<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Ballverliebt &#187; holland</title>
	<atom:link href="http://ballverliebt.eu/tag/holland/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://ballverliebt.eu</link>
	<description>Fußball. Fußball. Fußball.</description>
	<lastBuildDate>Sun, 20 May 2012 00:55:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-at</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Erst kein Plan und kein Druck, dann alle Chancen vernebelt &#8211; 0:1 gegen Holland</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2011/10/06/erst-kein-plan-und-kein-druck-dann-alle-chancen-vernebelt-02-gegen-holland/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2011/10/06/erst-kein-plan-und-kein-druck-dann-alle-chancen-vernebelt-02-gegen-holland/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 19:40:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Dibon]]></category>
		<category><![CDATA[Hart]]></category>
		<category><![CDATA[Herzog]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[U21]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=5872</guid>
		<description><![CDATA[Null Pressing, Einzelinitiativen, Zufallsaktionen &#8211; vor der Pause machte Österreich im U21-EM-Qualispiel gegen Holland so ziemlich alles falsch. Mittelfeld verstärkt, über die Flügel gespielt &#8211; in Überzahl machte das ÖFB-Team viel Druck, verballerte aber alle Chancen. Womit am Ende eine 0:1-Niederlage steht. Den Gegner schon tief in dessen eigener Hälfte unter Druck setzen, keine Zeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Null Pressing, Einzelinitiativen, Zufallsaktionen &#8211; vor der Pause machte Österreich im U21-EM-Qualispiel gegen Holland so ziemlich alles falsch. Mittelfeld verstärkt, über die Flügel gespielt &#8211; in Überzahl machte das ÖFB-Team viel Druck, verballerte aber alle Chancen. Womit am Ende eine 0:1-Niederlage steht.</em></strong></p>
<div id="attachment_5875" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-11-Aut-Ned-U21-0-1.png"><img class="size-full wp-image-5875 " title="2011 10 11 Aut-Ned U21 0-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-11-Aut-Ned-U21-0-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Österreich - Holland 0:1</p></div>
<p><span id="more-5872"></span>Den Gegner schon tief in dessen eigener Hälfte unter Druck setzen, keine Zeit zur Spieleröffnung lassen &#8211; genau das, was Willi Ruttensteiner für die beiden Spiele in Baku und Astana angedacht hat, gab es bei Andi Herzogs U21 gegen Holland exakt in einer Aktion in der 2. Minute. Da stürzten sich Alar, Schwab und Weimann auf die beiden holländischen Innenverteidiger. Von da an aber? Tote Hose.</p>
<p><em><strong>Kommt, ihr Holländer, wir stören euch nicht!</strong></em></p>
<p>Was zur Folge hatte, dass sich die Holländer (bei denen mit Zoet und Cabral zwei Mann dabei waren, die im entscheidenden Spiel zur Quali für die U20-WM <a href="http://ballverliebt.eu/2010/07/24/kolumbien-wir-kommen/">gegen Österreich 0:1 verloren</a> haben, mit Bacuna wurde dann noch einer eingewechselt) hinten die Bälle gemütlich hin und her schieben konnten, und das extremst flexible Dreier-Mittelfeld die Ordnung in der österreichischen Zentrale so lange zu störte, bis sich ein Loch ergab. Und logischerweise dauerte es nicht allzu lange, bis dann in ein genau so entstandenes Loch durch die Mitte ein blitzschneller Pass in den Raum kam, schnell nach vorne gespielt wurde und Barazite für das Tor zum 1:0 in der 7. Minute sorgte. Ein sehenswerter Schuss, keine Frage, aber in der Entstehung war das an Naivität kaum zu überbieten.</p>
<p>Holland spielten das im Zentrum <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/18/ried-kanns-auch-mit-viererkette-00-gegen-eindhoven/">sehr ähnlich wie etwa der PSV Eindhoven</a>. Es war zumeist Kelvin Leerdam, der zentral tief stand, sich aber viel vertikal bewegte; während Marco van Ginkel und Leroy Fer eher etwas höher standen und eher vertikal verschoben. Holzhauser und Hierländer hatten so viel mit diesem Trio und dem viel aus der Tiefe kommenden Nacer Barazite zu tun, dass für die Spielgestaltung keine Ressourcen blieben.</p>
<p><strong><em>Problemfall Zentrum, Problemfall Hart</em></strong></p>
<p>Was den Stillstand durch das Zentrum noch mehr verstärkte war die vorgeschobene Rolle von Stefan Schwab, wodurch aus dem 4-2-3-1, das angekündigt war, eher ein 4-4-1-1 wurde und damit Schwab und vor allem Alar eher in der Luft hingen. Wenn es durch die Mitte nach vorne ging, dann nur mit langen (immerhin zumeist flachen) Bällen, die aber wenig einbrachten.</p>
<p>Das größte Problem hatte das ÖFB-Team aber, wenn Holland über Jerson Cabral vermehrt über die rechte Abwehrseite von Florian Hart kam. Dieser stand defensiv deutlich zu tief, empfing Cabral somit erst, wenn der schon aus vollem Lauf mit all seiner überragenden Technik herangebraust kam und wurde vom Außenstürmer nach Strich und Faden verarscht. Dass die Holländer daraus kein Kapial schlugen, war vor allem Richie Windbichler und Raphael Holzhauser zu verdanken, die immer wieder gut aushalten.</p>
<p><strong><em>Behäbiges Umschalten, tempolose Angriffe</em></strong></p>
<p>Nicht nur, dass es vom österreichischen Team kein Pressing gab und somit leichte Ballgewinne selten waren, es  kam noch eine weitere Unzulänglichkeit dazu: Das Umschalten von Defensive auf Offensive wurde viel zu inkonsequent vorgetragen. Derjenige, der den Ball gewonnen hatte, rannte eher blind nach vorne, er wurde aber nur von einem oder zwei Mitspielern, die auch eher nur trabten, begleitet.</p>
<p>Das hieß, dass entweder das Tempo aus dem Angriff herausgenommen werden musste, was die Holländer natürlich dazu nützten, sich schnell wieder zu formieren; oder, dass aus der Distanz geschossen werden musste. Das wäre angesichts des etwas flatterhaften holländischen Torhüters eine Option gewesen, die man ruhig öfter auspacken hätte können.</p>
<p><em><strong>Flanken in den Oranje-Strafraum</strong></em></p>
<p>Gefährlich wurde es für Holland nur, wenn es den Österreichern gelang, über die Flanken in den Strafraum zu gelangen. Florian Hart machte das in der ersten Halbzeit ein paar Mal ganz gut, und bei Ecken und Freistößen wurde die Unsicherheit von Goalie Jeroen Zoet, die auch auf seine Vorderleute ausstrahlte, deutlich sichtbar.</p>
<p>Vielleicht waren seine (eh eher seltenen) Vorstöße der Grund, warum Andi Herzog Hart nicht schon zur Pause in der Kabine ließ, sondern es nach dem Seitenwechsel noch fünf Minuten probierte, ehe er dann doch Schimpelsberger brachte. Schon vor dem Halbzeitpfiff ließ die Intensität im holländischen Strafraum deutlich nach, so wie mit Fortdauer des Spiels generell immer mehr der Nachdruck fehlte. So fiel es dem ÖFB-Team leichter, sich ein wenig aus der Umklammerung zu lösen.</p>
<p><strong><em>Komplett andere zweite Hälfte</em></strong></p>
<p>Nach der Pause spielte Österreich wie ausgewechselt. Nun wurde tatsächlich mit Druck auf die Holländer ausgeübt, die so gar nicht mehr zur Entfaltung kamen. Zudem schaltete Schimpelsberger Cabral aus und endgültig zu Gunsten der Österreicher drehte sich die Partie, als sich Torhüter Zoet nach einer Notbremse gegen Weimann, der alleine auf ihn zugelaufen war, korrekterweise die rote Karte abholte.</p>
<div id="attachment_5873" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/AutNed2.png"><img class="size-full wp-image-5873 " title="AutNed2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/AutNed2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Ab der 65. Minute</p></div>
<p>Raphael Holzhauser scheiterte am neuen Mann Marco Bizot (für ihn war Barazite rausgegangen), aber die Hausherren waren ab sofort endgültig am Drücker. Herzog nahm mit Windbichler einen Innenverteidiger heraus und warf mit Tadic einen Stürmer in die Schlacht. So entstand hinten zwar eine etwas windschiefe Dreierkette, die im Notfall von Holzhauser verstärkt wurde, und die rechte Seite war kaum mehr vorhanden &#8211; Dilaver schaltete sich mehr in die Offensive ein als Schimpelsberger.</p>
<p>Durch die Umstellungen, die Oranje-Teamchef Cor Pot vornahm &#8211; nämlich auf ein 4-3-2 &#8211; fiel bei Holland das Flügelspiel nun komplett flach. Die Außenverteidiger, die nun alleine auf weiter Flur waren, waren so viel mit Weimann und vor allem Drazan beschäftigt, dass nach vorne nichts mehr ging und das Mittelfeld im Zentrum war nur noch um Schadensbegrenzung bemüht.</p>
<p>Das gelang aus zwei Gründen: Erstens, weil die besten Torchancen liegen gelassen wurden. Und zweitens, weil es zwar grundsätzlich eine Überzahl im Zentrum gab, das Positionsspiel der Österreicher aber dennoch eher wild und kaum durchdacht wirkte. Echter Plan war weiterhin nicht erkennbar, aber durch die Überzahl konnten halt die Chancen herausgearbeitet werden.</p>
<p><em><strong>Fazit: Niederlage nicht verdient, was anderes aber auch nicht</strong></em></p>
<p>Ein eher seltsames Spiel &#8211; denn Österreich hätte nach der drückenden Überlegenheit in der Schlussphase zumindest einen Punkt mitnehmen müssen; andererseits aufgrund der ersten Hälfte, die inhaltlich vor allem in der ersten halben Stunde komplett daneben war, diesen eigentlich nicht verdient gehabt.</p>
<p>Vor allem in der ersten Halbzeit war hinten Offensivaktionen des Heimteams keine Strategie erkennbar, die Laufwegen waren deutlich sichtbar nicht aufeinander abgestimmt, es regierten Einzelinitiativen und Zufallsaktionen, aber kein geplantes Angriffsspiel. Zudem fehlte dem Mittelfeld der Plan, wie man mit dem flexiblen System der Holländer umgehen soll und Hart war mit Cabral heillos überfordert und hätte eigentlich schon nach 20 Minuten ausgewechselt gehört.</p>
<p>Es kam Österreich zu Pass, dass genau in die Phase, in der man selbst stärker wurde, der holländische Goalie vom Platz flog. In Unterzahl wurde deutlich, dass das in Weiß spielende Oranje-Team auch nur mit Wasser kocht und schlottrige Knie bekam, als ein Spiel, das sie sicher im Griff hatten, völlig entglitten war.</p>
<p>Rückschlüsse aus diesem Spiel zu ziehen, ist eher schwierig, weil die beiden Halbzeiten so unterschiedlich waren &#8211; ohne erkennbaren Plan vor der Pause, aber nach dem Ausschluss richtigerweise das Zentrum verstärkt, wenn auch mit recht schwammiger Raumaufteilung &#8211; anders als im rochierenden Mittelfeld der Holländer, wo die Aufgaben innerhalb des Trios weitergereicht wurden, aber grundsätzlich klar definiert waren.</p>
<p>So bleibt das Fazit, dass mehr drin gewesen wäre, vor allem, wenn man von Anfang an Druck auf die Holländer ausgeübt hätte, und nicht nur naiv Passwege zu verstellen versuchte.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5872&amp;md5=2ab0ecf769c78245aa99d8a773f75d45" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2011/10/06/erst-kein-plan-und-kein-druck-dann-alle-chancen-vernebelt-02-gegen-holland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2011%2F10%2F06%2Ferst-kein-plan-und-kein-druck-dann-alle-chancen-vernebelt-02-gegen-holland%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Erst+kein+Plan+und+kein+Druck%2C+dann+alle+Chancen+vernebelt+%26%238211%3B+0%3A1+gegen+Holland&amp;description=Null+Pressing%2C+Einzelinitiativen%2C+Zufallsaktionen+%26%238211%3B+vor+der+Pause+machte+%C3%96sterreich+im+U21-EM-Qualispiel+gegen+Holland+so+ziemlich+alles+falsch.+Mittelfeld+verst%C3%A4rkt%2C+%C3%BCber+die+Fl%C3%BCgel+gespielt+%26%238211%3B+in+%C3%9Cberzahl+machte+das+%C3%96FB-Team...&amp;tags=%C3%96sterreich%2CDibon%2CHart%2CHerzog%2Cholland%2CU21%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Niederlande &#8211; Österreich: Ein Trainingsspiel und drei Lehren</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2011/02/10/ein-trainingsspiel-und-drei-lehren/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2011/02/10/ein-trainingsspiel-und-drei-lehren/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 02:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Pichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaftsspiele]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Alaba]]></category>
		<category><![CDATA[Constantini]]></category>
		<category><![CDATA[eindhoven]]></category>
		<category><![CDATA[freundschaftsspiel]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[Klein]]></category>
		<category><![CDATA[maierhofer]]></category>
		<category><![CDATA[Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[oranje]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=4031</guid>
		<description><![CDATA[Obwohl sich Österreich  im Philips-Stadion von Eindhoven redlich abmühte, gab es schlussendlich am Klasseunterschied keinen Zweifel. Das flotte Trainingsspiel zeigte Verbesserungen wie auch Baustellen und lässt für das Qualispiel gegen Belgien alle Möglichkeiten offen. Neue Mittelschule 31.000 Zuschauer ergab die offizielle Zählung. Kein Zweifel, das 35.119 Leute fassende Philips-Stadion in der Industriestadt Eindhoven war zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Obwohl sich Österreich  im Philips-Stadion von Eindhoven redlich abmühte, gab es schlussendlich am Klasseunterschied keinen Zweifel. Das flotte Trainingsspiel zeigte Verbesserungen wie auch Baustellen und lässt für das Qualispiel gegen Belgien alle Möglichkeiten offen.</em></strong></p>
<div id="attachment_4038" class="wp-caption aligncenter" style="width: 340px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ned-aut.jpg"><img class="size-full wp-image-4038" title="Niederlande - Österreich (09.02.2011)" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ned-aut.jpg" alt="" width="330" height="465" /></a><p class="wp-caption-text">Niederlande - Österreich (09.02.2011)</p></div>
<p><span id="more-4031"></span></p>
<p><em><strong>Neue Mittelschule</strong></em></p>
<p>31.000 Zuschauer ergab die offizielle Zählung. Kein Zweifel, das 35.119 Leute fassende Philips-Stadion in der Industriestadt Eindhoven war zum Länderspielauftakt 2011 gut besucht. An dem noch ziemlich frischen Abend lief das Team der Gastgeber im üblichen Orange und einem nominellen 4-2-3-1 auf den Rasen. Die Gäste aus den Alpen kamen im klassischen Schwarz-Weiß-Outfit daher und stellten sich als 4-5-1 (effektiv als 4-1-4-1) auf. Den Underdogs stand eine Formation gegenüber, die zum Großteil aus WM-Teilnehmern bestand, eine B-Elf war wahrlich nicht am Werke.</p>
<p>Didi Constantini musste die Absage von Martin Harnik und Kapitän Marc Janko (ersetzt durch den Führenden der Torschützenliste, Roman Kienast, von Sturm Graz) hinnehmen. Verglichen mit den letzten Aufstellungen war der Einsatz von Stefan Maierhofer als Solospitze somit eine logische Konsequenz. Auch die Besetzung der Abwehr kam wenig überraschend und wie gehabt durfte Fränky Schiemer vor der Viererkette staubsaugen. Ein wenig Experimentierfreudigkeit zeigte DiCo immerhin in der Zentrale: Pehlivan nahm auf der Bank Platz, dafür starteten der Austrianer Julian Baumgartlinger und Neo-Hoffenheimer David Alaba. Die rechte Außenbahn beackerte Zlatko Junuzovic, gegenüber war es Arnautovic.</p>
<p>Die Gäste-Elf begann motiviert, schwungvoll und &#8211; man lese und staune &#8211; mit Pressing bis zur 2/3-Länge des Feldes. Dem Team allgemein und insbesondere den Bundesligisten Junuzovic und Baumgartlinger war anzusehen, dass sie mit dem Einsatz dieses Druckmittels noch nicht ganz vertraut sind, grundsätzlich gelang es aber, die Oranjes erst einmal zu verunsichern. Die Hausherren agierten besonders zu Beginn des Spiels auch noch betont nachlässig in der Defensive, sodass man das Gefühl bekam, hier könnte etwas drin sein. Und doch war es Liverpool-Legionär Dirk Kuyt, der für die erste Gefahrensituation des Spiels sorgte.</p>
<p>Mainz-Legionär Christian Fuchs rutschte im Zweikampf aus, und so konnte der Blondschopf in den freien Raum der rechten Strafraumseite marschieren. Dort stellte sich Emanuel Pogatetz geschickt ins Abspiel und verhinderte einen potentiell tödlichen Querpass auf Huntelaar. Zwei Minuten später schlief dann die Abseitsfalle &#8211; zwischen Prödl und Klein war der Abstand zu groß und beide hatten nicht gut aufgepasst &#8211; und der eben erwähnte Schalker war durch. Ein Tor blieb ihm verwehrt, denn Macho entschied das 1-v-1 für sich.</p>
<p><em><strong>Zögerlich gefährlich</strong></em></p>
<p>Während die Defensive schon früh Anfälligkeiten zeigte, kombinierte das rotweißrote Mittelfeld gefällig. Weil sich von den holländischen Offensivkräften lediglich Kuyt nennenswert ins Verteidigungsspiel einschaltete, kam man recht flott vor den 16er und verzichtete meist auf Mondbälle auf Maierhofer. Am Strafraum angekommen, fehlte es jedoch an Ideen. Die hintere Reihe &#8211; ausgenommen Christian Fuchs &#8211; rückte zu langsam nach, insbesondere Florian Klein gab erneut einen extrem biederen AV. Die Achse Alaba-Fuchs-Arnautovic war über die gesamte Spiellänge fast im Alleingang für sämtliche Gefahr verantwortlich.</p>
<p>So verwundert es nicht, dass Alaba mit einem Schuss aus etwa 20 Metern Stekelenburgs Arbeitslosigkeit beendete (12&#8242;). Technisch war die Ausführung dabei gelungen, jedoch landete das Leder mangels Präzision in den Armen von Edwin van der Sars Nachfolger als Nationaltorwart. Eine Minute später sorgte eine Attacke von Heitinga an Maierhofer für kurzen, unberechtigten Elferalarm.</p>
<p>Nach einer Viertelstunde beidseitiger, ansehnlicher Pass-Staffeten in Sparring-Geschwindigkeit begann das österreichische Team bereits, seine Pressingbemühungen zu reduzieren. Als direkte Folge blieb den Holländern die Kugel länger überlassen, und als indirekte Konsequenz eines Fehlpasses im Mittelfeld konnte Kuyt sich mit einigem Ballglück an der Toroutlinie an Fuchs vorbeimogeln (18&#8242;). Sein Versuch, den Ball aus spitzem Winkel ins Netz befördern, wurde von Macho vereitelt. Nach 20 Minuten wurde die erste Ballbesitzstatistik eingeblendet, und sie sprach deutliche Worte. Oranje führte mit 70:30.</p>
<p>Es mussten 27 Spielminuten verstreichen, ehe Österreich seinen ersten gefährlichen Angriff ablieferte. Arnautovic schickte Alaba an die Seite, und dessen Flanke verfehlte Junuzovic&#8217; Knopf nicht um viel. David Alaba darf man für seinen heutigen Auftritt ein großes Lob aussprechen. Halbrechts im Mittelfeld aufgeboten, erfüllte der quirlige Deutschland-Legionär die Rolle eines halboffensiven Freigeists. Während Arnautovic heute taktisch ziemlich diszipliniert vorging und sich erst unmittelbar vor dem gegnerischen Strafraum auch in die Breite bewegte, war Alaba im Zentrum, an der linken Aussenbahn und fallweise auch rechts zu finden. Dabei beackerte er das Feld hinter Arnautovic und Junuzovic, rückte gut mit auf, füllte oft die Lücke hinter dem vorstoßenden Fuchs und unterstützte beizeiten auch Schiemer beim Ausputzen. Nicht alles gelang, aber von der flexiblen und prinzipiell gut umgesetzten Spielanlage würde man zukünftig gerne mehr sehen.</p>
<p><em><strong>Problemkind</strong></em></p>
<p>Verhindern konnte aber auch er den Rückstand nicht. Die Uhr zeigte die 28. Minute, erneut stach ein Holländer in den Raum zwischen Prödl und Klein, brachte den Ball in die Mitte, wo Sneijder den Doppelpass mit einem sehenswerten Volley über Macho hinweg abschloss. Der österreichische Nationaltorwart stand möglicherweise etwas zu weit vorne, hatte mit einem Tausendguldenschuss (passend für einen Holländer) dieser Art aber auch nicht zu rechnen.</p>
<p>Das Problem waren ohnehin weniger die von Schiemer unterstützten Innenverteidiger, sondern Florian Klein. Das Bemühen kann man auch dem Austrianer nicht absprechen, jedoch zeigte er sich in der heutigen Partie nicht das erste Mal deutlich überfordert. Hauptsächlich ihm ist das Problem der räumlichen Zuordnung in der rechten Außenverteidigung anzulasten. Dies, sowie die fehlende Technik und Schnelligkeit, sorgten also nicht nur für zu viel Freiraum für den Gegner, sondern auch für eine Doppelbelastung von Sebastian Prödl. Aufgrund seines unsicheren Teamkollegen musste der Werderaner oft die Außenbahn mitabsichern, womit wiederum Schiemer und Pogatetz mehr gefordert waren. Für die ohnehin mangelhaft scheinende Aufgabenzuordnung war das natürlich Gift.</p>
<p>Mit der Führung gab sich das Team von Bert van Marwijk erst einmal zufrieden, es folgte eine eher ereignisarme Viertelstunde, in der der Ball zumeist in der Zentrale munter getauscht wurde. Die Wiedereinkehr einer gewissen Nachlässigkeit eröffente zum Ende der Spielhälfte noch einmal Möglichkeiten zum Ausgleich. Die mit Abstand beste Gelegenheit verbriet Schiemer, der eine Kopfballablage des ansonsten recht unsichtbaren Stefan Maierhofer aus wenigen Metern über Stekelenburgs Kasten beförderte (45&#8242;).</p>
<p><em><strong>Ärgerlich und vermeidbar</strong></em></p>
<p>Die vom ORF-Kommentator prophezeihte Wechselorgie in der Halbzeit blieb aus. Lediglich Innenverteidiger Mathijsen (Wisgerhof) und Torschütze Sneijder (Elia) durften ihren Arbeitstag beenden. Afellay orientierte sich nun mehr in die Mitte, Elia gab nun den Linksaußen. Und prolongierte dort die Problemserie von Flo Klein.</p>
<p>Ein Ferserl des eben genannten, in Folge eines Einwurfs, leitete das 2:0 nur drei Minuten nach Wiederanpfiff ein. Pieters flankte von der Toroutlinie über Macho hinweg, am langen Eck musste Huntelaar nur noch einnicken. Ein Gegentor der Marke &#8220;ärgerlich und vermeidbar&#8221;, hatte doch der gesamte Abwehrverband kollektiv geschlafen.</p>
<p>Und wieder ließ Oranje die Zügel etwas schleifen. Trotzdem gaben die Gäste erst in Minute 61 wieder ihr Stelldichein. Aus schwerer Bedrängnis heraus spielte David Alaba den Ball quer auf den völlig unbedrängten Junuzovic. Via Fuchs wurde Baumgartlinger bedient, dessen Schuss das kurze Eck nicht gar so weit verfehlte.</p>
<p><em><strong>Gebremster Junu, gebrochener Klein</strong></em></p>
<p>Junuzovic durfte wenige Sekunden danach den Gang in die Kabine antreten, für ihn kam Jimmy Hoffer. Der einstündige Auftritt des Austrianers bot wenige Highlights. In Ermangelung von Kleins Mitarbeit war auch er öfter mit Nebenschauplätzen befasst, als ihm lieb war und seine Teilzeitengagements in Offensivaktionen versprühten ebenfalls wenig Glanz. Ein paar Läufe auf seiner rechten Seite kann man ihm zugute halten, &#8220;Junu&#8221; hat jedoch schon deutlich bessere Länderspielleistungen geboten. Wenig tröstend, dass es auch seinem Ersatzmann nicht besser erging, der einigermassen hilflos zwischen hängender Spitze und offensivem Mittelfeld hin- und herpendelte.</p>
<p>Noch weniger hilfreich war eine Ballannahme von Klein, der sich beim Abfangen einer holländischen Flanke grob verschätzte und den Ball mit dem Arm stoppte. Auch wenn das schlichtweg ungeschickt und keinesfalls Absicht war, blieb dem deutschen Schiri Brych keine andere Wahl, als auf den Elferpunkt zu deuten. Den fälligen Strafstoß verwandelte Dirk Kuyt gleich zwei mal auf die exakt gleiche Weise, und kürte damit die Gastgeber endgültig zu den Gewinnern (70&#8242;).</p>
<p>Nun war auch Constantini aufgefallen, dass Klein heute am Rasen nicht mehr besonders glücklich werden würde. Und so schickte er Yasin Pehlivan aufs Feld, der fortan den Part von Schiemer übernahm, welcher si h nun wiederum Kleins Aufgabengebiet kümmerte. Das funktionierte nicht optimal, war aber kadertechnisch die einzige halbwegs sinnvolle Umstellungsmöglichkeit.</p>
<p><em><strong>Einsamer Riese</strong></em></p>
<p>Die komfortable Führung nutzte Bert van Marwijk für Wechsel. Strootman ersetzte Janssen (71&#8242;) und feierte sein Debut im Nationaldress. Ruud van Nistelrooy lief wenig später für Huntelaar ein (73&#8242;) und last but not least gab auch Luuk de Jong (kleiner Bruder des bei Ajax kickenden Siem de Jong) von Twente Enschede seine Premiere im orangen Trikot (74&#8242;).</p>
<p>Die Niederländer probierten sich zwar noch an ein paar Angriffen, unbedingter Wille zum 4:0 war aber nicht vorhanden. Dafür sorgte Maierhofer in einem seiner seltenen Momente für Gefahr im Strafraum, was Wisgerhof nach einem Freistoß von Fuchs zum Anlass nahm, sich höchst tolpatschig um seinen Hals zu hängen. Generell ist zu sagen, dass der riesige Stürmer sich meist unauffällig, aber doch, ins Aufbauspiel integriert hat, in seiner Funktion als Solospitze aber nach wie vor einsam und ineffektiv agiert. Die drei letzten Länderspielelfmeter waren allesamt vergeben worden, mit dem 3:1-Anschlusstreffer beendete Marko Arnautovic den Mini-Fluch (84&#8242;). Dann war auch Alabas Arbeitstag vollbracht, Veli Kavlak kam zu einem Kurzeinsatz.</p>
<p>Ein abgefälschter und parierter Schuss von Jimmy Hoffer und zwei von Elia eingeleitete Chancen für Holland beschlossen schließlich die Trainingspartie im Philips-Stadion zu Eindhoven.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Drei Lehren gibt es aus diesem freundschaftlichen Länderspiel zu ziehen:</p>
<ul>
<li>Florian Klein ist nicht nationalteamtauglich. Der Austrianer bemüht sich zwar redlich, ist aber sehr fehleranfällig. Unsauberes Stellungsspiel und technische Defizite tragen ihr Übriges dazu bei, dass der 24-Jährige der Verteidigung mehr Komplikationen als Nutzen bringt. Hier sollte DiCo die Augen nach Kaderverstärkungen dringend offenhalten, es sei denn das Garics-Dilemma löst sich wundersamerweise in Luft auf. Die Liste der aussichtsreichen Ersatzleute ist kurz, am ehesten böten sich Tanju Kayhan (Rapid, gelernter AV)  und Jan-Marc Riegler (Ried, eigentlich ein IV) an.</li>
<li>David Alaba darf man mehr zutrauen. Der Hoffenheimer Neuzugang hat heute eindrucksvoll bewiesen, dass man ihm spielerischen Freiraum zumuten sollte. Auch wenn nicht alles immer perfekt funktioniert hat &#8211; im Großen und Ganzen war sein Auftritt für die Zentrale eine echte Bereicherung.</li>
<li>Auch wenn er sich heute besser geschlagen hat: Das Experiment &#8220;Solospitze Maierhofer&#8221;, ja eigentlich das Experiment &#8220;Solospitze&#8221; an sich, ist in der derzeitigen Form schlichtweg gescheitert. Zumindest als hängende Spitze oder sehr offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler braucht es jemanden, der sich ebenfalls im Strafraum aufhält und dort Anspielstation ist als auch Chancen kreieren kann. Eine solche Rolle könnten z.B. Arnautovic (den man an der Seite jedoch zu schmerzlich vermissen würde), Junuzovic oder Kavlak ausfüllen. Langfristig könnte auch Hoffer in Frage kommen. Nur so kann man der Abhängigkeit von Einzelaktionen entrinnen.</li>
</ul>
<p>Das Spiel war nett anzusehen, beide Mannschaften haben nicht ihr schnellstes Tempo gezeigt. Wenn Oranje aber mal aufgedreht hat, war meist Feuer am Dach. Schon beim nahenden Qualispiel gegen Belgien wird flotter gekickt werden (müssen). Trotz der Lichtblicke und Schattenseiten dieser Partie trägt dieser Fussballabend letztlich wenig zur Prognosenerstellung bei. Ob der Teamchef den Mut hat, Alaba auch am 25. März so einzusetzen und endlich die Offensive umzustellen, wird sich zeigen.</p>
<p>(gpi)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4031&amp;md5=7de69cf01f8eeeeeefe9412447fbfba6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2011/02/10/ein-trainingsspiel-und-drei-lehren/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2011%2F02%2F10%2Fein-trainingsspiel-und-drei-lehren%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Niederlande+%26%238211%3B+%C3%96sterreich%3A+Ein+Trainingsspiel+und+drei+Lehren&amp;description=Obwohl+sich+%C3%96sterreich%C2%A0+im+Philips-Stadion+von+Eindhoven+redlich+abm%C3%BChte%2C+gab+es+schlussendlich+am+Klasseunterschied+keinen+Zweifel.+Das+flotte+Trainingsspiel+zeigte+Verbesserungen+wie+auch+Baustellen+und+l%C3%A4sst+f%C3%BCr+das+Qualispiel+gegen...&amp;tags=Alaba%2C%C3%96sterreich%2CConstantini%2Ceindhoven%2Cfreundschaftsspiel%2Cholland%2CKlein%2Cmaierhofer%2CNiederlande%2Coranje%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>BV Re-Issue &#8211; Fußballer vs. Zerstörer 1:0</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/12/27/bv-re-issue-fusballer-vs-verlierer-10/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2010/12/27/bv-re-issue-fusballer-vs-verlierer-10/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Dec 2010 10:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Del Bosque]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Van Marwijk]]></category>
		<category><![CDATA[WM-FInale]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=3520</guid>
		<description><![CDATA[Danke, Iniesta: Er bewahrte die Fußballwelt vor einem Weltmeister, der über 120 Minuten nur getreten, gemotzt und zerstört hat und gar nicht erst versucht hat, Fußball zu spielen. Das späte 1:0 macht aus Spanien einen korrekten Titelträger. Spanien &#8211; Holland 1:0 n.V. ARD-Stammtischbruder Paul Breitner hatte Recht. &#8220;Weil&#8217;s nix bringt&#8221;, meinter er auf die Frage, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Danke,  Iniesta: Er  bewahrte die Fußballwelt vor einem Weltmeister, der über  120 Minuten  nur getreten, gemotzt und zerstört hat und gar nicht erst  versucht hat,  Fußball zu spielen. Das späte 1:0 macht aus Spanien einen  korrekten  Titelträger.<br />
</strong></em></p>
<p><span style="color: #008000;"><em><strong>Spanien &#8211; Holland 1:0 n.V.</strong></em></span><strong><br />
</strong></p>
<div id="attachment_3521" class="wp-caption aligncenter" style="width: 379px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/WM-Finale-20102.png"><img class="size-full wp-image-3521 " title="WM-Finale-2010" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/WM-Finale-20102.png" alt="" width="369" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Spanien - Holland 1:0 n.V.</p></div>
<p><span id="more-3520"></span>ARD-Stammtischbruder   Paul Breitner hatte Recht. &#8220;Weil&#8217;s nix bringt&#8221;, meinter er auf die   Frage, warum das deutsche Team im Semfinale gegen Spanien nicht   körperlicher gespielt habe. &#8220;Du kriegst Gelb, dem Spanier ist die   Attacke aber wurscht und er wickelt dich zwei Minuten später genauso   ein. Und du kannst nimmer gscheit hingehen, weilst sonst vom Platz   fliegst!&#8221; Die Holländer hatten ihn offenbar nicht gehört, denn das   Hauptkonzept von Oranje im Finale war: Niedertreten, was nicht bei   drei auf den Bäumen ist.</p>
<p>Zu Beginn des Spiels lief alles wie  erwartet: Spanien krallt sich  sofort den Ballbesitz, die Holländer  stehen &#8211; wie schon die Deutschen im  Semifinale &#8211; zunächst zu tief. Die  Folge: Schon nach zehn Minuten  hatten die Spanier drei hochkarätige  Tormöglichkeiten vorgefunden. Die  Seleccion trat ebenso wie das  Oranje-Team in der erwarteten Aufstellung  an, jedoch spielte Pedro  nicht so aktiv wie im Semifinale. Er war  nominell auf der rechten  Außenbahn aufgestellt, hielt sich aber  tatsächlich sehr viel in der  Mitte auf, beinahe als hängende Spitze  hinter Villa.</p>
<p>So blieb  Ramos die rechte Seite weitgehend alleine überlassen, was zu  Beginn  gegen den langsamen Van Bronckhorst auf ganz gut funktionierte.  Ramos  und Cadevila die Dribbler über die Außen, Xavi und Iniesta die   schnellen Passgeber im Zentrum &#8211; alles keine Überraschung. Nach etwa   einer Viertelstunde fingen die Holländer allerdings zum einen an, höher   zu stehen und wesentlich früher und wesentlich konsequente zu Pressen,   zudem stiegen sie nun desöfteren ziemlich rustikal ein. Nicht nur die   Brutalo-Fouls von Van Bommel (der Iniesta aus vollem Lauf das Standbein   umtrat) und De Jong (der Kickboxer gegen Xabi Alonso), die beide ohne   Wenn und Aber mit klaren roten Karten geahndet hätten werden müssen &#8211; es   gab jeweils nur Gelb &#8211; sondern viele kleine Fouls im Mittelfeld, um  den  Spielfluss der Spanier zu stören.</p>
<p>Was wunderbar  funktionierte. Den Spaniern gelang es nun praktisch gar  nicht mehr,  wirklich konstruktiv in Richtung des holländischen  Strafraums zu  kommen, Kuyt drängte Ramos vermehrt nach hinten (wodurch  Van  Bronckhorst deutlich entlastet wurde) und Robben beschäftigte nun   Capdevila, der oft von Xabi Alonso beim Doppeln von Robben unterstützt   wurde. Somit erfüllten Robben und Kuyt ihre Aufgabe: Das Abstellen der   spanischen Flanken. Denn wenn man den Spaniern die Seite nimmt und das   Aufbauspiel ins Zentrum zwingt, lassen sich Räume gut zustellen. Das   schafften Podolski/Boateng und Lahm/Trochowski im Semifinale nicht, den   Holländern gelang es schon.</p>
<p>Allerdings hieß das, das auch das  Oranje-Aufbauspiel über das Zentrum  zu gehen hatte. Kuyt beschäftigte  zwar Ramos, kam aber sonst nicht zur  Geltung und mehr als Eckbälle  konnte der auf sich alleine gestellte  Robben nicht produzieren. So  blieb den Holländern nur noch die Option  über 50m-Pässe in Richtung Van  Persie und Sneijder (letzterer agierte  wie gewohnt als hängende  Spitze), welche aber entweder sichere Beute von  Casillas, Puyol und  Piqué wurden, oder &#8211; noch viel öfter &#8211; gleich  irgendwo im Nirvana  endeten, ohne Chance, jemals einen Mitspieler zu  erreichen. Das  logische Resultat zur Pause war somit das 0:0.</p>
<p><strong><em>Zweite Hälfte</em></strong></p>
<p>Nach der Pause  taute dann Iniesta, der von Mark van Bommel ziemlich  in die Mangel  genommen worden war, deutlich auf. Er wich nun vermehrt  auf die linke  Seite aus, wo der holländische Außenverteidiger Gregory  van der Wiel  keinen allzu guten Tag hatte. Wenn immer sich Iniesta nun  aus der  Umklammerung von Van Bommel lösen konnte, wurde es gefährlich,  vor  allem, nachdem auch Innenverteidiger John Heitinga nach seiner   Verwarnung viel vorsichtiger in die Zweikämpfe gehen hatte müssen.   Iniesta rochierte zudem mit Villa, sodass Van der Wiel, sollte Iniesta   doch wieder in die Mitte ziehen, weiterhin beschäftigt war.</p>
<p>Nach  einer Stunde brachte Del Bosque dann Jesús Navas für den diesmal  eher  enttäuschenden Pedro, um die Oranje-Schwachstelle Van Bronckhorst   kosequenter anzubohren. Mit Erfolg: Navas brachte über seine linke Seite   nun viel mehr Wirbel, als der nicht allzu positionstreue Pedro das vor   ihm tat. Offensiv war Van Bronckhorst nun komplett aus dem Spiel,   defensiv hatte er einige Probleme. Durch Iniesta (mit dem fleißigen   Capdevila) auf der einen und dem wuseligen Navas auf der anderen Seite   gelang es den Spaniern, ihre vor der Pause abgeschalteten Flügel wieder   deutlich zu beleben.</p>
<p>Alleine, Torerfolg wollte keiner gelingen.  So hätten sich die Spanier  nicht wundern müssen, hätte Robben eine der  beiden krassen  Unachtsamkeiten in der Defensive ausnützen konnte: Die  Abwehrreihe war  jeweils zu weit aufgerückt, ein Pass in den Lauf des  nun auch mehr durch  die Mitte ziehnten Robben, und zwei Mal wäre es  fast geschehen,  allerdings klärte in beiden Szenen Casillas  hervorragend &#8211; in der  zweiten hatte Puyol zudem etwas Glück, nicht mit  seiner zweiten Gelben  vom Platz zu müssen. In diesen wenigen Szenen  blitzte auf, dass die  Holländer ja durchaus ansehnlichen Fußball  spielen könnten.</p>
<p>Was man den Spaniern hoch anrechnen muss ist die  Tatsache, dass sie  sich (von Iniestas kurzem Auszucker abgesehen) von  den holländischen  Härteeinlagen nie wirklich aus der Ruhe bringen  ließen, und auch keine  dummen Fouls begingen &#8211; die meisten Verwarnungen  für die Spanier nach  der Pause resultierten aus notwendigen,  taktischen Vergehen. Auf der  anderen Seite gab es nun zwar keine  wirklich böswilligen Attacken mehr  auf die Gesundheit der Gegenspieler,  aber durch permanentes  In-den-Mann-Gehen schafften es die Holländer  auch in der zweiten Hälfte,  einen wirklich durchgängigen Spielfluss bei  den Spaniern nie aufkommen  zu lassen. Diese zogen zwar in einzelnen  Szenen immer wieder das Tempo  an (vor allem Navas, aber auch Iniesta),  wirklich schwere Bäller musste  Oranje-Keeper Stekelenburg aber nicht  pararieren &#8211; so ging es also in  die Verlängerung.</p>
<p><strong><em>Verlängerung</em></strong></p>
<p>Fàbregas, der  für Xabi Alonso gekommen war, ermöglichte es Xavi, nun  etwas mehr aus  der Tiefe zu kommen. Die Spanier haben eingesehen, dass  sie zu ihrem  Kurzpass-Spiel in diesem Finale nicht mehr kommen würden,  und stellten  dahingehend um &#8211; Xavi als Passgeber, um die Offensivkräfte  vor ihm für  Sololäufe in Szene zu setzen. Navas, Iniesta und Fàbregas  fanden in der  ersten Hälfte der Verlängerung jeweils schon auf diese Art  und Weise  Möglichkeiten vor.</p>
<p>Van Marwijk nahm mit De Jong einen Sechser  raus und brachte mit  Rafael van der Vaart einen weiteren Offensiven &#8211;  zumindest nominell. In  der Praxis musste nämlich Van der Vaart beinahe  auf einer Höhe mit Mark  van Bommel ebenso im defensiven Mittelfeld  auflaufen und konnte so  offensiv für keinerlei Akzente sorgen. Das  sollte aus Sicht der  Holländer jedoch Edson Braafheid, der zwar ebenso  Linksverteidiger ist  wie der mit Navas leicht überforderte Giovanni van  Bronckhorst, für den  er gekommen war, allerdings zum einen als  schneller gilt (was gegen  Navas wichtig war), als auch als mutiger in  der Vorwärtsbewegung.</p>
<p>Als dann mit John Heitinga sich dann  endlich doch noch ein Holländer  den wohlverdienten Ausschluss abgeholt  hatte, musste Mark van Bommel in  die Abwehrzentrale zurück. Der für  Villa ins Spiel gekommene Torres (der  einmal mehr wirkungslos blieb und  nur durch seine Zerrung ohne  Fremdeinwirkung auffiel) konnte dies  nicht nützen, die Überzahl half  aber ohne Frage beim entscheidenden  Tor. Dieses fiel nämlich genau über  das Loch, das der Neu-Verteidiger  Van Bommel im Mittelfeld riss und  welches Van der Vaart nicht gut genug  abdecken konnte. Abseits war es  keines, Van der Vaart stellte sich  etwas ungeschickt an, und Iniesta  traf völlig freistehend zum  verdienten 1:0. Das war natürlich die  Entscheidung: Mit einem Mann  weniger und einem solchen Nackenschlag im  Gepäck war es den Holländern  nicht mehr möglich, nach 115 Minuten  Zerstören plötzlich auf Fußball  umzustellen.</p>
<p><strong><em>Fazit</em></strong></p>
<p>Mit Worten wie &#8220;armselig&#8221;, &#8220;erbärmlich&#8221;,  &#8220;widerlich&#8221;,  &#8220;ekelhaft&#8221; und &#8220;skandalös&#8221; warf sky-Kommentator Marcel  Reif im  Zusammenhang mit dem Holzhacker-Auftitt der Holländer nur so um  sich &#8211;  und er hatte mit jedem einzelnen damit absolut Recht. Noch  schlimmer ist  es allerdings, dass sich Oranje nach dem Spiel  ausgerechnet auf  Schiedsrichter Howard Webb ausredeten. Das einzige,  was man dem  Engländer vorwerfen muss ist, dass er nicht schon viel  früher angefangen  hat, Holländer vom Platz zu stellen.</p>
<p>Was das  Spiel selbst angeht sind die Spanier ohne jeden Zweifel der  verdiente  Sieger, weil sie diejenige Mannschaft waren, die zumindest  versuchten,  ein Fußballspiel zu absolvieren und sie haben sich von der   Brutalo-Gangart der Holländer praktisch nicht aus der Fassung bringen   lassen. Mit der Ruhe, welche die Spanier schon im ganzen Turnierverlauf   auszeichnete, wartete die Seleccion geduldig auf die Chancen, und   letztlich wurde eine davon genützt.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=3520&amp;md5=27497a8258bae890c35fdfe3585363ce" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2010/12/27/bv-re-issue-fusballer-vs-verlierer-10/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2010%2F12%2F27%2Fbv-re-issue-fusballer-vs-verlierer-10%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=BV+Re-Issue+%26%238211%3B+Fu%C3%9Fballer+vs.+Zerst%C3%B6rer+1%3A0&amp;description=Danke%2C+Iniesta%3A+Er+bewahrte+die+Fu%C3%9Fballwelt+vor+einem+Weltmeister%2C+der+%C3%BCber+120+Minuten+nur+getreten%2C+gemotzt+und+zerst%C3%B6rt+hat+und+gar+nicht+erst+versucht+hat%2C+Fu%C3%9Fball+zu+spielen.+Das+sp%C3%A4te...&amp;tags=Del+Bosque%2Cholland%2CS%C3%BCdafrika+2010%2CSpanien%2CVan+Marwijk%2CWM-FInale%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Die WM 2018 geht an&#8230; Belgien und Holland?</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/11/25/die-wm-2018-geht-an-belgien-und-holland/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2010/11/25/die-wm-2018-geht-an-belgien-und-holland/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 00:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Belgien]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2018]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=3357</guid>
		<description><![CDATA[Ein kleiner Blick zurück &#8211; um zehn Jahre: Holland und Belgien verantalteten die Euro2000. Ein wunderbares Turnier, gut organisiert, feiner Fußball. Ob diese beiden aber auch die WM 2018 gemeinsam veranstalten dürfen, wenn wir acht Jahre nach vorne blicken? Es wäre eine Sensation. Denn eigentlich spricht alles gegen die gemeinsame Kandidatur der beiden Benelux-Länder. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ein kleiner Blick zurück &#8211; um zehn Jahre: Holland und Belgien verantalteten die Euro2000. Ein wunderbares Turnier, gut organisiert, feiner Fußball. Ob diese beiden aber auch die WM 2018 gemeinsam veranstalten dürfen, wenn wir acht Jahre nach vorne blicken? Es wäre eine Sensation.<br />
</em></strong></p>
<p><span id="more-3357"></span>Denn eigentlich spricht alles gegen die gemeinsame Kandidatur der beiden Benelux-Länder. Die Tatsache alleine schon, dass es eben ein von zwei Ländern veranstaltetes Turnier wäre, zum einen. Und zum anderen natürlich, dass dieses Turnier im Sommer 2000 erst zehn Jahre her ist. So gesehen könnten die Verantwortlichen im Organisationskommittee dem 2. Dezember, wenn die Endrunde vergeben wird, sehr entspannt entgegen blicken. Denn eine realistische Chance, den Zuschlag tatsächlich zu erhalten, gibt es nicht.</p>
<p><strong><em>Hier würde gespielt</em></strong><br />
Rotterdam &#8211; Nieuwe Kuip | 82.500<br />
Amsterdam &#8211; Amsterdam ArenA | 53.000<br />
Rotterdam &#8211; De Kuip | 50.500<br />
Amsterdam &#8211; Olimpisch Stadion | 44.000<br />
Eindhoven &#8211; Philips Stadion | 44.000<br />
Heerenveen &#8211; Abe Lenstra | 44.000<br />
Enschede &#8211; Grolsch Veste | 44.000</p>
<p>Brüssel &#8211; Nationaal Stadion | 80.000<br />
Lüttich &#8211; Stade de Sclessin | 45.000<br />
Antwerpen &#8211; Port of Antwerp | 45.000<br />
Genk &#8211; Cristal Arena | 45.000<br />
Charleroi &#8211; Stade du Pays | 44.000<br />
Gent &#8211; Artevelde | 40.000<br />
Brügge &#8211; Breydelstadion | 40.000</p>
<p><strong><em>Die Teams der Gastgeber</em></strong><br />
Das Team aus Holland hat sich zuletzt in Südafrika bis ins Finale durchgekämpft, wo Oranje kurz vor Ende der Verlängerung den Spaniern unterlegen war. Die Holländer sind eigentlich immer auf den Zetteln der Experten zu finden, wenn es um potentielle Sieger von großen Turnieren geht. Ganz anders sieht die lange bei den einstmals so starken Belgiern aus: Von vergangenem Glanz ist nichts mehr übrig, seit dem Achtelfinal-Aus vor acht Jahren bei der WM in Japan und Südkorea glänzen die &#8220;Roden Duivels&#8221; stets durch Abwesenheit. Ein Zuschlag könnte den viel versprechenden Nachwuchstalenten aus Belgien einen enormen Schub verleihen.</p>
<p><strong><em>Positiva</em></strong><br />
- Überschaubare Entfernungen zwischen den Spielorten.<br />
- Die Euro2000, welche diese beiden Länder gemeinsam ausrichteten, war gut organisiert.<br />
- Das Konzept zur begleitenden Trainerausbildung für weltweite Fußballcamps kam bei der Evaluierungskommission gut an.</p>
<p><strong><em>Negitiva</em></strong><br />
- Die FIFA möchte eigentlich keine Endrunden mehr haben, die von zwei Ländern gemeinsam ausgerichtet werden.<br />
- Die gemeinsam veranstaltete Endrunde der Europameisterschaft 2000 ist erst zehn Jahre her &#8211; also im Grunde gerade erst gestern.<br />
- Belgien ist ein sportliches Sorgenkind. Gastgeber, die mit einiger Wahscheinlichkeit die Vorrunde nicht überstehen, sind kein gutes Argument.<br />
- Die Unterbringungsmöglichkeiten für Mannschaften und Offizielle wurden als äußerst mangelhaft kritisiert.<br />
- Der Begeisterungsgrad ist sehr unterschiedlich. Die Euro2000 hat gezeigt, dass ganz Holland fußballverrückt war, in Belgien das Turnier aber nie wirklich in Fahrt kam.</p>
<p><strong><em>Chancen</em></strong><br />
Praktisch Null. Sollte sich die FIFA tatsächlich entscheiden, dieser Bewerbung den Zuschlag zu erteilen, würde sie ihre sämtlichen Richtlinien ignorieren und über den Haufen werfen. Die Tatsache, dass es eine gemeinsame Bewerbung zweier Länder ist. Die Tatsache, dass das letzte veranstaltete Turnier erst zehn Jahre her ist und über 80 (!) der damaligen Teilnehmer noch heute aktiv sind. Und schließlich auch die Tatsache, dass die Bewerbung bei der Evaluierungskommission nicht allzu gut abgeschnitten hat&#8230;</p>
<p><strong><em></em></strong><strong><em>und außerdem…</em></strong><br />
…hat Belgien zuletzt in der EM-Quali sogar gegen ein kleines Land aus Mitteleuropa nur ein 4:4-Remis erreicht. Wenn das kein schlechtes Omen ist!</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=3357&amp;md5=4de2647a0336e0e9817423d72d014cc8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2010/11/25/die-wm-2018-geht-an-belgien-und-holland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2010%2F11%2F25%2Fdie-wm-2018-geht-an-belgien-und-holland%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Die+WM+2018+geht+an%26%238230%3B+Belgien+und+Holland%3F&amp;description=Ein+kleiner+Blick+zur%C3%BCck+%26%238211%3B+um+zehn+Jahre%3A+Holland+und+Belgien+verantalteten+die+Euro2000.+Ein+wunderbares+Turnier%2C+gut+organisiert%2C+feiner+Fu%C3%9Fball.+Ob+diese+beiden+aber+auch+die+WM+2018+gemeinsam...&amp;tags=Belgien%2Cholland%2CWM+2018%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Finale &#8211; Fußballer vs. Zerstörer 1:0</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/07/12/finale-fusballer-vs-zerstorer-10/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2010/07/12/finale-fusballer-vs-zerstorer-10/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 15:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Del Bosque]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[Iniesta]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Van Marwijk]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=2452</guid>
		<description><![CDATA[Südafrika 2010 – Finale &#124; Danke, Iniesta: Er bewahrte die Fußballwelt vor einem Weltmeister, der über 120 Minuten nur getreten, gemotzt und zerstört hat und gar nicht erst versucht hat, Fußball zu spielen. Das späte 1:0 macht aus Spanien einen korrekten Titelträger. Spanien &#8211; Holland 1:0 n.V. ARD-Stammtischbruder Paul Breitner hatte Recht. &#8220;Weil&#8217;s nix bringt&#8221;, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><span style="color: #993300;">Südafrika  2010 –</span> <span style="color: #ff6600;">Finale</span> | </em></strong><em><strong>Danke, Iniesta: Er bewahrte die Fußballwelt vor einem Weltmeister, der über 120 Minuten nur getreten, gemotzt und zerstört hat und gar nicht erst versucht hat, Fußball zu spielen. Das späte 1:0 macht aus Spanien einen korrekten Titelträger.<br />
</strong></em></p>
<p><strong><span style="color: #008000;">Spanien &#8211; Holland 1:0 n.V.</span><br />
</strong></p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_3515" class="wp-caption aligncenter" style="width: 379px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/WM-Finale-20101.png"><img class="size-full wp-image-3515 " title="WM-Finale-2010" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/WM-Finale-20101.png" alt="" width="369" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Spanien - Holland 1:0 n.V.</p></div>
<p><span id="more-2452"></span>ARD-Stammtischbruder Paul Breitner hatte Recht. &#8220;Weil&#8217;s nix bringt&#8221;, meinter er auf die Frage, warum das deutsche Team im Semfinale gegen Spanien nicht körperlicher gespielt habe. &#8220;Du kriegst Gelb, dem Spanier ist die Attacke aber wurscht und er wickelt dich zwei Minuten später genauso ein. Und du kannst nimmer gscheit hingehen, weilst sonst vom Platz fliegst!&#8221; Die Holländer hatten ihn offenbar nicht gehört, denn das Hauptkonzept von Oranje im Finale war: Niedertreten, alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist.</p>
<p>Zu Beginn des Spiels lief alles wie erwartet: Spanien krallt sich sofort den Ballbesitz, die Holländer stehen &#8211; wie schon die Deutschen im Semifinale &#8211; zunächst zu tief. Die Folge: Schon nach zehn Minuten hatten die Spanier drei hochkarätige Tormöglichkeiten vorgefunden. Die Seleccion trat ebenso wie das Oranje-Team in der erwarteten Aufstellung an, jedoch spielte Pedro nicht so aktiv wie im Semifinale. Er war nominell auf der rechten Außenbahn aufgestellt, hielt sich aber tatsächlich sehr viel in der Mitte auf, beinahe als hängende Spitze hinter Villa.</p>
<p>So blieb Ramos die rechte Seite weitgehend alleine überlassen, was zu Beginn gegen den langsamen Van Bronckhorst auf ganz gut funktionierte. Ramos und Cadevila die Dribbler über die Außen, Xavi und Iniesta die schnellen Passgeber im Zentrum &#8211; alles keine Überraschung. Nach etwa einer Viertelstunde fingen die Holländer allerdings zum einen an, höher zu stehen und wesentlich früher und wesentlich konsequente zu Pressen, zudem stiegen sie nun desöfteren ziemlich rustikal ein. Nicht nur die Brutalo-Fouls von Van Bommel (der Iniesta aus vollem Lauf das Standbein umtrat) und De Jong (der Kickboxer gegen Xabi Alonso), die beide ohne Wenn und Aber mit klaren roten Karten geahndet hätten werden müssen &#8211; es gab jeweils nur Gelb &#8211; sondern viele kleine Fouls im Mittelfeld, um den Spielfluss der Spanier zu stören.</p>
<p>Was wunderbar funktionierte. Den Spaniern gelang es nun praktisch gar nicht mehr, wirklich konstruktiv in Richtung des holländischen Strafraums zu kommen, Kuyt drängte Ramos vermehrt nach hinten (wodurch Van Bronckhorst deutlich entlastet wurde) und Robben beschäftigte nun Capdevila, der oft von Xabi Alonso beim Doppeln von Robben unterstützt wurde. Somit erfüllten Robben und Kuyt ihre Aufgabe: Das Abstellen der spanischen Flanken. Denn wenn man den Spaniern die Seite nimmt und das Aufbauspiel ins Zentrum zwingt, lassen sich Räume gut zustellen. Das schafften Podolski/Boateng und Lahm/Trochowski im Semifinale nicht, den Holländern gelang es schon.</p>
<p>Allerdings hieß das, das auch das Oranje-Aufbauspiel über das Zentrum zu gehen hatte. Kuyt beschäftigte zwar Ramos, kam aber sonst nicht zur Geltung und mehr als Eckbälle konnte der auf sich alleine gestellte Robben nicht produzieren. So blieb den Holländern nur noch die Option über 50m-Pässe in Richtung Van Persie und Sneijder (letzterer agierte wie gewohnt als hängende Spitze), welche aber entweder sichere Beute von Casillas, Puyol und Piqué wurden, oder &#8211; noch viel öfter &#8211; gleich irgendwo im Nirvana endeten, ohne Chance, jemals einen Mitspieler zu erreichen. Das logische Resultat zur Pause war somit das 0:0.</p>
<p>Nach der Pause taute dann Iniesta, der von Mark van Bommel ziemlich in die Mangel genommen worden war, deutlich auf. Er wich nun vermehrt auf die linke Seite aus, wo der holländische Außenverteidiger Gregory van der Wiel keinen allzu guten Tag hatte. Wenn immer sich Iniesta nun aus der Umklammerung von Van Bommel lösen konnte, wurde es gefährlich, vor allem, nachdem auch Innenverteidiger John Heitinga nach seiner Verwarnung viel vorsichtiger in die Zweikämpfe gehen hatte müssen. Iniesta rochierte zudem mit Villa, sodass Van der Wiel, sollte Iniesta doch wieder in die Mitte ziehen, weiterhin beschäftigt war.</p>
<p>Nach einer Stunde brachte Del Bosque dann Jesús Navas für den diesmal eher enttäuschenden Pedro, um die Oranje-Schwachstelle Van Bronckhorst kosequenter anzubohren. Mit Erfolg: Navas brachte über seine linke Seite nun viel mehr Wirbel, als der nicht allzu positionstreue Pedro das vor ihm tat. Offensiv war Van Bronckhorst nun komplett aus dem Spiel, defensiv hatte er einige Probleme. Durch Iniesta (mit dem fleißigen Capdevila) auf der einen und dem wuseligen Navas auf der anderen Seite gelang es den Spaniern, ihre vor der Pause abgeschalteten Flügel wieder deutlich zu beleben.</p>
<p>Alleine, Torerfolg wollte keiner gelingen. So hätten sich die Spanier nicht wundern müssen, hätte Robben eine der beiden krassen Unachtsamkeiten in der Defensive ausnützen konnte: Die Abwehrreihe war jeweils zu weit aufgerückt, ein Pass in den Lauf des nun auch mehr durch die Mitte ziehnten Robben, und zwei Mal wäre es fast geschehen, allerdings klärte in beiden Szenen Casillas hervorragend &#8211; in der zweiten hatte Puyol zudem etwas Glück, nicht mit seiner zweiten Gelben vom Platz zu müssen. In diesen wenigen Szenen blitzte auf, dass die Holländer ja durchaus ansehnlichen Fußball spielen könnten.</p>
<p>Was man den Spaniern hoch anrechnen muss ist die Tatsache, dass sie sich (von Iniestas kurzem Auszucker abgesehen) von den holländischen Härteeinlagen nie wirklich aus der Ruhe bringen ließen, und auch keine dummen Fouls begingen &#8211; die meisten Verwarnungen für die Spanier nach der Pause resultierten aus notwendigen, taktischen Vergehen. Auf der anderen Seite gab es nun zwar keine wirklich böswilligen Attacken mehr auf die Gesundheit der Gegenspieler, aber durch permanentes In-den-Mann-Gehen schafften es die Holländer auch in der zweiten Hälfte, einen wirklich durchgängigen Spielfluss bei den Spaniern nie aufkommen zu lassen. Diese zogen zwar in einzelnen Szenen immer wieder das Tempo an (vor allem Navas, aber auch Iniesta), wirklich schwere Bäller musste Oranje-Keeper Stekelenburg aber nicht pararieren &#8211; so ging es also in die Verlängerung.</p>
<p>Fàbregas, der für Xabi Alonso gekommen war, ermöglichte es Xavi, nun etwas mehr aus der Tiefe zu kommen. Die Spanier haben eingesehen, dass sie zu ihrem Kurzpass-Spiel in diesem Finale nicht mehr kommen würden, und stellten dahingehend um &#8211; Xavi als Passgeber, um die Offensivkräfte vor ihm für Sololäufe in Szene zu setzen. Navas, Iniesta und Fàbregas fanden in der ersten Hälfte der Verlängerung jeweils schon auf diese Art und Weise Möglichkeiten vor.</p>
<p>Van Marwijk nahm mit De Jong einen Sechser raus und brachte mit Rafael van der Vaart einen weiteren Offensiven &#8211; zumindest nominell. In der Praxis musste nämlich Van der Vaart beinahe auf einer Höhe mit Mark van Bommel ebenso im defensiven Mittelfeld auflaufen und konnte so offensiv für keinerlei Akzente sorgen. Das sollte aus Sicht der Holländer jedoch Edson Braafheid, der zwar ebenso Linksverteidiger ist wie der mit Navas leicht überforderte Giovanni van Bronckhorst, für den er gekommen war, allerdings zum einen als schneller gilt (was gegen Navas wichtig war), als auch als mutiger in der Vorwärtsbewegung.</p>
<p>Als dann mit John Heitinga sich dann endlich doch noch ein Holländer den wohlverdienten Ausschluss abgeholt hatte, musste Mark van Bommel in die Abwehrzentrale zurück. Der für Villa ins Spiel gekommene Torres (der einmal mehr wirkungslos blieb und nur durch seine Zerrung ohne Fremdeinwirkung auffiel) konnte dies nicht nützen, die Überzahl half aber ohne Frage beim entscheidenden Tor. Dieses fiel nämlich genau über das Loch, das der Neu-Verteidiger Van Bommel im Mittelfeld riss und welches Van der Vaart nicht gut genug abdecken konnte. Abseits war es keines, Van der Vaart stellte sich etwas ungeschickt an, und Iniesta traf völlig freistehend zum verdienten 1:0. Das war natürlich die Entscheidung: Mit einem Mann weniger und einem solchen Nackenschlag im Gepäck war es den Holländern nicht mehr möglich, nach 115 Minuten Zerstören plötzlich auf Fußball umzustellen.</p>
<p>Fazit: Mit Worten wie &#8220;armselig&#8221;, &#8220;erbärmlich&#8221;, &#8220;widerlich&#8221;, &#8220;ekelhaft&#8221; und &#8220;skandalös&#8221; warf sky-Kommentator Marcel Reif im Zusammenhang mit dem Holzhacker-Auftitt der Holländer nur so um sich &#8211; und er hatte mit jedem einzelnen damit absolut Recht. Noch schlimmer ist es allerdings, dass sich Oranje nach dem Spiel ausgerechnet auf Schiedsrichter Howard Webb ausredeten. Das einzige, was man dem Engländer vorwerfen muss ist, dass er nicht schon viel früher angefangen hat, Holländer vom Platz zu stellen.</p>
<p>Was das Spiel selbst angeht sind die Spanier ohne jeden Zweifel der verdiente Sieger, weil sie diejenige Mannschaft waren, die zumindest versuchten, ein Fußballspiel zu absolvieren und sie haben sich von der Brutalo-Gangart der Holländer praktisch nicht aus der Fassung bringen lassen. Mit der Ruhe, welche die Spanier schon im ganzen Turnierverlauf auszeichnete, wartete die Seleccion geduldig auf die Chancen, und letztlich wurde eine davon genützt.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=2452&amp;md5=54b57954810399dfdadf2fb91acbdba1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2010/07/12/finale-fusballer-vs-zerstorer-10/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2010%2F07%2F12%2Ffinale-fusballer-vs-zerstorer-10%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Finale+%26%238211%3B+Fu%C3%9Fballer+vs.+Zerst%C3%B6rer+1%3A0&amp;description=S%C3%BCdafrika+2010+%E2%80%93+Finale+%7C+Danke%2C+Iniesta%3A+Er+bewahrte+die+Fu%C3%9Fballwelt+vor+einem+Weltmeister%2C+der+%C3%BCber+120+Minuten+nur+getreten%2C+gemotzt+und+zerst%C3%B6rt+hat+und+gar+nicht+erst+versucht+hat%2C...&amp;tags=Del+Bosque%2Cholland%2CIniesta%2CSpanien%2CVan+Marwijk%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>SF1 &#8211; Wenig zielstrebig. Beide.</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/07/07/sf1-wenig-zielstrebig-beide/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2010/07/07/sf1-wenig-zielstrebig-beide/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 15:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[Uruguay]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=2439</guid>
		<description><![CDATA[Südafrika 2010 – Semifinale 1 &#124; Mit Holland hat sich der Favorit durchgesetzt &#8211; aber so richtig  stark war der Auftritt gegen Uruguay nicht. Das 3:2 bedeutet den ersten holländischen Finaleinzug seit 32 Jahren, gesichert wurde er aber mehr von Einzelaktionen als von wirklich durchdachtem Spiel. Holland &#8211; Uruguay 3:2 (1:1) Ohne den verletzten Abwehr-Boss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><span style="color: #993300;">Südafrika  2010 –</span> <span style="color: #ff6600;">Semifinale 1 </span>| </em></strong><em><strong>Mit Holland hat sich der Favorit durchgesetzt &#8211; aber so richtig  stark war der Auftritt gegen Uruguay nicht. Das 3:2 bedeutet den ersten holländischen Finaleinzug seit 32 Jahren, gesichert wurde er aber mehr von Einzelaktionen als von wirklich durchdachtem Spiel.</strong></em></p>
<div id="attachment_2965" class="wp-caption aligncenter" style="width: 338px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/NedUru.png"><img class="size-full wp-image-2965 " title="NedUru" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/NedUru.png" alt="" width="328" height="472" /></a><p class="wp-caption-text">Holland - Uruguay 3:2</p></div>
<p><em><strong><span id="more-2439"></span><br />
</strong></em></p>
<p><strong><span style="color: #008000;">Holland &#8211; Uruguay 3:2 (1:1)</span><br />
</strong></p>
<p>Ohne den verletzten Abwehr-Boss Lugano, ohne den gesperrten Linksverteidiger Fucile &#8211; und vor allem ohne Suárez! Uruguay-Teamchef Tabárez musste mit drei herben Ausfällen zurecht kommen. Was im Endeffekt bei Lugano und Fucile gut geland, aber ein Luis Suárez war von seiner Spielweise und seinem beinahe blinden Verständnis mit Forlán schlicht nicht zu ersetzen.</p>
<p>Dem Stürmerstar der Urus wurde in diesem Semifinale Edinson Cavani zur Seite gestellt; dieser kam im Turnierverlauf aber immer eher über die (zumeist rechte) Seite. Nicht nur einmal spielten Forlán und Cavani vorne aneinander vorbei, die Abstimmung passte nicht, und so kam selten etwas Gefährliches in Zusammenarbeit der beiden zu Stande. Der Schlüsselspieler bei Uruguay war aber Álvaro Pereira im linken Mittelfeld des 4-4-2! Denn mit Forlán in der Spitze und nicht als Hängende und einem offensiv unsichtbaren Gargano in der Mittefeldzentrale ging es, wenn es konstruktiv in die gegnerische Hälfte ging, nur über Álvaro Pereira. Was das Spiel der Uruguayer natürlich sehr leicht ausrechenbar machte.</p>
<p>In der Innenverteidigung spielte der genesene Godín neben Victorino für den verletzten Lugano, das passte ganz gut. Und Fucile wurde vom resoluten Martín Cáceres ersetzt &#8211; der Arjen Robben in beinharte Manndeckung nahm, ihm über den halben Platz wie ein Schatten folgte. Der Effekt: Über Robben ging recht wenig.</p>
<p>Die Holländer waren in ihrem gewohnten 4-2-3-1 aufgelaufen; Boulahrouz und De Zeeuw ersetzten die gesperrten Van der Wiel und De Jong. Boulahrouz machte das ganz anständig und hatte es zumeist mit Álvaro Pereira zu tun, aber Demy de Zeeuw machte von der ersten Minute an einen hibbeligen und etwas fahrigen Eindruck, mehr als Alibipässe zum (etwas weiter vorne postierten) Mark van Bommel bzw. zur Abwehrkette fielen ihm kaum ein. Darum war er auch das logische Opfer, als Bert van Marwijk in der Pause taktisch umstellte &#8211; aber dazu später mehr.</p>
<p>Während Álvaro Pereira im linken Mittelfeld eine ordentliche Rolle spielte, auf einer Position, die ihm liegt und mit Cáceres, der ihm den Rücken freihielt, war die rechte Seite der Uruguayer weit weniger gut besetzt. Diego Pérez, an sich eher ein defensiver Mittelfeldspieler, musste auf die Flanke ausweichen, was aber aber nur halbherzig und nicht besonders Effektiv tat. Nach vorne traute sich Pérez kaum, und weil er immer wieder weit in die Mitte zog (bzw. von Kuyt in die Mitte gezogen wurde) bot sich sogar Van Bronckhorst die Gelegenheit, immer mal wieder nach vorne zu gehen &#8211; oder Pérez wurde von Sneijder gebunden, was Kuyt mitunter Platz brachte.</p>
<p>Nach einer Viertelstunde wechselten Robben und Kuyt für ein paar Minuten die Seite. Robben entfloh so der Manndeckung von Cáceres und verwiffte Pérez, Maxi Pereira ging Robben nicht so konsequent an wie Cáceres &#8211; und plötzlich hatte Van Bronckhorst mörderisch viel Platz, den er zu seinem völlig unbedrängten Weitschuss zum 1:0 nützte. Die Urus reagierten darauf, indem sie eigentlich gar nicht reagierten &#8211; lediglich Forlán orientierte sich nun ein wenig mehr Richtung linke Flanke, um Álvaro Pereira ein wenig entgegen zu gehen.</p>
<p>Aus der Zentrale (Gargano) kam weiterhin gar nichts, das Zusammenspiel mit Cavani klappte weiterhin überhaupt nicht, und ein guter Teil des eh schon geringen Ballbesitzes der Südamerikaner wurde durch lange Bälle nach vorne recht leichtfertig wieder hergegeben. Dass Forlán ebenso einmal abzog und so zum 1:1 traf, war mehr eine Einzelaktion, aber nicht wirklich herausgespielt. Er nützte den Platz, den ihm die Holländer für einmal gewährten (weil sie sich zu viel auf Cavani konzentrierten), womit die Urus wieder im Spiel waren.</p>
<p>Nach der Pause brachte Van Marwijk dann mit Van der Vaart einen zusätzlichen Offensiven für den mäßigen De Zeewu, stellte somit auf ein 4-1-4-1 um. Gegen das nicht existente zentrale offensive Mittelfeld Uruguays brauchte es wahrlich keine zwei Sechser, und so erhoffte sich Van Marwijk erhöhten Druck auf die massierte Defensive der Urus. Allerdings griff diese Maßnahme überhaupt nicht: Der Celeste boten sich jetzt mehr Räume und diesen suchten sie zu nützen. Nicht selten musste einer der Innenverteiger herausrücken, was in der Zentral wiederum Cavani und Forlán etwas Platz geben hätte können &#8211; allein, wirklich nützen konnten sie diesen nicht.</p>
<p>Weil Tabárez sah, dass der holländische Wechsel eher seiner egienen Mansnchaft entgegen kam, stellte er zunächst auch nicht um. Uruguay war dem Führungstreffer, obwohl es kaum wirklich zwingende Aktionen gab, nun sogar näher als der Favorit in Orange. Alleine, wirklich nützen konnten die Südamerikaner diese Drangphase nicht &#8211; und mit dem Doppelschlag der Holländer, die in der 70. und 73. durch zwei Tore aus dem nichts (Sneijder von der Strafraumgrenze, Kuyt-Flanke auf Robben) auf 3:1 davon zogen, war das Spiel so gut wie entschieden.</p>
<p>Tabárez brachte nun mit Abréu einen weiteren Stürmer für den fleißigen Álvaro Pereira und stellte nun auf das aus der Vorrunde und dem Achtelfinale bekannte 4-3-3 um; Cavani wich auf die linke Außenbahn aus, Forlán und Abréu lauterten in der Spitze auf Anspiele, die allerding nicht kamen. Im Gegenteil, die Holländer spielten die Zeit nun souverän runter und hätten schon den Deckel endgültig auf das Spiel setzen können, wären Robben und Elia nicht so schludrig mit hervorragenden Konterchancen umgegangen.</p>
<p>Was bestraft wurde: Maxi Pereira zog nach einem kurz abgespielten Freistoß aus 20 Metern ab und traf in der 92. Minute zum 2:3-Anschluss. Die Holländer bekamen in den verbleibenden zwei Minuten dann noch noch zittrige Knie, brachten den Sieg aber über die Zeit.</p>
<p>Fazit: Ein seltsames Spiel. Holland mit viel mehr Ballbesitz, aber ohne Gefahr, Uruguay ohne nennenswerte Offensive. Die Umstellung von Von Marwijk zur Pause ging eigentlich nach hinten los, ehe zwei Tore doch noch die vermeintliche Entscheidung brachten. Mit Ruhm hat sich Oranje weder spielerisch nch taktisch bekleckert, dennoch war es letztlich der effizientere Umgang mit den Chancen von dem Team mit mehr individueller Klasse, das den letztlich nicht unverdienten Finaleinzug Hollands sicherte.</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=2439&amp;md5=8b190dfa3666aabdc850f96acf6c48f1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2010/07/07/sf1-wenig-zielstrebig-beide/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2010%2F07%2F07%2Fsf1-wenig-zielstrebig-beide%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=SF1+%26%238211%3B+Wenig+zielstrebig.+Beide.&amp;description=S%C3%BCdafrika+2010+%E2%80%93+Semifinale+1+%7C+Mit+Holland+hat+sich+der+Favorit+durchgesetzt+%26%238211%3B+aber+so+richtig%C2%A0+stark+war+der+Auftritt+gegen+Uruguay+nicht.+Das+3%3A2+bedeutet+den+ersten+holl%C3%A4ndischen...&amp;tags=holland%2CUruguay%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>AF 5 &amp; 6 &#124; Trockene Favoriten</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/06/28/af-5-6-trockene-favoriten/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2010/06/28/af-5-6-trockene-favoriten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 21:28:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Bielsa]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Dunga]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[Slowakei]]></category>
		<category><![CDATA[Van Marwijk]]></category>
		<category><![CDATA[Weiss]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=2393</guid>
		<description><![CDATA[Südafrika 2010 – Achtelfinals 5 und 6 &#124; Die beiden Favoriten in der oberen Hälfte des WM-Brackets gaben sich keine Blöße: Holland kommt zu einem nie gefährdeten Sieg gegen biedere Slowaken, die Brasilianer zu einem klaren Erfolg gegen allerdings mutige Chilenen. Holland &#8211; Slowakei 2:1 (1:0) Arjen Robben von Beginn an &#8211; das war die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><span style="color: #993300;">Südafrika 2010 –</span><span style="color: #ff6600;"> Achtelfinals 5 und 6</span> | Die beiden Favoriten in der oberen Hälfte des WM-Brackets gaben sich keine Blöße: Holland kommt zu einem nie gefährdeten Sieg gegen biedere Slowaken, die Brasilianer zu einem klaren Erfolg gegen allerdings mutige Chilenen.<span id="more-2393"></span><br />
</em></strong></p>
<p><strong><span style="color: #008000;">Holland &#8211; Slowakei 2:1 (1:0)</span><br />
</strong></p>
<div id="attachment_3614" class="wp-caption aligncenter" style="width: 338px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/8F5-Ned-Svk-2-1.png"><img class="size-full wp-image-3614 " title="8F5 Ned-Svk 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/8F5-Ned-Svk-2-1.png" alt="" width="328" height="472" /></a><p class="wp-caption-text">Holland - Slowakei 2:1</p></div>
<p>Arjen Robben von Beginn an &#8211; das war die große Änderung bei den Holländern. Der Bayern-Star ging auf die rechte Seite im 4-2-3-1, Kuyt rückte dafür auf links. Und die Tatsache, dass der taktisch undisziplinierte Van der Vaart nicht dabei war, tat dem Spiel der Holländer inhaltlich extrem gut: Ohne Van der Vaart, der ständig seine Flanke verließ, spielten die Holländer gleich wesentlich konsequenter über die Außen. Die Holländer wussten, dass sie gegen die Slowakei Favorit sind, und kontrollierten das Spiel von Beginn an. Eine Chance gab es für Van Persie, diese ging nicht hinein &#8211; setzte aber den Ton.</p>
<p>Oranje spielte es wie auch in der Vorrunde. Ohne den ganz großen Schwung, aber sehr kontrolliert; abwartend, aber die Slowaken mussten ständig auf der Hut vor dem entscheidenden Pass sein. Einmal war der WM-Debütant zu weit aufgerückt, der lange Ball auf Robben kam an, Van Persie kreuzte und verwirrte die Abwehr, und schon stand es 1:0 &#8211; der Schlüssel zum Spiel der Holländer. Denn nun konnten sie den Slowaken das Spiel aufdrängen, das diese partout nicht haben wollten, weil sie es auf diesem Niveau nicht können &#8211; nämlich selbst für die Akzente zu sorgen. Sneijder und Co. zogen sich zurück, machten das Mittelfeld dicht, und die Slowaken mussten nun kommen.</p>
<p>Und das taten sich nicht besonders gut. Sechser Kucka fand die Anspielstationen nicht, Hamšík tauchte einmal mehr völlig unter, Trainersohn Weiss konnte in der Zentrale gegen die sichere Defensive der Holländer nichts ausrichten, Jendrišek verließ zu oft seine linke Seite, Stoch brachte von rechts wenig in die Zentrale, und Vittek hing dort in der Luft. So plätscherte das Spiel vor sich hin, die Slowaken waren mit dem Gestalten überfordert, und die Holländer lauerten auf Löcher für den schnellen Gegenstoß.</p>
<p>Die Holländer langweilten sich wohl selbst ein wenig, denn zu Beginn der zweiten Hälfte wurde Oranje wieder aktiver und die Slowaken, bei denen Jendrišek nun in die Spitze ging, Vittek dafür zurück und Weiss nach rechts wurden um nichts besser &#8211; da konnten sie sogar bei ihrer Nicht-Leistung gegen Paraguay mehr zeigen. Und als sie nach 20 Minuten in der zweiten Hälfte erstmals wieder wirklich aufgerückt waren, hätten sie sich aus einem schnellen Konter beinahe das 0:2 eingefangen. So signalisierten die Holländer: &#8220;Wenn ihr selbst nix macht, trefft ihr nix. Und wenn ihr was macht, kontern wir euch aus. Wir haben euch, und ihr wisst das!&#8221; Die erste wirklich gute Chance für die Slowaken durch Vittek kam nur zu Stande, weil hinten leichtfertig auf Abseits gespielt wurde.</p>
<p>Die Slowaken spürten nun, dass es nicht mehr reichen würden, es drängte nun alles in die Mitte und das zuvor recht disziplinierte Positionsspiel brach komplett in sich zusammen. Und zehn Minuten vor Schluss fingen sie sich das 0:2 dann doch noch ein &#8211; der sonst sichere Torhüter Mucha verschätzte sich bei einem 50m-Freistoß komplett, Kuyt schob den Ball unbedrängt in die Mitte und Sneijder verwertete das Zuspiel. Dass Vittek mit dem Schlusspfiff per Elfmeter das 1:2 markierte, war nur noch Kosmetik.</p>
<p>Fazit: Die Holländer zeigten, was sie schon in der Vorrunde zeigten: Das Spiel im Griff, und das unspektakulär und schnörkellos. Den Slowaken fehlten schlicht und einfach die Mittel, den souveränen Gegner ernsthaft in Gefahr zu bringen. Der Sieg ist natürlich hochverdient, aber es wurde nun auch im vierten Spiel nicht klar, zu was die Holländer wirklich in der Lage sind.</p>
<p>————————</p>
<p><strong><span style="color: #008000;">Brasilien &#8211; Chile 3:0 (2:0)</span><br />
</strong></p>
<div id="attachment_3615" class="wp-caption aligncenter" style="width: 338px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/8F6-Bra-Chi-3-0.png"><img class="size-full wp-image-3615 " title="8F6 Bra-Chi 3-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/8F6-Bra-Chi-3-0.png" alt="" width="328" height="472" /></a><p class="wp-caption-text">Brasilien - Chile 3:0</p></div>
<p>&#8220;Diese kleinen, wuseligen Chilenen&#8221;, werden sich die Brasilianer vor dem Spiel gedacht haben, &#8220;die bekommen wir nicht auskombiniert.&#8221; Darum hieß das unbrasilianische Konzept von Anfang an: Hohe Bälle, Freistöße, Ecken. So gesehen logisch, dass das 1:0 für die Brasilianer genau aus einem Eckball viel. Aber alles der Reihe nach.</p>
<p>Carlos Dunga spielte diesmal mit einer Raute im Mittelfeld: Dani Alves (statt dem angeschlagenen Elano) rechts, Ramires (statt dem angeschlagenen Felipe Melo) links, Gilberto Silva als klassischer Sechser, und Kaká als echter Zehner hinter den Spitzen Luís Fabiano und Robinho. Die Lücke, die zwischen den drei Offensiven und dem Rest aber immer wieder aufgerissen wurde, war recht groß und das brasilianische Mittelfeld fand gegen die flinken Chilenen zunächt kein echtes Mittel.</p>
<p>Beim Team von Marcelo Bielsa wurde schnell sichtbar, dass man mit Luís Fabiano als Solospitze gerechnet hatte, weil eine Viererkette spielte &#8211; und zwar eine völlig umgestellte. Für die gesperrten Medel und Ponce kamen Fuentes und Contreras in die Mannschaft, Isla war der geplante Rechts- und Vidal der geplante Linksverteidiger. Weil aber Robinho in der Tat einen zweiten echten Stürmer gab, musste schnell von Vierer- auf Dreierkette umgestellt werden. Arturo Vidal orientierte sich dafür mehr ins defensive halblinke Mittelfeld. Damit entstand ein Ungleichgewicht: Mit Vidal, González und Beausejour beackerten nun drei Mann die linke Seite, Alexis Sánchez war auf der rechten auf sich alleine gestellt und somit aus dem Spiel.</p>
<p>Die Brasilianer verteidigten das mit zunehmender Spieldauer immer besser, auch weil in der chilenischen Formation der normalerweise immer eingeplante Trequartista, der Spielmacher, im offensiven Zentrum fehlte. Dann kam das angesprochene 1:0, kurz darauf spielte Kaká, Robinho und Luís Fabiano die völlig umformierte Abwehr doch einmal aus und stellten auf 2:0. Damit war das Spiel im Grunde entschieden.</p>
<p>In der Pause stellte Bielsa wieder die gewohnte Grundordnung her: Mit Valdivia (für Contreras) kam nun ein Zehner für einen Verteidiger, Vidal ging dafür vom halblinken Mittelfeld in die Dreierkette und Tello ersetzte Mark González auf der linken Seite. Alleine, die Brasilianer spielten nun trocken ihr Spiel herunter und den Chilenen fehlte nach der engen Vorrunde und ihrem kräfteraubenden Spiel nun neben der individuellen Qualität auch die Luft, die Seleção wirklich noch einmal ins Wanken zu bringen. Die Brasilianer erlaubten mit konsequentem Doppeln und gutem Zustellen der Räume nur noch eine Schein-Druckphase, wie sie etwa die Engländer gegen Deutschland hatte. Torgefahr kam keine auf &#8211; und mit dem billigen Solo-Konter von Ramires, den Robinho zum 3:0 abschloss, waren die Chilenen endgültig erlegt.</p>
<p>Die Chilenen können nun mal nicht anders als nach vorne, und darum versuchten sie es gegen nun absolut souveräne Brasilianer weiterhin. Dennoch ist das Spiel mit einem Kampf eines kleinen Bruders gegen einen großen vergleichbar, der den tampferen, aber zu kleinen am ausgestrecken Arm sich austoben lässt. Dunga hatte sogar noch die Gelegenheit, ein paar Reservisten zu bringen. Und auch das Streben der Chilenen nach einem Ehrentor war letztlich nicht mehr von Erfolg gekrönt.</p>
<p>Fazit: Mit den Brasilianer setzte sich die reifere Mannschaft mit der höheren individuellen Qualität durch. Die Chilenen müssen sich aber nicht grämen: Sie haben ein wunderbares Turnier gezeigt und sich auch gegen die übermächtige Seleção nicht versteckt.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=2393&amp;md5=1f3f37b0c63fecc1cdbf20c1f5ec303d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2010/06/28/af-5-6-trockene-favoriten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2010%2F06%2F28%2Faf-5-6-trockene-favoriten%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=AF+5+%26%23038%3B+6+%7C+Trockene+Favoriten&amp;description=S%C3%BCdafrika+2010+%E2%80%93+Achtelfinals+5+und+6+%7C+Die+beiden+Favoriten+in+der+oberen+H%C3%A4lfte+des+WM-Brackets+gaben+sich+keine+Bl%C3%B6%C3%9Fe%3A+Holland+kommt+zu+einem+nie+gef%C3%A4hrdeten+Sieg+gegen+biedere...&amp;tags=Bielsa%2CBrasilien%2CChile%2CDunga%2Cholland%2CSlowakei%2CVan+Marwijk%2CWeiss%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Ein Fleck für den Weltmeister</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/06/26/ein-fleck-fur-den-weltmeister/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2010/06/26/ein-fleck-fur-den-weltmeister/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 10:27:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Algerien]]></category>
		<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Côte d'Ivoire]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Neuseeland]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Nordkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Paraguay]]></category>
		<category><![CDATA[Portugal]]></category>
		<category><![CDATA[südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[serbien]]></category>
		<category><![CDATA[Slowakei]]></category>
		<category><![CDATA[Slowenien]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Uruguay]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=2376</guid>
		<description><![CDATA[Die Vorrunde ist geschlagen! Keines der Teams, welches das Achtelfinale wirklich verdient gehabt hätte, hat es verpasst. ballverliebt verteilt den 32 Teilnehmern Noten &#8211; und wenig überraschend gibt es für die beiden Finalisten von 2006 einen glatten Fleck&#8230; 1 Argentinien – Drei sichere Siege verdienen sich natürlich einen Einser, aber wirklich getestet wurden die Gauchos [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Die Vorrunde ist geschlagen! Keines der Teams, welches das Achtelfinale wirklich verdient gehabt hätte, hat es verpasst. ballverliebt verteilt den 32 Teilnehmern Noten &#8211; und wenig überraschend gibt es für die beiden Finalisten von 2006 einen glatten Fleck&#8230;<span id="more-2376"></span><br />
</em></strong></p>
<p>1</p>
<p>Argentinien – Drei sichere Siege verdienen sich natürlich einen Einser, aber wirklich getestet wurden die Gauchos noch nicht. Die dämliche Performance gegen Griechenland könnte heilsam sein, oder ein Vorzeichen.</p>
<p>Chile – Das wohl aufregendste Team der Vorrunde wäre beinahe an seiner mangelhaften Chancenverwertung gescheitert, zieht aber absolut verdient ins Achtelfinale ein. Und auch wenn dort Schluss sein dürfte, es ist ein erfreulicher Auftitt.</p>
<p>Japan – Viel erwartet haben die Japaner selbst nicht, umso mehr haben sie sich selbst und auch die Beobachter erstaunt. Mit klarer taktischer Ausrichtung und hoher Disziplin geht’s zu Recht ins Achtelfinale.</p>
<p>Neuseeland – Die wahre Sensation dieses Turniers! Die All Whites wären schon zufrieden gewesen, nicht allzu sehr verprügelt zu werden. Und am Ende blieben sie sogar ungeschlagen! Das verdient sich einen Einser mit Sternchen.</p>
<p>Niederlande – Die Holländer haben die besten Voraussetzungen für ein ganz großes Turnier: Drei leichte Siege, ohne annähernd an die Grenzen gehen zu müssen, und absolute Ruhe im und um das Team. Heißer Tipp!</p>
<p>Spanien – Es macht wahre Champions aus, im Krisenfall die absolute Ruhe zu bewahren und sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Der Europameister erholte sich wunderbar vom Schweiz-Schock, kam durch und macht vor allem mental einen absolut stabilen Eindruck.</p>
<p>Uruguay – Zugegeben, das ist kein Party-Fußball. Aber die Urus machten in der Defensive staubtrocken ihren Job und vorne schlagen Forlán und Co. zu, wenn es nötig ist. Da ist noch einiges möglich.</p>
<p>2</p>
<p>Brasilien – Ohne Probleme die schwere Gruppe überstanden, aber noch nicht begeisternd: Die Seleção musste noch nicht ihre volles Potential ausschöpfen. Es sah bislang aber schon recht abgebrüht aus.</p>
<p>Deutschland – Die junge Truppe zeigte sich spielstark und behielt vor allem die Nerven, als es zum Alles-oder-Nichts-Spiel kam. Die Pleite gegen die Serben hat man sich selbst zuzuschreiben. Für den ganz großen Wurf wird es aber nicht reichen.</p>
<p>Mexiko – Den Franzosen haben sie eine Lehrstunde erteilt, die Mexikaner, die anderen beiden Spiele waren ebenfalls in Ordnung. Aber das letzte Stück zu einem Topteam fehlt dann doch noch.</p>
<p>Slowenien – Ohne Zweifel, die Ergebnisse waren besser als die Leistung tatsächlich war. Dennoch zeigten die Slowenen, dass ihre Qualifikation kein Zufall war, und fast hätte es ja sogar zum Achtelfinale gereicht.</p>
<p>USA – Für die Amerikaner scheint Südafrika ein guter Boden zu sein. Mit großem Kampfgeist retten sich die US-Boys ins Achtelfinale, und zwar völlig verdient. Und dort muss noch nicht Schluss sein.</p>
<p>3</p>
<p>Algerien – kaum eine Mannschaft zeigte sich in der Defensive derart sicher wie die Algerier, allerdings war auch kein eine andere vorne so derart harmlos. Für ihr Potential waren die Resultate aber in Ordnung.</p>
<p>Australien – Die Socceroos haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert, und haben vom Auftaktspiel abgesehen nicht enttäuscht. Mehr war in dieser Mannschaft aber nicht mehr drin.</p>
<p>Ghana – Die Black Stars wurden ihrem Ruf als solidestes Team Afrikas gerecht und ziehen als einzige Mannschaft ihres Kontinents eine Runde weiter. Dennoch: Vorne war’s zu harmlos, der Aufstieg ist eher glücklich.</p>
<p>Honduras – Dass die Mittelamerikaner keine Chance haben würden, war klar. Dass sie sich eher unglücklich vor des Gegners Tor anstellen, war ersichtlich. Dass sie sich dennoch für ihr Potential ganz ordentlich dabei waren, kann aber auch nicht geleugnet werden.</p>
<p>Paraguay – Ja, am Ende steht der Gruppensieg. Aber war das bisher wirklich überzeugend? Vom starken Spiel gegen die Slowaken abgesehen, ist Paraguay bis hierhin fraglos noch unter den Möglichkeiten geblieben.</p>
<p>Portugal – Wirklich überzeugend waren Cristiano Ronaldo und Co. ja nur beim 7:0 gegen Nordkorea. Was das Team wirklich kann, wurde aber noch nicht klar. Das Achtelfinale gegen Spanien gibt darüber sicher Aufschluss.</p>
<p>Südafrika – Dem Gastgeber fehlte es schlicht an der Qualität, um die Vorrunde zu überstehen. Ich im Rahmen ihrer Möglichkeiten haben sie sich ordentlich präsentiert und müssen sich nicht schämen.</p>
<p>4</p>
<p>Côte d’Ivoire – Dass sie’s drauf haben, zeigten sie gegen Nordkorea. Aber das Spiel gegen Portugal gingen die Elefanten zu zaghaft an, jenes gegen Brasilien mit allzu viel Einsatz. Da wäre sicherlich mehr möglich gewesen.</p>
<p>Dänemark – Dem guten Spiel gegen Kamerun zum Trotz reicht es verdient nicht. Zu bieder das Auftreten der Mannschaft, zu harmlos nach vorne, und am Ende versagten dem eigentlich routinierten Team auch noch die Nerven.</p>
<p>England – Ein Glück, dass die Slowenen den Ausgleich nicht mehr geschafft haben, denn über ein Ausscheiden hätte sich in England keiner beschweren dürfen. Immerhin haben die Three Lions im entscheidenden Spiel das Resultat erbracht.</p>
<p>Nigeria – Es war schon wesentlich besser als beim haarsträubenden Afrikacup, aber die Super Eagles müssen sich das Aus mehr dummen Fehlern (die Rote gegen Griechenland, die verpassten Chancen gegen Südkorea) als fehlendem Potential zuschreiben.</p>
<p>Nordkorea – die Abwehrleistung gegen die Brasilianer war durchaus beeindruckend, aber danach trat die geheimnisvolle Mannschaft nur noch als Panikorchester auf. WM-Reife? Na, in vier Jahren vielleicht. Diesmal noch nicht.</p>
<p>Schweiz – Trotz des überraschenden (und glücklichen) Sieges gegen Spanien fahren die Eidgenossen zu Recht nach Hause. Ohne jede Kreativität und Esprit versprühten die Schweizer eher Langeweile und Biederkeit.</p>
<p>Serbien – Arbeitsverweigerung im ersten Spiel, schlechte Chancenverwertung im dritten. Das reicht richtigerweise nicht für ein Weiterkommen, dem Sieg gegen die Deutschen zum Trotz.</p>
<p>Slowakei – Der WM-Debütant war der großen Bühne in den ersten zwei Spielen deutlich nicht gewachsen und profitierte im Dritten von der unsagbaren Schwäche des Gegners. Das Achtelfinale ist wohl doch mehr, als diesem Team zusteht.</p>
<p>Südkorea – Dem überzeugenden Auftritt gegen Griechenland folgte nicht mehr viel, die Asiaten schlichen sich eher ins Achtelfinale. Ein schöner Erfolg, aber ob wirklich noch mehr möglich ist?</p>
<p>5</p>
<p>Frankreich – Schlimmer kann man sich nicht präsentieren. Kopflos auf dem Platz, chaotisch im Umfeld. Als ob sich der Finalist von vor vier Jahren selbst für die umstrittene Qualifikation bestrafen wollte.</p>
<p>Griechenland – Eigentlich ist die Schande noch größer als vor zwei Jahren. Denn die Griechen zeigten gegen Nigeria, dass sie eine starke Offensive hätten. Leider hatte Rehhagel wohl eine Allergie dagegen und Spaß daran, dass man sein Team hasst.</p>
<p>Italien – Es hat sich ja in den letzten Jahren schon abgezeichnet. Aber dass es so schlimm werden sollte? Dem Titelverteidiger fehlte es kurz gesagt an allem. Hinten löchrig, in der Mitte ideenlos, vorne ein Lüfterl. Mehr hat dieses Team nicht mehr drin.</p>
<p>Kamerun – Den Auftritt der Löwen kann man ohne Umschweife als genauso missraten bezeichnen wie den der Franzosen, denn die Ansammlung von Individuen hat sich zu hundert Prozent selbst aus dem Turnier genommen.</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=2376&amp;md5=64719647b73410154719092ee4fba8ec" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2010/06/26/ein-fleck-fur-den-weltmeister/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2010%2F06%2F26%2Fein-fleck-fur-den-weltmeister%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Ein+Fleck+f%C3%BCr+den+Weltmeister&amp;description=Die+Vorrunde+ist+geschlagen%21+Keines+der+Teams%2C+welches+das+Achtelfinale+wirklich+verdient+gehabt+h%C3%A4tte%2C+hat+es+verpasst.+ballverliebt+verteilt+den+32+Teilnehmern+Noten+%26%238211%3B+und+wenig+%C3%BCberraschend+gibt+es+f%C3%BCr...&amp;tags=Algerien%2CArgentinien%2CAustralien%2CBrasilien%2CC%C3%B4te+d%27Ivoire%2CChile%2Cd%C3%A4nemark%2CDeutschland%2CEngland%2Cfrankreich%2CGhana%2Cgriechenland%2Cholland%2CHonduras%2CItalien%2CJapan%2CKamerun%2CMexiko%2CNeuseeland%2CNigeria%2CNordkorea%2CParaguay%2CPortugal%2Cs%C3%BCdafrika%2CS%C3%BCdkorea%2CSchweiz%2Cserbien%2CSlowakei%2CSlowenien%2CSpanien%2CUruguay%2CUSA%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Day 14 / E &#8211; Disziplin schlägt Planlosigkeit</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/06/25/day-14-e-disziplin-schlagt-planlosigkeit/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2010/06/25/day-14-e-disziplin-schlagt-planlosigkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 00:33:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Olsen]]></category>
		<category><![CDATA[Van Marwijk]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=2351</guid>
		<description><![CDATA[Südafrika 2010 – Tag 14 – Gruppe E &#124; Mit einer äußerst disziplinierten Leistung zermürbt das Team aus Japan auch Dänemark und zieht mit einem 3:1-Erfolg ins Achtelfinale ein. Holland gewann das bedeutungslose Freundschaftsspiel gegen Kamerun mit 2:1 &#8211; allerdings ohne die Stars draußen zu lassen. Dänemark &#8211; Japan 1:3 (0:2) Das Spiel über die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><span style="color: #993300;">Südafrika 2010 –</span> <span style="color: #ff6600;">Tag 14 – Gruppe E</span> | Mit einer äußerst disziplinierten Leistung zermürbt das Team aus Japan auch Dänemark und zieht mit einem 3:1-Erfolg ins Achtelfinale ein. Holland gewann das bedeutungslose Freundschaftsspiel gegen Kamerun mit 2:1 &#8211; allerdings ohne die Stars draußen zu lassen.<img title="Weiterlesen..." src="http://ballverliebt.eu/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-2351"></span><br />
</em></strong></p>
<p><strong><span style="color: #008000;">Dänemark &#8211; Japan 1:3 (0:2)</span><br />
</strong></p>
<div id="attachment_3602" class="wp-caption aligncenter" style="width: 297px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/E5-Den-Jpn-1-3.png"><img class="size-full wp-image-3602 " title="E5 Den-Jpn 1-3" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/E5-Den-Jpn-1-3.png" alt="" width="287" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Dänemark - Japan 1:3</p></div>
<p>Das Spiel über die Flügel, vor allem den rechten, war für Dänemark gegen Kamerun der Schlüssel zum Erfolg. Kein Wunder also, dass es Morten Olsen wieder über diese Marschrichtung probierte. Kein Wunder aber auch, dass die Japaner das wussten, und weil die Asiaten deutilch disziplinierter antraten, hielten sie vor allem dort dagegen. Vor allem Dennis Rommedahl, der im zweiten Spiel der entscheidende Mann war, wurde komplett ausgeschaltet. So war das dänische Spiel zunächst extrem linkslastig, über LV Simon Poulsen und den fleißigen Jon Dahl Tomasson. Zudem schob auch Martin Jørgensen, der eigentlich im rechten Halbfeld aufgestellt war, oft sogar noch weiter links als Sechser Christjan Poulsen postiert war.</p>
<p>Das machte das dänische Spiel natürlich ziemlich ausrechenbar, weswegen sich die Japaner, angeführt vom umsichtigen Hasebe, mit zunehmender Spieldauer immer besser damit zurecht ram. Gab es in der Anfangsphase noch einige gefährliche Flanken von der linken dänischen Seite, aber der Rückstand (per Freistoß) brachte die Dänen völlig aus dem Konzept. Die Japaner schafften es nun auch, den ballführenden Dänen schnell zu doppeln oder gar mit drei Mann draufzugehen. Nach dem 2:0, wieder aus einem direkten Freistoß, versuchte nun Rommedahl endlich mehr über seine Seite zu machen. Oft war er dabei aber auf sich alleine gestellt, weil RV Jacobsen nicht allzu gerne mit nach vorne geht und das Mittelfeld weiterhin sehr links-orientiert war.</p>
<p>Die Japaner indes verteilten ihr Spiel gut über die ganze Breite des Platzes, die Fünfer-Reihe im Mittelfeld stand sehr diszipliniert und entnervte die Dänen zusehens. An diesem Bild änderte sich auch in der zweiten Hälfte nichts: Die Japaner waren gegen den Ball immer einen Schritt schneller und einen Gedanken frischer als die Dänen, die nun auch nicht mehr ganz frisch wirkten. Zudem war von durchdachtem Angriffsspiel, wie es noch gegen Kamerun zum Erfolg geführt hatte, wenig zu sehen: Die Offensivkräfte Tomasson (der extrem weite Wege ging, dabei aber uneffektiv blieb) und Bendtner standen sich vorne nicht selten auf den Füßen, Kahlenberg (der nun vermehrt die Linksaußen-Position von Tomasson einnahm) und Rommedahl fanden selten einen Weg an den hervorragend postierten Japanern vorbei.</p>
<p>Nach einer Stunde brachte Olsen dann Stoßstürmer Larsen für Innenverteidiger Krøldrup und stellte auf ein 3-4-3 um, dem es aber massiv an Konsistenz fehlte. Hinten sicherten nur noch die AV Simon Poulsen und Jacobsen, sowie der zurückrückende Sechser Christian Poulsen ab, davor versuchten sich der junge Eriksen (für Kahlenberg gekommen) und Jakob Poulsen (früh für Jørgensen) als Einfädler, Daniel Agger gab nun den Linksaußen (!), nur Rommedahl blieb von A bis Z seiner rechten Seite treu. Vorne verloren sich Larsen, Bendtner und der von seinem Körper zunehmend im Stich gelassene Tomasson oft im Getümmel und blieben so harmlos &#8211; dass Tomasson den Elfmeter, den ihm der sonst gute Hasebe rempelderweise geschenkt hatte, erst im Nachschuss über die Linie drückte, passte ins Bild.</p>
<p>Doch die Japaner kamen nie wirklich in die Gefahr, den Sieg noch aus der Hand zu geben. Der Sechser Abe rückte gegen Ende immer mehr in die zentrale Verteidiger-Position, wodurch gegen die drei Stoßstürmer der Holländer wieder ein Gleichgewicht herrschte, Komano und Nagatomo machten hervorragend die Flanken dicht. Äußerst diszipliniert fanden die Japaner auf jede Maßnahme der Dänen sofort die richtige Antwort, zu wenig durchdacht waren die Angriffsbemühungen der Nordeuropäer, zu müde letztlich die Beine der zahllosen älteren Herren in Reihen der dänischen Mannschaft. Dass am Ende die Japaner sogar noch das 3:1 erzielten, war letztlich aber nur noch Kosmetik.</p>
<p>Fazit: Schon die beiden Freistoß-Gegentore in der ersten Hälfte brachen den forsch beginnenden Dänen das Genick. Nie fanden sie in der verbleibenden Stunde, ein taugliches Mittel gegen die Asiaten zu finden, weswegen deren Sieg auch absolut in Ordnung geht.</p>
<p>————————</p>
<p><strong><span style="color: #008000;">Holland &#8211; Kamerun 2:1 (1:0)</span><br />
</strong></p>
<div id="attachment_3603" class="wp-caption aligncenter" style="width: 297px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/E6-Ned-Cmr-2-1.png"><img class="size-full wp-image-3603 " title="E6 Ned-Cmr 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/E6-Ned-Cmr-2-1.png" alt="" width="287" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Holland - Kamerun 2:1</p></div>
<p>Wenig Tempo, kaum ernsthafte Zweikämpfe, ohne den letzten Einsatz &#8211; dieses Spiel war, wie angesichts der Ausgangslage kaum anders zu erwarten war, ein Freundschaftsspiel; ein Test unter Wettkampfbedingungen. Allerdings mit der besten Formation der Holländer, lediglich Boulahrouz spielte RV statt Van der Wiel. Die Elftal war sehr auf Ballkontrolle bedacht, vor allem nach dem schwungvollen Beginn der Kameruner, und mit Fortdauer des Spiels, also etwa aber der 15. Minute, hatten die Holländer alles recht locker im Griff, ohne sich wirklich anzustrengen.</p>
<p>Nach vorne ging es in erster Linie it langen Bällen, die allerdings höchst selten auch bei Van Persie ankamen. In der ganzen ersten Halbzeit gab es nur zwei Aktionen, in denen sich die Holländer mit gesteigertem Tempo vor das gegnerische Tor kombinierten; erst bei der guten Chance für Kuyt, wenige Minuten später beim Treffer zum 1:0 (wieder über die Seite mit Dirk Kuyt). Die Kameruner fingen wie erwähnt bemüht an, spielten vor allem über die Seiten. Im 4-4-2 spielte Eto&#8217;o die Sturmspitze und Choupo-Moting den Arbeiter um den Star herum; Chedjou (statt Alex Song) und Makoun in der defensiven Zentrale; Geremi und Nguemo über die rechte und Assou-Ekotto mit Bong auf der linken. Vor allem Benoît Assou-Ekotto, der gegen Dänemark ein alleingelassener armer Hund war, tat sich Unterstützung von Bong sichtlich gut, die besseren Aktionen nach vorne kamen aber von der anderen Seite, über Geremi.</p>
<p>Nach einer Stunde stellte Le Guen auf 4-1-4-1 um, indem er Aboubakar statt Bong brachte. Das Offensivspiel der Kameruner war nun etwas variabler, das hatte aber mit der Entstehung des 1:1 (aus einem Handelfmeter) noch nichts zu tun. Die Afrikaner waren nun sichtlich gewillter, zumindest nicht zu verlieren, als die Holländer es waren, die Partie zu gewinnen. Dass Oranje dennoch als 2:1-Sieger vom Platz ging, liegt an zwei Wechseln: Einerseits durfte bei de Holländern Arjen Robben noch einen 20-minütigen Fitnesstest absolvieren. Zum anderen durfte Kameruns Abwehr-Denkmal Rigobert Song bei seiner vierten WM noch einen Einsatz mitnehmen. Und wie ein Denkmal spielte der alte Song dann auch: Langsam und unbeweglich. So wurde der 33-Jährige, der älter als das aussah und auch so spielte, vom schnellen Robben versetzt, der Ball klatschte an die Latte, und Huntelaar staubte ab.</p>
<p>Fazit: Ein vernachlässigbares Spiel. Das Team aus Kamerun hätte gegen gelangweilte Holländer wohl ein 1:1 mitgekommen, wenn nicht Arjen Robben gekommen wäre. Kamerun fährt mit dieser eher unglücklichen Niederlage mit drei Pleiten nach Hause. Die Holländer haben Kräfte gespart, die noch wichtig sein könnten.</p>
<p>————————</p>
<p><strong>Das war die Gruppe E: </strong>Mit Geduld auf die Fehler des Gegners warten, hinten nichts zulassen &#8211; Gruppensieger <span style="color: #ff6600;"><em><strong>Holland</strong></em></span> setzte in der Vorrunde auf Ergebnis statt Erlebnis. Das mag vor allem angesichts der Erfahrungen bei den letzten Turnieren (also mörderische Vorrunde, raus in der ersten K.o.-Runde) keine schlechte Lösung sein. Gefordert wurde Holland nur, wenn es das Team allzu ruhig angehen ließ, wie in der zweiten Hälfte gegen Japan. Was das Team leisten kann, wo jetzt auch Arjen Robben zurück ist, lässt sich aber ebenso wenig abschätzen bei bei den bislang genauso unterforderten Argentiniern.</p>
<p>Erstmals überhaupt außerhalb des eigenen Landes schaffte <strong><em><span style="color: #0000ff;">Japan </span></em></strong>als Gruppenzweiter den Einzug ins Achtelfinale. Vor acht Jahren in der Heimat war man nach dem verschlafenen 0:1 gegen die Türken mit dem Abschneiden schon eher enttäuscht, das wäre bei einem Aus gegen Paraguay diesmal sicherlich anders. Die Erwartungen wurden schon jetzt bei weitem übertroffen, vor allem dank der extremen Disziplin und des funktionierenden Teamgeistes, aber auch wegen der individuellen Klasse eines Keisuke Honda.</p>
<p>Im Endeffekt verdient gescheitert ist dafür <strong><em><span style="color: #ff0000;">Dänemark</span></em></strong>. Die schon leicht angerostete Truppe genügte den hohen Ansprüchen einer WM zu selten; die Skandinavier waren gegen Japan klar unterlegen, schossen sich gegen Holland selbst auf die Verliererstraße und konnten nur in einem Spiel, dem gegen <span style="color: #008000;"><em><strong>Kamerun</strong></em></span>, wirklich als gesamte Mannschaft überzeugen &#8211; zu wenig. Deutlich zu wenig ist auch, was das Team aus Kamerun zeigte. Von der Qualität im Kader hätten die Afrikaner ins Achtelfinale einziehen müssen, nicht alle drei Spiele verlieren. Verspielt haben es Eto&#8217;o und Co. mit massiver interner Unruhe aber vor allem neben dem Platz, die enttäuschenden Leistungen waren die logische Folge. Von den sechs afrikanischen Teilnehmern hat Kamerun fraglos am meisten enttäuscht.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=2351&amp;md5=3ff2c02d076a47df52538ae3e9789d6b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2010/06/25/day-14-e-disziplin-schlagt-planlosigkeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2010%2F06%2F25%2Fday-14-e-disziplin-schlagt-planlosigkeit%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Day+14+%2F+E+%26%238211%3B+Disziplin+schl%C3%A4gt+Planlosigkeit&amp;description=S%C3%BCdafrika+2010+%E2%80%93+Tag+14+%E2%80%93+Gruppe+E+%7C+Mit+einer+%C3%A4u%C3%9Ferst+disziplinierten+Leistung+zerm%C3%BCrbt+das+Team+aus+Japan+auch+D%C3%A4nemark+und+zieht+mit+einem+3%3A1-Erfolg+ins+Achtelfinale+ein.+Holland...&amp;tags=d%C3%A4nemark%2Cholland%2CJapan%2CKamerun%2COlsen%2CVan+Marwijk%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Day 9 &#8211; &#8230;aber ich bewundere das Problem!</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/06/19/day-9/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2010/06/19/day-9/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 13:44:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Le Guen]]></category>
		<category><![CDATA[Olsen]]></category>
		<category><![CDATA[Rajevac]]></category>
		<category><![CDATA[Van Marwijk]]></category>
		<category><![CDATA[Verbeek]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ballverliebt.eu/?p=2285</guid>
		<description><![CDATA[Südafrika 2010 – Tag 9 &#124; Was tun, wenn man gegen die japanische Defensive kein Mittel findet? Wenn man gegen zehn Australier die Zielstrebigkeit verliert? Wenn gegen Dänemark unbedingt ein Tor her muss? Holland, Ghana und Kamerun sagten sich heute: Wir haben keine Lösung &#8211; aber wir bewundern das Problem&#8230; Holland &#8211; Japan 1:0 (0:0) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><span style="color: #993300;">Südafrika 2010 –</span> <span style="color: #ff6600;">Tag 9</span> | Was tun, wenn man gegen die japanische Defensive kein Mittel findet? Wenn man gegen zehn Australier die Zielstrebigkeit verliert? Wenn gegen Dänemark unbedingt ein Tor her muss? Holland, Ghana und Kamerun sagten sich heute: Wir haben keine Lösung &#8211; aber wir bewundern das Problem&#8230;<span id="more-2285"></span><br />
</em></strong></p>
<p><strong><span style="color: #008000;">Holland &#8211; Japan 1:0 (0:0)</span><br />
</strong></p>
<div id="attachment_3570" class="wp-caption aligncenter" style="width: 297px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/E3-Ned-Jpn-1-0.png"><img class="size-full wp-image-3570 " title="E3 Ned-Jpn 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/E3-Ned-Jpn-1-0.png" alt="" width="287" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Holland - Japan 1:0</p></div>
<p>Zu viel England geschaut? Die Holländer versuchten es gegen die tief stehenden Japaner ohne Tempo, ohne konsequentes Flügelspiel, ohne echte Kreativität. Auffällig: Zu Beginn rochierten die Flügelspieler Van der Vaart (nominell links) und Kuyt (nominell rechts) immer wieder, und wenn es wirklich über die Seiten ging, kamen auch durchaus gefällige Aktionen zu Stande. Aber vor allem Van der Vaart entfernte sich mit Fortdauer des Spiels von der Seitenlinie und zog, wie schon gegen Dänemark, immer mehr zu Sneijder in die Mitte. Die Folge: Auf den Seiten war einiger Platz und so konnten sich die Asiaten immer wieder an Vorstößen versuchen.</p>
<p>Die Japaner spielten wieder ein 4-1-4-1, mit Honda als vorderstem Mann, dafür Okubo auf der linken Seite. Natürlich verlegten sich die Asiaten auf abwarten und kontern, was allerdings schon deutlich besser aussah als gegen Kamerun, gegen Ende der ersten Hälfte wurden die Japaner sogar für ihre Verhältnisse richtig frech. Wirkliche Chancen gab&#8217;s zwar nur aus Freistößen, aber das sehr diszipliniert spielende Team hatte in einer vor sich hin plätschernden ersten Hälfte keine echten Probleme, das 0:0 zu halten.</p>
<p>Die Holländer kamen mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine, auch weil Van Persie sich mehr nach hinten zurückzog, um Überzahl im Mittelfeld zu erzeugen. Aber es musste ein Gewaltschuss von Sneijder herhalten, um zum Erfolg zu kommen &#8211; anders konnte es gegen die gute japanische Abwehr nicht gehen. Die Führung ging auch in Ordnung, weil Oranje deutlich mehr für das Spiel getan hatte. Während man aber nach dem 2:0-sieg über Dänemark noch sagen konnte, &#8220;Geduld gehabt, immer alles kontrolliert&#8221;, war es eine herbe Enttäuschung, was nach der Führung gegen Japan passierte.</p>
<p>Dann nämlich ließ sich die Mannschaft von Teamchef Bert van Marwijk extrem weit zurückdrängen, das Umschalten auf die Offensive klappte überhaupt nicht mehr, kaum einer rückte nach. Das auf dem Papier so spielstarke Team verlegte sich schon über eine halbe Stunde vor Schluss auf das Verwalten des 1:0-Vorsprungs. Auf der anderen Seite übernahm nun Okubo etwas mehr Verantwortung in der Offensive, auch Matsui auf der rechten Seite rückte nun etwas nach vorne. Dem trug Teamchef Okada Rechnung, indem er mit Nakamura (für Matsui) einen Mann brachte, der diese Rolle besser ausfüllen kann. Nakamura gesellte sich zu bzw. hinter Honda, wodurch die Japaner zwischen einem 4-4-2 und einem 4-4-1-1 pendelten. Sie hatten das Spiel nun im Griff, konnten aber kein Kapital daraus schlagen.</p>
<p>Später kamen mit Tamada (für Okubo) und Okazaki (für Hasebe) zwei weitere Offensivkräfte, die Vier-Mann-Abteilung im Angriff rochierte nun viel, brachte aber nichts wirklich entscheidendes vor das Tor &#8211; von der guten Chance in der Nachspielzeit einmal abgesehen. Die Wechsel von Van Marwijk, der Elia (für den wieder extrem enttäuschenden Van der Vaart) und Afellay (für Sneijder) brachte, waren logisch. Aber was er mit dem Einsatz des eher statischen Strafraumstürmers Huntelaar für den spielstarken Van Persie bezweckte, wo doch seit Ewigkeiten kein Ball mehr ernsthaft vor das japanische Tor kam, bleibt im Dunkeln.</p>
<p>Fazit: Die Holländer waren vor dem Tor zu statisch und zu langsam, verlegten sich nach dem Tor auf Beamtenfußball und hätten sich über einen Ausgleich sicherlich nicht beschweren dürfen. Die Japaner haben gezeigt, dass in ihnen durchaus Offensivgeist steckt, wenn nötig, aber auch, dass ein Killer vor dem Tor fehlt. Ein Remis wäre korrekt gewesen.</p>
<p>—————————–</p>
<p><strong><span style="color: #008000;">Ghana &#8211; Australien 1:1 (1:1)</span><br />
</strong></p>
<div id="attachment_3571" class="wp-caption aligncenter" style="width: 297px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D4-Gha-Aus-1-1.png"><img class="size-full wp-image-3571 " title="D4 Gha-Aus 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D4-Gha-Aus-1-1.png" alt="" width="287" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Ghana - Australien 1:1</p></div>
<p>Arm an Kreativität agiern heute aber nicht nur die Holländer, sondern auch die Australier. Pim Verbeek stellte sein Team an einigen Positionen um, der prominenteste Neue war sicherlich Harry Kewell, der für den rotgesperrten Tim Cahill in der Sturmspitze agierte. Die Aussies fingen flott an und gingen auch in Führung &#8211; als Geschenk des ghanischen Schlussmanns Kingson, der einen harmlosen Ball nach vorne prallen ließ und Brett Holman ohne Probleme abstauben konnte. Aus dem Spiel heraus aber gelang wenig, obwohl die Fehlerquote bei der Ersatz-Innenverteidigung mit Addy (der bei seinem feisten Foul gegen Ende der 1. Hälfte mit Gelb noch gut bedient war) und Jonathan beinahe minütlich zunahm.</p>
<p>Bei Ghana spielte Kevin-Prince Boateng im Gegensatz zum ersten Spiel zu Beginn im defensiven Mittelfeld im 4-2-3-1; in dem Andrew Ayew auf von der linken Seite in die Zentrale wechselte, Kwadwo Asamoah ging dafür nach links. Im Ballbesitz, den sich die Ghanaer nun vermehrt erkämpften, sogar mitunter auf Halblinks, weil Boateng in die vordere Viererkette aufrückte. Gemeinsam mit Tagoe prüfte er zumehmend den australischen Linksverteidiger Carney &#8211; der aber genauso überfordert war wie Chipperfield im ersten Spiel, den Carney ersetzte. Kein Zufall daher, dass die Aktion zum verdienten Ausgleich über Ayew und diese Seite eingeleitet wurde.</p>
<p>Da  Kewell auf der Linie stehend den Arm nicht rechtzeitig wegziehen konnte und den Schuss damit aufhielt, gab&#8217;s Elfmeter und Rot für den Stürmer &#8211; und das 1:1 als Draufgabe. Die Australier reagierten mit großer Verunsicherung vor allem im Spielaufbau. Culina und Valeri, die beiden Sechser, brachten nach vorne überhaupt nichts zu Wege, die Außenverteidiger kamen ebenso wenig durch. Das Team aus Ghana stellte nun die Passwege geschickt zu, ließ praktisch nichts mehr zu. Zudem verpufften lange Bälle der Australier, weil vorne mit Kewell der Abnehmer fehlte; Holman rückte aus dem zentralen Mittelfeld nicht kosequent in die Spitze. Ähnlich also wie der Özil bei den Detuschen gestern, mit dem Unterschied dass von den Flanken (Emerton und Bresciano) nichts kam. So wäre eine Führung von Ghana, die das Spiel in Überzahl absolut im Griff hatten, durchaus schon vor der Pause verdient gewesen.</p>
<p>Allerdings nur davor. Nach dem Seitenwechsel nämlich ließ Ghana alles vermissen, was dieses Team hätte zeigen müssen &#8211; beziehungsweise, die Afrikaner zeigten, warum ihre beiden Tore bislang beide aus Elfmeter gefallen sind. Von Zug zum Tor, von schnellem Kurzpass-Spiel gegen die ja nicht allzu bewegliche Abwehr der Australier, war keine Spur mehr. Dafür jede Menge Verzweiflusschüsse aus 25 Metern plus. Die Australier merkten, dass von Ghana nichts mehr kam, und Verbeek brachte nach etwa zwanzig Minuten in der zweiten Hälfte Chipperfield für die Immobilie Bresciano auf der linken Seite und mit Kennedy für Holman einen echten Stürmer. Und siehe da: Plötzlich waren die Australier wieder im Spiel, weil sich die junge ghanische Abwehr mit der neuen Situation überhaupt nicht zurecht kam.</p>
<p>Auch mit Routinier Muntari, der für den viel zu oft viel zu umständlichen Kwadwo Asamoah zum Einsatz kam. Erst mit zur Einwechslung von Sturmspitze Amoah wenige Minuten vor Schluss (für Boateng) hatte man nie mehr den Eindruck, dass Ghana dieses Spiel noch gewinnen könnte, der Überzahl zum Trotz. Im Gegenteil: Die nun erheblich mutigeren Australier waren dem Siegtor bis zur Schlussoffensive der Ghaner deutlich näher.</p>
<p>Fazit: Ghana hat spielerisch mehr Potential und war über eine Stunde ein Mann mehr &#8211; es fehlte dem jungen Team aber an der Abgeklärtheit, die Situation &#8220;Pflichtsieg&#8221; auch tatsächlich umzumünzen. Die Australier suchten in der zweiten Hälfte dennoch ihre Chancen und verdienen sich den Punkt somit.</p>
<p>————————</p>
<p><strong><span style="color: #008000;">Kamerun &#8211; Dänemark 1:2 (1:1)<br />
</span></strong></p>
<div id="attachment_3572" class="wp-caption aligncenter" style="width: 297px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/E4-Den-Cmr-2-1.png"><img class="size-full wp-image-3572 " title="E4 Den-Cmr 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/E4-Den-Cmr-2-1.png" alt="" width="287" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Dänemark - Kamerun 2:1</p></div>
<p>Paul le Guen hat nachgegeben &#8211; und die jungen Deutschen Choupo-Moting und Joel Matip, die beide gegen Japan keine gute Figur gemacht haben, rausgenommen, auf ein 4-4-2 umgestellt und Samuel Eto&#8217;o in die Spitze gestellt. In der Mittelfeldraute agierte (endlich) Alex Song als Sechser, Emana als Zehner, dazu der routinierte (und heute starke) Geremi rechts und der (nicht ganz so starke) Enoh auf der linken Seite. Mit Erfolg: Die Kameruner übernhemen sofort die Kontrolle über das Spiel und nützen einen schrecklichen Fehlpass von Poulsen, der sich wie schon im ersten Spiel gerne zwischen die Innenverteidiger fallen ließ, zur frühen 1:0-Führung.</p>
<p>Die Dänen waren in einem 4-2-3-1 aufgestellt, mit Bendtner als Sturmspitze, Tomasson neu zentral hinter ihm, Grønkjær links und Rommedahl rechts. Gerade Grønkjær war durchaus gefällig nach vorne, leistete sich aber in der Rückwärtsbewegung einige böse Schnitzer. Generell war beibeiden Teams die rechte Angrifsseite die stärkere und die linke Abwehrseite die schwächere. Simon Poulosen, der dänische LV, hate mit Geremi und auch Mbia mächtig zu tun, weshalb der nach vorne nicht viel machen konnte; sein Widerpart Assou-Ekotto hielt beim Gegentor ein ausgiebiges Nickerchen.</p>
<p>Sehr fleißig nach vorne war dafür RV Lars Jacobsen, der Enoh im linken Mittelfeld bei Kamerun ordentlich beschäftigte. Allerdings war das Spiel auch geprägt von beängstigens unsicheren Abwehrreihen. Wie beim Ausgleich: Ein profaner Abschlag von Sørensen reichte aus, um die komplette gegnerische Abwehr auszuhebeln. Assou-Ekotto stand irgendwo und ließ Rommedahl ungehindert flanken, Bassong und Nkoulou reagierten zu spät und konnten Bendtner nicht mehr stellen.</p>
<p>In der Pause brachte Le Guen für den angeschlagenen Enoh dann Makoun, was zur Folge hatte, dass er die linke Seite de facto aufgab. Makoun ist kein Flügelspieler, so musste Assou-Ekotto die ganze Seite beackern, weil es Makoun im nunmerhrigen 4-3-1-2 (Emana als Zehner, die Dreierkette mit Geremi, Song und Makoun) immer ziemlich in die Mitte zieht. So hatte Geremi rechts zwar immer noch Mbia, Assou-Ekotto auf links musste nun aber zwei Positionen spielen. Was sich bitter rächte: Ein langer Ball erneut auf Rommedahl, Assou-Ekotto ist noch vorne, und Makoun stellt sich dem Dänen nur halbherzig entgegen. Zudem deckten Bassong und Nkoulou innen beide Bendtner zu, aber keiner kam Makoun zu Hilfe. Und das 2:1 für Dänemark war gefallen.</p>
<p>Le Guen sah sich das recht ideenlose Treiben seiner Mannschaft gegen eine dänische Defensiv-Abteilung, die sich nach dem Seitenwechsel klar gesteigert hat, noch ein paar Minuten an und brachte dann Stürmer Idrissou für Innenverteidiger Bassong und ging damit volles Risiko &#8211; weil so mit dem (bekannt unsicheren) Nkoulou meist nur noch ein Verteidiger hinten war, mit den attackierenden Mbia und Assou-Ekotto als Unterstützung falls notwenig. Das war auf dem Papier nun ein 3-3-1-3, im Ballbesitz aber eher ein 1-2-4-3, mit Idrissou vorne links, Webó und dann Aboubakar eher rechts und Eto&#8217;o zentral. Die Angriffe der Kameruner waren aber eher verzweifelt als durchdacht, eher Zufallsprodukte als herausgespielte Aktionen. So blieb es beim 2:1 für Dänemark, die kühlen Kopf bewahrten (wenn ihnen dieser nicht, wie Christian Poulsen, per Volltreffer warmgeschossen wurde).</p>
<p>Fazit: Die Dänen präsentierten sich vor allem nach der Pause als reifere und abgeklärtere Mannschaft, daher geht der Sieg gegen die eher wirr und blind anrennenden Kameruner in Ordnung. Außer Selbstvertrauen bringt er aber nicht mehr als ein Remis: Japan muss immer noch geschlagen werden. Bei einem 3:1 hätte ein Remis gereicht.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=2285&amp;md5=e35a92315ae9d18a925f067cc9d6b59d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ballverliebt.eu/2010/06/19/day-9/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=8332&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fballverliebt.eu%2F2010%2F06%2F19%2Fday-9%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Day+9+%26%238211%3B+%26%238230%3Baber+ich+bewundere+das+Problem%21&amp;description=S%C3%BCdafrika+2010+%E2%80%93+Tag+9+%7C+Was+tun%2C+wenn+man+gegen+die+japanische+Defensive+kein+Mittel+findet%3F+Wenn+man+gegen+zehn+Australier+die+Zielstrebigkeit+verliert%3F+Wenn+gegen+D%C3%A4nemark+unbedingt+ein...&amp;tags=Australien%2Cd%C3%A4nemark%2CGhana%2Cholland%2CJapan%2CKamerun%2CLe+Guen%2COlsen%2CRajevac%2CVan+Marwijk%2CVerbeek%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
	</channel>
</rss>

