom FC Südburgenland, Csaba Mittersiller, zum ungarischen Top-Klub Szombathely folgte, eine Lösung aus Mangel an Alternativen ist oder sich wirklich festsetzt, wird sich zeigen. Zuletzt im Test gegen Belgien sah das schon mal nicht völlig verkehrt aus.

Mittelfeld

Die Besetzung des Mittelfelds blieb gegenüber der ersten Quali-Kampagne unter Dominik Thalhammer personell unverändert, die genaue Rollenverteilung wurde aber in den Trainingslagern und den fünf Testspielen im Jahr 2013 verfeinert. Gerade hier soll die Vorgabe umgesetzt werden, ballsicherer zu werden, mehr selbst aktiv zu werden, gedankenschneller zu handeln und sich mehr Chancen herauszuspielen. Was damit genau entgegen dem zuletzt bei der EM ganz massiv etablierten Trend geht, vor allem reaktiven Umschalt-Fußball zu spielen. Auch hier gilt aber: Das hat gegen Belgien, und auch dem vernehmen nach beim 2:2 in Irland im Juni, schon recht gut funktioniert.

Im Zentrum agiert weiterhin das bewährte steirische Duo mit Viktoria Schnaderbeck und Sarah Puntigam, die schon vor viereinhalb Jahren beim Algarve Cup erstmals zusammen agierten, als 18- bzw. 16-Jährige. Mehr als in der Vergangenheit lässt sich nun eine der beiden – zumeist eher Schnaderbeck – zwischen die Innenverteidiger fallen, um den Außenverteidigern das Aufrücken zu ermöglichen. Die jeweils andere – eben zumeist die letzten Winter von den Bayern in die Schweiz gewechselte Puntigam – agiert höher. Dadurch, dass sich beide schon lange kennen, ist die Abstimmung gut. Leichtes Problem war zuletzt nur, dass der Abstand zwischen Abwehr und Rest der Mannschaft mitunter etwas groß war.

Gefährlich von der rechten Seite: Laura Feiersinger (Foto: Gerhard Möhsner)
Gefährlich von der rechten Seite: Laura Feiersinger (Foto: Gerhard Möhsner)

Dass die AV aufrücken können, ist wichtig für die Außen-Spielerinnen im Mittelfeld. Auf der linken Seite hat sich Nadine Prohaska festgesetzt. Sie ist an sich gelernte zentrale Mittelfeld-Spielerin und hat dadruch ein Gespür für gutes Defensiv-Verhalten – vor allem gegen aufrückende AV des Gegners oft nicht unwichtig.

Auf der rechten Seite ist Laura Feiersinger gesetzt. Anders als ihr Vater, der ja Libero war, ist bei ihr vor allem der Vorwärtsgang gefragt. Mit ihrem Tempo, ihrem Zug nach vorne und ihrer Spielfreude ist sie von essenzieller Bedeutung für das Team. Im Trikot der Nationalmannschaft hat sie zwar bisher „nur“ fünf Tore erzielt, darunter waren aber zwei ganz extrem wichtige – nämlich jene bei den beiden 1:0-Siegen gegen Portugal in der EM-Quali. Sie ist zudem eine von drei aktuellen Team-Spielerinnen von Bayern München; mit Kirchberger, Puntigam und Prohaska gibt es dazu noch drei ehemalige im Kader.

Die beiden Außen rücken nun entweder hoch auf, wodurch sich ein 4-2-4 ergibt (mit dem vor allem die Abseitslinie hervorragend bespielt werden kann, wie sich gegen Belgien zeigte), oder rücken ein wenig ein, um von den AV die Breite hineinbringen zu lassen.

Angriff

Drei Tore fehlen Nina Burger noch, dann hat sie Gerti Stallinger eingeholt. Ein viertes, und die – man möchte es angesichts ihrer erst 25 Jahre kaum glauben – älteste Spielerin im Kader ist alleinige Rekord-Torschützin im ÖFB-Trikot. Stallinger hat zwischen 1990 und 2005 für ihre 30 Treffer 56 Länderspiele gebraucht, für Burger (deren ersten vier Länderspiele gleichzeitig die letzten vier für Stallinger waren) ist die Partie gegen Bulgarien die 48. im Trikot mit dem Bundesadler vorne drauf. Ihr selbst ist diese Marke zwar laut eigener Aussage egal, sie zeigt aber schon, wie sehr die Mannschaft von Burger abhängig ist.

Nina Burger ist bald Österreichs Rekord-Torschützin (Foto: Gerhard Möhsner)
Nina Burger ist bald Österreichs Rekord-Torschützin (Foto: Gerhard Möhsner)

Ihre Partnerin im Angriff steht auch in der Wahrnehmung im Schatten von Burger – was Lisa Makas gegenüber aber eigentlich nicht ganz fair ist. Die 21-Jährige von Cupsieger St. Pölten-Spratzern ist vor allem durch ihre Laufwege wichtig, die gegnerische Abwehrketten auseinander ziehen soll. Was allerdings dennoch nichts daran ändert, dass sie im Nationalteam ruhig etwas torgefährlicher werden könnte: Fünf ihrer acht Tore im ÖFB-Trikot erzielte Makas in ihren ersten vier Länderspielen.

Dennoch kann sich Makas ihres Platzes vor allem nach dem Kreuzbandriss von Conny Haas ziemlich sicher sein, weil es (noch?) keine wirklichen Alternativen gibt. Laura Feiersinger kann in der Spitze spielen, ist aber auf dem rechten Flügel besser aufgehoben; genau wie Team-Küken Jelena Prvulovic. Maria Gstöttner ist seit 2008 nur noch im Ausnahmefall dabei.

Die Gruppe

Die Ausgangslage ist recht simpel: Frankreich ist für alle außer Reichweite. Trotz des peinlichen Viertelfinal-Aus bei der EM, das Ex-Teamchef Bruno Bini den Job gekostet hat, ist Frankreich dennoch die wohl talentierteste und beste Mannschaft des Kontinents. Alles andere als das Punktemaximum am Ende der Qualifikation wäre eine kleine Sensation.

Auftaktgegner Bulgarien sammelte zuletzt in der EM-Quali in zehn Spielen null Punkte und 1:54 Tore, Kasachstan gewann zwar gegen die Schweiz (wie auch immer das zugegangen sein mag), wurde aber in Deutschland mit 0:17 abgeschossen. Und die Ungarinnen beendeten ihre Gruppe in der EM-Qualifkation als Vorletzter mit zehn Punkten, wobei es aber sechs dieser Punkte eben gegen Bulgarien gab. Kurz gesagt: Wenn man den Anspruch hat, in dieser Gruppe Zweiter zu werden, darf man in diesen sechs Spielen sehr wenig liegen lassen. Wenn man einer der vier besseren Zweiten werden will, müssen sechs möglichst klare Siege her.

scheduleBleibt Finnland. Bei der EM im Sommer schied Finnland nach der Vorrunde aus, mit zwei (glücklichen) Remis gegen Italien und Dänemark und einer 0:5-Ohrfeige von Schweden. Im Spiel nach vorne eher bieder, im Verteidigen von Flanken schwach, und beim Spiel in Turku auch ohne Kapitänin Saari (Verteidigerin) und Stürmer Sällström (beide verletzt). Aber mit der internationalen Erfahrung auch einer Heim-EM vor vier Jahren, und mit dem Selbstverständnis, in dieser Gruppe natürlich Zweiter zu werden.

Der erste Doppel-Spieltag

Dass es gegen Bulgarien einen Sieg gibt, steht eigentlich außer Frage und sollte, wenn nichts dramatisch schief geht, nur eine Frage der Höhe sein. In Finnland wird sich zeigen, wie weit die Mannschaft wirklich schon ist. Mit Zählbarem im Gepäck aus Turku heimzureisen, ist sicher nicht leicht, aber auch sicher nicht unmöglich.

(phe)

Ein ganz ganz großes Dankeschön an Gerhard Möshner und die Freunde des ÖFB-Frauen-Nationalteams dafür, dass wir die Bilder verwenden dürfen!

Kader: Tor: Anna-Carina Kristler (25 Jahre, Sturm Graz, 16 Länderspiele), Manuela Zinsberger (17, Neulengbach, 1). Abwehr: Verena Aschauer (19, Cloppenburg, 9), Gini Kirchberger (20, Cloppenburg, 13), Heike Manhart (20, Szombathely, 15), Julia Tabotta (19, St. Pölten, 2), Lisi Tieber (23, Sturm Graz, 10), Carina Wenninger (22, Bayern München, 36). Mittelfeld: Laura Feiersinger (20, Bayern München, 23), Jenny Pöltl (20, Eastern Tennessee State, 11), Nadine Prohaska (23, St. Pölten, 33), Sarah Puntigam (20, Kriens, 31), Viktoria Schnaderbeck (22, Bayern München, 23), Katja Trödthandl (24, Landhaus, 13), Sarah Zadrazil (20, Eastern Tennessee State, 8). Angriff: Nina Burger (25, Neulengbach, 47), Lisa Makas (21, St. Pölten, 23), Jelena Prvulovic (19, Landhaus, 2). Teamchef: Dominik Thalhammer (42, seit zweieinhalb Jahren)

Kader Bulgarien: Tor: Stanimira Matarova (24 Jahre, Sportika Blagoevgrad), Roxana Shahanska (21, NSA Sofia). Abwehr: Neli Atanasova (21, NSA), Nikoleta Boycheva (19, Magdeburg), Anelia Kukunova (19, Ekomet Plovdiv), Lidia Nacheva (20, Levante/ESP), Joana Papazova (21, NSA), Monika Rashgeva (20, NSA), Radoslava Slavcheva (29, Medik Konin/POL). Mittelfeld: Polina Georgieva (Supersport Sofia), Borislava Kireva (24, NSA), Liliana Kostova (25, Apollon Limassol/CYP), Dejana Petrakieva (31, NSA), Kristina Petrunova (21, Sportika). Angriff: Velislava Dimitrova (19, Magdeburg), Mariana Gagova (19, NSA), Valentina Gospodinova (26, NSA), Velika Koshuleva (22, NSA). Teamchef: Emil Kartselski (34, neu).

Kader Finnland: Tor: Tinja-Riikka Korpela (27 Jahre, Lilleström, 47 Länderspiele), Siiri Välimaa (23, NiceFutis, 0). Abwehr: Tuija Hyyrynen (25, Umeå, 56), Laura Kivistö (32, Vantaa, 12), Emma Koivisto (19, Espoo, 5), Susanna Lehtinen (30, Örebro, 71), Nea-Stina Liljedal (20, Espoo, 0), Katri Nikso-Koivisto (30, Lilleström, 77), Anna Westerlund (24, Piteå, 59). Mittelfeld: Emmi Alanen (22, Umeå, 29),>Adelina Engman (18, Åland, 9), Annika Kukkonen (23, Sunnanå, 41), Nora Heroum (19, Espoo, 15), Marianna Tolvanen (20, Espoo, 32), Leena Puranen (26, Jitex Mölndal, 55). Angriff: Juliette Kemppi (19, Åland, 0), Heidi Kivelä (24, Vantaa, 4), Jaana Lyytikäinen (30, Åland, 34), Sanna Talonen (29, Örebro, 90). Teamchef: Andrée Jeglertz (41, seit vier Jahren).

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Erst im Schock, dann ohne Hirn nach vorne – U21 verliert 0:2 gegen Bulgarien https://ballverliebt.eu/2011/11/10/erst-der-schock-dann-ohne-hirn-nach-vorne/ https://ballverliebt.eu/2011/11/10/erst-der-schock-dann-ohne-hirn-nach-vorne/#respond Thu, 10 Nov 2011 19:00:52 +0000 http://ballverliebt.eu/?p=6045 Erst im Schock, dann ohne Hirn nach vorne – U21 verliert 0:2 gegen Bulgarien weiterlesen ]]> Zum EM-Qualifikationsspiel der österreichischen U21 gegen Bulgarien (0:2) verlieren wir heute nicht viele Worte, haben aber zwei Animationen für euch vorbereitet, die das Problem der Österreicher nach dem schnellen 0:2-Rückstand aufzeigen sollen.

Österreich - Bulgarien (U21, EM Quali): Spielaufbauproblem der Österreicher

Österreichs 4-4-2 verwandelte sich in der Vorwärtsbewegung (die es bei zeitweise über 70 Prozent quasi immer gab) erst in ein 3-4-3, dann sogar in ein 3-2-5. Das Problem war der hirnlose Sturm nach vorne, der der Spielmacherrolle von Holzhauser völlig den Boden unter den Füßen wegzog. Wenn er den Ball bekam, waren längst alle Stürmer angekommen, zugedeckt und im Stillstand. Nur Linksverteidiger Farkas war zu diesem Zeitpunkt noch im Vorwärtsgang, der weite Pass auf ihn allerdings schwierig. Meist war dem Stuttgarter nur der Alibischupfer auf Schwab möglich, der dann vorm selben Problem stand. Beim Versuch den recht weiten Pass auf die Außenposition zu spielen schossen die Bulgaren dazwischen und konterten blitzschnell.

Die versuchte Lösung des Problems bot ein nachrückender Innenverteidiger (das Wort Konter hier bitte einfach ignorieren)

Dilaver deutete die „Lösung“ des Problems schon in der ersten Hälfte nach einer halben Stunde an, indem der Innenverteidiger aufrückte und in der Mitte das Spiel weniger ausrechenbar bzw. optionenreicher machte. In der zweiten Hälfte stellte Trainer Andi Herzog gleich Holzhauser auf diese Position um die offensiv komplett unambitionierten Bulgaren zu erdrücken. Die ließen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und standen hinten diszipliniert. Der Nachteil, hinten mit diesem 2-3-5 besonders anfällig zu sein, kam deshalb kaum zum Tragen. Um einen Vorteil aus der offensiven Übermacht zu ziehen, war die Leistung der ÖFB-Elf aber zu schlecht.

Fazit: Mit dem katastrophalen Start der Österreicher war der Gameplan natürlich sofort zerstört. Nicht nur mussten die Bulgaren danach kein Risiko mehr eingehen und konnten dicht machen, auch das Selbstvertrauen fehlte dann völlig. Herzog reagierte zur Pause auf Probleme (und nahm noch mehr Risiko als die Grundaufstellung ohnehin schon abnötigte), konnte sie aber nicht wirklich lösen. Das nicht uninteressante Experiment ist damit voll in die Hose gegangen.

Es zeigt damit besonders gut auf, weshalb Herzog dringend in den Vereinsfußball sollte. Er selbst sprach nach dem Spiel davon, möglicherweise zu viel Risiko genommen und die Situation falsch eingeschätzt zu haben. Es muss einem jungen Trainer erlaubt sein, solche Versuche zu machen, seine Ideen auszuprobieren – mit einer Nationalelf gibt es dazu aber viel zu wenige Gelegenheiten. In der Qualifikation geht es um zu viel. In diesem Fall kostet es dem ÖFB-Nachwuchs wohl schon frühzeitig die Teilnahme an der Europameisterschaft. (tsc)

Österreich startete mit: Siebenhandl – Farkas, Dilaver, Dibon, Schimeplsberger – Holzhauser, Schwab – Royer, Teigl – Alar, Weimann (zur Pause kamen Elsneg und Schöpf für Teigl und Schimpelsberger; Nach einer Stunde ersetzte Tadic im Sturm Alar)

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