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Red Bull Salzburg, Anif, Pasching & Co.: Der heimische Fußball verkommt zur Farce

Gastautor Andreas Lindinger beschäftigt sich mit den jüngsten Meldungen rund um weitgehende Kooperationen zwischen Red Bull Salzburg und aktuellen Regionalligavereinen. Er befürchtet einen Attraktivitätsverlust und unlösare sportliche Interessenskonflikte und fordert ÖFB und Bundesliga auf, solchem Treiben ein Ende zu setzen. Weiterlesen nach dem Klick!

Interview mit Andreas Heraf (Teil 1): “Wir sind am Anschlag”

Bei der anstehenden U20 Weltmeisterschaft in Kolumbien wird Andreas Heraf als österreichischer Teamtrainer an der Seitenlinie stehen. Im Vorfeld des Turniers haben wir uns eine Stunde mit ihm über seine Arbeit unterhalten. Wir präsentieren euch das Gespräch ungekürzt in drei Teilen. Im ersten Part geht es um die Zusammenstellung des Kaders, den Weg nach Südamerika und die Hindernisse auf dem Weg zum erwünschten Ziel.

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Sturm ist Meister, Zeit für Zahlen

Die Schlacht ist geschlagen. Nach 36 Runden und einem teils sehr dramatischen Finish stemmte Sturm Graz den Meisterteller gen Himmel. Tränen hingegen flossen in Wien. Einerseits weil Rapid vorzeitig die Europacup-Quali verfehlte, andererseits weil die Austria zum hundertjährigen Jubiläum den Meistertitel und Platz zwei verspielte. In Salzburg durfte man aufatmen: Eine über viele Strecken verkorkste Saison fand mit dem Vizemeistertitel immerhin einen versöhnlichen Abschluss. Wir widmen uns den zwei Hauptfragen: Was war mit Österreichs “Großen Vier” los? Und warum wurde Sturm eigentlich Meister?

Jaja. Sturm ist Meister, weil sie am Ende der Saison am meisten Punkte am Konto hatten. Das wäre natürlich die einfache Antwort, die sich jeder beim Blick auf die Tabelle selbst geben kann. Doch so einfach machen wir uns das freilich nicht. Immerhin war der Verein vor einem halben Jahrzehnt noch Bankrott und hat im Vergleich mit Rapid, der Austria und Krösus Red Bull auch weniger Budget. Überhaupt, im Vergleich mit der Truppe, die sich unter Ivica Osim in den Jahren 1998 und 1999 den Titel sicherte, ist heute eine ziemliche Noname-Truppe am Werk, der die wirklich großen Stars fehlen. Doch genug tiefgestapelt. Zeit für Statistiken und Diagramme. Continue reading

Sturm – Salzburg: Vom schwarzen Chancentod und bulligen Mannschaftsgeist

Die 29. Runde der österreichischen Bundesliga bot die Bühne für das erste Meisterschaftsfinale der Saison. Die Titelträger von Red Bull Salzburg mussten nach Graz, um bei Sturm einen Sieg zu holen. Alles andere hätte das Ende der Bullen-Ambitionen bedeutet. Die Blackies konnten nach dem souveränen 2:0-Sieg in Hütteldorf mit breiter Brust anreisen, bei den Siezenheimern durfte Ricardo Moniz mit seinem Co Niko Kovac erstmals ein Spiel komplett vorbereiten. Die komplette Analyse auf derStandard.at lesen

Junuzovic ermöglicht das Austria-Comeback

Ein schnelles 1:0 und dann sah Red Bull Salzburg bis zur 51. Minute wie der sichere Sieger der heutigen Bundesliga-Partie aus. In einer qualitativ hochwertigen Partie war es aber schließlich Zlatko Junuzovic, der mit seinem Ausgleichstreffer den Reset-Knopf drückte. Letztlich teilten sich Meister und Wieder-Tabellenführer die Punkte – am Ende eine gerechte Sache.

Red Bull Salzburg - Austria Wien (1. HZ)

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Playoff: Die Europapokal-Gegner der Österreicher

Der in Europa als FC Salzburg bekannte österreichische Meister trifft in der Playoff-Runde der Champions League auf Hapoel Tel-Aviv. Das erste Spiel bestreiten die Salzburger zuhause.

Austria Wien bekam als gesetzte Mannschaft Aris Thessaloniki zugelost und fährt im ersten Spiel des Europa League-Playoffs nach Griechenland.

Sturm Graz zog eine Mischung aus Horror- und Traumlos. Juventus Turin wird im Hinspiel empfangen. Ein sehr schwarz-weißes und sehr volles Stadion ist zu erwarten, das Ausscheiden wohl auch einzukalkulieren.

Rapid Wien muss das unwahrscheinliche Kunststück des Vorjahres wiederholen und Aston Villa aus dem Bewerb schießen. Wieder findet das erste Spiel in Hütteldorf statt.

Wer schaffts, wer scheitert?

Europa League-Gewinnspiel beendet

Zum Beginn der Europa League-Gruppenphase haben wir begonnen, drei signierte Trikots von Red Bull Salzburg zu verlosen. Die anderen Klubs haben leider keine Beiträge nachgeliefert (weshalb sie dann schlussendlich auch aus dem Bewerb geflogen sind). Jedenfalls stehen die Sieger dieses Gewinnspiels jetzt fest.

Je ein Heimtrikot gewannen Robert K. und M___K, das Auswärtstrikot geht an Georg M.. Wir setzen uns mit den Gewinnern in Verbindung. M___K hat jedoch schon bei seiner Teilnahme den Wunsch geäßert, im Falle des Gewinnens den Preis für einen guten Zweck zu versteigern. Falls sich das nicht geändert hat, werden wir dafür in den nächsten Tagen eine eBay-Auktion ins Leben rufen.

Vorschläge werden hier angenommen, an welche Einrichtungen die daraus stammenden Einnahmen gehen sollen.

PS: Das Gewinnspiel für das WM-Trikot der deutschen Nationalmannschaft läuft unterdessen noch bis in die heutige Nacht!

Großes Europa League-Gewinnspiel (signierte Salzburg-Trikots) [UPD]

Zum bevorstehenden Europapokal-Herbst haben wir bei allen österreichischen Teilnehmern um Preise für ein großes Gewinnspiel angefragt. Meister Salzburg hat als erster Klub reagiert und uns gleich ein für Fans sehr besonderes Goodie als Preis zukommen lassen. Drei (zwei Heim-, ein Auswärts-) Red Bull Salzburg-Trikots inklusive Unterschriften der Mannschaft warten auf je einen geneigten Gewinner. Falls auch die anderen Vereine noch etwas beitragen, werden diese Preise selbstverständlich am Ende auch eingebunden. (Update: Rapid-Fans müssen die Hoffnung aufgeben. Der SCR gibt nur “für Gewinnspiele mit karikativem[sic!] Hintergrund”). Um an der Verlosung am Ende der Gruppenphase teilzunehmen, müsst ihr aber natürlich erstmal schwer rackern. Continue reading

Salzburg-Villarreal: Alles Schwegler/Tchoyi, oder was?

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Pass-Analyse von Salzburg gegen Villarreal (2:0)

Wie vor zwei Wochen beim Spiel von Rapid beim 3:0 gegen Hamburg verlegten sich auch die Salzburger (siehe unser Gewinnspiel mit signierten RBS-Trikots) gegen eine objektiv deutlich bessere Mannschaft vor heimischem Publikum auf die Konter. Und auch diesmal ging das Konzept des grundsätzlich defensiv eingestellten Gastgebers voll auf: Die Bullen gewannen doch etwas überraschend 2:0 gegen die international sehr routinierte Truppe aus Spanien.

Die defensive Grundhaltung ist aber nicht die einzige Parallele zu Rapid. Nein, mit Somen Tchoyi verfügen auch die Salzburger über eine sehr zentrale Figur. Der Kameruner zieht die Bälle an wie ein Magnet  – praktisch die komplette Mannschaft versuchte immer, Tchoyi ins Spiel zu bringen. Das ging vor allem auch deshalb, weil er (wie Hofmann bei Rapid üblicherweise) seine nominelle rechte Seite sehr oft verlässt und im Grunde einen Freigeist spielt, der beinahe die ganze Platzbreite für sich ausnützt. Doch im Unterschied zu Rapid, wenn Hofmann auf rechts spielt und nicht, wie zuletzt öfter, in der Zentrale, geht das bei Salzburg gut – weil Schwegler im Gegensatz zu Andi Dober die beiden Positionen gleichzeitig spielen kann.

Stichwort Schwegler. Der Schweizer ist der Boss auf der rechten Seite. Er beackert die komplette Flanke, geht sehr oft auch weit in die gegnerische Hälfte mit, ohne jedoch dabei seine Defensivaufgaben zu vernachlässigen – die eigentlich dominante rechte Seite von Villarreal (Capdevila-Cazorla, an sich ein Weltklasse-Duo), spielte überhaupt keine Rolle. Der 25-Jährige ist ein Rechtsverdeitiger von hochmodernem Zuschnitt, der schon jetzt wertvoller für die Mannschaft ist, als es sein Vorgänger Laszlo Bodnár jemals war.

Daher kommt es auch nicht von umsonst, dass die rechte Seite eindeutig die Hauptlast des Salzburger Offensiv- bzw. Konterspiels trägt. Was auch daran liegt, dass mit Leitgeb jemand im rechten Halbfeld spielt, der gut ins Spiel eingebuden wird. Anders die linke Seite: Ulmer und Svento agierten weitgehend isoliert von der restlichen Mannschaft, brachten auch kaum einen Ball wirklich in die Spitze zu (dem gegen Villarreal recht fleißigen) Marc Janko. Gerade Svento hatte wahrlich keinen guten Tag.

So richtig ins Mannschaftsgefüge integriert ist, im Gegensatz zum wesentlich dominanteren Leitgeb halbrechts, Nikola Pokrivac im linken Halbfeld nicht. Auffällig beim kroatischen Neuzugang ist aber: Während er vor der Pause einen kompletten Fremdkörper im Team darstellte, kaum Bälle sah (und wenn doch, die entweder alibimäßig kurz abspielte oder, noch häufiger, gar nicht an den Mann brachte), taute er nach dem Seitenwechsel sichtlich auf und avancierte zu einem ähnlich wichtigen Mann im Umschalten von Defensive auf Offensive wie Leitgeb. Fast doppelt so viele Ballkontakte wie vor der Pause, nur drei (!) davon brachte er nicht an den Mann. Da deutete er an, das er durchaus ein wichtiger Teil der Mannschaft sein kann.

Dennoch spielten die Salzburger de facto nur mit neun Feldspielern. Denn zwischen den routinierten Innenverteidigern Afolabi/Sekagya und dem defensiven Mittelfeld (eben der durchgängig ordentilche Leitgeb und der immer besser werdende Pokrivac) nahm Fränky Schiemer im Grunde nicht an der Partie teil. In der kompletten Spielzeit wurde er von seinen Mitspielern nur sieben Mal angespielt – also im Schnitt einmal alle zwölf Minuten. Ich möchte nicht sagen, dass das Platzieren eines Spielers zwischen einer dominanter IV und einem ballsicherem DM pure Verschwendung war, aber diesen elften Spieler hätte man wohl auch gewinnbringender einsetzen können.

Zum Beispiel als zusätzlichen Mann in einer zentralen Mittelfeldrolle, den da klaffte im Gegensatz zur überbevölkerten Defensivzentrale ein riesiges Loch. Klar, Somen Tchoyi übernahm diese Position bis zu einem gewissen Grad mit, aber während über ihn viel ging und über Svento links wenig, aber doch hin und wieder etwas, war das zentrale offensive Mittelfeld komplett inexistent. Bezeichnend, dass der häufigste Passweg im Salzburger Spiel der Abschlag von Torhüter Gustafsson zu Janko war.

Eine bemerkenswerte Tatsache fiel dann noch in den letzten etwa zehn Minuten auf, als Zickler für Janko ins Spiel kam. Der Deutsche ging nämlich nicht, wie eigentlich zu erwarten gewesen wäre, in die Sturmzentrale, sondern übernahm die rechte Mittelfeldposition von Somen Tchoyi, der wiederum in der Schlussphase den Mittelstürmer gab. Was ihn letztendlich auch in die Position brachte, das zweite Tor zu erzielen.

Fazit: Das Duo Schwegler/Tchoyi hat, in Verbindung mit einem braven Leitgeb den offensiven Löwenanteil an dem 2:0-Sieg gegen Villarreal, neben einer enorm zweikampfstarken Innenverteidigung mit gutem Stellungsspiel. Über Svento und Ulmer ging diesmal weniger, durch die Mitte (in Ermangelung eines Spielers auf dieser Position) gar nichts.

Ballkontake
49 – Schwegler
47 – Gustafsson
45 – Tchoyi
40 – Sekagya
39 – Leitgeb

Passgeber
32 – Gustafsson
29 – Sekagya
25 – Tchoyi
25 – Ulmer
24 – Leitgeb

Passempfänger
40 – Tchoyi
27 – Janko
26 – Schwegler
25 – Leitgeb
22 – Sekagya

(phe)