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	<title>Ballverliebt &#187; Liverpool</title>
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		<title>Der Steilpass als aktuelles Problem von Liverpool und Manchester United</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 17:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die erste volle Runde im neuen Jahr brachte für die großen beiden Teams des englischen Fußballs ein unerfreuliches erwachen. Sowohl Liverpool als auch Manchester United mussten sich mit 0:3-Niederlagen in Auswärtsspielen zufrieden geben. Das sind jedoch nicht die einzigen Parallelen. Beide Mannschaften hatten trotz zeitweiser (MUFC) oder sogar hauptsächlicher (LFC) Überlegenheit im Ballbesitz, massive Probleme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die erste volle Runde im neuen Jahr brachte für die großen beiden Teams des englischen Fußballs ein unerfreuliches erwachen. Sowohl Liverpool als auch Manchester United mussten sich mit 0:3-Niederlagen in Auswärtsspielen zufrieden geben. Das sind jedoch nicht die einzigen Parallelen. Beide Mannschaften hatten trotz zeitweiser (MUFC) oder sogar hauptsächlicher (LFC) Überlegenheit im Ballbesitz, massive Probleme viel versprechende Abschlüsse zu finden. ManUnited fand nur drei Schussmöglichkeiten im gegnerischen Strafraum vor (wovon nur einer aufs Ziel ging), Liverpool vor dem entscheidenden 0:3 ebenfalls nur vier. <span id="more-6317"></span></p>
<p>Beide Teams kommen normalerweise wesentlich häufiger zu Tormöglichkeiten, wenn auch die Ausbeute nicht unterschiedlicher sein könnte (49 Saisontore für Manchester, 24 für Liverpool). Woher stammen also die mitt-wöchentlichen Probleme? Ein ominös-oberflächliches Hinausreden auf einen &#8220;Mangel an Kreativität&#8221; ist ja doch nur eine recht unbefriedigende Beschreibung solcher Spiele. </p>
<p>Die Ähnlichkeiten beider Teams enden nicht an den wenigen Abschlussmöglichkeiten. Beide hatten Gegner mit einer 4-4-2-Variation vor sich, die es verstanden, vor dem Strafraum mit zwei defensivem Mittelfeldspielern und zwei Innenverteidigern Räume zu verdichten. Newcastle (Hauptfigur: Sheikh Tiote) stand dabei höher als ManCity (Yaya Toure!), der Effekt war aber ähnlich, denn damit wurde die zentrale Überzahl (Uniteds 4-4-1-1 und Liverpools 4-2-3-1 sahen sich mit drei zentralen MF-Leuten zwei gegenüber) entschärft. Liverpools Spearing ist offensiv ohnehin wenig eingeschaltet und kann bei hohem Spiel deshalb kaum Vorteile schaffen (Liverpool startete bis zum Rückstand auch tiefstehend), und für Manchesters Rooney ließen die engen Reihen nicht den üblichen Bewegungsraum. Beide Gastmannschaften reagierten mit vielen Pässen nach außen.</p>
<div id="attachment_6320" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/a3rd.jpg" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/a3rd-300x195.jpg" alt="" title="Pässe ins/im Angriffsdrittel" width="300" height="195" class="size-medium wp-image-6320" /></a><p class="wp-caption-text">Pässe ins/im Angriffsdrittel</p></div>
<p>Die vielen Angriffen über die Flanken sind allerdings nicht komplett neu, denn die Red Devils (im Saisonschnitt 26 pro Spiel, 3.) und die Reds (30 pro Spiel, 30 pro Spiel, 1.) gehören zu den PL Mannschaften, die mit den meisten Crosses vor dem Tor agieren. Bälle über die Flanken in den Strafraum kommen zwar einfacher und häufiger zustande als aus der Mitte, allerdings ist ihre statistische Erfolgrate enorm niedrig. In der vergangenen Champions League-Saison fielen etwa nur 67 Tore aus Flanken die von der Seite (57) oder aus dem Halbfeld (10) in den Sechzehner geschlagen werden. Dem gegenüber stehen 82 aus zahlenmäßig wohl selteneren Steilpässen und 33 aus Kombinationen heraus. </p>
<p>Innenverteidiger haben bei hohen Bällen schlichtweg einen Vorteil. Einerseits sind sie meist ohnehin kopfballstark, andererseits müssen sie im Notfall nur irgendwie an den Ball kommen oder entscheidend stören. Der Stürmer braucht hingegen einen gewonnenen Zweikampf gefolgt von einem gezielten Abschluss &#8211; die wesentlich schwieriger Übung. (Natürlich würde man extrem ausrechenbar, wenn man als Folge dieser Statistik komplett auf das Flankenspiel verzichten würde. Unter anderem deshalb ist es natürlich ein wichtiges und logisches Element des Angriffsfußballs.) </p>
<p>Fakten: 3 von 26 Crosses bei United und 6 von 39 bei Liverpool fanden in dieser Woche überhaupt einen Abnehmer, ein erfolgreicher Abschluss erfolgte bekanntlich gar nicht. Gerade bei Liverpool lag das auch daran, dass kaum ein Mittelfeldspieler den Weg in den Strafraum suchte, um Carroll bei den Flanken zu unterstützen &#8211; was der Defensive die Deckungsarbeit sehr einfach macht.</p>
<div id="attachment_6321" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/crosses.jpg" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/crosses-300x195.jpg" alt="" title="Crosses vor dem Tor" width="300" height="195" class="size-medium wp-image-6321" /></a><p class="wp-caption-text">Crosses vor dem Tor</p></div>
<p>Noch einmal zum Mangel an Pässen durch die Mitte- Es wäre zu viel der Ehre für ein diszipliniertes 4-4-2, würde man behaupten, dass diese Vorgabe tatsächlich schon reicht, um Pässe durch die Mitte zu verhindern. Das liegt auch am aufgebotenen Personal und System der beiden roten Teams. </p>
<p>Bei United ist Michael Carrick als Verteilungsverantwortlicher sehr tief im Feld aufgeboten. Die Wege für Steilpässe sind für ihn im Anfangs-Gameplan zu weit. Erst nach dem 0:2 schaltete er sich öfters im Angriffsdrittel ein. Ryan Giggs steht höher, tendiert aber allgemein stark zu Pässen auf die Seite und ist auch nicht der passgebende Feinspitz sondern mehr das Arbeitstier im Doppel-Mittelfeld von Manchester. Dazu kommt, dass Wayne Rooney wie beschrieben gut aus dem Spiel genommen wurde und allgemein keine gute Form hat (er hat in dieser Saison auch schon tiefer liegende Rollen übernommen, um das zentrale Mittelfeld zu stärken). </p>
<p>Die Rückkehr des verletzten Tom Cleverley könnte Alex Ferguson zumindest gegen schwächere Teams die Möglichkeit geben, zwei pass-starke Mittelfeldspieler in unterschiedlicher Spielhöhe zu nominieren. Gegen starke Teams braucht man wohl die tiefere Rolle für Rooney (was dessen unmittelbare Gefährlichkeit entschärfen würde) oder man muss sich am Transfermarkt verstärken. Denn dass es ohne den englischen Starstürmer mit einem echten 4-4-2 nicht besser geht, konnte man vor wenigen Tagen beim 2:3 gegen Blackburn beobachten, wo sich Ferguson gröber verspekulierte und Rooney zuhause ließ.</p>
<div id="attachment_6325" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/amfmufc.jpg"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/amfmufc-300x130.jpg" alt="" title="Manchesters Offensivzentrale im Vergleich der Pässe" width="300" height="130" class="size-medium wp-image-6325" /></a><p class="wp-caption-text">Manchesters Offensivzentrale im Vergleich der Pässe</p></div>
<p>Kenny Dalglish hat in prominenter und unterschiedlich begründeter Abwesenheit von Lucas Leiva, Steven Gerrard und Luis Suarez in der Startformation, zwar mit (dem formschwachen und recht tief positionierten) Charlie Adam und Jordan Henderson immer noch durchaus zwei Leute aufgestellt, die für durchgesteckte Bälle gut sein sollten, allerdings haben beide das kaum probiert &#8211; auch weil mit Carroll nicht der explosive, schnelle Mann vorne war, der solche Pässe optimal zu nutzen weiß. Die Abgänge von Fernando Torres und Raul Meireles tun in dieser Hinsicht natürlich besonders weh, weil die genau da ihre Stärken hatten.</p>
<p>Für Liverpool liegt die Lösung allerdings sowohl auf der Hand als auch zum Greifen nahe: Steven Gerrard (besonders in Kombination mit Craig Bellamy oder Suarez, der pikanterweise wohl im Spiel gegen Manchester United von seiner Sperre zurückkehren dürfte). Die eine Dimension seiner Bedeutung für Liverpool konnte man schon gegen Newcastle vergangene Woche beobachten, wo seine präzisen, scharfen Flanken auf Carroll diesen einfach viel besser aussehen ließen, als die der anderen Kameraden. </p>
<p>Die folgende Grafik aus dem Dienstagsspiel in Manchester zeigt außerdem sehr schön den Unterschied, den Gerrard im Passspiel macht: Er bringt Vertikalität ins Angriffsdrittel: Gerrard spielt selten nur auf Sicherheit bedachte und zögerliche horizontale Bälle, sondern sucht diagonal und vertikal immer den Weg nach vorne. Zudem ist er in der Hälfte der Einsatzzeit von Adam auch doppelt so oft im Angriffsdrittel aktiv gewesen.</p>
<div id="attachment_6322" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/liv_manc.jpg" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/liv_manc-300x130.jpg" alt="" title="Liverpools offensives Mittelfeld im Passvergleich" width="300" height="130" class="size-medium wp-image-6322" /></a><p class="wp-caption-text">Liverpools offensives Mittelfeld im Passvergleich</p></div>
<p>(<a href="http://twitter.com/schaffertom" target="_blank">tsc</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6317&amp;md5=317bf05f0c572a4835facaa2e942788e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die &#8217;11-Besten</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 23:02:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2011 verlässt uns, aber die Erinnerungen an viele tolle Spiele aus den vergangenen zwölf Monaten wird uns natürlich bleiben. Darum gibt&#8217;s wie schon letztes Jahr noch mal die besten, interessantesten, richtungsweisendsten Spiele. Die Reihenfolge dieser elf Spiele aus 2011 ist natürlich willkürlich und nicht allzu eng zu sehen! Platz 11 &#124; Premier League &#124; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Das Jahr 2011 verlässt uns, aber die Erinnerungen an viele tolle Spiele aus den vergangenen zwölf Monaten wird uns natürlich bleiben. Darum gibt&#8217;s <a href="http://ballverliebt.eu/2010/12/31/die-10-besten-oder-ein-halber-jahresruckblick/">wie schon letztes Jahr</a></em></strong><strong><em> noch mal die besten, interessantesten, richtungsweisendsten Spiele. Die Reihenfolge dieser elf Spiele aus 2011 ist natürlich willkürlich und nicht allzu eng zu sehen!</em></strong></p>
<p><strong><em></em></strong><strong><em><span id="more-6279"></span>Platz 11 | Premier League | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/07/sweet-revenge/">Chelsea &#8211; Liverpool 0:1</a></em></strong></p>
<div id="attachment_3632">
<div id="attachment_6280" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-02-06-Chelsea-Liverpool-0-1.png"><img class="size-full wp-image-6280 " title="2011 02 06 Chelsea-Liverpool 0-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-02-06-Chelsea-Liverpool-0-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Chelsea-Liverpool 0:1</p></div>
</div>
<p>&#8220;Das sieht nach einem durchaus tauglichen Konzept aus, was Kenny Dalglish da mit seiner Dreierkette gefunden hat. Und Chelsea? Da könnte das Luxusproblem “Torres und Drogba und Anelka” zu einem tatsächlichen werden. Die Variante mit Drogba und Torres vorne und Anelka als Zehner dahinter war ein totaler Flop.&#8221; &#8211; Die einen waren mit King Kenny auf der Bank auf dem Weg nach oben, zum Teil mit unüblichen Aufstellungsvarianten. Die anderen begannen zu erkennen, dass es vielleicht doch keine so einfach war, Torres sinnvoll einzubauen. Er verlor hier sein erstes Spiel im Chelsea-Dress ausgerechnet gegen sein altes Team. <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/07/sweet-revenge/">Süße Rache</a>, nennt man so etwas wohl.</p>
<p>———————————–</p>
<p><strong><em>Platz 10 | Asien-Cup | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/01/13/japan-das-arsenal-asiens/">Japan &#8211; Syrien 2:1</a></em></strong></p>
<div id="attachment_6282" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-01-13-Japan-Syrien-2-1.png"><img class="size-full wp-image-6282 " title="2011 01 13 Japan-Syrien 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-01-13-Japan-Syrien-2-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Japan - Syrien 2:1</p></div>
<p>&#8220;In der offensiven Dreierreihe wird rochiert, was das Zeug hält. Da taucht Matsui schon mal auf der ganz anderen Seite auf, Kagawa in der Mitte oder gar als Sturmspitze, Honda mal zurückhängend, mal auf die Seiten, dann wieder ganz vorne. Fàbregas, Nasri, Rosický und Konsorten lassen grüßen. Und vorne macht Ryoichi Maeda, was bei Arsenal einen Robin van Persie ausmacht. Vom Toreschießen mal abgesehen.&#8221; &#8211; Was der Italiener Alberto Zaccheroni aus den Japanern gemacht hat, war atemberaubend. Ein Tempo, eine Ballsicherheit eine Dominanz: Man war beim ganzen Asien-Cup, nicht nur im Gruppenspiel gegen Syrien, die mit sehr viel Abstand beste Mannschaft. Und wenn man etwas konsequenter im Ausnützen der Torchancen gewesen wäre, hätte das <a href="http://ballverliebt.eu/2011/01/13/japan-das-arsenal-asiens/">Arsenal Asiens</a> nicht so sehr um den Titel zittern müssen.</p>
<p>———————————–</p>
<p><strong><em>Platz 9 | Europa League | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/03/10/slutski-vs-villas-boas-oder-wie-ahnlich-sich-so-verschiedene-typen-sein-konnen/">ZSKA Moskau &#8211; FC Porto 0:1</a></em></strong></p>
<div>
<div id="attachment_6283" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-03-10-ZSKA-Porto-0-1.png"><img class="size-full wp-image-6283 " title="2011 03 10 ZSKA-Porto 0-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-03-10-ZSKA-Porto-0-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">ZSKA Moskau - FC Porto 0:1</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Zwei der interessantesten Trainer Europas: Wunderkind André Villas-Boas vom FC Porto und der etwas schrullige Leonid Slutski von ZSKA Moskau. So unterschiedlich die beiden Trainer der zwei womöglich aufregendsten Mannschaften sind, die sich unter den letzten 16 der diesjährigen Europa League befinden, so ähnlich ist das Leistungsvermögen.&#8221; &#8211; Auf dem Weg zum Sieg in der Europa League mit Porto bekam es André Villas-Boas im Achtelfinale mit einem ähnlich tollen Team und einem ganz anderen Trainer-Typen zu tun. Die beiden Mannschaften neutralisierten sich. Und wer weiß, womöglich wäre der Portugiese heute nicht Chelsea-Coach, hätte nicht Fredy Guarín das 1:0-Goldtor erzielt. In einem Spiel, das gezeigt hat, <a href="http://ballverliebt.eu/2011/03/10/slutski-vs-villas-boas-oder-wie-ahnlich-sich-so-verschiedene-typen-sein-konnen/">wie ähnlich sich so verschiedene Typen doch sein können</a>.</dt>
</dl>
<div>———————————–</div>
<p><strong><em>P</em></strong><strong><em>latz 8 | Frauen-WM | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/10/benachteiligte-us-girls-bestrafen-brasilien/">USA &#8211; Brasilien 2:2 n.V., 5:3 i.E.</a></em></strong></p>
<div>
<div>
<div id="attachment_6284" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-07-10-Usa-Brasilien-2-2.png"><img class="size-full wp-image-6284 " title="2011 07 10 Usa-Brasilien 2-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-07-10-Usa-Brasilien-2-2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">USA - Brasilien 2:2 n.V., 5:3 i.E.</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Kurioserweiser übernahmen die US-Amerikanerinnnen sofort wieder das Kommando. Mit der ganzen Wut über den harten Strafstoß samt Ausschluss und der überaus kleinlichen Entscheidung, den Elfer wiederholen zu lassen, drückten sie das brasilianische Team nun vor allem über die Flanken nach hinten.&#8221; &#8211; Es war beileibe nicht das beste Spiel der Frauen-WM in Deutschland, dieses Viertelfinale. Im Gegenteil: Zwei hypernervöse Teams überboten sich lange in Fehlpässen. Aber die ganze Dramatik, die der Partie durch eine schreckliche Schiedsrichter-Leistung und dem US-Ausgleich in der 122. Minute eigen war, ließ sie doch zum zentralen Spiel des Turniers werden. Ein Spiel, in dem <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/10/benachteiligte-us-girls-bestrafen-brasilien/">krass benachteiligte US-Girls Brasilien bestraften</a>.</dt>
</dl>
<div>———————————–</div>
<p><strong><em>Platz 7 | Europa League | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/28/erst-am-system-dann-an-gebauer-brondby-beist-sich-die-zahne-aus/">SV Ried &#8211; Brøndby IF 2:0</a></em></strong></p>
<div>
<div>
<div>
<div id="attachment_6287" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-07-28-Ried-Bröndby-2-0.png"><img class="size-full wp-image-6287 " title="2011 07 28 Ried-Bröndby 2-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-07-28-Ried-Bröndby-2-0.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">SV Ried - Brøndby IF 2:0</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Weswegen Brøndby umso mehr schauen musste, über die Flügel nach vorne zu kommen. Damit hatte Ried das Ziel im Grunde erreicht: Die Mitte zwar offenlassen, aber keine Kreativität zulassen, das Spiel des Gegners so auf die Flügel zu verlagern, und dort den numerischen Vorteil ausspielen.&#8221; &#8211; Zwar waren die Rieder letztlich die einzige österreichische Mannschaft, die sich nicht für die EL-Gruppenphase qualifizieren konnte, aber dennoch sind die Innviertler der große Gewinner des Jahres 2011. Nicht nur wegen des Cup-Siegs, sondern auch deshalb, weil man dank einer konsequent verfolgten Vereinsphilosophie auch den Abgang der halben Mannschaft verkraften konnte und zum zweiten Mal hintereinander Herbstmeister wurde. Weil sich eben nicht nur Brøndby <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/28/erst-am-system-dann-an-gebauer-brondby-beist-sich-die-zahne-aus/">am Rieder System die Zähne ausbiss</a>.</dt>
</dl>
<div>———————————–</div>
<p><strong><em>Platz 6 | EM-Qualifikation | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/10/11/umstellung-und-ein-starker-nasri-frankreich-gewinnt-11-gegen-bosnien/">Frankreich &#8211; Bosnien 1:1</a></em></strong></p>
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<div>
<div id="attachment_6291" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-11-Fra-Bih-1-11.png"><img class="size-full wp-image-6291 " title="2011 10 11 Fra-Bih 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-11-Fra-Bih-1-11.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Frankreich - Bosnien 1:1</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Was alles in einem irren Tempo geschah, weil der Spielplan der Bosnier in einem Guss funktionierte: Pressing, Ball erobern, blitzschnell umschalten und die freien Räume ausnützen. Die Franzosen wussten in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht, wie ihnen geschah.&#8221; &#8211; Bosnien ist die wohl beste Nationalmanschaft Europas, die bei der EM nicht dabei sein wird. Denn bevor Dzeko und Co. im Playoff gegen Portugal die Nerven verließen, spielten sie Frankreich komplett her und nur zwei Faktoren rettete den Bleus das Remis und die direkte Qualifikation: <a href="http://ballverliebt.eu/2011/10/11/umstellung-und-ein-starker-nasri-frankreich-gewinnt-11-gegen-bosnien/">Eine Umstellung von Blanc und ein starker Nasri</a>.</dt>
</dl>
<div>———————————–</div>
<p><strong><em>Platz 5 | Deutsche Bundesliga | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/27/dortmund-macht-den-deckel-drauf/">Bayern München &#8211; Borussia Dortmund 1:3</a></em></strong></p>
<div>
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<div id="attachment_6293" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-02-26-Bayern-Dortmund-1-3.png"><img class="size-full wp-image-6293 " title="2011 02 26 Bayern-Dortmund 1-3" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-02-26-Bayern-Dortmund-1-3.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern München - Borussia Dortmund 1:3</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Dortmund verfügt über ein hervorragendes Flügelspiel und nahm Ribéry und Robben ziemlich aus dem Spiel. Die beiden sahen sich, wann immer sie am Ball waren, sofort mit mindestens zwei Gegenspielern konfrontiert; oftmals sogar mit noch mehr. Das, und das für die Borussia so typische aggressive Pressing führte dazu, dass die Bayern nicht zu einem geordneten Spielaufbau kamen.&#8221; &#8211; Die Bayern-Kapitel &#8220;Van Gaal&#8221; endete als großes Missverständnis. Wirre Aufstellungs-Varianten, die Unfähigkeit, aus Fehlern zu lernen und natürlich atmosphärische Störungen führten zum vorzeitigen Ende. Und natürlich die brutale Überlegenheit von Dortmund, die sich vor allem im direkten Duell zeigte. Jürgen Klopp manövrierte seinen Kontrahenten auf jeder Position aus und machte damit im <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/27/dortmund-macht-den-deckel-drauf/">Titelrennen den Deckel drauf</a>.</dt>
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<p><strong><em>Platz 4 | EM-Qualifikation | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/10/07/41-in-baku-und-vor-allem-die-art-und-weise-macht-freude/">Aserbaidschan &#8211; Österreich 1:4</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6295" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-07-Aze-Aut-1-41.png"><img class="size-full wp-image-6295 " title="2011 10 07 Aze-Aut 1-4" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-07-Aze-Aut-1-41.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Aserbaidschan - Österreich 1:4</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Willi Ruttensteiner hatte es angekündigt, und er machte es auch wahr: Der Interims-Teamchef wollte vom ÖFB-Team beim Spiel in Aserbaidschan frühes Pressing sehen, er wollte die Gastgeber unter Druck setzen, sie gar nicht erst zur Entfaltung kommen lassen. Und tatsächlich: Die Spielanlage der Österreicher war gegenüber den letzten Spielen kaum noch wiederzuerkennen.&#8221; &#8211; Kaum war Constantini nicht mehr Teamchef, war sofort zu erkennen, was für ein Potential wirklich in der Mannschaft steckt. Ja, es war &#8220;nur&#8221; Aserbaidschan, aber jeder Spieler machte den Eindruck, genau zu wissen, welche Aufgabe er genau hat. So machte vor allem <a href="http://ballverliebt.eu/2011/10/07/41-in-baku-und-vor-allem-die-art-und-weise-macht-freude/">die Art und Weise des Spiels beim 4:1 in Baku Freude</a>.</dt>
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<p><strong><em>Platz 3 | La Liga, Copa del Rey, Champions League | Der Clásico-Vierteiler</em></strong></p>
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<div id="attachment_6297" class="wp-caption aligncenter" style="width: 315px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Clasico-Serie.png"><img class="size-full wp-image-6297 " title="Clasico-Serie" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Clasico-Serie.png" alt="" width="305" height="426" /></a><p class="wp-caption-text">1:1-Remis, 1:0 n.V. Real, 2:0 Barça, 1:1-Remis</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Real ging viel aggressiver zu Werke als beim 1:1 am Wochenende, störte deutlich früher, presste auf den Gegner und stand teilweise verteufelt hoch – die Mittelfeldreihe machte sich genau dort breit, wo Barcelona eigentlich das eigene Spiel aufziehen wollte. So kamen die Katalanen kaum wirklich dazu und Real war gut im Spiel.&#8221; &#8211; Groß war die Vorfreude auf vier Clásicos in nur 17 Tagen, aber nachdem die letzte Schlacht geschlagen war, blieben im Rückspiegel vor allem Härteeinlagen in Erinnerung. Und nach den Titeln in Liga und Champions League ein Punktsieg für Barcelona. Nach den Spielen am <a href="http://ballverliebt.eu/2011/04/17/der-grose-clasico-vierteiler-folge-1-ein-11-als-punktsieg-fur-mourinho/">16. April (1:1 in Madrid in der Liga)</a>, am <a href="http://ballverliebt.eu/2011/04/21/der-grose-clasico-vierteiler-folge-2-der-wing-back-di-maria-macht-den-unterschied/">20. April (1:0 n.V. für Real im Cupfinale)</a>, am <a href="http://ballverliebt.eu/2011/04/28/der-grose-clasico-vierteiler-folge-3-ein-hektisches-geduldspiel/">27. April (2:0 für Barça im CL-Semi-Hinspiel in Madrid)</a> und am <a href="http://ballverliebt.eu/2011/05/04/der-grose-clasico-vierteile-folge-4-barcelona-schaukelts-uber-die-zeit/">3. Mai (1:1 in Barcelona im CL-Semi-Rückspiel)</a>.</dt>
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<p><strong><em>Platz 2 | Copa América | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/09/copa-tag-7-chile-weiterhin-ein-team-zum-verlieben/">Uruguay &#8211; Chile 1:1</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6304" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C3-Uru-Chi-1-1.png"><img class="size-full wp-image-6304 " title="C3 Uru-Chi 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C3-Uru-Chi-1-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Uruguay - Chile 1:1</p></div>
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<dt>&#8220;Und in dieser Tonart ging es weiter: Chile spielte nun Rambazamba-Fußball wie in besten Bielsa-Tagen, zudem kam mit Paredes statt dem müder werdenden Suazo noch ein frischer Mann. Die Chilenen spielten sich in einen Rausch, in dem Uruguay unterzugehen drohte.&#8221; &#8211; Die Copa América wurde zum Triumph für Uruguay, aber eine Mannschaft setzte der Celeste schon in der Gruppe ganz extrem zu: Chile! Jenes Team, dass unter Claudio Borghis Vorgänger Marcelo Bielsa bei der WM für tollen Offensivfußball stand, zeigte in diesem grandiosen Spiel ein Feuerwerk. Das mit Abstand beste Spiel einer eher enttäuschenden Copa. Weil <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/09/copa-tag-7-chile-weiterhin-ein-team-zum-verlieben/">Chile weiterhin ein Team zum Verlieben ist.</a></dt>
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<p><strong><em>Platz 1 | La Liga | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/29/ohne-xavi-und-ohne-abwehr-aber-barca-sieht-noch-starker-aus-als-vorher/">FC Barcelona &#8211; Villarreal CF 5:0</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6306" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-08-29-Barcelona-Villarreal-5-01.png"><img class="size-full wp-image-6306 " title="2011 08 29 Barcelona-Villarreal 5-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-08-29-Barcelona-Villarreal-5-01.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">FC Barcelona - Villarreal CF 5:0</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Weil es dank des Verzichts auf eine nominelle Abwehr mehr Ballverteiler gibt, weil die Breite dennoch gegeben ist, und weil Messi und Fàbregas jetzt schon zuweilen miteinander harmonieren, als spielten sie schon seit Jahren zusammen. Pep Guardiola ist gerade dabei, die Pyramide mit diesem 3-3-4-ähnlichen System wieder zurückzudrehen. Womit er potentiell ein neues Kapitel der Fußballgeschichte aufschlägt.&#8221; &#8211; Im Grunde war es &#8220;nur&#8221; ein Liga-Spiel. Aber was Barcelona hier spielte, war ein Blick in eine mögliche Zukunft. Ob es ein Modell für die ganze Fußball-Welt ist oder nur für eine Mannschaft von der Qualität Barças, ist eine andere Frage. Aber Villarreal war tatsächlich nicht die letzte Mannschaft, die dieser Formations-Variante rein gar nichts entgegensetzen konnte. <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/29/ohne-xavi-und-ohne-abwehr-aber-barca-sieht-noch-starker-aus-als-vorher/">Weil Barcelona damit noch stärker aussieht als vor</a><a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/29/ohne-xavi-und-ohne-abwehr-aber-barca-sieht-noch-starker-aus-als-vorher/">her</a>.</dt>
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<p>Das Team von Ballverliebt bedankt sich für das Interesse im Jahr 2011 und wir würden uns freuen, wenn ihr unsere Analysen auch im Jahr 2012 fleißig lest. Ein gutes neues Jahr euch allen!</p>
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 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6279&amp;md5=7cfe53749b32a711acc0e493bb1fb508" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Suárez macht die Arbeit, Kuyt erntet die Lorbeeren</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 15:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein weiterer Beweis, dass Liverpool unter Dalglish die Kurve bekommen hat &#8211; und ein weiterer Beweis, dass Manchster Utd wahrlich nicht unschlagbar ist! Entscheidend war beim 3:1-Sieg der Reds aber weniger taktische Vorteile, sondern größerer Wille, ein eiskalter Dirk Kuyt vorm Tor, und ein sensationeller Luis Suárez! Kein Rio Ferdinand &#8211; verletzt. Kein Nemanja Vidic [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ein weiterer Beweis, dass Liverpool unter Dalglish die Kurve bekommen hat &#8211; und ein weiterer Beweis, dass Manchster Utd wahrlich nicht unschlagbar ist! Entscheidend war beim 3:1-Sieg der Reds aber weniger taktische Vorteile, sondern größerer Wille, ein eiskalter Dirk Kuyt vorm Tor, und ein sensationeller Luis Suárez!<br />
</em></strong></p>
<div id="attachment_4273" class="wp-caption aligncenter" style="width: 379px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivMU.png"><img class="size-full wp-image-4273 " title="LivMU" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivMU.png" alt="" width="369" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Liverpool FC - Manchester United 3:1</p></div>
<p><span id="more-4272"></span>Kein Rio Ferdinand &#8211; verletzt. Kein Nemanja Vidic &#8211; gesperrt. Kein Wunder, dass sich Liverpool gegen die Zweitbesetzung in der Innenverteidigung von Manchester, bestehend aus Wes Brown und Chris Smalling, durchaus Chancen ausrechnete. Im Endeffekt waren es aber weniger diese beiden, die United den Tag verhagelten &#8211; das war eine Kollektivleistung.</p>
<p>Denn von Anfang an hatte man den Eindruck, Man Utd wollte dieses Spiel aussitzen; einen Punkt mitnehmen und gewinnen, wenn es sich halt anbietet. Der Spielaufbau war behäbig, Scholes mangelte es im Zentrum am Tempo, Nani stand schon in den 44 Minuten, bevor er von einer rüden Attacke von Carragher aus dem Spiel getreten wurde, neben sich. Rooney und Berbatov hingen vorne in der Luft. Dass der alte Ryan Giggs der mit Abstand aktivste Spieler seiner Mannschaft war, spricht nicht für United. Mehr als ein Weitschuss von Berbatov, der den Pfosten küsste, kam von United kaum.</p>
<p>Ganz anders dafür Liverpool. Vom Anpfiff weg gingen die Reds ein deutlich höheres Tempo als der Gegner, vor allem die Art und Weise, wie das Team mit dem von Kenny Dalglish ausgegebenen 4-4-1-1 umging, war stark. So arbeitete sich Dirk Kuyt, wie man das von ihm kennt, einen Wolf; Meireles und Rodríguez rückten immer wieder weit ein bzw. wechstelten ganz die Seiten, um den Außenverteidigern Raum zu schaffen &#8211; und das defensive Mittelfeld von United, gebildet aus Carrick und Scholes, zu testen.</p>
<p>Der überragende Mann auf dem Feld war aber Luis Suárez. Man kann von ihm, vor allem seit seinem Handball im WM-Viertelfinale und der Art und Weise, wie er sich dafür feiern ließ, halten was man will &#8211; aber der Uru ist nun mal ein sesationeller Fußballer und das zeigte er in seiner Rolle als hängende Spitze auch. Gegen das Trio Meireles, Rodríguez, Suárez waren Carrick/Scholes überfordert und Suárez nützte das weidlich aus. Er bewegte sich viel, narrte seinen Gegenspieler fast im Minutentakt und war praktisch bei jeder gefährlichen Aktion beteiligt.</p>
<p><strong><em>Wundertor zum 1:0</em></strong></p>
<p>Kaum eine Szene demonstriert das so eindrucksvoll wie jene, die nach 34 Minuten zum 1:0 für Liverpool führte. Suárez degradierte die halbe Mannschaft von United in deren Strafraum zu Slalomstangen, in die Hereingabe vor das Tor musste Dirk Kuyt nur noch den Fuß hineinhalten. Zweifellos eine der Szenen, die in jedem Highlight Reel dieser Saison einen Stammplatz haben wird!</p>
<p>United reagierte erstmal gar nicht. Im Gegenteil, nur wenige Minuten später servierte Nani den Ball mit einer seltsam unmotivierten Kopfballvorlage wiederum Dirk Kuyt. Der Holländer konnte wieder nur sehr wenig für sein Glück, außer der Tatsache, dass er eben richtig stand &#8211; und problemlos zum 2:0 einköpfen konnte. Doch noch immer lief Manchester nicht heiß. Das kam erst kurz vor der Pause.</p>
<p><strong><em>Attentat auf Nani</em></strong></p>
<div id="attachment_4275" class="wp-caption alignright" style="width: 297px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivMU-2.png"><img class="size-full wp-image-4275 " title="LivMU 2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivMU-2.png" alt="" width="287" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Liverpool - Man Utd (2. Hälfte)</p></div>
<p>Als nämlich Jamie Carragher völlig unnötigerweise mit Anlauf und gestrecktem Bein Nani auf Kniehöhe niederholzte und dafür nur Gelb sah &#8211; eine äußerst kulante Entscheidung von Referee Dowd. Ebenso wie jene, Rafael kurz darauf nach einem kaum weniger brutalen Einsteigen gegen Lucas mit Gelb leben zu lassen. Nani jedenfalls musste raus und für ihm kam Javier Hernández.</p>
<p>Das hatte eine Formationsumstellung zur Folge, am 4-4-2 änderte Sir Alex aber nichts. Rooney ging zurück ins linke Mittelfeld und versuchte dort, seine Tempo-Vorteile gegenüber Carragher auszuspielen; Giggs orientierte sich noch weiter in die Zentrale und Rafael übernahm de facto die Position rechts im Mittelfeld.</p>
<p>Vor allem aber kam United mit einer ganz anderen Einstellung aus der Halbzeitpause. Die Red Devils agierten nun deutlich williger, aggressiver, williger und schneller als in der ersten Hälfte und bekamen so das Spiel recht schnell in den Griff &#8211; zwei Drittel Ballbesitz in der Anfangsphase der zweiten Hälfte inklusive.</p>
<p><strong><em>Wieder staubt Kuyt ab</em></strong></p>
<p>Nachdem Van der Sar schon kurz zuvor bei einer Hereingabe des erneut sehr starken Meireles nicht allzu sicher ausgesehen hatte, patzte der Routinier dann aber in der 65. Minute erneut, und diesmal entscheidend: Einen Freistoß von Suárez (wem sonst?) ließ der Holländer nur kurz nach vorne abklatschen, und wieder stand Landsmann Kuyt goldrichtig. Ein erstaunlicher Hattrick vom Blondschopf &#8211; denn bei keinem der drei Tore war er ursächlich beteiligt, jedes der drei Tore hätte jeder Landesliga-Kicker genauso gemacht. Die Arbeit erledigte zumeist Suárez &#8211; Kuyt staubte mit seinem Riecher für die Situation dreimal ab und erntet so die Lorbeeren.</p>
<p>Das Spiel war damit natürlich entschieden und United wusste das auch. So hatte Kenny Dalglish auf Seiten Liverpools ohne Gefahr die Gelegenheit, Neo-Stürmer Andy Carroll seine ersten 20 Minuten im Dress der Reds zu geben. Hernández&#8217; Ehrentreffer zum 1:3-Endstand in der Nachspielzeit war nur Kosmetik.</p>
<p><strong><em>Fazit: Liverpool mit mehr Wille, United mit mehr Fehlern</em></strong></p>
<p>Manchester United hat sich diese Niederlage selbst zuzuschreiben. Zum einen, weil es von Beginn an ersichtlich wurde, dass Liverpool den Sieg unbedingt wollte und United mit dem Langsam machen des Spiels nie Erfolg hatte. Zum anderen, weil der Tabellenführer schlicht und einfach zu viele Fehler machte: Nanis wirre Rückgabe vor dem 0:2, Van der Sars Abklatscher vor dem 0:3.</p>
<p>Außerdem versuchte es Sir Alex seltsamerweise während des ganzen Spiels nicht, Suárez in seinen Kreisen einzuengen. Scholes und Carrick waren damit überfordert, und als Fletcher in der 83. Minute kam, war alles schon zu spät. Solche Spiele wären eine Einladung vor allem für Arsenal &#8211; nur müssten die diese dann auch annehmen. Und nicht 0:0 gegen Sunderland spielen.</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4272&amp;md5=476fc1d142c232a6f5de8630f1aa4104" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sweet Revenge</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 22:56:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ancelotti]]></category>
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		<description><![CDATA[Was für ein Hype um dieses Spiel &#8211; dem ersten von Fernando Torres im Chelsea-Trikot, ausgerechnet gegen Liverpool. Doch im Spiel selbst war El Niño kein Faktor, da dominierte die neu gefundene Stabilität der Reds mit Dalglish&#8217; Dreierkette. So blieb Liverpool ohne Gegentor und nützte vorne einen Cech-Schnitzer. Wie schon zuletzt gegen Stoke ließ Kenny [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Was für ein Hype um dieses Spiel &#8211; dem ersten von Fernando Torres im Chelsea-Trikot, ausgerechnet gegen Liverpool. Doch im Spiel selbst war El Niño kein Faktor, da dominierte die neu gefundene Stabilität der Reds mit Dalglish&#8217; Dreierkette. So blieb Liverpool ohne Gegentor und nützte vorne einen Cech-Schnitzer.<br />
</em></strong></p>
<div id="attachment_4025" class="wp-caption aligncenter" style="width: 379px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ChelLiv.png"><img class="size-full wp-image-4025 " title="ChelLiv" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ChelLiv.png" alt="" width="369" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Chelsea - Liverpool 0:1</p></div>
<p><span id="more-4024"></span>Wie schon <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/03/liverpools-neues-system-unter-dalglish/">zuletzt gegen Stoke</a> ließ Kenny Dalglish auch an der Stamford Bridge seine vor allem auf der Insel völlig ungewohnte Dreier-Abwehrkette ran, aber ihre Spielweise unterschied sich nicht nur in der Besetzung vom 2:0 gegen die Potters. Denn da war der zentrale Mann Kyrigiakos wie ein Libero oftmals weit mit nach vorne geprescht, beim Spiel gegen Chelsea aber blieb das aus. Zum einen, weil die Blues mit zwei Stürmern agierten. Und zum anderen, weil diesmal Martin Skrtel in der Mitte spielte &#8211; ein rustikaler Zweikämpfer und Ball-Wegdrescher, aber kein Mann für den kontrollierten Spielaufbau.</p>
<p>Das in Zahlen kaum zu definierende Dalglish-System war auf den Gegner perfekt abgestimmt, zumindest defensiv. Die Mittelfeld-Raute von Chelsea, die vier Spieler am Mittelkreis versammelte und so sicherlich auf einen numerischen Vorteil im Mittelfeld gehofft hatte, wurde von ebenso vielen Liverpool-Spielern neutralisiert. Vor allem Lucas Leiva machte einen sensationellen Job gegen Nicolas Anelka: Der Franzose, dessen Position die des Zehners ohnehin nicht ist, fand de facto nicht statt. Oftmals ließ er sich noch weiter zurückfallen, was ihm noch weniger lag; wenn er auf die Seiten auswich, stand ihm der jeweilige Außenmann der Dreierkette oder der Wing-Back auf den Füßen.</p>
<p>So blieb Chelsea nur das Spiel über die Außenverteidiger Cole und Bosingwa, die beide quasi im Alleingang für ihre Flanken zuständig waren. Sie wurden aber beide schon recht früh von den Liverpool-Wingbacks Kelly und Johnson empfangen. Die Folge: Chelsea kam (von einem Leichtsinns-Querpass von Maxi Pereira in der 2. Minute, den Torres abfing) nicht sinnvoll in den Liverpool-Strafraum. Es blieben nur Fernschüsse, die keine Gefahr darstellten.</p>
<p>Liverpool hatte hinten Überzahl, in der Zentrale zumindest Gleichstand &#8211; was hieß, dass es vorne zwangsläufig dünn wurde mit dem Personal. Kuyt lief sich die Lunge aus dem Leib und kämpfte wie ein Berseker, rieb sich so aber ziemlich auf. Raul Meireles war derjenige Spieler, der bei den Reds noch am ehesten vorne unterstützend wirkte, auch Maxi Rodríguez ging, wenn sich die Gelegenheit bot, gerne mal mit. Aber mehr als schnelle Gegenstöße waren nicht möglich. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte Rodríguez, der eine Traumflanke von Gerrard (der im Duell mit Lampard Punktsieger war) aus zwei Metern Entfernung an die Latte knallte.</p>
<p><strong><em>Torres raus, Schwung rein</em></strong></p>
<p>Bewegung kam erst in das statische und für englische Verhältnisse auch nicht allzu schnelle Spiel, als in der 66. Minute Fernando Torres den Platz verließ. Er spielte so, wie er in dem (noch) ungewohnten blauen Trikot ausshieht: Blass. Für ihn kam mit Salomon Kalou ein Flügelstürmer, Ancelotti stellte also von dem 4-4-2 mit Raute, das seinem Team sichtlich nicht liegt, auf das gewohnte 4-3-3 um. Kalou spielte den Rechtsaußen, Anelka den Linksaußen.</p>
<p>Das bedeutete für Liverpool: Erst mal abtasten und austesten, wie man selbst darauf reagieren sollte. Johnson und Kelly blieben nun erst einmal hinten, um auzuloten, inwieweit sie gegen die nun vorhandenen Außenstürmer und die so entstehende Breite im Chelsea-Spiel Agger bzw. Carragher helfen sollten. Und genau in diese Phase fiel ein Konter über Gerrard, der sich auf der rechten Seite gegen Lampard durchsetzte. Seine Flanke vor das Tor segelte sowohl an Terry und Ivanovic (die sich beide auf Kuyt konzentrierten, der in die Flanke zu laufen drohte), als auch am unsicher nur halb herauslaufenden Cech vorbeisegelte. Meireles sagte am zweiten Pfosten &#8220;Danke&#8221; &#8211; 1:0 für Liverpool.</p>
<p>Was Ancelotti zu einem erneuten Wechsel zwang. Malouda kam für Essien, kurz darauf auch mit Innenverteidiger David Luiz der zweite Neuzugang des Transder Deadline Day. Vor allem die Spielweise und Positionierung von Malouda sorgte nun aber eher für Verwirrung in den eigenen Reihen als beim Gegner. Der Franzose spielte, als ob er nicht genau wüsste, wo er jetzt genau sein sollte und was im Detail sein Job war. Er kam zumeist über die halblinke Position im Mittelfeld, ging aber oft auch so halb in die Spitze und so halb auf die andere Seite, aber wirklich Bindung zum Spiel fand er nie.</p>
<p>Chelsea glich die etwas verlorene Maßnahme Malouda daruch aus, dass einer der Innenverteidiger &#8211; zumeist der dabei eher starksige Terry &#8211; nach vorne mit ging. Liverpool reagierte darauf, indem die Flügelspieler nun hinten blieben und mit Gerrard (über rechts) und dem für Maxi Rodríguez eingewechselten Fábio Aurélio (über links) die Konter vortrugen. Meireles wich in der Schlussphase Poulsen, der Malouda zusätzlich neutralisierte.</p>
<p>Es fehlte den Blues eindeutig an den Mitteln, sich gegen die massierte Liverpool-Defensive durchzuspielen &#8211; und ein wenig Pech hatten sie am Ende auch noch: Weder ein zumindest nicht völlig unverdächtiges Handspiel von Lucas, noch ein Bodycheck von Johnson gegen Ivanovic &#8211; beide Aktionen im eigenen Strafraum &#8211; wurden geahntet.</p>
<p><strong><em>Fazit: Torres ein Nicht-Faktor, die Liverpool-Defensive stark</em></strong></p>
<p>Das sieht nach einem durchaus tauglichen Konzept aus, was Kenny Dalglish da mit seiner Dreierketten und den damit verbundenen weiteren Umstellungen gefunden hat. Zumindest, wenn es gegen weniger gut besetzte Mansnchaften geht (wie gegen Stoke), oder man sich gegen starke Teams auf die Defensive verlegt (wie diesmal). Zudem zeigt sich der eigentlich als Sechser bzw. Achter geholte Meireles immer mehr als wunderbarer Dreh- und Angelpunkt für schnelle Konter.</p>
<p>Eine Frage bleibt beim neuen System aber weiterhin offen: Die nämlich nach dem Plan B, wenn Liverpool &#8211; vor allem gegen starke Mannschaften &#8211; in Rückstand gerät und selbst das Spiel zu machen hat. So oder so aber hat Kenny Dalglish die Defensive der Reds zu einem kaum überwindbaren Hindernis für die Gegner gemacht (dies ist das vierte Zu-Null-Spiel in Folge), was dem Rest der Mannschaft sichtlich Sicherheit verleiht.</p>
<p>Und Chelsea? Da könnte das Luxusproblem &#8220;Torres und Drogba und Anelka&#8221; zu einem tatsächlichen werden. Die Variante mit Drogba und Torres vorne und Anelka als Zehner dahinter war in diesem Spiel ein totaler Flop &#8211; der Franzose machte gegen Lucas keinen Stich, Drogba und Torres waren nur physisch anwesend.</p>
<p>Und vor allem der Spanier somit ein absoluter Nicht-Faktor. Was den Sieg für die Reds umso mehr zu einer Art süßen Rache macht. Zumindest für jetzt hat Torres (zumindest sportlich&#8230;) nicht den besseren Deal gemacht.</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4024&amp;md5=44ec99426387eca09671faf07444b7c3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Liverpools neues System unter Dalglish?</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2011/02/03/liverpools-neues-system-unter-dalglish/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 17:49:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Dalglish]]></category>
		<category><![CDATA[Liverpool]]></category>
		<category><![CDATA[Premier Leauge]]></category>

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		<description><![CDATA[Erstmals nach dem Ende des verrückten Winter-Transferfensters trat Liverpool am Mittwoch an der Anfield Road gegen Stoke an. Trainer Kenny Dalglish legte dabei möglicherweise sein System auf den Tisch, an dem er von der Tribüne aus lange getüftelt hat. Ein durchaus außergewöhnlicher Versuch, der an diesem Abend absolut erfolgreich gelang. Wenn man die Formation in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Erstmals nach dem Ende des <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/01/premier-leaks-8-wie-irre-ist-liverpool/" target="_blank">verrückten Winter-Transferfensters</a> trat Liverpool am Mittwoch an der Anfield Road gegen Stoke an. Trainer Kenny Dalglish legte dabei möglicherweise sein System auf den Tisch, an dem er von der Tribüne aus lange getüftelt hat. Ein durchaus außergewöhnlicher Versuch, der an diesem Abend absolut erfolgreich gelang.</strong></em></p>
<div id="attachment_3963" class="wp-caption aligncenter" style="width: 420px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/liverpool_stoke.jpg"><img class="size-full wp-image-3963" title="Liverpools 3-4-2-1 gegen Stoke" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/liverpool_stoke.jpg" alt="" width="410" height="590" /></a><p class="wp-caption-text">Liverpools 3-4-2-1 gegen Stoke</p></div>
<p><span id="more-3962"></span></p>
<p>Wenn man die Formation in wenigen Worten beschreiben soll, würde ich es so Versuchen. Ein 3-4-2-1 mit einem asymmetrischen Viereck im zentralen Mittelfeld. Die Konzentration liegt auf einem Kurzpassspiel mit vielen Dreiecken und dem Versuch viel Kontrolle über den Ball zu bekommen.</p>
<p>Dalglish holte also einige ungewöhnliche Konzepte hervor. In der Dreierabwehr agierte Kyrgiakos als Libero zwischen Skrtel und Agger. Immer wieder konnte einer dieser drei auch mit nach vorne stoßen und sich mit vertikalen Läufen ins Offensivspiel einbringen. Skrtels Mitarbeit im Offensivpressing brachte ihm in der 11. Minute sogar eine gute Schussmöglichkeit ein. Wie ungewohnt das für den Slowaken ist, zeigte er bei der nervösen Ausführung auch.</p>
<p>Im allgemeinen blieb mit diesem Rückgriff auf eine 3er-Abwehr (die immer häufiger in <a href="http://ballverliebt.eu/2010/12/05/3-4-1-2-ohne-flugel-gegen-3-4-3-ohne-zentrum/" target="_blank">verschiedenen</a> <a href="http://ballverliebt.eu/2011/01/21/asiencup-vf-12-japan-gegen-14-und-das-usbekische-3-2-4-1/" target="_blank">Varianten</a> <a href="http://ballverliebt.eu/2010/11/09/basel-vermeidet-ungerechtigkeit/" target="_blank">beobachtbar</a> ist, seit sich ihr <a href="http://ballverliebt.eu/2010/11/12/ballverliebt-classics-das-goldene-eigentor/" target="_blank">Revival</a> bei der WM <a href="http://ballverliebt.eu/2010/06/26/day-15-h-der-kracher-und-der-snoozer/">durch Chile</a> oder <a href="http://ballverliebt.eu/2010/07/08/sf2-outclassed/" target="_blank">beim Angriffsverhalten Spaniens</a> ein wenig andeutete) den beiden bisherigen Außenverteidigern &#8211; Johnson und Kelly &#8211; so manche Defensivaufgabe erspart. Vor allem für Johnson ist das eine Erleichterung, da er als hervorragender Flügelspieler für die Offensive gilt, in der Defensivarbeit aber so manche Schwäche zeigt. Er und Kelly konnten sich also oft an den Flügeln nach vorne begeben. Etwa auf der Höhe des 16ers versuchten sie Bälle zur Mitte zu bringen. Ganz runter zur Grundlinie begaben sie sich selten. Zudem schien es ihre Aufgabe zu sein, selbst in den Strafraum zu ziehen, wenn der Ball über die ihnen gegenüberliegende Flanke nach vorne gespielt wurde.</p>
<p>Diese tief sitzenden Flügelspieler waren aber nur neue Optionen und kein alleiniger Schwerpunkt des Liverpooler-Angriffsspiels. Der lag in der Arbeit aus dem Zentrum, wo sich mit Lucas, Aurelio, Gerrard und Meireles gleich vier Leute einfanden. Lucas spielte dabei den am tiefsten sitzenden Mittelfeldmann. Er gelangte sehr oft an den Ball und verteilte ihn sicher in die Breite. Bei 74 Pässen passierten ihm nur 8 Fehler. Ähnliche war die Aufgabe von Aurelio etwas weiter rechts, der allerdings einen Tick höher aufrückte und so auch öfter einen vertikalen Kurzpass probierte.</p>
<div id="attachment_3967" class="wp-caption alignleft" style="width: 212px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/aurelio_paesse.jpg"><img class="size-medium wp-image-3967 " title="Aurelio vs. Stoke - Pässe" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/aurelio_paesse-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Pässe von Aurelio vs. Stoke</p></div>
<div id="attachment_3966" class="wp-caption alignright" style="width: 212px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/lucas_paesse.jpg"><img class="size-medium wp-image-3966 " title="Lucas vs. Stoke - Pässe" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/lucas_paesse-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Pässe von Lucas vs. Stoke</p></div>
<p>Unmittelbar davor spielten Meireles und Gerrard. Der zuletzt so starke Meireles fungierte etwas stärker in der Rolle als hängende Spitze in der Nähe von Kuyt und versuchte dort ins Kurzpassspiel einzugreifen. Diese Rolle könnte in zukünftigen Einsätzen dieses Systems eher Suarez zuteil werden, während Meireles etwas weiter hinten Aurelio ersetzen könnte. Es gelang dem Portugiesen an diesem Abend jedenfalls nicht so gut wie zuletzt, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Auch wenn es zu einem Tor reichte, war er (40 Pässe, 11 Fehler) deutlich weniger integriert als Gerrard.</p>
<p>Dieser genoss viele Freiheiten und blühte in dieser Rolle einmal mehr als Dirigent des Reds-Spiels auf. 77 Pässe, davon lediglich 16 Fehlpässe verzeichnete die Guardian Statistik für ihn &#8211; und das über den ganzen Platz verteilt. Er ist nach wie vor das Bindeglied dieser Mannschaft. Im Unterschied zu früher kann diese Aufgabe aber auch Meireles übernehmen, wenn der Kapitän ausfallen sollte.</p>
<div id="attachment_3970" class="wp-caption alignright" style="width: 212px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/meireles_paesse.jpg"><img class="size-medium wp-image-3970" title="Meirelese vs. Stoke - Pässe" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/meireles_paesse-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Die Pässe von Meireles vs. Stoke</p></div>
<div id="attachment_3971" class="wp-caption alignleft" style="width: 212px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/gerrard_paesse.jpg"><img class="size-medium wp-image-3971" title="Gerrard vs. Stoke - Pässe" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/gerrard_paesse-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Die Pässe von Gerrard vs. Stoke</p></div>
<p>Sowohl Meireles aber vor allem Gerrard holten die Bälle durchaus ab und zu aus der Tiefe, was Lucas und Aurelio veranlasste, vor zu gehen. Wer auch immer im Liverpooler Spielaufbau den Ball hatte, konnte so aus bis zu sechs Anspielstationen nach vorne auswählen. Das verlieh dem Spiel der Mannschaft eine enorm dynamische und positive Aura. Das personelle Übergewicht im Mittelfeld und die freie Zuteilung von Kyrgiakos machte es für den Gegner auch enorm schwierig, einen Weg durch die Mitte zu finden. Viel zu schnell waren die Roten an ihren Gegenspielern dran.</p>
<p>Bleibt noch ein kurzes Wort zur Rolle von Kuyt, die in zukünftiger Vewendung wahrscheinlich maßgeschneidert auf das Spiel von Carroll passen würde. Der immer verlässliche Holländer kämpfte vorne um jeden Ball, war immer anspielbar, ließ auf die nachkommenden Spieler abtropfen. Ein Tor blieb im verwehrt, wäre aber durchaus verdient gewesen.</p>
<p>Im Prinzip gelang es zumindest Stoke mit seinem 4-2-3-1 trotz ehrlichem Bemühen und starker Laufarbeit über die gesamte Spielzeit nicht, eine Schwäche im System auszumachen. Schlussmann Bergovic verhinderte für die Gäste Schlimmeres. Insbesondere John Carew war als Solospitze komplett aus dem Spiel und konnte nur dann in Erscheinung treten, wenn er weit weg von dieser Position um Bälle raufte.</p>
<p><strong>Ist das die rote Zukunft?</strong></p>
<p>Wenn am Sonntag Chelsea durch die Integration von Torres mit einer 4-4-2 -Variante antreten sollte und Liverpool bei dieser Variante bleibt, darf man gespannt über deren Rezepte sein. Kenny Dalglish gibt den Gegnern zumindest einmal eine neue Nuss zu knacken.</p>
<p>Eine Frage bleibt natürlich offen: Wird Dalglish dieses System tatsächlich weiterhin nützen, oder war es ein speziell auf Stoke zugeschneidertes Konzept? Dafür spricht seine Jagd nach Blackpools Charly Adam im Jänner. Die ergibt in einer solchen Formation durchaus mehr Sinn, weil man dazu eine hohe Dichte an zentralen Mittelfeldspielern braucht. In den bisherigen Systemen erschien mir Adam ein Luxus-Bankerldrücker zu sein. Die Art und Weise wie Liverpool auftrat legt durchaus nahe, das Experiment fortzusetzen. (tsc)</p>
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		<title>Premier Leaks #8: Wie irre ist Liverpool?</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2011/02/01/premier-leaks-8-wie-irre-ist-liverpool/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 23:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Carroll]]></category>
		<category><![CDATA[Chelsea]]></category>
		<category><![CDATA[Fernando Torres]]></category>
		<category><![CDATA[Liverpool]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Transferschlusstag ist immer ein spannendes Unterfangen. Die Karten werden gezeigt, die Gerüchte der letzten Wochen als Wahrheit oder Lüge entlarvt. Besonders in England genießen Fußballfans den Tag. Die Sport-Sender übertragen von früh bis spät, platzieren Reporter vor allen wichtigen Klubheimstätten. Online blödeln manche Journalisten gemeinsam mit den Fans, während im Hintergrund ihre Kollegen versuchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3928" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/carroll.jpg"><img class="size-full wp-image-3928 " title="Andy Carroll wechselt nach Liverpool" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/carroll.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Andy Carroll (22) wechselt für 41 Mio. Euro zu Liverpool (Bild)</p></div>
<p>Der Transferschlusstag ist immer ein spannendes Unterfangen. Die Karten werden gezeigt, die Gerüchte der letzten Wochen als Wahrheit oder Lüge entlarvt. Besonders in England genießen Fußballfans den Tag. Die Sport-Sender übertragen von früh bis spät, platzieren Reporter vor allen wichtigen Klubheimstätten. Online blödeln manche Journalisten gemeinsam mit den Fans, während im Hintergrund ihre Kollegen versuchen an die nächste heiße Information zu kommen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, wer gerade wo in welchen Hubschrauber steigt um irgendwohin zu einem Fitnesstest zu fliegen.</p>
<p><span id="more-3901"></span>Manchmal passiert an solchen Tagen nicht viel. Gerade im vergangenen Sommer galt ja auch das Credo der neuen Sparsamkeit. In diesem Jänner war es damit wieder nicht so weit her. Besonders der Noch-Rekordmeister Liverpool durfte &#8211; dank seiner Entschuldung durch die neuen amerikanischen Eigentümer &#8211; nach mehreren enthaltsamen Transferrunden wieder einkaufen. Mit Luis Suarez wurde in den letzten Tagen der Transferrekord des Klubs gebrochen (etwa 27 Millionen Euro). Ein Signal der Eigentümer an die geplagten Fans: &#8220;Wir meinen es ernst&#8221;.</p>
<p><strong>Gemütsschwankungen in Rot</strong></p>
<p>Doch selten war die Ankunft eines jungen Superstürmers als teuersten Einkauf der Klubgeschichte wohl von so einer Depression begleitet, wie in diesen Tagen an der Anfield Road. Zeitgleich mit der Verpflichtung des Uruguayers drangen Gerüchte durch, Fernando Torres würde zu Chelsea wechseln wollen. Der Torgarant der letzten Jahre will zu einem Klub, der Titel holt. Mit dieser Idee kam er schon von Atletico Madrid nach Liverpool, wurde aber von den Wirren der Schuldenlast enttäuscht. Und nachdem er noch im Sommer zum Bleiben überzeugt werden konnte, schien es dem 26-jährigen diesmal genug.</p>
<p>Bevor Liverpool &#8220;El Niño&#8221; um sagenhafte 60 Millionen Euro (britischer Rekord) ziehen lassen wollte, musste ein Ersatz her. Die notorische Stürmernot vergangener Saisonen würde sicher nicht dadurch gelöst, den vielversprechenden Suarez zu kaufen und dann den erprobten Torres abzugeben. Newcastles Andy Carroll rückte ins Visier der Verhandler. 11 Tore und 7 Assists hat der in dieser Saison vorzuweisen. Liverpool bot viel, wollte in den Morgenstunden noch 30 Millionen Euro auf den Tisch knallen. Doch Newcastle blieb stur. Trainer Alan Pardew war alles andere als begeistert, zu wichtig war Carroll im Gefüge des Aufsteigers. Erst beim Wacheln von 41 Millionen unter ihrer Nase wurden die &#8220;Magpies&#8221; schwach.</p>
<p>Das Transferschlusstagsdrama nahm seinen Lauf und die Fans in den Onlineforen konnten es nicht fassen. Carroll war ein Guter, das bestätigten alle, doch dieser Deal machte ihn zum neuntteuersten Spieler aller Zeiten (Torres schon berücksichtigt). War Liverpool verrückt geworden? Genau das wollen wir uns ansehen. Carrolls Wert wurde in den letzten Monaten ab und zu in den Medien kolportiert. Von 24-25 Millionen Euro wurde da schon mal gesprochen. Was kann einen Verein dazu verleiten, diese Schätzungen fast zu verdoppeln?</p>
<li><strong>Man brauchte Carroll dringend</strong></li>
<p>Man hätte Torres nicht verkaufen müssen &#8211; erst im Sommer wäre seine 60 Millionen Euro-Ausstiegsklause schlagend geworden. Doch Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten. Was ein Torres ohne Lust und Form wert ist, musste man zu Beginn dieser Saison beobachten. Der 26-jährige Spanier mit einem Hang zu Verletzungen hatte es sich mit seinen vielen Top-Leistungen wohl auch nicht verdient, dass man ihn zum Bleiben zwingt. Es musste also schnell Ersatz geschaffen werden. Wenn bekannt wird, dass ein Klub Handlungsbedarf hat, neigen Transfers immer etwas teurer zu werden.</p>
<li><strong>Carroll hatte einen Vertrag bis 2013</strong></li>
<p>Newcastle hatte seine Hausaufgaben gemacht, wer Carroll wollte musste entweder Jahre warten oder ihn aus dem Vertrag auskaufen. Auch das wirkt im Normalfall preissteigernd.</p>
<li><strong>Carroll ist Engländer</strong></li>
<p>Dahinter steckt keine falsche Sentimentalität von seltsamen Patrioten. Die Premier League hat (<a href="http://ballverliebt.eu/2010/08/09/ein-englander-namens-weimann/">wie besprochen</a>) ein neues Kader-Regelwerk erstellt, das einen Mindestanteil an &#8220;Home Grown&#8221;-Spielern vorsieht. Dadurch werden gute Engländer noch begehrter für die Top-Klubs, die meist mit vielen Legionären an den Start gehen.</p>
<li><strong>Carroll ist erst 22</strong></li>
<p>Wenn alles gut läuft, schießt der 1,91 Meter große Mittelstürmer nun ein gutes Jahrzehnt seine Tore für Liverpool. Sofern er sein Talent und Können nicht komplett <a href="http://www.mirrorfootball.co.uk/news/Newcastle-s-Andy-Carroll-injured-in-six-hour-30-Jagerbomb-bender-Exclusive-article666569.html#ixzz1Cd4vtVx1" target="_blank">im Casino verspielt</a>, kann man ihn in den nächsten Jahren schlimmstenfalls auch immer noch mit erträglichen Verlusten wieder verkaufen. Der frisch gebackene England-Teamspieler hat bisher keine große Verletzungsanfälligkeit gezeigt und ist ein Versprechen für die Zukunft &#8211; auch dieses Versprechen kostet extra.</p>
<li><strong>Es ist Jänner</strong></li>
<p>Mitten in der Saison kosten Spitzenspieler immer etwas mehr. Ihre alten Klubs müssen immerhin gleichwertigen Ersatz finden und gehen das Risiko ein, dass das Mannschaftsgefüge Schaden nimmt.</p>
<li><strong>Liverpool hat neue Eigentümer</strong></li>
<p>Das Suarez-Signal wäre schnell wieder erloschen, hätte man mit dem Torres-Verkauf sogar noch eine positive Transferbilanz aufgewiesen. Die Eigentümer mussten in diesem Fenster die Fans von ihren positiven Absichten für den Verein überzeugen. Und das dazu notwendige Statement freut nun die Kasse im Newcastle&#8217;schen Vereinshaus.</p>
<li><strong>Die Transfer-Millionen sind nur die halbe Wahrheit</strong></li>
<p>Wir alle sind auf die Transfersummen fixiert, die im internationalen Fußball gezahlt werden. Ein Deal ist aber umfangreicher, es stellt sich auch die Frage nach dem Einkommen. Mit Fernando Torres gibt Liverpool einen ab, der rund 130.000 Euro pro Woche bekommt. Bei Chelsea &#8211; so will es die Gerüchteküche &#8211; soll der Spanier übrigens <a href="http://www.independent.co.uk/sport/football/transfers/chelsea-will-pay-16350m-for-torres-2199042.html" target="_blank">200.000 Euro in der Woche</a> verdienen. Carroll dürfte hingegen mit läppischen 95.000 abgespeißt werden. Dieser Unterschied kann schon bei einzelnen Spielern die Kaderkosten um zahlreiche Millionen im Jahr verändern.</p>
<p>Am Ende will ich noch ein wenig Statistik ins Spiel bringen. <a href="http://www.transfermarkt.de/de/andy-carroll/leistungsdaten/spieler_48066.html" target="_blank">Carroll schießt aktuell alle 145 Minute</a>n ein Tor (0,58 Tore pro Einsatz), Torres begnügt sich in der Saison 2010/11 mit einem <a href="http://transfermarkt.at/de/fernando-torres/leistungsdaten/spieler_7767.html" target="_blank">210-Minuten Rhytmus</a> (0,39 pro Spiel). (Dimitar Berbatov, Goldener Schuhträger in spe, wimmst im Moment übrigens <a href="http://transfermarkt.at/de/dimitar-berbatov/leistungsdaten/spieler_65.html" target="_blank">alle 85 Minuten ins Netz</a>. Do the math!)</p>
<p>Zählt man das alles zusammen, lässt sich zumindest ansatzweise nachvollziehen, was sich da an diesem Montag in Liverpools Klubbeißl abgespielt hat. Die Summe, die die Reds für den jungen Andy Carroll abdrücken, bleibt unter dem Strich trotzdem extrem und mit einigem Risiko verbunden. Leute wie Arsene Wenger (der auch diesmal wieder geknausert hat) und Alex Ferguson (der wohl auch genug Bebe-Abenteuer für diese Saison hatte) beschreiben die Situation damit, dass der Transfermarkt keinen Wertemaßstab kennt (&#8220;There is no value in the market&#8221;). Ein Thema, das uns sicher noch das ein oder andere Mal beschäftigen wird.</p>
<p>Für den Moment bleibt eine letzte offene Frage, die ich ans Forum weitergeben möchte: Wie irre ist eigentlich Chelsea? ;)</p>
<p><em>Premier Leaks #7 erschien übrigens <a href="http://derstandard.at/1293370597294/Premier-Leaks-Der-grosse-Herr-Bale-darf-nicht-zu-Olympia?_blogGroup=1" target="_blank">exklusiv für derStandard.at</a></em></p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=3901&amp;md5=6fbcdb9da37d8e9e14ad96169a53d0a6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ballverliebt Classics: Das goldene Eigentor</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 00:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[3-3-3-1]]></category>
		<category><![CDATA[Alaves]]></category>
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		<description><![CDATA[Es war eines der unglaublichsten Finalspiele der Europapokal-Geschichte. Auf der einen Seite der englische Renommier-Klub Liverpool, der Favorit. Auf der anderen Seite der spanische Emporkömmling Alavés, der krasse Außenseiter. Das Finale von Dortmund war aber auch ein Paradebeispiel dafür, wie Trainer mit guten Wechseln ein Spiel lenken können 16 Jahre war es her, als Liverpool [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Es war eines der unglaublichsten Finalspiele der Europapokal-Geschichte. Auf der einen Seite der englische Renommier-Klub Liverpool, der Favorit. Auf der anderen Seite der spanische Emporkömmling Alavés, der krasse Außenseiter. Das Finale von Dortmund war aber auch ein Paradebeispiel dafür, wie Trainer mit guten Wechseln ein Spiel lenken können<br />
</em></strong></p>
<p>16 Jahre war es her, als Liverpool das letzte Mal in einem europäischen Finale gestanden war. Doch die Saison 2000/01 sollte das große Comeback der Reds werden: Neben den Siegen in Ligacup und FA-Cup waren im Uefa-Cup Vereine wie AS Roma, der FC Porto und der FC Barcelona keine Stolpersteine. Und eigentlich sollte das auch der No-Name-Verein CD Alavés nicht werden. Das Los meinte es mit den Basken gut auf dem Weg ins Finale &#8211; nach dem überraschenden Erfolg gegen Inter Mailand im Achtelfinale mussten &#8220;nur noch&#8221; Rayo Vallecano und Kaiserslautern aus dem Weg geräumt werden. Im Finale im Dortmunder Westfalenstadion, gespielt am Mittwoch, dem 16. Mai 2001, räumte Alavés kaum jemand eine Chance ein. Aber weit gefehlt!</p>
<div class="mceIEcenter">
<dl id="attachment_3086" class="aligncenter"></dl>
</div>
<div id="attachment_3113" class="wp-caption aligncenter" style="width: 338px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivAla11.png"><img class="size-full wp-image-3113 " title="LivAla1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivAla11.png" alt="" width="328" height="472" /></a><p class="wp-caption-text">Liverpool - Alaves 5:4 n.V. ... (Startformationen)</p></div>
<p><span id="more-3106"></span>Liverpool-Manager Gerard Houllier schickte sein Team in einem klassischen 4-4-2 auf&#8217;s  Feld, wobei die beiden Stürmer Owen und Heskey viel rochierten; und die  zentralen Mittelfeldspieler sich weniger auf linkes/rechtes Halbfeld  aufteilten, sondern mehr auf offensivere (McAllister) und defensivere  Ausrichtung (Hamann). Die beiden Außenverteidiger Babbel (rechts) und  Carragher (links) hielten sich im Vorwärtsdrang eher zurück.</p>
<p>Bei Alavés-Coach José Manuel Esnal, genannt &#8220;Mané&#8221;, sah das schon  wesentlich eigentümlicher aus. Der Außenseiter aus dem Baskenland lief in  einem 3-3-3-1 auf, wie es später in Österreich Paul Gludovatz bei Ried  zur Verwendung brachte. Die drei Innenverteidiger (Eggen, Karmona und  Téllez) kümmerten sich um die beiden Liverpool-Stürmer, im Ballbesitz  orientierte sich Eggen auch nach vorne. Dafür agierte Desio als  Quaterback zentral, sowie Cosmin Contra (rechts) und Delfí Geli (links)  als Außenverteidiger offensiver Spielart. Als Einfädler in der Offensive  war Jordi Cruyff eingeteilt, mit Astudillo und Tomic auf den Flügeln.  Und vorne war Javi Moreno die Solospitze.</p>
<p>Das Ziel von Mané damals war natürlich dasselbe wie jenes von  Gludovatz später: Hinten sicher stehen, gegen den Ball eine Fünferkette  plus Abfangjäger davor; im Ballbesitz dafür mit der Option auf schnelles  Konterspiel, oder auch auf Überzahl im Mittelfeld (sechs gegen vier)  und Spielkontrolle. Das Pech von Alavés in diesem Spiel: Schon in der 3.  Minute kam Liverpool durch einen Babbel-Kopfball nach einem Freistoß  von der Seitenlinie zum 1:0.</p>
<p>Was sie Basken aber recht gut wegstecken konnten. Das Bestreben von  Alavés, im Mittelfeld die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen, war  ungebrochen; jedoch gelang es kaum, sich durch die Mittelfeldreihe von  Liverpool durchzuspielen. Somit war Alavés gezwungen, den Ball in der  mittleren Reihe hin- und herzuschieben und auf lange Bälle Richtung Javi  Moreno zu setzen. Nur selten gelang es, sich über die Seiten  durchzuspielen. So war die einzige echte Torchance der in  Boca-Juniors-Trikots auftretenden Spanier ein Freistoß. Ehe sich die  Dreierkette in der Abwehr von Owen herauslocken ließ und Gerrard den  Steilpass in seinen Lauf zum 2:0 für Liverpool versenkte.</p>
<p>Der zweite Gegentreffer zeigte nun Wirkung. Das Spiel der Spanier  brach komplett zusammen, Liverpool spielte sich nun in der Zentrale ein  deutliches Übergewicht heraus, und profitierte auch von haarsträubenden  Fehlpässen. Das 3:0 schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, sodass  Mané schon in der 23. Minute umstellte &#8211; es kam der Stürmer Iván Alonso  statt Innenverteidiger Dan Eggen.</p>
<p><em><strong>High risk, high reward</strong></em></p>
<div class="mceIEcenter">
<dl id="attachment_3087" class="aligncenter"></dl>
</div>
<div id="attachment_3112" class="wp-caption aligncenter" style="width: 338px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivAla21.png"><img class="size-full wp-image-3112" title="LivAla2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivAla21.png" alt="" width="328" height="472" /></a><p class="wp-caption-text">Liverpool - Alaves 5:4 n.V. ... (ab Min. 23)</p></div>
<p>Das bedeutete nichts weniger als eine völlige Umstellung des Systems  bei gleichzeitig größtmöglichem Risiko. Denn was man wohl offiziell als  Vierer-Abwehrkette bezeichnen muss, bestand in Wahrheit nur noch aus  Téllez und Karmona, die hinten blieben. Contra und Geli orientierten  sich weiter nach vorne als vorher schon, Astudillo wechselte auf die  rechte Seite, Cruyff rückte eine Position nach links und Desio blieb die  letzte Absicherung vor den Innenverteidigern. Alavés drückte nun  Liverpool brutal zurück, presste auf den Ballführenden und kam dank  eines Kopfball-Tores des neuen Stürmers Iván Alonso praktisch sofort zum  1:2-Anschlusstreffer.</p>
<p>Liverpool war von der plötzlichen Überlegenheit, dem Tempo und dem  Vorwärtsdrang von Alavés sichtlich überrascht und es gelang zunächst  nicht, angemessen darauf zu reagieren. Alavés stand extrem hoch, baute  einen Offensiv-Wall von fünf bis sechs erbarmungslos nach vorne  pressenden Mittelfeldspielern auf, die zwei Strafraumstürmer als  Anspielstation hatten. Die Spieler von Liverpool hatten nicht die geringste Ahnung, wie sie reagierten sollten.</p>
<p>So ließ Murphy Contra immer wieder flanken, Babbel kam immer wieder  zur Hilfe in die Mitte, was wiederum seine Abwehrseite aufriss &#8211; Geli  war&#8217;s nur Recht. Hinzu kam, dass Astudillo nun Carragher beschäftigte.  Alleine Westerveld verhinderte das für seine nun auf das Heftigste  schwimmende Abwehr, dass Alavés eine der nun zahlreichen Chancen zum  Ausgleich nützen konnte. Mehr als blinde Befreiungsschläge brachten die  durch das massive Pressing beinahe panischen Liverpooler kaum noch zu  Stande.</p>
<p>Doch anstatt zum Ausgleich zu kommen, wurde das extrem hoch stehende  Alavés in der 40. Minute vom einzigen sinnvollen Pass von Liverpool in  dieser Phase überrumpelt, Owen lief auf Goalie Herrera zu &#8211; und dieser  wusste sich nicht anders zu helfen, als Owen an der Strafraumgrenze zu foulen. Der argentinische Torhüter der Basken hatte Glück, dass es  &#8220;nur&#8221; Elfmeter gab, und der französische Schiedsrichter Gilles Veissiére  nicht auch noch Rot zeigte. Team-Opa Gary McAllister jedenfalls schoss  den fälligen Elfmeter zum 3:1 ins rechte, untere Eck. Das Risiko eines  dritten Gegentores hatte Mané in Kauf genommen. Liverpool hat es erzielt  und ging daher mit einer etwas schmeichelhaften Zwei-Tore-Führung in  die Halbzeitpause.</p>
<p><strong><em>Alavés nicht geschockt</em></strong></p>
<p>Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Spanier aber nicht  eingeschüchtert, sondern machten mit Volldampf genau dort weiter, wo sie vor der  Halbzeit aufgehört hatten. Statt Astudillo, der in der ersten Hälfte  schon die gelbe Karte gesehen hatte, spielte nun neu der Brasilianer  Magno auf der rechten Offensivposition, aber die Spielanlage veränderte  sich nicht: Hoch stehen, in der Zentrale Liverpool nicht zur Entfaltung  kommen lassen, über die Außen Druck machen, und per Abseitsfalle die  lauernden Heskey und Owen aus dem Spiel nehmen.</p>
<p>Und wie beim ersten Tor von Alavés war es auch in der 48. Minute  wieder der an diesem Tag überragende Cosmin Contra, der vor das Tor  flanken konnte (nachdem er diesmal Carragher ausgetanzt hatte), wo Javi  Moreno per Kopf zur Stelle war &#8211; der Anschlusstreffer zum 2:3 war  gefallen. Weil bei Liverpool die Zuteilung nicht passte, Gerrard im  Luftkampf mit dem bulligen Strafraumstürmer Moreno &#8211; in dieser Saison  Torschützenkönig der Primera Division &#8211; logischerweise chancenlos war.</p>
<p>Genau eine Minute und 54 Sekunden später verursachte der sehr nervös  agierende Stéphane Henchoz dann mit einem Foul an Iván Alonso nahe der  Strafraumgrenze einen Freistoß, und Javi Moreno versenkte diesen  unter derMauer hindurch zum 3:3-Ausgleich &#8211; ein verdienter  Zwischenstand, denn seit der Umstellung in der 23. Minute spielte  praktisch nur noch der Außenseiter.</p>
<p><em><strong>Liverpool löst sich aus der Umklammerung</strong></em></p>
<p>Houllier hatte die Zeichen der Zeit erkannt: Er musste die Offensive  stärken, das Team höher stehen, Alavés früher unter Druck setzen. Darum  kam kurz nach dem Ausgleich Vladimír Šmicer für den speziellen  Schwachpunkt im Abwehrverbund der Reds, Stéphane Henchoz. Babbel rückte  dafür nach innen, Gerrard zurück auf die Rechtsverteidigier-Position und  Šmicer davor ins rechte Mittelfeld. Die Marschrichtung war klar:  Gerrard sollte für mehr Druck sorgen als Babbel zuvor, Šmicer den  fleißigen Delfí Geli hinten binden, und dem Gegner so eine große Stärke  genommen werden. Das funktionierte sofort recht gut, auch weil  Alavés nach erfolreicher Aufholjagd ein paar Minuten durchatmete. Kurz  darauf wurde auch Robbie Fowler für den nicht mehr ganz rund laufenden  Emile Heskey eingewechselt.</p>
<div class="mceIEcenter">
<dl id="attachment_3093" class="aligncenter"></dl>
</div>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_3110" class="wp-caption aligncenter" style="width: 338px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivAla31.png"><img class="size-full wp-image-3110  " title="LivAla3" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivAla31.png" alt="" width="328" height="472" /></a><p class="wp-caption-text">Liverpool - Alaves 5:4 n.V. ... (ab Min. 65)</p></div>
<p>Die weit reichenderen Umstellung nahm allerdings Mané vor. Er nahm  den zwar torgefährlichen, aber in der Arbeit nach hinten nicht allzu  eifrigen Javi Moreno sehr zu dessen Unmut (und jenem der Alavés-Fans im  Stadion) vom Platz und brachte mit Pablo einen frischen Mann für die  Mittelfeld-Zentrale. Dafür ging Magno nun in die Spitze, und das System  war nun ein recht eindeutiges 4-1-3-2. Die Absicht dahinter war klar:  Geli war mit Šmicer und auch Gerrard plötzlich viel in der Defensive  gebunden, konnte so das Mittelfeld nicht mehr wie zuvor praktiziert  unterstützen. Dafür wechselte nun der nicht allzu auffällige Jordi  Cruyff auf die linke Mittelfeldseite, um die defensiven Schwächen von  Gerrard auszunützen. Pablo ging in die Zentrale, aus der Cruyff somit  engültig gewichen war; und die laufstarken Stürmer Iván Alonso und Magno  sollten nicht nicht allzu beweglichen Babbel und Hyypiä beschäftigen.</p>
<p>Was nicht gelang. Hatte Mané halb durch die erste Hälfte mit  personellen Umstellungen das Spiel zu seinen Gusten gedreht, hatte  Houllier halb durch die zweite das richtige Gespür. Cruyff konnte nicht  nur gegen Gerrard offensiv nichts bringen, nein, Gerrard überlief Cruyff  immer wieder &#8211; weswegen alsbald Pablo auf die Flanke ging und Cruyff  wieder in die Zentrale. Die linke Angriffsseite von Alavés war somit  tot, womit nur noch die rechte blieb. Contra war weiterhin fleißig auf  dem Weg nach vorne. Er und Tomić waren nun die einzigen, die beiden  Spaniern etwas nach vorne unternahmen. Und weil richtige Umstellungen  von Trainern in diesem Spiel belohnt wurden, konnte Fowler in der 73.  Minute nach einem Steilpass von McAllister auf 4:3 für Liverpool  stellen. Wiederum verdient, weil die Reds in dieser Phase das klar  bessere Team stellten.</p>
<p>Dieses Tor zeigte wiederum die größte Schwäche von Alavés in der  Defensive auf: Wie schon beim zweiten und beim dritten Gegentor war es  wieder ein simpler Steilpass ins Zentrum. Die beiden verbliebenen  Innenverteidiger Karmona und Téllez orientierten sich zum wiederholten  Male beide auf den Ballführenden, ohne dass einer den Rückraum abdeckte.  Und Geli kam zu spät nach innen, um das Unheil noch zu verhindern.</p>
<p><strong><em>Alavés geschlagen? Nur vermeintlich!<br />
</em></strong></p>
<p>Die Spanier wirkten nach dem sehr aufwendigen und laufintensiven  Spiel, das sie zwischen der 23. und der 51. Minute aufgezogen hatten, körperlich angeschlagen; und nach dem neuerlichen Rückstand auch  psychisch. Das Tempo schwand, die Passgenauigkeit war nicht mehr  vorhanden, Abstimmungsprobleme im Stellungsspiel häuften sich. Liverpool  hatte das Spiel vermeintlich für sich entschieden. In der 79. Minute  kam zudem der trickreiche Patrik Berger für Michael Owen (der viel  gelaufen war und das zweite Tor vorbereitet hatte), um gewonne Bälle  auch länger halten zu können und so weiterhin an der Uhr zu drehen. Denn  auch Houllier wusste: Alavés konnte nicht mehr wechseln, das zunehmend  kraftlose Personal der Spanier musste so durchspielen. Berger ging statt  Šmicer auf die rechte Seite, der Tscheche dafür in die Spitze.</p>
<p>Bei Alavés ging nun Cruyff statt Magno in die Spitze, und die Spanier  versuchten, alles nach vorne zu werfen. Das war, wie das in solchen  Fällen meistens ist, nicht besonders koordiniert und baute zumeist auf  dem Prinzip Zufall auf &#8211; Alavés brauchte einen Lucky Punch. Liverpool  spielte nun mit deutlich größerer Genauigkeit, mit mehr Ruhe und recht  kontrolliert die Zeit herunter. Doch als die Fans schon &#8220;You&#8217;ll Never  Walk Alone&#8221; gesungen hatten, versenkte Jordi Cruyff in der 89. Minute  einen Eckball am schlecht herauslaufenden Sander Westerveld vorbei ins  Tor, nachdem er das Kopfballduell gegen Gerrard gewonnen hatte &#8211; jenem  Gerrard, der schon beim zweiten Alavés-Tor in der Luft unterlegen war.  So also 4:4, ab in die Verlängerung.</p>
<p><strong><em>Aller schlechten Dinge sind drei</em></strong></p>
<div id="attachment_3109" class="wp-caption aligncenter" style="width: 338px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivAla4.png"><img class="size-full wp-image-3109 " title="LivAla4" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LivAla4.png" alt="" width="328" height="472" /></a><p class="wp-caption-text">Liverpool - Alaves 5:4 n.V. ... (Start der Verlängerung)</p></div>
<p>In der Verlängerung galt die Golden-Goal-Regel, das erste Tor  entschied also. Oftmals regierte in diesen Verlängerungen die Vorsicht,  weswegen diese Regel auch bald wieder abgeschafft wurde. In diesem Spiel  aber, nach acht Toren in der regulären Spielzeit, wussten auch beide Teams:  Vorsicht alleine bringt einen nirgendwo hin, weil beide hinten nicht sicher  genug gespielt hatten, um sich darauf eine halbe Stunde verlassen zu  können.</p>
<p>Vor allem Alavés nahm nun mit dem Rückenwind des Momentums zunächst das Heft  des Handelns in die Hand. Mané ließ sein Team nun in einem 4-2-3-1 (das in Spanien zu dieser Zeit schon Usus war; Deportivo la Courña wurde 2000 so Meister) spielen: Pablo unterstützte Desio im defensiven Mittelfeld, um nach hinten eine zusätzliche Absicherung darzustellen; Tomić kam mit Contra über die rechte Seite, Magno mit Geli über die linke. Cruyff war nun überall zu finden, Iván Alonso war die Solospitze.</p>
<p>Dennoch verlief die Verlängerung, mit dem Damoklesschwert &#8220;Golden Goal&#8221; in den Hinterköpfen aller, deutlich verhaltener als die 90 Minuten davor. Es versuchten zwar beide Mannschaften schon, vor des Gegners Tor zu kommen &#8211; Liverpool nach anfänglichen Schwierigkeiten mit etwas mehr Nachdruck &#8211; aber Alavés konnte das Spiel halbwegs kontrollieren. Bis die Basken in der 99. Minuten begannen, sich selbst zu schwächen. Der erste Akt war der Ausschluss von Magno: Der zur Halbzeit eingewechselte Brasilianer hatte noch in der regulären Spielzeit wegen einer plumpen Schwalbe die gelbe Karte gesehen, und die brutale Attacke auf Markus Babbel wäre alleine schon rotwürdig gewesen.</p>
<p>Pablo rückte nun auf die linke Mittelfeldseite, um das dort entstandene Loch zu schließen, sodass Desio wieder alleine im defensiven Mittelfeld zurück blieb. Liverpool nützte den entstandenen Platz, vor allem Patrik Berger zeigte sich jetzt mit erhöhter Taktzahl. Hamann und McAllister versuchten nun ebenso, weiter nach vorne zu schieben; Desio hatte nun die Mammut-Aufgabe, sich um beide zu kümmern. Weswegen Pablo schnell wieder in die Zentrale ging und Iván Alonso auf die linke Seite wechselte. Alavés spielte nun ohne Sturmspitze, hing nach dem Ausschluss mächtig in den Seilen, wollte sich nur noch ins Elfmeterschießen retten. Liverpool diktierte das Spiel in Überzahl ziemlich nach belieben, blieb aber in der tapfer verteidigenden Abwehr der Basken hängen.</p>
<p>Doch der stetige Druck und die schwindenden Kräfte zermürbten Alavés, in der 116. Minute wusste sich der gelbvorbelastete Kapitän Antonio Karmona gegen Šmicer nur mit einem Foul an der Strafraumgrenze zu helfen &#8211; womit auch er vom Platz musste. Alavés hatte danach aber gar nicht mehr die Gelegenheit, sich mit neun Spielern weiter dagegen zu stemmen. Denn der fällige Freistoß von Gary McAllister wurde vom 5:4 für Liverpool ins Tor abgelenkt. Per Kopf. Von Delfí Geli.</p>
<p>Es war ein goldenes Eigentor.</p>
<p><strong><em>Die Nachwirkungen</em></strong></p>
<p>Die Torlawine von Dortmund war fraglos eines der packendsen und aufregendsten Europapokal-Endspiele überhaupt, gespielt von zwei Vereinen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Für Liverpool war dies das erste internationale Finale nach 16 Jahren &#8211; seit dem Meistercup-Endspiel im Heysel-Stadion, welches so tragisch endete. Und es markierte für die Reds den Beginn einer Ära. Vier Jahre nach dem Sieg im Uefa-Cup war der Triumph im Champions-League-Finale gegen Milan (das eine ähnlich denkwürdigs Spiel war) unter Houlliers Nachfolger Rafa Benítez der Höhepunkt, 2007 erreichte Liverpool erneut das Endspiel der Champions League. Und zwei der in Dortmund mitspielenden Reds waren immer dabei: Der damals noch sehr junge Steven Gerrard und Jamie Carragher.</p>
<p>Ganz anders ging jedoch die Geschichte von CD Alavés weiter. Waren die Basken erst drei Jahre vor dem Erreichen dieses Endspiels erstmals seit den Fünfzigerjahren in die Primera División aufgestiegen, stand für den Provinzklub aus der Stadt Vitória zwei Jahre nach dem Finale der Abstieg in die Zweitklassigkeit. Für ein Jahr konnte man 05/06 noch zurückkehren, aber heute ist Alavés sogar bis in die totale Bedeutungslosigkeit der 3. Liga abgestürzt.</p>
<p><strong><em>Das Personal</em></strong></p>
<p>Liverpool: Sander Westerveld (26, Ned); Markus Babbel (28, Ger),  Stéphane Henchoz (26, Sui), Sami Hyypiä (27, Fin), Jamie Carragher (23,  Eng); Steven Gerrard (20, Eng), Gary McAllister (36, Sco), Dietmar  Hamann (27, Ger), Danny Murphy (24, Eng); Emile Heskey (23, Eng),  Michael Owen (22, Eng). Vladimír Šmicer (27, Cze), Robbie Fowler (26,  Eng), Patrik Berger (27, Cze). Trainer Gérard Houllier (53, seit drei  Jahren).</p>
<p>Alavés: Martín Herrera (30, Arg); Dan Eggen (30, Nor), Antonio  Karmona (32, Esp), Óscar Téllez (26, Esp); Cosmin Contra (25, Rom),  Hermes Desio (30, Arg), Delfí Geli (32, Esp), Ivan Tomić (25, Jug),  Jordi Cruyff (27, Ned), Martín Astudillo (23, Arg); Javi Moreno (26,  Esp). Iván Alonso (21, Uru), Magno (27, Bra), Pablo Gómez (30, Esp).  Trainer José Manuel &#8220;Mané&#8221; Esnal (51, seit vier Jahren).</p>
<p>(phe)</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/SM67XkqZ-Wg" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/SM67XkqZ-Wg"></embed></object></p>
<p>Aus der Reihe &#8220;Ballverliebt Classics&#8221;:<br />
<a href="http://ballverliebt.eu/2010/10/05/ballverliebt-classics-drama-in-vier-akten/">06.09.1997 &#8211; Österreich &#8211; Schweden 1:0 (&#8220;Drama in vier Akten&#8221;)</a></p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=3106&amp;md5=ce81fb766d754987e223be11af2950cd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Premier Leaks #6: Everton &#8211; Liverpool: Das freundliche Derby</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/10/18/premier-leaks-6-everton-liverpool-das-freundliche-derby/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 00:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Derby]]></category>
		<category><![CDATA[Everton]]></category>
		<category><![CDATA[Liverpool]]></category>
		<category><![CDATA[Premier Leaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Everton und Liverpool verbindet eine lange Geschichte &#8211; Für Stadtrivalen geht man ungewöhnlich freundschaftlich miteinander um &#8211; Ein Blogbeitrag zum &#8220;Friendly Derby&#8221; Ich werde nie mein erstes Wiener Derby vergessen. Es war der 12. Juni 1993 und die letzte Runde der Bundesligasaison. Mein Vater, mein über drei Jahre jüngerer Bruder und ich (damals 8) pilgerten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Everton und Liverpool verbindet eine lange Geschichte &#8211; Für Stadtrivalen geht man ungewöhnlich freundschaftlich miteinander um &#8211; Ein Blogbeitrag zum &#8220;Friendly Derby&#8221;</strong></em><span id="more-2918"></span></p>
<p>Ich werde nie mein erstes Wiener Derby vergessen. Es war der 12. Juni 1993 und die letzte Runde der Bundesligasaison. Mein Vater, mein über drei Jahre jüngerer Bruder und ich (damals 8) pilgerten aus der Steiermark ins Praterstadion. Einer reiste neutral an, einer als Rapidler, einer als Austrianer. Die Austria gewann 4:0 und wurde Meister nach Tordifferenz (was dem unglücklichen Zweiten Austria Salzburg ermöglichte, in der Folgesaison ins UEFA Cup-Finale vorzustoßen).</p>
<p>Ich erinnere mich an kein Tor mehr, wohl aber an die Szenen nach dem Spiel. Die Austria-Fans stürmten das Feld. Drei von ihnen hatten nichts besseres zu tun als vor dem Rapid-Sektor zu tanzen und zu gestikulieren. Wir sahen diese drei an jenen Tag noch einmal: Am Parkplatz, als sie Dresche von Grün-Weißen einstecken mussten. Es war das letzte Mal, dass ich ein Wiener Derby besuchte.</p>
<p>In Liverpool gibt es auch ein Traditionsderby zwischen Everton und Liverpool. Seit 1962 wird dieses Duell durchgehend in der höchsten englischen Liga gespielt &#8211; so lange wie kein anderes. Am vergangenen Wochenende fand es zum insgesamt 214. Mal statt. Und anders als man es von großen Derbys in Wien oder vielen anderen Städten dieser Welt sagen könnte, wird es auch das &#8220;Friendly Derby&#8221; genannt.</p>
<p>In Vorfeld dieses Spiels entstand eine <a href="http://derstandard.at/plink/1285200854017?sap=2&amp;_pid=18512800#pid18512800" target="_blank">Diskussion in den derStandard.at-Foren</a> zum Verhältnis zwischen diesen beiden Klubs.</p>
<p>Liverpool-Fans würden Everton hassen, lautete eine Meinung.<br />
Das sei Unsinn und widerspreche diesem inoffiziellen Titel, erwiderte ich.<br />
So &#8220;friendly&#8221; sei das Derby aber gar nicht mehr, meinte ein anderer wiederum.</p>
<p>Genug Widerspruch, um sich diesem Thema detaillierter anzunehmen, meine ich.</p>
<p><strong>Gespaltene Geschichte</strong></p>
<p>Everton und Liverpool, das war früher Everton. 1892 spaltete sich der Klub in einem Streit über die Eigentumsverteilung und den Besitz der Anfield Road. Während der neugegründete Liverpool FC eine Liga tiefer an der Anfield Road blieb, zog der Everton FC einen Kilometer gen Norden in den Goodison Park. Dazwischen liegt in Liverpool nur der Stanley Park.</p>
<p>Trotz dieser kontroversen Geschichte, entwickelte sich keine echte Feindschaft zwischen den beiden Klubs in der erfolgreichsten Fußballstadt des Landes. Der Grund scheint auf der Hand zu liegen: Anders als in vielen anderen Städten gibt es keine kulturellen, politischen, sozialen oder religiösen Trennlinien zwischen den Anhängerschaften &#8211; und bedingt durch die geographische Nähe entwickelte sich auch keine Rivalität zwischen Stadtteilen.</p>
<p>Zwar gab es immer wieder Phasen, in denen sich die Fans ein wenig nach politischer Zugehörigkeit oder Religion richteten, aber die Durchmischung quer durch alle Schichten wurde dadurch nicht gebrochen. Der böse Gegner ist in dem Fall bis heute oft der Ehepartner, Bruder, Nachbar oder Arbeitskollege &#8211; also jemand den man gerne häckerlt und zwei Tage nach der Niederlage nicht sehen will, aber kein Feind. Und so gehen viele Leute auch in dieser Konstellation gemeinsam zu den Spielen.</p>
<p><strong>Geld ist schlecht für die Freundschaft</strong></p>
<p>Tatsächlich ist der Einwand des oben genannten Users aber nicht falsch. Die Beziehungen kühlten zwischen den beiden Klubs in den vergangenen Jahrzehnten etwas ab. Nach den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Heysel" target="_blank">Ausschreitungen im Heysel-Stadion</a> (1985) wurden alle englischen Klubs über Jahre aus europäischen Bewerben ausgeschlossen, was neben den in dieser Zeit dreifachen Titelgewinnern Liverpool auch die damals starke Everton-Mannschaft mögliche Titel kostete. Die Evertonians nahmen den Reds das übel.</p>
<p>Mit der Katastrophe von Hillsborough kam es aber zu einem abermaligen Zusammenrücken der Stadt. In einer herausragenden Art betrauerten blaue und rote Fans den Verlust der 96 Toten. Über den zeitgleichen Sieg Evertons im zweiten FA Cup-Halbfinale jubelten die Fans des Vereins nicht, sobald sie von der Nachricht erfuhren (was gar nicht unbedingt den tiefen Respekt vor dem anderen Klub zeigte, sondern die Gewissheit, dass jeder mit Fans Liverpools verwandt oder befreundet war). Ein <a href="http://www.liverpoolfc.tv/news/latest-news/hillsborough-and-the-mile-of-scarves" target="_blank">Band von Everton- und Liverpool-Schals</a> wurde daraufhin zwischen den beiden Stadien gespannt. Das nur wenige Wochen <a href="http://www.fa-cupfinals.co.uk/1989.htm" target="_blank">später folgende FA Cup-Finale in Wembley</a> zwischen den beiden Mannschaften gilt als Monument für den Respekt zwischen den beiden Vereinen und Fangruppen.</p>
<p><strong>Schnupfen</strong></p>
<p>In den folgenden Jahren sollten einige Zwischenfälle das Verhältnis stören. Vor allem der finanzielle Unterschied in jüngsten Jahren und der sportliche Erfolgsgraben zwischen den Klubs (der sich nun ja nahezu wieder schließt) sorgten für Verstimmungen. Auch vereinzelte Ereignisse trübten das Bild: 1999 wurde der aus dem Everton-Nachwuchs stammende Liverpool-Fanliebling Robbie Fowler <a href="http://thefilter.blogs.com/thefilter/2005/09/smackhead_speak.html" target="_blank">von den Blues mit &#8220;smack head&#8221;-Chören bedacht</a> (das bedeutet in etwa &#8220;Heroinjunkie&#8221;). Als er vor dem Toffees-Sektor einen Elfer verwertete kniete er zweimal an der Torlinie nieder und imitierte dort <a href="http://www.youtube.com/watch?v=IYEMa465re0" target="_blank">das Ziehen einer Line</a>. Die ganz freundschaftliche Stimmung früherer Jahre <a href="http://www.guardian.co.uk/sport/blog/2007/feb/02/themythofthefriendlyderby" target="_blank">war sichtlich vorbei</a>.</p>
<p>Nichts desto trotz entwickelte sich weiterhin keine echte Feindschaft und viele rote und blaue Fans gehen immer noch Seite an Seite zu den Derbys. Niemand muss in Liverpool fürchten, mit dem falschen Trikot in die falsche Gasse abzubiegen.</p>
<p>Selbst verbindende Gesten gab es bis in die jüngere Vergangenheit. Als der Mord an einem 11-jährigen Everton-Fan durch eine Jugendgang 2007 die Stadt erschütterte, lud Liverpool dessen Familie zu einem Champions League-Spiel gegen Toulouse ein. Beide Mannschaften spielten mit schwarzen Schleifen am Arm und zum Gedächtnis an den Buben wurde unter geschlossenem Applaus vor &#8220;You&#8217;ll Never Walk Alone&#8221; jener <a href="http://www.youtube.com/watch?v=iGsgPQwcbpg&amp;NR=1/" target="_blank">Song an der Anfield Road gespielt</a>, zu dem normalerweise Everton im Goodison Park das Feld betritt (Z-Cars, ein zur Fernsehserien-Melodie umgeschriebenes Volkslied).</p>
<p><strong>Zurück zum Start?</strong></p>
<p>All diese Geschichte mündet nun in Gespräche über die Rückkehr in ein gemeinsames Stadion. Fast 120 Jahre nach der Klubspaltung gelten sowohl der Goodison Park (40.157 Plätze) als auch die Anfield Road (45.362) als zu klein. Da beide Vereine einen neuen Spielplatz wollen, aber mit der Finanzierung Probleme haben, könnte im Stanley Park ein gemeinsamer mit 65.000 Sitzen entstehen. Keine Geringeren als <a href="http://www.thisisanfield.com/2010/09/liverpool-everton-groundshare-meeting-likely/" target="_blank">Liverpool-Legende Kenny Daglish</a> und <a href="http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/football/teams/e/everton/9097795.stm" target="_blank">Everton-Trainer David Moyes</a> zeigten sich jüngst gesprächsbereit. Solche Kaliber äußern sich nicht zufällig zu einem solchen Thema. Es scheint, als würden die Klubs die Fans auf eine Vernunftehe vorbereiten.</p>
<p>Große Gesten hin oder her. Eine Herzensangelegenheit wäre das für die Wenigsten. Unmöglich scheint es allerdings nicht. Die Gespräche unter Fans in britischen Foren drehen sich oft mehr um die Eitelkeit, wer damit wen retten würde, als um eine prinzipielle Ablehnung.</p>
<p>Es wird sich zeigen, wie weit die Freundschaft wirklich geht.</p>
<p><strong><em><a href="http://ballverliebt.eu/2010/10/18/everton-verscharft-die-sportliche-liverpool-krise/">Und hier gibt&#8217;s die Ballverliebt-Analyse!</a><br />
</em></strong></p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=2918&amp;md5=27c897046757aac0ccc0312dcf5574a0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Premier Leaks #4: &#8220;Lasst ihn verrotten&#8221;</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/08/30/premier-leaks-4-lasst-ihn-verrotten/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 00:25:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[FC Barcelona]]></category>
		<category><![CDATA[Javier Mascherano]]></category>
		<category><![CDATA[Liverpool]]></category>
		<category><![CDATA[Rafael Benitez]]></category>
		<category><![CDATA[Roy Hodgson]]></category>

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		<description><![CDATA[Lange bevor die Seven Nation Army von den White Stripes bei der Euro 08 zum weltweiten Stadiongesang-Siegeszug antrat, marschierte sie bei vielen europäischen Fußballklubs schon auf den Rängen. Eine Adaption davon hatten die Liverpool-Fans für Javier Mascherano übrig, der sich mit seinem konsequentem Sechserspiel im defensiven Mittelfeld in die Herzen der Reds-Fans gespielt hatte. &#8220;Masch&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lange bevor die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6j7huh5Egew">Seven Nation Army von den White Stripes</a> bei der Euro 08 zum weltweiten Stadiongesang-Siegeszug antrat, marschierte sie bei vielen europäischen Fußballklubs schon auf den Rängen. Eine Adaption davon hatten die Liverpool-Fans für Javier Mascherano übrig, der sich mit seinem konsequentem Sechserspiel im defensiven Mittelfeld in die Herzen der Reds-Fans gespielt hatte. &#8220;Masch&#8221; zeigt nun mit seinem Abgang in Richtung Barcelona, wie schnell man sich den Status &#8220;Publikumsliebling&#8221; verpatzen kann.<span id="more-2621"></span></p>
<p>Schon Inter Mailand bekundete im Laufe des Sommers Interesse am 26-Jährigen. Rafael Benitez hatte zwar eine Vereinbahrung unterschrieben, dass er seinem Ex-Team nicht die Spieler wegkaufen werde, gab aber bekannt, dass er <a href="http://www.guardian.co.uk/football/2010/aug/26/rafa-benitez-dirk-kuyt-inter-liverpool" target="_blank">für Spielereinkäufe bei Inter nicht verantwortlich</a> wäre. Ein dreistes Schlupfloch. Und so versuchte Inter neben Dirk Kuyt auch den Argentinier zu locken, den Benitez 2007 an die Anfield Road geholt hatte. Die Italiener scheiterten in beiden Fällen, doch dann klopfte das große Barça an die Tür. </p>
<p>Barcelona-Angebote sind verständlicherweise für fast jeden Spieler attraktiv. Statt dies offen zu sagen, lautete der Spin im Mascherano-Lager allerdings plötzlich, seine Frau habe Probleme mit dem Leben in England und wolle weg. Nachdem sich Barcelona-Spieler schon im gescheiterten Transfer rund um Arsenals Cesc Fabregas öffentlich eingeschaltet hatten, war zum Beispiel Lionel Messi auch in diesem Fall sehr besorgt um das Wohlergehen von Mascheranos Frau und appelierte für eine &#8220;humane&#8221; Entscheidung.</p>
<p>Als Messis Nationalteam-Kapitätn nach bereits zwei Jahren auf der Insel 2008 seinen gutbezahlten Liverpool-Vertrag (zu noch besseren Konditionen) um vier Jahre verlängerte, hatte der Argentinier sich darüber offensichtlich keine Gedanken gemacht. &#8220;Es scheint nicht so lange her, dass Liverpool 18 Millionen Pfund zahlte um Mascherano aus seinem Schlamassel bei West Ham zu ziehen. Ich wette seine Frau war damals glücklich&#8221;, <a href="http://www.independent.co.uk/sport/football/news-and-comment/neil-warnock-how-did-mascheranos-wife-get-the-blame-for-javiers-decision-to-leave-liverpool-2064128.html">schrieb Queens Park Rangers-Trainer Neil Warnock</a> trocken über die Familiensorgen.</p>
<p>Doch Vergangenes sollte man nicht zu hoch bewerten: Die verbleibenden zwei Vertragsjahre schienen nun unerträglich und eine spanischsprachige Umgebung jedenfalls unersetzlich. Unbeeindruckt davon kündete Liverpools Neo-Coach Roy Hodgson an, dass er den Argentinier ungern und jedenfalls nicht unter seinem Wert an die Katalanen verkaufen würde. Mascherano weigerte sich daraufhin, wieder <a href="http://soccernet.espn.go.com/news/story?id=816976&#038;sec=england&#038;cc=5739"> ins Trikot der Redszu schlüpfen</a>. Das war unmittelbar vor dem Spiel bei Manchester City und brachte Hodgson auf die Palme: Mascherano handle egoistisch und nicht wie ein Profi.</p>
<p>Allgemein stößt Mascheranos Verhalten auf wenig Verständnis in England. Besondere Härten im Ton liest man im Eurosport-Blog &#8220;<a href="http://uk.eurosport.yahoo.com/football/world-cup/armchair-pundit/article/8434/" target="_blank">Armchair Pundit</a>&#8220;: Hodgson solle Mascherano &#8220;zur Reservemannschaft abstellen und verrotten lassen&#8221;. Dies würde trotz all seiner Leistungen der größte Dienst sein, den der Trainer dem Fußball machen könnte, da es Spieler und ihre Manager daran erinnern würde, dass Verträge auch etwas zu gelten haben. </p>
<p>Abgänge wie der von Mascherano sind ein Zeichen dafür, dass das System im Spitzenfußball zu hinterfragen ist. Die Zeitspanne der Zusammenarbeit festzulegen soll Kontinuität im sportlichen Bereich ermöglichen und unterscheidet sich von der normalen Arbeitswelt. Doch die Realität bringt die Klubs zunehmend in eine schlechtere Verhandlungsposition und selbst Giganten wie Liverpool können sich dem kaum noch entziehen. Einerseits garantiert ein Vertrag dem Spieler weitgehend ungeachtet seiner tatsächlichen Leistungen gutes Geld. Andererseits verliert so ein Wisch er <a href="http://derstandard.at/1259281856852/Premier-League-Harte-Zeiten-fuer-die-Mighty-Reds" target="_blank">in schlechten Zeiten</a> oder beim Interesse eines attraktiven Klubs <a href="http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-1305579/Javier-Mascherano-exit-price-Liverpool-pay-missing-Champions-League.html" target="_blank">schnell seine Bedeutung</a> und Spieler können ihren Ausstieg erzwingen. </p>
<p>Gerade das finanziell angeschlagene Liverpool könnte sich im Moment schwer leisten, hochbezahlten Spielern eine Denkpause im Amateurteam zu erteilen. Zu hoch sind die Kosten für solche Lehrstücke. Deshalb wurde einem verbesserten Angebot der Katalanen schlussendlich zugestimmt. Von den ursprünglich geforderten 25 Millionen Pfund (oder den 50 Millionen, die Benitez noch ein Jahr zuvor von Barcelona verlangte) war auch das zwar noch etwas entfernt, die Reds machen im endgültigen Angebot aber zumindest keinen Verlust mehr.</p>
<p>Liverpool-Fanblogger <a href="http://blogs.soccernet.com/liverpool/archives/2010/08/the_monster.php" target="_blank">Kevin Brodie brachte die Stimmung unter den Anhängern auf den Punkt</a>: &#8220;Ich verstehe, dass er einen Wechsel für seine Familie möchte. Aber er versteht sicher auch, dass Fußball ein Geschäft ist. Wir zahlten 18 Million Pfund für einen Spieler der nicht Argentinien-Kapitän war und bei West Ham kein Spiel bekam&#8221;. Wie könne er nur glauben, dass er heute als Argentinien-Kapitän und hochprofilierter Liverpool-Spieler weniger wert als damals wäre? Einen warmen Empfang an der Anfield Road brauche Mascherano jedenfalls nicht mehr zu erwarten.</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=2621&amp;md5=d434ad494587ad181c580a11ad754b65" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Liverpool sieht Rot</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 11:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mike Oberbichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Benitez]]></category>
		<category><![CDATA[Liverpool]]></category>
		<category><![CDATA[Reds]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Reds stehen vor einem Scherbenhaufen. Gerüchte um den Abgang von Rafa Benitez nach Turin zur Alten Dame verstärken den Eindruck, dass der Liverpool FC derzeit am Boden liegt. Eine Ursachensuche. Seine Erfolge sprechen für ihn. Die Saison 2009/2010 nicht. Vor dem letzten Saisonspiel nur Platz Sieben in der Tabelle. In der Champions-League-Gruppenphase ausgeschieden, später [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <em>Reds </em>stehen vor einem Scherbenhaufen. Gerüchte um den Abgang von Rafa Benitez nach Turin zur Alten Dame verstärken den Eindruck, dass der Liverpool FC derzeit am Boden liegt. Eine Ursachensuche.</p>
<p><span id="more-1994"></span>Seine Erfolge sprechen für ihn. Die Saison 2009/2010 nicht. Vor dem letzten Saisonspiel nur Platz Sieben in der Tabelle. In der Champions-League-Gruppenphase ausgeschieden, später in der Europa-League im Halbfinale. Rafael Benitez blickt also zurück auf eine Katastrophensaison, deren Ursache er im häufigen Fehlen seiner Superstars sieht. Damit hat er zwar nicht unrecht, denn Liverpool erzielt im Schnitt ohne Torres nur 1,27 Tore pro Spiel, Experten (hier empfehle ich die <a title="Fußball-Matrix Website" href="http://www.fussball-matrix.de/" target="_blank">Fußball-Matrix</a> von Christoph Biermann) geben dem Spanier allerdings meist nur drei Jahre Halbwertszeit, bevor sein System brüchig wird. Der Beginn bei Liverpool war 2004, sein letzter Erfolg war das Champions-League-Finale 2007. Zufall?<br />
<strong><br />
Das Rafa-System</strong><br />
Rafael Benitez gilt als Vertreter des Systemfußballs: alles muss einstudiert werden, Spielzüge werden anhand der gegnerischen Beobachtungen trainiert. Damit nimmt er die individuelle, kreative Klasse von elf Mann am Feld und setzt sie in die Maschine Mannschaft. Jedes Rädchen muss seinen Zweck haben und erfüllen. Die Problematik ergibt sich aus der Durchschaubarkeit auf längere Sicht. Hinzu kommt das in England bereits alternde <a title="Guardian Squad Sheet" href="http://www.guardian.co.uk/football/2010/may/07/hull-city-liverpool-squad-sheets" target="_blank">4-4-2-System</a>, das den Reds offensive Übermacht unterschlägt. Selten können sie gegen Ende eines Spiels zulegen. Gegen Atletico Madrid &#8211; zum Beispiel &#8211; konnte der Druck nicht erhöht werden, Liverpool schied trotz Sieges aus.</p>
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<p><strong><br />
Die Rafa-Statistik</strong></p>
<p>Fassen wir die <a title="Zahlen zu Liverpool" href="http://guardian.touch-line.com/?CTID=11&amp;CPID=4&amp;TEID=228&amp;pStr=Team_Stats&amp;t=2" target="_blank">nackten Zahlen</a> ins Auge: Liverpool neigt dazu, gegen Ende beider Halbzeiten Gegentreffer zu kassieren. Gleichzeitig schießen sie ihre Tore oft in den ersten zwanzig Minuten. Wenn sie zur Pause führen, gewinnen sie auch. Wenn sie zur Pause zurück liegen, verlieren sie zumeist. Der Torschnitt an der Anfield Road liegt bei 2,3 Toren, auswärts nur bei 1,0.  Im Schnitt erzielen sie ihre Tore auswärts um zwanzig Minuten später, erhalten sie jedoch zehn Minuten früher. Eine eklatante Away-Schwäche im Vergleich zu Chelsea und Manchester United, bei denen die Zahlen klar weniger weit auseinander klaffen. Wenn dann auch noch drei Heimspiele verloren werden, sieht es düster aus im Hinblick auf die Tabelle. Summa Summarum bleibt alles viel zu wenig für die Top Four.<strong></p>
<p>Die Rafa-Taktik</strong><br />
Taktisch sind die Reds typisch britisch. 4-4-2 mit Karo im Mittelfeld. Zwei Stürmer, wobei einer den klassischen Strafraumstürmer stellt, der Zweite meist auf die Flügel ausweicht, um Druck über die Seiten zu erzeugen. Zuletzt schwächeln Benayoun und Co. ins Besondere in der Offensive. Gegen Chelsea waren Topchancen Mangelware. Die Bälle gehen zumeist im Mittelfeld verloren, auf den Flügeln fehlt Tempo und im Strafraum fehlt Torres. Hinzu kommt, dass Rafa Benitez selten mit echten Außenverteidigern spielt, sondern eher auf Varianten zurück greift. Agger glänzt eher als Innenverteidiger, Mascherano kommt aus dem defensiven Mittelfeld, Carragher spielt ebenfalls bevorzugt im Zentrum und Kyrgiakos ist schon wegen seiner Größe der klassische Innenverteidiger. Eindeutiges Versagen bei der Kaderplanung. Kein Wunder, dass Benitez zuletzt fünf Verstärkungen für die nächste Saison forderte. Schon haben wir das nächste Problem: 350 Millionen Pfund Schulden, 55 Millionen Pfund Verlust in einem Jahr. Vereinsinterner Negativ-Rekord.</p>
<p><strong>Die Spieler</strong><br />
Betrachten wir Spieler im Einzelnen: <a title="Mascherano Stats" href="http://www.guardian.co.uk/football/chalkboards/012F4vls21nT1o3646Bi" target="_blank">Mascherano</a> schlug gegen Chelsea keine einzige Flanke in den Strafraum, die einen Abnehmer fand. Vielmehr versuchte er die Verantwortung auf Gerrard abzuwälzen, den er von der rechten Seite aus suchte. Ebenfalls auffällig sind seine vielen Pässe zurück. Selbiges Problem findet sich bei <a title="Gerrard Passes" href="http://www.guardian.co.uk/football/chalkboards/8TE1e4D5M17hDu2tW274" target="_blank">Steven Gerrard</a>. In den ersten sechzig Minuten kommt er auf gerade einmal fünf Pässe nach vorne. Für den Kapitän und Kreativposten zu wenig. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Benitez gegen die Blues mit einem verstärkten Mittelfeld aufstellte, um einen Druckaufbau seitens Chelsea zu verhindern und das eigene Spiel zu stabilisieren. Der sprichwörtliche Griff ins Klo: Fehlende Organisation, wenig Bewegung, keine Kreativität und technische Unsicherheiten. Stürmer Kuyt wich zudem oft auf die Flügel aus, um diese zu unterstützen, die Flügelspieler gegenüber suchten den Weg in den Strafraum; Chelsea konnte wundervoll kontern über eine gänzlich menschenverlassene rechte oder linke Liverpool-Seite.<strong></strong></p>
<p><strong>Die Tabellensituation</strong><br />
Die Probleme bei Liverpool sind offensichtlich. Schon der Blick auf die Tabelle verrät alles. Vor dem letzten Spieltag stehen die Reds bei achtzehn Siegen, acht Remis und elf Niederlagen. Aston Villa, einen Tabellenplatz vor den Reds, steht bei 17-13-7. Die <em>Villains </em>sind gleichzeitig die einzige Mannschaft in den Top Sieben, die weniger Tore als Liverpool erzielte. Im Angriff bzw. eigentlich schon im Spielaufbau finden sich eindeutige Mängel, die sich schon an der fehlenden Sicherheit im Flügelspiel erkennen lassen. Und das liegt daran, dass Liverpools Abwehrreihe keine öffnenden Pässe spielen kann. Das Schema, das der rechte Außenverteidiger entweder auf den rechten Flügelspieler spielt, oder zurück ins Zentrum, bleibt sogar für Laien erkennbar.<br />
<strong><br />
Geht Rafa?</strong><br />
Die Wechselgerüchte von Rafa Benitez werden sich wahrscheinlich bewahrheiten. Liverpool befindet sich seit 2007 in einer Abwärtsspirale, die aktuelle Saison ist deren trauriger Höhepunkt. Die Reds haben zu wenige Spieler, die Verantwortung übernehmen, die das Spiel lenken können. Nur weil im Strafraum ein Fernando Torres steht, hat man das Spiel nicht gewonnen. Und 1,27 Torschnitt pro Spiel ohne den Superstar sprechen hier Bände. Jetzt geht es wohl an einen Neuaufbau.</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=1994&amp;md5=613005f92ce15f80dbad792dcbb780f6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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