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	<title>Ballverliebt &#187; Champions League</title>
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		<title>Die &#8217;11-Besten</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 23:02:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2011 verlässt uns, aber die Erinnerungen an viele tolle Spiele aus den vergangenen zwölf Monaten wird uns natürlich bleiben. Darum gibt&#8217;s wie schon letztes Jahr noch mal die besten, interessantesten, richtungsweisendsten Spiele. Die Reihenfolge dieser elf Spiele aus 2011 ist natürlich willkürlich und nicht allzu eng zu sehen! Platz 11 &#124; Premier League &#124; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Das Jahr 2011 verlässt uns, aber die Erinnerungen an viele tolle Spiele aus den vergangenen zwölf Monaten wird uns natürlich bleiben. Darum gibt&#8217;s <a href="http://ballverliebt.eu/2010/12/31/die-10-besten-oder-ein-halber-jahresruckblick/">wie schon letztes Jahr</a></em></strong><strong><em> noch mal die besten, interessantesten, richtungsweisendsten Spiele. Die Reihenfolge dieser elf Spiele aus 2011 ist natürlich willkürlich und nicht allzu eng zu sehen!</em></strong></p>
<p><strong><em></em></strong><strong><em><span id="more-6279"></span>Platz 11 | Premier League | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/07/sweet-revenge/">Chelsea &#8211; Liverpool 0:1</a></em></strong></p>
<div id="attachment_3632">
<div id="attachment_6280" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-02-06-Chelsea-Liverpool-0-1.png"><img class="size-full wp-image-6280 " title="2011 02 06 Chelsea-Liverpool 0-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-02-06-Chelsea-Liverpool-0-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Chelsea-Liverpool 0:1</p></div>
</div>
<p>&#8220;Das sieht nach einem durchaus tauglichen Konzept aus, was Kenny Dalglish da mit seiner Dreierkette gefunden hat. Und Chelsea? Da könnte das Luxusproblem “Torres und Drogba und Anelka” zu einem tatsächlichen werden. Die Variante mit Drogba und Torres vorne und Anelka als Zehner dahinter war ein totaler Flop.&#8221; &#8211; Die einen waren mit King Kenny auf der Bank auf dem Weg nach oben, zum Teil mit unüblichen Aufstellungsvarianten. Die anderen begannen zu erkennen, dass es vielleicht doch keine so einfach war, Torres sinnvoll einzubauen. Er verlor hier sein erstes Spiel im Chelsea-Dress ausgerechnet gegen sein altes Team. <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/07/sweet-revenge/">Süße Rache</a>, nennt man so etwas wohl.</p>
<p>———————————–</p>
<p><strong><em>Platz 10 | Asien-Cup | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/01/13/japan-das-arsenal-asiens/">Japan &#8211; Syrien 2:1</a></em></strong></p>
<div id="attachment_6282" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-01-13-Japan-Syrien-2-1.png"><img class="size-full wp-image-6282 " title="2011 01 13 Japan-Syrien 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-01-13-Japan-Syrien-2-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Japan - Syrien 2:1</p></div>
<p>&#8220;In der offensiven Dreierreihe wird rochiert, was das Zeug hält. Da taucht Matsui schon mal auf der ganz anderen Seite auf, Kagawa in der Mitte oder gar als Sturmspitze, Honda mal zurückhängend, mal auf die Seiten, dann wieder ganz vorne. Fàbregas, Nasri, Rosický und Konsorten lassen grüßen. Und vorne macht Ryoichi Maeda, was bei Arsenal einen Robin van Persie ausmacht. Vom Toreschießen mal abgesehen.&#8221; &#8211; Was der Italiener Alberto Zaccheroni aus den Japanern gemacht hat, war atemberaubend. Ein Tempo, eine Ballsicherheit eine Dominanz: Man war beim ganzen Asien-Cup, nicht nur im Gruppenspiel gegen Syrien, die mit sehr viel Abstand beste Mannschaft. Und wenn man etwas konsequenter im Ausnützen der Torchancen gewesen wäre, hätte das <a href="http://ballverliebt.eu/2011/01/13/japan-das-arsenal-asiens/">Arsenal Asiens</a> nicht so sehr um den Titel zittern müssen.</p>
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<p><strong><em>Platz 9 | Europa League | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/03/10/slutski-vs-villas-boas-oder-wie-ahnlich-sich-so-verschiedene-typen-sein-konnen/">ZSKA Moskau &#8211; FC Porto 0:1</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6283" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-03-10-ZSKA-Porto-0-1.png"><img class="size-full wp-image-6283 " title="2011 03 10 ZSKA-Porto 0-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-03-10-ZSKA-Porto-0-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">ZSKA Moskau - FC Porto 0:1</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Zwei der interessantesten Trainer Europas: Wunderkind André Villas-Boas vom FC Porto und der etwas schrullige Leonid Slutski von ZSKA Moskau. So unterschiedlich die beiden Trainer der zwei womöglich aufregendsten Mannschaften sind, die sich unter den letzten 16 der diesjährigen Europa League befinden, so ähnlich ist das Leistungsvermögen.&#8221; &#8211; Auf dem Weg zum Sieg in der Europa League mit Porto bekam es André Villas-Boas im Achtelfinale mit einem ähnlich tollen Team und einem ganz anderen Trainer-Typen zu tun. Die beiden Mannschaften neutralisierten sich. Und wer weiß, womöglich wäre der Portugiese heute nicht Chelsea-Coach, hätte nicht Fredy Guarín das 1:0-Goldtor erzielt. In einem Spiel, das gezeigt hat, <a href="http://ballverliebt.eu/2011/03/10/slutski-vs-villas-boas-oder-wie-ahnlich-sich-so-verschiedene-typen-sein-konnen/">wie ähnlich sich so verschiedene Typen doch sein können</a>.</dt>
</dl>
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<p><strong><em>P</em></strong><strong><em>latz 8 | Frauen-WM | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/10/benachteiligte-us-girls-bestrafen-brasilien/">USA &#8211; Brasilien 2:2 n.V., 5:3 i.E.</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6284" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-07-10-Usa-Brasilien-2-2.png"><img class="size-full wp-image-6284 " title="2011 07 10 Usa-Brasilien 2-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-07-10-Usa-Brasilien-2-2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">USA - Brasilien 2:2 n.V., 5:3 i.E.</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Kurioserweiser übernahmen die US-Amerikanerinnnen sofort wieder das Kommando. Mit der ganzen Wut über den harten Strafstoß samt Ausschluss und der überaus kleinlichen Entscheidung, den Elfer wiederholen zu lassen, drückten sie das brasilianische Team nun vor allem über die Flanken nach hinten.&#8221; &#8211; Es war beileibe nicht das beste Spiel der Frauen-WM in Deutschland, dieses Viertelfinale. Im Gegenteil: Zwei hypernervöse Teams überboten sich lange in Fehlpässen. Aber die ganze Dramatik, die der Partie durch eine schreckliche Schiedsrichter-Leistung und dem US-Ausgleich in der 122. Minute eigen war, ließ sie doch zum zentralen Spiel des Turniers werden. Ein Spiel, in dem <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/10/benachteiligte-us-girls-bestrafen-brasilien/">krass benachteiligte US-Girls Brasilien bestraften</a>.</dt>
</dl>
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<p><strong><em>Platz 7 | Europa League | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/28/erst-am-system-dann-an-gebauer-brondby-beist-sich-die-zahne-aus/">SV Ried &#8211; Brøndby IF 2:0</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6287" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-07-28-Ried-Bröndby-2-0.png"><img class="size-full wp-image-6287 " title="2011 07 28 Ried-Bröndby 2-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-07-28-Ried-Bröndby-2-0.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">SV Ried - Brøndby IF 2:0</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Weswegen Brøndby umso mehr schauen musste, über die Flügel nach vorne zu kommen. Damit hatte Ried das Ziel im Grunde erreicht: Die Mitte zwar offenlassen, aber keine Kreativität zulassen, das Spiel des Gegners so auf die Flügel zu verlagern, und dort den numerischen Vorteil ausspielen.&#8221; &#8211; Zwar waren die Rieder letztlich die einzige österreichische Mannschaft, die sich nicht für die EL-Gruppenphase qualifizieren konnte, aber dennoch sind die Innviertler der große Gewinner des Jahres 2011. Nicht nur wegen des Cup-Siegs, sondern auch deshalb, weil man dank einer konsequent verfolgten Vereinsphilosophie auch den Abgang der halben Mannschaft verkraften konnte und zum zweiten Mal hintereinander Herbstmeister wurde. Weil sich eben nicht nur Brøndby <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/28/erst-am-system-dann-an-gebauer-brondby-beist-sich-die-zahne-aus/">am Rieder System die Zähne ausbiss</a>.</dt>
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<p><strong><em>Platz 6 | EM-Qualifikation | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/10/11/umstellung-und-ein-starker-nasri-frankreich-gewinnt-11-gegen-bosnien/">Frankreich &#8211; Bosnien 1:1</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6291" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-11-Fra-Bih-1-11.png"><img class="size-full wp-image-6291 " title="2011 10 11 Fra-Bih 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-11-Fra-Bih-1-11.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Frankreich - Bosnien 1:1</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Was alles in einem irren Tempo geschah, weil der Spielplan der Bosnier in einem Guss funktionierte: Pressing, Ball erobern, blitzschnell umschalten und die freien Räume ausnützen. Die Franzosen wussten in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht, wie ihnen geschah.&#8221; &#8211; Bosnien ist die wohl beste Nationalmanschaft Europas, die bei der EM nicht dabei sein wird. Denn bevor Dzeko und Co. im Playoff gegen Portugal die Nerven verließen, spielten sie Frankreich komplett her und nur zwei Faktoren rettete den Bleus das Remis und die direkte Qualifikation: <a href="http://ballverliebt.eu/2011/10/11/umstellung-und-ein-starker-nasri-frankreich-gewinnt-11-gegen-bosnien/">Eine Umstellung von Blanc und ein starker Nasri</a>.</dt>
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<p><strong><em>Platz 5 | Deutsche Bundesliga | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/27/dortmund-macht-den-deckel-drauf/">Bayern München &#8211; Borussia Dortmund 1:3</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6293" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-02-26-Bayern-Dortmund-1-3.png"><img class="size-full wp-image-6293 " title="2011 02 26 Bayern-Dortmund 1-3" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-02-26-Bayern-Dortmund-1-3.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern München - Borussia Dortmund 1:3</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Dortmund verfügt über ein hervorragendes Flügelspiel und nahm Ribéry und Robben ziemlich aus dem Spiel. Die beiden sahen sich, wann immer sie am Ball waren, sofort mit mindestens zwei Gegenspielern konfrontiert; oftmals sogar mit noch mehr. Das, und das für die Borussia so typische aggressive Pressing führte dazu, dass die Bayern nicht zu einem geordneten Spielaufbau kamen.&#8221; &#8211; Die Bayern-Kapitel &#8220;Van Gaal&#8221; endete als großes Missverständnis. Wirre Aufstellungs-Varianten, die Unfähigkeit, aus Fehlern zu lernen und natürlich atmosphärische Störungen führten zum vorzeitigen Ende. Und natürlich die brutale Überlegenheit von Dortmund, die sich vor allem im direkten Duell zeigte. Jürgen Klopp manövrierte seinen Kontrahenten auf jeder Position aus und machte damit im <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/27/dortmund-macht-den-deckel-drauf/">Titelrennen den Deckel drauf</a>.</dt>
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<p><strong><em>Platz 4 | EM-Qualifikation | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/10/07/41-in-baku-und-vor-allem-die-art-und-weise-macht-freude/">Aserbaidschan &#8211; Österreich 1:4</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6295" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-07-Aze-Aut-1-41.png"><img class="size-full wp-image-6295 " title="2011 10 07 Aze-Aut 1-4" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-10-07-Aze-Aut-1-41.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Aserbaidschan - Österreich 1:4</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Willi Ruttensteiner hatte es angekündigt, und er machte es auch wahr: Der Interims-Teamchef wollte vom ÖFB-Team beim Spiel in Aserbaidschan frühes Pressing sehen, er wollte die Gastgeber unter Druck setzen, sie gar nicht erst zur Entfaltung kommen lassen. Und tatsächlich: Die Spielanlage der Österreicher war gegenüber den letzten Spielen kaum noch wiederzuerkennen.&#8221; &#8211; Kaum war Constantini nicht mehr Teamchef, war sofort zu erkennen, was für ein Potential wirklich in der Mannschaft steckt. Ja, es war &#8220;nur&#8221; Aserbaidschan, aber jeder Spieler machte den Eindruck, genau zu wissen, welche Aufgabe er genau hat. So machte vor allem <a href="http://ballverliebt.eu/2011/10/07/41-in-baku-und-vor-allem-die-art-und-weise-macht-freude/">die Art und Weise des Spiels beim 4:1 in Baku Freude</a>.</dt>
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<p><strong><em>Platz 3 | La Liga, Copa del Rey, Champions League | Der Clásico-Vierteiler</em></strong></p>
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<div id="attachment_6297" class="wp-caption aligncenter" style="width: 315px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Clasico-Serie.png"><img class="size-full wp-image-6297 " title="Clasico-Serie" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Clasico-Serie.png" alt="" width="305" height="426" /></a><p class="wp-caption-text">1:1-Remis, 1:0 n.V. Real, 2:0 Barça, 1:1-Remis</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Real ging viel aggressiver zu Werke als beim 1:1 am Wochenende, störte deutlich früher, presste auf den Gegner und stand teilweise verteufelt hoch – die Mittelfeldreihe machte sich genau dort breit, wo Barcelona eigentlich das eigene Spiel aufziehen wollte. So kamen die Katalanen kaum wirklich dazu und Real war gut im Spiel.&#8221; &#8211; Groß war die Vorfreude auf vier Clásicos in nur 17 Tagen, aber nachdem die letzte Schlacht geschlagen war, blieben im Rückspiegel vor allem Härteeinlagen in Erinnerung. Und nach den Titeln in Liga und Champions League ein Punktsieg für Barcelona. Nach den Spielen am <a href="http://ballverliebt.eu/2011/04/17/der-grose-clasico-vierteiler-folge-1-ein-11-als-punktsieg-fur-mourinho/">16. April (1:1 in Madrid in der Liga)</a>, am <a href="http://ballverliebt.eu/2011/04/21/der-grose-clasico-vierteiler-folge-2-der-wing-back-di-maria-macht-den-unterschied/">20. April (1:0 n.V. für Real im Cupfinale)</a>, am <a href="http://ballverliebt.eu/2011/04/28/der-grose-clasico-vierteiler-folge-3-ein-hektisches-geduldspiel/">27. April (2:0 für Barça im CL-Semi-Hinspiel in Madrid)</a> und am <a href="http://ballverliebt.eu/2011/05/04/der-grose-clasico-vierteile-folge-4-barcelona-schaukelts-uber-die-zeit/">3. Mai (1:1 in Barcelona im CL-Semi-Rückspiel)</a>.</dt>
</dl>
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<p><strong><em>Platz 2 | Copa América | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/09/copa-tag-7-chile-weiterhin-ein-team-zum-verlieben/">Uruguay &#8211; Chile 1:1</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6304" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C3-Uru-Chi-1-1.png"><img class="size-full wp-image-6304 " title="C3 Uru-Chi 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C3-Uru-Chi-1-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Uruguay - Chile 1:1</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Und in dieser Tonart ging es weiter: Chile spielte nun Rambazamba-Fußball wie in besten Bielsa-Tagen, zudem kam mit Paredes statt dem müder werdenden Suazo noch ein frischer Mann. Die Chilenen spielten sich in einen Rausch, in dem Uruguay unterzugehen drohte.&#8221; &#8211; Die Copa América wurde zum Triumph für Uruguay, aber eine Mannschaft setzte der Celeste schon in der Gruppe ganz extrem zu: Chile! Jenes Team, dass unter Claudio Borghis Vorgänger Marcelo Bielsa bei der WM für tollen Offensivfußball stand, zeigte in diesem grandiosen Spiel ein Feuerwerk. Das mit Abstand beste Spiel einer eher enttäuschenden Copa. Weil <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/09/copa-tag-7-chile-weiterhin-ein-team-zum-verlieben/">Chile weiterhin ein Team zum Verlieben ist.</a></dt>
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<p><strong><em>Platz 1 | La Liga | <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/29/ohne-xavi-und-ohne-abwehr-aber-barca-sieht-noch-starker-aus-als-vorher/">FC Barcelona &#8211; Villarreal CF 5:0</a></em></strong></p>
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<div id="attachment_6306" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-08-29-Barcelona-Villarreal-5-01.png"><img class="size-full wp-image-6306 " title="2011 08 29 Barcelona-Villarreal 5-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-08-29-Barcelona-Villarreal-5-01.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">FC Barcelona - Villarreal CF 5:0</p></div>
<dl>
<dt>&#8220;Weil es dank des Verzichts auf eine nominelle Abwehr mehr Ballverteiler gibt, weil die Breite dennoch gegeben ist, und weil Messi und Fàbregas jetzt schon zuweilen miteinander harmonieren, als spielten sie schon seit Jahren zusammen. Pep Guardiola ist gerade dabei, die Pyramide mit diesem 3-3-4-ähnlichen System wieder zurückzudrehen. Womit er potentiell ein neues Kapitel der Fußballgeschichte aufschlägt.&#8221; &#8211; Im Grunde war es &#8220;nur&#8221; ein Liga-Spiel. Aber was Barcelona hier spielte, war ein Blick in eine mögliche Zukunft. Ob es ein Modell für die ganze Fußball-Welt ist oder nur für eine Mannschaft von der Qualität Barças, ist eine andere Frage. Aber Villarreal war tatsächlich nicht die letzte Mannschaft, die dieser Formations-Variante rein gar nichts entgegensetzen konnte. <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/29/ohne-xavi-und-ohne-abwehr-aber-barca-sieht-noch-starker-aus-als-vorher/">Weil Barcelona damit noch stärker aussieht als vor</a><a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/29/ohne-xavi-und-ohne-abwehr-aber-barca-sieht-noch-starker-aus-als-vorher/">her</a>.</dt>
</dl>
<p>———————————–</p>
<p>Das Team von Ballverliebt bedankt sich für das Interesse im Jahr 2011 und wir würden uns freuen, wenn ihr unsere Analysen auch im Jahr 2012 fleißig lest. Ein gutes neues Jahr euch allen!</p>
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 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6279&amp;md5=7cfe53749b32a711acc0e493bb1fb508" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Abgemeldete Flügel lassen Sturms Traum von der Champions League platzen</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 21:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aus der Traum von der Champions League &#8211; mit einem 0:2 daheim gegen BATE Borisov scheitert Sturm kurz vor dem Ziel. Verdient, denn den offensiv recht biederen Weißrussen gelang es hervorragend, die wichtigsten Positionen der Grazer zu neutralisieren. Und zwar die Flügel. Ohne den verletzten Roman Kienast vorne und mit dem 1:1 mit Auswärtstor im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Aus der Traum von der Champions League &#8211; mit einem 0:2 daheim gegen BATE Borisov scheitert Sturm kurz vor dem Ziel. Verdient, denn den offensiv recht biederen Weißrussen gelang es hervorragend, die wichtigsten Positionen der Grazer zu neutralisieren. Und zwar die Flügel.<br />
</em></strong></p>
<div id="attachment_5580" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-08-24-Sturm-BATE-0-2.png"><img class="size-full wp-image-5580 " title="2011 08 24 Sturm-BATE 0-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2011-08-24-Sturm-BATE-0-2.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Sturm Graz - BATE Borisov 0:2</p></div>
<p><span id="more-5578"></span>Ohne den verletzten Roman Kienast vorne und mit dem 1:1 mit Auswärtstor im Rücken war Sturm von Beginn an versucht, das Tempo aus dem Spiel rauszunehmen. Hatten die Weißrussen den Ball verloren, ging es bei den Grazern nicht sofort schnell nach vorne, sondern es wurde eher der Rückwärtsgang eingelegt, der Ballbesitz gesichert und gewartet.</p>
<p>So war das Team aus Borisov jenes mit mehr Ballbesitz. Trainer Viktor Goncharenko konnte im Vergleich zum Hinspiel wieder auf seinen brasilianischen Zehner Renan Bressan zurückgreifen &#8211; er stellte ihn im 4-2-3-1 zentral hinter Spitze Rodionov auf. Die wichtigere Änderung bei den Weißrussen betraf jedoch das defensive Mittelfeld: Hatte Goncharenko die Zentrale im Hinspiel noch komplett aufgegeben, stand Olekhnovich diesmal deutlich höher und mit Alexander Volodko hatte er einen Partner, der ihn mehr unterstützte als das Baga (diesmal als Rechtsverteidiger aufgestellt) tun hatte können.</p>
<p><strong><em>BATE bekommt das Spiel nicht aufgebaut</em></strong>&#8230;</p>
<p>Das Problem im Spielaufbau bei BATE war, dass Olekhnovich zwischen Szabics und Bukva eingeklemmt und so kaum einmal gefahrlos von seinen Innenverteidigern anspielbar war. Auf der rechten Seite stand Kontsevoi sehr hoch und so hatte es Baga schwer, ihn zu unterstützen; selbiges galt für Renan Bressan im Zentrum.</p>
<p>Manuel Weber stand höher als Säumel und schaltete sich eher einmal ins Pressing ein. Sturm zeigte das nicht allzu aggressiv, aber es wurde sehr wohl versucht, den Weißrussen schon in deren Hälfte die Zeit am Ball zu nehmen. Sturm machte zwar selbst relativ wenig nach vorne &#8211; wenn, dann war immer Szabics im Aufbau beteiligt &#8211; man hatte hinten aber nur selten den Eindruck, dass man Angst haben müsste.</p>
<p><em><strong>&#8230;geht aber dennoch in Front</strong></em></p>
<p>Was man Manuel Weber indes vorwerfen kann, ist die Tatsache, dass er, je tiefer er stand, umso weniger die Gegenspieler anging &#8211; es steht zu vermuten, dass auch Franco Foda diesen Umstand moniert hat, als er lautstark nach &#8220;Manuel!&#8221; rief, dabei heftig gestikulierte und gefühlt kurz vorm Herzinfarkt war. Der Trainer muss geahnt haben, was kommt: Denn der aufgerückte Achter von BATE, Volodko, kam aus 20 Metern völlig unbedrängt zum Schuss und erzielte etwas aus heiterem Himmel das 1:0 für Borisov.</p>
<p>Was zur Folge hatte, dass sich nun die Weißrussen etwas zurücklehnten und Sturm kommen ließen. Doch ohne den sehr fleißigen Kienast fehlte es Szabics vorne an der Unterstützung &#8211; Bukva bemühte sich zwar, es gelang ihm aber nicht allzu viel &#8211; und auf den Flanken kamen Wolf und Hölzl kaum einmal zum Zug. Sturm bekam so weiterhin keinen Zugriff auf den weißrussischen Strafraum.</p>
<p><strong><em>Abgemeldete Flügel werden zum Problem</em></strong></p>
<p>Foda ersetzte für die zweite Hälfte den glücklosen Bukva durch Mario Haas, aber es war eine andere Abteilung, die im Rückstand zum Problemfeld wurde: Die Flügel. Sturm ist mit seinem 4-4-2 mit flacher Viererkette  ein Team, das sehr von den Flügelspielern abhängig ist, und diese wurden von BATE gut unter Kontrolle gehalten. Das war noch nicht das große Problem, als Sturm beim Stand von 0:0 noch reagieren konnte. Wurde aber eines, als die Grazer nach dem Rückstand selbst das Heft in die Hand nehmen mussten.</p>
<p>Denn weder Wolf noch Hölzl konnten Akzente setzen. Es gelang überhaupt nicht, mal zur Grundlinie durchzugehen, die BATE-Viererkette auseinander zu ziehen und die Fähigkeit von Haas, anders als Bukva vor ihm Bälle etwas länger zu halten, auch auszunützen &#8211; zumal es Haas selbst war, der noch die meisten Flanken versuchte in den Strafraum zu schlagen. Angriffe, die über die Mitte aufgezogen wurden, zerschellten an Volodko und Olekhnovich.</p>
<p><strong><em>Nach 2:0 macht BATE dicht</em></strong></p>
<p>Auch Florian Kainz, nach einer Stunde für Wolf ins Spiel gekommen, konnte sich nicht wirklich durchsetzen; die Außenverteidiger von Sturm waren ebenso keine große Hilfe. So war klar: Wenn BATE noch ein zweites Tor schafft, ist alles vorbei. Und genau dieses Tor fiel in der 70. Minute. Wie das Weitschuss-0:1 war auch das aus einem Freistoß entstandene 0:2 nicht wirklich herausgespielt. Pech hatte damit aber dennoch nichts zu tun: Wer es in einem Heimspiel nicht schafft, Druck auszuüben, darf sich über einen Rückstand nicht beschweren.</p>
<p>Goncharenko ließ daraufhin seine Außenspieler weiter zurückfallen, zog Volodko nach vor und ließ in einem defensiven 4-1-4-1 die Partie fertig spielen, zudem nahm er Sturmspitze Rodionov raus und stellte mit Bordachev einen Außenverteidiger ins linke Mittelfeld, er kümmerte sich nun um Kainz.</p>
<p>Die Reaktion von Foda war, dass er mit Hölzl auch seinen zweiten Flügelspieler aus der Startformation aus dem Spiel nahm und mit Muratovic einen Spieler brachte, der als Link in der Zentrale das nicht zielführende Flügelspiel umgehen sollte; Mario Haas wich dafür auf die linke Seite aus. Inwieweit für die Schlussoffensive von Sturm, in dem plötzlich durchaus Flügelspiel bis zur Grundlinie erkennbar war, mit diesen Umstellungen zu tun hatten oder mit dem Gegner, der wusste, dass er gewonnen hatte, lässt sich nicht wirklich beantworten.</p>
<p><strong><em>Fazit: BATE schaltete die Stärken von Sturm gut aus</em></strong></p>
<p>Natürlich fiel der Führungstreffer für die Weißrussen etwas glücklich und bis dahin hatte Sturm das Geschehen zumindest defensiv ganz gut im Griff gehabt. Dann aber fehlte der Plan B &#8211; denn das Flügelspiel hatte schon beim Stand von 0:0 nicht zufriedenstellend funktioniert und nach dem Rückstand konnte dieser Umstand, als es notwendig gewesen wäre, nicht umkehren.</p>
<p>So konnte es BATE verschmerzen, dass auch ihre Passquote &#8211; wie jene von Sturm &#8211; alles andere als berauschend war und aus dem Spiel heraus wenig nach vorne ging. Es war genug, die Flügel der Grazer zu stutzen, um die Zeit einigermaßen komfortabel zu kontrollieren, und mit dem 2:0 war natürlich alles entschieden.</p>
<p>Nun ist BATE natürlich beileibe kein prickeldes Team (nicht nur vom Namen, auch sportlich), aber ein funktionierendes Defensiv-Konzept reichte gegen Sturm aus. Natürlich wäre es schön gewesen, die Blackies in der Champions League zu sehen &#8211; wenn es allerdings dem Meister aus Weißrussland mit recht simplen Mitteln gelang, den Grazern ihr Offensivspiel zu nehmen, hätte sich das Problem in der Champions League nur noch potenziert. So gesehen ist Sturm in der Europa League wohl eh besser aufgehoben.</p>
<p>Schade ist das Scheitern schon. Weltuntergang ist es aber keiner.</p>
<p>(phe)</p>
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		<title>Nach 1:1 bei BATE winkt die Königsklasse</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2011/08/16/nach-11-bei-bate-winkt-die-konigsklasse/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 21:40:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Borisov]]></category>
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		<description><![CDATA[Remis mit Auswärtstor beim weißrussischen Meister &#8211; ein gutes Resultat für Sturm Graz! Und auch die Leistung bei BATE Borisov war sehr ansprechend. Auch, weil das Heimteam über weite Strecken des Spiels auf die Zentrale komplett verzichtet hat und es kaum schaffte, wirklich zu Torchancen zu kommen. Die Weißrussen begannen sofort mit dem Versuch um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Remis mit Auswärtstor beim weißrussischen Meister &#8211; ein gutes Resultat für Sturm Graz! Und auch die Leistung bei BATE Borisov war sehr ansprechend. Auch, weil das Heimteam über weite Strecken des Spiels auf die Zentrale komplett verzichtet hat und es kaum schaffte, wirklich zu Torchancen zu kommen.</em></strong></p>
<div id="attachment_5535" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/BATE-Sturm.png"><img class="size-full wp-image-5535 " title="BATE-Sturm" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/BATE-Sturm.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">BATE Borisov - Sturm Graz 1:1</p></div>
<p><span id="more-5534"></span>Die Weißrussen begannen sofort mit dem Versuch um Ballkontrolle und pressten auch durchaus, wenn Sturm in Ballbesitz kam. Auffällig war bei BATE, dass sich der Sechser Edgar Olekhnovich  extrem weit zurückfallen ließ, dabei oft und lange sogar letzter Mann hinter den beiden in diesem Fall recht weit nach außen schiebenden Innenverteidigern war. Effektiv spielten die Weißrussen hinten also mit einer Dreierkette, wobei allerdings die Außenverteidiger selten höher standen als Bukva und Hölzl tief. Und weil die beiden nicht viel nach vorne machten, waren die Mittelfeld-Außen der Weißrussen umso mehr gefordert.</p>
<p>Hier schaltete Popkhadze den auffälligen Patotski so gut es ging aus, Nekhaitchik &#8211; einer von drei <a href="http://ballverliebt.eu/2011/06/22/u21-em-semfinals/">weißrussischen EM-Semifinalisten von vor sieben Wochen</a> in der Aufstellung von BATE &#8211; machte gegen den defensiv ansprechenden Standfest keinen Stich. Und dass Sturm es nach 12 Minuten ausnützte, dass die De-facto-Dreierkette im Umschalten nicht schnell genug die Schnittstellen zustellte und die Grazer nach einem Lochpass zwischen Olekhnovich und Filipenko auf Weber zum 1:0 traf, spielte dem österreichischen Meister natürlich zusätzlich ziemlich in die Hände.</p>
<p><em><strong>Schlechte Raumaufteilung bei den Weißrussen</strong></em></p>
<p>Das Problem bei Borisov war nicht nur die fehlende Untestützung für die Mittelfeld-Außen, sondern auch die Tatsache, dass die Zentrale unterbesetzt war. Weil Olekhnovich sehr tief stand und Rodionov im Gegensatz dazu sehr hoch, war zumeist Dmitri Baga der alleinige Mann in der Gegend des Mittelkreises. Der ehemalige Deutschland-Legionär Rodionov versuchte sich gemeinsam mit Kontsevoi zwischen den beiden Sturm-Sechsern (Säumel und Weber) und den Innenverteidigern (Dudic und Burgstaller) breit zu machen, durch die Unterbesetzung des Zentrums und zu wenig Unterstüzung von den Flügeln waren die beiden allerdings gut unter Kontrolle.</p>
<p>Die Weißrussen hatten weiterhin ein Plus an Ballbesitz, wurden aber kaum einmal so richtig torgefährlich, weil eben der Aufbau nicht klappte, das 1-gegen-2 im Zentrum kaum zu überwinden war und Sturm gegen den Ball eine wirklich sehr gute Leistung brachte. Kein Vergleich mehr mit der <a href="http://ballverliebt.eu/2011/07/14/sturm-glanzt-in-klagenfurt-mit-effizienz/">Emmentaler-Abwehr gegen Székesfehérvár</a> oder der <a href="http://ballverliebt.eu/2011/08/03/besser-aber-noch-lange-nicht-gut-sturm-dank-arbeitssieg-im-cl-playoff/">tempolosen Zitterei gegen Zestafoni</a>. Nein, diesmal blieb Sturm mit schnellen Gegenstößen nach Balleroberung stets gefährlich und ein zweites und drittes Tor waren durchaus im Bereich des Möglichen.</p>
<p>Das Wissen, eine Gruppenphase schon fix erreicht zu haben, wirkte sich (sicherlich in Verbindung mit dem Sieg gegen Rapid am Wochenende) befreiend auf die Mannschaft aus &#8211; anders als bei Salzburg in den letzten Jahren, als dieses Wissen eher zur Nachlässigkeit animierte.</p>
<p><strong><em>Gegentor nur aus ruhendem Ball</em></strong></p>
<p>BATE-Coach Viktor Goncharenko brachte für die zweite Hälfte Gordeichuk für Oleg Patotski auf der rechten Mittelfeldseite, dazu bewegte sich Linksverteidiger Maxim Bordachov nun mehr nach vorne, was es dem linken Mittelfeldspieler Pavel Nekhaichik erlaubte, mehr und früher ins Zentrum zu rücken. Am grundsätlichen Problem im Spiel der Weißrussen änderte sich aber nichts: Die Außen waren halbwegs unter Kontrolle und Baga war in der Mitte weiterhin oft auf sich alleine gestellt.</p>
<p>So war es fast folgerichtig, dass der Ausgleich von BATE nur über einen Standard fallen konnte &#8211; Innenverteidiger Simic versenkte per Kopf einen Freistoß zum 1:1. Ein Ausgleich, der sich nicht unbedingt angedeutet hatte, obwohl BATE deutlich mehr Ballbesitz hatte, und daher umso ärgerlicher ist &#8211; zumal die Flanken davor und danach eine ordentliche Streuung hatten.</p>
<p><strong><em>Aktion und Reaktion von der Bank</em></strong></p>
<p>Einige Minuten nach dem Ausgleich stellte Goncharenko seine Formation ein wenig um: Er nahm Stürmer Rodionov raus und brachte mit Filip Rudzik einen Spieler, der Baga im Zenturm zur Seite stehen sollte. Diese Maßnahme zeigte sofort Wirkung, denn waren Weber und Säumel davor wegen ihrer Überzahl immer in der Lage, wegen der gegenseitigen Absicherung auch etwas nach vorne tun zu können, war diese Gelegenheit nun nicht mehr gegeben und so nahmen auch die Gegenstöße von Sturm ab &#8211; was aber sicher auch daran lag, dass die junge Mannschaft aus Weißrussland (24,5 Jahre im Schnitt &#8211; jünger als jede österreichische Bundesliga-Mannschaft) gegenüber der deutlich älteren aus Graz Konditionsvorteile hatte.</p>
<p>Also reagierte auch Franco Foda und stellte mit Muratovic statt Szabics auf ein 4-4-1-1 um. Somit war Baga wieder beschäftigt, die Passwege auf Muratovic zu kappen, und konnte sich seinerseits nicht mehr so viel nach vorne einschalten. Letztlich war die Schlussphase aus sicht von Sturm &#8220;nur noch&#8221; ein Retten des 1:1 &#8211; der Wechsel von Hölzl zu Ehrenreich verdeutlicht das. Und weil der ebenfalls neu ins Spiel gebrachte Gordeichuk in der 93. Minute verpasste, blieb es auch beim Remis.</p>
<p><em><strong>Fazit: Der Meister findet zu sich</strong></em></p>
<p>Man sah, wie wichtig einerseits die Siege gegen Zestafoni und Rapid waren und andererseits wie sehr Sturm von der internationalen Routine eines Jürgen Säumel im Zentrum profitiert. Die Körpersprache und das Selbstverständnis waren ein ganz anderes als in den schwierigen Wochen zu Saisonbeginn. Denn taktisch hat Foda im Grunde nichts verändert.</p>
<p>So wie diese Partie inhaltlich nicht besonders prickeld, aber aufgrund der wirklich guten Leistung von Sturm &#8211; wohl der besten in dieser Saison &#8211; durchaus ansehnlich war, weil sich die Grazer auch als Auswärtsmannschaft nicht so arg versteckt haben wie in Ungarn und in Georgien. Das Remis mit Auswärtstor ist ein gutes Resultat, weil zwar einerseits mehr drin war, man andererseits aber auch davon profitiert hat, dass Viktor Goncharenko 70 Minuten gebraucht hat, um auf die größte Schwäche &#8211; das gnadenlos unterbesetzte Zentrum &#8211; zu reagieren.</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=5534&amp;md5=c495c5058336b606d3044665cd8eeb7b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Krönung von Wembley</title>
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		<pubDate>Sun, 29 May 2011 01:04:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das war das Finale der Champions League &#8211; und doch ließ der FC Barcelona den Gegner aus Manchester aussehen wie eine unbedarfte Schülertruppe. Das Endresultat von 3:1, mit dem Barça die Red Devils aus dem Wembley verabschiedeten, drückt das Ausmaß der Überlegenheit nicht einmal im Ansatz aus. Dabei war Barcelona gar nicht in Bestbesetzung angetreten: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Das war das Finale der Champions League &#8211; und doch ließ der FC Barcelona den Gegner aus Manchester aussehen wie eine unbedarfte Schülertruppe. Das Endresultat von 3:1, mit dem Barça die Red Devils aus dem Wembley verabschiedeten, drückt das Ausmaß der Überlegenheit nicht einmal im Ansatz aus.</em></strong></p>
<div id="attachment_4909" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU.png"><img class="size-full wp-image-4909 " title="Barca-MU" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">FC Barcelona - Manchester United 3:1</p></div>
<p><span id="more-4907"></span>Dabei war Barcelona gar nicht in Bestbesetzung angetreten: Weil das Knie von Kapitän Puyol einen Einsatz von Anfang an nicht möglich machte, musste wie zuletzt häufiger Javier Mascherano neben Piqué in die Innenverteidigung. Und auf der linken Seite durfte nur zweieinhalb Monate nach seiner Thumor-OP der Franzose Éric Abidal, der in den letzten Liga-Spielen beuhtsam wieder in die Mannschaft eingebaut worden war, von Anfang an ran. Bei Manchester gab es keinerlei Überraschungen: Sowohl das 4-4-1-1 als auch dessen personelle Besetzung entspricht der Erfolgsformation, mit der die lange eher holprige Saison in den letzten Wochen und Monaten mit Meisterittel und CL-Finaleinzug einen so erfolgreichen Verlaf genommen hatte.</p>
<p><strong><em>Steil gegen Mascherano</em></strong></p>
<p>United fing, <a href="http://ballverliebt.eu/2011/05/25/ballverliebt-classics-finale-pep-gegen-sir-alex-die-erste/">wie schon vor zwei Jahren</a>, durchaus aktiv an. Vor allem die Seite mit Evra und Park Ji-Sung arbeitete viel nach vorne und drückte Dani Alves so in die Defensive. Das kreierte zwar keine Torgefahr, aber die Bedrohung, die ein nach vorne randalierender Dani Alves ausstrahlt, konnte so ganz gut gebannt werden. Patrice Evra konnte es sich deshalb erlauben, so viel nach vorne zu gehen, weil Vidic und Ferdinand im Ballbesitz sehr weit auseinander rissen, sich beinahe schon zu Villa und Pedro hin orientierten. So hielt Manchester die Flanken abgedeckt. Natürlich mit dem großen Risiko des Loches in der Mitte, hier war es vor allem an Carrick, schnelle Gegenstöße zu unterbinden.</p>
<p>Richtung Tor ging es bei Manchester in dieser Phase vor allem über Steilpässe gegen Javier Mascherano. Hernandez lauerte hier ganz besonders, aber auch Rooney wurde gerne in den Lauf gegen den Argentinier geschickt &#8211; Masch ist nun mal kein gelernter Innenverteidiger, hier glaubte United einen Schwachpunkt anzubohren. Die Versuche waren aber immer auch ein schmaler Grat zwischen zu steil und Abseits. So war der Gedanke sehr gut, brachte aber keinen nennenswerten Erfolg.</p>
<p><strong><em>Einen Gang nach oben</em></strong></p>
<p>Barcelona sah sich das zehn, fünfzehn Minuten an. Gepresst wurde nur relativ tief, je näher es dem eigenen Strafraum ging, desto weniger presste Barça. Dann schalteten die Katalanen einen Gang hoch: Es wurde nun schneller gelaufen, schneller gespielt, mehr Druck ausgeübt und auch die zuvor eher zurückhaltenden Außen schalteten sich immer mehr ein. Vor allem Dani Alves pushte nun mehr und sofort kam Park Ji-Sung gegen den wuchtigen Brasilianer im Schwierigkeiten. Das führte so weit, dass Giggs und der Koreaner immer wieder die Plätze tauschten, vor allem in der Vorwärtsbewegung.</p>
<p>Evra rückte defensiv oft sehr weit ein und überließ die Flanke dann defensiv Park Ji-Sung, der sich dann auf die Position des Linksverteidigers stellte. Interessanterweise aber ließ Manchester die Flanken unbesetzt, wenn Barcelona schon zentral vor dem Strafraum aufgetaucht war und Alves (und auch Abidal) dort ganz alleine standen: Pässe auf die Außen befürchtete man nicht zu Recht &#8211; Barcelona ist kein Team, das nach Außen spielt, um von dort in den Strafraum zurück zu flanken. Zumindest in diesem Spiel: *Noch* nicht.</p>
<p>Rooney stand bei United weiterhin zumeist recht hoch und versuchte, Busquets aus dem Spiel zu nehmen. Das gelang an sich nicht so schlecht, aber Barcelona stellte sich gut darauf ein: So ging einfach Xavi vermehrt ins Zentrum zwischen die Innenverteidiger, um sich dort die Bälle zu holen. Barcelona konnte in der Spieleröffnung auf Busquets im Grund verzichten, weil das hieß, dass auch Rooney aus dem Spiel war.</p>
<p><strong><em>Zu wenig Breite im Konter</em></strong></p>
<p>United stand in dieser Phase sehr tief mit zwei Viererketten und vor allem, wenn Messi von einer Sekunde auf die andere an der Temposchraube drehte, sah das in der Defensive der Red Devils schon sehr nach Sich-mit-Händen-und-Füßen-Wehren aus, weniger nach koordinierter und ruhiger Abwehrarbeit. Was nun komplett fehlte, war die Breite bei Gegenstößen: Hatte United den Ball erobert, wurde nicht sofort der Pass auf Valencia bzw. Park gesucht, um über die Flanken nach vorne zu kommen, sondern in der Mitte verharrt. Mit der Folge, dass der Ball umgehend wieder weg war. Ein Umstand, den Sir Alex an der Seitenlinie lautstark monierte: &#8220;Spread out!&#8221;</p>
<p>Dass es ungemein schwierig ist, gegen Barcelona die Balance zwischen nötiger Defensivarbeit und eigenen Angriffsversuchen zu finden, musste Manchester schon vor zwei Jahren im Finale feststellen. Und genau, als die Engländer für einmal aufgerückt waren, nützte Barça den in der Mitte entstandenen Platz sofort: Xavi tritt aus der eigenen Hälfte aus an, wird von Giggs nur eskortiert (wie vor zwei Jahren von Anderson), kann am zu hoch postierten Evra vorbei Pedro anspielen (wie vor zwei Jahren Eto&#8217;o), der tanzt Vidic aus (genau wie Eto&#8217;o in Rom) und versenkt den Ball an Van der Sar vorbei zum 1:0 im Tor.</p>
<p>Der Fehler bei United entstand natürlich schon im leichten Ballverlust in der Vorwärtsbewegung (Ronney verlor das Kopfballduell) &#8211; vor allem aber ließ Evra, der in der schnellen Rückwärtsbewegung richtigerweise einen engen Cordon mit seinen drei Kollegen der Abwehrkette bildete, im entscheidenden Moment von Pedro ab und orientierte sich zu Messi. Xavis Passweg zu Messi war aber ohenhin von Giggs abgeschnitten, es konnte nur der Pass zu Pedro kommen, und dieser kam dann auch. Pedro war Evra längst entwischt: Die falsche Entscheidung im Bruchteil einer Sekunde reichte aus, und schon war Barcelona in Front. Detail am Rande: Als dieses Tor in der 27. Minute fiel, gab es im ganzen Spiel noch kein einziges Foul!</p>
<p><strong><em>Endlich Druck gegen Abidal</em></strong></p>
<p>So sehr es natürlich eine Riesensache ist, dass Éric Abidal nur zwei Monate nach seiner Thumor-Operation wieder in so einem wichtigen Spiel auf dem Rasen steht, aber selbstredend fehlte es dem Franzosen natürlich massiv an Spielpraxis. So ist es schon etwas verwunderlich, dass sich bei United lange nur Valencia &#8211; und der kaum einmal konsequent, vor lauter Defensivarbeit &#8211; hin und wieder bemüßigt fühlte, Druck auf Abidal auszuüben. Das wurde nach dem Gegentor ganz anders: Statt wie in der Anfangsphase Mascherano wurde nun vermehrt Abidal das Ziel der Angriffe von United.</p>
<p>Mit Erfolg: Nur wenige Minuten nach dem Tor brachte Abidal einen Ball defensiv nicht richtig raus, auf dem folgenden Einwurf drückte United sofort nach, ein Doppelpass von Rooney mit (dem wohl leicht im Abseits stehenden) Giggs und mit seinem allerersten Tor gegen ein spanisches Team glich Rooney aus. Gegen schnelles Kurzpassspiel ist eben auch die Abwehr von Barcelona verwundbar.</p>
<p>Was aber nichts daran änderte, dass Ferguson mit dem Positionsspiel von Rooney generell nicht zufrieden war &#8211; anders ist seine Standpauke gegen seine Nummer 10 kurz vor der Pause kaum zu erklären. In der Tat war Rooney kaum ein Faktor: Er hielt sich, anders als zuletzt, aus der Defensivarbeit weitgehend heraus und war nach vorne gegen Busquets in guten Händen.</p>
<p><em><strong>Defensiv-Schwachpunkte: Evra und vor allem Park</strong></em></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_4912" class="wp-caption alignright" style="width: 304px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2.png"><img class="size-full wp-image-4912 " title="Barca-MU 2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2.png" alt="" width="294" height="413" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Park war defensiv der Schwachpunkt: Er  übernahm die Seite defensiv nicht; tauschten er und Giggs die Plätze,  verbreitete er im Zentrum Unsicherheit</dd>
</dl>
</div>
<p>Barcelona war natürlich nicht entgangen, dass das Übergeben der rechten Seite von Evra zu Park überhaupt nicht funktionierte und die Flanke somit oft verwaist blieb. Lange wurde das ignoriert, aber mit zunehmender Spieldauer entdeckte Barça das zunehmend als taugliches Mittel. Schon vor der Pause in einer Szene, in der Pedro den Querpass dann nur knapp verpasste. Und auch nach der Pause, als Park mal wieder nicht auf den einrückenden Evra reagiert hatte.</p>
<p>Der Koreaner machte einen zunehmend überforderten Eindruck, Valencia musste für ihn foulen, Carrick holte sich nach einem weiteren verlorenen Zweikampf des Koreaners notgedrungen Gelb ab. Immer öfter rückte Giggs nach draußen, um den ungewohnten Defensivschwächen von Park auszugleichen, was aber wiederum hieß, dass Carrick &#8211; an dem das Spiel so richtig vorbei lief &#8211; im Grunde alleine gegen alle stand. Bei einem simplen Querpass auf den losstürmenden Messi hob Park nur resignierend die Hände, anstand nachzugehen, Evra und Vidic konnten das Unheil nicht mehr verhindern, und Messis Schuss landete zum 2:1 im Tor. Van der Sar war machtlos.</p>
<p><strong><em>Brutale Dominanz</em></strong></p>
<p>Das alles sind nur Erklärungen, wie und warum es Manchester nicht schaffte, Barcelona Einhalt zu gebieten. Die Dominanz der Katalanen beschreiben zu wollen, kann nur scheitern. Alves war der absolute Herr auf seiner Seite, auch nachdem Giggs endgültig die Flanke vom hoffnugslos überforderten Park übernommen hatte. Abidal drückte Valencia in die Defensive, dass dieser im Grunde den Rechtsverteidiger gab (was er auch tatsächlich machte, nachdem Nani für den angeschlagenen Fábio gekommen war). Carrick tauchte komplett ab und brachte kaum brauchbare Bälle an den Mann, das Mittelfeld wurde von Xavi, Iniesta und Messi nach Belieben kontrolliert.</p>
<p>Und die Spieler von United, die ohnehin längst per Körpersprache die weiße Fahne gehisst hatten, hatten all dem NICHTS entgegen zu setzen. Das 3:1 war die logische Folge &#8211; Messi narrte Evra, dann zirkelte Villa den Ball von der Strafraumgrenze ins Kreuzeck &#8211; und die ultimative Entscheidung. Manchester war noch viel unterlegener als im Finale vor zwei Jahren. Ein Klassenunterschied &#8211; und das im Finale der Champions League.</p>
<p>Die absolute Chancenlosigkeit, die totale Hilflosigkeit, mit der Manchester United vor allem in der zweiten Hälfte unter die Räder kam, ist ein beinahe schockierendes Zeichen für das Maß der Überlegenheit, die Barcelona im Moment so weit über alle anderen Teams stellt. Ja, das ist nicht die beste Mannschaft, die United in den letzten zehn, fünfzehn Jahren hatte, aber sie ist immer noch einigermaßen komfortabel die beste Mannschaft der Premier League.</p>
<p>Und doch bekam das Team von Sir Alex erst wieder etwas Luft, als es Barcelona nach dem 3:1, nach einer halben Stunde unglaublichster Dominanz, die Zügel wieder etwas schleifen ließ. Ferguson brachte Scholes für Carrick (warum eigentlich nicht für Park?), und Nani sorgte auch für etwas mehr Betrieb auf der rechten Seite. Aber all das war nur noch ein Warten auf den Schlusspfiff. An eine Chance geglaubt hat United ganz deutlich selbst schon länger nicht mehr.</p>
<p><em><strong>Fazit: Das war die Krönung</strong></em></p>
<p>Angesichts der Qualität des Gegners &#8211; immerhin war das nicht irgenjemand, sondern Manchester United &#8211; und des Anlasses, zu dem Barcelona eine solche Dominanz an den Tag gelegt hat &#8211; eben nicht in irgend einem Ligaspiel, sondern im Finale der Champions League &#8211; ist die Frage legitim, ob das die beste Leistung dieser Generation des FC Barcelona war. Geschmackssache, Diskussionssache.</p>
<p>Unstrittig ist, dass United über die 90 Minuten gesehen nicht den kleinsten Funken einer Chance hatte, das Spiel tatsächlich zu gewinnen. Zu nachlässig agierter Park, zu wenig Präsenz zeigte Carrick, zu wenig Einfluss konnte Rooney nehmen. Zu wenig wurde das Mittelfeldkarrussell der Katalanen gestört.</p>
<p>Wenn es noch eines Beweises bedurft hatte, dass das Barcelona anno 2010/11 de facto nicht zu schlagen und das mit Abstand Beste ist, was der Fußball derzeit hergibt &#8211; er wurde bei der Krönung von Wembley erbracht.</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4907&amp;md5=e66a2c42644147f11a32d93ed8fac2aa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ballverliebt Classics: Finale Pep gegen Sir Alex, die Erste</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 19:20:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[FC Barcelona und Manchester United in einem Finale der Champions League&#8230; gab&#8217;s das nicht schon mal? In der Tat: Nur zwei Jahre vor dem Endspiel von Wembley standen sich Sir Alex und Pep Guardiola schon einmal im größten Spiel von Europas Fußball gegenüber. Damals gewann Barcelona. Weil sich United nach dem frühen Rückstand zu weit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>FC Barcelona und Manchester United in einem Finale der Champions League&#8230; gab&#8217;s das nicht schon mal? In der Tat: Nur zwei Jahre vor dem Endspiel von Wembley standen sich Sir Alex und Pep Guardiola schon einmal im größten Spiel von Europas Fußball gegenüber. Damals gewann Barcelona. Weil sich United nach dem frühen Rückstand zu weit auseinander ziehen ließ.</strong></em></p>
<p>Unterschiedlicher hätte die Besetzung auf den Trainerbänken an diesem Mittwoch, es war der 27. Mai 2009, im Olympiastadion von Rom kaum sein können: Auf der einen Seite Sir Alex Ferguson, vierfacher Europacup-Gewinner, davon zwei CL-Titel mit Manchester United, seit 23 Jahren der starke Mann in Old Trafford. Auf der anderen Seite: Pep Guardiola, gefühlt bis gerade eben selbst noch aktiv, in seiner allerersten Saison als Cheftrainer. Als Meister ihrer nationalen Ligen waren zu diesem Zeitpunkt beide schon fest. Barcelona war zudem bereits Cupsieger. Zum Triple in seinem ersten Jahr als Coach fehlte Guardiola nur noch dieses Spiel.</p>
<div id="attachment_4794" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2009.png"><img class="size-full wp-image-4794 " title="Barca-MU 2009" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2009.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">FC Barcelona - Manchester United 2:0</p></div>
<p><span id="more-4791"></span>Was die beiden Trainer in diesem Spiel aber verband, waren ungerechtfertigte Ausschlüsse in ihren Semifinal-Rückspielen: Beim 3:1 von Manchester bei Arsenal wurde Darren Fletcher fälschlicherweise nach einem vermeintlichen Elferfoul an Van Persie vom Platz gestellt &#8211; für ihn kam Ryan Giggs in die Mannschaft. Und bei Barcelona fehlte Linksverteidiger Abidal, obwohl er beim 1:1 an Alenka eigentlich keine Notbremse begangen hatte, ja, seinen Landsmann nicht einmal berührt hatte. Aber wir wissen ja alle noch: Referee Øvrebø hatte da generell nicht seinen besten Tag.</p>
<p>Was aber nicht das einzige Defensiv-Problem von Guardiola war &#8211; denn dazu fielen ihm auch noch der verletzte Rafa Márquez und der gelbgesperrte Dani Alves aus. So musste Puyol nach rechts, Silvinho kam auf die linke Seite, Piqué musste spielen und Yaya Touré von der Sechs in die Innenverteidigung zurück. Dafür kam im Defensivzentrum der unroutinierte Sergio Busquets zum Einsatz &#8211; das Semifinal-Rückspiel bei Chelsea drei Wochen zuvor war sein erstes Spiel von Belang&#8230;</p>
<p><strong><em>Schnelles Pressing und Zwei gegen Busquets</em></strong></p>
<p>United presste nach Anpfiff des Spiels sofort, was das Zeug hielt und drückte Barcelona von Anpfiff weg hinten hinein. Der besondere Clou von Sir Alex in dieser Anfangsphase: Mit dem tief stehenden falschen Neuner Cristiano Ronaldo und dem sehr hoch stehenden Ryan Giggs gab er Busquets einiges zu denken &#8211; und vor allem zu laufen. Dennoch: Wo immer der Jungspund sich auch hinorientierte, der jeweils andere war frei und problemfrei anspielbar. Das, kombiniert mit dem logischerweise überhaupt nicht eingespielten Innenverteidiger-Duo Touré/Piqué, verhalf United zu einigen tollen Chancen.</p>
<p>Das Mittelfeld der Red Devils war sehr vertikal gestaffelt &#8211; Anderson verließ kaum merkbar den Mittelkreis und Carrick stand ohnehin tief zentral, nahm defensiv Messi auf und versuchte sich mit seinen ihm typischen kurzen Pässen an der Spieleröffnung. Die Breite im Spiel von Manchester kam dennoch nicht zu kurz, weil sich Park Ji-Sung gerne tief fallen ließ, um O&#8217;Shea ins Spiel zu bringen und auf der anderen Seite Evra viel nach vorne ging, um Rooney das Einrücken zu ermöglichen. So musste Touré immer wieder weit nach außen rücken, was wiederum Platz im Zentrum offenbarte.</p>
<p>Barcelona rannte neun Minuten lang der Musik fast hoffnungslos hinterher, brachte kaum Bälle in die gegnerische Hälfte und schaffte es nicht, die Spieleröffnung von United unter Druck zu setzen. Bis Xavi sich ein Herz nahm, eskortiert von Anderson und Carrick mit dem Ball nach vorne marschierte und an der Strafraumgrenze Rechtsaußen Eto&#8217;o bediente. Der Kameruner ließ noch Vidic aussteigen, zog ab &#8211; und weil auch Van der Sar nicht gut aussah, stand es völlig entgegen des Spielverlaufs 1:0 für Barcelona.</p>
<p><strong><em>9&#8217;05&#8243;</em></strong></p>
<p>Genau neun Minuten und fünf Sekunden war Manchester am Drücker, ehe United in eine komplette Schockstarre fiel. Die erste Aktion nach dem Tor sollte zum Symbolbild werden: Giggs und Ronaldo beim Anstoß, der Ball zurück zu Carrick, der sofort raus auf O&#8217;Shea. Der, weil Henry auf ihn zukommt, zu Ferdinand &#8211; der sich sofort Messi gegenüber sieht. Darum der kurze Pass auf Vidic, doch schon stürmt schon Eto&#8217;o daher, in seiner Panik will Vidic zum Torhüter passen. Doch das missglückt völlig, in der Mitte zwischen Tor und Eckfahne kullert der Ball ins Aus. Eckball für Barcelona&#8230;</p>
<p>Die Katalanen merkten die plötzliche Verunsicherung natürlich und fuhren sofort das volle Pressing-Programm, um United gar nicht erst wieder zurück ins Spiel kommen zu lassen. Vor allem im Mittelfeld und in der Offensive bretterten Henry, Eto&#8217;o und Co. auf den jeweils Ballführunden zu, dass einem Angst und Bange werden musste. Kein Wunder, dass bei Manchester nun kaum noch ein Ball sinnvoll verarbeitet und an den nächsten weitergespielt werden konnte, von einem geregelten Spielaufbau ganz zu schweigen. Barcelona konnte nun ohne allzu große Gegenwehr jenes ballbesitzorientierte Spiel aufziehen, für das die Blaugrana der Generation Guardiola bekannt ist.</p>
<p><strong><em>Sturmspitze Giggs, Schwachpunkt Carrick</em></strong></p>
<div id="attachment_4793" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2009-2.png"><img class="size-full wp-image-4793 " title="Barca-MU 2009 2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2009-2.png" alt="Barcelona - Man Utd (nach dem 1:0)" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Nach dem 1:0</p></div>
<p>Manchester reagierte auf den nun massiven Druck, indem man auf ein 4-4-2 umstellte: Anderson ging zurück und flankierte Carrick, der zunehmend Schwächen zeigte, dazu orientierten sich Rooney und Park Ji-Sung vermehrt in die Defensive, um Eto&#8217;o und Henry vom Nachschub besser abschneiden zu können.</p>
<p>Vorne blieben nur Cristiano Ronaldo &#8211; und Ryan Giggs. Der Waliser gab nun einen praktisch astreinen zweiten Stürmer neben dem Portugiesen und hing dabei merklich in der Luft, während sich Rooney auf dem Flügel defensiv abmühte und nach vorne kaum etwas zu Stande brachte. Angesichts der neuen Raumaufteilung bei United, die auf Busquets deutlich weniger Druck ausübte &#8211; um nicht zu sagen, gar keinen mehr &#8211; fühlte sich dieser auch gleich sichtlich wohler.</p>
<p>Xavi und Iniesta hatten auf der anderen Seite dafür Michael Carrick als Schwachpunkt ausgemacht, weswegen die viele ihrer Angriffe über den Raum spielten, den Carrick eigentlich abdecken sollte. So fehlte es Barcelona zwar ein wenig an der Breite, aber dafür wurde Carrick systematisch kaputt gespielt &#8211; denn wenn Anderson und Park Ji-Sung helfen kamen, ließen sie wiederum Messi bzw. Silvinho freie Bahn.</p>
<p>Die Unsicherheit von Carrick strahlte, je länger die erste Halbzeit lief, auch seine Mitspieler aus. Vidic etwa, der sich schon beim 0:1 eher hüftsteif ausmanövrieren gelassen hatte, war in der Spieleröffnung völlig unbrauchbar, Anderson war ob der permanenten Unterzahl im Zentrum auch keiner, an dem sich das Spiel hoch ziehen konnte, Rooney und Park waren einfach zu viel defensiv beschäftigt. Und auch Edwin van der Sar ließ sich in zwei weiteren Situationen seine flatternden Nerven durchaus anmerken.</p>
<p>Der Gedanke hinter der Maßnahme, Giggs vorne zu belassen und Rooney auf der Flanke Defensivarbeit aufzubürden, war zweifelsohne, dass Rooney mit seiner Körperlichkeit gegen Puyol bessere Aussichten hatte als der nicht mehr ganz junge Giggs. Dass diese Überlegung nicht aufging, war aber bald klar, und einige Minuten vor der Halbzeitpause tauchten Rooney und Giggs dann doch ihre Plätze.</p>
<div id="attachment_4798" class="wp-caption alignleft" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2009-3.png"><img class="size-full wp-image-4798 " title="Barca-MU 2009 3" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2009-3.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Zweite Hälfte</p></div>
<p><em><strong>Schwierige Balance</strong></em></p>
<p>Sir Alex nahm für die zweite Hälfte Anderson vom Feld und brachte Carlos Tévez in dessen letzten Pflichtspiel vor seinem Wechsel zu Man City. Der Argentinier gesellte sich zu Ronaldo in die Spitze, Rooney und Park Ji-Sung tauschten ihre Flanken. Im Grunde spielte United nun mit einem 4-2-4, lediglich Carrick und Giggs blieben im Mittelfeld übrig.</p>
<p>Manchester tat sich mit der offensiveren Ausrichtung aber sehr schwer, die richtige Balance zu finden &#8211; einerseits durften sie der Barcelona-Offensive nicht zu viel Raum geben, andererseits brauchte es aber nun vorne zählbaren Erfolg. So war das Spiel von United aber recht leicht ausrechenbar &#8211; lange Bälle auf die vier da vorne &#8211; andererseits aber waren Carrick und Giggs, die zu zweit gegen vier Mann im Zentrum anspielen mussten, völlig chancenlos, sich auch nur ansatzweise so zu stellen, dass Xavi und Co. nicht immer wieder Platz zu schnellen Gegenstößen fanden.</p>
<p>Standen sie zu tief, war ein Riesen-Loch zwischen ihnen und der Offensive, wo Xavi und Busquets sich ausbreiten konnten. Rückten sie auf, ohne dass die Abwehrkette mitmachte, hatte Messi seinen Spaß zwischen den Reihen. Und wenn die Abwehrkette aufrückte und hoch stand, stießen Henry und Eto&#8217;o über die Flanken in den Raum dahinter. Kurz: Wie auch immer es United machte, es war verkehrt &#8211; auch, weil die vier Offensivkräfte kaum zur Geltung kamen. Park konnte sich gegen Puyol überhaupt nicht in Szene setzen, Rooney gelang gar nichts, Tévez und Ronaldo machten viele leere Meter.</p>
<p>So hatte United zwar relativ viel Ballbesitz &#8211; mitunter kam man da knapp an die 50%-Marke heran &#8211; die klar torgefährlichere Mannschaft blieb aber Barcelona. Nicht nur wegen des Pfostentreffers von Xavi aus einem Freistoß kurz nach Wiederanpfiff hatte man nie ernsthaft den Eindruck, die Red Devils könnten zum Ausgleich kommen.</p>
<p><em><strong>Berbatov kommt, Messi trifft</strong></em></p>
<div id="attachment_4806" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2009-4.png"><img class="size-full wp-image-4806 " title="Barca-MU 2009 4" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Barca-MU-2009-4.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Schlussphase</p></div>
<p>Nach 65 Minuten nahm Sir Alex dann Park Ji-Sung raus &#8211; Cristiano Ronaldo sollte nun für mehr Druck gegen Puyol auf der Flanke sorgen, der für den Koreaner eingewechselte Dimitar Berbatov positionierte sich leicht hinter Tévez. D0ch bevor diese Maßnahme irgend eine Wirkung zeigen konnte, schlug Barcelona doch noch einmal zu.</p>
<p>Xavi wurde von Giggs völlig allein gelassen, seine Flanke erreicht Messi &#8211; der sich im Rücken von Ferdinand gelöst hatte &#8211; und der Argentinier versenkte den Ball per Kopf über den chancenlosen Van der Sar hinweg im Tor. Im Grunde war damit die Entscheidung gefallen, und Guardiola nahm auch gleich Henry vom Platz: Seydou Keita sorgte für mehr körperliche Präsenz im Mittelfeld und Iniesta ging auf die Linksaußen-Position.</p>
<p>Das Problem, das United weiterhin nicht gelöst bekam, war jenes in der Mittelfeld-Zentrale. Giggs konnte hier genauso wenig die Kreise von Xavi und Iniesta stören, wie das Anderson vor ihm gelungen war, darum probierte Ferguson es in der Schlussphase mit einem dritten Spieler &#8211; Paul Scholes.</p>
<p><strong><em>Attentat</em></strong></p>
<p>Der hatte auf der Bank offenbar mehr Frust aufgestaut als seine Kollegen auf dem Platz, denn kaum auf dem Feld, versuchte Scholes (der sich sehr tief stellte, Carrick rückte etwas auf) mit aller Gewalt, den Beinen von Busquets so viele Brüche zuzufügen, wie mit einem Tritt nur möglich waren. Die einzige echte Fehlentscheidung von Referee Busacca in diesem Spiel &#8211; anstatt Scholes, dem zweifellos eine Sperre von mindestens fünf Spielen gedroht hätte, hochkant rauszuschmeißen, ließ er den Rotschopf mit Gelb leben.</p>
<p>Zudem wechselten Ronaldo und Rooney zehn Minuten vor Schluss noch die Seiten. Wohl aus Selbstschutz für den Portugiesen, der sich mit Puyol ein Privatduell lieferte, regelmäßig ausgefahrene Ellbogen Ronaldos inklusive. Nachdem auch er verwarnt wurde, stellte ihn Ferguson so weit wie möglich weg von Puyol, um nicht eine drohende zweite gelbte Karte zu riskieren.</p>
<p>Das Spiel war mit dem 2:0 aber entschieden. In den letzten 20 Minuten kam United zwar noch zu einigen Eckbällen und einer richtig guten Chance von Ronaldo, doch auch Barcelona schien jederzeit in der Lage zu sein, wenn es sein muss noch ein drittes Tor nachzulegen. Letztlich fielen aber keine Tore mehr, und es flog auch keiner mehr runter.</p>
<p><strong><em>Fazit: United ließ die Reihen zu weit auseinander ziehen</em></strong></p>
<p>Der absolute Schlüsselfaktor in diesem Spiel war, dass United sich sehr früh &#8211; nämlich schon nach 10 Minuten &#8211; gezwungen sah, das Mittelfeldzentrum aufzumachen um vorne mehr Anspielstationen zu haben. Hatte das dicht vertikal gestaffelte Zentrum mit Giggs und einem tief stehenden Ronaldo zu Beginn den Raum um Busquets komplett im Griff gehabt, überließ Manchester den Katalanen nach dem 0:1 das Mittelfeld. Eine Maßnahme, die Barça extrem in die Hände spielte, mit heftigem Pressing verstärkt wurde und die Ferguson nie mehr beheben konnte.</p>
<p>Denn Barcelona war nun nicht mehr gezwungen selbst hoch zu stehen und hinter der Verteidigungslinie Raum offen zu lassen, sondern konnte sich etwas zurückfallen lassen. Dadurch ließen sich die Offensivkräfte von United nach vorne locken, ohne dass jedoch die Defensive &#8211; angesichts der Gefahr des Trios Messi, Henry, Eto&#8217;o &#8211; mit aufrückte. Barcelona streckte so United extrem in die Länge und in jenem Platz im Zentrum, wo nur zwei Manchester-Spieler waren, konnte Xavi schalten und walten. Ferguson versuchte im Laufe des Spiels drei Nebenmänner für Carrick &#8211; Anderson, Giggs und dann Scholes &#8211; aber sie alle konnten das grundlegende Problem nicht beheben. Zudem brachte Ferguson mit Tévez und Berbatov nur zusätzliche Stürmer, was den Effekt nur verstärkte. Als Scholes kam, war schon alles zu spät.</p>
<p>Barcelona hatte mit zwei Faktoren Glück: Zum einen, dass United nicht in den ersten Minuten schon ein bis zwei Tore schoss, die ebenso möglich wie verdient gewesen wären &#8211; und dass in der 10. Minute Eto&#8217;o jenes 1:0 erzielte, das den Katalanen so sehr in die Hände spielen sollte.</p>
<p><strong><em>Die Nachwirkungen&#8230;</em></strong></p>
<p>&#8230;können zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich beschrieben werden. Zum einen ist das Spiel eben erst zwei Jahre her, zum anderen sind sieben (Barcelona) bzw. zehn (Man Utd) Spieler der Startformationen immer noch beim Klub. Auffällig ist aber, dass bei Barça nicht nur der Spielstil und das System bis heute haargenau gleich sind, sondern auch die exakte Aufgabenverteilung und Spezialaufgaben der einzelnen Positionen.</p>
<p>Pep Guardiola hat versucht, mit dem Stürmertausch von Eto&#8217;o zu Ibrahimovic neue Impulse zu setzen &#8211; der zwar funktionierenden, aber noch nicht dauerhaft erprobten Rolle von Messi aus dem Zentrum statt über die Flanke traute er wohl nicht so ganz. Das Resultat waren aber eher atmosphärische Störungen, weil Ibra von seinem eher egozentrischen Naturell her schwierig in das Mannschaftsgefüge passte. Sportlich hatte das letztlich kaum Auswirkungen &#8211; Barcelona wurde mit 99 Punkten Meister und schied im CL-Semifinale nur knapp gegen Inter aus &#8211; aber der Schwede ergriff nach nur einem Jahr wieder die Flucht.</p>
<p>So ist seit verglichen mit dem Finale von Rom den Stil der Mannschaft heute kaum einen Millimeter anders als damals. Ja, ganz so extrem mit dem Ballbesitz war es in diesem Spiel nicht. Das hängt aber sicherlich auch mit dem Gegner und dem Spielverlauf zusammen.</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/#%21/PEitzinger">phe</a>)</p>
<p><strong><em>Das Personal</em></strong></p>
<p>FC Barcelona: Victor Valdes (27); Carles Puyol (31), Yaya Touré (26), Gerard Piqué (22), Silvinho (35); Xavi (29), Sergio Busquets (20), Andres Iniesta (25); Samuel Eto&#8217;o (28), Lionel Messi (21), Thierry Henry (31). Seydou Keita (29), Pedro Rodríguez (21). Trainer: Josep Guardiola (38, seit einem Jahr)</p>
<p>Manchester United FC: Edwin van der Sar (38); John O&#8217;Shea (28), Rio Ferdinand (30), Nemanja Vidic (27), Patrice Evra (28); Michael Carrick (27), Anderson (21), Ryan Giggs (35); Park Ji-Sung (28), Cristiano Ronaldo (24), Wayne Rooney (23). Carlos Tévez (25), Dimitar Berbatov (28), Paul Scholes (34). Trainer: Sir Alex Ferguson (67, seit 23 Jahren)</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=n-nCokRmnhw">Highlights des Spiels</a></p>
<p>Aus der Reihe “Ballverliebt Classics”:<br />
<a href="../2010/10/05/ballverliebt-classics-drama-in-vier-akten/">05.07.1982 | Italien – Brasilien 3:2 (Duell der Philosophien, Plan vs. Phantasie)<br />
</a><a href="http://ballverliebt.eu/2011/03/21/ballverliebt-classics-das-letzte-grose-ajax/">24.05.1995 | Ajax Amsterdam &#8211; AC Milan 1:0 (Das letzte große Ajax)</a><a href="../2010/10/05/ballverliebt-classics-drama-in-vier-akten/"><br />
06.09.1997 | Österreich – Schweden 1:0 (Höhepunkt der ÖFB-Generation Frankreich)<br />
</a><a href="../2010/11/12/ballverliebt-classics-das-goldene-eigentor/">16.05.2001 | Liverpool – Alavés 5:4 n.V. (Europacup-Final-Allzeit-Klassiker)</a></p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4791&amp;md5=8031ad631f16bc67cf2ebde10f74f619" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Sneijders linke Tour und der totale Bayern-Kollaps</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2011/03/15/sneijders-linke-tour-und-der-totale-bayern-kollaps/</link>
		<comments>http://ballverliebt.eu/2011/03/15/sneijders-linke-tour-und-der-totale-bayern-kollaps/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 22:56:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über eine Stunde wurde Inter von starken Bayern fast hergespielt &#8211; aber die Münchner machten den Sack nicht zu. Und kollabierten nach einer Stunde komplett! So kamen die Nerazzurri zu einem 3:2-Sieg und zum Viertelfinal-Einzug. Und das, obwohl die Bayern auf Sneijders linke Tour an sich gut reagiert hatten&#8230; Es war am 17. April 1996 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Über eine Stunde wurde Inter von starken Bayern fast hergespielt &#8211; aber die Münchner machten den Sack nicht zu. Und kollabierten nach einer Stunde komplett! So kamen die Nerazzurri zu einem 3:2-Sieg und zum Viertelfinal-Einzug. Und das, obwohl die Bayern auf Sneijders linke Tour an sich gut reagiert hatten&#8230;<br />
</em></strong></p>
<div id="attachment_4376" class="wp-caption aligncenter" style="width: 420px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/BayernInter.jpg"><img class="size-full wp-image-4376" title="BayernInter" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/BayernInter.jpg" alt="" width="410" height="590" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern München - Inter Mailand 2:3</p></div>
<p><span id="more-4375"></span>Es war am 17. April 1996 &#8211; das bisher einzige Mal, dass in der Champions League noch eine Mannschaft weiterkam, die daheim das Hinspiel verloren hatte. Es war Ajax Amsterdam mit einem 3:0 über Panathinaikos Athen &#8211; und Trainer der Holländer war damals Louis van Gaal. Diesmal machte er es umgekehrt, auch wenn er selbst nicht unmittelbar daran Schuld war. Eher schon jene Verteidigung, an der der Bayern-Coach schon die ganze Saison erfolglos herumdoktort.</p>
<p><strong><em>Sneijders linke Tour</em></strong></p>
<p>Die Bayern-Abwehr spielte aber lange keine Rolle. Eher schon die etwas überraschende Formation von Inter: Leonardo stellte sein Team nämlich in einem eher defensiven 4-3-3 auf, was mehr ein 4-2-3-1 war und sehr schräg in der Gegend hing (<a href="http://ballverliebt.eu/2010/07/14/toter-2-mann-besoffene-schiefe-und-andere-erkenntnisse/">ein Trend, der seit der WM</a> erstaunlicherweise beinahe in Vergessenheit geriet). Im Detail sah das so aus, dass Samuel Eto&#8217;o ganz vorne spielte, Goran Pandev als echter Rechtsaußen Pranjic nach hinten drückte, und vor allem Wesley Sneijder von der Zentrale auf die linke Seite rückte; Stankovic agierte zentral.</p>
<p>Das hatte zwei Effekte: Zum einen hatte Sneijder so nicht, <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/23/3-aspekte-2-zasuren-und-1-eiertor/">wie im Hinspiel</a>, gegen den unangenehmen Luiz Gustavo spielen, zum anderen war so Philipp Lahm zu erhöhter Vorsicht gezwungen und konnte Robben &#8211; der nach wochenlangem leichten Durchhänger mit seinem Hattrick beim 6:0 gegen den HSV am Wochenende wieder neues Selbstvertrauen getankt hatte &#8211; nicht wie sicherlich geplant unterstützen. Sneijder zog zwar immer wieder in die Mitte, aber die Bayern mieden diese Seite eher. Sei es weil Lahm nicht viel beitragen konnte, oder aus Angst, mit Ballverlusten sofort Sneijder ins Spiel zu bringen, sei dahingestellt.</p>
<p><em><strong>Bayern fluten das Zentrum</strong></em></p>
<p>Mit der (erfolgreichen) Maßnahme, Pranjic und vor allem Lahm in der Defensive zu binden, wollte Inter zweifellos die so starken Flügel der Bayern, die ihnen im Hinspiel noch so zugesetzt hatten, kappen. Die Bayern aber reagierten nach dem frühen Rückstand &#8211; Eto&#8217;o hatte sich im Rücken von Breno davongemacht und netzte, wenn auch aus knapper Abseitsposition, schon in der 4. Minute zum 1:0 für Interein &#8211; prompt. Indem die das Zentrum fluteten.</p>
<p>So machte sich Schweinsteiger im Rücken von Pandev breit und spielte de facto einen Ersatz-Linksverteidiger für Pranjic, vor ihm rückte Ribéry gerne etwas ein. Noch extremer machte es aber Robben auf der anderen Seite: Er spielte zwischen halbrechter Position und Zentrum. Müller, der deutlich mehr Defensivarbeit erledigte wie gewohnt, spielte gut um ihne herum und vorne arbeitete Gomez sehr viel und ließ sich oft auch weit nach hinten fallen, spielte zuweilen beinahe einen falschen Neuner.</p>
<p>So standen im Zentrum vier bis fünf Bayern-Spieler den beiden defensiven Mittelfeldspielern von Inter (Motta zentral tief, Cambiasso auf der Ribéry-Seite etwas höher) gegenüber. Die Folge: Die Bayern bekamen das Spiel sehr schnell unter Kontrolle und drückten Inter hinten rein. Die Italiener blieben gefährlich, wenn es schnell ging, vor allem wenn sich Cambiasso mit Pandev zusammenschließen konnte. Wich aber das Tempo aus dem Inter-Aufbauspiel, kamen die Bayern mit gutem Pressing schnell wieder in Ballbesitz.</p>
<p><strong><em>Inter baut defensiven Bockmist</em></strong></p>
<p>So war es auch folgerichtig und hochverdient, dass die deutlich überlegeenn Bayern nach einer halben Stunde den Ausgleich schafften und somit in der Gesamtbegegnung wieder in Führung gingen. Auch, wenn es erneut einen fürchterlichen Schnitzer von Inter-Torwart Júlio César brauchte, der wie im Hinspiel einen harmlosen Robben-Schuss nicht unter Kontrolle brachte und Gomez artistisch abstaubte.</p>
<p>Die Bayern setzten gleich nach, Inter kam bis zur Halbzeit nicht mehr ins Spiel. Und weil dann auch noch Thiago Motta patzte und Müller den Ball ideal servierte, gingen die Bayern mit 2:1 in Führung. Und nicht zuletzt, weil Júlio César bei einem Alleingang von Ribéry gleich danach gut parierte, rettete sich Inter nicht nur schwimmend, sondern schon halb untergehend mit einem 1:2 in die Kabinen. Die Bayern hätten locker schon 4:1 führen können, wenn nicht müssen: Was Inter nach dem frühen Tor anbot, war schlicht lächerlich und zeigte deutlich, warum die Serie A den internationalen Ansprüchen derzeit meilenweit hinterher hinkt.</p>
<p>So kam Müller zu spät, um den auf der Linie kullernden Ball einzudrücken (40.), Robben verpasste knapp (43.), und dann ließ sich Lúcio düpieren (45.) &#8211; sein Kollege Andrea Ranocchia zeigte war gute Ansätze, neigt aber zu haarsträubenden Leichtsinnigkeiten. Auch der Platztausch der beiden halb durch die erste Hälfte änderte daran wenig.</p>
<p><strong><em>Mehr Freiheiten für Sneijder</em></strong></p>
<p>Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel musste Inter-Coach Leonardo endgültig gesehen haben, dass Stankovic in der Mitte nichts zu Wege brachte, er wurde wiederum von Luiz Gustavo ziemlich abmontiert und hinterde zudem mit seinem recht statischen Spiel Sneijder ein wenig an der Bewewgungsfreiheit. Für Stankovic &#8211; in Abwesenheit von Zanetti, der mit Fieber das Bett hütete, Kapitän &#8211; kam Coutinho ins Spiel, und der junge Brasilianer hatte offenbar die Aufgabe, der willfährige Löcherstopfer für Sneijder zu sein.</p>
<p>Der Holländer orientierte sich nun vermehrt auch immer wieder ins Zentrum, stiftete damit etwas Verwirrung zwischen Lahm und Luiz Gustavo und der quirlige Coutinho spielte praktisch komplementär zu Sneijder. Zudem rückte Pandev auf der anderen Seite nun immer mehr ein und zog so Pranjic zuweilen sehr weit aus seiner Position, was für zusätzliche Unordnung in der Bayern-Defensive sorgte. Von der sich vor allem Breno anstecken ließ: Er blieb andächtig von Eto&#8217;o und Sneijder weg, als der Kameruner für den Holländer ablegte und Letzterer für den 2:2-Ausgleich sorgte.</p>
<p><strong><em>Die Bayern brechen weg</em></strong></p>
<p>Was der Startschuss für einen spannende Schlussphase war. Denn die Bayern schafften es nun nicht mehr so wie zuvor, die Räume für Inter im Mittelfeld schon eng zu machen und den Nerazzurri die Zeit am Ball und zum Spielaufbau zu nehmen. Zudem musste Robben raus, nachdem er alleine durch seine Präsenz Chivu einiges an Verusicherung verliehen hatte. Sein Ersatz Hamit Altintop fiel da deutlich ab. Und der zunehmend leichtsinnige und oft eher kopflos weit nach vorne aufrückende Van Buyten musste Holger Badstuber weichen.</p>
<p>Inter merkte: Nach einer Stunde, indem man von starken und spielfreudigen Bayern zum Teil hergespielt worden war, gab es nun tatsächlich noch die Möglichkeit, sogar wirklich noch ins Viertelfinale einzuziehen. Vor allem Sneijder riss die Verantwortung nun an sich und sorgte dafür, dass die Münchner hinten noch mehr zu wackeln begannen und Konter der Bayern gar nicht mehr ausgespielt wurden, sondern nur noch zum Zeitgewinn genützt wurden.</p>
<p>Und so kam es, wie es kommen musste: Breno, dessen Leistung sich der Bewertung &#8220;katastrophal&#8221; in der zweiten Halbzeit mit riesengroßen Schritten näherte, ließ sich viel zu billig von Eto&#8217;o austanzen und vergaß völlig auf Pandev in seinem Rücken, nachdem sich dieser auch vom ebenso heftig nachlassenden Pranjic gelöst hatte. Der Mazedonier drosch den Querpass von Eto&#8217;o in die Maschen &#8211; das 3:2 für Inter. Und das Ende für die Bayern.</p>
<p><em><strong>Fazit: Ein lange schreckliches Inter profitiert vom Bayern-Kollaps</strong></em></p>
<p>Das Resultat sagt deutlich mehr über die Bayern aus als über Inter. Dass eine Mannschaft, die eine halbe Stunde Zeit hat, um ein einziges Tor zu schießen, sich aufbäumt, kann man von einem amtierenden Champions-League-Sieger erwarten.</p>
<p>Dass die Bayern aber, die Inter komplett unter ihrer Knute hatten und schon 4:1 oder 5:1 führen hätten <em>müssen</em> diese Überlegenheit noch so aus der Hand geben und in der letzten halben Stunde so derart zu kollabieren, dass sich der K.o.-Schlag in Form des dritten Gegentores schon abgezeichnet hatte, ist kaum nachvollziehbar. Viele Gründe gibt es für den Zusammenbruch: Der leichtsinnige Umgang mit besten Torchancen auf der einen Seite genauso wie eine Abwehr, die ganz einfach höheren internationalen Ansprüchen in keinster Weise genügt.</p>
<p>Was sich letztlich auch Louis van Gaal ankreiden lassen muss, der taktisch ja eigentlich alles richtig gemacht hatte: Seine Mannschaft reagierte hervorragend auf das Manöver, Sneijder auf die Seite zu beordern und auf die vorgezogene Rolle von Pandev. Aber es war auch der Holländer, der sich weigerte, für die Abwehr &#8211; die ja letzte Saison schon das Sorgenkind war &#8211; adäquat nachzurüsten.</p>
<p>So gesehen haben die Bayern ihr Glück, dass die auf dem Weg ins letztjährige Champions-League-Finale gegen die Fiorentina und Man United mit auch schon teils fragwürdigen Defensiv-Leistungen strapaziert hatten, nun aufgebraucht. Und sich als an sich etwas bessere von zwei ähnlich starken Teams nun verabschiedet.</p>
<p>Womit sie nun vor den Trümmern einer Saison stehen</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4375&amp;md5=2adceb4c9fb4ddfa02ac275960de99ea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Tottenham spielt es cool über die Zeit</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 00:20:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[AC Milan]]></category>
		<category><![CDATA[Tottenham]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Debutant überrascht weiter die Teilzeitexperten: Tottenham lehrte in der Gruppenphase erst Titelverteidiger Inter das Fürchten, im Achtelfinal-Rückspiel hatte man einen 1:0-Auswärtssieg bei deren Stadtrivalen AC Milan zu verteidigen. Eine gute Ausgangsposition, obwohl die Spurs kaum ein Spiel zu Null über die Zeit bringen. Harry Redknapp kündete an, sich auf die offensiven Stärken zu besinnen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Der Debutant überrascht weiter die Teilzeitexperten: Tottenham lehrte in der Gruppenphase erst Titelverteidiger Inter das Fürchten, im Achtelfinal-Rückspiel hatte man einen 1:0-Auswärtssieg bei deren Stadtrivalen AC Milan zu verteidigen. Eine gute Ausgangsposition, obwohl die Spurs kaum ein Spiel zu Null über die Zeit bringen.</strong></em></p>
<p><div id="attachment_4295" class="wp-caption aligncenter" style="width: 420px"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/totmil1.jpg" alt="" title="Tottenham - AC Milan, Startformation" width="410" height="590" class="size-full wp-image-4295" /><p class="wp-caption-text">Tottenham - AC Milan, Startformation</p></div><br />
<span id="more-4293"></span></p>
<p>Harry Redknapp kündete an, sich auf die offensiven Stärken zu besinnen. Der Aufsteiger des Jahres, Gareth Bale, stand ihm dafür aber nicht von Beginn zur Verfügung. Der Waliser musste nach einer Verletzung noch auf der Bank Platz nehmen, Steven Pienaar übernahm seinen Part links im Mittelfeld der 4-4-1-1/4-2-3-1-Formation von Tottenham. Er war bemüht und spielte auch gut mit Modric und Assou-Ekotto zusammen, konnte aber nicht den von Bale gewohnten permanenten Gefahrenherd imitieren.</p>
<p>Die Spielanlage war reaktiv angelegt, soll heißen: Frühes Pressing und Konter sollten zum Erfolg führen. Auffällig zurückhaltend waren die beiden Außenverteidiger, das sonstige Erfolgsrezept der verstärkten Flügel blieb somit in dieser Partie harmlos. Da dominierte wohl der Sicherheitsgedanke bei der Heimmannschaft.  Redknapps Gegenüber Massimiliano Allegri schickte ein ersatzgeschwächtes 4-3-2-1 in die Allianz. Aus der defensiven Zentrale heraus sollten die Bälle verteilt werden, im eng aufgestellten Angriff vorne sollte dann schnell kombiniert werden.</p>
<p>In der ersten halben Stunde war das Spiel auf diese Weise recht ausgeglichen, auch wenn die Gastgeber etwas zielgerichteter begannen. Beide Mannschaften zeigten Willen nach vorne zu spielen. Tottenhams bessere Angriffsseite war die linke, während Lennon fast völlig abgemeldet war. Das lag daran, dass Modric als Verteiler sich nach links orientierte, Sandro hingegen war eher der Zubringer des technisch herausragenden Kroaten war. Das einzige Rezept um aber wirklich vors Tor zu gelangen waren hohe Bälle auf Crouch, der aber statt aufs Tor zu köpfeln eher eine Möglichkeit zur Vorlage suchte &#8211; sie fehlte.</p>
<p>Nach etwa 20-25 Minuten entdeckte Milan dann das Mittel zur Überlegenhei: Die Breite. Die Rossoneri brachte die eigenen Außenverteidiger häufiger mit nach vorne. Vor allem Abate sorgte so für die nötige Überzahl an der Seite &#8211; mit der Breite setzte Milan die wie gewöhnlich eng stehende Hotspur-Abwehr unter Druck. So entging man auch geschickt dem gefährlichen frühen Pressing der Spurs. In der Periode bis zur Pause konnte man Milans Bemühen, die nötigen zwei Tore zu erzielen am besten sehen. Zwingende Chancen blieben allerdings Mangelware. Die einzig echte Möglichkeit kam eher zufällig zustande, als der Ball glücklich durch die Mitte auf Pato gelangte, der nach Außen abtrieb und den freien Robinho in der Mitte anspielte. Der Brasilianer traf den Ball nicht voll und Gallas konnte auf der Linie klären (26.).</p>
<h2>Zweite Hälfte</h2>
<p>Der nichtexistente Lennon wachte mit dem Wiederanpfiff plötzlich auf. Er flankte (46.), konterte und wurde gefoult (48.), dribbelte (50.), flankte wieder (51., 57.) und leitete den Durchgang damit ganz klar in einer für Tottenham günstigen Dynamik ein. Nur in der 52. Minute tauchte Milan einmal vor dem Hotspur-Tor auf, doch Patos Schuss erreichte wegen eines Blocks nicht einmal den Strafraum. Immer wieder suchte Tottenham Crouch, fand ihn auch, doch der keinen Weg um ins Tor zu schießen. Besonders nach der Lennon Flanke in der 57. fehlte der Crouch-Ablage auf Van der Vaart nur ein Tick. </p>
<p>Zwar schlossen die Londoner auf diese Weise sehr wenige Chancen im Spiel wirklich ab &#8211; was bei oberflächlicher Betrachtung den Eindruck erwecken konnte, dass die Spurs nach vorne zu wenig taten &#8211; doch mehrmals wäre der Abschluss nur noch Formsache gewesen. Die fehlenden Zentimeter zum Tor waren dabei nicht am Abstand zur Stange zu messen (wie bei Patos Schuss in der 77.), sondern auf den Erfolg des letzten Passes.</p>
<p>Im Laufe der zweiten Hälfte veränderten sich auch die Formationen etwas. Tottenham reagierte auf das Milan-Übergewicht im Zentrum, brachte Jenas für Pienaar (70., kurz zuvor war Bale für Van der Vaart gekommen) und stellte auf ein 4-3-3 mit kompakter Mitte und breitem Angriff um. Kurz vor Schluss wurde Pavlyuchenko noch anstelle des enorm viel laufenden Crouch gebracht, um Milan mit frischen Kräften zu beschäftigen. Die zentrale Figur blieb allerdings über das ganze Spiel hindurch Luca Modric, der an fünf der sieben wichtigsten Passverbindungen von Tottenham beteiligt war und immer dann den Ballbesitz behaupten konnte, wenn die Gäste Tottenham einzuschnüren drohten. </p>
<p>Milan wechselte hingegen Boateng aus (76.) um mit dem 19-jährigen Merkel einen anscheinend etwas offensiver ausgerichteten Spieler zu bringen. Erst kurz vor Schluss wurde der schwer rotgefährdete Flamini (der nach seinem rücksichtslosen Foul in Mailand auch diesmal wieder zwei, drei &#8220;Tacklings&#8221; zeigte, die man auch direkt mit Rot bestrafen dürfte aber nur einmal mit Gelb bedacht wurden) durch Sierra Leones Jungstar Rodney Strasser ersetzt. </p>
<p>Bei den Gästen wurde in den letzten Minuten dann alles nach vorne geworfen. Pato blieb wie schon den ganzen Abend Dreh und Angelpunkt im Spiel der Rot-Schwarzen, konnte aber aus seinem 30 Meter-Verzweiflungsschuss (88.) genausowenig machen, wie Robinho bei der größten Tormöglichkeit nach Kurzpasskombi mit dem glanzlosen Ibrahimovic (91.). Tottenham spielte die Partie konzentriert, diszipliniert und gut geordnet nach hause. </p>
<h2>Fazit</h2>
<p>In einem guten Fußballspiel ohne spektuakuläre Höhepunkte ließ sich Milan nur über etwa 15 Minuten vor der Pause anmerken, dass man der Klub mit dem größeren Namen ist. Die Leistung darf man nach der bisherigen CL-Saison für die Italiener sogar noch als einigermaßen versöhnlich einstufen, nach einer Heimniederlage im Europapokal war sie für den Aufstieg aber einfach zu wenig. Die Spurs steigen hingegen zwar nicht als überlegene Mannschaft, aber alles in allem trotzdem verdient auf. Sie zeigten, dass sie nicht nur einen begeisternden, schnellen Offensivfußball beherrschen, sonder das Tor im entscheidenden Moment auch sauber halten können. Das bringt sie unter die letzten 8 in Europa. Sofern Schlüsselspieler wie Modric oder der die Verteidigung stabilisierende Gallas fit bleiben und andere wie Bale und Van der Vaart ihr Potential ausschöpfen, gibt es auch weiterhin nichts, was man den Spurs nicht zutrauen könnte. Der Mannschaft fehlt in dieser Saison nur eines: Eine echte Schwachstelle. (tsc)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4293&amp;md5=63d72422da7d5951414933b98459ad47" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>3 Aspekte, 2 Zäsuren und 1 Eiertor</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 22:46:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Eto'o]]></category>
		<category><![CDATA[Inter]]></category>
		<category><![CDATA[Leonardo]]></category>
		<category><![CDATA[Luiz Gustavo]]></category>
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		<category><![CDATA[Van Gaal]]></category>

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		<description><![CDATA[Neun Monate ist es her, dass Inter Mailand im Finale der Champions League die Bayern mit 2:0 besiegt hatten. Nun kommt es im Achtelfinale zur Revanche &#8211; und im Hinspiel verlegten sich beide Teams auf ihre Stärken und neutralisierten sich somit auf ansprechendem Niveau. Bis zur 90. Minute&#8230; Aspekt 1: Inters lahmende Flügel Es ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Neun Monate ist es her, dass Inter Mailand im Finale der Champions League die Bayern mit 2:0 besiegt hatten. Nun kommt es im Achtelfinale zur Revanche &#8211; und im Hinspiel verlegten sich beide Teams auf ihre Stärken und neutralisierten sich somit auf ansprechendem Niveau. Bis zur 90. Minute&#8230;<br />
</em></strong></p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_4174" class="wp-caption aligncenter" style="width: 379px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/IntBay.png"><img class="size-full wp-image-4174 " title="IntBay" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/IntBay.png" alt="" width="369" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Inter Mailand - Bayern München 0:1</p></div>
<p><strong><em><span id="more-4173"></span>Aspekt 1: Inters lahmende Flügel</em></strong></p>
<p>Es ist <a href="http://ballverliebt.eu/2011/01/06/leonardo-kappt-inters-flugel/">keine allzu neue Erkenntnis</a>, aber gerade in einem Spiel gegen eine so flankenorientierte Mannschaft wie die Bayern war es klar, das es für Inter (in diesem Spiel mit einem 4-3-2-1-Tannenbaum) zu einem Problem werden kann: Der Treble-Sieger von 2010 verfügt im Grunde über kein Flankenspiel. Für die Bayern natürlich eine Einladung erster Güte, Inter über die Seiten zu bearbeiten &#8211; und genau das taten sie auch. Vor allem Daniel Pranjic nagelte den gefürchteten Maicon hinten fest, dass der Brasilianer seine Offensivstärke überhaupt nicht ausleben konnte. Im Zusammenspiel mit dem diskret startenden, aber immer besser werdenden Ribéry (der in Minute 24 die Latte traf) war die linke Bayern-Seite extrem stark. Auch natürlich, weil Zanetti mit dem Tempo, das die beiden anschlugen, nicht immer mitkam.</p>
<p>Auf der rechten Bayern-Seite stellte sich die Sache deutlich vorsichtiger dar. Philipp Lahm hielt sich einigermaßen zurück &#8211; zum einen, weil er den Dunstkreis von Sneijder offenbar nicht allzu gerne verlassen wollte, um eine zusätzliche Absicherung zu sein. Vor allem aber, weil Esteban Cambiasso deutlich höher stand als sein Pendant Zanetti und Lahm somit deutlich früher empfangen konnte. So wa Robben zwar oft auf sich alleine gestellt, aber er machte seine Sache nicht schlecht und ließ Chivu ebenso nicht zur Entfaltung kommen. Die Folge: Die Münchner dominierten über die Flügel und Inter war gezwungen, durch die Mitte zu kommen.</p>
<p><strong><em>Aspekt 2: Luiz Gustavo vs. Wesley Sneijder</em></strong></p>
<p>Bayern-Coach Van Gaal wusste natürlich: Der Schlüssel zu einem Erfolg über Inter liegt nicht nur daran, die Flügel zu dominieren. Es musste auch dafür gesorgt sein, dass Wesley Sneijder nicht zur Geltung kam! Und da ist die Frage nach der Absicht und dem Plan, ob es ein gezieltes Ablenkungsmanöver war oder nicht, eigentlich zweitrangig. Gemeint ist die Tatsache, dass der gelernte Mittelfeldspieler Luiz Gustavo, wie üblicherweise in der Bundesliga auch, als Linksverteidiger spielte und der gelernte Linksverteidiger Danijel Pranjic im defensiven Mittelfeld. Zumindest zwei Minuten lang.</p>
<p>Dann nämlich tauschten die beiden doch die Plätze und Luiz Gustavo kümmerte sich um Sneijder. Äußerst liebevoll. Denn obwohl der schmächtige Brasilianer, der im Winter aus Hoffenheim kam, körperlich nicht gerade eine furchteinflößende Gestalt ist, nahm er den Holländer dermaßen an die Kandarre, dass diesem schnell anders wurde. Gustavo agierte als Kettenhund so konsequent (was auch beinhaltete, dass er Sneijder zweimal eher rüde anging), dass Inters Zehner schon nach zehn Minuten zurück ins hintere Mittelfeld wich, um seinem Gegenspieler aus dem Weg zu gehen.</p>
<p>Dass die Bayern Sneijder auf diese Weise aus dem Spiel zu nehmen versuchten (und es gelang ja auch nicht schlecht), liegt natürlich auch am Spielertyp Luiz Gustavo. Mit Mark van Bommel, der im Winter ja bekanntlich zu Inters Lokalrivalen Milan gewechselt war, hätte Van Gaal dieses Spielchen im Mittelfeld nicht aufziehen können &#8211; mit der Zecke Luiz Gustavo aber sehr wohl.</p>
<p><strong><em>Aspekt 3: Ungleiches Duell vor dem Bayern-Tor</em></strong></p>
<p>Was natürlich alles nicht überdecken kann, dass in der Qualität der Spieler, die sich vor Bayern-Goalie Kraft tummelten, deutliche Unterschiede zwischen den Teams gab &#8211; zu Gusten von Inter, versteht sich. Der umgelernte Tymoschuk und der (noch) nicht mit allen internationalen Wassern gewaschene Badstuber waren der Erfahrung und der Qualität eines Samuel Eto&#8217;o natürlich klar unterlegen. Weshalb es sich nicht verhindern ließ, dass Inter vornehmlich durch die Mitte immer wieder zu guten Chancen kam.</p>
<p>Nicht nur in der 1. Minute, als Ranocchia schon das 1:0 für das Heimteam erzielen hätte müssen, ebenso wie Cambiasso (18.) und Eto&#8217;o (33.). Und auch in der Schlussphase der Partie hatte Inter mehrere klare Gelegenheiten, das Spiel für sich zu entscheiden &#8211; wäre da nicht der sensationell agierende Thomas Kraft gewesen, der mit unglaublichen Reflexen immer wieder das Gegentor verhindert hat.</p>
<p>So lief die Partie, wie man es durchaus erwarten konnte: Die Bayern von der Spielanlage wie ein Heimteam, mit mehr Ballbesitz und klaren Vorteilen an den Flanken; Inter aber mit mehr klareren Chancen. Bis zur ersten Zäsur des Spiels in der 37. Minute.</p>
<p><strong><em>Zäsur 1: Pranjic raus, Breno rein (37.)<br />
</em></strong></p>
<p>Der so fleißige und, so lange er spielte, vor allem im Zurückdrängen von Maicon so exzellente Bayern-Linksverteidiger Danijel Pranjic musste mit einer Zerrung ausgewechselt werden. Was für die Formation hieß: Der eingewechselte Breno ging in die Innenverteidigung, von dort Badstuber auf die linke Seite.</p>
<p>Womit Ribéry nun die komplette Seite ziemlich alleine zu beackern hatte, denn ein schneller Spieler mit Offensivdrang ist der gelernte Innenverteidiger Badstuber natürlich nicht &#8211; und dass er sich auf der Seite auch ganz generell nicht übertrieben wohl fühlt, weiß man ja <a href="http://ballverliebt.eu/2010/06/18/day-8/">spätestens seit der WM</a>. Erstaunlicherweise konnte Inter dieses entstandene Manko aber nicht so ausnützen, wie man das erwarten hätte können &#8211; denn Bastian Schweinsteiger übernahm die Verantwortung und machte nicht nur den umsichtigen Achter, sondern hielt angesichts der Tatsacher, dass er Zanetti aus dem Spiel nahm, auch Ribéry den Rücken frei.</p>
<p>Zumal Ribéry nun vollends zu seinem Spiel gefunden hatte und so Zanetti und Maicon weiterhin ziemlich beschäftigte. Die besten Chancen hatten die Bayern gegen die recht kosequenten Lúcio/Ranocchia aber dann, wenn sie etwas überraschendes probierten &#8211; so wie in der 53. Minute, als Robben von seiner &#8220;falschen&#8221; linken Seite an der Strafraumgrenze quer nach links zog und schoss, aber &#8220;nur&#8221; für den zweiten Aluminium-Treffer der Bayern sorgen konnte.</p>
<p><strong><em>Zäsur 2: Ranocchia raus, Kharja rein (73.)</em></strong></p>
<div id="attachment_4177" class="wp-caption alignright" style="width: 297px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/IntBay2.png"><img class="size-full wp-image-4177 " title="IntBay2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/IntBay2.png" alt="" width="287" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Inter - Bayern (Schlussphase)</p></div>
<p>Die brandgefährliche Schlussoffensive für Inter begann paradoxerweise mit der Verletzung eines Innenverteidigers. Doch mit der Einwechslung von Allround-Waffe Houssine Kharja für Ranocchia mischte Leonardo zwar nicht sein System, aber dafür bunt seine Formation durch. Der Marokkaner kann im Grunde alles spielen (wie auch seine Teamkollegen Zanetti, Stankovic, Cambiasso, usw. &#8211; unter anderem das macht Inter zu einer so interessanten Mannschaft). Der im Winter von Genoa ausgeliehene 28-Jährige machte seine ersten Spiele für Inter als Außenverteidiger, diesmal entschied sich Leonardo, den bulligen Kharja neben Sneijder in die Offensive zu stellen. Stankovic rückte dafür auf die Zanetti-Position, Zanetti auf die Chivu-Position und Chivu auf die Ranocchia-Position.</p>
<p>Und siehe da, Inter spielte nun wie aus einem Guss nach vorne. Schweinsteiger musste sich nun um Kharja UND Stankovic kümmern; Ribéry arbeitete zwar gut nach hinten, ihm liegt dieses Spiel aber nun mal nicht besonders. In dieser Phase war es in erster Linie Kraft, der die Inter-Führung verhinderte &#8211; vor allem mit seiner sensationellen Reaktion gegen den Kopfball von Motta (85.), kurz darauf strich ein Schuss von Eto&#8217;o nur knapp am Tor vorbei.</p>
<p><strong><em>&#8230;und das Eiertor</em></strong></p>
<p>Keine Frage: Die Bayern mussten, trotz des Plus an Spielanteilen und zweier Alu-Treffer, mit dem 0:0 nun mehr als zufrieden sein und froh, nach dem großen Druck, den Inter nun ausübte, zumindest nicht in Rückstand geraten zu sein. Aber dann! In der 90. Minute zog Robben aus der Distanz ab und der in letzter Konsequenz kaum geprüfte Inter-Torhüter Júlio César ließ den Ball, anstatt ihn zu fangen, nach vorne abprallen. Mario Gomez &#8211; der in den 89 Minuten davor kaum eine echte Torchance vorgefunden hatte &#8211; musste nur noch &#8220;Danke&#8221; sagen.</p>
<p>Und die Bayern hatten mit 1:0 gewonnen.</p>
<p><strong><em>Fazit: Eigentlich haben alle (fast) alles richtig gemacht<br />
</em></strong></p>
<p>Über das komplette Spiel gesehen, wäre ein Unentschieden ein korrektes Resultat gewesen. Die Bayern dominierten (wie erwarten) die Flügel, Inter bot (wie erwartet) die höhere individuelle Qualität im Sturm dagegen. Sneijder konnte sich ob der Umklammerung von Luiz Gustavo nie wirklich entfalten.</p>
<p>Im Grunde genommen haben beide Mannschaften eigentlich alles richtig gemacht, weswegen das (trotz häufiger Fehlpässe im Spielaufbau) zweifellos gutklassige Spiel einem logischen 0:0 zusteuerte. So entschied nach anderthalb Stunden letztlich ein billiger individueller Fehler &#8211; und Inter steht im Rückspiel nun mit dem Rücken voll zur Wand.</p>
<p>Was die Vorfreude auf die Partie in München naturgemäß nicht kleiner werden lässt.</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4173&amp;md5=322e405af4563b9f299d22143a0b5db5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Arsenal vs Barcelona &#8211; Die Effizienz entscheidet</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 01:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Pichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[arsenal. barcelona]]></category>
		<category><![CDATA[Arshavin]]></category>
		<category><![CDATA[Guardiola]]></category>
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		<category><![CDATA[Wenger]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein 3:3 hatte Herbert Prohaska als Wunschergebnis genannt. Am Ende wurden es nur halb soviele Tore, mit ein bisschen weniger Eigensinn und ein bisschen mehr Präzision im letzten Pass hätten es auch gut und gerne deutlich mehr werden können. Am Ende reichten den Gunners 5 Minuten, um den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Dieses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Ein 3:3 hatte Herbert Prohaska als Wunschergebnis genannt. Am  Ende wurden es nur halb soviele Tore, mit ein bisschen weniger Eigensinn  und ein bisschen mehr Präzision im letzten Pass hätten es auch gut und  gerne deutlich mehr werden können. Am Ende reichten den Gunners 5  Minuten, um den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen.</strong></em></p>
<div id="attachment_4078" class="wp-caption aligncenter" style="width: 364px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ars-bar.jpg"><img class="size-full wp-image-4078" title="Arsenal FC - FC Barcelona" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ars-bar.jpg" alt="Arsenal FC - FC Barcelona" width="354" height="483" /></a><p class="wp-caption-text">Arsenal FC - FC Barcelona</p></div>
<p><em><span id="more-4074"></span></em></p>
<p><em><img title="Weiterlesen..." src="../wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></em>Dieses Spiel war die Analysehölle. Sehen, begreifen, notieren. Normal  kein Problem, wenn sich die Angriffsszenen aber derart überschlagen,  wie heute Abend im Arsenal-Stadium (Remember: Keine Sponsorennamen in  internationalen Partien), artet das alles zu harter Arbeit aus.</p>
<p>Zwei Möglichkeiten hatte ich für heute Abend gesehen: Einerseits zwei  Teams, die sich mit des Gegners Stärke vor Augen gegenseitig totlauern.  Oder zwei Teams, die sich im Bewusstsein ihrer eigenen Stärke  bedingungslos nach vorne werfen. Geworden ist es glücklicherweise (trotz  der erwähnten Nachteile für den geneigten Analytiker) Variante zwei.</p>
<p><strong>System Flexibel</strong></p>
<p>Glaubt man den Fernseheinblendungen, so war Arsenal heute in einem  4-5-1 unterwegs. Glaubt man dem Geschehen am Rasen, so war es über die  meiste Zeit eher ein 4-4-1-1. CL-Debutant Szecsny hütete das  Gunners-Tor, und das tat er &#8211; wie man vorausschicken darf &#8211; auch sehr  souverän über die 90 Minuten. Eboue, Koscielny, Djourou und Clichy  bildeten eine klassische Arsenal-Viererkette, die wirklich nur im Falle  eines gefährlich anrückenden Gegenangriffs eine solche ist. Stammkraft  Sagna fehlte, weil gesperrt.</p>
<p>Davor werkte Walcott als Pendler zwischen Linksaussen im Mittelfeld  und Sturm nebst Neigung zu Ausflügen in die Mitte. Daneben werkte Song,  der sich deutlich mehr auf Defensivaufgaben verlagerte. Wilshere und  Nasri (in ähnlicher Ausführung zu Walcott) ergänzten die Zentrale des  englischen Liga-Zweitplatzierten auf der linken Seite. Cesc Fabregas  ackerte meist vor dem Mittelfeld als hängende Spitze, der Holländer Van  Persie gab den einzigen nominellen Stürmer.</p>
<p>In einem nicht minder flexiblen 4-3-3  stand Gästeteam aus Spanien am  Rasen. Stammgoalie Valdes hütete den Kasten, mit Alves, Pique, Abidal  und Maxwell konnte Josip Guardiola aus dem Vollen schöpfen. Die Drei  davor, namentlich Xavi, Busquets und Iniesta, bildeten den  Mittelfeldstamm. An den Offensivseiten werkten Pedro Rodriguez und David  Villa, in der Mitte durfte sich &#8220;La Pulga&#8221;, Lionel Messi, austoben.</p>
<p>Man darf diese Formationsangaben aber keinesfalls zu ernst nehmen,  sind sie doch bestenfalls beim Spielaufbau aus der Abwehr heraus  einigermassen exakt. In einer Partie, die größtenteils aus  wechselseitigen Kontern oder schnellen Gegenschlägen aus Ballverlusten  im Mittelfeld besteht, ist der Versuch, bunte Punkte repräsentativ auf  einem zweidimensionalen Fussballfeld anzuordnen zum Scheitern  verurteilt. Die Grafik dient heute lediglich  als kleine Orientierungshilfe.</p>
<p><strong>Schnellstart</strong></p>
<p>Beide Teams warteten nach dem Anpfiff nicht lange ab, sondern  leiteten umgehend eine flotte Partie ein, in der das Schaffen von Raum  über intelligentes und brutal schnelles Passspiel beiderseits die  wichtigste Devise war. Wer wartet, verliert. Beide Trainer ließen fast  durchgehend bis an den gegnerischen Sechzehner Pressing betreiben.  Barcelona praktizierte das häufig sogar mit 6-7 Mann.</p>
<p>Die ersten Minuten schien es, als wären die Gunners besser ins Spiel  gekommen. Die Barca-Zentrale machte den Eindruck, noch nicht ganz  warmgelaufen zu sein, denn die Fehlpassquote war die ersten zehn Minuten  doch beachtlich, Ordnung in der Zentrale nur zaghaft erkennbar.  Gefährliches Spiel nach vorne wollte dem Weltstarensemble aus Katalonien  noch nicht gelingen. Wenn überhaupt, ging es über Maxwell an die  Grundlinie.</p>
<p>Nach sechs Minuten prüfte Van Persie Victor Valdes das erste Mal  aus spitzem Winkel nach einem Walcott-Solo und Fabregas-Zuspiel. Mehr sollte im ersten Neuntel des Spieles auch dem  Heimteam nicht gelingen, sieht man von der Feldüberlegenheit ab.</p>
<p><strong>Gäste am Ruder</strong></p>
<p>In den Folgeminuten sollte sich das Bild sehr schnell und sehr  deutlich ändern. Die Zentrale der Blaugrana rückte dichter zusammen, die  oftmals schlecht angebundenen Offensivspieler rückten zur Verstärkung  nach hinten. Nun waren es die Gunners, die auf einmal viele Bälle nicht  mehr präzise an den Mann brachten. Die aufkeimende Nervosität ging  soweit, dass Wengers Truppe die Kugel schon bei Einwürfen vor dem  eigenen Strafraum recht schnell an den Gegner verlor. In Minute 26  krachte es schließlich.</p>
<p>Ein Gegenstoss von Barca, die zweite Reihe der Gunners ließ Messi  weitgehend gewähren, Djourou und Koscielny machten die drei Schritte  nach vorne, Clichy nicht. Damit war David Villa auch nicht Abseits, als  Messi das sich ihm bietende Loch sah und das Leder hindurchbeförderte.  Villa vollendete die Szene trocken und schob das Leder unter dem  herausstürzenden Szcesny durch in die Maschen.</p>
<p>In der Hitze des Gefechts ging beinahe unter, dass Arsenal nur wenige  Sekunden davor selbst dem Führungstreffer noch recht nahe gewesen war.  Eine aus dem Konter geborene Flanke von Fabregas wurde dem Kopf von Van  Persie erst im allerletzten Moment entzogen.</p>
<p>Eine Verschnaufpause blieb auch nach dem Tor nicht, nicht einmal drei  Minuten nach der Führung, hätte Barca noch eins drauflegen können.  Wieder sah es einfach aus: Ein Angriff über die rechte Seite, ein  bisschen Wühlarbeit von Villa, der schließlich aus kurzer Distanz einen  Stangerlpass auf Pedro anbrachte. Dem ging der Ball etwas zu weit in den  Rücken, sodass er via Ferse vollstrecken wollte, aus wenigen Metern  aber an Szczesny scheiterte. Die gleiche Szene, keine fünfzehn Sekunden  später: Van Persie schießt aus halblinker Position vom Sechzehnereck der  Gäste deutlich am Tor vorbei. Kein Zweifel: Diese Partie ist schnell.</p>
<p><strong>Erste Erkenntnisse</strong></p>
<p>Was aber über die erste Halbzeit hinaus auffiel war die Unsicherheit  der Arsenal-Viererkette in der Rückwärtsbewegung. Mehrmals fehlte die  Koordination im Nachrücken entlang der Spielfeldbreite, was zu  gefährlichen Löchern führte. Auch die Abseitsfalle funktionierte  manchmal nur mit Ach- und Krach.</p>
<p>Einmal &#8211; wir schreiben nun Minute 38 &#8211; funktionierte sie sogar  überhaupt nicht. Messi überwand zuerst ein Tackling vor dem Strafraum  mit einigem Ballglück, woraufhin die Defensive des Heimteams in ein  leichtes Tohuwabohu geriete. Nutznießer war der angespielte Pedro, in  dessen Schuss sich Szczesny zu werfen vermochte. Sein Passgeber wiederum  erreichte diesen Abpraller und wuchtete ihn mit vollem Körpereinsatz  ins Tor. Die Auflösung der Zeitlupe: Das Zuspiel auf Pedro war definitiv  kein Offside. Der Abstauber von Messi auch nicht, denn der Ball, den er  da noch erreicht hatte, war eindeutig kein Pass. Was der Linesman zum  Glück für die Gunners aber anders gesehen hatte.</p>
<p>Und noch eine Erkenntnis drängte sich zum Ende dieser ersten 45  Minuten auf: Barcelona war nun wesentlich besser darin, das Spiel nach  Ballverlusten des Gegners schnell zu machen. Die Ursache ist darin zu  suchen, dass die Arsenal-Abwerreihe nach vorne langsamer nachrückte als  das Mittelfeld nach vorn aufrückte. Der so entstandene Raum bot sich  Iniesta und Co natürlich als Kurzpass-Eldorado an.</p>
<p>Zur Pause stand es in dieser Partie, übrigens die zweihunderste für  den Arsenal FC im Rahmen des Europacups, also 0:1. Auf Wechsel wurde  verzichtet, die Teams kamen unverändert wieder aufs Feld.</p>
<p><strong>Schlechter Tausch</strong></p>
<p>Immerhin, das Heimteam hatte sich nun besser auf den Gegner  eingestellt. Vor- und Nachrücken lief nun ausreichend synchron ab,  Wilshere startete nun 10 Meter tiefer und die Arsenal-Zentrale war  weiter zusammengerückt. Sie spielte aber immer noch fehleranfälliger als  jene von Barcelona. Nach einer Stunde Spielzeit (inklusive einem von  Koscielny gerade noch vereitelten Pedro-Alleingang) lag Barca nicht nur  bei deutlich mehr gespielten Pässen, sondern wies auch eine signifikant  höhere Passerfolgsquote (ARS 73% &#8211; BAR 83%) auf.</p>
<p>Mit dem Offensivpressing der Katalonen hatte man aber immer noch  seine liebe Mühe, und so brach nach 68 Minuten erneut Hektik im Rückraum  aus, weil man einmal wieder den Ball nicht weg bekam. Es ist fürwahr  selten, dass es einer Mannschaft gelingt, Arsenal im eigenen Strafraum  festzunageln. Für die blieb die Szene ohne schwere Folgen.</p>
<p>Unmittelbar darauf schaltete Guardiola einen Gang zurück und brachte  Mittelfeldmann Seydou Keita für Stürmer Villa. In die andere Richtung  bewegte Arsene Wenger seinen Schaltknüppel, er brachte Andrej Arshavin  ins Spiel und nahm den brav, aber insgesamt nicht überragend spielenden  Song heraus. Der ordnete sich parallel zu Cesc Fabregas, sozusagen als  zweite hängende Spitze, im Spiel ein. Das hatte den Effekt, dass im  Mittelfeld ein Unterzahlspiel vermieden wurde und es für schnelle  Gegenstösse eine weitere Anspielstation gab. Weil Guardiola mit seinem  Tausch die offensive Schlagkraft seiner Mannschaft vermindert hatte,  ergab sich nur geringe Mehrarbeit für die Gunners-Defensive.</p>
<p>Einige Momente und diverse Halbchancen später, entließ Wenger auch  den müde werdenden Walcott in den Feierabend und brachte mit Nicklas  Bendtner eine frische Kraft mit gleicher Aufgabe (77&#8242;).</p>
<div id="attachment_4080" class="wp-caption aligncenter" style="width: 360px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ars-bar2.jpg"><img class="size-full wp-image-4080" title="Arsenal FC - FC Barcelona (ca. ab 70')" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ars-bar2.jpg" alt="Arsenal FC - FC Barcelona (ca. ab 70')" width="350" height="476" /></a><p class="wp-caption-text">Arsenal FC - FC Barcelona (ca. ab 70&#39;)</p></div>
<p><strong>Blitzartige Blattwende</strong></p>
<p>Zwar keine unmittelbare Folge dieses Tauschs, aber durchaus auch als  Konsequenz der taktischen Umstellung davor, gelang dem Heimteam nun der  unerwartete Ausgleich. Wobei &#8220;unerwartet&#8221; hier eher &#8220;wider dem  Spielverlauf&#8221; bedeutet, denn auch Arsenal hatte bis dahin schon ein paar  hochkarätige Torgelegenheiten verbraten. Jedenfalls hatten sich die  Gunners links vor den Strafraum vorgearbeitet, wo Clichy und Arshavin  gefällig kombinierten. Ersterer wagte dann einen Schlenzer zu Van  Persie, der seinen zu spät reagierenden Gegenspieler (die  Barca-Abseitsfalle hatte für dieses Mal nicht funktioniert) hinter sich  ließ und auf die Grundlinie zuging. Statt nun den von allen erwarteten  Querpass oder eine Ablage zu bringen, knallte der Niederländer den Ball  in den kurzen Winkel.</p>
<p>Am größten war die Verblüffung sicherlich bei Victor Valdes. Der  hatte als Torwart freilich auch mit einer anderen Variante spekulieren  müssen, hatte aber trotzdem zu früh zum Ausfallschritt angesetzt. Und so  sauste der sonst sicherlich parierbare Schuss an ihm vorbei &#8211; 1:1  (78&#8242;). Wechseljoker Arshavin wendete das Blatt kurz darauf endgültig.</p>
<p>Ein verzweifelter Angriff der Blaugrana beschwor den Konter der  Gunners herauf. Nasri bekam den langen Ball ab und marschierte  relativ unbedrängt rechts in den Sechzehner von Barca. Dort genügte ein  kleiner Haken um etwas Platz zwischen sich und dem mitgelaufenen Abidal  zu schaffen. In der Mitte war Nasri mitgelaufen, Fabregas sah aber auch  den etwas dahinter und links des Strafraums nachrückenden Arshavin. Und  bediente ihn mustergültig. An zwei Gegnern vorbei schlenzte dieser das  Leder mit sanftem Effet. Valdes, unterwegs in die andere Richtung, war  die Sicht verstellt, und so konnte er wiederum nur hilflos zusehen, wie  das Rund unweit von ihm ins Eckige einschlug &#8211; 2:1 (83&#8242;).</p>
<p>Guardiola setzte nun alles auf eine Karte, und er schickte Adriano  zum Aufwärmen. In der 89. Minute der regulären Spielzeit ersetzte dieser  schließlich Iniesta. 180 Sekunden später hatte Alves den Ausgleich am  Fuß. Letztlich konnte er aber keinen Nutzen daraus ziehen, dass ihm  Arshavin versehentlich eine Flanke per Kopf vor die Füße abwehrte. Hier  war es der junge, polnische Torwart Szczesny, der in höchster Not den  Winkel bewachte. Messi holte sich den Ball noch um es selbst zu  probieren, letztlich konnte Arsenal den Ball aber aus dem Gewühl  schlagen. Es blieb beim historischen, weil ersten Sieg von Arsenal über  Barcelona.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Das Spiel hielt, was die Namen versprachen. Für den Zuseher mit Chips  und Bier ein Feuerwerk des Fussballs. Für den Analysten mit Kuli und  Notizblock darüber hinaus aber auch ein Hort der Qualen. Arsenal und  Barcelona praktizieren jeweils Fussball auf extrem hohen Niveau, und  haben das heute deutlich zur Schau gestellt. Gerechterweise muss man  sagen, dass der Tabellenführer der Primera Division etwas mehr glänzen  konnte als der wohl letzte Titelrivale von Manchester United in der  Premier League. Gemessen an den Chancen wäre heute so ziemlich jedes  Ergebnis möglich gewesen.</p>
<p>Guardiolas Konzept, extrem frühes Pressing mit vielen Spielern, dazu  ein enorm kompakt und flexibel spielendes Mittelfeld, ging eine Stunde  lang gut auf. Obwohl sich Arsenal mit kleineren Veränderungen zur Pause  darauf eingestellt hatte, kam nie das Gefühl auf, dass die Überlegenheit  des Gastensembles in Gefahr wäre. Dann wurde die Einwechslung von Keita  für Villa dank des Paralleltausches von Arshavin für Song unfreiwillig  zum Knieschuss für die Katalanen. Aus taktischer Hinsicht, weil die  Gunners die Offensive verstärkten ohne die Zentrale zu schwächen, und  aus personeller Hinsicht, weil Keita seine liebe Mühe hatte, ins Spiel  zu finden.</p>
<p>Zwei Geistesblitze und ihre perfekte Ausführung sicherten Arsenal den  Sieg. Dahinter steht natürlich spielerische Klasse, entscheidend war  aber schlichtweg Effizienz. Hätten die Gäste ihr Zielfernrohr heute  besser justiert, wäre die Partie wohl deutlich anders ausgegangen. Vom  Konjunktiv kann man sich aber bekanntlich nichts kaufen. (gp)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=4074&amp;md5=8333f425fe5308e0f0b736399d75dbef" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Keine echte Chance für Werder bei den Spurs</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/11/26/keine-echte-chance-fur-werder-bei-den-spurs/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 14:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Tottenham]]></category>
		<category><![CDATA[Werder]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Werder Bremen war schon vor dem schwierigen Auswärtsspiel an der White Hart Lane klar: Nur ein Wunder kann die Mannschaft in der Champions League halten. Eine von Niederlagen gebeutelte, ersatzgeschwächte Mannschaft reiste nach London an, um den Schaden in Grenzen zu halten. Es war kein großer Europapokalabend an jenem Mittwoch im Norden von London. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Für Werder Bremen war schon vor dem schwierigen Auswärtsspiel an der White Hart Lane klar: Nur ein Wunder kann die Mannschaft in der Champions League halten. Eine von Niederlagen gebeutelte, ersatzgeschwächte Mannschaft reiste nach London an, um den Schaden in Grenzen zu halten.</strong></em></p>
<p><div id="attachment_3365" class="wp-caption aligncenter" style="width: 420px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/tot_werd.jpg"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/tot_werd.jpg" alt="" title="Tottenham - Werder 3:0" width="410" height="590" class="size-full wp-image-3365" /></a><p class="wp-caption-text">Tottenham - Werder 3:0</p></div><span id="more-3364"></span></p>
<p>Es war kein großer Europapokalabend an jenem Mittwoch im Norden von London. Zu schnell war klar, wohin die Reise geht. Schon in den ersten Minuten drückte ein im klassischen 4-4-2 aufgestelltes Tottenham die deutschen Gäste in den eigenen Strafraum. In Minute 5 war dann eigentlich alles klar: Bale ging erstmals die linke Seite hinunter und holte eine Ecke raus. Die erste wurde noch abgewehrt, bei der zweiten kam der Ball zu Lennon, der Jansen einfach stehen ließ. Seine einschussgerechte Flanke verwertete Kaboul zum 1:0.</p>
<p><strong>Die einzige einigermaßen brauchbare Aktion von Werder im Offensivspiel folgte kurz darauf</strong>. Ein schöner Steilpass von Jensen auf Marin endete aber bei dessen Versuch die Flanke zur Mitte zu schlagen. Aus der folgenden Ecke konnten die Bremer kein Kapital schlagen, weil sie wie die meisten Standardsituationen an diesem Abend nicht mit ausreichender Qualität getreten wurde. Und etwas anderes als Standardsituationen blieb den Gästen nicht. Arnautovic, Pizzaro, Wesley &#038; Co. fehlten an allen Ecken und Enden. </p>
<p>Gerade einmal Marin zeigte Willen und Fähigkeit, im Spiel nach vorne etwas zu bewegen. Allerdings hatte er keinerlei Mitspieler bei seinen vielen Dribblings und Vorstößen. Der im 4-1-4-1 stets von drei bis vier Gegnern umzingelte Wagner hatte ebenso wenig anzubieten, wie die blassen Hunt und Jensen, der unsichtbare Debutant Kroos: Alles andere war zum Verteidigen abgestellt.  </p>
<p>Bargfrede hatte dort als alleiniger Stopper mit zwei Tottenham-Stürmern zu kämpfen und beging dabei sieben Fouls ohne eine Karte zu sehen. Er war damit so überfordert wie Fritz mit Bale und der ebenfalls debutierende Schmidt mit Lennon. Beide konnten sich in Folge auch nicht ins Offensivspiel einbringen. Ein recht gutes Urteil kann man den Innenverteidigern Prödl und Mertesacker ausstellen, die von allen Seiten unter Dauerdruck standen.</p>
<p><strong>Dabei hatte Tottenham an diesem Mittwoch keine Gala-Vorstellung abgerufen</strong>, wie etwa <a href="http://ballverliebt.eu/2010/11/03/das-team-mit-dem-weltklasse-momentum/">einige Wochen zuvor gegen Inter Mailand</a>. Die Spurs ließen (ohne den verletzten Van der Vaart) alles über die Flügel laufen, nur gelegentlich stieß das tief stehende Zentrum aus Modric und Jenas (der nach 20 Minuten verletzt Palacios Platz machen musste) vor. Da man schon nach wenigen Minuten in Führung ging, musste man auch kein gröberes Risiko mehr eingehen.</p>
<p>Wie wenig Gefahr von den Gästen ausging, zeigte sich in der 21. Minute. In der Vorwärtsbeweung verlor Tottenham den Ball, den Ansatz eines gefährlichen Konters erstickte allerdings Hunt, der aus großer Distanz einfach abzog und den Ball fernab des Tores versenkte. Quasi im Gegenzug hätte es 2:0 stehen müssen, aber den Crouch-Ableger nach Bale-Flanke vermochte Pavlyuchenko nicht richtig zu treffen. Mit viel zu vielen Fouls erlaubte Werder den Standard-starken Spurs immer wieder einfache Tormöglichkeiten. Bei einigen Freistößen fehlte nicht viel, und sie wären auch direkt ins Tor gegangen (Bale 25., 49., Kranjcar 91.).</p>
<p><strong>Gegen Ende der ersten Hälfte resignierte Werder nahezu</strong>. Tottenham spielte den Ball in der eigenen Hälfte hin und her ohne attackiert zu werden. Nur der Unwille der Engländer ihre Fans 60 Minuten lang mit einem solchen Kick anzuwidern ließ dieses Schauspiel ändern. In dieser Phase sah es nicht so aus, als wäre ein grüner Spieler jemals die paar Meter nach vorne gelaufen. </p>
<p>Es zeigte sich auch, weshalb das so war. Nahezu eingeschläfert von der Werder&#8217;schen Passivität passierte der Spurs-Hintermannschaft ein Fehlpass, der Werders Angreifer dann doch einmal zum Aufrücken verlockte. Auch Linksverteidiger Schmidt (der nach Pasanen und Silvestre glaube ich dritte Werder-Spieler der in diesem Jahr an dieser Position seine mangelnde Klasse zeigte) war zu weit mitgegangen, was den Spurs nach der Rückeroberung des Balles einen steilen Pass auf Lennon ermöglichte. Pavlyuchenko versemmelte auch diesen Querpass.</p>
<p>Den Spurs konnte es egal sein, denn nachdem Kaboul in der 44. Minute noch eine Möglichkeit vergab, wurde eine Minute später Hutton komplett unbedrängt zum Flanken eingeladen. Crouch schaltete Mertesacker im Kopfballduell aus, Modric ließ mit einem super Haken den Blockversuch von Prödl ins Leere gehen und schoß zum 2:0 ein. </p>
<p>Bremens Angrifssbemühungen waren auch in der zweiten Hälfte zu wenig kompakt, unpräzise, unkreativ &#8211; ja nicht nennenswert. Das Spiel änderte ansonsten seinen Charakter nicht. Auch nicht, als Bale in der 52. Minute nach einem blöden Foul von Kroos am sehr viel laufenden und passenden Modric einen Elfmeter verschoss. In der 55. kam Ayik für Kroos, kurz darauf Defoe für den glücklosen Pavlyuchenko. Die mitgereisten Werder-Fans sangen hörbar &#8220;Wir wollen euch kämpfen sehen&#8221;.</p>
<p><strong>Als Reaktion feuerte Tottenham noch einmal eine Offensive in den kühlen Abend</strong>. Hutton per Weitschuss (62.), Defoe nach Werder-Ballverlust ebenfalls aus der Distanz (63.), ein abgeblockter Bale-Cross (64.) und nachdem selbst Hutton dem jungen Schmidt davon lief, blockte die Werder-Abwehr noch einen Modric-Schuss (68.). In der 76. Minute verhinderte Prödl gegen Defoe schlimmeres, in der 77. verlor Mertesacker in der Vorwärtsbewegung den Ball, fehlte in der Verteidigung und ein Bale-Schuss streifte nur knapp am langen Eck vorbei. </p>
<p>Aber in der 78. Minute machte Tottenham den Sack endgültig zu. Bale ließ Fritz einmal mehr zurück, brachte seine Flanke an &#8211; sie prallte von der Latte zu Lennon, der Crouch ausmachte und der talentierte Lulatsch stellte den 3:0 Endstand her. Erst jetzt ließen die Spurs die Zügel so locker, dass Werder zumindest noch zwei Torschüsse verzeichnen konnte (Marin aus der Distanz 83., ein Kopfball nach Schmidt-Flanke in der 88.). Bargfrede beendete den Abend mit einem Foul an Modric. Den Freistoß setzte Kranjcar (für Bale gekommen) aufs Obernetz. </p>
<p><strong>Das Ergebnis war keine Schande für Werder</strong> (auch Inter war hier schließlich nicht viel besser weggekommen). Aber es war auch etwas schmeichelhaft. Die Spurs musste nie den höchsten Gang einlegen, die Gäste glaubten sichtlich nicht mehr an ihre Chance und gaben sich an diesem Abend mit Schadensbegrenzung zufrieden. Ok, die Einser-Offensive fehlte fast zur Gänze, aber dass im defensiven Mittelfeld und links hinten nach wie vor keine Besserung in Sicht ist, muss Trainer Schaaf Sorgen bereiten. Die Bremer können bzw. müssen sich nun auf die Regeneration in der Meisterschaft konzentrieren. Und da rechne ich doch mit einem baldigen Aufatmen im Camp &#8211; die Europapokal-Startplätze sind noch nicht allzu weit entfernt und einige Verletzungen sollten bald abklingen. </p>
<p>Für Champions League-Erstling Tottenham hingegen steht der verdiente Aufstieg in die K.O.-Phase fest. Keine Mannschaft wird sich über dieses Los freuen. Ob das den Verbleib im heiß umkämpften Rennen um die internationalen Startplätze der Premier League im Fürhjahr leichter macht, sei dahingestellt. Solang Van der Vaart, Modric und Bale in dieser Form und unverletzt bleiben, darf sich aber kein Gegner in Sicherheit fühlen.</p>
<p>(tsc)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=3364&amp;md5=ab0ce14bfc74340484e49524f0726abe" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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