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	<title>Ballverliebt &#187; UEFA EM 08</title>
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	<description>Fußball. Fußball. Fußball.</description>
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		<title>Ballverliebt Classics: Als Europa zur Ottokratie wurde</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 08:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Otto&#8230;!&#8221; Noch heute bekommen Griechen, ganz gleich ob Fußball-Fan oder nicht, leuchtende Augen und ein breites Lächeln im Gesicht, wenn der Name &#8220;Rehhagel&#8221; fällt. Der knorrige Deutsche hatte 2001 das seit jeher national und international absolut bedeutungslose Team der Hellenen übernommen. In nur drei Jahren machte er daraus den Europameister &#8211; eine der größten Sensationen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><img class="alignright size-full wp-image-6224" title="Unbenannt" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Unbenannt.png" alt="" width="317" height="354" />&#8220;Otto&#8230;!&#8221; Noch heute bekommen Griechen, ganz gleich ob Fußball-Fan oder nicht, leuchtende Augen und ein breites Lächeln im Gesicht, wenn der Name &#8220;Rehhagel&#8221; fällt. Der knorrige Deutsche hatte 2001 das seit jeher national und international absolut bedeutungslose Team der Hellenen übernommen. In nur drei Jahren machte er daraus den Europameister &#8211; eine der größten Sensationen der Fußball-Geschichte. &#8220;Bevor ich kam&#8221;, erklärte der schon während der EM 2004 &#8216;Rehhakles&#8217; Genannte, &#8220;hat jeder gemacht, was er will. Jetzt macht jeder, was er kann!&#8221;</em></strong></p>
<p><span id="more-6142"></span>Dabei sprach Rehhagel kein Wort Griechisch &#8211; dafür holte er sich Jannis Topalidis. Der Deutsch-Grieche aus Stuttgart wurde mehr als nur Ottos Co-Trainer: Er war Dolmetscher, Vertrauter und auch sein Sprachrohr. Zwar ging sein erstes Spiel als Teamchef mit einem 1:5 in Finnland verloren, aber der belächelte Rehhagel machte bald ernst. Er verbannte Vereinsfunktionäre und Spielerberater aus dem Umfeld der Nationalmannschaft und machte die Ansammlung von Spielern aus drei gegnerischen Lagern &#8211; Olympiakos, Panathinaikos und AEK &#8211; ein Team. Ja, mehr noch, eine Familie. Eine Gemeinschaft.</p>
<p>Und doch schien in der Qualifikation zur Euro2004 in Portugal alles den gewohnten Gang zu nehmen: Zwei Niederlagen zum Start, daheim gegen Spanien und in der Ukraine. Doch die Maßnahmen Rehhagels begannen zu greifen, und in den restlichen sechs Quali-Spielen gab&#8217;s kein einziges Gegentor mehr, dafür nur noch Siege. Wie das 1:0 in Saragossa gegen Spanien. Und das 1:0 am letzten Spieltag gegen Nordirland, das die direkte Qualifikation sicherte und die Spanier ins Playoff schickte.</p>
<p>Die Griechen wurden in die Gruppe mit Veranstalter Portugal gelost; zu den Spaniern, die trotz des Umwegs als klar besser als die Hellenen galten; dazu kamen noch die Russen. Alleine die Tatsache, dass die Griechen dabei waren &#8211; erst zum dritten Mal hatte man es bei einem großen Turnier geschafft &#8211; wurde Rehhagel als Riesenerfolg angerechnet. Nur die Mega-Außenseiter aus Lettland, die sich überraschend qualifiziert hatten, sahen die Buchmacher noch chancenloser als die Griechen. Mehr als der dritte Gruppenplatz bei einem möglichen Sieg gegen die Russen im letzten Spiel wurde als pure Träumerei betrachtet.</p>
<p><strong><em>Das Eröffnungsspiel</em></strong></p>
<div id="attachment_6143" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A1-Gre-Por-2-1.png"><img class="size-full wp-image-6143 " title="A1 Gre-Por 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A1-Gre-Por-2-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Griechenland - Portugal 2:1 (1:0)</p></div>
<p>Und vielleicht wäre ja alles ganz so gekommen, wenn nicht Paulo Ferreira in der allerersten Partie des Turniers nach sechs Minuten den Ball in der Vorwärtsbewegung in die Beine von Giorgios Karagounis gespielt hätte. Und sich Fernando Couto nicht so vornehm zurück gehalten und den Richtung Strafraum ziehenden Griechen gestellt hätte. So aber zog Karagounis ab und traf aus 20 Metern zum 1:0 für Griechenland. Es war der endgültige Startschuss zu diesem hellenischen Sommermärchen.</p>
<p>Denn die Führung und die Tatsache, dass der ganze Druck nun umso mehr auf den Portugiesen lastete, spielte dem Außenseiter in die Hände. Bei dem die Aufteilung in der Abwehr so aussah, dass Michalis Kapsis der portugiesischen Solo-Spitze Pauleta überall hin nachlief und Traianos Dellas, Rehhagels knapp zwei Meter großer &#8220;Koloss von Rhodos&#8221;, als Libero die restliche Abwehr organisierte.</p>
<p>Vor der Viererkette bauten die Griechen einen weiteren Wall aus drei defensiven Mittelfeldspielern auf. Basinas war dabei ein beinahe klassischer Vorstopper, dessen Hauptaufgabe darin bestand, Rui Costa aus dem Spiel zu nehmen. Assisiert wurde er von Zagorakis rechts und Karagounis links. Dieses Trio stellte die Mitte komplett zu, sodass Rui Costa unsichtbar wurde und die Mitte als Weg für die Portugiesen dicht.</p>
<p><strong><em>Portugal auf die Außen gedrängt</em></strong></p>
<p>Somit blieb dem Gastgeber nur der Weg über die Außen, aber Figo und Simão hatten es dort immer mit zumindest zwei Gegenspielern zu tun, weil die Dreierkette vor der Abwehr so verschob, dass Zagorakis bzw. Karagounis immer helfen konnten und somit immer eine Überzahl auch auf den Flanken gegeben war. Um die Außenverteidiger der Portugiesen kümmerten sich mit Charisteas und Giannakopoulos die beiden Außenspieler im griechischen Fünfer-Mittelfeld.</p>
<p>Der Weg in den Strafraum war den Portugiesen damit komplett versperrt, Pauleta sah kaum einen Ball. So konnten es sich Seitaridis und Fyssas auch immer wieder erlauben, nach vorne aufzurücken. Das Problem, dass im portugiesischen Rückraum mit Maniche und Costinha zwei Sechser ohne Gegenspieler dastanden und so theoretisch das Spiel von hinten lenken konnten, begegneten die Griechen mit durchaus sehenswertem Pressing.</p>
<p>Portugals Teamchef Scolari kratzte für die zweite Hälfte nur an Symptomen, aber nicht am System. Zwar machten Cristiano Ronaldo (statt Simão) und Deco (statt Rui Costa) einen deutlich agileren Eindruck als ihre Vorgänger vor der Pause, aber die Griechen mussten ihrerseits nichts umstellen. Und nachdem der damals 19-jährige Cristiano Ronaldo in seiner ersten Defensivaktion im eigenen Strafraum den aufgerückten Seitaridis umrannte, gab&#8217;s Elfmeter und Basinas verwertete diesen unhaltbar zum 2:0.</p>
<div id="attachment_6144" class="wp-caption alignleft" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/GrePorVR-2.png"><img class="size-full wp-image-6144 " title="GrePorVR 2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/GrePorVR-2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Schlussphase im Eröffnungsspiel</p></div>
<p><em><strong>Zweiter Stürmer, zweiter Manndecker</strong></em></p>
<p>Dann erst entschloss sich Scolari, mit Nuno Gomes (statt Costinha) einen zweiten Stürmer einzuwechseln. Rehhagel ließ sich nicht darauf ein, hinten Dellas mit Manndeckung zu betrauen, sondern beorderte stattdessen Katsouranis (der zur Pause für den gelb-rot-gefährdeten Karagounis gekommen war) nach hinten, um sich des zweiten Stürmers anzunehmen. Fyssas blieb auf der Außenbahn und kümmerte sich nun praktisch alleine um diese.</p>
<p>Mit den aktiven neuen Spielern entwickelte das Spiel der Potugiesen einen fast schon dramatischen Linksdrall, Figo wurde überhaupt nicht mehr eingebunden, wie generell es Deco und Co. verabsäumten, die auch bei den Griechen nun unterbesetzte Seite zu bespielen. So lief sich Portugal immer wieder fest, die Abstimmung vor allem zwischen Cristiano Ronaldo und Pauleta passte überhaupt nicht, bei beiden Stürmer kamen mit der Manndeckung nicht zurecht und Dellas, ohne direkten Gegenspieler, klärte immer wieder. Das 2:1 durch Ronaldo in der Nachspielzeit (nach einer Ecke von Figo) fiel viel zu spät, die Griechen hatten die Sensation trocken nach Hause verteidigt.</p>
<p><em><strong>Glück gegen Spanien</strong></em></p>
<div id="attachment_6199" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A3-Gre-Esp-1-11.png"><img class="size-full wp-image-6199 " title="A3 Gre-Esp 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A3-Gre-Esp-1-11.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Griechenland - Spanien 1:1 (0:1)</p></div>
<p>Weil im zweiten Spiel die Spanier, die am Eröffnungstag die Russen mit viel Mühe 1:0 besiegt hatten, von Anfang an mit zwei Stürmern antraten, opferte Rehhagel Basinas und ließ mit Katsouranis gleich einen zweiten Manndecker auflaufen. Er kümmerte sich um Raúl, der etwas aus der Tiefe kam und somit auch seinen Gegenspieler oftmals aus der Abwehr herauszog.</p>
<p>Das fehlen von Basinas im Mittelfeld ließ aus der Dreierkette gegen Portugal gegen das 4-4-2 der Spanier (das eigentlich mehr ein 4-2-2-1-1 war) noch Zagorakis und Karagounis übrig. Das war aber kein Problem, weil es im Zentrum bei den Spaniern ohnehin keinen wirklich kreativen Spieler gab und somit auch keiner bewacht werden musste. So verlegte sich Zagorakis darauf, aus der Tiefe das Spiel zu lenken und Karagounis rückte immer wieder auf und presste auf Baraja und Albelda.</p>
<p>Die Spanier, bei denen Etxeberria von Fyssas komplett abgemeldet wurde, kamen nur über die linke Seite mit Raúl Bravo und Vicente nach vorne. Morientes und Raúl waren aber gut abgedeckt und so gab es den ersten Torschuss erst nach einer halben Stunde: Kapsis verlor den Ball leichtsinnig und Morientes nützte die plötzliche Unordnung zum 1:0 für Spanien.</p>
<p><em><strong>Neue Situation: Man ist hinten</strong></em></p>
<p>Das war eine komfortable Situation für die Spanier, die nun nicht mehr zwingend gegen die ungewohnte Manndeckung anrennen mussten, sondern sich ein wenig zurücklehnen konnten. Bei den Griechen wurde vor allem das Spiel über die Außenbahnen vernachlässigt. Charisteas und Giannakopoulos, die nominell über die Flanken kamen, spielten sehr weit innen und die Außenverteidigier sahen sich somit, anders als noch gegen Portugal, mit einer 1-gegen-2-Unterzahl konfrontiert.</p>
<p>Umso mehr, als Spaniens Teamchef Iñaki Saez nach der Pause für den unsichtbaren Etxeberria auch noch Joaquín einwechselte. Dieser machte sofort viel Wirbel und narrte Fyssas nach Belieben. Die Spanier hatten alles sicher im Griff und das zweite Tor schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, zumal Saez nach einer Stunde auch das Mittelfeld stärkte, indem er statt Spitze Morientes nun Zehner Valerón ins Spiel brachte.</p>
<p>Rehhagel versuchte seinerseits, mit Vassilis Zartas mit einen offensiveren Mittelfeldspieler (statt Karagounis) mehr Akzente nach vorne setzen zu können. Der neue Mann orientierte sich deutlich höher und spielte mit den Flügelspielern (Charisteas und Vryzas, nachdem Mittelstürmer Nikolaidis für den angeschlagenen Giannakopoulos eingewechselt worden war). Zartas bereitete auch gleich den Ausgleich vor, auch wenn dieser mit den Umstellungen nichts zu tun hatte, sehr viel aber mit einer Unzulänglichkeit des spanischen Innenverteidigers Helguera: Der Mann von Real Madrid berechnete einen 50-Meter-Pass von Zartas auf Charisteas völlig falsch, sprang unter dem Ball durch und Charisteas schoss aus dem nichts das 1:1.</p>
<p>Da bei den Spaniern nun nur noch eine Spitze übrig war (Raúl) und Valerón auf die Zehn ging, wechselten Kapsis und Katsouranis ihre Gegenspieler &#8211; Kapsis blieb hinten und rannte Raúl nach, während Katsouranis ins Mittelfeld zu Zagorakis aufrückte und dort Valerón das Leben schwer machte. Die Folge war ein ähnliches Spiel wie gegen Portugal: Durch die Mitte kam Spanien nicht durch, so musste es über die Flügel gehen. Und her machte Joaquín seinen Gegner Fyssas so sehr zu schaffen, dass Rehhagel ihn noch vor Spielende durch Venetidis ersetzen musste.</p>
<p>Doch trotz der drückenden Dominanz über die rechte Seite scheiterte Spanien zum einen am wieder hervorragend spielenden Nikopolidis und an der Tatsache, dass man sich in der Mitte gegen die Überzahl, welche die Griechen durch den Einsatz eines Liberos erhielten, nicht entscheidend durchsetzen konnte. So führte Rehhagels Team die Gruppe vorm letzten Spiel mit vier Zählern an, punktgleich mit Spanien, dahinter Portugal mit drei Punkten und Russland mit zwei Niederlagen.</p>
<p><em><strong>Nach Rückstand das Spiel machen? Funktioniert nicht!</strong></em></p>
<div id="attachment_6195" class="wp-caption alignleft" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A5-Gre-Rus-1-2.png"><img class="size-full wp-image-6195 " title="A5 Gre-Rus 1-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A5-Gre-Rus-1-2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Griechenland - Russland 1:2 (1:2)</p></div>
<p>Das Turnier der Russen stand unter keinem guten Stern. Erst fiel Teamchef Georgi Jartsev mit Onopko und Ignashevitch die komplette Innenverteidigung aus, dann flog im zweiten Spiel gegen Portugal auch noch Torhüter Ovtchinnikov zu Unrecht vom Platz &#8211; so war das Aus der Sbornaja eben schon vorm letzten Gruppenspiel in Faro an der Algarve besiegelt.</p>
<p>Dennoch gaben sie Vollgas und brachten durch das 1:0 von Kirichenko schon in der 2. Minute die Griechen dazu, einem Rückstand hinterher laufen zu müssen. Was in diesem Fall tatsächlich so war, denn ob der Situation in der Gruppe konnte sich Griechenland alles andere als sicher sein, dass es auch mit einer Niederlage für das Viertelfinale reicht. Mit einem 0:1 standen die Chancen noch recht gut, aber als nach einer Viertelstunde aus einem Eckball das 0:2 durch Bulykin fiel, wurde der Faden dünner. So lange Portugal in deren Must-Win-Spiel gegen Spanien nicht führt, reichte das zwar noch. Aber darauf vertrauen, dass das so bleibt, durfte man natürlich nicht.</p>
<p>Hatten die Griechen mit ihrer Spielanlage zuvor noch davon profitiert, dass der Gegner aktiv war und man selbst reagieren konnte, war man nun gezwungen, gegen eine sich zurückziehende Mannschaft, die nach Ballgewinn schnell kontert &#8211; vor allem Gusev machte der linken Seite der Griechen enorme Probleme &#8211; das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen. Das funktionierte nicht: Basinas und Zagorakis hatten acht russische Feldspieler zwischen sich und dem Tor, aber kaum mehr als drei eigene Mitspieler. Hinzu kam, dass Seitaridis auf der rechten Seite alleine für Breite sorgen sollte (gegen zwei Russen) und schlicht das Tempo und die Ideen nach vorne fehlten.</p>
<p><strong><em>Anschlusstor &#8211; reicht das?</em></strong></p>
<p>Deshalb brachte Rehhagel schon vor der Pause den kreativeren Zartas statt des tief agierenden Basinas. Schon in seiner ersten Aktion holte Zartas einen Eckball heraus, aus dem der Anschlusstreffer fiel &#8211; Zisis Vryzas konnte Malafejev überwinden. Damit waren die Griechen zur Pause erst einmal auf der sicheren Seite: Eine Niederlage, die nicht höher ausfällt als eine der Spanier, reicht &#8211; sofern die Iberer dabei nicht zwei Tore mehr erzielen. Das hieß zur Halbzeit: Das 1:2 reicht nur dann nicht, wenn Spanien gleichzeitig 3:4 oder 4:5 gegen Portugal verliert. Was bei einem Pausenstand von 0:0 im Parallelspiel mehr als unrealistisch erschien. Und als die Portugiesen nach rund einer Stunde in Führung gingen, hieß das für Griechenland: Bleibt&#8217;s beim eigenen 1:2, reicht das. Ein drittes Gegentor darf aber nicht mehr fallen.</p>
<p>Nach dem Seitenwechsel blieb Zartas aber unauffällig, auch weil die Russen &#8211; bei denen Alentichev deutlich in seinem Aktionsradius eingeschränkt worden war &#8211; die Mitte gut zumachten und die Griechen somit gezwungen waren, ihre Angriffe über die Flügel aufzubauen. Das machte vor allem der extrem aktive Seitaridis gut, er drückte Jevsejev und Semshov (war für Karjaka gekommen) nach hinten und sorgte so dafür, dass Kirichenko vorne in der Luft hing. Auf der anderen Seite bekam Gusev nun Unterstützung von Dmitri Sychov (war für Bulykin gekommen), sodass Venetidis immer deutlich mehr Defensivarbeit verrichten musste als Seitaridis. Das Spiel der Griechen nach vorne war damit sehr eindimensional &#8211; alles über Seitaridis &#8211; und harmlos.</p>
<p>Die Russen versuchten schon relativ früh, das Tempo aus dem eigenen Spiel nach vorne herauszunehmen. Sie hatten erkannt, dass dem Gegner nichts einfällt, wollten den Griechen gar nicht erst die Gelegenheit geben, zu schnellen Gegenstößen zu kommen. Außerdem führten sie ja und konnten selbst mit dem Sieg den letzten Gruppenplatz nicht mehr verlassen. Wozu also das Risiko eingehen, den Griechen ins offene Messer zu laufen.</p>
<p>Diesen war aber, je länger es dem Ende entgegen ging, auch immer mehr klar: Diese knappe Niederlage reicht, also war es ihnen wichtiger, kein Tor mehr zu kassieren, als mit aller Kraft &#8211; die, man hatte es ja gesehen, äußerst schwach übersetzt war &#8211; auf den Ausgleich zu gehen. So gab es in der letzten halben Stunde nur noch eine nennenswerte Chance (für die Russen). Beide Teams waren mit dem Resultat einverstanden. Die Griechen waren als Gruppenzweiter weiter, Spanien nach dem 0:1 gegen Portugal im Parallelspiel raus.</p>
<p><strong><em>Großer Erkenntnisgewinn</em></strong></p>
<p>Das 1:2 hat außerhalb der beiden Länder kaum jemand gesehen &#8211; alles hatte sich natürlich auf die Parallel-Partie konzentriert &#8211; brachte aber für Otto Rehhagel ganz entscheidende Erkenntnisse. Selbst gegen die eher limitierten Russen &#8211; die Mannschaft war mit jener, die vier Jahre später unter Guus Hiddink so überzeugend ins Halbfinale marschiert war, nicht einmal im Ansatz zu vergleichen &#8211; war es den Griechen nicht möglich, mit eigenen Mitteln das Spiel zu machen. Das hieß im Viertelfinale gegen Frankreich umso mehr: Seine Mannschaft darf unter gar keinen Umständen in Rückstand geraten, will sie eine Chance haben. Was gegen Russland nicht geht, wird gegen den Titelverteidiger, auch wenn der keine überzeugende Vorrunde absolviert hatte, erst recht nicht klappen.</p>
<div id="attachment_6215" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F2-Gre-Fra-1-01.png"><img class="size-full wp-image-6215 " title="4F2 - Gre-Fra 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F2-Gre-Fra-1-01.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Griechenland - Frankreich 1:0 (0:0)</p></div>
<p>So stellte Rehhagel für das Spiel gegen Frankreich auch um. Seine größte Sorge galt dabei natürlich dem genialen Zinedine Zidane und dem flinken Thierry Henry. Dem Arsenal-Stürmer, der in der Premier-League-Saison vor dem Turnier 30 Tore erzielt hatte, stellte er nicht Katsouranis auf die Füße, sondern opferte Rechtsverteidiger Seitaridis, der in den Gruppenspielen so stark auf der Außenbahn agiert hatte. Der Plan dahinter war klar: Der schnelle Seitaridis hatte gegenüber Katsouranis klare Tempo-Vorteile. Die erachtete Rehhagel als wichtiger als die Vorstöße auf der rechten Flanke.</p>
<p>Bei Zidane kam Rehhagel entgegen, dass der französische Teamchef Jacques Santini seinen Kapitän und Superstar nicht auf der Zehn spielen ließ, sondern auf der rechten Seite in einem 4-2-2-2. Das erlaubte es Rehhagel, dem Star von Real Madrid gleich von drei Leuten umzingeln zu lassen: Linksverteidiger Fyssas, dazu den ins linke Halbfeld geschobenen Katsouranis.</p>
<p>Und Giorgios Karagounis. Der rückte statt eines Linksaußen (in der Vorrunde Giannakopoulos bzw. Papadopoulos) auf diese Position und lief Zidane, sofern sich dieser auf dieser Seite aufhielt, praktisch überallhin nach.</p>
<p>Das Fehlen von Seitaridis auf der anderen Seite glich Rehhagel aus, indem er Kapitän Zagorakis auf die Außenbahn stellte, um dort Pirès das Leben schwer zu machen; falls nötig unterstützt von Basinas und Charisteas. Was im Umkehrschluss hieß: Rehhagel hatte noch anderthalb dezidiert offensive Spieler auf dem Feld &#8211; Sturmspitze Nikolaidis, der nach drei Kurzeinsätzen nun erstmals im Turnier von Beginn an spielen durfte, und eben Charisteas.</p>
<p><strong><em>Extrem statisches Spiel</em></strong></p>
<p>Der Plan war damit deutlich defensiver als in den Gruppenspielen angelegt: Dem Gegner die Spielgestaltung rauben, die Angreifer somit gleich doppelt aus der Partie zu nehmen &#8211; zum einen durch strenge Manndeckung, zum anderen eben durch das Abschneiden vom Nachschub aus dem Mittelfeld. Es dauerte nicht lange, ehe Zidane &#8211; der seine Verfolger auch durch frühes Einrücken nicht abschütteln konnte &#8211; mit Pirès die Seiten tauschte. Aber auch das half nichts, weil der extrem giftige Zagorakis ein mindestens genauso unangenehmer Gegenspieler war. Wenn nicht sogar noch unangenehmer.</p>
<p>So wurde das Spiel extrem statisch: Den Franzosen wurde auf den Flanken und in der Spitze jede Luft zum atmen genommen und die Griechen hatten überhaupt nie die Absicht, und auch nicht das Personal, selbst etwas nach vorne zu machen. So blieb den recht hilflos im Raum stehenden Makélélé und Dacourt (der den angeschlagenen Vieira nicht einmal ansatzweise ersetzen konnte) nur die Option &#8220;lang und weit&#8221;, aber mit vier eigenen Offensivspielern gegen acht bis neun Griechen konnte das nicht gut gehen. So kamen auch keinerlei Impulse.</p>
<p><strong><em>Eine zentrale Stärke der Griechen: Keine billigen Freistöße!</em></strong></p>
<p>Eine ganz große Stärke der Mannschaft aus Griechenland war es bei diesem Turnier aber nicht nur, aus dem Spiel heraus wenig bis gar nichts zuzulassen &#8211; sondern, mindestens ebenso wichtig, keine billigen Freistöße in der Nähe des Strafraums zu erlauben. Bei aller Härte im Spiel gegen den Mann und aller Konsequenz im verhindern des gegnerischen Spielaufbaus verstanden es vor allem Zagorakis und Basinas, die hauptsächlich für diesen Raum zuständig waren, sich taktisch so diszipliniert zu verhalten, dass es praktisch keine Fouls in gefährlichen Lagen gab und so etwa in diesem Spiel Zidane und Henry nie die Gelegenheit hatten, mal einen Freistoß Richtung Tor zu zirkeln.</p>
<p>Mit der Konzentration von Zagorakis auf die Defensive war zwar die rechte Seite offensiv relativ begrenzt, was aber nicht heißt, dass der Kapitän nicht durchaus auch mal den Vorwärtsgang einlegte und schnell umschaltete, wenn sich die Gelegenheit ergab. So wie etwa in der 65. Minute, als er Lizarazu sehenswert aussteigen ließ, eine Flanke zur Mitte brachte und dort Charisteas völlig frei zum 1:0 einköpfeln konnte &#8211; weder Thuram noch Gallas fühlten sich für den Reservisten von Werder Bremen zuständig.</p>
<p><strong><em>Zu späte Umstellung von Santini</em></strong></p>
<p>Die ganze Problematik dieser lustlosen und satt wirkenden französischen Mannschaft manifestierte sich im Gesichtsausdruck von Teamchef Santini, der wie eine Mischung aus Hilflosigkeit und Trägheit wirkte. Es war kein Feuer erkennbar, kein Teamgeist, kein echter Plan. Wenn die Franzosen in die Nähe des griechischen Tores kamen, dann lange nur über Einzelaktionen &#8211; ein Vorstoß von Bixente Lizarazu, ein Lauf aus der Tiefe von Henry. Aber mehr Druck konnte erst aufgebaut werden, als Santini viel zu spät die völlig überflüssige Doppelsechs auflöste.</p>
<p>Mit Wiltord (statt den überforderten Dacourt) auf der rechten Seite und Zidane zentral konnte das Geflecht der Griechen etwas entzerrt werden, dazu bewegte sich Louis Saha (statt des von Kapsis komplett abmontierten Trezeguet) deutlich mehr und deutlich besser als sein Vorgänger. So gelang es den auch immer müder werdenden Griechen kaum noch, sich nachhaltig zu befreien. Bestes Beispiel dafür war Libero Traianos Dellas: Der 1.97m-Riese zeigte sich als reiner Holzhacker, als totaler Zerstörer unfähig zur Spieleröffnung. Er holzte die Bälle nur noch so weit wie möglich weg, nicht selten auf die Tribüne. Aber man hielt den Franzosen stand und hatte sensationell das Halbfinale erreicht.</p>
<p><em><strong>Das beste Team des Turniers</strong></em></p>
<p>Dort wartete aber mit den Tschechen das zweifellos beste Team des Turniers. Die große Stärke der Mannschaft von Karel Brückner war die enorme Vielseitigkeit: Da war der schnelle Milan Baroš, der schon fünf Turniertore auf dem Konto hatte. Neben ihm Jan Koller, ein Baum von einem Kerl. Und dahinter mit Pavel Nedvěd, Tomáš Rosický und Karel Poborský drei der besten offensiven Mittelfeldspieler Europas &#8211; abgesichert vom extrem verlässlichen Tomáš Galásek. Das war eine andere Hausnummer als die lustlosen Franzosen.</p>
<div id="attachment_6218" class="wp-caption alignleft" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2F2-Gre-Cze-1-0-nV.png"><img class="size-full wp-image-6218 " title="2F2 Gre-Cze 1-0 nV" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2F2-Gre-Cze-1-0-nV.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Griechenland - Tschechien 1:0 n.V.</p></div>
<p>Rehhagel stellte Rechtsverteidiger Seitaridis auch diesmal als Manndecker auf, er sollte den in Überform agierenden Baroš neutralisieren. Die Bewachung von Jan Koller wurde indes aufgeteilt: Aus dem laufenden Spiel heraus war Michalis Kapsis der Bewacher des Zwei-Meter-Riesen von Borussia Dortmund, im Strafraum und bei Standard-Situationen übernahm jedoch Dellas. Ganz einfach deshalb, weil der selbst annähernd zwei Meter groß war.</p>
<p>Auch das Mittelfeld-Trio der Tschechen wurde manngedeckt: Katsouranis kümmerte sich um Nedvěd, Fyssas degradierte Poborský zur Wirkungslosigkeit und Zagorakis wich nie weit von Rosickýs Seite. Doch mit dem hohen Tempo und vor allem der hohen Variabilität der tschechischen Offensiv-Kräfte kamen die Griechen zu Beginn kaum mit. Koller und Baroš ließen sich oft weit fallen und kamen aus der Tiefe, Nedvěd rückte viel ein und erlaubte Jankulovski das Hinterlaufen &#8211; Charisteas hatte damit große Probleme. Es brauchte schon ein paar gute Aktionen von Nikopolidis im Tor, um diese Phase unbeschadet zu überstehen.</p>
<p><em><strong>Der zweite freie Mann: Angelos Basinas</strong></em></p>
<p>Dass es die Griechen aber mit Fortdauer der ersten Halbzeit doch geschafft haben, das Spiel zu beruhigen und nicht mehr permanent unter Beschuss zu stehen, war vor allem einem der unbesungenen Helden dieser Mannschaft zu verdanken: Angelos Basinas. Der schmächtige Sechser mit dem schon etwas schütteren Haaransatz war, wenn man so will, der zweite Libero im System von Otto Rehhagel; der freie Mann im Mittelfeld.</p>
<p>Während um ihn herum alle mit klaren Mann-gegen-Mann-Zuteilungen eingedeckt waren, musste Basinas den Löcherstopfer im Zentrum spielen. Das erforderte enorme Spielübersicht, die Fähigkeit, das Spiel lesen zu können, und vor allem eine absolute Pferdelunge. Die Laufleistung von Basinas suchte seinesgleichen. Nicht nur in diesem Spiel, sondern im ganzen Turnier &#8211; nur war er gegen die quirligen Tschechen ganz besonders wichtig.</p>
<p>Mit seiner permanenten Unterstützung wo immer gerade eine Unterzahl-Situation zu entstehen drohte, war Basinas der große Stabilisator im Mittelfeld und entlastete vor allem Zagorakis gegen Rosický. Doppelt wichtig &#8211; denn Zagorakis hatte schon im Viertelfinale eine gelbe Karte gesehen und wäre somit bei einer weiteren Verwarnung im Finale gesperrt gewesen, und zum anderen stellte Basinas immer wieder mögliche Passwege zu, wenn Rosický unter Druck kam und zu einem schnellen Abspiel gezwungen wurde.</p>
<p><em><strong>Pavel Nedvěd muss raus</strong></em></p>
<p>Womöglich hätten die Tschechen das alles schon noch irgendwie austanzen können, wenn sich nicht nach einer halben Stunde ihre wichtigster Spieler verletzt hätte: Pavel Nedvěd ramponierte sich in einem unglücklichen Zweikampf mit Katsouranis sein rechtes Knie. Humpelnd versuchte er es noch ein paar Minuten, letztlich musste aber Šmicer noch vor der Halbzeitpause den Blondschopf ersetzen.</p>
<p>Hatte Katsouranis mit Nedvěd noch so seine Schwierigkeiten, hatte nun Šmicer ganz klar das Nachsehen. So gelang es den Griechen in der zweiten Halbzeit, mit der Manndeckung gegen Šmicer und Poborský die Flügel zu neutralisieren, mit Dellas als überzähligem Mann in der Abwehr die Stürmer zu kontrollieren und mit Basinas als überzähligem Mann im Zentrum auch dort die Tschechen immer weniger zur Geltung kommen zu lassen.</p>
<p><strong><em>Rehhagel schaltet einen Gang hoch</em></strong></p>
<p>Was den Teamchef der Griechen dazu veranlasste, nach 70 Minuten einen Gang nach vorne zu schalten. Er nahm den sichtlich überraschten Basinas vom Feld und brachte dafür mit dem nach seiner Zerrung wieder genesenen Giannakopoulos einen offensiveren Mann; anders als bei seinen ersten zwei Einsätzen spielte er aber nicht auf der Flanke, sondern tatsächlich im Zentrum. Es war dies eigentlich der Wechsel, der zuvor im Turnierverlauf eher Zartas ins Spiel kommen sah, aber Rehhagel wollte wohl eher einen schnellen Spieler zum flinken Umschalten als den eher statischeren Ballverteiler Zartas in der Partie haben.</p>
<p>Was aber nicht den gewünschten Effekt hatte &#8211; denn ohne Basinas als freien Mann im Mittelfeld hatte Rosický plötzlich wieder etwas mehr Freiräume und vor allem konnten sich Koller und Baroš durch ihr Zurückfallen lassen wieder Räume erarbeiten und ihre Tempoläufe waren immer wieder nur durch Fouls zu stoppen. Erstmals im Turnierverlauf gaben die Griechen vermehrt Freistöße in Strafraumnähe her. Ein Tor der Tschechen sah deutlich wahrscheinlicher aus als eines des Außenseiters, dennoch ging es mit dem 0:0 in die Verlängerung.</p>
<p><strong><em>Alles auf eine Karte</em></strong></p>
<div id="attachment_6222" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Gre-Cze2.png"><img class="size-full wp-image-6222 " title="Gre-Cze2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Gre-Cze2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">In der Verlängerung</p></div>
<p>Für diese wechselte Rehhagel erneut: Statt des extrem fleißigen Stürmers Vryzas brachte er nun doch Vassilis Zartas in die Partie. Er und Giannakopoulos flankierten nun den in die Spitze aufgerückten Charisteas, gaben praktisch zwei Spielgestalter, die auch ein wenig auf die Flanken aufpassen mussten. So stellte Rehhagel, zum ersten Mal überhaupt in diesem Turnier, eine Überzahl in der kreativen Zone der gegnerischen Hälfte her.</p>
<p>Damit nahmen die Griechen nun tatsächlich das Heft in die Hand und die Tschechen, die damit ganz offensichtlich nicht gerechnet hatte, wussten nicht wirklich damit umzugehen. Zudem machte Petr Čech, damals noch ohne Rugby-Mütze, im Tor einen alles andere als sicheren Eindruck: Unsicher beim Herauslaufen, mit Schwierigkeiten beim Fangen des Balles.</p>
<p>Und so kam, was kommen musste: In der 105. Minute ließ René Bolf nach einer Ecke von Zartas den aufgerückten Dellas zum Kopfball kommen, der Libero markierte das einzige Länderspiel-Tor seiner Karriere. Und weil die Silver-Goal-Regel galt, nach der bei einem Tor der Gegner nur bis zum Ende der laufenden Hälfte der Verlängerung die Chance zum Ausgleich hatte, war das natürlich die Entscheidung &#8211; Referee Pierluigi Collina pfiff in seinem letzten Spiel bei einem großen Turnier nur noch für einige Sekunden an, ehe er nicht nur dem Spiel ein Ende machte, sondern auch dem Turnier der an sich besten Mannschaft dieser Europameisterschaft. Ohne Nedvěd hatten es auch die Tschechen nicht geschafft, ein probates Mittel gegen die Manndeckung der Griechen zu finden.</p>
<p><strong><em>Die Krönung im &#8220;Wiederholungsspiel&#8221;</em></strong></p>
<p>So kam es im Finale quasi zur Wiederholung vom Eröffnungsspiel &#8211; Griechenland gegen Portugal. Das Team von Luiz Felipe Scolari war im Turnierverlauf der einzige Gegner der Griechen, der mit nur einem Stoßstürmer agierte und nicht im 4-4-2, dafür mit drei Spielmachern im Mittelfeld. Darum entschied sich Rehhagel für einen anderen Ansatz als in den Partien gegen Frankreich und Tschechien, und orientierte sich wiederum am ersten Spiel: Bis auf die klare Zuteilung von Kapsis auf Solo-Spitze Pauleta gab es keine Manndeckung mehr.</p>
<div id="attachment_6258" class="wp-caption alignleft" style="width: 346px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Finale-Gre-Por-1-0.png"><img class="size-full wp-image-6258 " title="Finale Gre-Por 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Finale-Gre-Por-1-0.png" alt="" width="336" height="472" /></a><p class="wp-caption-text">Griechenland - Portugal 1:0 (0:0)</p></div>
<p>Das Team von Portugal unterschied sich gegenüber dem ersten Aufeinandertreffen drei Wochen zuvor personell auf fünf Positionen, aber nicht von der Ausrichtung her. Es war ein 4-2-3-1, das auf der iberischen Halbinsel schon länger üblich war, den echten Durchbruch aber erst zwei Jahre später bei der WM in Deutschland feiern sollte.</p>
<p>Rehhagel stellte gegen das Triumvirat mit Figo, Deco und Ronaldo wieder die defensive Mittelfeld-Kette mit Basinas, Katsouranis und Kapitän Zagorakis, die im Verbund verschoben und die Portugiesen kaum zur Entfaltung kommen ließen. Pauleta hing in der Luft und wurde von seinem Bewacher Kapsis zusätzlich kaltgestellt.</p>
<p><strong><em>Griechen spielen mit</em></strong></p>
<p>Der große Unterschied zu Viertel- und Semifinale war aber, dass Seitaridis wieder fleißig über die rechte Außenbahn nach vorne randalieren konnte. Zagorakis übernahm in diesen Fällen Cristiano Ronaldo (bzw. Figo, die beiden tauschten sehr häufig die Seiten), Valente war somit sehr viel defensiv gebunden und durch den nach innen rückenden Charisteas und den wieder enorm viel arbeitenden Vryzas enstand durchaus Arbeit für die portugiesische Defensive. Costinha holte sich schon sehr früh eine gelbe Karte ab.</p>
<p>Ähnlich stellte sich die Situation auf der linken Flanke mit Fyssas und Giannakopoulos dar, mit Katsouranis als Absicherung. Das Spiel der Griechen musste fast zwangsläufig über die Außenbahnen kommen, weil Basinas, anders als in den Spielen davor, nicht mehr als freier Mann vor der Abwehr agieren konnte sondern mit Deco selbst viel gegen den Mann zu arbeiten hatte. So bekamen die Portugiesen keinen Zugriff auf den griechischen Strafraum und die Mannen von Otto Rehhagel sorgten mit einigen Angriffen über Seitaridis und Fyssas gut für Entlastung.</p>
<p><strong><em>Führeres Stören nach Seitenwechsel</em></strong></p>
<p>Den Hausherren hat sicher auch nicht geholfen, dass nach der nach einem unglücklichen Zweikampf verletzte Rechtsverteidiger Luis Miguel kurz vor der Halbzeit ausgewechselt werden musste. Seine Energie und sein Drang nach vorne kamen zwar nicht so gut zum Tragen wie in den Runden davor beim dramatischen Viertelfinale gegen England und dem letztlich recht sicheren Halbfinale gegen die Holländer, aber der für ihn eingewechselte Paulo Ferreira hatte nicht die Präsenz von Miguel.</p>
<p>Zudem attackierten die Griechen nach dem Seitenwechsel schon höher und erschwerten so die Spieleröffnung der Portugiesen zusätzlich. Maniche und Co. kamen mit dem Pressing überhaupt nicht zurecht. Ebenso wie mit Angelos Charisteas bei einer Ecke von Basinas von der rechten Seite: Costinha war zu weit weg vom Mann, Carvalho stand hinter dem griechischen Stürmer, und Ricardo segelte im Herauslaufen am Ball vorbei &#8211; so konnte Charisteas tatsächlich zum 1:0 treffen.</p>
<p><strong><em>Otto parkt den Bus</em></strong></p>
<div id="attachment_6268" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Finale2.png"><img class="size-full wp-image-6268 " title="Finale2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Finale2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Schlussphase</p></div>
<p>Scolari wusste auf dem Eröffnungsspiel, dass er mit einem zweiten Stürmer nichts erreichen würde. Also reagierte er, indem er sofort Costinha vom Feld nahm und mit Rui Costa einen vierten Spielgestalter für das Mittelfeld brachte. Dafür rückte Deco etwas zurück und kam eher aus der Etappe. Die Griechen zogen sich nun komplett zurück und parkten den sprichwörtlichen Bus vor dem eigenen Strafraum.</p>
<p>Die Zauberformel blieb aber weiterhin &#8220;Überzahl herstellen&#8221; &#8211; den vier offensiven Mittelfeld-Leuten der Portugiesen stellten sich nun neben den drei zentralen Männern bei den Griechen zusätzlich Seitaridis (gegen Ronaldo) und erst Giannakopoulos und dann Venetidis gegen Figo auf den Flügeln gegenüber. Torschütze Charisteas und der statt Vryzas gekommene Papadopoulos sollten für etwas Entlastung sorgen.</p>
<p>Der Plan, schon im Mittelfeld den Raum eng zu machen und nicht auf eine reine Abwehrschlacht zu vertrauen, ging auf: Kaum einmal erreichte der Ball das innere des Strafraums, obwohl die Portugiesen den Ballbesitz in lichte Höhen schraubten. So blieb ein Weitschuss von Figo in der 89. Minute, der nur um ein paar Zentimeter links am Pfosten vorbei ging, die einzige wirkliche Ausgleichschance. Die Sensation war perfekt: Griechenland war Europameister!</p>
<p><em><strong>Resonanz zwischen Bewunderung und Verärgerung</strong></em></p>
<p>Die wohl größte Sensation der Fußball-Geschichte &#8211; ein Exot, von dem in Wahrheit drei Niederlagen erwartet wurden, gewinnt das Turnier &#8211; hat sehr gemischte Reaktionen hervorgerufen. Vor allem in Deutschland, der Heimat von Otto Rehhagel, war man vom sensationellen Erfolg des selbsternannten &#8220;Kindes der Bundesliga&#8221; naturgemäß begeistert, zumal nach der eigenen eher schändlichen Vorstellung (dem Vorrunden-Aus, nachdem man gegen Lettland nicht gewonnen und dann gegen ein tschechisches B-Team verloren hatte) händeringend ein Erfolg versprechender neuer Teamchef für die zwei Jahre danach anstehende Heim-WM gesucht wurde.</p>
<p>Ansonsten herrschte aber weniger Bewunderung über die taktisch äußerst durchdachte Herangehensweise, die sich von Spiel zu Spiel zum Teil sehr deutlich unterschied, sondern eher Verärgerung. Über die Tatsache nämlich, dass man ein Turnier, das von sensationell hohem Niveau, sehenswertem Angriffsfußball und wundervollen Spielen am laufenden Band geprägt war, vom Triumph der als äußerst negativ und ob der Verwendung von Libero und Manndeckern auch noch extrem rückständig empfundenen Griechen entwertet sah.</p>
<p><strong><em>Die Nachwirkungen</em></strong></p>
<p>Eine Sichtweise, die sich bei den nur noch plumpen Vorstellungen der Mannschaft bei der Euro2008 und der WM 2010 noch verstärkte. Die Gegner hatten sich auf das Spiel der Griechen eingestellt. Dabei darf man aber nicht außer Acht lassen, dass sich vor dem Triumphzug in Portugal erst zweimal überhaupt eine griechische Mannschaft für ein großes Turnier hatte qualifizieren können &#8211; für die EM 1980 und die WM 1994. Nach dem Turnier in Portugal gelang die Qualifikation für die EM-Endrunden 2008 und 2012, sowie für die WM-Endrunde in Südafrika.</p>
<p>Dass Griechenland sich nicht dauerhaft in der Weltspitze etablieren konnte, ist logisch und erwartbar. Aber das Team aus Hellas ist nach den drei Wochen von Portugal nicht wieder in der völligen Versenkung verschwunden, in der es sich davor befunden hatte. Griechenland wurde zum Stammgast bei großen Turnieren, und das alleine ist aller Ehren wert.</p>
<p>Zumal es vielen Helden von 2004 nicht beschieden war, auf Klub-Ebene an diesen Erfolg anzuknüpfen. Zerstörer Traianos Dellas etwa, Libero mit Holzfuß, konnte sich bei der Roma in der folgenden Saison zwar einen Stammplatz erkämpfen, wurde über die Zwischenstation AEK aber nur vier Jahre später, auch wegen der fehlenden Fähigkeit zur Spieleröffnung, ins Ausgedinge nach Zypern abgeschoben. Auch Michalis Kapsis, der als Manndecker in allen Spielen dabei war, hatte nur noch eine gute Saison, bei Girondins Bordeaux. Viele Verletzungen plagen ihn aber seither. Giorgos Karagounis konnte sich trotz einer starken EM auch weiterhin nicht bei Inter Mailand durchsetzen nach zwei Jahren bein Benfica kehrte er zu Panathinaikos zurück.</p>
<p>Zehner Vassilis Zartas ging in die zweite deutsche Liga zu Köln und trug nur vier Spiele zum Aufstieg bei, Angelos Basinas bekam nach zwei ordentlichen Jahren in Mallorca nichts mehr auf die Kette. Und Angelos Charisteas, der drei Tore erzielt hatte &#8211; darunter die goldenen gegen Frankreich und im Finale gegen Portugal &#8211; konnte sich bei Bremen weiterhin nicht durchsetzen, flüchtete nach Holland und ist danach nur noch mit unübersichtlich vielen Vereinswechseln aufgefallen. Dimitris Papadopoulos landete bei seinen Auslandsversuchen bei Dinamo Zagreb und in der zweiten spanischen Liga bei Celta de Vigo.</p>
<p>Aber es gibt auch positivere Karriere-Verläufe &#8211; Linksverteidiger Seitaridis etwa wechselte nach der EM zum FC Porto und war danach noch drei Jahre bei Atlético Madrid aktiv; Stelios Giannakopoulos blieb noch lange Jahre Stammspieler bei den Bolton Wanderers, Kostas Katsouranis wurde Führungsspieler bei Benfica, Torhüter Nikopolidis holte &#8211; obwohl ihm immer eher das Image eines Fliegenfängers treu blieb &#8211; noch sieben Meisterschaften mit Olympiakos, ehe er 2011 aufhörte.</p>
<p>Einige Europameister ihren Status in der Heimat genützt und sind in vielen verschiedenen Funktionen tätig geworden. Kapitän Theodoros Zagorakis etwa wurde Präsident von seinem Stamm-Klub PAOK, mit Zisis Vryzas als Sportdirektor. Linksverteidiger Fyssas wurde Technischer Direktor beim griechischen Verband, Flügelspieler Georgios Georgiadis, den Rehhagel bei der triumphalen EM aber nicht einsetzte, U-21-Teamchef. Lebemann Demis Nikolaidis, der unmittelbar nach dem Turnier seine aktive Karriere beendete, wurde Präsident bei seinem Klub AEK &#8211; mit mäßigen Resultaten, aber mit wirtschaftlichem Erfolg.</p>
<p>Und Otto? Teamchef Rehhagel trat nach dem Triumph nicht zurück und wurde klarerweise auch nicht deutscher Teamchef &#8211; da bekam Jürgen Klinsmann den Zuschlag. Er verpasste zwar knapp die WM 2006, qualifizierte sich aber für die Euro2008 und die WM 2010, nach der er dann doch Schluss machte. Nach neun Jahren auf der griechischen Bank, mit 106 Spielen &#8211; mehr als doppelt so vielen wie jeder andere Teamchef in der Geschichte des Verbandes.</p>
<p>Und ein Volksheld, ja, das ist der knorrige Deutsche immer noch. Er wird es bleiben.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
<p><em style="font-weight: bold;">Der Kader&#8230;</em></p>
<p><strong>Tor:</strong> Kostas Chalkias (30, AEK), Teofanis Katergiannakis (30, Olympiakos), Antonis Nikopolidis (33, Panathinaikos). <strong>Abwehr:</strong> Panagiotis Fyssas (31, Benfica), Nikos Dabizas (31, Leicester), Traianos Dellas (28, Roma), Mihalis Kapsis (31, AEK), Giorgios Seitaridis (23, Panathinaikos), Stylianos Venetidis (28, Olympiakos). <strong>Mittelfeld:</strong> Angelos Basinas (28, Panathinaikos), Giorgios Georgiadis (32, Olympiakos), Sylianos Giannakopoulos (30, Bolton), Jannis Goumas (29, Panathinaikos), Pantelis Kafes (26, Olympiakos), Giorgios Karagounis (27, Inter Mailand), Kostas Katsouranis (25, AEK), Vassilis Lakis (28, AEK), Theodoros Zagorakis (33, AEK). <strong>Angriff:</strong> Angelos Charisteas (24, Bremen), Demis Nikolaidis (31, Atlético Madrid), Dimitris Papadopoulos (23, Panathinaikos), Zisis Vryzas (31, Fiorentina), Vassilis Zartas (32, AEK). <strong>Teamchef:</strong> Otto Rehhagel (65).</p>
<p style="text-align: right;">Bild:  Fritz Duras, Austria Aktuell</p>
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		<title>Schweiz nah dran, aber effizientere Spanier holen den EM-Titel</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 21:56:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Spanien ist Europameister&#8221; &#8211; nicht zum ersten Mal gibt es in jüngerer Vergangenheit eine solche Meldung. Im Finale der U21-EM in Dänemark machte es das Team der Schweiz mit Zauberzwerg Shaqiri und Supertalent Xhaka den Iberern lange sehr schwer. Doch die Albiroja nützte die wenigen Chancen besser. U17-Weltmeister sind sie schon, die Schweizer. Amtierender sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>&#8220;Spanien ist Europameister&#8221; &#8211; nicht zum ersten Mal gibt es in jüngerer Vergangenheit eine solche Meldung. Im Finale der U21-EM in Dänemark machte es das Team der Schweiz mit Zauberzwerg Shaqiri und Supertalent Xhaka den Iberern lange sehr schwer. Doch die Albiroja nützte die wenigen Chancen besser.<br />
</em></strong></p>
<div id="attachment_5045" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/U21-Esp-Sui.png"><img class="size-full wp-image-5045 " title="U21 Esp-Sui" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/U21-Esp-Sui.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Spanien - Schweiz 2:0</p></div>
<p><span id="more-5041"></span>U17-Weltmeister sind sie schon, die Schweizer. Amtierender sogar &#8211; zumindest, bis in zwei Wochen in Mexiko der Nachfolger gekürt wird. Mit Granit Xhaka und dem im Finale eingewechselten Pajtim Kasami sind sogar zwei dieser Truppe diesmal dabei gewesen. Beim Finale der U21-Europameisterschaft. Dessen Erreichen ein weiterer Beweis für die hervorragende Arbeit ist, die in diesem Land geleistet wird. Und was die Spanier können, der Gegner im Finale, ist ohnedies bekannt. Welt- und Europameister bei den &#8220;Großen&#8221;, und auch im U-Bereich sind die Iberer derzeit in der Weltspitze. Nicht umsonst gelten sie bei der U20-WM in Kolumbien, die in diesem Sommer stattfindet, als aussichtsreicher Mitfavorit.</p>
<p>Pierluigi Tami, Teamchef der Schweizer, tauschte gegenüber <a href="http://ballverliebt.eu/2011/06/22/u21-em-semfinals/">dem Semifinale gegen Tschechien</a> nicht nur personell aus &#8211; U17-Weltmeister Xhaka konnte nach abgesessener Sperre  wieder mitmachen, Hochstrasser blieb dafür draußen &#8211; sondern veränderte  auch das System. Aus dem 4-1-4-1 im Semifinale wurde ein 4-4-2, in dem  allerdings die Flügelspieler im Mittelfeld (Shaqiri und Emeghara)  oftmals weit aufrückten, sodass es in der Praxis gerne ein 4-2-4 war.  Ebenso erstaunlich auch die Rolle von Xhaka: Statt als zentraler  Offensivmann im Mittelfeld stand der Jungstar vom FC Basel extrem tief,  oftmals tiefer als der Sechser Fabian Lustenberger, und nahm überwiegend  Defensiv-Aufgaben wahr.</p>
<p><strong><em>Defensiv-Arbeit im der gegnerischen Hälfte</em></strong></p>
<p>Der Clou an der Zwei-Stürmer-Variante bei den Schweizern war aber  weniger, dass vorne mehr Anspielstationen gewesen wären. Nein, vielmehr  waren Mehmedi und Fabian Frei die vordersten Verteidiger: Sie kümmerten  sich abwechselnd, und mitunter auch gemeinsam, um Javi Martínez. Der ist  bei den Spaniern, die gegenüber dem 3:1-Sieg nach Verlängerung gegen Weißrussland unverändert aufliegen, der wichtigste Mann in der Spieleröffnung, aber da der  Weltmeister aus Südafrika (wo er als Back-up für Busquets im Kader  stand) war komplett kaltgestellt.</p>
<p>Die Folge war, dass das Angriffsspiel der Spanier sehr eindimensional  war und sich in der Form einer Sanduhr auf dem Feld präsentierte, vor  allem auf der linken spanischen Seite: Außenverteidiger gibt nach innen  ab, vor dem schweizer Strafraum wieder zurück nach außen. Auf Rechts  zeigte zwar Emeghara massive Schwächen in der Rückwärtsbewegung, nagelte  aber Montoya schon alleine duch seine Präsenz und die ständige Gefahr  von schnellen Vorstößen hinten fest;, Mata ging immer wieder zentral, wurde dort aber gut von Xhaka aufgenommen.</p>
<p>Auf links hatte Didac Vila zwei Möglichkeiten: Entweder selbst mit  dem Ball marschieren, was gegen den giftigen Shaqiri kaum zum Erfolg  führte. Oder, was er vermehrt tat, kurz auf Alcantara oder den recht  tief agierneden Muniain ablegen und auf den Doppelpass gehen. Das  Problem dabei: Durch die Eliminierung von Martínez wurde auch diese  Variante seinem Platz beraubt und der wie das Amen im Gebet erfolgende  Pass in den Lauf des Flügelspielers (Alcantara auf Muniain bzw. Muniain  auf Didac, je nachdem) konnte von den Schweizern problemlos abgefangen  werden. Kein Zweifel, dass in der Vorbereitung genau auf diesen sich  ständig wiederholenden Pass nach Außen aufmerksam gemacht wurde.</p>
<p><strong><em>Wenige Chancen</em></strong></p>
<p>Nicht uninteressant, das sei an dieser Stelle auch erwähnt, die  tiefere Positionierung von Iker Muniain (und auch Mata, der jedoch nicht  zur Geltung kam) gegenüber dem Halbfinale gegen Weißrussland. Diese gab  dem Bilbao-Jungstar nämlich eine größere Flexibilität in seinem  Aktionsradius: Er konnte zentral nach vorne gehen bzw. in die Mitte  ziehen und den aufrückenden Didac bedienen, er konnte Richtung Eckfahne  laufen und auf das Anspiel von Alcantara lauern, er war aber auch  schnell zur Stelle, wenn Shaqiri (der selbst oft sehr weit einrückte)  ihn defensiv forderte. In einer ansonsten nach Halt suchenden Mannschaft  war Muniain der beste Mann.</p>
<p>Die Schweizer konnten, weil sie eben sehr clever auf die etwas  eindimensionalen Spanier eingestellt waren und die Iberer durch eine  hohe Verteidigungslinie und der durchaus Druck ausübenden  De-Facto-Viererkette vorne den spanischen Ballbesitz auf 55% drücken und  hatten auch durch aufmerksames Spiel in der Verteidigung kaum Mühe, die  Spanier in Schach zu halten und aus dem Spiel kaum jemals auch nur in  die Nähe des Tores kommen zu lassen.</p>
<p>Auf der anderen Seite hing durch die defensive Rolle von Mehmedi und  Frei vorne und der tiefen Positionierung von Xhaka fast die ganze  Spielgestaltung an Shaqiri hängen. Der kam zwar auch zur besten Chance,  als er mit einem ansatzlosen Drehschuss De Gea prüfte, aber die  spanische Defensive schaffte es ansonsten auch ohne massivere  Anstrengungen, die Offensivbemühungen der Schweizer zu unterdrücken. So  war es ein auf hohem taktischen Niveau geführtes gegeseitiges  Neutralisieren ohne echte Höhepunkte.</p>
<p><strong><em>Rückstand und Reaktion</em></strong></p>
<p>Bis zur 41. Minute. Für einmal verschoben die schweizer Ketten bei  einem hohen spansichen Seitenwechsel auf Didac Vila, dieser  hatte, von Koch und Shaqiri alleine gelassen, alle Zeit der Welt für  eine präzise Flanke, und Ander Herrera musste nur noch den Kopf  hinhalten und zum etwas überraschend fallenden 1:0 einzunicken. Ein Tor,  bis zu einem gewissen Grad aus heiterem Himmel, das die Schweizer nun  zur Reaktion zwang.</p>
<p>Die erste, noch vor der Pause, war der Seitentausch von Shaqiri mit  Emeghara. Er sollte Muniain offensichtlich durch seine offensivere Grundausrichtung  ähnlich aus dem Spiel nehmen wie er das mit Mata bzw. Montoya auf der  anderen Flanke gemacht hatte. Diese Maßnahme wurde aber nach dem Seitenwechsel wirder verworfen, Shaqiri ging zurück auf seine angestammte rechte Außenbahn. Dafür nahm Tami einige Minten nach Wideranpfiff &#8211; nachdem er gesehen hatte, dass es keine Besserung in Sachen Offensive gab &#8211; einen Doppelwechsel vor.</p>
<p><strong><em>Doppelwechsel verpufft</em></strong></p>
<div id="attachment_5048" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/U21-Esp-Sui2.png"><img class="size-full wp-image-5048 " title="U21 Esp-Sui2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/U21-Esp-Sui2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Ab der 55. Minute</p></div>
<p>Statt Frei und Emeghara betraten Mario Gavranovic (für ganz vorne) und Amir Abrashi (für rechts) das Feld; Shaqiri rückte auf die halbrechte bis zentrale Position und Xhaka rückte nun endgültig ins Mittelfeld auf. Die beisen Basel-Spieler mit kosovarischen Wurzeln sollten nun den zentralen Offensiv-Hub geben, das wurde aber von zwei Faktoren torpediert. Zum einen war das eine sich sichtbar einschleichende Kombination aus ausgehender Kraft und zunehmender Frustration, die sich in einigen eher derben Aktionen manifestierte (wie der rüden Sense von Berardi gegen Montoya).</p>
<p>Und zum anderen die nicht wirklich geklärte Frage, wer denn nun Emegharas linke Seite übernehmen soll, nachdem der junge Mann von GC Zürich den Platz verlassen hatte. Der Vermutung liegt nahe, dass es Gavranovic hätte sein sollen, er kam tendenziell von dieser Seite. Aber während Emeghara &#8220;nur&#8221; schlampig in der Defensive war, ließ Gavranovic sie ganz bleiben. Mata merkte das natürlich und nützte den sich bietenden Platz gegen den gelbvorbelasteten Berardi. Spanien hatte das Spiel im Griff.</p>
<p><strong><em>Entscheidung statt Schlussoffensive</em></strong></p>
<p>So wurden die Schweizer, die das ganze Spiel über schon massive Schwierigkeiten hatten, die Spitzen gefährlich zu bedienen, auch nur noch aus einem Standard gefährlich, als Neu-Nürnberger Timm Klose den Ausgleich per Kopf nach einem Shaqiri-Freistoß nur knapp verpasste. Besser machte es Thiago Alcântara auf der anderen Seite, als er einen Freistoß aus etwa 30 Metern über den verdutzten und zu weit vor seinem Tor stehenden Yann Sommer zum 2:0 versenkte, als alle noch mit einem Wechsel (Jeffrén war für Adrián gekommen) beschäftigt waren.</p>
<p>Das Tor brachte die Schweizer Schlussoffensive natürlich zum erliegen &#8211; es war die Entscheidung.</p>
<p><strong><em>Fazit: Schweizer clever, aber Spanier effizienter</em></strong></p>
<p>Mit der Maßnahme, Javi Martínez zu doppeln und den Spaniern so das Metronom zu nehmen, trafen die Schweizer die exakt richtige Entscheidung, auch die schnellen Pässe auf die Außen hatte man gut im Griff. Die Eidgenossen verpassten es aber, auch selbst aus dem Spiel heraus einigermaßen gefährlich vor David de Gea aufzutauchen. Das gelang nur bei Shaqiris Chance in der ersten Halbzeit.</p>
<p>Einmal in Führung, konnten die Spanier ohne größere Befürchtungen auf Verwalten spielen, weil bei den Schweizern erst zu viel von Shaqiri abhing und dann, als er mit Xhaka einen Partner gehabt hätte, die linke Seite offen gelassen wurde, was eine Einladung für die Spanier war. Es fehlte den Schweizern an den Mitteln, selbst für die Spielgestaltung zu sorgen, als es gefragt gewesen wäre. Womit letztlich beide Teams verdient im Finale standen &#8211; die Spanier wegen ihrer auch individuellen Klasse, die Schweizer wegen cleverer Arbeit in Verbindung mit einem tollen Jahrgang &#8211; und dann auch das richtige Team gewonnen hat.</p>
<p>PS: Das Spiel um Platz drei, welches wegen der Olympia-Quali notwendig geworden war, entschied Weißrussland dank eines späten Tores mit 1:0 gegen Tschechien für sich.</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
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		<title>&#8220;Team Alaba&#8221; goes Normandie</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 13:26:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach der WM ist vor der EM! Nämlich der U19-EM, die ab 18. Juli &#8211; also in knapp zwei Wochen &#8211; in der Normandie in Szene geht. Auch das österreichische Team ist dabei, dank des großartigen David Alaba. Das Ziel der Legionärstruppe kann nur heißen: Qualifikation für die U20-WM! Es war zweifellos in erster Linie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Nach der WM ist vor der EM! Nämlich der U19-EM, die ab 18. Juli &#8211; also in knapp zwei Wochen &#8211; in der Normandie in Szene geht. Auch das österreichische Team ist dabei, dank des großartigen David Alaba. Das Ziel der Legionärstruppe kann nur heißen: Qualifikation für die U20-WM!<span id="more-2434"></span><br />
</strong></em></p>
<p>Es war zweifellos in erster Linie David Alaba zu verdanken, dass sich die ÖFB-Junioren das Ticket für das Turnier der besten acht Jahrgänge Europas lösen konnten. Jenem David Alaba, der schon mit seinen 18 Jahren Bundesliga- und Champions-League-Erfahrung mit dem FC Bayern machen durfte, und nicht zuletzt auch im Nationalteam gezeigt hat, dass er der talentierteste Österreicher am Platz war. Jenem David Alaba, den U19-Teamchef Andi Heraf gar nicht erst versucht hatte, einzuberufen, weil er einen Korb des FC Bayern (lächerlich) und von Didi Constantini (schon eher) fürchtete. Dass nichts schlimmeres als ein harmloses &#8220;Sorry, geht nicht&#8221; gedroht hätte &#8211; anderes Thema.</p>
<p>Nur Aleks Dragovic, jetzt schon einer der besten Innenverteidiger der österreichischen Bundesliga &#8211; wenn nicht sogar schon der Beste &#8211; fehlt im Aufgebot, das Andi Heraf für das am 18. Juni beginnende Turnier nominiert hat. Der Bursche bekam von der Austria nicht frei. Die Violetten begründen dies mit dem Saisonstart, der auch heuer wieder lächerlich früh daherkommt. Dass es bei Sturm vor einigen Jahren wegen der Abstellungen für die damalige U19-EM genauso möglich war, das erste Saisonspiel auf September zu verlegen, wie Rapid letztes Jahr wegen eines belanglosen Freundschaftsspiels (!) &#8211; anderes Thema.</p>
<p>Zumal ja noch lange nicht fix ist, ob Dragovic überhaupt bei der Austria bleibt. Seinem Marktwert hätte es sicher nicht geschadet, die Spiele in Frankreich mit zu machen (von der unbezahlbaren Turnier-Erfahrung mal ganz zu schweigen), und wenn die Austria ihn noch verscherbeln will, dürfte sie ihn im Europacup womöglich ohnehin nicht einsetzen. Aber da siegten einmal mehr die Egos von Vereinen über die Vernunft. Sei&#8217;s drum &#8211; auch so kann die Mannschaft was. Sie kann wahrscheinlich sogar wesentlich mehr, als Heraf aus ihr herausholt.</p>
<p>Der unumstrittene Boss am Platz ist natürlich David Alaba. Der Jungstar kann im Grunde jede Position spielen und ist mit seiner für sein Alter schon enormen Erfahrung und auch seiner enormen Klasse für diese Mannschaft unverzichtbar. Sein kongenialer Partner im Mittelfeld ist mit Christoph Knasmüllner ein weitere Stammspieler aus dem zweiten Team der Münchener Bayern, der in seinem zweiten Jahr beim Nobelklub schon Stammspieler und Leistungsträger in der zuletzt von Mehmet Scholl betreuten II. Mannschaft. Dazu kommt mit Christian Klem ein Rechtsfuß von Sturm Graz, der seit drei Jahren schon Stammspieler im Regionalliga-Team ist, aber sich in der Kampfmannschaft noch nicht wie erhofft durchsetzen konnte.</p>
<p>Dazu kommt Raphael Holzhauser. Der 1.93m-Hüne kommt aus der Rapid-Jugend und schoss die U19 des VfB zum Klassensieg und damit ins deutschlandweite Semifinale. Und mit Tobias Kainz vom SC Heerenveen steht noch ein Legionär zur Verfügung. Auch Robert Gucher, der im Winter als Stammspieler bei Serie-B-Team Frosinone zu Genoa wechselte und dort in der Primavera spielt und schon diverse Male auch im Kader der Kampfmannschaft war, steht zur Verfügung. Viel internationale Ausbildung also im Mittelfeld, garniert mit dem besten aus den heimischen Akademien, wie Georg Teigl und Marco Meilinger (Salzburg) und eben Klem (Sturm).</p>
<p>Das selbe Bild bietet sich im Angriff. Marco Djuricin von Hertha BSC erzielte für das (eher mittelmäßige) U19-Team der Haupstädter 13 Tore in 17 Einsätzen; und Andreas Weimann darf sich ebenfalls Stammspieler nennen &#8211; in der II. Mannschaft von Aston Villa. Er ballerte sein Team ins Reserves-Meistersachftsfinale gegen Manchester United, wo er erst im Elfemeterschießen unterlegen war &#8211; Weimann war einer jener beiden Villains, der seinen Penalty verwandelte. Als Alternative steht dann auch noch Andi Tiffner bereit. Der gebürtige Kärntner wurde in der Red-Bull-Akademie ausgebildet, stürmte zuletz für Blau-Weiß Linz in der Regionalliga Mitte und wird in der neuen Saison ins Austria-Dress schlüpfen.</p>
<p>Nur in der Abwehr dominieren die heimischen Kräfte, von Kapitan Michael Schimpelsberger einmal abgesehen. Der Holland-Legionär &#8211; der nicht nur im U19-Team die Binde trägt, sondern auch in der II. Mannschaft von Meister Twente Enschede &#8211; ist allerdings der einzige gelernte Innenverteidiger im Kader von Andi Heraf. Das mag durchaus als Schwachstelle gelten, und das hat sich schon in der Qualifikation gezeigt. In den drei entscheidenden Spielen gegen die Schweiz, Dänemark und Serbien gab es sechs Gegentore! Mit zwei Einschlägen pro Spiel wird bei der EM in der Normandie natürlich nichts zu holen sein.</p>
<p>Schimpelsbergers Partner in der Innenverteidigung dürfte in Abwesenheit von Dragovic ein anderer Austrianer werden, nämlich Emir Dilaver. Vor allem bei Flanken und hohen Bällen könnten die beiden aber durchaus Probleme bekommen &#8211; der eine misst 1.81m, der andere 1.83m. Hier wird viel darauf ankommen, in wieweit der gelernte Rechtsverteidiger Patrick Farkas von Mattersburg aushelfen kann. Womöglich stellt ihn Heraf aber auch gleich in die Zentrale, was auf der rechten Seite Platz für Mahmud Imamoglu (Vienna) machen würde &#8211; oder für Christian Klem, der auch ein brauchbarer Rechtsverteidiger wäre.</p>
<p>Als Linksverteidiger wird kein Weg an Lukas Rath vorbeiführen. Der 18-Jährige ist in Mattersburg der Nachfolger von Christian Fuchs, auch Rath darf trotz seines jungen Alters schon auf einen Saison als Bundesliga-Stammspieler zurückblicken. Im Tor wird der Austrianer Philipp Petermann stehen, der bei den Jung-Veilchen in der abgelaufenen Saison den zu den Profis aufgerückten Heinz Lindner recht ordentlich vertreten hat. Christian Petrovcic, der Ersatztorhüter von Regionalligist GAK, ist die klare Nummer zwei.</p>
<p>Bei dem Turnier in der Normandie treten wie erwähnt die acht besten U19-Teams des Jahres gegeneinander an, in zwei Vierergruppen, aus denen die jeweils ersten beiden ins Semifinale aufsteigen. Das wäre das Traumziel des ÖFB-Teams &#8211; aber der dritte Gruppenplatz würde schon reichen, um sich für die U20-WM im kommenden Sommer in Kolumbien zu qualifizieren. Vier Jahre nach den Erfolgen der Vor-Vorgänger in Kanada wäre das ein weiteren schönes Lebenszeichen und wieder viel Turniererfahrung für die jungen Burschen.</p>
<p>Und nur zur Verdeutlichung der Wichtigkeit und des Niveaus dieser Veranstaltung: 32 der Jungs, die 2007 neben Gludovatz&#8217; Team in Kanada waren, standen in den Aufgeboten zur WM der Großen in Südafrika, 17 davon als Stammspieler &#8211; vor allem Chilene (Isla, Medel, Sánchez, Vidal und Carmoa schlugen Österreich im P3-Spiel), Argentinier (Di María, Agüero und Romero), Mexikaner (Giovani, Vela, Juárez, Hernández) und auch zwei US-Amerikaner (Bradley, Altidore), die im Viertelfinale gegen Österreich verloren hatten. Und sechs Burschen aus Ghana, die vor nicht mal einem Jahr U20-Weltmeister wurden, waren auch in Südafrika dabei.</p>
<p>Den notwendigen dritten Gruppenplatz zu erreichen, wird aber wahrlich keine allzu leichte Aufgabe. Die Gruppengegner heißen (in dieser Reihenfolge) England, Frankreich und Holland. Wenn es gelingt, einen dieser drei hinter sich zu lassen, darf man ein großes Ziel als erreicht betrachten. Leider werden wir, so wie es aussieht, nur das Spiel gegen England zu sehen bekommen (Eurosport, ORF-Sport-Plus). Mehr wird&#8217;s leider wohl erst zu sehen geben, sollten unsere Burschen das Semifinale erreichen.</p>
<p>Aber eigentlich kann man ja eben schon mit einem dritten Gruppenplatz zufrieden sein. Ach ja: Traditionell starke Nachwuchs-Nationen wie Deutschland, Tschechien, Belgien und Ungarn sind gar nicht dabei. Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>(phe)</p>
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		<title>Das Viertelfinal-Resümee</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jun 2008 15:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[UEFA EM 08]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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		<description><![CDATA[Die EM 2008 ist so gut wie vorbei, und doch wartet das Wichtigste noch. Die nächsten beiden Tage sind spielfrei, dann geht es um die Plätze 1-4. Nur noch ein Gruppensieger der Vorrunde ist dabei &#8211; und das ist wohlgemerkt auch der einzige Gruppensieger aus der Qualifikation, der noch dabei ist: Spanien. Das Team von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die EM 2008 ist so gut wie vorbei, und doch wartet das Wichtigste noch. Die nächsten beiden Tage sind spielfrei, dann geht es um die Plätze 1-4. Nur noch ein Gruppensieger der Vorrunde ist dabei &#8211; und das ist wohlgemerkt auch der einzige Gruppensieger aus der Qualifikation, der noch dabei ist: Spanien. <span id="more-232"></span></p>
<p>Das Team von Luis Aragones hat es also zweifellos verdient, dort zu stehen wo es nunmal steht. Aber der Reihe nach, mein kleines Resümee der Viertelfinalspiele.</p>
<p><strong>Deutschland &#8211; Portugal (3:2)</strong></p>
<p>[ad#bv_test]Die Deutschen haben mit einer taktisch disziplinierten Leistung die individuelle Stärke der Portugiesen ausgehebelt. Löw und Flick haben mit dem schnellen Herstellen von Doppel-Verteidigungen den Dribblern Portugals den Wind aus den Segeln genommen und dann auf ein waschechtes Konterkonzept gesetzt. Das 1:0 (Podolski auf Schweinsteiger) hat dann auch genau so funktioniert &#8211; es war übrigens die einzige Torchance, die sich das DFB-Team aus dem Spiel erarbeitet hat.</p>
<p>Bei allen drei Gegentoren haben die Portugiesen schwere Deckungsfehler in der Verteidigung gemacht. Das hat die deutsche Elf eiskalt ausgenutzt. Über eine unglückliche Schiedsrichterleistung mussten sie sich auch nicht beklagen. Deco machte ein vermeintliches Tor, ob er wirklich vorne war, weiß ich nicht so genau. Lahm beginn in der 49. Minute eine vermeintliche Tätlichkeit, wurde aber nicht vom Platz gestellt. Ballack foulte vor seinem 3:1 ganz klar den Verteidiger, der Schiri hat es nicht gesehen.</p>
<p>Der Sieg der Deutschen geht trotzdem in Ordnung. Taktisch diszipliniert, kämpferisch, effizient. Die deutschen Tugenden von vor 2006 scheinen wieder aufzublühen. Das ist erfolgreich, aber &#8220;fulminant&#8221;, &#8220;grandios&#8221; und ähnliche Adjektive der deutschen Presselandschaft kann ich dafür nicht finden.</p>
<p><strong>Kroatien &#8211; Türkei (1:3 n.E.)</strong></p>
<p>Das war das sicherlich langweiligste Viertefinalspiel. 119 Minuten geschah sehr wenig. Die ersatzgeschwächten Türken versuchten ein harmloses 4-3-3, die müde wirkenden Kroaten traten wie gegen Deutschland mit einem 4-4-1-1 an. Und so neutralisierte man sich großteils. Dass die Karierten die Partie mit einem besser in Form spielenden Olic gewonnen hätten, steht für mich trotzdem außer Frage. Von ihnen kam einfach etwas mehr. Der Stürmer zeigte sich aber bei den wenigen Chancen die es gab als Chancentod.</p>
<p>Das Finale war dann dramatisch. In der 119. patzt Ersatztorhüter Rüstü, das Spiel ist eigentlich vorbei. Nur der Schiedsrichter wollte die angezeigte Nachspielminute tatsächlich voll ausnützen. Rüstü knallt den Ball vor bis in den kroatischen Strafraum, Sentürk kriegt ihn vor die Füße und knallt ihn wunderschön unter die Latte. Warum man sowas nicht früher zu sehen bekam, wissen nur die beiden Teams.</p>
<p>Im Elferschießen versagten den Jungen bei den Kroaten dann die Nerven, Rüstü konnte seinen Fehler auch noch ausbessern. Ich freu mich mit den Türken, verdient ist das Halbfinale für eine Mannschaft die normalerweise schon drei Mal verdient ausgeschieden wäre aber irgendwie dann doch nicht.</p>
<p>Und für die Deutschen droht es ein Aufwärmspiel zu werden. Zu den bereits gesperrten und verletzten, kamen noch ein paar Leistungsträger dazu.</p>
<p><strong>Holland &#8211; Russland (1:3 n.N.)</strong></p>
<p>Die Oranjes waren klarer Favorit nach der Gruppenphase, aber im letzten Spiel gegen Schweden haben die Russen bereits angedeutet, dass ihnen das scheissegal sein könnte. Und deshalb sahen die Fans in Basel da auch schon ein erstes Finale. Hiddink, der alte Haudegen, entzauberte die leider zu unflexible Spielart der Holänder mit einem temporeichen Offensivkonzept.</p>
<p>Das Spiel hätte freilich auch anders ausgehen können. Hätten die Holländer eine ihrer Chancen rein- statt Zentimeter neben das Tor gemacht. Oder hätte Schiri Lubos Michel seine gelb-rote Karte gegen Kolodin nicht mysteriöserweise zurückgenommen. Dann wäre mein Europameistertipp vielleicht noch im Rennen (hätte mich doch für Spanien entscheiden sollen, hatte vor dem Turnier geschwankt) .</p>
<p>Aber alles in allem war der Sieg nach Nachspielzeit der Russen völlig verdient. Angeführt von einem überragenden Arshavin legte das Team eine echte Talentprobe ab. Schnell, clever, offensiv. Wär ich nicht Holland-Fan, wäre das wohl eine echte Freude gewesen. Dass sich Hiddink und seine Elf im Halbfinale von den Spaniern noch einmal so vorführen lassen wie in der Vorrunde, wage ich nun zu bezweifeln. Das wird das nächste Finale.</p>
<p><strong>Italien &#8211; Spanien (2:4 n.E.)</strong></p>
<p>Die Italiener verteidigten und konterten, die Spanier versuchten zwar das zu ignorieren, taten sich damit aber ziemlich schwer. Über 120 Minuten mühten sich Villa, Silva, Torres und Co. ab, aber nach vorne kam gegen die italienische Mauer einfach wenig zustande. Nach der seltsamen Auswechslung von Torres, zeigte sich auch dessen Ersatz Guiza als Chancentod (ich hab übrigens schon im Spiel gesagt, dass der bitte später keinen Elfer schießen sollte).</p>
<p>Der deutsche Schiedsrichter pfiff ebenfalls grausam und hoffentlich sein letztes Spiel der EM. Er übersah gleich 2-3 Elfer für La Rocha.</p>
<p>Das Spiel war alles in allem nicht attraktiv, was man aber zu fast 100% dem italienischen Mistkick ankreiden darf. Wann wird das endlich aufhören? Schauspielern, mauern, jammern, schauspielern, mauern, liegenbleiben. Wer will das sehen?</p>
<p>Dass die Spanier dann im Elferschießen endlich einmal die Nerven behielten und die Azzuri aus dem Turnier knallten, das hat mich mit dieser schon fast verloren geglaubten EM noch einmal auf gut gestellt.</p>
<p>Gruppensieg in der Quali. Gruppensieg in der Vorrunde. Vier Siege im Turnier, dreimal toll, viermal verdient. Die Bilanz der Spanier legt den Europameistertipp ziemlich nahe. Die Auslosung macht freilich auch Deutschland möglich. Und dem Duo Hiddink-Arshavin (Hiddink ist übrigens nach der EM angeblich frei &#8211; Herr Stickler, bitte aufwachen) ist natürlich auch alles zuzutrauen. Mal sehen ob die Spanier da drüber kommen.</p>
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		<title>Österreich &#8211; Polen: Video von Fan der auf einer Statue gefangen ist</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 14:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei aller Liebe für den Sport. Das Highlight des gestrigen Abends gab es gestern abend um 2 Uhr Früh vor der Fanzone Wien. [ad#bv_test]Ein polnischer Fan kletterte bei den Feiern auf einen Monolithen (Bild: kick08.net) gegenüber der Hauptuni, kam dort aber darauf, dass er nicht mehr ohne Hilfe runter kam. Extrem witzig, aber auch gefährlich. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei aller Liebe für den Sport. Das Highlight des <a href="http://ballverliebt.eu/?p=218">gestrigen Abends</a> gab es gestern abend um 2 Uhr Früh vor der Fanzone Wien.<span id="more-219"></span></p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/_06H5NgpApo&#038;hl=en"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/_06H5NgpApo&#038;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>[ad#bv_test]Ein polnischer Fan kletterte bei den Feiern auf <a href="http://www.kick08.net/wp-content/uploads/2008/06/2008-06-13-um-00-06-30_620.jpg">einen Monolithen</a> (Bild: <a href="http://www.kick08.net/?p=807">kick08.net</a>) gegenüber der Hauptuni, kam dort aber darauf, dass er nicht mehr ohne Hilfe runter kam. Extrem witzig, aber auch gefährlich. Die Feuerwehr rückte mit 5 vollbesetzten Autos und einem Kran an, während der arme Kerl eine halbe Stunde lang von anderen Fans besungen wurde. Der nahm es demonstrativ cool und zündete sich eine Angstschweiß-getränkte Zigarette an.</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=219&amp;md5=820c97baee057a7be721bd865bfc39d8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Österreich &#8211; Polen: Video von Fanzone, Stadion, Hymnen und Feiern</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 14:12:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist mir erst hinterher bewusst geworden, aber ich war gestern beim ersten (und vielleicht einzigen) Tor und Punkt Österreichs bei einer Europameisterschaft dabei. Hier ein Video mit zugegeben verbesserungswürdiger Qualität &#8211; leider fehlt mir das nötige Equipment. [ad#bv_test]PS: Auch das hier ansehen. PPS: Hicke wurde bejubelt, weil er meine Aufstellung fast umgesetzt hat. Mut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mir erst hinterher bewusst geworden, aber ich war gestern beim ersten (und vielleicht einzigen) Tor und Punkt Österreichs bei einer Europameisterschaft dabei. Hier ein Video mit zugegeben verbesserungswürdiger Qualität &#8211; leider fehlt mir das nötige Equipment.<span id="more-218"></span></p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/9AdZOfl078M&#038;hl=en"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/9AdZOfl078M&#038;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>[ad#bv_test]PS: Auch <a href="http://ballverliebt.eu/?p=219">das hier</a> ansehen.<br />
PPS: Hicke wurde bejubelt, weil er <a href="http://ballverliebt.eu/?p=199">meine Aufstellung</a> fast umgesetzt hat. Mut gewinnt.<br />
PPPS: Wer verkauft Deutschland-Karten zum Normalpreis?<br />
PPPPS: &#8220;Schade Deutschland, alles ist vorbei.&#8221;</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=218&amp;md5=3ecbd8d40a116a8dcfd4bbd5453087e9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>3 Kurzvideos von der Fanmeile Wien, Tag 2</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2008/06/11/kurzvideos-von-der-fanmeile-wien-tag-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Jun 2008 22:16:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[UEFA EM 08]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Euro]]></category>
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		<category><![CDATA[UEFA]]></category>
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		<description><![CDATA[Österreich &#8211; Kroatien, vor dem Match: Deutschland &#8211; Polen, der Regen setzt ein: [ad#bv_test]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Österreich &#8211; Kroatien, vor dem Match:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Qe8n2j7i2V8" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/Qe8n2j7i2V8"></embed></object></p>
<p><span id="more-208"></span></p>
<p>Deutschland &#8211; Polen, der Regen setzt ein:</p>
<p><object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/5iHg9_1GAoE"></param> <embed src="http://www.youtube.com/v/5iHg9_1GAoE" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350"></embed></object></p>
<p>[ad#bv_test]</p>
<p><object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/WDsfVWEhjwo"></param> <embed src="http://www.youtube.com/v/WDsfVWEhjwo" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350"></embed></object></p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=208&amp;md5=facaa3a82e6fcf410534e3d6b370a083" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Österreich &#8211; Kroatien: Taktikbesprechung und Einzelkritik</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2008/06/09/osterreich-kroatien-taktikbesprechung-und-einzelkritik/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2008/06/09/osterreich-kroatien-taktikbesprechung-und-einzelkritik/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 02:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[UEFA EM 08]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Ivanschitz]]></category>
		<category><![CDATA[Angriff]]></category>
		<category><![CDATA[Animation]]></category>
		<category><![CDATA[Ümit Korkmaz]]></category>
		<category><![CDATA[Östereich]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Euro]]></category>
		<category><![CDATA[Fanmeile]]></category>
		<category><![CDATA[hickersberger]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Säumel]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Standfest]]></category>
		<category><![CDATA[Kroatien]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Harnik]]></category>
		<category><![CDATA[Polen]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Prödl]]></category>
		<category><![CDATA[Spieler]]></category>
		<category><![CDATA[Taktik]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergebene Chance gegen schwache Kroaten Die Taktikbesprechung zum Kroatien-Spiel fällt wohl etwas kürzer als gewohnt aus. Einerseits war es auf der Wiener Fanmeile schwierig, sich auf jedes einzelne Detail zu konzentrieren (gute Stimmung, wenig Sicht), andererseits arbeite ich während der EM ja beim Online-Standard in der Sportredaktion. Dementsprechend leide ich dann mit Arbeit, gewöhnlichen Fansein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vergebene Chance gegen schwache Kroaten</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-180 alignleft" style="float: left;" title="Tom Schaffer" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/tom.jpg" alt="" width="125" height="150" />Die Taktikbesprechung zum Kroatien-Spiel fällt wohl etwas kürzer als gewohnt aus. </p>
<p>Einerseits war es <a href="http://www.kick08.net/?p=713">auf der Wiener Fanmeile</a> schwierig, sich auf jedes einzelne Detail zu konzentrieren (gute Stimmung, wenig Sicht), andererseits arbeite ich während der EM ja beim Online-Standard in der Sportredaktion. Dementsprechend leide ich dann mit Arbeit, gewöhnlichen Fansein und Bloggen an einem gewissen Fußball-Overkill. </p>
<p>Ach was! Blödsinn! Sowas gibt es doch gar nicht.<span id="more-195"></span></p>
<p><strong>Formation</strong></p>
<p><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/aut_cro_start.jpg" alt="" title="Startformation: Österreich - Kroatien" align="center" /></p>
<p>Das Spiel begann Hickersberger wie fast schon zu befürchten war mit einer wahnsinnigen Angsthasenvariante (auch wenn der planlose Fanmeilen-Moderator versuchte, es der wahrscheinlich großteils nicht mehr checkenden Masse als Risikotaktik zu verkaufen). Drei Innenverteidiger (Prödl, Stranzl, Pogatetz), zwei vorgezogene Außenverteidiger (Standfest, Gercaliu) und zwei defensive Mittelfeldspieler (Säumel, Aufhauser) zierten eine 7 Mann starke Defensivabteilung. Im 3-4-1-2 (vereinfacht: 3-5-2) von Hickersberger spielten nur Ivanschitz, Harnik und Linz eine offensive Rolle. </p>
<p>Dass man mit vollen Hosen von Beginn an unter Druck gerät, nun &#8211; ich will ja nicht sagen, ich hätte es ja schon immer gesagt&#8230; Das schnelle Gegentor und die anfängliche Hilflosigkeit waren ein Resultat dieses selbstverschuldeten, kroatischen Anfangsdrucks. (Übrigens: Den Elfer kann man geben. Ich verwette aber meine Unterhose darauf, dass bei der WM in Deutschland das deutsche Team sich darüber keine Sorgen hätte machen brauchen. Einen Underdog- oder Gastgeber-Bonus gabs da nicht.)</p>
<p>Der schwache Beginn ist vor allem beachtlich, weil in fast allen Spielen die ich in den letzten Jahren vom Nationalteam gesehen habe, die ersten 15 Minuten die besten waren. </p>
<p><strong>Spieler-Einzelkritik</strong></p>
<p>Betrachtet man sich die einzelnen Spieler in der Startaufstellung, dann muss man sich schon fragen, was Hickersberger bezwecken wollte. </p>
<p>Für den desolaten <em>Standfest </em>stand mit Garics eine hervorragende Alternative (was für ein Hohn, den so bezeichnen zu müssen) bereit. Hicke bevorzugte es, Standfest durchspielen zu lassen. Ich weiß nicht wie viele Leute in Österreich sich bei dessen Aktionen (als vorwiegend Fehlpässe) die Haare ausgerauft haben. Persönlich kann man gegen Standfest vermutlich nichts was sagen. Er will ja, er kann nur nicht. Seine Einberufung hat er im Kroatien-Spiel wieder ad absurdum geführt (und Ibertsberger wollten wir ja nicht mitnehmen). Dass Garics nicht gespielt hat, ist für mich (falls es nicht irgendeinen mir unbekannten Grund geben sollte) ein Bekenntnis zur Inkompetenz, hat er doch mit Harnik die rechte Seite in den entsprechenden Testspielen sehr schön gefüllt.</p>
<p>Auf den schwachen <em>Gercaliu </em>hätte man dank Fuchs (oder einem von Beginn an spielenden Korkmaz) ebenfalls verzichten können. Aber dessen Einsatz kann man wenigstens rechtfertigen, Gercaliu ist an und für sich ein zuverlässiger Mann &#8211; war heute aber eine Katastrophe, eine wandelnde Unsicherheit. Den schwarzen Tag hat auch <em>Roland Linz</em> erwischt. </p>
<p><em>Aufhauser </em> dürfte in Wahrheit im Moment nicht spielen &#8211; aber da fehlt die Alternative. (Scharner wollten wir ja nicht dabei haben, dafür aber die völlig unflexiblen und grundlegend uneinsetzbaren Hiden und Patocka). Aufhauser bemüht sich, rackert, kämpft und ist defensiv auch meist wirklich nicht ganz unwichtig (allerdings: saublöde Attacke die zum Elfer geführt hat). Er hat sich in den letzten Wochen auch wieder einen Tick gesteigert. Aber auch er ist immer für einen Alibi- oder gar Fehlpass gut.</p>
<p>Solide gespielt haben <em>Pogatetz</em> (von seinen zwei Blödheiten mal abgesehen eine sehr saubere Partie mit einigen wichtigen Tacklings), <em>Stranzl</em>, <em>Ivanschitz </em> (ist bemüht, aber  &#8211; wenn er aufmerksam bewacht wird &#8211; leider nicht stark genug. Er hat immer noch Potential das er in den kommenden zwei Jahren ausschöpfen muss &#8211; vielleicht ja mit dem <a href="http://sport.orf.at/ticker/292164.html">neuen Trainer bei Panathinaikos</a>.), <em>Säumel </em> (Spielt meist unauffällig, aber intelligent im Spielaufbau. Seine Auswechslung war für mich völliger Quatsch. Wird für die WM-Quali tragender Spieler sein.) und <em>Macho </em>(er hatte nichts zu tun, daran sieht man, wie harmlos und packbar die Kroaten waren).</p>
<p>Tolle Leistungen gab es vor allem von <em>Prödl </em>. Er ist auf seiner Position in Österreich der Spieler mit dem modernsten Spielverständnis, schaltet sich in den Angriff ein, harmoniert vor allem mit <em>Harnik </em> sehr gut, wenn es zum Kontakt kommt. Der wiederum hatte heute auch einen starken Tag. Geschätzte 75% aller Angriffe liefen über ihn. Er spielte vier oder für geniale Querpässe, die ein Roland Linz im Normalfall alle verwerten würde.</p>
<p>Seine Beurteilung durch die österreichischen Stadion- und Fanmeilenbesucher stellt mir immer wieder die Nackenhaare auf. Da wird viel gejammert und genörgelt (auffällig oft von Rapid-Fans, die Jimmy Hoffer einfach lieber mögen) wenn er ab und zu den Ball verliert, aber beständig ignoriert, dass er mit Leuten wie Standfest und Aufhauser auf seiner Seite agieren muss, während Linz auf Pässe wartet und sehr oft Ivanschitz links orientiert oder isoliert ist. Kein Zuckerschlecken.</p>
<p>Die Einwechselspieler: <em>Korkmaz</em> ist toll in Form und ab jetzt dringend von Beginn an einzusetzen. <em>Vastic</em> war in Ordnung. Mehr ist zum Oldie und Publikumsliebling auch kaum zu sagen &#8211; außer, dass sein Einsatz immer ein bisserl so wirkt, als würde dadurch jedes taktische Konzept aufgegeben und stattdessen auf einen Genieblitz gehofft, der bislang auf sich warten lässt. <em>Kienast</em>s Leistung war durchaus ansprechend. Er kommt jetzt langsam auf Touren im Team und ist meiner Einschätzung nach keine Fehleinberufung, was sich schon <a href="http://ballverliebt.eu/?p=163">gegen Nigeria abgezeichnet</a> hat.</p>
<p><strong>Taktikbesprechung für die Offensive</strong></p>
<p><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/aut_pol_sturm.gif" alt="" title="Animation: Österreich - Polen, Angriffsspiel" align="center" /></p>
<p>Hickersberger änderte sein System bis zur Einwechslung von Vastic eigentlich kaum. Einzig Harniks Rolle wandelte sich, was sofort positive Wirkung zeigt. Der Werder-Legionär spielte zu Beginn einen waschechten zentralen Stürmer und bekam da von hinten so gut wie keine verwertbaren Bälle. Später rückte er weiter nach rechts und mimte einen offensiven Mittelfeldspieler bzw. Flügelstürmer. Da kam er auch gleich deutlich besser zur Geltung. </p>
<p>Der schnelle Weg über die Außenbahn mit abschließendem Querpass oder ein gefinkelter Haken zur Mitte, das ist das, was Harnik schon sehr gut beherrscht. Und genau da liegt die Chance des Teams (gleich mehr dazu). Mangelnde Spielpraxis in der deutschen Bundesliga hin oder her &#8211; ohne Harnik geht nach vorne wenig bis gar nichts &#8211; mit ihm geht aber plötzlich alles über ihn. Das sollte eigentlich jeder sehen, der die Vereinsbrille mal abnimmt (wobei sich Hoffer und Harnik nicht zwangsläufig ausschließen in der Startformation).</p>
<p>Ergänzt wurde er dann (leider viel zu spät) von Ümit Korkmaz. Die zwei werden uns noch viel Freude machen (haben wir schonmal irgendwo gehört, könnte hier aber wirklich zutreffen, weil beide nicht nur talentiert sondern auch bereits am richtigen Weg sind). Und schon war da plötzlich auch der ein oder andere Angriff über links. Hickersberger hat also in seiner Verzweiflung tatsächlich die von mir als &#8220;<a href="http://ballverliebt.eu/?p=182">junge Flügelzange</a>&#8221; betitelte Aufstellung ausprobiert.</p>
<p>[ad#bv_test]Das Ergebnis ist bekannt. Korkmaz kam in der 69. Minute, ab etwa diesem Zeitpunkt gelang Kroatien kaum noch eine echte Entlastung. Ich hoffe doch, es stellt sich auch Hicke jetzt nicht mehr die Frage, ob und wo man die beiden gegen Polen einsetzen kann. Sieben Defensivspieler braucht nicht nur niemand, so braune Hosen können wir uns jetzt unter Zugzwang auch nicht mehr leisten. Ein Sieg mit mehr als einem Tor Differenz muss her, wenn das Viertelfinale bis zum letzten Spiel realistisch bleiben soll.</p>
<p>In welchen Variationen ich mir die &#8220;junge Flügelzange&#8221; vorstellen kann, werde ich in den nächsten Tagen noch einmal ausführlich darstellen.</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=195&amp;md5=05015723415ae57ee3a9423de199fb56" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Ballverliebt &amp; kick08 EM Tippspiel!</title>
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		<pubDate>Sat, 31 May 2008 01:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Pichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[UEFA EM 08]]></category>
		<category><![CDATA[ballverliebt]]></category>
		<category><![CDATA[euro 2008]]></category>
		<category><![CDATA[kick08]]></category>
		<category><![CDATA[tippspiel]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie der/die eine oder andere vielleicht schon an den Grafiken rechts erkannt hat, gibt es hier ein Tippspiel zur Fußball Europameisterschaft. Veranstaltet wird es jeweils auf Ballverliebt und kick08. Am Ende werden beide Ranglisten zusammengelegt und ein gemeinsames Ranking erstellt*. Zudem habt ihr hier die einmalige Chance, gegen die Autoren anzutreten, denn wir werden auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie der/die eine oder andere vielleicht schon an den Grafiken rechts erkannt hat, gibt es hier ein Tippspiel zur Fußball Europameisterschaft. Veranstaltet wird es jeweils auf <a href="http://www.ballverliebt.eu" target="_blank"><strong>Ballverliebt</strong></a> und <a href="http://www.kick08.net"><strong>kick08</strong></a>. Am Ende werden beide Ranglisten zusammengelegt und ein gemeinsames Ranking erstellt<strong>*</strong>. Zudem habt ihr hier die einmalige Chance, gegen die Autoren anzutreten, denn wir werden auch den Punkteschnitt von Autoren und Lesern am Ende errechnen, und es wird sich zeigen wer das bessere Gespür für Fußballergebnisse hat!</p>
<p>Und so funktionierts:<span id="more-175"></span></p>
<ul>
<li>1. Bei uns <a title="Registrierung" href="http://ballverliebt.eu/wp-login.php?action=register" target="_blank">registrieren</a> (das ist für die Teilnahme aus technischen Gründen nötig).</li>
<li>2. Hinterlasst dann einen Kommentar auf der <a title="Tippspiel" href="http://ballverliebt.eu/?page_id=162" target="_blank">Tippseite</a>, mit dem ihr eure Teilnahme bekundet. (Muss nicht sein, hilft uns aber)</li>
<li>3. Sobald wir euch freigeschaltet haben (sollte nicht lange dauern), könnt ihr auf der <a title="Tippspiel" href="http://ballverliebt.eu/?page_id=162" target="_blank">Tippseite</a> loslegen.</li>
</ul>
<p>Und das sind die Regeln:</p>
<ul>
<li>Bitte keine Doppelteilnahme (spielt entweder über <strong><a title="Ballverliebt" href="http://www.ballverliebt.eu" target="_blank">Ballverliebt</a></strong> oder <a title="kick08" href="http://www.kick08.net" target="_blank">kick08</a> mit).</li>
<li>Das Tippen auf ein Spiel bzw. die Änderung des Tipps ist bis unmittelbar vor dem offiziellen Anpfiff möglich.</li>
<li>Die Punkte werden automatisch vergeben, sobald das Ergebnis eingetragen wurde.</li>
<li>Für eine richtig getippte Tendenz (Sieg, Unentschieden, Niederlage) erhaltet ihr 1 Punkt. Die richtige Tordifferenz bringt 2 Punkte. Solltet ihr für eine Partie sogar das richtige Ergebnis erraten haben, gibt es 3 Punkte. Wer zudem den Europameister richtig prognostiziert erhält einen Bonus von 5 Punkten.</li>
</ul>
<p>Das war es dann auch schon! Wir freuen uns mit euch auf eine spannende Europameisterschaft und ein hoffentlich noch spannenderes Tippspiel &#8211; möge der/die Beste siegen!</p>
<p><em><strong>*</strong> Mögliche Preise (bis dato leider noch nichts bestätigt) von Ballverliebt werden natürlich nur unter den Teilnehmern des Ballverliebt-Tippspieles vergeben &#8211; aus diesem Grund wird es neben der gemeinsamen Liste auch ein eigenes Ballverliebt-Ranking am Ende des Gewinnspieles geben.</em></p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=175&amp;md5=8a62a392b3173e473852f04b1221b980" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Ticker nachlesen: Österreich &#8211; Malta</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2008/05/30/liveticker-osterreich-malta/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 16:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaftsspiele]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[UEFA EM 08]]></category>
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