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		<title>Marcel Koller: Ein Anti-Peppi mit dem Drang nach Perfektion</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 22:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Marcel Koller war in Österreich bis vorgestern kaum jemandem ein Begriff. Wie kommt also der ÖFB auf diesen Mann? Hier eine wilde Theorie dazu. Die Trainerkarriere von Koller begann als Assistent unter Leo Beenhakker. Eben dessen Name war zuletzt auch am Rande der Gerüchte um den Teamchefposten gefallen. Gut möglich, dass der ehrwürdige Niederländer im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/avatar_tom.jpg" alt="" title="Tom Schaffer" width="125" height="150" class="alignright size-full wp-image-5711" /><em><strong>Marcel Koller war in Österreich bis vorgestern kaum jemandem ein Begriff. Wie kommt also der ÖFB auf diesen Mann? Hier eine wilde Theorie dazu. Die Trainerkarriere von Koller begann als Assistent unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Beenhakker" target="_blank">Leo Beenhakker</a>. Eben dessen Name war zuletzt auch am Rande der Gerüchte um den Teamchefposten gefallen. Gut möglich, dass der ehrwürdige Niederländer im Gespräch mit ÖFB-Verantwortlichen den entscheidenden Tipp gegeben hat.</strong></em><span id="more-5845"></span></p>
<p>Kollers wichtigste Qualifikation für den Teamchefposten ist seine Arbeit beim VfL Bochum. Seine dortigen Erfolge &#8211; der Aufstieg in die Bundesliga, der sensationelle achten Platz in der Saison 2006/7 und das Halten der Klasse bis 2009 &#8211; sind das jüngste Merkmal, das der Schweizer auf der internationalen Fußballbühne hinterlassen hat. Nach seiner Entlassung stieg Bochum ab. <a href="http://derstandard.at/1317019285498/Christian-Fuchs-Koller-hat-etwas-von-einer-Vaterfigur" target="_blank">Christian Fuchs denkt</a>, dass das (trotz dem damals schwachen Saisonstart) mit ihm als Trainer nicht passiert wäre. Koller ist der Mann, der den Mattersburger in die deutsche Bundesliga gelotst hat.</p>
<p>&#8220;Marcel hat ein ungewöhnliches Feingefühl für Leute&#8221;, sagt Christian Gross (Visitenkarte: Tottenham, Basel, Stuttgart &#8211; der zweite Trainer, unter dem Koller als Assistent gearbeitet hat). Ehemalige Spieler beschreiben ihn als &#8220;Perfektionisten&#8221;, der viel Wert auf Videoanalyse und Vorbereitung legt. Er spreche viel mit Spielern, mache viele Einzeltrainings und käme auch gut mit allen Arten von Spielern &#8211; ob jung oder alt, arriviert oder talentiert &#8211; aus. Einen Fixplatz hat bei ihm niemand, er lässt die spielen, die sein System weiterbringen. Die besten Richtigen könnte man sagen. Vor Bochum war er bei Köln und ist dort mit dieser Philosophie an internen Widerständen gescheitert. Seine Erneuerung gegen ehemals etablierte Spieler ging nicht gut und kostete ihn schlussendlich den Job. Immerhin verhalf er damit aber dem 18-jährigen Lukas Podolski zum Durchbruch. </p>
<p>Eigentlich liebt er laut eigenen Aussagen &#8220;aggressives Spiel&#8221; und Offensivfußball. Allerdings gilt das wohl ganz pragmatisch nicht um jeden Preis. Bei Bochum habe er &#8220;eher abwartend auf Konter&#8221; aus einer gesicherten Abwehr heraus spielen lassen. Das könne durchaus am Spielerpotential des kleinen Außenseiterklubs gelegen haben, erinnert sich Bloggerkollege <a href="http://www.spielverlagerung.de" target="_blank">Tobias Escher vom geschätzten Spielverlagerung-Blog</a> vage auf unsere Nachfrage, was man dort vom Ex-Bochumer so wisse. Bei <a href="http://www.rasen-schach.de" target="_blank">Rasen-Schach</a> hat ihn Sebastian Kahl in guter Erinnerung: &#8220;Ich schätze seine Arbeit, in Bochum hat er mit bescheidenen Mitteln viel erreicht, galt zu seiner Zeit dort als einer der taktisch-versiertesten Trainer der BuLi&#8221;.</p>
<p>In den letzten beiden Saisonen war Koller arbeitslos &#8211; zumindest als Vereinstrainer. Laut eigenen Angaben hat er aber nicht auf der faulen Haut gelegen, sondern viele Spiele beobachtet, Fortbildungen in sportpsychologischer Hinsicht gemacht und einzelne Spieler beraten und betreut. Schon vorher beschrieb ihn die Neue Zürcher Zeitung als &#8220;Selfmade-Psychologen&#8221;. Das Einzelgespräch wird bei Kollers erstem Nationalteam nun zum ständigen und hauptsächlichen Werkzeug werden. </p>
<p>Selbstsicher und geradlinig scheint Koller zu sein. Manchmal vielleicht zu verbissen in seine Aufgaben. Ehrlichkeit und Aussprachen beschreibt er als wichtig. All das dürften gute Charakterisika sein, um mit Leuten wie Emanuel Pogatetz, Paul Scharner und György Garics zurecht zu kommen, die für ähnliche Eigenschaften in den letzten Jahren in Ungnade bei Teamtrainern fielen. Dass Koller den meisten Legionären gefallen dürfte, scheint anzunehmen. Er ist genau der Typ eines modernen Trainers, den diese auch von ihren Vereinen kennen. </p>
<h3>Ein wehrhafter Praktiker, geschult in der Theorie</h3>
<p>Ein &#8220;Anti-Peppi&#8221;, <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/koller-trainiert-oesterreich-der-anti-peppi-kaempft-gegen-den-schmaeh-der-cordoba-helden-1.1155157-2" target="_blank">nennt ihn die Süddeutsche</a> in Anspielung auf die sonstige Verhaberung der österreichischen Teamtrainer. &#8220;Ein trockener, von jeglichem Schmäh weiträumig umfahrener Schweizer, der sich &#8230; in der deutschen Bundesliga einen sehr seriösen Ruf erwarb&#8221;. <a href="http://www.20min.ch/sport/fussball/story/20285472" target="_blank">Schweizer Medien</a> reagieren etwas verwundert auf die negative Resonanz in manchen österreichischen Medien: &#8220;Koller wird es offensichtlich nicht einfach haben, sich das Vertrauen unserer Nachbarn zu erarbeiten&#8221;. Auch in der Eidgenossenschaft ist Koller angesehen, war bereits einmal Trainer des Jahres, weil er mit dem krassen Außenseiter St. Gallen als Sportchef und Trainer in Personalunion den Meisteritel gewann. Später schaffte er das auch noch einmal mit Grasshoppers Zürich.</p>
<p>Das ist sein Jugend- und Stammklub. 18 Jahre trug er die Farben des Vereins, war dabei selbst ein recht erfolgreicher Fußballer. Als Sechser galt Koller schon damals als taktisch begabt. 7 Mal Meister, 55 Einberufungen in die &#8220;Nati&#8221; und eine Teilnahme an der Europameisterschaft 1996 stehen zu Buche. Sein Trainer in dieser Zeit war drei Jahre lang auch der aktuelle Coach von Scharner &#8211; Roy Hodgson. Der gilt als einer der entscheidenden Modernisierer des Schweizer-Fußballs. Einer seiner ehemaligen Mitspieler und auch Trainer (86-88) gilt als beleidigt: Kurt Jara (1988) glaubt, dass er trotz chronischer Erfolgslosigkeit in den vergangenen zehn Jahren die bessere Wahl gewesen wäre.</p>
<p>Das zeigt: Die Erfahrung als Spieler schützt Koller zwar vor dem zweifelhaften Vorwurf, ein bloßer <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/09/theorie-bringt-den-fusball-nicht-weiter-interview-mit-tfv-prasident-geisler/" target="_blank">Theoretiker</a> zu sein. Doch mit anderen Boulevardanfeindungen wird er leben müssen. Die dort integrierte heimische Cordoba-Nomenklatura reagierte großteils verschnupft auf den Neuen. Ein Ausländer an der Spitze ihres bisherigen Selbstbedienungsladens, das ist schwer zu verkraften (noch dazu einer den sie nicht kennen, weil die &#8220;Experten&#8221; offensichtlich die deutsche Bundesliga genauso gut beobachten, wie der heimische 08/15-Fußballfan). </p>
<p>&#8220;Etwas gefrozzelt&#8221; müssen sich Gludovatz, Herzog, Jara und Co. vorkommen, meint Peter Linden in der Krone. Die haben nicht einmal zusammengerechnet so viele Jahre in der deutschen Bundesliga gecoacht wie Koller alleine, aber vielleicht spricht Linden auch ein wenig über sich selbst. Selten zuvor gab es in den letzten Jahrzehnten einen Teamchef, den er nicht ein bisschen miternannt hat.</p>
<p>&#8220;Es gibt keinen anderen Weg, als den, den wir gehen. Arbeit, Arbeit, Arbeit – und sich dabei nicht von außen beeinflussen lassen&#8221;, das <a href="http://www.fussball.com/news-view-22027/stuermischer-herbst-fuer-bochumcoach-koller.html" target="_blank">sagte Koller 2006</a> am schwierigen Beginn der Erfolgssaison mit Bochum. Wenn sich nicht gleich in den ersten Spielen zufälligerweise der Erfolg einstellt, könnte das wieder zu seinem Motto werden. Schon die ersten Interviews haben gezeigt: Koller (Spielverlagerungs Tobias Escher nennt ihn &#8220;undiplomatisch&#8221;) wird sich gegen die Jagdgesellschaft sprachlich besser wehren können als einst Karel Brückner. Der Tscheche wollte sich dieses Kasperltheater nicht mehr antun. Koller ist über 20 Jahre jünger und kann noch viel erreichen &#8211; vor allem wenn er mit Österreich Erfolg hat. Die NZZ meint, er kann hier &#8220;<a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fussball/marcel_koller_nationalcoach_oesterreich_1.12812259.html" target="_blank">fast nur gewinnen</a>&#8220;. </p>
<p>Dementsprechend hält er von Beginn weg dagegen. Nachdem (der bei ausländischen Trainern seltsamerweise besonders kritische) Schneckerl behauptete, in Österreich gäbe es viele Trainer von der Klasse von Koller (was man zum momentanen Zeitpunkt als kreative Einbildung bezeichnen muss), meinte der Attackierte <a href="http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZIB-2" target="_blank">bei Armin Wolf</a>: &#8220;Herbert Prohaska habe ich als Spieler sehr geschätzt, aber er war noch nie im Training bei mir, hat noch nie mit mir gesprochen und weiß also gar nicht, wie ich arbeite&#8221;.</p>
<p>Die offene Konfrontation sucht Koller damit nicht, denn er macht gleich ein charmantes Angebot dazu. Man solle ihn arbeiten lassen und beobachten, dann könne man sich ja &#8220;zusammensetzen&#8221;. Dem Vernehmen nach tut er das gerne bei einem Gläschen Rotwein. Das Wort &#8220;Wunderwuzzi&#8221; mag er genauso wenig verstehen, wie er einer ist. Aber trotz dieser sprachlichen Hürde hat er Österreich anscheinend schon an seinem ersten Tag im Amt verstanden. (<a href="http://twitter.com/schaffertom" target="_blank">tsc</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5845&amp;md5=b4dfb0da973c3e1de4d5e02923c4071e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Danke fürs Wichtigmachen, Willi!</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 11:23:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[UEFA EM 2012]]></category>
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		<description><![CDATA[Christian Russegger von &#8220;Österreich&#8221; hat Willi Ruttensteiner, seit er den Teamchef-Job interimistisch übernommen hatte, konsequent als &#8220;Willi Wichtig&#8221; diffamiert. Einer, der alles anders macht als Constantini: Er reist durch die Weltgeschichte, war dabei zum Teil in drei verschiedenen Ländern an nur einem Wochenende. Und vor allem: Er redete mit den Spielern, auch den Constantini-Outcasts. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><img class="size-full wp-image-5836 alignright" title="phileit" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/phileit.jpg" alt="" width="125" height="150" />Christian Russegger von &#8220;Österreich&#8221; hat Willi Ruttensteiner, seit er den Teamchef-Job interimistisch übernommen hatte, konsequent als &#8220;Willi Wichtig&#8221; diffamiert. Einer, der alles anders macht als Constantini: Er reist durch die Weltgeschichte, war dabei zum Teil in drei verschiedenen Ländern an nur einem Wochenende. Und vor allem: Er redete mit den Spielern, auch den Constantini-Outcasts. Und jetzt hat uns der Technische Direktor des ÖFB Marcel Koller gebracht. Man kann nur sagen: Danke, dass du dich so wichtig gemacht hat, Willi. Das war wichtig.</strong></em></p>
<p><span id="more-5835"></span>Denn der Schweizer Marcel Koller ist genau das, was das längst im 21. Jahrhundert angekommene Spielermaterial aus Österreich braucht: Einen ruhigen, akribischen Arbeiter. Einen, der sich international auskennt. Einen, der aus einem Underdog das Optimum heraus holen kann. Und keinen, der jeden Versuch eines Diskurses pampig abwürgt. Keinen Phrasendrescher. Keinen Medien- oder Fanliebling.</p>
<p>Und die Bestellung des 50-Jährigen ist auch als Eingeständnis zu deuten, dass zumindest gewisse Kräfte im ÖFB erkannt haben, an wen es sich wirklich zu orientieren gilt. Natürlich hilft es, sich aus Deutschland abzuschauen, was auch sinnvoll im zehnmal kleineren Österreich umgesetzt werden kann. Aber es ist ein Land wie die Schweiz, die ein echtes Vorbild ist. Vergleichbar an Ressourcen und Möglichkeiten. Jedoch meilenweit voran, wenn es um andere Dinge geht.</p>
<p>Die Eidgenossen haben etwa eine funktionierende Ausbildungsliga, in der sich alle, auch Primus FC Basel, dazu bekennen. Der SFV verfügt über eine organisatorische und sportliche Struktur, die klar definiert ist und auch konsequent durchgezogen wird &#8211; seit vor etwa 15 Jahren auf externe Experten gesetzt wurde. Der Lohn: Seit 2004 war die Schweiz bei jedem Turnier dabei, und sogar nach dem kompletten Fehlstart in die aktuelle Quali gibt&#8217;s tatsächlich noch realistische Chancen.</p>
<p><strong><em>Koller ist kein umfassender Heilsbringer</em></strong></p>
<p>Freilich: In Koller einen totalen Heilsbringer zu sehen, wäre vermessen. Er hat nicht das Standing, nicht die Position und auch eigentlich nicht die Aufgabe, den ÖFB umzukrempeln. Aber sportlich ist es  ein großer Schritt in die richtige Richtung. Koller ist von seiner Herangehensweise einer, der sich nicht der Öffentlichkeit oder den Medien gegenüber verantwortlich fühlt, sondern der Mannschaft und dem ÖFB. Schon alleine die Tatsache, dass er noch nie etwas mit Österreich zu tun hatte (außer, dass er zwei Jahre lang der Trainer von Christian Fuchs war), macht ihn zu einer guten Wahl. Koller wird keine Rücksicht auf typisch österreichische Befindlichkeiten nehmen und das ist gut so.</p>
<p>Koller war immer schon ein Trainer, der mit begrenzten Möglichkeiten das Optimum heraus holt. Nicht nur beim FC St. Gallen, den er überraschend zum Meister machte. Sondern auch in Bochum &#8211; und wenn man so will, ist der VfL so ein wenig das Österreich der deutschen Bundesliga-Landschaft. Eingeklemmt zwischen Top-Teams (in diesem Fall Schalke und Dortmund), schon respektiert aber nicht so richtig ernst genommen. Bochum gibt&#8217;s halt, aber außerhalb der Stadt selbst eigentlich uninteressant.</p>
<p><em><strong>Noch viel Arbeit für Ruttensteiner</strong></em></p>
<p>Das mit dem ÖFB umkrempeln, das wird eher der Job von Willi Ruttensteiner. Man kann davon ausgehen, dass die Personalie Koller seine Idee war &#8211; denn <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/09/theorie-bringt-den-fusball-nicht-weiter-interview-mit-tfv-prasident-geisler/">andere im Gremium</a> dürften einen wie den Schweizer auch intern vehement zu verhindern versucht haben. Dafür schon mal ein &#8220;Danke&#8221; an Ruttensteiner, dass er sich hier durchgesetzt hat.</p>
<p>Seine Arbeit ist aber noch längst nicht getan. Und wie schwierig es sein wird, wirklich etwas weiter zu bringen, wird sichtbar, wenn man sich in die Niederungen der Amateurfußball-Sportplätze begibt. Hier, an der Basis, ist Ruttensteiner nicht beliebt. Hier sehen viele Beobachter in dem Oberösterreicher einen (Zitat) &#8220;Depperten Schreibtitschtäter, der net amoi weiß, wie man sich an Fußballschuh bindet&#8221; &#8211; mit anderen Worten: Das Problem ist nicht der ÖFB an sich, sondern die allgemeine Fortschrittsfeindlichkeit vor allem an der Basis.</p>
<p>Es ist dieses Denken, dass die moderne Herangehensweise an den Fußball im 21. Jahrhundert ein großes Übel ist, dass eh komplett wurscht ist, ob jetzt ein Constantini oder ein Mourinho auf der Trainerbank sitzt, das radikal aus den Denkmustern der konservativen Betonköpfe heraus muss. Da hat Ruttensteiner noch einen langen Weg vor sich.</p>
<p><strong><em>Typ-Wechsel &#8211; mit Konsequenzen?</em></strong></p>
<p>Worauf sich Koller in seinem neuen Job einstellen müssen wird: Dass ihm jene maßgeblichen Meinungsmacher in Fernsehen und Print, die Constantini nicht nur mit Wattehandschuhen angegriffen, sondern ihm bis zuletzt die Stange gehalten und nie wirklich kritisch hinterfragt haben, brutal auf ein einhacken werden. Das war zum Teil schon zu lesen, bevor Koller überhaupt offiziell präsentiert wurde. Das war, vor allem im Fall Karel Brückner, bei Herbert Prohaska offensichtlich &#8211; und Schneckerl gibt sich auch sofort <a href="http://90minuten.at/index.php/90minutenfussball/44-nationalteam1/39066-ein-nichthaberer-als-teamchef-wie-reagiert-die-verhaberungspartie">unnachgiebig</a>, wo wieder ein Teamchef kein persönlicher Haberer von ihm ist.</p>
<p>Die Bestellung von Koller ist ein brutaler Wechsel &#8211; die Internet-Generation steht ihm wohl eher positiv gegenüber, die &#8220;Alteingesessenen&#8221; eher skeptisch. Das ist eine grandiose Chance, aber auch ein Risiko, denn wenn es mit Koller nicht den erhofften Erfolg gibt, besteht die Gefahr, dass diese Tendenz, sich tatsächlich an den Typus &#8220;Akribische, taktischer Arbeiter&#8221; heran zu wagen, wieder abgewürgt wird.</p>
<p>Die Abmontierung von Koller, bzw. seines Typs von Trainer, zu verhindern, wird am ÖFB hängen bleiben. Hier darf man aber durchaus hoffen. Denn Präsident Leo Windtner wollte schon an Constantini eisern festhalten, aber nicht, weil er ihn für so toll hielt, sondern, weil er auf Kontinuität setzen wollte. Nur halt mit dem falschen Teamchef.</p>
<p>Und vor allem dürfte es nun tatsächlich so sein, dass mit Willi Ruttensteiner der wohl fähigste Mann im Verband ein deutlich gewichtigeres Wort hat als zuvor. Und das kann für den österreichischen Fußball nur gut sein. Danke, Willi!</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5835&amp;md5=c5775cbba2897163633373e67cd28c98" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Umfrage: Foda als Teamchef?</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 21:12:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht erst seit eine deutsche Boulevardzeitung am Sonntag den Deal als &#8220;done&#8221; vermeldet hat, gilt Franco Foda als erste Wahl für die Nachfolge von Dietmar Constantini. Grund genug für ballverliebt diese mögliche Entscheidung zu reflektieren. Georg übernimmt die Rolle des Pro-Foda-Verfechters, Tom nimmt die Contra-Haltung ein. Uns würde natürlich interessieren, wie ihr das nach dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht erst seit eine deutsche Boulevardzeitung am Sonntag den Deal als &#8220;done&#8221; vermeldet hat, gilt Franco Foda als erste Wahl für die Nachfolge von Dietmar Constantini. Grund genug für ballverliebt diese mögliche Entscheidung zu reflektieren. Georg übernimmt die <a href="http://ballverliebt.eu/2011/09/12/pro-foda-als-teamchef/" target="_blank">Rolle des Pro-Foda-Verfechters</a>, Tom nimmt <a href="http://ballverliebt.eu/2011/09/12/contra-foda-als-teamchef/" target="_blank">die Contra-Haltung</a> ein. Uns würde natürlich interessieren, wie ihr das nach dem Lesen der Beiträge seht. </p>
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	<div class='democracy'>
		<strong class="poll-question">Soll Franco Foda ÖFB-Teamchef werden?</strong>
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		<title>Contra: Foda als Teamchef</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 21:05:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die BILD hat es bestimmt: Franco Foda wird seit Sonntag als Fix-Nachfolger von Dietmar Constantini gehandelt. Ob die Informationen des deutschen Boulevards stimmen oder trügen, wird sich zeigen. Aber er ist ja die oberflächlich logische Variante. Er stellt irgendwie die zufrieden, die keinen Österreicher wollen, aber auch die, die einen Vertrauten der heimischen Liga fordern. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/avatar_tom.jpg" alt="" title="Tom Schaffer" width="125" height="150" class="alignright size-full wp-image-5711" />Die BILD hat es bestimmt: Franco Foda wird seit Sonntag als Fix-Nachfolger von Dietmar Constantini gehandelt. Ob die Informationen des deutschen Boulevards stimmen oder trügen, wird sich zeigen. Aber er ist ja die oberflächlich logische Variante. Er stellt irgendwie die zufrieden, die keinen Österreicher wollen, aber auch die, die einen Vertrauten der heimischen Liga fordern. Er hat den Ruf als guter Fachmann, wird aber nicht allzu teuer sein. Er ist nicht zu verhabert, aber doch auch nicht ganz von heimischen Rücksichtnahmen losgelöst. Kaum jemand könnte sich ärgern. Auf ihn kann man sich einigen. Man sieht: Wenn man nur in Lobbys denkt, dann passt Foda irgendwie.<span id="more-5700"></span></p>
<p>Auch das seltsame Festhalten an Constantini (deshalb wundert mich dieser Unsinn auch nicht so) seitens des ÖFB sprach für mich sofort für Foda. &#8220;Er wird wohl nicht vor einem Europa League-Herbst bei Sturm hinwerfen wollen&#8221;, dachte ich. Lediglich die Deadline, vor dem 15. November einen neuen ÖFB-Trainer haben zu wollen, passt nicht rein. Sturms letztes EL-Spiel ist am 14.12., das letzte Meisterschaftsspiel am 17.12.. Aber dem ÖFB wäre ja auch zuzutrauen, dass er für diesen Monat und das Ukraine-Testspiel ein Doppelamt akzeptiert.</p>
<p>Ich möchte außer Zweifel stellen, dass ich Franco Foda für einen viel versprechenden Trainer halte. Er ist alles andere als das Schlimmste, was dem ÖFB passieren könnte. Trotzdem wünsche ich mir eine andere Lösung für die kommenden Jahre. Mehrere Gründe sind dafür ausschlaggebend.</p>
<p><strong>1. Foda fehlt internationale Erfahrung</strong></p>
<p>In der österreichischen Liga reüssiert der geborene Mainzer mit Sturm Graz seit Jahren. Aus dem Pleiteklub formte er einen Cupsieger, aus dem Cupsieger einen Meister, aus dem Meister einen Beinahe-Champions-League-Teilnehmer. Beeindruckend! Doch das störende Beiwort &#8220;Beinahe&#8221; vor &#8220;Champions League&#8221; ist von Bedeutung. Bei seinen bisherigen großen internationalen Prüfungen konnte Foda nicht glänzen: 2011 gegen BATE in der CL ein unnötiges Aus; 2010 gegen Juventus im EL-Playoff gab es ebenfalls keine Überraschung; 2009 gegen Kharkiv gelang zwar der zurecht viel beachtete Aufstieg in die EL-Gruppenphase, Sturm blieb mit Platz 4 dort jedoch unspektakulär; 2008 flog man <a href="http://ballverliebt.eu/2008/08/29/live-vor-ort-sturm-graz-fc-zurich/" target="_blank">gegen den FC Zürich</a> aus der UEFA-Cup-Quali.</p>
<p>Zwar kann er im Herbst nun ein zweites Mal mit Sturm die Europa League beackern &#8211; das ist gut &#8211; doch sein systematisch unspektakuläres 4-4-2 mitsamt der jeweils dazugehörenden Taktik brachte ihm gegen BATE im Hinspiel unser Urteil &#8220;<em><a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/16/nach-11-bei-bate-winkt-die-konigsklasse/" target="_blank">So wie diese Partie inhaltlich nicht besonders prickeld [war]</a></em>&#8221; ein. Im erfolglosen Rückspiel folgte dann gar eines, das uns vom Nationalteam der letzten Jahre zu bekannt vorkommt: &#8220;<em><a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/24/abgemeldete-flugel-lassen-sturms-traum-von-der-champions-league-platzen/" target="_blank">Dann aber fehlte der Plan B</a></em>&#8220;.</p>
<p><strong>2. Sein Erfolg ist noch nicht bestätigt</strong></p>
<p>Die heimische Liga mit Sturm (der theoretisch vierten Geige) zu gewinnen, ist natürlich beachtlich für einen jungen Trainer. Fußballerisch war die Liga trotz des Aufwärtstrends aber auch selten so weit hinter dem internationalen Maßstab wie im Moment (dass wir uns wie wahnsinnig über eine mögliche Rückkehr in die UEFA-Top-15 vor den maroden Schotten freuen würden, spricht Bände). Und selbst in der Meistersaison in dieser Liga sah Sturm gegen die besten Teams <a href="http://ballverliebt.eu/2011/05/26/sturm-ist-meister-zeit-fur-zahlen/" target="_blank">nicht besonders gut aus</a>.</p>
<p>Nur nominell schwächere Gegner zu schlagen, klappt vielleicht in einer von (Hausnummer) zehn Meistersaisonen, ist aber für unser Nationalteam kein viel versprechender Erfolgspfad. Ist es Foda zuzutrauen, dass er ein Konzept entwickelt, das über das bei Sturm in Österreich erfolgreiche hinausgeht? Natürlich. Hat er das schon bewiesen? Natürlich nicht. Foda müsste seinen Erfolg mit Sturm erst einmal einigermaßen bestätigen und zeigen, dass er die Mannschaft noch weiter entwickeln kann.</p>
<p><strong>3. Foda ist Österreicher</strong></p>
<p>1996 hat Foda Deutschland als Spieler verlassen &#8211; da wurde Joachim Löw dort gerade erst Trainer (bei Fodas Verein, dem VfB Stuttgart). Seit 1997 ist seine Welt in Graz. Top-Ligen kennt er als Coach nicht &#8211; außer Ivica Osim hat er auch in Spielerjahren selbst keinen gehabt, von dem er sich für heute viel mitnehmen hätte können. Damit ist Foda trotz anders lautendem Pass eine österreichische Lösung.</p>
<p>Ich würde Foda liebend gerne in fünf bis zehn Jahren als Teamchef sehen, nachdem er in Deutschland einen Mittelständler geleitet und sich daran weiterentwickelt hat. Die selbe Anforderung würde ich auch an Andreas Herzog, Markus Schopp, Didi Kühbauer oder jeden anderen halbwegs viel versprechenden heimischen Jungtrainer stellen. Ohne lehrreiche Auslandserfahrung als Trainer ist die Eignung für das Team nicht wirklich da. Ohne dass die hautnahe Erfahrung des internationalen Niveaus den Trainer geprägt hat, wird das ÖFB-Team zu eben jener &#8220;Learning by doing&#8221;-Spielwiese, die es teilweise auch bei Constantini war (der immer wieder ausbrechenden Unruhe der besten Legionäre über die professionelle Diskrepanz zwischen Verein und Nationalteam inklusive).</p>
<p><strong>4. Mit Sturm würde auch die heimische Liga einen Rückschlag erleiden</strong></p>
<p>Was ich auch gegen Paul Gludovatz einzuwenden hätte (wenn der nicht ohnehin nicht in Frage käme): Ein Trainer, der einen österreichischen Meisterschafts-Underdog so erfolgreich aufbaut, wird genau dort dringend gebraucht. Foda war ein absoluter Glückfall für Sturm &#8211; aber auch für Österreich im Sinne der Liga-Entwicklung. Sturm fordert alle Mannschaften in der Liga und tritt in Europa garantiert nicht peinlich auf, sondern punktet verlässlich für die Fünf-Jahres-Wertung. Es steht zu befürchten, dass Sturm nicht wieder einen solchen Griff landet und mit Fodas Abgang zurückfallen wird. Für Sturm-Fans ist das schade genug, aber hat sich schon mal jemand gefragt, was Österreich dann mit einem vierten und fünften Europapokalstartplatz anfangen soll &#8211; geschweige denn diesen fünften zu halten?</p>
<p>Auf dieses Problem muss Sturm sich natürlich ohnehin vorbereiten. Aber gerade der ÖFB sollte sich nicht am Liga-Brain-Drain beteiligen (wie schon mit der Nominierung von Josef Hickersberger), sondern vielmehr Know-How ins Land importieren, von dem dann auch die Ligatrainer profitieren könnten (die ich derzeit allesamt für nicht schlecht besetzt halte). Aus dieser Perspektive wäre es ratsam für und nachhaltig vom ÖFB, sich im Ausland umzusehen. Trainer die Potential haben, aber noch keine endlose Erfolgsliste (die sie teuer machen würde) gibt es dort genug &#8211; viele davon können eh deutsch. (Damit der unumgängliche Boulevard mitmacht, müssen die halt ab und zu lustige Sprüche sagen.)</p>
<p><strong>5. Foda muss beim Erfolg sehr loyal sein</strong></p>
<p>Wie Martin Blumenau <a href="http://fm4.orf.at/stories/1687784/" target="_blank">richtig sagt</a>: Leitet Foda das heimmische Nationalteam mit Geschick, dann wird die Aufmerksamkeit von deutschen Klubs schnell groß sein. Ob der Trainer dann bei lukrativen Angeboten seinen Weg mit dem Nationalteam fortsetzt? Oder müsste dann wieder ein Trainer von vorne beginnen?</p>
<p>Auch das wird zugegeben allgemein ein Problem mit dem nächsten Trainer sein (sofern die Wahl nicht von Haus aus eine Katastrophe wird). Damit jemand mit Klasse im ÖFB-Team sein langjähirges Traumprojekt sieht, muss der Erfolg schon bahnbrechend sein. In dieser Hinsicht kann sich der ÖFB personell schwer absichern. Deshalb muss er es strukturell tun. Die Entwicklung der Mannschaft und Philosophie muss von einem kompetenten Sportdirektor mitgemacht werden, der auch dann bleibt und den Weg fortführt, sollte der Trainer gehen. Der ewige Neuaufbau muss enden.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>So, wer hätte das gedacht? Jetzt hab ich doch tatsächlich ein Plädoyer gegen einen Trainer gehalten, den ich sehr respektiere. Aber die genannten Punkte bereiten mir Kopfzerbrechen und sollten nicht ignoriert werden, wenn man an die langfristige Entwicklung des österreichischen Fußballs denkt. Foda wäre eine anständige Lösung für den Teamchefposten, aber auch unter Berücksichtigung des knappen Budgets &#8211; im Moment &#8211; nicht die optimale.</p>
<p>Zurecht mag man nun einwenden, dass man einen international etablierten (Punkte 1, 2), zukunftsfähigen (Punkt 5) Topp-Mann wird man zwar ohnehin nicht bekomme, aber gerade der drohende Liga-Qualitätsverlust (Punkt 4.) und die zumindest geringe Erfahrung bei einem hochprofessionell geführten, modernen Verein in einer Topp-Liga (Punkt 3) erscheinen mir bedeutende Unterschied zwischen Foda und etwa einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Pezzaiuoli" target="_blank">Marco Pezzaiuoli</a> zu sein. Für dessen Engagement würde ich dem ÖFB übrigens ohne jedes Bauchweh gratulieren. (<a href="http://twitter.com/schaffertom" target="_blank">tsc</a>)</p>
<blockquote><p>Dieser Text ist Teil eines Pro/Contras. Die <a href="http://ballverliebt.eu/2011/09/12/pro-foda-als-teamchef/" target="_blank">Pro-Haltung hat Georg eingenommen</a>. In der <a href="http://ballverliebt.eu/2011/09/12/umfrage-foda-als-teamchef/" target="_blank">Umfrage seid ihr am Wort</a>.</p></blockquote>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5700&amp;md5=fae56f26e712db8ece610d9c9a116a3a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Pro: Foda als Teamchef</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 21:04:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Pichler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Foda ist seit Ende der Saison 06/07 zum zweiten Mal Trainer des SK Sturm. Unter ihm gelang den Steirern nach der Beinahe-Pleite auch die sportliche Rehabilitation. In den vergangenen vier Saisonen schaffte der Deutsch es, die Mannschaft beständig in den oberen Tabellenregionen zu platzieren. Neben einem unglücklichen Ausscheiden gegen Zürich im UI-Cup zog Sturm heuer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-5734" title="gp_bv_mini" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/gp_bv_mini.jpg" alt="" width="125" height="150" />Foda ist seit Ende der Saison 06/07 zum zweiten Mal Trainer des SK Sturm. Unter ihm gelang den Steirern nach der Beinahe-Pleite auch die sportliche Rehabilitation. In den vergangenen vier Saisonen schaffte der Deutsch es, die Mannschaft beständig in den oberen Tabellenregionen zu platzieren. Neben einem unglücklichen Ausscheiden gegen Zürich im UI-Cup zog Sturm heuer zum zweiten Mal in die Gruppenphase der Europa League ein, nachdem der Verein in der Vorsaison den dritten Meistertitel feiern konnte. Auch der Cupsieg 2009/10 soll nicht unerwähnt bleiben.</p>
<p>Soweit die Zahlen und Bilanzen. Foda gilt aber auch als Trainer, der Wert auf Taktik legt. Einer von vielen und dazu einer der wichtigen Faktoren, die den ernsten Ex-Kicker vom mürrischen Tiroler Didi Constantini unterscheiden. Sturm arbeitet mit kleinem Finanzrahmen und geringer Kaderdichte. Was Foda geleistet hat ist also ungleich schwerer zu bewältigen als etwa für Budgetkrösus Red Bull Salzburg oder die Wiener Großklubs. Ich würde gerne sehen, was er aus dem durchwegs guten Spielermaterial machen kann, aus dem er als Nationaltrainer schöpfen kann.<span id="more-5708"></span></p>
<p><strong>Eine Frage der Optionen</strong></p>
<p>Bringt Foda die Qualifikation mit, um diesen Posten zu bekleiden? Sehr wahrscheinlich. Gibt es Alternativen? Realistisch gesehen: kaum. Gludovatz will nicht. Beenhakker und Rehhagel sind keine Zukunftsversprechen und vermutlich nicht ganz billig. Herzog fehlt außerhalb des ÖFB die Erfahrung, dazu haftet ihm leichtes Verhaberungs-Odeur an. Marco Pezzaiuoli war U17-Europameister mit Deutschland. Freilich, auch er ist für einen Trainer jung, gilt als Taktikfuchs und wäre leistbar. Bis auf ein halbes Jahr bei Hoffenheim mangelt es aber auch ihm an Erfahrung im Profibereich.</p>
<p>Und für die Utopisten: Wenger und Hiddink sind noch im Amt, teuer und vermutlich nicht bereit, sich den ÖFB langfristig anzutun. An die typischen „österreichische Lösungen“ verschwende ich keine Gedanken. Daran, dass man Personalien wie Walter Schachner aus den Untiefen der österreichischen Trainerriege herbeibeschwören könnte, will ich diesmal einfach nicht glauben. Bei aller Borniertheit muss der österreichische Fußballbund aus den letzten Jahren und der Ära Constantini genug gelernt haben, um einen solchen Fehler nicht jetzt schon wieder zu begehen.</p>
<p><strong>Der Richtige unter den Möglichen</strong></p>
<p>Ob Foda ein Strukturbrecher ist, der beim Bund organisatorisch was bewegen kann? Ich weiß es nicht. Es ist auch nicht wichtig, weil eine Verbandsreform längst nicht vom Trainerteam alleine getragen werden kann. Und Sturm? Die Blackies könnten mit ihrem Trainer bis Jahresende weiterarbeiten. Zeit genug, ausführlich nach dem richtigen Nachfolger zu sondieren.</p>
<p>Dass in Graz nach der Winterpause noch Europa League-Spiele stattfinden, ist bei allem Optimismus nicht zu erwarten. Selbst wenn Foda bei Sturm bliebe, wäre das aber keine Garantie für seinen langfristigen Verbleib. Kolportierterweise hätte er bereits die Chance gehabt, einen deutschen Bundesligisten zu betreuen. Gute Trainer sind begehrt, ausnahmsweise auch einmal vom ÖFB, wie es scheint.</p>
<p>Das Wunschprofil der Taktikgemeinde ist „zukunftsfähig und spielerisch versiert“. Der Fußballbund sucht einen Coach, der Deutsch spricht und nicht all zu viel kostet.Nein, Foda ist nicht der beste Teamchef, den das Nationalteam haben könnte. Betrachtet man die verfügbaren Optionen aber realistisch, so ist er der Richtige. (<a href="http://twitter.com/peorg" target="_blank">gpi</a>)</p>
<blockquote><p>Dieser Text ist Teil eines Pro/Contras. Die <a href="http://ballverliebt.eu/2011/09/12/contra-foda-als-teamchef/" target="_blank">Contra-Haltung hat Tom eingenommen</a>. In der <a href="http://ballverliebt.eu/2011/09/12/umfrage-foda-als-teamchef/" target="_blank">Umfrage seid ihr am Wort</a>.</p></blockquote>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5708&amp;md5=a39278b0042ec6957df756aaf4b7804d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Modernisierung ist überfällig. Aber sieht das auch der ÖFB so?</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 11:29:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[öfb]]></category>
		<category><![CDATA[Constantini]]></category>
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		<category><![CDATA[Windtner]]></category>

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		<description><![CDATA[Symptomatisch. Das ist das Wort, dass einem bei vielen Details einfällt, dieser Tage, rund um das österreichische Nationalteam. Und auch um den ÖFB. Wie der seltsame Abschied auf Raten vom Teamchef. Wie das Staatsgeheimnis, das um das angebliche verfeinerte Anforderungsprofil des neuen gemacht wird. Und wie die Reaktionen auf den Vorstoß von Paul Scharner. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-5730" title="phileit2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/phileit2.jpg" alt="" width="125" height="150" /> <strong><em>Symptomatisch. Das ist das Wort, dass einem bei vielen Details einfällt, dieser Tage, rund um das österreichische Nationalteam. Und auch um den ÖFB. Wie der seltsame Abschied auf Raten vom Teamchef. Wie das Staatsgeheimnis, das um das angebliche verfeinerte Anforderungsprofil des neuen gemacht wird. Und wie die Reaktionen auf den Vorstoß von Paul Scharner. Ein Kommentar.</em></strong></p>
<p><span id="more-5689"></span>Er biete sich selbst an, als Spielertrainer für die letzten beiden Qualifikationsspiele in Aserbaidschan und Kasachstan, gab Paul Scharner im Zuge der Salami-Trennung von Didi Constantini zu Protokoll. An der Mannschaft wäre er genauso nah dran wie der Teamchef, und der Erfolg ist offenbar eh zweitrangig. Der Aufschrei, der um die &#8220;Selbstüberschätzung&#8221; des offenbar wahnsinnig gewordenen Exzentrikers von West Brom durch das Land ging, war immens.</p>
<p>Und traurig zugleich.</p>
<p>Denn keiner schien die eigentlich unverhohlene Kritik an Teamchef und ÖFB verstanden zu haben. Schlechter als Constantini könne er es selbst auch nicht machen, so die Botschaft, und wie Ried-Trainer Paul Gludovatz zuletzt meinte: Im ÖFB kommt es auf andere Sachen an als Erfahrung und Qualifikation für den Job. Der Erfolg ist wohl tatsächlich nur zweitrangig &#8211; und Gludovatz muss es wissen, er war selbst lange genug im ÖFB. Weshalb er den Teamchef-Job von vornherein ablehnt. Sinngemäß: Das tu&#8217; ich mir nicht mehr an.</p>
<p>Zumal Scharner schon direkt nach dem 0:0 gegen die Türkei gesagt hatte, er hätte sich etwas Input von der Bank erhofft, zur Halbzeit &#8211; mehr Risiko? Sicherer stehen? Stattdessen kam erst gar nichts und dann ein Wechsel im System, bei dem ein Konterstürmer kam, obwohl man das Spiel selbst in die Hand nehmen musste. Offensichtlicher, als es Scharner gemacht hat, geht es kaum, und doch scheint seine Absicht keiner verstanden zu haben.</p>
<p>Das muss für Scharner noch frustrierender sein als es die letzten Spiele waren.</p>
<p>Denn auch, wenn mit Christoph Zöpfl der Sportchef der OÖ-Nachrichten <a href="http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/leitartikel/art11085,706085">nicht ohne durchklingender Geringschätzung schreibt</a>, dass &#8220;heimischen Netzwerker derzeit fast euphorisch ihren ersten Teamchef-Abschuss feiern&#8221; (der Fairness halber muss man aber sagen, dass Zöpfl sonst durchaus zu den kritischeren seiner Zunft gehört) - so sehr ich die Rolle der Kollegen von <a href="http://90minuten.at/">90Minuten</a>, von <a href="http://fm4.orf.at/blumenau">Martin Blumenau</a>, <a href="http://www.abseits.at/index.php/page/index.html">abseits.at</a> und auch von uns selbst gerne so groß sehen würde, waren es letztlich wohl doch eher die Folgen als die Ursachen, die zum Ende der Ära Constantini führten. Sprich, die desaströse Bilanz, die nackten Ergebnisse. Denn selbst nach dem Spiel gegen die Slowakei, in dem man dem Gegner <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/10/selbstblockade-bringt-12-im-test-gegen-die-slowakei/">inhaltlich heillos unterlegen</a> war, wurde nur von Pech und fehlender Chancenverwertung geredet.</p>
<p>Keine Frage: Die <a href="http://90minuten.at/index.php/90minutenfussball/44-nationalteam1/34630-spaziergaenger-vs-constantini-du-bist-ja-ein-ganz-ein-schlauer-">wegen kritischer Fragen</a> abgebrochen PK mitsamt &#8220;<a href="http://www.laola1.tv/de/at/fussball/oefb-nationalteam/turbulente-oefb-pk-teamchef-flieht/video/26-249-60222.html">Trottelgate</a>&#8221; war sicher nicht hilfreich für Constantini und sein Gespann und etablierte die nachdrängende Generation der &#8220;Netzwerker&#8221; (wie es Zöpfl nennt) weiter in der Mitte des öffentlichen Diskurses. Das ist auch sicher ein Mitgrund, warum nun hektisch von einem Anforderungsprofil geredet wird. Wie ernst es damit ist, entblätterte aber zuletzt die Heute recht schonungslos: <a href="http://www.heute.at/sport/fussball/Windtner-ist-unser-Maerchen-Onkel;art681,596499">Alles nur Blabla</a>.</p>
<p>Denn die  <a href="http://derstandard.at/1282979068290/Constantini-Taktik-generell-ueberbewertet">fehlende Bekenntnis zur inhaltlichen Arbeit</a> im sportlichen Bereich sind nur ein Teil des Problems.</p>
<p>Was noch schwerer wiegt, ist die komplette Verweigerung jedes noch so kleinen Schrittes zur Modernität bei denjenigen, die den Nachfolger von Constantini bestimmen. Wie die <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/09/theorie-bringt-den-fusball-nicht-weiter-interview-mit-tfv-prasident-geisler/">Aussagen von TFV-Boss Geisler</a>, die anmuten wie eine Mischung aus Steinzeit und finsterstem Mittelalter. Oder wie von <a href="http://90minuten.at/index.php/90minutenfussball/44-nationalteam1/37028-im-vorgestern-das-morgen-entscheiden-ein-stimmberechtigter-der-teamchefbestellung-im-gespraech?start=1">NÖFV-Präsident Gartner</a>, die vor Wischiwaschi nur so strotzen. Oder <a href="http://www.noen.at/news/sport/Egal-wer-auf-der-Bank-sitzt;art152,345357">denen von BFV-Chef Kaplan</a>, dem es gleich komplett wurscht ist, &#8220;ob der Teamchef nun Maier, Huber oder sonstwie&#8221; heißt. So war es dem ÖFB auch egal, dass ein Spielerberater U19-Teamchef wird &#8211; eine Ungeheuerlichkeit.</p>
<p>Als Deutschland vor einigen Jahren komplett am Boden war, wurden, wie es die Manager von Augsburg und Bremen, Andreas Rettig und Klaus Allofs, <a href="http://www.servustv.com/cs/Satellite/Article/Sport-und-Talk-aus-dem-Hangar-7-011259389210329">zuletzt beim Talk im Hangar-7</a> erklärten, &#8220;alle persönlichen Eitelkeiten&#8221; von Vereinen und Verband hintangestellt, ein Generalbevollmächtiger im Nachwuchsbereich installiert (Matthias Sammer) und ein Teammanager für die Nationalmannschaft &#8211; Oliver Bierhoff, dynamisch, vergleichsweise jung, am Puls der Zeit und mit einem abgeschlossenen Wirtschaftsstudium in der Tasche. Der DFB ist hochmodern aufgestellt &#8211; der ÖFB mutet dagegen wie ein in den 1970ern verkrusteter Verein an, von <a href="http://twitter.com/#!/pk2604">lobenswerten Ausnahmen </a>wie Pressechef Peter Klinglmüller abgesehen unwillig/unfähig zur Modernisierung.</p>
<p>Was sich auch bei einigen der öffentlich gehandelten Kandidaten für die Constantini-Nachfolge manifestiert.</p>
<p>Otto Rehhagel etwa. Ist er mit seinen 73 Jahren wirklich der Richtige für einen langfristigen Aufbau? Oder Leo Beenhakker. Der bei seiner letzten Station in Polen vor allem im Zuge der Euro2008 ähnliche Planlosigkeit offenbarte wie jene, die man Constantini vorwarf &#8211; mit einem <a href="http://img843.imageshack.us/img843/342/b2gerpol20.png">4-2-3-1 gegen die Deutschen</a> zu harmlos, mit einem <a href="http://img819.imageshack.us/img819/4679/b4autpol11.png">4-4-2 mit Raute gegen Österreich</a> überrant, mit einem <a href="http://img192.imageshack.us/img192/6142/b5polcro01.png">4-1-4-1 gegen ein kroatisches B-Team</a> zu behäbig. Und Beenhakker ist auch schon 69 Jahre alt.</p>
<p>In diesem Zusammenhang ist es durchaus positiv, dass sich mit Christian Fuchs in der &#8220;Kronen Zeitung&#8221; zuletzt eine gewichtige Stimme für einen modernen, jungen Trainer ausgesprochen hat. Einen wie Marco Pezzaiuoli &#8211; der die Strukturen des DFB kennt, darin mit dem U17-Europameister-Titel großen Erfolg hatte, in Hoffenheim David Alaba zum Stammspieler machte und trotz mäßiger Resultate einen <a href="http://ballverliebt.eu/2011/01/23/alaba-und-die-absolute-vertikalitat/">modernen Angriffsfußball</a> zu zeigen versuchte.</p>
<p>Zumal es ja sportlich gar keinen wirklichen Neuanfang braucht, die im Frühjahr auch abschätzig als &#8220;<a href="http://fm4.orf.at/stories/1684353/">linke Partie</a>&#8221; dimmamierte Internet-Gemeinde den auch gar nicht fordert, wie Zöpfl in den OÖN fälschlicherweise annimmt. Die paar logischen Figuren (Garics und Ivanschitz in erster Linie) zurück zu bringen ist kein Neustart.</p>
<p>Eher wäre angebracht, wenn man so etwas von sich gibt, ob es nicht vielleicht doch einen Grund gibt, warum die Internet-Gemeinde fast einstimmig ein so vernichtendes Urteil über die Ära Constantini fällt. Einen Grund, der nicht nur in schlechten Resultaten zu suchen ist.</p>
<p>Denn wenn die Kollegen von 90Minuten, FM4, abseits.at, Laola1 und wir selbst uns über eines erhaben fühlen, dann über simplen Resultatsjournalismus.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5689&amp;md5=3fdb93a799a50d3512107a1f2dae5ab5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Interview mit Andreas Heraf (Teil 3): &#8220;Solche Transfers mag ich gar nicht&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 00:43:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im dritten und letzten Teil unseres Interviews befragen wir U20-Teamtrainer Andreas Heraf zu allgemeinen Strukturen für die Nachwuchsmannschaften und -trainer im österreichischen Fußball, Jugendtransfers ins Ausland, seine persönliche Zukunft und darüber, warum das glückliche Österreich bei der kommenden U20-WM eigentlich die Arschkarte gezogen hat und er sich trotzdem darauf freut. Das Gespräch führten Philipp Eitzinger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-5316" title="Andreas Heraf im Interview zur U20-Weltmeisterschaft" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/heraf3.jpg" alt="" width="505" height="235" /><br />
<em><strong>Im dritten und letzten Teil unseres Interviews befragen wir U20-Teamtrainer Andreas Heraf zu allgemeinen Strukturen für die Nachwuchsmannschaften und -trainer im österreichischen Fußball, Jugendtransfers ins Ausland, seine persönliche Zukunft und darüber, warum das glückliche Österreich bei der kommenden U20-WM eigentlich die Arschkarte gezogen hat und er sich trotzdem darauf freut. <span id="more-5292"></span> Das Gespräch führten Philipp Eitzinger und Tom Schaffer.</strong></em></p>
<blockquote><p><strong>Das komplette Interview:</strong></p>
<ul>
<li>&#8220;<a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/15/interview-mit-andreas-heraf-teil-1-wir-sind-am-anschlag/" target="_blank">Wir sind am Anschlag</a>&#8221; (Teil 1)</li>
<li>&#8220;<a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/16/interview-mit-andreas-heraf-teil-2-ich-wollte-zu-jedem-turnier/" target="_blank">Ich wollte zu jedem Turnier</a>&#8221; (Teil 2)</li>
<li>&#8220;Solche Transfers mag ich gar nicht&#8221; (Teil 3)</li>
</ul>
</blockquote>
<p><strong>Ballverliebt.eu: Österreichische Nachwuchsteams sahen in den letzten Jahren oft recht gut aus. Am Übergang in den Erwachsenenbereich hapert es ein wenig. Kann das daran liegen, dass es eine natürliche Grenze in einem Land mit schwacher Liga gibt, wo junge Menschen nach einer ähnlich guten Ausbildung nicht bei Topklubs Fuß fassen können?</strong></p>
<p>Andreas Heraf: Wir sind ein kleines Land und haben nicht so viele Möglichkeiten wie die besten Nationen. Aber wir sind was den Nachwuchs anbelangt auf einem guten Weg und diese Ergebnisse bestätigen das. Von der Kanada-Mannschaft spielen ja auch schon einige in der A-Nationalmannschaft. Ich bin mir auch sicher, dass es von dieser auch einige in den nächsten fünf Jahren schaffen werden. Wir müssen natürlich versuchen, aus unseren wenigen Mitteln das beste zu machen. Dass in der A-Nationalmannschaft die Luft immer dünner wird, ist auch klar. Und dass die Forderung im eigenen Land anders ist, als wenn man in Spanien spielt, ist auch klar. Wichtig ist, dass die Spieler Einsätze bekommen. Ich glaube, das Bekenntnis in Österreich ist da, junge Spieler in die Kampfmannschaft zu stecken und ihnen dort tragende Rollen zu geben. Es kann noch immer mehr werden, aber es ist schon auf einem guten Weg. Es braucht aber einfach noch etwas Zeit. Es wird aber nicht selbstverständlich sein, dass sich unsere A-Nationalmannschaft immer für eine Welt- oder Europameisterschaft qualifiziert. Aber mit der guten Qualität, die wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben, wird die Möglichkeit größer.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist da für junge Spieler der Schritt ins Ausland?</strong></p>
<p>Ich sehe das zweigeteilt. Wenn ein Spieler von einem Topklub geholt wird, wo es eine gute Infrastruktur gibt, wo er sich sportlich weiterentwickelt und wo er, ganz wichtig, auch reelle Chancen hat zu spielen, dann natürlich, muss er gehen. Aber ich sage vor allem bei 16-Jährigen, wenn die etwa zu englischen Klubs gehen&#8230; die holen zwanzig Talente und schauen, wer nach fünf Jahren übrigbleibt. Wenn da einer oder zwei übrig bleiben, gut für sie, aber die anderen sind ihnen wurscht. Dann ist es natürlich eine Katastrophe, wenn da bei den 18 oder 19 auch Österreicher dabei sind. Denn die sind dann weg.</p>
<p>Solche Transfers mag ich gar nicht. Da darf der Manager nicht dran denken, was er verdienen kann. Da müssen die Eltern dahinter sein und darauf achten, dass auch die schulische Ausbildung neben der sportlichen Weiterentwicklung passt. Denn der Bursch hat nichts davon, wenn er bei Manchester United ist, und dort nirgends zum Einsatz kommt und sich nicht weiterentwickeln kann.</p>
<p><strong>Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang, was bei Bayern und Stuttgart passiert, wo ja sehr viele Österreicher in den Jugendabteilungen sind?</strong></p>
<p>Sie wurden für den Nachwuchs geholt und spielen dort eine gute Rolle. Holzhauser und Stöger bei Stuttgart sind beides 1993er-Jahrgänge und trainieren schon bei der Kampfmannschaft mit &#8211; das schaut gut aus dort. Man muss halt schauen, wie der letzte Schritt verläuft, was auch der Grund ist, warum sie Holzhauser nicht freigeben. Sie sagen, er wäre schon so nah am Bundesliga-Team dran, da wollen sie ihn nicht jetzt herausreißen. Da habe ich auch Verständnis dafür.</p>
<p>Bei Bayern ist es um einiges schwieriger. Ich hoffe, dass David Alaba dort spielen wird, oder zumindest zu einigen Einsätzen kommt, denn die Qualität dazu hat er. Aber er braucht einfach Spielpraxis, da war Hoffenheim eine Supergeschichte. Ich würde mir wünschen, dass er wieder verliehen wird, sollte er bei den Bayern nicht zum Zug kommen.</p>
<p><strong>Ist die Gefahr gegeben, dass man in ausländischen Jugendabteilungen &#8211; weniger bei Bayern oder Stuttgart, aber etwa in Holland, wie bei Tobias Kainz von Heerenveen &#8211; in Österreich unter dem Radar fliegt?</strong></p>
<p>Bei Kainz war es tatsächlich so. Er ist einer meiner Lieblingsspieler, ich schätze ihn extrem, der menschlich, von seiner Einstellung, von seiner Persönlichkeit und auch von seinen fußballerischen Fähigkeiten fantastisch ist. Er war aber bei Heerenveen lange Zeit nur im Nachwuchs, und ich habe mich lange schon gefragt, warum er nicht mal zu den Amateuren oder zur Kampfmannschaft kommt. Aber er war geduldig, der Verein war geduldig, und er ist jetzt zu seinem Debüt in der Ersten gekommen. Dort sind zwei Spieler gegangen, da gibt es eine echte Chance, dass er dort regelmäßig spielen wird.</p>
<p>Man darf nur nicht die Angst haben, “Die in Österreich vergessen mich!” Heerenveen ist ein guter Verein, er war dort gut aufgehoben, und für ihn hat das alles wirklich hundertprozentig gepasst. Man darf halt nicht ungeduldig werden und sich sagen, “der Djuricin spielt bei Hertha und macht im ersten Match zwei Tore, und ich bin um nichts schlechter und spiele nur in der U19!” Das ist in Holland so, bei den U17-Europameistern von heuer spielen alle in der U17, und keiner weiter oben. Das ist deren Philosophie, darum war auch der Kainz lange in der U19. Ich glaube, dass seiner ein guter Weg war.</p>
<p><strong>Apropos Holland. Dort gibt es in der Entwicklung der Jugendmannschaften vom Verband verordnete klare Vorgaben, welche Schwerpunkte mit welcher Altersstufe zu trainieren sind. Gibt es solche Vorgaben beim ÖFB auch?</strong></p>
<p>Ja, selbstverständlich. Das sind ja auch nicht nur unbedingt Gesetzmäßigkeiten im Fußball, sondern generelle. Darauf wird auch bei den Leitlinien des ÖFB Rücksicht genommen, keine Frage.</p>
<p><strong>In wie weit unterscheiden sich in Österreich die Ausbildung von Nachwuchs- zu Profitrainern?</strong></p>
<p>Das gibt es Unterschiede, natürlich. Wir haben die Elite-Junioren-Lizenz, die ist die höchste Ausbildung für den Nachwuchsbereich, und die UEFA-Pro-Lizenz für Kampfmannschaften. Bei uns geht auch die Schiene in beide Richtungen. Man kann schon beides machen, aber speziell in den Akademien braucht man als Trainer oder auch als Sportlicher Leiter die Elite-Junioren-Lizenz, damit man für den Nachwuchs gerüstet ist.</p>
<p><strong>Ist in der Junioren-Schiene auch eine spezielle pädagogische Ausbildung dabei?</strong></p>
<p>Keine Frage, man ist als Nachwuchstrainer auch Pädagoge, man ist Lehrer, zum Teil auch Elternersatz. Speziell, wenn die Jungs in den Akademien oder in Internaten sind. Da hat man nicht nur die Rolle des Übungsleiters, des Lehrers, sondern auch des Menschen, des Erziehers, des Unterstützers.</p>
<p><strong>Um nochmal auf den Trainer Andreas Heraf zurückzukommen &#8211; es gibt Coaches, die sagen, “Das ist nervenaufreibend, weil ich von der Seitenlinie nichts bewirken kann”, und solche, die sagen, “Endlich kann ich ein Spiel so lenken, wie es mir als Spieler nicht möglich war”. Wo sehen Sie sich da selbst?</strong></p>
<p>Es hat beides was. Während des Spiels selbst kann man oft wirklich nicht mehr sehr viel tun, höchstens mit Auswechslungen oder Systemänderungen innerhalb der Mannschaft noch etwas bewirken. Aber so wie das Match läuft, wie die Tagesverfassung der Spieler ist, wie stark der Gegner ist, da ist man oft als Trainer nicht mehr in der Lage, allzu viel zu tun. Aber man kann einer Mannschaft natürlich schon eine Spielanlage mitgeben, wie man sich selbst den Fußball vorstellt.</p>
<p>Die Frage ist immer nur, wie das die Vorgesetzten sehen. Wenn das ein Verein ist, der sagt “wir halten auf jeden Fall am Trainer fest, seine Philosophie ist in Ordnung, auch wenn die Resultate mal nicht passen”, ist das wunderbar. Es gibt aber halt auch Vereine, wo es den Funktionären ganz wichtig ist, dass die Ergebnisse stimmen, dass man ganz vorne dabei ist, dass man ja nichts mit dem Mittelfeld zu tun hat. Und wenn man das eine oder andere Spiel verliert, ist der Trainer auch gleich mal weg. Und hat somit auch nicht die Möglichkeit, seine Philosophie einzubringen.</p>
<p>Das habe ich beides schon mitgemacht als Bundesliga-Trainer. Was ich daraus gelernt habe: Ich werde nur noch ein Angebot annehmen, wo die Ziele des Vereins mit meinen Vorstellungen zusammen passt. Wenn ein Präsident zu mir sagen würde, ich müsse jedes Jahr fünf 18-Jährige in die Mannschaft einbauen und trotzdem Meister werden, muss man auch sagen können, “Danke, aber das ist nichts für mich.”</p>
<p><strong>Der Job beim ÖFB ist jetzt also angenehmer als einer in der Bundesliga, wie etwa in Pasching, wo nach drei Spielen wieder Schluss war?</strong></p>
<p>Ganz anders zumindest. So etwas wie mit Pasching würde mir heute sicher nicht mehr passieren, was den Unterschied zwischen Erwartungen und Umsetzbarkeit betrifft.</p>
<p><strong>Sehen Sie ihre Zukunft als eher beim ÖFB oder doch wieder bei Vereinen?</strong></p>
<p>Das kann ich nicht sagen. Aber ich sehe meine Zukunft auf jeden Fall als Trainer. Ich habe seit einem Jahr die WM im Kopf und auf die konzentriere ich mich bis zur letzten Sekunden, danach übernehme ich die nächste U17, mit der es im Herbst in die EM-Quali geht. Ich habe meinen Vertrag beim ÖFB mal um zwei Jahre verlängert, es macht mir Riesenspaß. Was dann kommt, weiß ich nicht, aber ich kann mir durchaus vorstellen, beim ÖFB weiter zu machen.</p>
<p>Wenn Angebote von Vereinen kommen, werde ich mir diese in Absprache mit dem ÖFB anhören. Wenn etwas dabei ist, was mit meinen Vorstellungen kompatibel ist, muss man abwägen, ob man das dann macht, aber ich bin sehr zufrieden, wie es mit dem ÖFB läuft. Man kann hier wirklich gut arbeiten, professionell und mit voller Unterstützung. Das taugt mir.</p>
<p><strong>Abschließend nochmal zurück zur WM. Wenn nach dem Turnier das Flugzeug Richtung Heimat bestiegen wird, was muss in den Tagen, Wochen und Spielen davor passiert sein, damit der Andi Heraf zufrieden nach Hause fliegt?</strong></p>
<p>Wir sollten zumindest nicht am 5. oder 6. August heimfliegen, denn dann wären wie in der Vorrunde ausgeschieden. Da könnte ich auch selbst bei gutem Spiel meiner Mannschaft und vielleicht Lob nicht zufrieden sein, wenn man bei so einem Turnier mal dabei ist und dann übersteht man die Vorrunde nicht. Darüber hinaus wäre ich immer zufrieden, auch wenn es nach dem Achtelfinale vorbei sein sollte, wenn wir aus unseren Möglichkeiten das Maximum herausgeholt haben. Wenn wir uns so verkaufen, wie wir uns das erwarten, und es hätte einfach nicht zu mehr gereicht.</p>
<p>Denn es könnte passieren, dass wir nach der Vorrunde Dritter sind und dann in Bogotá gegen den Sieger der Gruppe A spielen müssen&#8230;</p>
<p><strong>&#8230;wahrscheinlich also Gastgeber Kolumbien oder Europameister Frankreich&#8230;</strong></p>
<p>&#8230;für das wir drei Tage vorher nach Bogotà reisen müssten von null Meter Meereshöhe in Barranquilla auf 2.600 Meter. Und laut Medizinern, die sich mit Höhe beschäftigen, ist es unmöglich, in drei Tage eine gewisse Anpassung zu erfahren. Diese Mannschaft, auf die dieses Spiel wartet, das sind arme Hunde. Und wenn meine Mannschaft sich da gut verkaufen und verlieren sollte, müsste ich trotzdem zufrieden sein, denn da wäre körperlich normalerweise einfach nicht mehr möglich.</p>
<p><strong>Als Gruppenzweiter oder gar Sieger wäre es also leichter?</strong></p>
<p>Muss nicht sein &#8211; denn wir haben das in jeder Hinsicht schlechteste Los gezogen. Wir haben das blödeste Los gezogen mit der Schwüle und der Hitze. Wir haben das blödeste Los gezogen, wenn wir dann in die Höhe müssten. Wir haben das blödeste Los gezogen mit unseren Gegner, die alle aus heißem Klima kommen. Wir haben das blödeste Los gezogen, das Panama der erste Gegner ist, die nur herüberfahren und da sind. Wir haben das blödeste Los gezogen, dass in unserer Gruppe der Sieger gegen einen anderen Zweiten spielt, und nicht gegen einen Dritten. Und wir haben das blödeste Los gezogen, dass unser Zweiter nicht gegen einen anderen Zweiten spielt, sondern gegen einen Gruppensieger.</p>
<p><strong>Könnte es ein zusätzlicher Nachteil sein, dass man am letzten Gruppenspieltag als erste Mannschaft dran ist, und sich die möglichen Dritten der anderen Gruppen danach richten können &#8211; also man vorlegen muss, statt nachlegen zu können?</strong></p>
<p>Das ist mir wurscht. Sollten wir so viele Punkte haben, dass wir noch in Frage kommen, als Dritter weiter zu kommen, warte ich gerne. Das haben wir bei der ersten Qualirunde auch machen müssen &#8211; und da waren es nicht zwei Tage, sondern wir wussten zwei Monate lang nicht, ob wir noch Weiterkommen. Diese Zeit war eine Katastrophe, und dann sind wir doch noch in die nächste Runde gerutscht. Man muss also auch am Boden bleiben: Wir haben eine gute Mannschaft, aber ich weiß sehr wohl, dass wir einiges an Glück gebraucht haben, dass wir so weit gekommen sind.</p>
<p>Darum lass ich mir auch von niemandem einen Druck machen oder diese WM verderben. Denn dass wird dort sind, ist ein Riesenerfolg für Österreich, und was die Jungs bis jetzt geleistet haben, wird uns niemand mehr wegnehmen. Egal, wie die Weltmeisterschaft läuft!</p>
<p><strong>Alles Gute dafür!</strong> (<a href="http://twitter.com/schaffertom" target="_blank">tsc</a>, <a href="http://twitter.com/PEitzinger" target="_blank">phe</a>)</p>
<blockquote><p><strong>Das komplette Interview:</strong></p>
<ul>
<li>&#8220;<a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/15/interview-mit-andreas-heraf-teil-1-wir-sind-am-anschlag/" target="_blank">Wir sind am Anschlag</a>&#8221; (Teil 1)</li>
<li>&#8220;<a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/16/interview-mit-andreas-heraf-teil-2-ich-wollte-zu-jedem-turnier/" target="_blank">Ich wollte zu jedem Turnier</a>&#8221; (Teil 2)</li>
<li>&#8220;Solche Transfers mag ich gar nicht&#8221; (Teil 3)</li>
</ul>
</blockquote>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5292&amp;md5=ed534608ebf1c350d274d2432c0ce4c3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Interview mit Andreas Heraf (Teil 2): &#8220;Ich wollte zu jedem Turnier&#8221;</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2011/07/16/interview-mit-andreas-heraf-teil-2-ich-wollte-zu-jedem-turnier/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 23:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ÖFB-U20-Trainer Andreas Heraf spricht im zweiten Teil unseres großen Interviews über die Gegner bei der anstehenden Weltmeisterschaft, über das eigene System und wieso er sich über Paul Gludovatz ärgert. Das Gespräch führten Tom Schaffer und Philipp Eitzinger. Teil 1 des Interviews verpasst? Andreas Heraf spricht dort über den Weg nach Kolumbien, die Vorbereitung und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-5302" title="heraf2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/heraf2.jpg" alt="" width="505" height="235" /><br />
<em><strong>ÖFB-U20-Trainer Andreas Heraf spricht im zweiten Teil unseres großen Interviews über die Gegner bei der anstehenden Weltmeisterschaft, über das eigene System und wieso er sich über Paul Gludovatz ärgert.<span id="more-5287"></span><br />
Das Gespräch führten Tom Schaffer und Philipp Eitzinger.</strong></em></p>
<blockquote><p><a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/15/interview-mit-andreas-heraf-teil-1-wir-sind-am-anschlag/" target="_blank">Teil 1 des Interviews</a> verpasst? Andreas Heraf spricht dort über den Weg nach Kolumbien, die Vorbereitung und die Mühen der Kaderzusammenstellung.</p></blockquote>
<p><strong>Ballverliebt.eu: Wir haben die Gegner ja schon kurz angesprochen. Es klingt vor allem schwer, etwas über Panama zu finden. Wie ging es Ihnen dabei?</strong></p>
<p>Andreas Heraf: Es ist nicht einfach. Ich sage das jetzt gleich dazu, falls später noch eine Frage über Gludovatz kommt. Für mich ist die größte Frechheit an der Geschichte, dass mir vorgeworfen wurde, ich hätte zu wenig getan. Ich glaube, dass ist genau meine große Stärke, dass ich seit einem Jahr an dieser WM hänge. Ich wollte zu jedem Turnier: Nach China, nach Peru, nach Neuseeland, nach Libyen &#8211; wo der Africa-Cup ursprünglich stattfinden sollte. Ohne zu wissen, was uns bei der Auslosung erwartet, um alles zu sehen. Man hat mir gesagt: „Das ist dann gar zu viel“. Aber ich wollte es. Ich habe zuhause trotzdem von jedem Turnier alle Aufstellungen von der Vorrunde bis ins Finale ausgedruckt. Wir haben zum Beispiel keinen Asiaten gekriegt, aber ich hätte alles gehabt.</p>
<p>Bei Panama war es ähnlich. Die haben eine sehr gute Homepage. Dort hat man extrem viele Informationen bekommen. Wobei, im letzten Monat haben sie das eingestellt, entweder mit Absicht oder weil die U17-WM so wichtig war&#8230; Vorher hast du dort detailliert alles gefunden.</p>
<p>Auch Michael Grubinger vor Ort war fantastisch und was er an Material organisiert hat, war ein Wahnsinn. Nach der Auslosung in war klar, wir haben Brasilien. Am Flughafen in Bogotà einen Tag später stand ein Freund von ihm und gab mir fünf DVDs von ihnen. Ich glaube, das hatte niemand von den 24. Ob das notwendig ist, ist immer die Frage, aber ich hatte es. Auch bei Panama habe ich mittlerweile 10 DVDs. Die letzte war ganz kurios. Ein Auslandsösterreicher in Guatemala hat uns angeschrieben, dass die ein Freundschaftsspiel dort spielen und ob er das aufnehmen soll. Und das haben wir dann per Post bekommen.</p>
<p>Es haben viele mitgeholfen. Es gibt einen österreichischen Spielervermittler, der in Panama gute Kontakte hat. Von dem hab ich auch Videos und Analysen bekommen. Was das betrifft habe ich alles genommen, was ich kriegen konnte, und bin sehr gut vorbereitet.</p>
<p><strong>Wie sieht Panama von Taktik und System her aus?</strong></p>
<p>Das war die schwierigste Mannschaft, um das herauszufinden. Ich kann sehr viel über die Einzelspieler sagen. Die sind gut und relativ fit. Sie kennen das Klima und sind gut eingespielt. Was das Mannschaftsgefüge betrifft, muss man allgemein sagen, die haben extremen Nationalstolz. Auf das müssen wir uns einstellen, die werden sterben für ihr Land, das ist die Wahrheit. Die sind auch wie eine Familie, nicht umsonst fünf Monate im Jahr zusammen. Sie machen oft den Eindruck als Mannschaft topp organisiert zu sein, dann aber haben sie wieder Phasen, wo ich mir sage: „Da ist gar nichts zu erkennen“. Es ist wirklich schwierig. Einmal spielt die Mannschaft extrem offensiv, dann steht sie nur hinten drin.</p>
<p>Es spricht aber schon vieles für die Mannschaft. Man darf auch nicht vergessen: Panama ist in der Weltrangliste 52. und Österreich 65. &#8211; die sind im Gold Cup nach Gruppensieg im Semifinale ausgeschieden. Es stehen vier A-Nationalspieler in der U20. Wenn viele Panama unterschätzen,&#8230; damit kann ich leider nicht dienen.</p>
<p><strong>Ägypten haben wir im Africa Cup zwei Mal beobachtet. Unser Eindruck war: Die stehen hinten bombensicher, aber vorne nichts Weltbewegendes&#8230;</strong></p>
<p>Das stimmt. Sie schießen recht wenige Tore, bekommen aber praktisch keine. Hinten sind sie brutal. In der Viererabwehr sind drei von einem Verein. Sie sind körperlich robust, eine technisch gute Mannschaft und taktisch gut eingestellt. Ich hätte mir aus Afrika eher ein anderes Team gewünscht, die taktisch sicher nicht so weit sind. Ägypten spielt am Europäischsten, hat auch einige Leute in Frankreich.</p>
<p><strong>Und Brasilien? Wird da ein Neymar dabei sein?</strong></p>
<p>Nein. Es ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, dass Neymar und Lucas nicht spielen werden.. Firmino von Hoffenheim ist jetzt nach hause gefahren, den haben sie nicht dort gelassen. Der Rest wird spielen.</p>
<p><strong>Kommen wir zur eigenen Mannschaft. Bei der EM hat es ja nur das Spiel gegen England im TV gegeben. Damals gab es ein 4-3-3 mit konsequentem Flügelspiel. Wird man das wieder sehen?</strong></p>
<p>Wenn man von Systemen oder solchen Zahlenkombinationen spricht, sollte man immer die Frage stellen, was das heißt. Es gibt eine defensive und eine offensive Grundordnung. Ich kann aus einem 4-3-3 auch in der Defensive ein 4-5-1 machen. Wenn ich von 4-3-3 spreche, dann in erster Linie von der Offensive, denn das kann ich beeinflussen und so spielen, wie ich will – oder es zumindest versuchen. Da werden wir sicher wieder so agieren und mit einem 4-3-3 spielen.Wir sind damit gut gefahren.</p>
<p><strong>Wird man schauen, dass man das eigene Konzept durchbringt, oder sich am Gegner orientieren?</strong></p>
<p>Als ich die Mannschaft übernommen habe, hatte sie &#8211; ohne die 92er – nicht die Qualität, dass wir im Entferntesten an eine Turnierqualifikation gedacht haben. Anfangs haben wir 4:0 gegen Deutschland und 3:1 gegen Belgien verloren – da waren wir chancenlos. Ich dachte, ich bekomme graue Haare und die werden uns weg schießen &#8211; stellen wir uns hinten rein und hoffen auf Konter. Ich habe aber schnell gesehen, dass das nicht die Philosophie von einem Andi Heraf oder einer ÖFB-Mannschaft sein kann. Man hat sich in den vergangenen 10 oder 20 Jahren in Österreich international immer hinten rein gehaut und vorne gehofft, dass etwas passiert. Das mag ich nicht.</p>
<p>Wir wollen offensiv spielen und haben gute Fußballer in unseren Reihen. Wir haben auch gute Fußballer geholt, egal wie groß sie waren – drum sind wir ehrlich gesagt auch eine recht kleine Mannschaft. So hat sich das 4-3-3 entwickelt das gut passt, sehr variabel ist und auf viel Ballbesitz ausgerichtet ist und wo die Kugel einfach lauft.</p>
<p><strong>Wer sind ohne Alaba die Leitwölfe?</strong></p>
<p>Das ist einfach eine geile Mannschaft mit überragender Stimmung – auch ohne David. Aber wenn der wo reinkommt, geht die Sonne auf. Ich telefonier oft mit ihm. Er ruft mich auch oft an und sagt: „Trainer ich wäre gern dabei, mach was“. Der passt damit perfekt in die Mannschaft. Wenn er nicht dabei ist, ist der Rest von dem Haufen sensationell. Am Teamspirit wird es nicht hapern.</p>
<p><strong>Gerade die Besetzung in der Defensive ist etwas schwierig. Wie wird die Aufteilung aussehen? Wir haben gehört, Marcel Ziegl eventuell als Linksverteidiger &#8211; auch in Abstimmung mit Ried offensichtlich?</strong></p>
<p>Davon weiß ich nichts, ich hab auch mit Herrn Gludovatz keinen Kontakt. Wir hatten in der Mannschaft immer das Problem der Außenverteidiger. Die ganze Abwehr war eigentlich schwierig. Ich habe auch Schimpelsberger zu einem Innenverteidiger umfunktioniert, der immer ein Sechser war. In der ersten Qualirunde hat Ziegl rechts hinten gespielt und das anständig gemacht. Auch Windbichler als Innenverteidiger und Trauner als Mittelfeldspieler habe ich rechts probiert. Trauner wurde in Frankreich unter die besten Außenverteidiger gewählt und ist leider verletzt. Farkas, der bei der EM nicht spielen durfte, wird rechter Verteidiger spielen. Schimpelsberger und Rath in der Mitte, Dilaver links. Auch Klem kann man dort immer bringen, aber der ist hinten immer ein wenig verschenkt. Der Marcel (Anm.: Ziegl) kann hinten alles und als defensiver Mittelfeldspieler spielen, der ist ein absoluter Allrounder.</p>
<p><strong>Sie haben keinen Kontakt mit Herrn Gludovatz&#8230;</strong></p>
<p>Also jetzt nicht mehr, vorher schon.</p>
<p><strong>… der hat so einen Bewerb natürlich schon hinter sich. Gibt es da eine Erfahrungsweitergabe im ÖFB?</strong></p>
<p>Ich wüsste nicht, was er großartig weitergeben hätte sollen. Die Quali und die Europameisterschaft laufen glaube ich ziemlich gleich ab &#8211; vom Ablauf, der Gegnervorbereitung, der Turnierform und dass alle in einem Hotel sind. Es wird mehr Zuseher, Medieninteresse und einen größeren Trubel geben, aber sonst bleibt alles gleich. Ich wäre da nicht angewiesen gewesen auf große Tipps von jemandem, der das schon gemacht hat.</p>
<p><strong>Mit dem Erfolg von 2007 wirft Paul Gludovatz natürlich einen großen Schatten. Nervt die Fragerei nach ihm?</strong></p>
<p>Die Fragerei eigentlich nicht. Mehr die Aussagen, die er getätigt hat. Sie ärgern mich, weil sie nicht der Wahrheit entsprechen. Ich weiß nicht, warum er das getan hat. Dass wir beide uns nicht verstehen, möchte ich gar nicht bestreiten, aber es ärgert mich. Wenn er sagt, er sei zigtausend Kilometer gefahren, dann glaub ich ihm das, weil ich auch zigtausend Kilometer gefahren bin.</p>
<p>Wenn er sagt, man muss so wie er regelmäßig mit Demut bei jedem Vereinstrainer vor Ort um die Spielerfreigabe bitten, dann muss ich sagen, er muss dich Abfahrt Schwanenstadt verpasst haben. Im Vorfeld der WM in Kanada war er nicht ein Mal bei mir, hat nicht ein Mal um die Freigabe gebeten – schon gar nicht demütig – und er hat mich auch nicht angerufen. Er verlangt von mir, was er selber nicht getan hat. Das finde ich nicht in Ordnung, das wollte ich auch gesagt haben.</p>
<p>Und sonst: Wenn man sich als kleines Land wie Österreich innerhalb von vier Jahren zwei Mal für eine WM qualifiziert – was übrigens eine unglaubliche Sensation und nicht selbstverständlich ist – dann ist klar, dass das verglichen wird. Für mich ist das kein Problem. Es war eine ganz andere Gruppe, ein anderes Klima, eine andere Vorbereitung, andere Spieler. Es ist ganz einfach vier Jahre später und komplett anders. Deshalb möchte ich mich da nicht vergleichen. Wenn wir wieder Vierter werden – super. Wenn wir besser sind – fantastisch. Wenn es schlechter ausgeht, werden wir trotzdem alles versucht haben.</p>
<p><strong>Wäre wahrscheinlich trotzdem schön dabei gewesen zu sein&#8230;</strong></p>
<p>Das sowieso. Umso mehr ärgere ich mich, dass ich mir jetzt nach diesen Aussagen wegen Dingen Gedanken machen muss, die in der Vorbereitung keinen Platz haben. Dass er als ehemaliger Teamchef, WM-Teilnehmer und Österreicher solch negativen Dinge sagt, vor einer so positiven Geschichte, kann und mag ich nicht verstehen. (<a href="http://twitter.com/schaffertom" target="_blank">tsc</a>, <a href="http://twitter.com/PEitzinger" target="_blank">phe</a>)</p>
<blockquote><p><a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/18/interview-mit-andreas-heraf-teil-3-solche-transfers-mag-ich-gar-nicht/">Teil 3 des Interviews mit Andreas Heraf </a>wird sich mit seinem Selbstverständnis als Trainer, Transfers von jungen Spielern ins Ausland, Nachwuchsstrukturen in Österreich und der Trainerausbildung auseinandersetzen. Der Text dazu wird am Montag erscheinen.</p></blockquote>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5287&amp;md5=94b9237a2e926171258ceb09c6b7a503" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Interview mit Andreas Heraf (Teil 1): &#8220;Wir sind am Anschlag&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 22:29:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[U20-WM 2011]]></category>
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		<category><![CDATA[U20 WM 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der anstehenden U20 Weltmeisterschaft in Kolumbien wird Andreas Heraf als österreichischer Teamtrainer an der Seitenlinie stehen. Im Vorfeld des Turniers haben wir uns eine Stunde mit ihm über seine Arbeit unterhalten. Wir präsentieren euch das Gespräch ungekürzt in drei Teilen. Im ersten Part geht es um die Zusammenstellung des Kaders, den Weg nach Südamerika [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-5233" title="Andreas Heraf im Interview vor der U20-WM 2011" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/heraf1.jpg" alt="" width="505" height="235" /></p>
<p><em>Bei der anstehenden U20 Weltmeisterschaft in Kolumbien wird Andreas Heraf als österreichischer Teamtrainer an der Seitenlinie stehen. Im Vorfeld des Turniers haben wir uns eine Stunde mit ihm über seine Arbeit unterhalten. Wir präsentieren euch das Gespräch ungekürzt in drei Teilen. Im ersten Part geht es um die Zusammenstellung des Kaders, den Weg nach Südamerika und die Hindernisse auf dem Weg zum erwünschten Ziel. </em></p>
<p><span id="more-5231"></span></p>
<p><strong><em><em>Das Gespräch führten Philipp Eitzinger und Tom Schaffer.</em></em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ballverliebt.eu: Herr Heraf, was ist in den letzten Tagen passiert, damit Georg Teigl doch mit nach Kolumbien fahren konnte?</strong></p>
<p>Andreas Heraf: Dazu kann ich ehrlich gesagt nichts sagen. Ich weiß nur, dass Präsident Leo Windtner – wie bei einigen Spielern auch – nochmal zu intervenieren versucht hat. Wie genau es gelaufen ist weiß ich nicht. Ich bin froh, dass er mitfahren darf und möchte mich bei Red Bull Salzburg bedanken. Es sind jetzt doch alle drei Spieler von meiner 30er-Liste dabei. Dass Hinteregger von sich selbst aus nicht mitfahren will, dafür kann ich nichts. Das muss er für sich selbst verantworten.</p>
<p><strong>Die Kritik der letzten Tage orientierte sich ja vor allem an Salzburg. Sind Sie jetzt mit allen Vereinen zufrieden?</strong></p>
<p>Ja. Es stehen jetzt alle österreichischen Vereine hinter der WM, dem ÖFB und dieser Mannschaft. Das muss man als absolut positiv sehen. Es wäre schön gewesen, wäre das von Anfang an so gewesen. Dann hätte es erstens nicht so viele Diskussionen gegeben und zweitens wäre vielleicht auch der ein oder andere Spieler aus dem Ausland abgestellt geworden. Das wurde mir schon gesagt: „Warum sollten wir, wenn ihre eigenen Landsleute die Spieler nicht abstellen?“. Jetzt wo das Argument nicht mehr da wäre, ist es zu spät.<br />
<strong><br />
Mit all diesem Zusammenkratzen von Spielern ist viel Zeit vergangen. Wie frustrierend war das, jeden Spieler einzeln holen zu müssen? Und wie viel von der Zeit hätte man zielgerichteter in die WM-Vorbereitung stecken können?</strong></p>
<p>Ich habe sicher keine Zeit verloren, die irgendwo fehlen würde. Ich bereite das Ganze jetzt seit einem Jahr vor. Ich habe also die WM-Vorbereitung betreffend keine Zeit verloren, aber ich habe viel Zeit meines Lebens verloren, die wirklich verschenkt war. Es ist extrem mühsam, jedem einzelnen Verein nachzulaufen. Diese Herren haben natürlich auch anderes zu tun, da sind es zig Anrufe, bis man einmal jemanden erwischt. Wir haben sehr früh damit begonnen, uns darum zu kümmern. Da hörte man am Anfang nur: „Warten wir einmal ab. Kurz vor der WM sagen wir euch dann, wen ihr kriegt.“ Es war vor allem zum Schluss sehr frustrierend, wenn du immer wieder die ein oder andere Gnackwatsch&#8217;n bekommst, weil Leute nicht mitfahren dürfen. Du willst natürlich mit der besten Mannschaft dorthin, kannst dann aber nicht.</p>
<p><strong>Sie kennen die Situation von Schwanenstadt. 2007 sind da ja mit Hinum und Stanislaw zwei Spieler von Ihnen nach Kanada mitgefahren&#8230;</strong></p>
<p>Hat mit damals eigentlich nichts zu tun, aber ich kann mich natürlich in Vereine und Trainer hinein fühlen, dass die ihre Spieler immer bei sich haben möchten. Aber eine Weltmeisterschaft ist ein besonderes Ereignis und eine Möglichkeit für den Spieler, sich zu präsentieren und Erfahrungen zu sammeln, wie er sie nie wieder bekommen wird. Wenn der Spieler dort gute Leistungen bringt, bekommt er oder auch der Verein einen Mehrwert.</p>
<p>Ich wurde 2007 gar nicht gefragt. Die Spieler waren von einem Tag auf den anderen gar nicht mehr da. Hat mich für die Jungs total gefreut, ich hätte auch nichts dagegen gehabt. Aber sie waren wirklich auf einmal weg.</p>
<p><strong>Es fehlen jetzt einige Kaliber, um wirklich die beste Mannschaft aufzubieten&#8230;</strong></p>
<p>Mit Dragovic, Alaba und eigentlich auch Holzhauser fehlen drei Spieler, die bei diesem Bewerb in die Kategorie Weltklasse fallen würden. Drei Spieler dieser Klasse würden unsere Qualität natürlich steigern. Das ist schade, aber sie könnten ja auch verletzt ausfallen. Wir haben jede Qualifikation und die U19-Euro ohne Dragovic gespielt, auch Alaba war in der ersten Qualirunde nicht dabei und fehlte im entscheidenden Spiel gegen Holland. Ohne damit zu sagen, wir hätten ihn nicht brauchen können – das stimmt überhaupt nicht, weil er einfach ein super Spieler und geiler Typ ist. Aber wir haben uns auch ohne ihn, Dragovic und Knasmüllner qualifiziert. Die Mannschaft hat eine hohe Qualität und die Stimmung ist gut.</p>
<p><strong>Was ist Ihr Ziel?</strong></p>
<p>Es muss unser Ziel sein, die Gruppe zu überstehen. Auch wenn es extrem schwer wird. Mit Brasilien und Ägypten haben wir zwei volle Kaliber. Auch wenn es viele nicht glauben, Ägypten ist für mich um nichts schlechter als Brasilien. Auch Panama wird von vielen Seiten unterschätzt. Trotzdem: Wenn man zu einer WM fährt, will man weiter kommen.</p>
<p><strong>Welche Rolle wird das Klima spielen?</strong></p>
<p>Das wird das größere Problem. Speziell unser erster Gegner Panama wohnt gleich ums Eck. Die haben weder das Problem der Anreise, noch der Akklimatisierung. Wir schon. Das müssen wir in der Woche, die wir vorher dort sind, so schnell wie möglich hinbekommen. Wir sind mit dieser Zeit am Anschlag, aber es könnte so halbwegs reichen, wenn wir es mit der Trainingsintensität clever steuern. Wobei du im Prinzip nicht ganz wettmachen kannst, dass Panama das gewöhnt ist. Der Jetlag kommt auch noch dazu.</p>
<p><strong>Hätte man sich mehr Vorbereitungszeit gewünscht?</strong></p>
<p>Wir hatten die kürzeste von allen Mannschaften. Aber von Seiten des ÖFB wurde alles unternommen, die FIFA-Termine im März und Mai haben wir genützt. Das hat mir insgesamt 16 Tage und ein Testspiel mit der Mannschaft gebracht. Zum Vergleich: Panama hatte in diesem Jahr 170 Tage und 33 Testspiele zusammen, Brasilien hatte 110 Tage und über 20 Spiele, Ägypten 105 Tage und über 30 Spiele&#8230;</p>
<p><strong>Woran liegt es, dass die so viel mehr haben?</strong></p>
<p>Ich weiß nicht, wie sie es gemacht haben, aber sie hatten einfach von der Abstellung viel mehr Unterstützung. Wenn man sieht, wie schwer es ist, die Spieler zu bekommen, haben wir die nicht gehabt. Es wäre unmöglich gewesen, die auch noch im Rahmen der Meisterschaft abzuziehen. In Argentinien trainieren seit drei Monaten alle U20-Spieler von Montag bis Mittwoch mit der Nationalmannschaft.<br />
<strong><br />
Da sind wohl die meisten Spieler rund um Buenos Aires&#8230;</strong></p>
<p>Das kann schon sein, aber da werden welche von woanders auch herkommen. Und wir sind eh so ein kleines Land. Aber solche Nationen unternehmen halt einfach extrem viel, um bei solchen Turnieren topp zu sein. Kolumbien hat die Meisterschaft heuer sogar verschoben.</p>
<p><strong>Warum passiert das bei uns eigentlich nicht? An wem hängt das?</strong></p>
<p>Weiß ich nicht. Es gibt eh so wenige internationale Termine, an diese wenigen Tage müssen wir uns halten und versuchen sie auszufüllen.</p>
<p><strong>Geht es bei einem solchen Turnier noch um die Ausbildung der Spieler, oder schon eher um den Erfolg?</strong></p>
<p>Das ist die Endphase des Nachwuchsbereiches. Bei einem solchen Turnier geht es natürlich um das Resultat. Die Entwicklung der Spieler ist zwar nie beendet, aber die der Mannschaft ging jetzt über Jahre und endet praktisch mit der Weltmeisterschaft. Von der Erfahrung wird den den einzelnen Spielern dieses Ereignis aber niemand mehr wegnehmen. Das hat für die weitere Karriere einen sehr hohen Stellenwert.</p>
<p><strong>Bezüglich der ÖFB-Delegation für Kolumbien: Wie groß wird die sein und gibt es einen gewissen Spardruck?</strong></p>
<p>Nein, alle Wünsche, die ich hatte, wurden erfüllt. Es gab die zwei Trainingslager, die waren top. Ich bekam vom ÖFB jede Unterstützung, die ich brauchte, und alle Leute für den Betreuerstab, die ich haben wollte.</p>
<p>Wir sind 21 Spieler und 14 Delegationsmitglieder: Je einen Chef-, Co- und Tormanntrainer, einen Arzt, einen Physiotherapeuten und zwei Masseure, einen Zeugwart, Pressesprecher, Teammanager und mit Willi Ruttensteiner einen Spielbeobachter. Mit Michael Grubinger haben wir einen in Kolumbien lebenden Auslandsösterreicher, der schon seit Monaten mein Kontaktmann ist und uns per Videoanalyse unterstützen wird. Der Delegationsleiter ist Willi Prechtl und Leo Windtner kommt direkt von der Auslosung für die WM-Quali der A-Nationalmannschaft aus Brasilien zum zweiten Spiel.</p>
<p>Eine ganz wichtige Geschichte ist ein Koch. Bei dem, den wir ursprünglich mitnehmen wollten, ist jetzt eine Tragödie passiert. Er liegt nach einem Motorradunfall vor zwei Wochen im Koma.</p>
<p><strong>Nicht nur das Klima ist ein Problem. Es ist auch sehr wenig Zeit zwischen den Spielen. Wie handhabt man das?</strong></p>
<p>Diese Erfahrung haben wir schon aufgrund der bisherigen Turniere. In der ersten und zweiten Qualirunde und bei der Europameisterschafts ist es ganz genau so, jetzt hat man sogar zwei Tage Pause zwischen den Spielen. Bei Qualiturnieren und Europameisterschaft hast du nach dem ersten Spiel nur einen Tag. Wir wissen, wie man damit umgehen kann. Das wichtigste in dieser Zeit wird die Regeneration sein, wo wir einiges vor haben. Das Ganze multipliziert sich ja mit der Hitze – deshalb war es mir wichtig, von der medizinischen Abteilung abgesichert zu sein. Mit der Fitness kannst du gegenüber dem Gegner vielleicht das ein oder andere Prozent herausholen oder verlieren.</p>
<p><strong>Da ist natürlich auch die Auslosung ein Thema. Beim mittleren Gruppenspiel gegen Brasilien kann man wohl am wenigsten erwarten. Kann es sein, dass man das zum Kräfteschonen nutzen wird?</strong></p>
<p>Das kann man von vorneherein schwer sagen, bei solchen Turnieren sollte man es schon immer mit der besten Mannschaft versuchen. Wobei die Idee schon was hat. Ich habe ja auch bei der EM in Frankreich genau nach dem Schema agiert. Es kommt darauf an, wie der erste Spieltag abläuft. Es kann natürlich eine Überlegung sein – weniger um sich zu schonen, als wegen der Gefahr einer zweiten Gelben Karte. So haben wir es in Frankreich mit Kainz und dem leicht verletzten Klem gemacht. Dort war klar: Ich kann gegen Frankreich das zweite Spiel 100 zu Null gewinnen oder verlieren, wenn ich gegen Holland nicht gewinne, hat sich die Sache erledigt. Das 0:5 war dann im Nachhinein schade und hoch, aber im Prinzip nicht tragisch. (<a href="http://twitter.com/schaffertom" target="_blank">tsc</a>, <a href="http://twitter.com/PEitzinger" target="_blank">phe</a>)</p>
<blockquote><p><a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/16/interview-mit-andreas-heraf-teil-2-ich-wollte-zu-jedem-turnier/">Teil 2 des Interviews </a>mit Andreas Heraf beschäftigt sich mit den österreichischen Gruppengegnern in Kolumbien, dem ÖFB-Team selbst und seinen Ärger über Paul Gludovatz; <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/18/interview-mit-andreas-heraf-teil-3-solche-transfers-mag-ich-gar-nicht/">Teil 3 des Interviews </a>mit seinem Selbstverständnis als Trainer, Transfers von jungen Spielern ins Ausland, Nachwuchsstrukturen in Österreich und der Trainerausbildung.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5231&amp;md5=7bfac8128ceb77e02b8351e2845fb7d8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Österreich &#8211; Deutschland: Wie gefährlich ist Österreich für Jogi Löw?</title>
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		<pubDate>Sun, 29 May 2011 21:36:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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		<category><![CDATA[UEFA EM 2012]]></category>
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		<description><![CDATA[In einem aktuellen Blog-Eintrag von Martin Blumenau bin ich auf ein KURIER-Interview mit Joachim Löw gestoßen. Der erklärt dort, für wie wichtig er Taktik hält, und was er damit genau meint. Die einstudierten Lauf- und Spielzüge, die Raumaufteilung, die Anweisungen, wann wer attackiert werden soll. Kurz und knapp zusammengefasst: Das genau Studium der Stärken und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem <a href="http://fm4.orf.at/stories/1683341/" target="_blank">aktuellen Blog-Eintrag von Martin Blumenau</a> bin ich auf ein <a href="http://kurier.at/sport/fussball/3908203.php" target="_blank">KURIER-Interview mit Joachim Löw</a> gestoßen. Der erklärt dort, für wie wichtig er Taktik hält, und was er damit genau meint. Die einstudierten Lauf- und Spielzüge, die Raumaufteilung, die Anweisungen, wann wer attackiert werden soll. Kurz und knapp zusammengefasst: Das genau Studium der Stärken und Schwächen des Gegners und der eigenen Mannschaft und die Reaktion darauf. Die Überschrift des Interviews ist aber das Zitat &#8220;Österreich ist gefährlich&#8221;. Nun ist der Spruch von Dietmar Constantini, dass Taktik nicht so wichtig sei, mittlerweile allgemein bekannt und Löw wird auch darauf angesprochen. &#8220;Wie kann sich da dieser Top-Trainer in diesen Widerspruch verwickeln?&#8221;, fragt man sich. Erst wenn man das Interview zur Gänze liest, bemerkt man, dass der KURIER die wichtigsten Wörter aus der Überschrift rausgelassen hat. <span id="more-4917"></span></p>
<p>Löw sagt nämlich nicht, &#8220;Österreich ist gefährlich&#8221;. Er sagt, &#8220;Vom Potential ist Österreich gefährlich&#8221;. Weil es eine Reihe guter und talentierter Spieler hat, die auch in internationalen Ligen ihre Arbeit gut verrichten. Er beschreibt in anderen Antworten, was er von Constantinis Einstellung wirklich halten dürfte: &#8220;Nehmen wir den FC Barcelona. Die haben mit die beste Taktik von allen. [...] Alles andere, was ich bei einigen Mannschaften sehe, ist Zufall. Purer Zufall. Gewinnen sie, dann war&#8217;s eine gute individuelle Aktion&#8221;.</p>
<p><em>Das</em> fürchtet Löw im Moment, wenn er an Österreich denkt. Er sieht die Klasse der Spieler und denkt, dass dieser Mannschaft sogar ohne Taktik der eine Geistesblitz gelingen könnte, um Deutschland in Gefahr zu bringen &#8211; wenns blöd läuft. (Und tatsächlich haben diese Momente uns in dieser Qualifikation dank des Ausnahmekönnens des nun ausgelassenen Marko Arnautovic bereits gute Dienste geleistet). Löw sieht die Gefahr einfach im Zufall. </p>
<p>Was diese Zusatzworte (&#8220;Vom Potential her&#8221;) aber auch verraten ist, dass Löw keine Angst davor hat, dass das ÖFB-Team so penibel genau eingestellt auftreten wird, wie er es für einen konzentriert erarbeiteten Sieg für nötig hält. Dass es die dafür nötige &#8220;Taktik&#8221; nicht wichtig genug nimmt, erzählt das hiesige Trainerteam ja auf jede Frage hin frei heraus. (tsc)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4917&amp;md5=8c49aa46dac09a8c3f35599950742b98" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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